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30.8.1906 Erstes Blatt
 
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Nr. 203

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Anzeiger Gießen.

Erstes Blatt 150. Jahrgang Donnerstag 30. August 1000

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3>ie heutige Dummer umfaßt 8 Seiten.

Aje Iaufe des deutschen Kronprinzeufohnes.

Neues Palais, 29. Äug.

Zur Taufe des am 4. Jul: geborenen Prinzen, Sohnes des Kronprinzenpaares, versammelte sich die tgl. Familie gegen 6 Uhr im Tressenzimmer des Palais mit den höchsten Gästen, unter denen sich die Kronprinzessin von Griechen­land als Vertreterin der Königin der Hellenen, Prinz Christian zu Schleswig-Holst em als Vertreter des Königs von England, Großfürst Wladimir von Rußland als ,Ver­treter des Kaisers von Rußland, Erzherzog Josef von Oesterreich als Vertreter des Kaisers von Oesterreich, der Herzog von Genua als Vertreter des Königs von Italien er­schienen waren. Gleichzeitig fanden sich im Tamerlansaale die Hofchargcn, das mcrison militaire, der Hausminister, der Ches des Zivilkabinetts, sowie der Hof der Kaiserin, im Muschelsaal das Gefolge, die Fürstlichkeiten und die Prinzen und Prinzessinnen ein. In der Jaspis-Galerie versammelten sich indessen die übrigen geladenen Gäste: die Witschafter, die Gesandten, die Herren des diplomatischen Korps, dabei der norwegische Gesandte v. Ditten als Ver­treter des Königs von Norwegen, mit ihren Damen, der Reichskanzler, die Generalfeldmarschälle, die Ritter des Schwarzen Ädlerordens, die Härrpter der fürstlichen und ehemals reichsständischen gräflichen Familien, die Gene- ralltät, die Admiralität, die Staatsmürister, die Staats­sekretäre, die Präsidenten des Reichstags und der beiden Häuser des Landtags, der Oberpräsident der Provinz Bran­denburg, die Spitzen der Potsdamer Behörden, sowie die Damen und Herren der Gefolge. Die in Berlin wohnen­den oder dort einquarhierten Gäste waren in einem Sonder­zuge auf der Station Wildpark eingetroffen. Beim Bahn­hof hatte sich bei prächtigem Sormnerlvetter eine große Menschenmenge eingefunden. IN Potsdam und Berlin hatten die kgt. Schlösser, die öffentlichen und viele private Gebäude geflaggt. Än Neuen Palais hatte die Schloß­gardekompagnie in friedericianischer Tracht den Ehrenposten gestellt, ebenso die Leibgarde der Kaiserin. Die Jaspis-Galerie war zur Taufkapelle hergerichtet. In der Mitte der südlichen Schmalseite des langgestreckten Saales war ein purpurfarbener Dhron baldachin aufgebaut, unter welchem das Bild des Erlösers hing. Hierunter stand der 'Altar mit rotseidenem Behang, über welchen sich eine Spitzendecke breitete. Aus dem Altar stand ein goldenes Kruzifix und zwei Leuchter. Ter Behang der Decke und die Mtargeräte sind ein Geschenk der Hofstaaten des Kaisers und der Kaiserin zu deren Silberhochzeit. Vor dem Altar stand der sogenannte Ehepakientisch, mit einer rotsamtnen Decke belegt, auf ihm das historische Taufbecken und die Taufkanne in reicher, getriebener Arbeit aus schles. Gold, ein Geschenk der Provinz Schlesien und seit langen Jahrzehnten im Gebrauch. Den Baldachin flankierten zwei hohe goldene Kandelaber und Gruppen von blühenden Gewächsen. 'Am Altar stand die hohe Geistlichkeit. Die in der Galerie Versammelten stellten sich an der Fenfterseite in drei langen Linien so auf, daß dem Alltag zunächst die Damen traten, denen sich die Diplomaten und die übrigen Gäste anschlossen.

