Ausgabe 
29.1.1906 Erstes Blatt
 
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StaaLsminister AoLhe f«

Heute vormittag erhielten wir folgende Drahtmekdung' d. Darm st adl, 29. Ian. CtaatSminister Dr. klar! Not he ist heute früh 5»/^ Uhr nach achttägiger Krankheit infolge einer Lungenentzündung, zu der Herzlähmung hiuzutrat, ge­storben. Er war bis in die letzten Tage hinein tätig und ließ sich noch am Mittwoch und Tonnerstug Schriftstücke ,nr Unterschrift an« Bett bringen. Der Verstorbene wäre im Znli 66 Jahre alt geworden.

Der jähe, unerwartete Tod unsere? leitenden Staats­mannes ist ein schwerer Schlag für das ganze Grobherzog­tum. Man wußte ja längst, wie schwer leidend Exzellenz Rothe seit Jahren war, wie dringend nötig ihm alljährlich der Aufenthalt im Bade Wildlingen tat. Niemand aber wohl hatte das schnelle Ende vorauSgesehen. Er ist ja auch nicht seinem langjährigen inneren Leiden, sondern einer vor wenigen Tagen elngetretenen Lungenentzündung erlegen.

Mit (einem Fürsten trauert daS hessische Volk um den Toten, trauert in erster Linie die hessische Beamtenschaft, die in dem Verstorbenen ein Muster des Pflichteifers und der hin­gebenden Treue zu Fürst und Vaterland sah. In den Silen ist er auS dem Leben geschieden, ist er aus dem obersten Amte deS Staates gerissen worden, zu früh für'S Land, zu früh für seine Jahre.

Rothe hatte einen scharfen Blick für die wirtschaftlichen und sozialen Nöte seiner Zeitgenossen. Als einsichtsvoller und umsichtiger Staatsmann erkannte er allzeit, wo Hilfe nötig und möglich war. Mit Unermüdlichkeit lag er den weitver­zweigten Pflichten seines schweren und veranwortungSvollen Amtes ob, und der nie versagende gute Rat und die reichen Erfahrungen unseres ersten Ministers wußte unser Landesherr umso höher zu schätzen, als sie verbunden waren mit dem lautersten Herzen, einer wahrhaft vornehmen Denkart und zu­gleich mit gediegenster und vielseitigster Bildung.

Tie soziale Gesetzgebung deS Landes hat unter der liberalen Aera Rothe, die liberaler noch war als die ihr vorauSgegangenr Aera Finger, die erfreulichste Ausgestal­tung erfahren. DaS Wohnungsfürsorgegesetz, daS maßgebend geworden ist für eine Reihe anderer Bundes­staaten und die Errichtung der LandeShypothenbank, die sich als ein überaus segensreiches Institut erwiesen hat, verdankt Hessen in erster Linie seinem unvergeßlichen Minister Rothe. Angebahnt wurde weiter die Durchführung eines liberalen Wahlrechtes und einer liberalen Steuergesetzgebung, die beide vorerst noch den Widerstand der Ersten Kammer zu besiegen haben. Begonnen wurde mit einer durchgreifenden Revision der gesamten Verwaltungsgesetzgebung; Feld- und Forstpolizeigesetzgebung wurden erheblich modernisiert. Die Gewerbeaufsicht wurde mit Eifer und Geschick ausgebaut. Ein Denkmalschutzgesetz dient heute noch ganz Deutschland als Vorbild und ist eine der ruhm­reichsten Taten der gesamten modernen deutschen Gesetzgebung. Tas Landwirtschaftskammergesetz kam den Wünschen den hessischen Landwirtschaft entgegen. Die Förderung des Bades Nauheim war eine Tat nicht nur von weitem finanzpolitischem Blick, sondern auch von höchstem Werte für für die gesamte leidende Menschheit, die Tat eines warm-

5te heutige Nummer umfaßt 10 Seiten.

herzigen Menschenfreundes, für die die Welt zum Tribute der Dankbarkeit verpflichtet ist.

Nicht mit klingenden Worten, sondern m der Stille auS geklärter und zugleich im Grunde bescheidener Natur, mit Taten hat Rothe gearbeitet.

Gegenüber Angriffen von rechts und ThtfS bewehrte Rothe stets seine kühle Ruhe und Sachlichkeit. Wohlerwogen war stets, was er sagte, kurz und knapp und treffsicher. Poli­tische Angriffe galten niemals seiner unantastbaren Per­sönlichkeit.

