Ausgabe 
29.1.1906 Erstes Blatt
 
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. 212.20.

116.80

Berliner Börse, 29. Januar, Anfangskuree

8

9

3

4

Rm.

Stück Buchen-

H

. 249.70

. 137.50

H ft n

250.20-

23.90

127.10

145.90

Harpener Bergwerk Laurahiitte . .

Lombarden E. B Nordd Lloyd. . .

Türkenlose . . -

Canada E. B. . . . Darmstädter Bank . Deutsche Bank . . Dortmunder Union C. Dresdner Bank . .

Tendenz: fest.

Berliner Handelsges. . Darmstädter Bank . . Deutsche Bank .

Deutsch-Asiat. Bank Diskonto-Kommandit. . Dresdner Bank . . . Kreditsktien . . . . Baltimore- und Ohio-

Eisenbahn . . . . Gotthardbahn . . . . Lombard Eisenbahn . Oesterr. Staatsbahn . . Irince-Henri-Eisenbahn

Buchen-

Eichen Scheiter

Buchen--

Eichen-

Nadel Knüppel Buchen-- Eichen- Nadel Stöcke

138.50 129.00

265.80

226 70 165 90

217 50 250.00 127.30 133 70 173.60 148.40 24110 183.00 189.10 165.60

3%

3%

. 67.15

. 98.55

. 175.10

. 148.60

. 241.40

. 94.20

. 166.70

3^6/< 3%

3% Wl,

Reichsanleihe do.

Konsols . . do. . .

Hessen . . . Oberhessen

4^°'o russ.Stnatsanl. 1905 4%° r japan. Staatsanleihe 1 % Conv. Türken von 1903 Türkenlose......

4-6 Griech. Monopol-Anl.. \% äussere Argentinier .

101.15

89.C 5

101.15

88.95

99.75

. 24 25

. 142.20

. 133.00

Kirchliche IIachrichten.

Evangelische Gemeinde.

Montag, den 29. Januar, abends 8 Uhr: Bibel st unde im Konfirmandensaal der Johannesgemeinde. Tert Jak. 1,19-2,14.

Pfarrassistent Knott.

Elektriz. Lahmeyer . . . Elektriz. Schuckert . . . Eschweiler Ber-rwerk . . Ge'senkircien Bergwerk . Hamburg-Amerik. Paketf. Harpener Bergwerk. . . Laurahiitte......

vordd. Lloyd.....

Uberscbles. Eisen-Industrie

Lisettbahn-Sritung.

Straßburg, 28. Jan. Ank den reichsländischen Bahnen wurde die Abschaffung der Rückfahrkarte und dafür die Verbilligung der einfachen Karte beschlossen.

3% Mexikaner . 4>6°/0 Chinesen .

Aktien: Bochum Guss . . Buderus E. W. . Tendenz: fest.

3 %°i 4 °6 < 4*/5°. 4% 1

Der Hauptteil der Stadt Gomel ist durch Feuer zerstört, die bedeutendsten Läden und Bazare sind geplündert.

Auf Befehl des Justizministers wurden zahlreiche hohe Justizbeamte, darunter der Präsident des Bezirksgerichts in Tomsk. Witte, und der Prokurator des Bezirksgerichts m Tula, Kisselew, wegen ihrer politischen Gesinnung entlassen. Ein höherer Justizbe"Mtcr in Poltawa erhielt den Befehl, aus der konstitutionellen demokratischen Partei auszutreten, widrigen­falls er ebenfalls entlassen werde.

Aufsehen erregt eine angebliche Aeußerung des Justtz- nnnisters, der dem Bureau der Ncchlsanmälte nahe gelegt haben haben soll, keine Juden mehr in Vorschlag für die Ad­vokatur zu bringen. Er würde sie nicht bestätigen.

Ein Kopenhagener Korrespondent batte eine Unterredung mit dem dänischen Konsul in Rostow am Ton, Nissen. Nisten sagte, man würde bald neue Judenmassnkres erleben. Ter nächste Ausbruch der Volkswut würde alle früheren Vorgänge dieser Art in Schatten stellen. Die Revolution sei ein vollständiger Mißerfolg gewesen und die enttä' s^ten Aufstand scheu beschuldi­gen ihre iüdst'chen Führer, d.'n Misterfolg verursacht zu haben. Die Rädelsführer werden beschuQigt, das Volk abuchtlrch ins Verderben geführt zu haben.