Nachdem die Herrschaften um den Altar Aufstellung genommen hatten, erteilte der Kaiser den Befehl zum Beginn der Taufhandlung. Oberzeremonienmeister Oberhof- und Haus-Marschall Graf zu Eulenburg geleitete die Herrschaften zu den von diesen im Zuge einzunehmenden Plätzen und der feierliche Zug in die Taufkapelle setzte sich in Bewegung. Voran schritten Hofkuriere und die Pagen. Es folgte der große Vortritt, die Vize-Oberhofchargen, die Oberhofchargen und die obersten Hofchargen. Der Kron­prinz führte die Kaiserin, der Kaiser die Groß - h erzog in mutter von Mecklenburg-Sch werin, Groß­fürst Wladimir von Rußland die Kronprinzessin von Döne- marr rc. Den Fürstlichkeiten schloßen sich die Adjutanten und Gefolge an.

Vortritt und Gefolge nahmen in der Taufkapelle den Fenstern gegenüber an der Kielseite Aufstellung. Die Herr­schaften bildeten vor dem Altar einen Halbkreis, sodaß der Kaiser mit dec Großherzogin Anastasia links, die Kaiserin und der Kronvrinz rechts zur Seite des Altars traten und die weiteren Paare sich wechselseitig anreihten. Die Kron­prinzessin hatte ihren Platz in der Taufkapelle zur Seite des Altars bereits eingenommen. Ein Sessel stand für sie in der Nähe des Platzes des Kaisers und ihrer Mutter bereit. Der Täufling war in Begleitung der Leibpagen des Kronprinzen und der Kronprinzessin in die zunächst der Taufkapelle ge­legenen Gemächer gebracht worden. Nunmehr wurde er, ge­führt von Hofmarschall von Trotha, durch die Oberhofmeisterin Freifrau von Tiele-Winkler bis an die Tür der Taufkapelle ge­tragen. Die Hofdamen Burggräftn zu Dohna-Schlobitten und Frl. v. Helldorf hielten die silber-brokatene Schleppe desTäuflings. An der Tür der Taufkapelle übergab bie Oberhofmeisterin Freifrau von Tiele-Winkler den Täufling der Prinzessin Viktoria Luise, welche, während die Ehrenposten präsentierten, nut ihm vor den Altar trat, wo der Domchor sang: »Du Hirte Israels". Hierauf hielt Oberhofpcediger Schloß­pfarrer Dry an der eine Ansprache, der er die vom Kron­prinzen ausgewählten Textworte 1. Mose, Kap. 13, VerS 2: »Ich will Dich segnen und Du sollst ein Segen sein" zu Grunde legte. Bei Beginn der Tauf­handlung überreichte Prinzessin Viktoria Luise den Täufling der Großherzogin Mutter von Mecklenburg-Schiverin. Im Moment der Taufe übernahm ihn die Kaiserin. Beim Vater­

unser legten die Paten und ihre Vertreter die Hände auf den Täufling. Dann taufte der Oberhofprediger den Tätfiling auf die Namen: Wilhelm, Friedrich, Franz, Josef, Christian, Olaf. Nach Schluß der heil. Handlung mit Gebet und Segen übergab die Kaiserin den Täufling der Prinzessin Viktoria Luise, welche ihn der Kronprinzessin über­reichte. Der Kaiser und die Kaiserin und die Fürstlichkeiten brachten der Kronprinzessin alsbald ihre Glückwünsche dar. Der Domchor sang Albert BeckerS: »Fürchte Dich nicht!" Der Schimmer der Wachskerzen auf dem Kristallkronleuchter mischte sich mit dem hellen Schein des Tageslichtes, das zu den Fenstern vom Park her hereinflutcte. Die Kronprinzessin begab sich in den angrenzenden Salon jenseits der Tauf­kapelle. Der Kaiser und die Kaiserin folgten. Die Kron­prinzessin nahm dort auf einem Sessel Platz, neben dem ein Hinunelbettchen in Weiß mit blaßblauen Schleifen für den Täufling aufgestellt war. Die Kronprinzessin nahm nun eine Defiliercour der Taufzerrgen ab.