Besonders schmerzlich wird der Tod Rothes von den Liberalen Hessens empfunden werden. Tenn echt liberal war seine Gesinnung und er hat aus ihr an keinem Orte und keinem Menschen gegenüber ein Hehl gemacht. Die Feuerbestattung, gegen die sein Vorgänger sich mit starker Gegnerschaft gestemmt hatte, ist unter Rothe Gesetz geworden. Dem liberalen Geiste innerhalb der Landeskirche war er mit ganzem Herzen zu geneigt. Doch nie hat er sich als ausgesprochener Parteimann gezeigt, sondern stets für eine gemeinsame Arbeit Aller im Interesse des Landes und jedes einzelnen Berufes und für eine Verständigung unter den Parteien in der Volksvertretung seine ganze Kraft eingesetzt.

Staatsminister Karl Rothe wurde am 2. Juli 1840 in Tarmstadt geboren als Sohn eines Oberfinanzrates. Tie Familie war aus Arolsen im Fürstentum Waldeck nach Hessen übergesiedelt. Karl Rothe besuchte in Tarmstadt bis 1858 das Gymnasium, dann die Universitäten Gießen und Heidelberg und bestand sehr gute Examina.

Nachdem er 1863 die Staatsprüfung bestanden hatte, wurde er zunackist beim Justizdepartement beschäftigt. Im Herbst 1866 wurde er an das Sekretariat des Ministeriums des Großh. Haukes berufen, 1867 zum Ministerialsekretär und 1876 zum Leaationsrat ernannt.

Am 1. Juni 1881 wurde er als Regierungsrat bei der Provinzialdirektion Starkenburg angestellt und am 1. Sept, desselben Jahres zum Kreisrat des Kreises Offenbach er­nannt. Am 6. August 1888 wurde er zum Ministerialrat im Ministerium des Innern und der Justiz ernannt und hier erwarb er sich so sehr das Vertrauen des hochfeligen Großherzogs Ludwig IV., daß er am 20. Sept. 1888 zum Vorstand des Großh. Kabinetts berufen wurde. Am 17. Oktober 1891 erhielt Rothe seine Ernennung zum Provinzial­direktor der Rheinp-ovinz und zum StrciSrat des Kreises Mainz unter Beibehaltung der Oberleitung des Großh. Kabinetts, zur gleichen Zeit wurde er auch mit der Wahr­nehmung der Funktionen eines landesherrlichen Territorial­kommissärs bei der Festung Mainz betraut. Rach dem Ab­leben Ludwigs IV. wurde ihm vom Großherzog Ernst Ludwig am 25. Nov. 1892 der Charakter alsGeheimrat" verliehen. In einer weiteren sechsjährigen Tätigkeit als Provinzial­direktor usw. hat sich Rothe dann mzch besonders um die Entwicklung und Förderung der allgemeinen Verhältnisse in der Hess. Rheinprovinz verdient gemacht, bis am 2. Juli 1898 seine Ernennung zum Staatsminister, Minister des Großh. Hauses, des Aeußern und des Innern, sowie zum Bundesratsbevollmächtigten erfolgte. Wegen der vielfachen Förderung, die er den beiden Hochschulen des Landes an­gedeihen lieh, ernannte ihn sowohl die juristische Fakultät der Landesuniverfität, wie auch die Technische Hochschule zu Tarmstadt zum Doctor honoris causa. 1903 wurde ihm von S. M. dem Kaiser der Rote Ahlerordeu 1. Klasse ver­liehen.

Rothe lebte in glücklichsten Familienverhaltmssen, man sah ihn in Darmstadt stets an der Seite feiner Gattin in der Hoftheaterloge und bei Festlichkeiten. Seine Witwe ist die

Tochter des verstorbenen Dr. Karl Merck, eines der früheren Mitbegründer der weltbekannten chemischen Fabrik E. Merck. Die einzige Tochter ist mit Generalmajor Bendemann in Straßburg i. E. vermählt. RotheS einziger Bruder lebt all Generalmajor und Cberqimrtiermeifier i. P. in Berlin.

