«ricacs bei der Fahrt nach Ostafien das Reiervegeschwader beiehliat- unt> in der KoreastraLe seine Schaffe hem Femde übVna'b, obwohl sie noch nicht lampsnnfühig waren, sucht sein Berhatten zu entschuldigen. Er bezieht rt ««f i« völlig unzureichende Ausrüstung de? Ge,chw^deri- au Material und Personal und aus den Mangel an Informationen durch den Admiral Roschdjestwenski, seinen Vor- g ese tzten.
Heer rrnd Flotte.
— Die Extranummer des „Militärverordnungsblattes" ocrvffcntlicht eine Kabinettsordre, wonach sämtliche Offiziere der Armee für den Generalobersten von Wittich drei Tage Trauer anlegen sollen. Für die Offiziere des Hauptquartiers des 11. Armeekorps und das des Füselier-Regiments Nr. 39 Mährt die Trauer fünf Tage.'
— Dem „Armeeoerordnungsblatt" zufolge finden dre oiesjährigen Kaisermanöver durch das 3. und 5. ^rmee» korps gegen das 6. Armeekorps statt.
Aus Stadt uno Land.
Gießen, den 27. Februar.
" Ein Grabdenkmal für die Prin z essin Eli sa- öetb. Nachdem „unferm Prinzeßchen" im November v. Js. im .vcrrengarten ein Denkmal gesetzt worden ist, steht auch die Errichtung eines Grabdenkmals bevor. Der Großherzog bat den Entwurf selbst ausgedacht. Eine halbkreisförmige Architektur in moderner Auffassung wird als Gruft her- gestellt, eine Bronzetüre bildet den Eingang zur Grabstätte. Eine Engelsfigur aus Bronze mit mächtigen Flügeln thront schützend über dem Grabmal. Auf einer Rundung vor dem Grufteingang werden Veilchen, die Lieblingsblumen des Prinzeßchens, angepflanzt. Das Grabdenkmal findet auf der Rosenhöhe in der Nähe der Mausoleen Aufstellung. Professor Habich von der Darmstadter Künstlerkolonie bringt es nach den Intentionen deS Großherzogs zur Ausführung.
*♦ Einen FestkommerS zur Feier der silbernen Hochzeit des KaiserpaareS hielten gestern die hiesigen, dem Hassiaverband angehörigen militärischen Vereine im Neuen Saalbau ab, der mit den Bildniffen des Kaiserpaares und Pflanzendekorationen der Bedeutung des Tages entsprechend geschmückt war. Der Vorsitzende, Bezirksvorsteher Bruch - häuser, begrüßte nach einem einleitenden Musikvortrag die zahlreich erschienenen Ehrengäste, unter denen sich Provinzialdirektor Geheimerat Dr. Breidert, Major Hofmann, HcmdelS- kammerpräsident Kommerzienrat Koch, zahlreiche Stadtverordnete und aktive und Reserve-Offiziere befanden, sowie die Mitglieder. Er gedachte sodann des festlichen Anlasses der heutigen Feier und sprach den Wunsch aus, daß es dem hohen Paare auch noch vergönnt sein möge, das goldene Hochzeitsfest feiern zu können. Die von hoher patriotischer Begeisterung getragene Festrede hielt Profesior Dr. Biermann. Oberleutnant der ^Garde-Landwehr. Auch er verbreitete sich über die Bedeutung des Tages und die unermüdliche Tätigkeit des Kaisers und seiner Gemahlin im Interesse des Vaterlandes und brachte S. M. dem Kaiser ein dreifaches Hoch aus, in das die Festversammlung begeistert einstimmte. Hieran schloß sich der Gesang der Nationalhymne. Landgerichtsrat Wiener feierte in markigen Worten die in den Kriegervereinen herrschende Kameradschaft, während Kommerzienrat Koch den Dank der Gäste aussprach und in Anerkennung ihres verdienstlichen Wirkens den Kriegervereins-Vorsitzenden und dem Bezirksvorsteher Bruch Häuser ein Hoch ausbrachte. Auch der deutschen Marine wurde in einer Ansprache gedacht. Treffliche Musikdarbietungen der Feuerwehrkapelle, gemeinsamer Gesang von Vatertandsliedern und humoristische und Gesangsvorträge boten den Teilnehmern angenehme Unterhaltung.