Zum Schluß fand im Marmorsaale Galatafel statt. Im Verlaufe des MahleS erhob sich der Kaiser zu folgendem T r i n k s p r u ch:

Ich trinke auf die Gesundheit des Täuflings, S. K. H. des Prinzen Wilhelm von Preußen. Hurra, hurra, hurra!

Nach der Tafel hielten der Kaiser und die Kaiserin im Tanzsaal Cercle.______________________________________________

Kotttische Cagesschan.

Herr v. Podbielski und derSchwarze Adler".

-tt- Berlin, 29. Äug,

Herrn v. Podbielski, der heute von seinem Landgut wieder in Berlin eintraf er dürfte danach an den T a u f - festlichkeiten teil genommen haben, wird starkes Verlangen nach demSchwarzen Adler", dem höchsten preußischen Orden, nachgesagt. Ein Teil der Presse glaubt denn auch, diese glänzende Auszeichnung, sozusagen die Krönung staatsmännischer Tugend, werde dem Minister beim Uebertritt in den Ruhestand zuteil werden. Hier erscheint wohl doch ein Fragezeichen am Platze. Jnr übrigen befindet sich Herr v. Podbielski bereits im Besitze einer ÄUszeichnung, die für ihn in seiner Eigenschaft als Waid­mann von besonderem Werte sein muß. Er hat nämlich das Recht, die Hofjagdu iso rm tragen zu dürfen. Nicht alle seiner Ministerkollegen tonnen sich dieses Vor­zugs rühmen, z. B. weder Graf Posadowsky noch Dc. von Studt, die tviederum denSchwarzen Adler" besitzen. Die Verdienste des Landlvirtschaftsministers um die Landwirt­schaft werden von agrarischer Seite gepriesen; Vertreter anderer Volksinteressen urteilen anders über das Pod- bielskische Regime in Erinnerung der Grenzsperre, Fleisch­teuerung usw. Derletzte Tag" des Ministers ist wohl nicht mehr fern, ob er ihm dasletzte Glück", den an­geblich heißersehntenSchwarten Adler" bringen wird, bleibt abzuwarten.

*

König Friedrich von Dänemark

wird in der ersten Halste des September dem schwedischen Hofe einen Besuch abstatten. Das ist kennzeichnend für die veränderte politische Situation aus dec skand. Halbinsel. Zwischen Kopenhagen und Swckholm herrschten lange Jahre hindurch ge­spannte Beziehungen, dasselbe galt für die beiden Nationen. Däne­mark sympathisierte stets mit Norwegen, und dieses Verhältnis ist noch inniger geworden, seitdem ein Däncnprinz zum König von Norwegen erwählt wurde. Wenn nun der dänische König sich entschlossen hat, den Hof in Stockholm zu besuchen, so will er damit offenbar zwischen Schweden und Norwegen, diesenfeind­lichen Brüdern", vermitteln. Gelingt es ihm, eine Wreder- annäherung herbeizusühren, dann wäre das politisch für Skan­dinavien von großer Bedeutung. Die drei Staaten würden sehr bald zu einer Interessengemeinschaft, in erster Linie einer handelspolitischen, gelangen, und welcher Auslandsstaat dann den vorherrschenden Einfluß in einem der drei Staaten erlangt, der würde wohl in nicht ferner Zeit in ganz Skandi­navien der Erfolgreichste im internal. Wettbewerb sein. Deutsch­land steht mit Dänemark und Norwegen noch nicht im Handels- vertragsverhällnis. Letzteres zeigt bis jetzt gar keine Neigung, in Verhandlungen zu treten, und Dänemark möchte die Vorteile der deutschen Meistbegünstigung anscheinend noch recht lange ge­nießen ohne Entgelt. Es droht für Deutschland also die Gefahr, daß es beim Erstarken skandinavischer Interessen­gemeinschaft durch seine Hauptkonkurrenten Eng­land und Frankreich vom nord. Markt zurückge- drängt wird, wenn es sich nicht zu Konzessionen an Dänemark und Norwegen versteht, die mindestens den im Handelsverttag mit Schweden gewährten entsprechen. Unter diesem neuen Ge­sichtspunkt muß die skandinavische Vertragssrage jetzt wohl oder übel bettachtct und behandelt werden.