Noll tiefer Trauer um den Dahingeschiedenen werden' Fürst und Volk den Staatsmann, werden seine zahlreichen persönlichen Freunde und Verehrer den treuen Freund, wird die hessische Beamtenschaft den leutseligen, beliebten und ver­ehrten obersten Vorgesetzten in5 Grab legen sehen, einen teuren Toten, dessen Herz bis zuletzt für Fürst und Vater­land geschlagen hat.

diePost Mk.2. viertel- jährl. ausschl. Beslellg. Annahme von Anzeige» für die Tagesnuinmer bis vormittags 10 Uhr. ZeilenpreiS: lokal 12Pf^ auswärts 20 Pfg.

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Dem Siebener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Siebener ZamUien- blätter viermal in der

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Anzeiger Gießen.

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Erstes Blatt LaI. Jahrgang Montag 29.Januar 1806

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GietzeimAnzeiger

General-Anzeiger w 1<v

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

Wer, so fragt man sich jetzt, wird RotheS Nachfolger? Längst hieß eS ja, daß der nun Verstorbene amtSmüde gewesen sei, daß er sich mit Rücktrittsabsichten getragen und auf Wunsch deS Großherzogs nur gewartet habe, bis ein geeigneter und dem Groß- Herzog genehmer Nachfolger gefunden fei. Wenn trotzdem bisher alles beim alten blieb, so lag daS, wie vielfach be­hauptet wurde, lediglich daran, daß eS an Persönlich­keiten mangele, die geeignet wären, Rothe zu ersehen, und geneigt, dessen entschieden liberale Politik, die die Sym­pathie des Großherzogs hat, fortzusühren. Nun ist plötzlich die unumgängliche Notwendigkeit der Neubesetzung deS StaatS- ministerums eingetrclen. Wird ein Sy st e m wechsel eintreten? Wir befürchten daS nicht, trotz der Schwarzseherei manches Liberalem Man darf wahrlich daS Vertrauen hegen, daß unser Landesherr zu Rothe'S Nachfolger nur einen überzeugte» Liberalen machen wird, keinen Parteifanatiker, sondern einen Mann, der frei ist von aller Engherzigkeit, einen Mann von rechtem Wuchs und rechtem Maß, der sich nicht auf tastende Versuche einlassen wird, sondern besonnen und um­sichtig auf dem Gewordenen weitcrbauen wird. Möge eS ih beschicden sein, das hessische Land und Volk durch die Zeit des Widerstreites zwischen aufbegehrender Großmannssucht uni* gediegenem schlichten Bürgertum hindurch und auf den Bahnen stetigen, maßvollen Fortschrittes weiterzuführen l Wir sehen dem Entschlüsse unseres GroßherzogS vertrauensvoll entgegen. Er wird einen Mann zu finden wissen, der in den wirtschaft­lichen Fragen und Kämpfe", volle Unparteilichkeit zeigen und, die im allgemeinen Interesse gebotenen Rücksichten zu nehm« wissen wird.

Kaisers Keöurrstag.

Berkin, 27. Jan.

Tie Feier des Geburtstages des Kaisers begann wie üblich, mit dem großen Wecken, dem der Kaiser cm einem Fenster beiwohnte. Ter Kaiser nahm spater die Glück­wünsche der Familie entgegen und empfing alsdann den! General von Leszchinski, dem er den Schwarzen, Adlerorden verlieh, und den Geheimrat Htnzpeten., Hieraus empfing der Kaiser die Gratulation des engercnj Hofes und später die der anwesenden Fürstlichkeiten. UM IOV2 Uhr sand in der Schloßtcrpelle Gottesdienst statt und im Anschluß hieran im Weißen Sa-al Gratulationscour^ Ten Abschluß der heutigen Festlichkeiten bildete eine Gala, vo rst e llun F im O per u h a u s. Gegegeben wurde zmn> ersten MaleTer lange Kurl" von Woikowsky-Diedan, den^ ein zum Geburtstag des Kaisers von Richard Straß kompy* nierter und dirigierter Königs marsch voranging.

In Heer und Marine sind zahlreiche Befördere un gen erfolgt. Tem Kronprinzen wurde die Führung

Phonola-Äonzert.