** Jin vber Hess iscbeniGrs chich tsverein sprach am b ergangenen Donnerstag vor außerordentlich zahlreichen Zuhörern Direktor Pros. Dr. Sticker ans Münster i. W. über die Zeit des schwarzen Todes. Die große Pest, deren Gedächtnis, wie der Redner anssührte, unter dem Namen des schwarzen Todes beim Volke lebendig geblieben ist, überzog den alten fiinrtment und seine Inseln zu einer Zeit allgemeiner Uebervölkermrg, G-äbrung und SSerTVimtng. Den Gang und die Aolgen des schwarzen Todes versteht recht nur der, dem die Zustände der Länder und die Bewegungen der Völker vor der Mitte des 14. Jahrhunderts gegenwärtig sind. Darum schickte der Vortragende der Schilderung der Seuche einen kurzen Ueberblick über die politischen Verhältnisse und die allgemeine Kulturgeschichte um das Jahr 1347 vorauf. Er verfolgte dann gemäß den Auszeichnungen von Augenzeugen und zuverlässigen Zeit- gerwssen den Gong der Seuche vom fernen chmesischen Osten bis zum westlichen Weltende und zum hohen Norden. Dem Bilde des großen Sterbens, das kein Mter und keinen Stand verschonte und ungeheure Verwüstungen unter fast allen Völkern hinterlassen hat, schließen sich an die, Bilder zweier geistiger Epidemien, die als unmittelbare Folgen des Eindrucks, den der allgemeine Tod auf das Volksgemüt maehte, in Europa und besonders in, Deutschland sich ausbreiteten. Es handelt sich um eine beispiellos wilde Judenverfolgung und um die große Geißlerbeweg- nng des Wahres 1349. Der schwarze Tod hat an hundert Millionen Menschen vertilgt, aber den Lebensdrang und das Fortschreiteir der Menschheit keinen Augenblick aufgehalten. — Der äußerst interessante Vortrag lvnrde mit lebhaftem Beifall tiufgenommen.
** Besitzwechsel. Zu dem gestern gemeldeten Verkauf des Hauses Müusburg 15 (seith. Besitzer Architekt Sculing) wird uns ergänzend mitgeteilt, daß das Haus im vorigen Jahr für 40 000 Mk. gekauft wurde und seit 1. Oktober leerstand.
0 Staufenberg, 26. Febr. Gestern abend gegen 11 Uhr wurde von Vorübergehenden unweit unseres Ortes der Soldat Krells vom Infanterieregiment Nr. 116, bewußtlos auf der Straße liegend, aufgefunden. Er hatte sich etwa gegen 972 Uhr auf den Heimweg nach der Garnison begeben, wurde aber unterwegs von Krämpfen befallen und mußte in hilflosem Zustande liegen bleiben, bis er gefunden wurde. Man brachte den Kranken noch in der Nacht nach Gießen.
Hungen, 26. Febr. Auf Anregung beS Abg. Köhler beim Großh. Finanzministerium werden seit einigen Tagen der morgens um 7 Uhr nach Gießen hier abgehende S chü l er- zug und der Arbeiterzug um 7 Uhr abends mit besseren Wagen 3. Klaffe und ergänzt mit je einem Wagen 1. und 2. Klaffe gefahren. Die Einstellung der Wagen 1. und 2. Klaffe ist vorerst nur probeweise erfolgt.