Nach einer Berechnung des Semstwo werden 25 Millionen Rubel nötig sein, um der von Hungersnot betroffenen Gegend zu Hilfe zu kommen. .

Nach einer Privatmelduna aus Petersburg verweigern seit vier Tagen die im K're'.iz'cfängnis untcrg"brachten Arbeiter­delegierten iede Nahrilngs^'''' bme. Sie riehen den ö unger» tob dernn h-'t 1 ''N' nnr.

Schiffüiiachrichlkil.

Norddeutscher Lloyd.

In Diesten vertreten durch Earl Loos, Kirchenplah.

Bremen, 24. Jan. Per transatlantischen Telegraph.) Ter Dovpelichrauben-PostbamvserEhemnitz", Kapitän I. Jausten, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist gestern 4 Uhr nachmittags wohlbehalten in Baltimore angekomiyem

Red Star Linie.

Ter PostdampferZeeland^ der Red Star Linie in Ant­werpen, ist laut Telegramm am 24. Januar wohlbehalten in Newvork anaekommen

Holzversteigerung.

Freitag, den 2. Februar werden im Sicher Städte Wald Distrikt Großhäuserberg versteigert:

Stück Eichenstämme von 5462 Ztm. Durchm.

mit 8,38 Fm.

Stück Bucyenstämme von 4753 Ztm. Durch­messer mit 9,63 Fm.

Stück Kirschstämme von 2638 Ztm. Durch, messer mit 1,71 Fm.

Stück Lindenstämme von 2630 Ztm. Durch« messer mit 1,29 Fm.

Stück Fichten Derbstangen nut 36,67 Fm.

Stück Fichten Reisstangen mit 5,42 Fm.

Telefonische Kursberichte

des Giessener Anzegers. mitseteilt von der Bank für Handel und Industrie, Giessen.

Frnnkfnrter Kurse 29. Jannar, 1.15 Dhr.

Oesterr. Goldrente. .

Oesterr. Silberrente Ungar. Goldrente . . Ita,;en. Reute . . . Portugiesen Serie I . Portugiesen III

Zwickau, 29. Jan. Tie sächsische Bergarbeiters bewegung ist beendet. Tie von den Werken an gebotene Teuerungszulage von 23 Psg. pro Schacht wurde! angenommen.

Ludwigshafen, 29. Jan. Ter anfänglich kleine Streik in der A nilinfabr k scheint sich zu einem Niesen streik auszudehnen. Stündlich verlassen Masten von Arbeitern das Etablissement und tausende von Arbeitern und Neugierigen belagern den Haupteingang der Fabrik. Gestern legten auch die Gasarbeiter des Etablissements die Arbeit nieder. Darauf wurde seilens der Fabrikdirektion an das 'tädtlsche Gaswerk das Ersuchen gerichtet, der Fabrik Gas zu liefern. Die städtischen Gasarbeiter drohten jedoch bei Aus- ührung der Lieferung ebenfalls mit Streik. Die Krisis wird 'ich heute entscheiden, lieber 10 Versammlungen sind an- gemeldet. Die Erregung in der Stadt ist eine große, da über 10 000 Arbeiter an dem Streik beteiligt sind und dieser noch weitere Kreise ziehen dürfte.

Hamel (Rustl.), 29. Jan. Hier ist ein bewaffneter Aufstand ausgebrochen. Die Aufständigen plünderten und zündeten zahlreiche Gebäude an, die niederbrannten. DaS Gewehrseuer dauert ununterbrochen fort. Dem Militär gelang es nach harten, Kampfe, die Hauptstraßen von den Revolutionären zu säubern. Die Zahl der Verwundeten und der Getöteten ist enorm. Die Einwohner verlosten die Stadt.

Handel und Verkehr, Volkswirtschaft.

Deutsche Reichs- und Bundesunleihen. Es wird gemeldet, daß die maßgebenden deutschen Finanzkreise dem Vor­gehen der preußischen Regierung, die preußischen Sparkassen auf gesetzgeberischem Wege dazu anzuh^lten, einen bestimmten Prozent- atz der ihnen ^fließenden Spargelder in inländischen Fonds anzu- legen, svmvathisch aeaenübersteben. Es unterliegt keinem Zweifel daß, sobald der Gesetzentwurf die Zustimmung durch beide Häuser des Landtags gefunden hat, eine kräftige und dauernde Erhöhung des Kursstandes der deutschen Anleihen eintreten wird. Das gegenwärtige Kursnivcau unserer Anleihen entspricht ihrem inneren Wert keineswegs und muß im Vergleich mit dem Fürs­tend der gleichartigen ausländischen Anleihen als unberechtigt niedrig bezeichnet werden.