Das Interesse an den Vorträgen in dem durch die Klavier- Firma Wilh. Rudolph in Gießen am Sonntag veranstalteten Kvnzert war sehr groß, denn der Saat des Gescllschastsvereins war biS auf den letzten Matz gefüllt. Die Erwartungen der Er­schienenen sind aber auch nicht getäuscht worden, die Darbiet­ungen waren tatsächlich hochinteressant. Vor Beginn der Klavier- vvrträge wies Herr Rudolph darauf hin, was man mit den Klaviersplelk-Apparaten leisten könne, daß cs auch dem Laien möglich sei, ein künstlerisch vollendetes Spiel zu erzielen, ferner daß das Kadi erspiel mit der Hand nicht etwa durch die Apparate verdrängt werden, fmtbern, daß es im Gegenteil gefördert werden solle; er führte aus, daß es die meisten Klavierspieler nur bis zu einem gewissen Grad technischer Fertigkeit brächten, darüber aber,nicht hiiiausVmen, sie tiertöten die Lust am Spielen, da ihnen eine große Anzahl der schönsten Meisterwerke technisch zu bewältigen, doch nicht möglich fei; hier sollte der Klavierspiel- apparat in die Bresche treten, er soll die Freude an dem Sviel wieder heben, soll das musikalische Berstätümis fördern helfen. Die Vorträge auf der Monola wurden durch foetrn Fedor P r 0- kesch ausgeführt und zwar vermittels der Mnstlernotenrollen, dieser neuesten Erfindung der Phonola-Fabrik. Die Ersindung besteht darin, daß das Originalspiel des Pianisten gleichsam photographisch getreu fixiert und auf d-re Notenroilen zur Wieder­gabe übertragen wird. Die Leistungen der Phonola durch Herrn Prokcsch muß man als ganz hervorragende <merfcinten; man glaubte die lebenden Künstler Backhaus, d'Mbert, Mnr. Car- rnw, Reismann, Grünfeld usw. selbst spielen zu hören, so wnnder- !bar getreu und schön kamen alle rhythmischen und dynamischen ^Schattierungen zu Gehör: es ist schwer zn sagen, welchem Vortrag -und welchem Künstler die Palme zuzuerkennen ist, hervorheben 7möchten wir nur das Chvpin'sche B-moll Scherzo, welches mit 1 allen Feinheiten des Vortrages vmr Wilh. Backhaus, den wir fja vor acht Tagen hier z-u fcewmibern Gelegenheit hatten, zu Eehör kam. Die Phorwla bringt nicht nur das Technische der tK'ompositio?ren tadellos heraus, nein auch das Lsgate-Spiel, die ilEantilcne läßt sich kaum noch von dem Spiel mit der Hand ninterscheiden. DaS Nocturna fLrebestramnl von Liszt, übertragen wen Eugen d'Albert und die Romanze i« Des-dur von Grünseld, .tibertrngen front Komponisten selbst, waren fron den Künstlern selbst wob! kaum schöner zu spielem Sehr interessant war der doppelte ?Äortrag des Chopin'fchen Walzers Op. 42 in As-dur und zwar Merst im Origmalspiel fron Terese Carreno, sodann in dem-

Schöpsungen ganz zutage treten. Vielleicht wäre es wirssamer nnb( von nachhaltigerem Eindruck gewesen, wenn der Abend auch ge­schlossen hätte mit einer der mächtigen Orgelschöpsiingen 93aM statt des Mendelssobnschen Psalms. Wer auch so war's ein herzerquickender $Lbenbt Dank allen denen, die zu seinem Ge^ lingen beitrugen! r=s «- K.

jenigen fron Xaver Scharwenka: die verschiedenartigen Auf­fassungen der beiden Künstler, besonders die rhythunschen ^chatt- terungen kamen deutlich zu Gehör und es war für jeden Klavier­spieler sehr lehrreich, die Vergleiche stellen zu körnten. Alles in allem, die Mnstlenrotenrollen find als ein großer Fortschritt für die Wiedergabe der nrufikalischen Meisterwerke durch die Pho- nola, zu bezeichnen.

** Geistliche Muiikaufführung des Ev. Kir­ch e n g e s a n g v e r e i n s. Dte cvang Kirchettgesangvereine haben sich die Ausgabe gestellt, an ihrem Teile dadurch zur Pflanzung veredelnder Religiösität beizutragen, daß sie die wertvollsten' SckKtze deutscher religiöser Musik dem Volke zugänglich zu madven suchen. Wie dankbar diese Aufgabe ist, hat die gestern flbcitb veranstaltete Wiissühnmg bewiesen, bet der die Stadtkirche bis auf den leßten Platz besetzt war. Das Hattplintereffe be­anspruchen in dem reichen Programm die zum Teil ganz wunder­baren alten Volkslieder. Vor allem die beiden altdeutschen WeihnochtAieder, die nfit ihrer originellen Melodik und in dem seinen Satz von Paul Stöbe ganz gewiß verdienen, oft gesungen zu werden. Auch die drei anderen Sätze:Wohl auf gen Beth­lehem in Eil";Wunderschön prächtige . . ." und Michael MtenburgsHie gute Mar, ihr Christenleut . . sind gedalt- o-od tntd frisch, und fingen sich dem Hörer ins Herz. Ml diese prächtigen Stücke tourbeu mitsamt einigen Chorälen in modernen Sätzen darunter ein interessanter Satz vonLobt Gott, ihr Christen allzugleich" frott Max Reger, vom Kirchengesangverein unter seinem trefflichen Leiter aufs allerbeste zu Gehör ge­bracht. Das gleiche'gilt von den Cl)öven a capella für Kltaben- Chor, die ans Chorälen und b-kanntett netteren geiftlichert Volks­liedern bcstandett. Von den Soli verdienen besondere 5)ervor- hebung die wunderbar tiefe Sfrie Bachs aus dem Weihnachts- oratorium und daS Largo tür Violine und Orgel von Tmna. Die Arie, nach Form und Inhalt schwer, wurde von Frl. Ida Stammler, besonders in den tieferen Logen, recht gut wieder­gegeben. Das Largo von Tuma, in seiner herrlichen, zu Herzen gel-enden Schlichtheit, wurde fron Professor Dr. Krüger auf seinem prachtvollen Instrument in vollendeter Weise gespielt. Zulotzt das allerbeste: I. S. Bach! Seine Pastorella für Orgel, mit betr unvergleichlichen drittelt Satz, in dem die ganze fromme Seele Dachs liegt, leitete die Darbietungen ein. Organist Görlach spielte das Werk in der klaren, präzisen, objektiven Art, in der man Dach spielen muß, soll her volle Gehalt seiner

Gewerbe-Ordnung für ba5 Deutsche Reich nebst den, für das Reich und das Großherzogtum Hessen erlassenen Vollzugs^ verortmunaen und Ausü"chrunasvorfchliüen. Ein Nachtrag hierzu, die Jahre 1901 bis 1905 inklusive enthaltend, ist im Verlage von I. Tiemer in Mainz (Preis: Mk. 2.20) erschienen, wodurch das im Jahre 1901 herausgegebene Hauptwerk wieder auf seinen neuesten Stand ergänzt ist. "Das weite Gebiet der gewerberechtlichen Gesetz­gebung wird hierdurch in einer für den praktischen Gebrauch aller beteiligten Kreise dienlichen Weise zugängig gemacht. Die zahlreichen, inzwischen erlassenen Aenderungen auf dem Gebiet des Reichs- und Landesrechts sind in der gegenwärtigen .Fortsetzung 2 enthaltens Für jeden Besitzer des Hauptwerkes dürste dieser Ergcinzungsdanh willkommen sein.

Deutsches Fürstentum und deutsches 93 er-, s a ss u n g s w e s e n. Von Professor Dr. jur. Eduard Hubrich^ (.Aus Raiur und Geifteswelt." Sammlung wissenschafilich-gemein'- verständlicher Darstellungen aus allen Gebieten des Wissens» 80. Bändchen.) Verlag von B. ®. Teubner in Leipzig. |TV u. 166 S.] 8. Preis geb. Mk. 1.26. Ties Büchlein gibt eine Uebersicht der deutschen Verfassungsentwicklung von der Urzeit bis zur Gegenwart. Nach kürzerer Beleuchiniig der älteren VerfassungSzustände schildert .pubricl) die Begründung des fürstlichen Absolutismus und dem­gegenüber das Erwachen, Fortschreiten und Siegen des modernen Konstitutionalismns. Ans der Basis her gesamtdeutschen Entwicklung wird immer ein Bild der spezichch preußischen Derlasiungsverhältnisse entworfen. Die Arbeit schließt mit einer Erörterung der Haupt- aesichtspunkte des Reichsslaatsrechts und des gegenwärtig preuß, DeriassungSrecht.

Aus benM eggeudorfer Blättern". Daun freilich. Polizist (zum Lanbbürgermeister!': , Es wäre aber auch höchste Zeit, baß der Gerneindearrest bald reu j t würde; bessere Spitzbuben wollen schon gar nicht mehr hinein!

* Der Pantoffelheld.Woher habc.i denn die vielen Kfratzer im Gesicht?"3a, wissen, S', her Arzt haZ meiner Frau baS Sprechen verboten."