)( Nidda, 26. Febr. Gestern waren es 10 Jahre, seit der Verein „Krankenpflege" seine segensreiche Wirksamkeit hier uni) in der Umgegend entfaltet hat. Im Laufe dieser zehn Jahr? hat der Verein zwei Schwestern angenommen, von denen die zweite noch hier Dienste leistet. In der gestern abend abgehaltenen Generalversammlung erstattete der Vorsitzende, Gerber- snMer Stork, den Jahresbericht, und Rechner Riegshausen legte
Rechnung ab. Die Einnahmen betragen 1793.49 Mk. und die Ausgaben 1745.78 Mk.. unter letzteren befinden sich 900 Mk. neu ausgeliehenes Kapital. De'' 2. Vorsitzende, Werner, sprach noch über den Segen, ber. der Verein schon gestiftet, besonders bei mittellosen Kranken. Der Antrag des Obersten z. D. Weimer, einige Zimmer für kranke Dienstboten bereit zu stellen, bis ein Krankenhaus erbaut fei, wurde angenommen und die in diesem Jahre frei werbenbe Kleinkinderschule ins Auge gefaßt; an den Stadtvorstand soll deshalb ein Gesuch gerichtet werden. Ebenso soll mit dem Rote Kren ^Verein Fühlung genommen werden.
(6.) Friedberg, 25. Febr. Ein Arbeitsmann auS Reichelsheim D. geriet cruf dem Wege hierher in der Dunkelheit in die Ufa. Er konnte sich wieder aufs Trockene retten, war aber so erstarrt, daß er nicht mehr weiter konnte und bewußtlos niederfiel. Mehrere Bahnbeamte fanden den Bedauernswerten und sorgten für seine Unterbringung in das hiesige Hospital, wo er schwer erkrankt darniederliegt.
)( Aus der südlichen Wetterau, 26. Febr. Die Arbeiten an der neuen Bahnstrecke Helden berge n— Vilbel sind soweit gediehen, daß in Kürze mit dem Oberbau begonnen werden kann. Die Unterbau arbeiten boten beträchtliche Terrainschwierigkeitcu, da die Nidder hier sehr viele Bogen und Windungen beschreibt. Hierdurch waren mehrere Brückenbauten und die Errichtung hoher Dämme erforderliche Hinter Büdesheim mußte ein Basaltrücken durch ein längeres Tunnel durchbrochen werden. Tie Strecke ist ungefähr 17 Kilometer lang. Folgende Orte erhalten Stationen: Vilbel, Gronau, Nicder-Torfelden, Ober-Dor- felden, Kilianstädten, Büdesheim, Windecken und Heldenbergen. Mit der Erbauung der Stationsgebäude wird im Frühjahr begonnen, ebenso mit der Geleiselegung. Tie Einweihung der Bahn soll am 1. Qktober erfolgen. Mit der Fertigstellung der Strecke ist das letzte Glied zu der direkten Verbindung zwischen Vogelsberg und Frankfurt vollendet.
sd. Darmstadt, 27. Febr. (Eig. Drahtbericht.) Im Hause Langgaffe Nr. 1 ist das 4 jährige Söhnchen des Maurers Schneider an Genickstarre gestorben. Die Familie wurde zur Beobachtung in das städtische Krankenhaus verbracht und das Haus, in dem der Todesfall sich
zutrug, in der üblichen Weise abgesperrt. — Der Dragoner
Eugen Friedr. Dick Hut (23. Drag.-Regt.) aus Hornberg
bei Zweibrücken wurde verhaftet unter der Beschuldigung, der Mörder des gestern nacht erschlagenen Dragoners Masson auS Mainz zu sein. Außerdem wurden zwei weitere Dragoner festgenommen, die sich an der Schlägerei beteiligt hatten.
w. Wetzlar, 26. Febr. In der jüngsten Stadt- verordneten-Sitzung wurde die Erhebung einer Bier- ft euer mit 10 gegen 6 Stimmen abgelehnt. Dagegen beschloß man die Erhöhung der Zuschläge zu der Real- und Einkommensteuer um 10 Prozent. Die einzelnen Sätze wurden wie folgt festgesetzt: Grund-, Gebäude- und Gewerbesteuer 195 pCt., Einkommensteuer 145 Prozent, Betriebssteuer 157 pCt.
[] Marburg, 25. Febr. Im Anschluß an einen Vortrag des ProfefforS Sommer au§ Gießen über die psycho- pathologischen Wirkungen des Alkohols gründete sich hier auf Anregung des in der Anti-Alkoholbewegung bekannten Eisenbahndirektors de Terra em Bezirksverein deS deutschen Vereins gegen den Mißbrauch geistiger Getränke, dem zahlreiche Damen und Herren aus akademischen und anderen Kreisen betraten.