Vom Anleihemarkt.

R Berlin, 29. ?Aug.

Die serbisch e Regierung gibt sich erdenkliche Mühe, eine Ausländsanleihe abzuschließen, wobei die Unterstützung durch den deutschen Geldmarkt erwartet wird. Es ist zu wünschen, daß die deutsche Hoch­finanz auf ihrer Weigerung, sich an diesem Geschäft zu beteiligen, beharrt. Da in Deutschland zurzeit ein Be­dürfnis nach neuen Auslandspapieren nicht besteht, wür­den die Banken wahrscheinlich in die Notwendigkeit versetzt werden, ihre eigenen Tresors mit den neuen Serben zu füllen. Erfahrungsgemäß werden selbst durch erfolgreiche Emissionen die Mittel der Banken in Anspruch genommen, weil ein großer Teil der Zeichner seinen Anleiheanteil nach kurzer Zeit mit einigem Gewinn zu verkaufen pflegt. Im nationalen Interesse liegt es aber, daß die Hochfinanz sich jederzeit Mittel flüssig hält für den deutschen Anleihemarkt, d. h. sowohl für die glatte Hereinnahme deutscher Reichs-, Staats- itnb Kommunalanlechen, als auch für die Stabili­sierung der Kurse dieser deutschen Fonds. In letzteren einen Teil ihrer Gelder auLulegen, sollte Ehrensache aller

deutschen Banken fern. Erfreulicherweise halten es einigen der größten Institute mit diesem Grundsatz.

Eine operetlenhafte Revolution.

In der politisch uninteressanten Republik Kuba ist wieder einmal eine jener Revoluttonen ausgebroä)en, die Librettisten in Europa als Lperettenstoff verwenden könnten. Es gibt kaum etwas harnlloscres int Völkerstreite als die Bürgerkriege in Südamerika, wo die feindlichen Parteien oft stundenlang ihr Pulver verknallen, olMc daß ein Tröpfchen Blut dm Boden rötet. Auf Kuba hat es nach den vorliegendm Nachrichten bisher auch noch keine Schlacht, sondern nur ein paar Schar­mützel gegeben und es scheint, daü iüegierungstruppen und Auf­ständische einander schen aus dem Wege geheit. Zudem macht: die Revolution den Eindruek, als ob sie bestellte Arbeit wäre, damit Bruder Jonathan den vertragmäßig sestgesetzteu Vorwand geliefert bekommt, in Kuba zu intervenieren, um dann die schöne fruchtbare Insel zu a » n e ? t i c r e n. Es ist aber auch nicht unmöglich, daß der Aufstand deit Machthabern in Washington- ungelegen kommt, denn die Erfahrung, welche die Amerikaner, mit den Philippinen gemacht haben, müßte ihnen die Lust ver­gällen, die Reaüsierung der panamerikanischen Idee zu ver-, folgen. Klar sehen tarnt man jedoch einstweilen noch nicht, dw die Republik Kuba seit ihrer offiziellen Etablierung am 20. Mai! 1902 den Europäern wenig Interesse geboten hat, und man daher dem dlufstattde als einem ziemlich unerwarteten Ereignis ge-" genübersteht. Wlerdings wußte man seit geraumer Zett, daß die Kubaner mit der Neugestaltung der staallichen Ordnung in ihrem Vaterlande nicht zufrieden sind. Denn erstens empfinden? sie ihre Abhängigkeit von Washingwn, und zweitens sind jene Elemente, welche die Losreißnng Kubas von Spanien bewirkten, darüber ungehalten, daß der kubanische Kongreß seinerzeit nur 35 Millionen Dollars für die Freiheitskämpfer bewilligt hatte.. Auch der Präsident Palma erfreut sich nicht des Vertrauens seiner Mitbürger, die in ihm und vielleicht nicht mit Unrecht mehr einen Statthalter Nordamerikas als einen freigewählten Präsi­denten erblicken. In der Hauptsache aber dürften sich die Kwq bauet deshalb unglücklich fühlen, weil sie sich an die solidares staatliche Ordnung, welche die Pankees ins Land gebracht haben, nicht gewöhnen können.