Vom Russenmarkt. An den Börsenplätzen, an denen Russenwerte gehandelt werden, ist man wieder weit weniger zu­versichtlich. M-m muß abermals Rückgänge konstatieren. Unruhige und kritische Verhältnisse gibt es noch immer, namentlich auf dem Gebiete des Hcift^s und der Industrie und auf dem Gebiete der Börse vorzugsweise in Kaukasien. Dieses zeigt sich u. a. in der Erhöhung des russischen Bankdiskonts auf 8 Prozent. Besonders ist das französische Publikum gegenüber den russischen Werten wieder recht nervös geworden. Am Berliner Russen­markt zeigte sich am vergangenen Samstag ein charakteristischer Gegensatz zwischen den Umsätzen pro Januar und denen pro Februar. Es trat für letztere Werte recht erhebliches Angebot hervor.

Japanische Anleihe-Gerüchte. Kürzlich wurde von London aus gemeldet, daß eine neue japanische Anleihe un­mittelbar bevorstehe. Daraufhin sind die japanischen Staats- papiere entsprechend zurückgegangen. Nun werden die Gerüchte dementiert. Der japanische Fin-mzagent in Europa, Sakahachv. befindet sich gegenwärtig auf der Reise nach Japan und vor einer Rückkehr, die erst für den Sommer in Aussicht genommen ist, gilt der Abschluß einer neuen japanischen Anleihe in Europa als ausgeschlossen.

Märkte.

fc. Frankfurt a. M., 29. Jan. (Telegr. Qrig.-Bericht des Gieß. Anz."l. Amtliche Notierungen der heutigen Viebmarkt- vreise. Zum Verkante standen: 429 Ochsen, 117 au? Oest­reich, 52 Bullen, 18 aus Oestreich, 790 Kübe, Fersen, Stiere und Rinder 0 ans Oestreich, 260 Kälber, 350 Schale und Hämmel. 1254 Schweine, 0 Ziegen, o Ziegen-, 0 Scbaslännner. Bezahl! wnrde für lOOPfnnd Schlachtgewicht Ochsen 1. Qnalität 7780 Mk., 2. Qual 7072 Mk., 3. Qual. 6567Mk.: Bullen l.Qnal. 66 bis 67 Mk.. 2. Qnal. 6163 Mk.; Kühe 1. Qual. 6869 Mk., 2.Qnal. 6264 Mk., 3. Qual. 4546 Mk, 4. Qnal. 4143 Mk., 5. Qual. 00OOMk. Kälber: 1. Qnal. 8690Mg., Lebendgewicht 5254 Pf., 2. Qnal. 8186 Pfg., Lebendgewicht 4851 Pfg., 3. Qual. 6065 Pfg., Schlachtgewicht 6065 Pfg., Schafe: 1. Qnal. 7476, 2. Qnal. 6870 Pfg., 3. Qnal. 0000 Pfg.; Schweine 1. Qnal. 7980 Pfg., Lebdgew. 61.50-62.50 Pfg., 2. Qn.78 00 Pfg., Lebend- gew. 61.00 Pfg., 3. Qnal. 7173 Pfg., Lebendgewicht <000 Pfg Geschäft bei Hornvieh gedrück, Ueberstand unbedeutend, bei Klein­vieh gut, kein Ueberstand. Aus Holland kamen 233 geschlachtete Schweine.

fc. Franksnrt a. M., 29. Jan. (Qrig.-Telegr. desGießen. Anz/) AmtlicheRotiernngen der heutigen Frncbtmarktpreiie. Weizen Mk. 18.50-00.00,' Kurhessischer Mk. 18.5000, La Plata Mk. 19.0020.00, Kansas Mk. 18.5019.25, Roggen (hiesiger) Mk. 17.0017.25, Gerste lwetterauer) Mk. 17.7518.00, Franken- felder Mk. 18,2518,50, Hafer 16.7517.45, MaisMk. 13.5013.75, Weizenmehl 2728.00, M. 0000, 2. Qnalität Mk. 25.00 bis Mk. 26.00, 3. Qualität Mk. 22.5023.00, Roqgenmehl 0 Mk. 24.7525.75, 1. Qualität Mk. 22.2523.25, Weizenkleie Mk. 9.50 bis Alk. 10.00, Roggenkleie Mk. 11.0011.50, Maiskeime Mk. 12.00 bis Mk. 12.50, Franken, Pfälzer, Ried Mk. 17.5018.00. Alles per 100 Kg. ab hier.

100 56

101.20

96.75

106.25

68.00

68.25

91 2) 9^.70

92 00

143.00

53.50

92.20

Kriqinal-praijtmi'launqen.

Berlin, 29. Jan. Vor dem Lehrter Bahnhof schoß der auf dem Hauptsteueramte beschäftigte Militäranwärter Poral la dem Hauptsteueramtsdiener Viepen- hagen aus Rache eine Kugel in den Hinterkopf, ver­letzte ihn schwer und tötete sich dann durch einen Schuß ins Ohr. Poralla, der ebenfalls auf dem Hauptzollamte be­schäftigt war, wurde vor einiger Zeit von Piepenhaaen wegen Nachlässigkeit im Dienste gemeldet. Der seit November gesuchte Zopfabschneider, der in den lebhaftesten Straßen etwa 30 jungen Damen die Zöpfe abgeschnitten hatte, ist in der Person des 22jährigen Studenten der Schiffs­baukunde Robert S. verhaftet worden.

Berlin, 29. Jan. Ein schwerer Unfall ereignete sich gestern abend nach 11 Uhr im Zirkus Busch. Ein Statist geriet infolge eines unglücklichen Zufalles zwischen , zwei schwere Requisitenstücke, die gegen einander geschoben wurden. Ihm wurde dabei derKopf zerquetscht und er starb nach wenigen Minuten.

Dresden, 28. Jan. Auf Einladung de§ Oberbürger­meisters Dr. Beutler und deS Vorsitzenden des konservativen und nationalliberalen Neichsvereins und der Handels- und Gewerbekammern fand heute eine Versammlung statt zum Zwecke der Erhaltung des Friedens und der Schaffung freundschaftlicher Beziehungen zwischen Deutschland und England. Ter Versammlung wohnten der preußische und der bayerische Gesandte, Staatsminister v. Metzsch und Tr. Otto, der englische Ministerresident Viscount Gough, Ver­treter politischer und kaufmännischer Vereine und der eng­lischen Kolonie bei. Nach einem Vortrage von Professor Tr. Geß nahm die Versammlung eine Resolution an, in der es heißt, die Versammlung begrüße die Bestrebungen, freundliche Beziehungen zwischen Deutschland und England -u fördern und erblicke in dem friedlichen, neidlosen Wett­bewerb beider Volker und in der Betätigung ihrer Eigenart auf allen Gebieten des geistigen und wirtschaftlichen Lebens ein wichtiges Mittel zur Förderung ihrer Woytfahrt und der allgemeinen Kulturausgaben, die zu erfüllen, sie von der .Vorsehung berufen seien.

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866 738 170 2 100 5 5 112 18 16 2600

150 Eichen Wellen.

Anfang und Zusammenkunft vormittags s0 Uhr am Dachsbau an der Kreisstraße Langsdorf-Nieder-Bessingen, Lich, dem 28. Januar 1906.

B89/1 Großherzogliche Bürgermeisterei

Dörmer, Beigeordneter.

1Un9cn,

Tage zum Besuch seines Bruders in Hamburg, er ist aber gestern abend wieder hierher zurückgekehrt. Es werden ihm verbrecherische Handlungen nachgesagt, die sich auf die An» schuldigunq eines Schulmädchens stützten. Ob und inwieweit ich der Geistliche etwas hat zuschulden kommen lassen, ist nach derOff. Ztg." noch nicht festgestellt.

** Kleine W i f f i' >» n n e n nn« Sief feit und den Nachbar st aaten. In Hanau wurde in der Herberge zur Heimat der K r i m i n a l s ch u h m a n n Trott gelegentlich einer Haussuchung von anscheinend einem Metzger durch emen Re- volverschuß in den Kopf schwer verwundet.

meldet ans Aom ;perg nut schweren rm zu tuerben. Tie rer Ehe mit Könia Protestantinnen ntrn darein gewilligt, 6 und lehnte es ab, lle Kinder als Katho- Ulshin gab Prinzessin

i wird demJournal" der Philippinen Tie Nachricht sei durch i Tabak- und Zucker- rden, welche die Dieses Manöver werde :ka auf die Philippinen ne feierte heute nach- ikmals zur Erinnerung ei der B-ckagenmg vor «enmütigeff Oaten at sich Frankr^ än§er des segen'»- er ein würdiger, kraft» Ä kün Vergessen seiner SeisMle, die uns unser lvchzxlicknlchm. adi unter den Soldatm eine Meuterei aus. oeute verbarrilüdierte die Emahnungen des rberft mußte die Lum lt nach den äHeWttev blätter melden, dranq äS eSÄS

i. ermord^ser brach

t; fc« Rückkehr»^ r.f l>e> "'z rxf idödö 5*» **,5'" ifiaiif* ^',8 8*9*

Deutsch-Südafrika.

Dar-es-Salaam, 27. Ion. Major Johannes telegra­phiert aus Songea, daß Leutnant Sibberns am 28. Dezember hei Mob mak'ro cn der Grenze des Songea und Mahenge-Be- qirkes ein glückliches Gefecht gegen 200 Wangonis hatte welche 24 Tote verloren. Auf deutscher Seite waren Teure Verluste zu verzeicl'nen. ___

INe Maroirkokonfeienz.

Aus Algeciras meldet die französ-offiziöseDg. Havas": Es scheint, daß infolge des Besuchs, den der deutsche Botschafter am 26. dem französischen Vertreter machte, überallhin sensationelle Mitteilungen telegraphiert wurden. Diese Unterredung ist nicht tue er)te und wird nicht die letzte sein, da die von der Konferenz angenommene Arbeitsmethode sich täglich hinsichtlich aller Fragen durch Unterredungen zwischen den Delegierten er­gänzt. Gegenwärtig setzt man die Methode einfach fort, die sich als gut erwe'ist, denn sie lieferte bis jetzt ausge- zei chnete Ergebnisse. Tie Vertreter einiger Machte, wie Viskonti Venosta, White, Easini u. a. erleichtern das Zustandekommen dieser Besprechungen, die in einem cour- toisievollen und herzlichen Ton verlaufen und hoffen lassen, daß man an die einzelnen Fragen offiziell herantreten könne, nachdem bereits eine Einigung vorbereitet ist.

Ter Berichterstatter der röm.Tribuna" in Algeciras will wissen, Radowitz habe Revoil erklärt, Deutschland könne feine bevorrechtigte Stellung Frankreichs in Marokko zu­lassen, worauf Revoil erwiderte:Wer sagt denn, daß Frankreich Vorrechte verlangt?!" Ein an­derer französischer Diplomat habe geäußert:Wir sind je^t an der Grenze anders gerüstet, als vor acht Mona ten._______________

Ans Stadt nnd Land.

Gießen, den 29. Januar 1906.

** Personalien. S. K. H. der Großherzog haben dem Pfarrer Otto Schulte zu Beuern die evang. Pfarr­stelle zu Großen-Linden übertragen. Der Ober­lehrer an der Realschule und dem Progymnasium zu Bingen Emil Fuhry auf sein Nacksuchen seines Dienstes entlasten

~ Erschossen hat sich der 23 jährige A. St. Der junge Mann litt von Kindheit auf an Nervenüberreizung, hatte außerdem noch ein weiteres körperliches Leiden und dürfte die Tat im Zustand geistiger Schwäche verübt haben, da sonstige Gründe zu dem Schritt nicht vorlagen. Aus­geschlossen ist auch nicht, daß ein Ung l ü ck s f a l l vor liegt. St. wollte angeblich an dem Morgen Ratten schießen und ist es hierbei möglich, daß bei ungeschicktem Hantieren mit dem Jagdgewehr sich durch Unvorsichtigkeit die Waffe entlud.

**Titelverleihung. Dem Obergütervorsteher Mentzel von hier wurde durch Dekret S. M. des Königs von Preußen der Charakter als Rechnungsrat verliehen.

** Nachklänge zum Fall Wendlandt. Die Ver^ untteuungen des Eisenbcchnsekretärs Wcudlandt Tanten bekanntnch bei der Frachtenkontrolle vor. Dort werden die recht kompli­zierten Frachtsätze geprüft, zu viel bezahlte Fracht an die Fcrmen zurückvergütet, die Differenz für zu gering bemessene Sätze em- gefordert. Tie Manipulationen Wendlandts haben sich,'nach der F. Z.", wie folgt zugetragen: Wendlandt, dem die Kontrolle für Oesterreich unterstellt war, wandte sich als Privatmann an eine Anzahl Frankfurter, Darm st ädterund Mainzer Exportfirmen, die Nr fein Ressort in Betracht kamen, und erbot sich ihnen zur privaten Nachprüfung per Frachtbriefe. Ms Vergütung forderte er 30 bis 40 Prozent der zurückbezahlten Summen. Ta er vollständig freies Verfügungs­recht hatte, und eine Nachkontrolle, wie es heißt, nicht geübt wurde, konnte er auch solche Beträge bei der Kasse zur Rückzahlung anweisen, die nicht zu viel einbezahlt worden waren. Die Firmen h-tten von diesen Schiebungen Wendlandts ebensowenig Kenntnis, als davon, daß er Staatsbeamter war. Sie nahmen lediglich die ihnen überwiesenen Summen als zu viel bezahlte Frachtsätze in Empfang und zahlten Wendlandt die verabredete Provision. Die Schiebungen wurden schließlich dadurch entdeckt, daß Wend­landt eines Tages einen besonders hoben Betrag zur Auszahlum an eine Mainzer Firma anweisen ließ. Der größte Teil der au diese Weise verübten Veruntreuungen fällt in die Zeit von 1903 bis 1904. Es handelt sich um recht erhebliche Beträge; das geht daraus hervor, daß die Eisenbahnverwaltung u. a. von drei Franlfurter Exportfirmen den Betrag von rund 10 000 Mark zurückverlangt. Die Geschäftsleute stehen auf dem Standpunkt, daß sie nickt dafür haftbar sein können, wenn ein int Staats­dienst stehender Beamter seine Stellung zu Betrügereien benütze. Ferner sei eine Kontrolle darüber, was zu Recht und was zu Unrecht ausbezahlt wurde, nach einem Zeitraum von zwei bis drei Jahren so gut wie ausgeschlossen; die Eisenbahnverwaltung lehne es ja auch ab, zu viel erhobene Beträge nach Jahresfrist an die Benachteiligten zurückzuvergüten, sie schütze Verjährung vor.

R. B. Darmstadt, 28. Jan. S. K. H. der Groß- Herzog ist heute nachmittag aus Berlin wieder hierher zn- riickaekehrt. Am Abend besuchten die hohen Herrschaften die Aufführunq der französischen OperetteTas Schwalben­nest. Der Vorstellung wohnten auch Prinz und Prin­zessin Ludwiq von Battenberg nebst Tochter, die seit dem 18. Januar auf Schloß Heiligenberg bei Jugenheim weilen, sowie Prinzessin Dorothea zu S olms-Hohen- solms-Lich bei. Der zweite diesjährige Hofball findet am 6. Februar im alten Palais statt.

Jügesheim, 27. Jan. Das in der Umgegend ver­breitete Gerücht, daß der hiesige katholische Pfarrer nach Hamburg abgerein sei und sich dort erschossen habe, be­stätigt sich nickt. Allerdings wellte der Pfarrer einige

Holzverkmrf.

Königl. Oberförstcrei Krofdorf.

Dienstag den 6. Februar, vormittags 10 Uhr, kommen im Klinkel'schen Saale in Odenhaufen zum Ver­kauf: Schutzbezirk Salzböden, Distr. 64, Schabcnstrauch, Eichen: 4 Stämme = 1,3 Festm.; 7 Rm. Schichtnutz- holz, 1 Rm. Scheit; Buchen: 9 Rm. Nollen (Felgenholz), 296 Nm. Scheit und Knüppel, 353 Rm. Reiser. Distr. 68, Hirschsprung, Eichen: 9 Stämme 1,3 Festm., 2 Rm. Knüppel; Buchen; 141 Rm. Scheit und Knüppel, 1485 Rm. Durchforst. Reiser.B29/t Drucksachen aller Art

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