Marburg, 26. Febr. DaS Geschenk der Universität zur Silbernen Hochzeit deS Kaiserpaares, da- gestern durch den Rektor Professor Dr. Andrö überreicht wurde, besteht aus einer künstlerisch ausgeführten, kostbaren Glückwu nschadresse, welcher der berühmte Codex Ar- genteus, die älteste gothische Bibelübersetzung des Bischofs Ulsilas, die mit Silberbuchstaben auf purpurfarbenes Pergament geschrieben ist, zmn Vorbild gedient hat. Die Marburger Glückwunschadreffe ist mit silbernen Buchstaben, genau nach dem altgothischen Vorbild, auf rote Seite gemalt, und das Ganze in einen rotsamtnen Umschlag gelegt, der mit silberyetriebenen Adlern belegt ist. (Oberh. Ztg.)
[] Marburg, 26. Febr. Der anläßlich des 70. Geburtstages des Oberbürgermeisters Geheimrat Schüler von den städtischen Körperschaften gefaßte Beschluß, 30000 Mk. zur Herstellung der sog. Schüler-Promenade in den Etat ein- zustellen, wurde heute in einer gemeinschaftlichen Sitzung deS Magistrats und der Stadtverordneten durch den Stadtver- ordneten-Vorsteher Justizrat Dörffler in einer künstlerisch au§- geführten Adresse überreicht. Aus dem anschließend erstatteten Bericht über das neue Elektrizitätswerk ist zu erwähnen, daß anstatt der veranschlagten 500 000 Mk. nur 485 000 Mk. gebraucht wurden. Für 1906 sind 37 000 Mk. Einnahmen und 32 000 Mk. Ausgaben angenommen. Das Werk wurde bann durch die Stadtvater besichtigt und bann folgte ein gemeinsames Mahl.
Frankfurt a. M., 26. Febr. Die Stadt beschäftigt sich gegenwärtig mit dem Projekt einer Riese n-V ersa m m- lungs-, Fest- und Ausstellungshalle, die die größte ihrer Art auf dem ganzen Kontinent werden soll. Zu gleicher Zeit soll auf Anregung der städtischen Behörden eine Ge - werbehalle gebaut werden; die Festhalle kommt an den Güterbahnhof in die westliche Außenstadt, die Gewerbehalle in das Zentrum, vielleicht auf den Platz der alten, unschönen Lederhalle. — Eine Versammlung beschäftigte sich dieser Tage auch wieder mit den Theater-Verhältnis s e n. Nach einem Vortrag Redakteur Wertheimers wurde da? Verwaltungssystem der hiesigen Bühnen kritisiert und die Befreiung der Sonntagsvorstellungen vom Abonnement verlangt. Auch von einem Volkstheater war wieder die Rede, obwohl das leere Residenztheater, das am 1. März seinen Betrieb einstweilen wieder einstellt und durch eine Variät6stagione abgelöst wird, am deutlichsten zeigt, mit welchen Schwierigkeiten eine dritte Bühne in Frankfurt zu kämpfen hat. Aus dem Neumann» Hoserschen Lessingtheater ist bekanntlich auch nichts geworden.
Frankfurt a. M., 25. Febr. Heute morgen tagte hier die Delegiertenversammlung der deutschen Friedens-Gesellschaft. Vertreten waren etwa 30 Orts- AWppen unter dem Vorsitz des Prof. Richter-Pforzheim. Der Geschäftsführer Tr. .Hartmann sprach über die Tätigkeit der Friedensgesellschaft. Professor Qu i d d e-München bedauerte, daß im Reichstag das internationale Schiedsgericht nicht einmal zur Sprache komme. Die Abgeordneten sollen ausgesordert Werden, mit den Parlamenten anderer Lätrüer bei interuLtiotralen Differenzen in Verbindung zu
treten, lieber die deutsch-englische Annäherung, sprach Herr de Neufville-Frankfurt, über die Vep< ständigung zwischen Deutsch land und Franks reich Professor Quid de. Eine Resolution, die der friede lichen Verständigung beider Länder das Wort redet. Wurde» angenommen. Weiter sprach Stadtpfarrer U m f r i d - Stuttgart über die 2. Konferenz im Haag. Man Wünscht nicht allein internationale politische Fragen, sondern auch Kultur- fragen daselbst geregelt zu sehen. Tie Nachmittagsverhand^ hingen erstreckten sich auf Behandlung von Anträgen der Ortsgruppen und Propaganda der Friedensgesellschaft. Ter Delegiertenversammlung war gestern abend eine start besuchte öffentliche Versammlung vorausgegangen, in der; Justizrat Tr. Heilberg-Breslau und Professor Dy. Qu i d d e sprachen.
* Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. In Leibhecken wurde bei der Burgev- mcistcrwahl der seitherige Bürgermeister Friedrich Stelz einstimmig wiedergewählt. — Zu Hering wurde in einer Miststätte die Leiche einest neugeborenen Kindes aufgesun- dcn. Eine 21jährige Magd, die vorher sich verdächtig gemacht und dadurch die Nachforschungen veranlaßt hatte, bekannte sich als Mutter des Kindes und Täterin. — Die freiwillige Feuerwehr zu Kirtorf begeht am 8. Juli ihr 25 jähriges Jubiläum durch ein größeres Fest. — Die elektrische Bahn Bingen- Büdesheim wurde eröffnet. Sie beginnt am Bahnhof Bingen. Es ist ein 20innwtiger Verkehr eingerichtet. Die Bahn übernimmt auch den Transport von Gütern nach den Güterbahnhöfen. — Wegen Unterschlagung amtliches Gelder wurde der verheiratete Briefträger Müller inMör^ l e n b a ch verhaftet.
Vermischtes.
• Erdbeben in Kolumbien. Wie der ,New Porck Herald* aus Buenaventura (Kolumbien) meldet, wurde am 21. Februar ein von Nord nach Süden gehendes Erdbeben verspürt, das zwar nur geringen Schaden verursachte, aber eine Panik unter den Bewohnern hervorrief. Die auf das Erdbeben folgende Flutwelle richtete an dem genannten Orte feinen Schaden an, aber nach Berichten, die aus den bis zu fünfzig Meilen weiter südlich gelegenen Küstenstrichen kommen, sollen zweitausend Menschen umgefommeni sein. Der in Tumaco angerichtete Schaden ist größer als in Buenaventura; einige Menschen kamen dort umS Lebern In Tuquerres, wo zwölf Stöße verspürt wurden, betragt dis Zahl der Getöteten fünf. In Popayan verließen die Ein^ wohner ihre Häuser.
* Mordtaten. In Runzen, Kreis Ohlau, wurde der Gutsbesitzer Max Omisch, als er nachts aus dem Gast- Hause nach Hause ging, durch zwei Schüffe ermordet; vom Täter fehlt bis jetzt jede Spur. — In Toulon tötete ein früherer Staatsmatrose seine Frau durch acht Hiebe und dann sich selbst, indem er sein Bett anzundete und sich hineinlegte. — In Tauantier (Frankreich) ermordete ein Hirte ein 20jähriges Mädchen durch Hammerschlage und dann seine 30jährige Schwester, indem er sie in einen Brunnen warf. — In Lüttich ist eine Hebamme geständig, den Leib einer tot aufgefundenen Frau Jansen in Stücke zerschnitten und in die Outh geworfen zu haben. Die Frau hatte sich bei der Hebamme operieren lasten und war gestorben. Der Sohn der Hebamme wird beschuldigt, ihr bei diesen Operationen Hilfe geleistet zu haben.
* Eine Urgroßmutter als Braut, dieses Bor> kommnis hat sich in Karlum (Nvrdschleswig) ereignete Dort feierten der frühere Rieselmeister aus Westerfeld, E. Christensen, und die Witwe Jngeborg Christiansen das! Fest der grünen Hochzeit. Der Bräutigam ist 73, die Braut 74 Jahre alt. Letztere war bereits zweimal verheiratet, und ihr silberner Hochzeitstag ist längst verstrichen. AuS dieser Ehe war die jetzige „junge" Frau vor kurzem llrgrofp» mutter geworden.
* Der höchste „Wolkenkratzer". Newyork wirdj demnächst ein Bauwerk aufzuweisen haben, das einzig ht seiner Art sein dürfte. In dem Lower Broadway wird ein Gebäude von 600 Fuß Höhe errichtet, das Geschäftsräume^ für Brokers und Finanziers enth-Äten soll. Das Gebäude! wird 40 Stockwerke über und 3 Stockwerke unter der Erd-i oberfläche haben. Es erhält seinen Platz neben dem! Songergebäude, das nur 195 Fuß hoch ist. Die Mieten ixt diesem Gebäude sollen fast so hoch sein, Wie dieses selbst^ Der höchste „Wolkenkratzer"' War bisher das Gebäude der „Times". Es enthält 28 Stockwerke und ist 358 Fuß hoch.
* Kleine Tageschronik. In Bennighofen (Wests.) wurden der Sohn des Professors Guttmann aus Dortmund und ein Bankangestellter ans Dortmund, welche eine Radpartie unternvmmen hatten, von zwei Burschen überfallen und schwer verle tz t. Dem Bankangestellten wurde das Nasenbein zertrümmert. — Ungehe n re Schneemassen sind in dev Umgebung von Vicenza (Oberitalien) niedergegangen. Mehrere- Dörfer sind völlig eingeschneit. Der Postverkehr ist unterbrochen^ Der furchtbare Sturm, welcher seit zwei Tagen anhält, hat di- Wege unpassierbar gemacht.
Universitäts-Nachrrchten.
Roch einmal der Aufrnf der fünf Studenten.
Heute schreibt uns Herr stad, philoa. Alfred Dieterich aus Berlin, einer der Unterzeichner des Aufrufes, einen längeren Briei, dessen ruhige und höfliche Tonart wir gern anerkennen. Zunächst weist er eine „Faschingsmystifikation" weit von sich und meint, daß er mit seinen vier Leipziger Mitunterzeichnern „wohl auch im Besitz derjenigen Sinne sei, welche zur Einleitung und Weitersuhrung der Bewegung erforderlich" seien. Sie wollten „lediglich nichts anderes denn die bestimmte Forderung einer Scheidung der innerlich sich tret Fühlenden, welche also nur die äußere und formale Konsequenz ihrer inneren Ueberzeugung ziehen sollen". Herr D. wendet sich bann gegen den „Vorwurf" der Jugendlichkeit. (Gerade sie ist indes in unseren Augen ein mil- bember Umftanb.) Er sei ,ein Stubent, ber 8 Jahre geschäftlicher Tätigkeit absolvieren mußte, um sein Stubium zu ermöglichen, und um auf ber Universität bann eine trostlose Zersplitterung itnb Lebenslosigkeit zu finben, bie ihm um ein weniges sich wieder von ihr abwenben ließ". Im übrigen wieberholt Herr D. feil Olims Zeiten jebem ehemaligen akademischen Bürger bekannt« Tatsachen und noch mehr in studentischen Kreisen stet? verbreitet gewesene Irrtümer und schiefe Anschauungen, auch solche über das Wesen ber beutschen Professoren, bas sich inbeS bekanntlich nicht unter einen Hut bringen läßt, sonbern das selbstverstänblich in- bivibuell ist wie das jedes Erbensohnes, Anschauungen, bie bie meisten von uns mit reiferen Jahren abzulegen ober wesentlich abzuänbern pflegen, währenb andere freilich ihnen lebenslang in subjektiver Befangenheit treu bleiben. Vielleicht wirb Herr Dieterich mit vielen seiner heutigen Gesinnungsgenofsen unseren Ausführungen zu feinem Aufruf einst auch im wesentlichen zustimmen, wie bas au§ Gießener Professorenkreisen geschrieben ist. Denn „nichts ist bauernd als ber Wechsel". Aber „ber Weg bet Orbnung, ging er auch durch Krümmen, er ist fein Umweg", sagt Schiller. Tie „Krummen" lucrbcn ihr Ende nehmen und ber jngenb- lichen Stürmer und Dränger — und beklagenswert ist, wer nie von iugenblicber Raschheit sich hinretßen ließ — ehrliches Ringen wird ohne Umweg ben Weg ber Ordnung g-he*,