Heute meldet aus Washington das Bureau Havas, daß der Aufstand in der Provinz Pinar del Rio bettächtlich zuge­nommen zu haben scheint. Das Aufstandsgebiet erstreckt sich auch bis 50 Kilometer vor Santiago. Die Regierung hat eine neue Aushebung von Miliztruppen vorgenommen. Sie bestellt: in den Vereinigten Staaten eine große Anzahl Gewehre. ES wird wohl aber so schlimm nicht werden.

Aus Havanna meldet Reuter: Die RegierungstruppQr; haben San Juan de Martinez verlassen, um zu versuchen, die Hauptmacht der Aufständischen unter Ptno-Guerra in einen Kampf zu verwickeln. Weder Tabak- iwch ZuckeriTtteressentew haben bisher irgendwo gelitten. Was die gegenwärtige Ernte? betrifft, so könnte der Aufstand noch einige Wochen andauern, ohne ihr erheblichen Schaden zu bringen.

Äirche und Schule.

Der Schriftsteller Wilhelm Bölsche ist auA der Landeskirche ausgetreten. Er begründet diesen! Schritt in derDeutschen Kultur" mit folgenden Aus­führungen :Ich bin nach langem seelischen Ringen aus der? evangelischen Landeskirche ausgetreten, nicht um mich damtt vom! Religiösen abzuwenden, sondern ausgesprochen um es mir zu retten. Die Kirche (ganz allgemein jetzt gesprochen) hat meinet! festen Ueberzeugung nach in ihrer gegenwärtigen Form voll­ständig den Anschluß verpaßt an den echten großen Sttom reli­giösen Lebens und Strebens, der durch unsere Zeit rauscht wie durch jede andere, der aber durch sie rauscht und rauschen muß als ein Lebensquell und Herzblutquell unserer Zeit. Ich richte hier nicht über geschichtliche Zusammenhänge. Ich rechte noch weniger über die Lauterbarkeit der persönlichen Motive; aber? ich stelle für mich ein einfaches Faktum fest. Ich bin aus ders Kirche ausgetreten, um im Christentum mich zu erhalten, uuh ich sehe, daß es einer großen Menge von denkenden Menscheni heute bereits ebenso geht. Ich erblicke in dieser Stimmung? das entscheidende Symptom. Der Kampf der Kirche mit bent rohen Manko an religiösem Empfinden, der platten Verständnis-, losigkeit für die christliche Idee war noch ein echter Kampf, ro» es sich lohnt, Stellung zu nehmen. Die Wkehr von der Kirche aus religiösen Gründen, aus religiösem Tiesenbedürsnis: das? ist nicht mehr ein Kamps, es ist eine einfache, schlichte Handlung? neu keimenden Lebens, das nicht mehr fragt, nicht mehr hadert^ sondern handelt. Das religiöse Tiefenleben ist ein Produkt? weder unserer Uebcrlegung iwch unserer Wünsche. Es ist ein? Naturstrom, der uns durchrauscht, und der sich durch die Zeiten fein Bett gräbt, wie er will. Lange Zeit ist er quer durch die Kirche geflossen. Dieses Bett ist versandet. So gräbt er sich ein neues außerhalb.

Aus SruSt uns iano.

Gießen, den 30. August.

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** Ordensverleihung. S. K. H. der Großherzog haben dem Wachtmeister Riebel im Großh. Gendarmerie­korps die Krone zum Silbernen Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen.