Lechners, der, wie uns auS Alsfeld mitgeteilt wird, ein ehrlicher Mann ist und sich des größten Ansehens erfreut, kann deshalb keine Rede sein.
"Die Direktion der Klinik für psychische und nervöse Krankheiten teilt uns in Bezug auf unsere Notiz in Nr. 145 über Abweisung eines geisteskranken Mannes mit, daß der Bericht unvollständig und mißverständlich ist. Nach dem Regulativ der Klinik muß bei der Aufnahme von Geisteskranken ein Aufnahmeantrag der zuständigen Behörde oder der Angehörigen mit Kostenzusicherung beigebracht werden. Es ist dies besonders bei Nichthessen, wie im vorliegenden Falle, durchaus notwendig, um späteren Schwierigkeiten vorzubeugen. Nach Beibringung des notwendigen Antrages der Bürgermeisterei Beuern ist der Kranke noch am gleichen Tage trotz bestehender Ueberfüllung in den Wachabteilungen der Klinik aufgenommen worden. Eine Schuld der Direktion liegt somit in keiner Weise vor. (Was übrigens auch nicht behauptet wurde. Red.)
** D a s Fest der goldenen Hochzeit feierte heute Wirkt. Geh. Rat Obersandesgericktspräsident a. D. Exzellenz Eonrad i und Frau in Darmstadt.
*8 Der Kaninchenzucht-Vcre in von Gießen und Umgegend hält heute und morgen in den Räumen von Lonys Bierkeller, Schanzenstraße 18, seine IT. Lokalausstellung ab. Nach der Zahl der gemeldeten Tiere dürfte es für jeden Freund der Kaninchenzucht lohnend sein, die Ausstellung zu besuchen.
0 Kinzenbach, 29. Juni. Unser freundliches Dörfchen prangt im Festgewande, gilt es doch, am Son- tag mittag viele Sänger atts der nächsten Umgegend ztt empfangen. Die hiesigen Jungfrauen werden dem Gesangverein „Fortuna" ztt feinem 30 jährigen Stiftungsfeste eine Fahnenschleife überreichen.
m Laub ach, 29. Juni. Gestern traf von Darmstadt an die Spengler Herb etter Wwe. telegraphische Benachrichtigung ein, daß dereit Sohn Wilhelm, der seit Herbst 1905 bei dem Jnf.-Regiment 115 dient, vom Hitzschlag getroffen und seit ntehreren Stunden bewußtlos darniederliege. — Die im Mai hier abgehaltette Geslügelausstellttng des Vereitts Vogelsberg hat einen Uebersehuß vott 113 Mk. für die Vereinskaffe ergeben.
h Lehrbach (Kr. Alsfeld), 28. Juni. Tas früher Gräflich Lehrbachsche Gttt, später dem Familien- Fideikommiß der Freiherrtt von Günterode gehörig, zuletzt im Besitz des Prinzen von Hattau, wurde dieser Tage von Herrtt Karl Opp ernt an tt atts Wetzlar käuflich erworben. Herr Oppermann wird seinen Wohttsitz in Lehrbach nehmen.
f Büdeshei m (Oberhessen), 29. Juni. Die Arbeitett an der Bahnstrecke V ilb e l -B t"t d e sh e i tn-H el d e n ber g e tt - Win decken sind jetzt soweit gediehet!, daß nach lattdes- polizeilicher Erlaubnis von Anfang Juli att Arbcits- zugbetrieb eingerichtet wird. Die Arbeitszüge werden von Heldenbergen attsgehen bis zu dem provisorischen Haltepunkt Vilbel mt der Kreuzung der Frankfurterstraße mit der Maitr-Wefer-Bahn. Die Arbeiten nm Oberbau haben begonnen, das 500 Meter lange Tunnel bei Büdesheim ist vollendet. Die Inbetriebsetzung der Strecke i]t frühestens im Oktober zu ertvarten.
s. Darmstadt, 29. Juni. Der Raubntörder Ad. Steinmetz aus Pfungstadt, der im März ds. Js. die 73jährige Wittwe Rothschild dort ermordete und beraubte, ist auf Antrag des Oberstaatsanwaltes vott Hes- sert und der Verteidigers, Rechtsanwalt Dr. Hoffmann 2, zur Beobachtung seines Geistes zustatt des in das Landeshospita l Hof heim gebracht worden. Es habcit sich hierbei Bedenken att seiner Zurechnungsfähigkeit ergeben. Jtt der Familie des Vaters von Steinmetz sollen ebeitfalls Fälle von Geistesgestörtheit vorgekommen fein. Auf Grund dieser Umstäitdc hat das Gericht dem erwähnten Anträge Folge gegeben.
Mainz, 29. Juni. Nachstehender Vorfall hat unter den Dolksscbullehrern große Erregung hervorgerttfcn. In der ersten Klasse einer hiesigen höheren Lehranstalt erteilte vor einigen Tagen der evangelische Geistliche den R e l i gion su n t e rr i ch t. Er jlrndi dabei auch über Staat, Kirche und Sozialismus und bemerkte bei dieser Gelegenheit, leider seien die sozialdemokratischen Ideen schon vielfach ins Volk eingedrungcn, selbst viele Volksschul-' lehrer feien bereits von sozialdemokratischen Ideen durchseucht )fn dem Religionsunterricht nahmen auch vier Sölme ttesiger Volksschullehrer teil. Nach Schluß des Unterrichts begaben sie sich zu dem Geist lichen und baten ihn, seine Ausführungen über die Volks- fchullehrer doch zu wiederholen. Al? der Geistliche eine ausweichende Antwort gaben, erklärten zwei Schüler, daß sie seine Ausführungen genau nach stenographiert hätten und das Weitere veranlassen würden. Bei dem Direktor der Anstalt wurden wegen der Ausführungen des Geistlichen Vorstellungen erhoben, die den Erfolg hatten, daß der Geistliche in der letzten Religionsstunde seine Ausführungen gegen die Volksschultehrer als eine rhetorische Entgleisung bezeichnete, die nicht beabsichtigt gewesen sei. (Frkf. Ztg.)
Worms, 28. Juni. Von den beiden als an der Genickstarre erkrankt gemeldeten Personen aus Horchheim ist die eine, der 24sahrige junge Mann, noch am gleichen Tage gestorben. Ms Todesursache wird nunmehr vom Kreisgesundheitsamt ein langjähriges .Herzleiden angegeben, das gegen das Lebensende durch den Eintritt tonischer Muskelkrümpfe den Verdacht der Genickstarre erweckte. Bei dem im gleichen .Hause unter dem gleichen Verdacht erkrankt gewesenen Mädchen handelt es sich um eine alltägliche F i e b e r a f s e k t i o n. sFrkf. Ztg.)
Hanati, 29. Juni. Die hiesige Fleischerinnung hat beschlossen, vom 1. Juli ob abermals den Preis für .Schweinefleisch und für Rindfleisch zu erhöhen. — In der Altstadt tvurde itt einem Keller die Leiche eines neugeborenen Kindes gefunden. Wie festgestellt wurde, ist die Mutter des Kindes dieser Tage im Laud- krankenhaus gestorben.
[] Marburg, 29. Juni. Seit deut 18. d. Mts. wird hier ein junger Kaufmann namens Louis Prinz aus Borken in Westfalen vermißt. Man glaubt, daß er sich ein Leid zugefügt hat. Für seine Auffindung ist eine Belohnung von 600 Mk. ausgesetzt. — In Stöbe In au bei Frankenberg stürzte die Fratt des Landwirts Naumann von einem
Heuwagen und erlitt solch schwere Verletzungen, daß sie gestern 't a r b. ________________________________________________________________________________
Bon einem pikanten Zwischenfall, der sich während des Aufenthalts des Kaisers in Kiel ereignet hat, erfahren die „Münch Neuest. Nachr." aus allerbester Quelle folgendes:
Vor etwa 14 Tagen passierte durch den Kaiser Wilhelm- Kanal aus der Nordsee kommend die englische Jacht „Enchentereß" mit dem Herzog und der Herzogin von C o u n a u g h 1 an Bord, aus der Durchfahrt nach der Ostsee, das Gebiet des Reichskriegshafeus. Obwohl keinerlei offizielle Mitteilung erfolgt war, salutierte das int Hafen ankernde Wachtschjff „Mars", bnrcf) Fuukspruch von dem Passieren der Herzogsjacht — es war abends spät und dunkel — benachrichtigt, die „Enchentereß" mit der üblichen Anzahl Schüsse. Vor einigen Tagen nun kehrte das herzogliche Paar an Bord seiner Jacht von seiner mehrtägigen Kreuzfahrt von der Ostsee zurück und fuhr, obwohl der Kaiser an Bord feiner Jacht „Hamburg" im Hafen weilte, ohne Gruß oder Meldung in die Hollerwiesschleuse ein. Bei der herrschenden Dunkelheit glaubte der Herzog von Connaught n n b.c rite r k t in den Kanal gelangen zu können. Nun war aber der Monarch von deut die äußere Kieler Bucht flankierenden Leuchtturm vom Belt mittels Fuukspruchs von dem Herannahen der ,,Enchentereß" benachrichtigt worden: als der Herzog von Connaught, ohne von der Anwesenheit des Kaisers int Hafen Notiz zu nehmen, geradewegs in die. Schleusenkammer entfuhr, ließ der Kaiser sich schleuttigst an Bord seines flinken Depeschenbootes „Sleipner" ü b e r f e h c n und stieg in dem Moment am Fallreep der „Enchentereß" hoch, als diese in den KaMl ein passieren wollte. Der unverhoffte Besuch des Monarchen soll dem .Herzogspaar nicht sonderlich a n g c n e ß in gewesen sein, umsoweniger, als der K a i s e r d e m Herzog de s s c n Z w e ck in längerer Unterredung deutlich kl ar legte.
Vermischtes.
* D e r it c u e ft c Eisen ß a h u n u f a l l. Jus -lge eines Schienenbruches -ntglciste bei K otzeuau (Schlesiens der Personen,zug 962. Die Maschine und ein Wagen 4. Klasse stürzten den Bahndamm hinab. Führer und Bremser sind schwer verletzt, ebenso mehrere Passagiere.
* Eine ungewöhnliche S k a n d a l a f s ä r e beschäftigt die öffentliche Meinung in Budapest und wird, wenn die Behörden nicht bald entsprechende Schritte tun, auch im Parlament zur Erörterung kommen. Tas „Jllustr. Extrablatt" bringt seit mehreren Tagen Enthüllungen über unglaubliche Vorgänge in einem Hause, die unbedingt der Aufklärung bedürfen. In der Jölvaueza kGrüueu Baumgasse) befindet sich ein angeblicher „Kleidersalon" Richl, dessen Agentinnen junge, unerfahrene Mädchen unter der Vorspiegelung lohnenden Verdienstes als Näherinnen in das Haus bringen, m-> sie eiugesperrt und durch H u u g e r und Schläge soweit gebracht werden, daß sie sich endlich in ihr Schicksal ergeben. Wenn es einem der Mädchen gelingt, zu entkommen, wird die Verfolgung fortgesetzt und mit polizeilichem Einschreiten gedroht. Tas Merkwürdige aber ist, daß von Angehörigen solcher Opfer, wenigstens nach deren Angaben, auch schon Anzeigen bei der Polizei gemacht worden sind, ohne daß diese sich bemüßigt gesehen hätte, einzugreifen und daß bisher auch trotz der Erregung, die sich weiter Streife der Bevölkerung bemächtigt hat, nichts anderes gegen das Etablissement geschehen ist, als daß es das Straßenschild mit. der Aufschrift „K'leidersalon" einziehen mußte. Tue Blatt läßt durchblicken, daß untergeordnete Organe der Polizei in diese Affäre verwickelt seien und ihre schützende 5?oud über das Unternehmen halten.
* Kleine Tage s chroni k. In Essen wurde unter dem Verdacht der Unterschlagung amtlicher Gelder der Standesbeamte Stadtsekretär Hübner verhaftet. — Ter Maschinenfabrikant Kaiüer aus Stettin fuhr in letzter Nacht mit seinem Automobil voit Misdrou nach Gützow. Ter Wagen geriet in einen Ehansseegraben und schlug um. Kayser war infolge eines Genickbruches sofort tot. Seine Iran wurde leicht verletzt, die Tochter blieb unverletzt. — In Mannheim sind bei dem Ziisarnmen- brnch des Zugangssteges zum städtischen Freibade rm Rhein zwei Knaben ertrunken. — Beim Blumenpstucken an einer gefährlichen Stelle in der Nähe von Grindelwald ift der Engländer Reverend Thornton a b g e st ü r z t. Mit schweren Verletzungen wurde er nach dem Hotel Baer gebracht. Ebenfalls beim Blumen- sammeln ist auch eine Miß Webb, die im Hotel Alpina in Krindel- wald wolint, verunglückt. Sie hat ernste, obschon anscheinend nicht lebensgefährliche innere Verletzungen davongetragen.
Gießener Strafkammer.
V Gießen, 26. Juni.
Als Ende April bekannt wurde, S. M. der Kaiser werde Gießen besuchen, kamen der Kellner W. F. aus Mainz und der Monteur I. Sch. aus Wiesbaden hierher, offenbar um sich die günstige Gelegenheit zunutze zu machen und Einbrüche zu verüben. Nachdem sie sich mehrere Wochen, ohne polizeilich angemcldet zu sein, in sehr zweifelhaften Lokalen zu Frankfurt am Main herumgetrieben hatten, kamen sie angeblich um Arbeit zu suchen hierher. F. begab sich nach dem Hause Nordan.lage 21 nm, wie er angab, einen dort wohnenden Ingenieur Müller, der ihm Arbeit auf der Gartenbau-Ausstellung in Mainz verschaffen wollte, auszusuchen. Ta der Gesuchte dort nicht wohnte, begab er sich in die Mansarde und öffnete mit einem Nachschlüssel die Türe eines Mädchenzimmers, aus welchem er, da sich nichts von Wert vorsand, Pfennig Knpjergeld mitnahm. Eine in der Mansarde wohnende Frau gewahrte F., sie schlug Lärm und das Tienstmädchen verfolgte den Davoneilenden, der sich in eine Wirtschaft flüchtete. Sw, der in der Nähe des Hauses Wache gestanden hatte, redete das Dienstmädchen an, wohl in der Absicht, F. die Flucht zu erleichtern. Beide wurden alsbald sestgenornmen; sie machten über ihr Hiersein die widersprechendsten Angaben und bestritten anfänglich miteinander bekannt zu sein. Es wurden bei ihnen alle möglichen Einbruchswerkzeuge, fonne Geld, Schmuckfachen. Uhren und sonstige Wertgegenstände vorgesunden, über beren Erwerb sie sich nicht ausweisen konnten. Als der Staatsanwalt am Schluß seiner Rede den Antrag stellte, den Angeklagten F. zu 2Vr Jahren Zuchthaus zu verurteilen, ihm die bürgerlichen Ehrenrechte aus 10 Jahre abzuerkennen und ihn unter Polizeiaufsicht zu stellen, sprang er mit geballten häuften drohend vor den Staats- a tt to a 11 _ mit den Worten: Lump, Schuft! Der Gc- sangenaussehcr und ein zufällig anwesender Schutzmann faßten ihn sofort, es gelang ihnen aber erst nach heftiger Gcgenweli'r den sich wie wütend Gebcrdenden mit Hilfe eines weiteren Beamten zu fesseln. Unter Vorbehalt weiterer strafreckllicker Verfolgung erhielt er hierfür eine Ungebühr st rase von drei Tagen Hast. Nachdem der Staatsanwalt noch betont hatte, daß aus dem Vorfall zu ersehen sei, welch' Geistes Kind der Angeklagte ist, diktierte ihm das Gericht 3 Jahre Zuchthaus zu und erkaunte auf die von der Staals.nuvaltsckast bcnnirgtcn Nebenstrafen. Sch. kam mit eine m Jahr Zuchthaus und fünfjährigem Ehrverlust durch. Die Urteilsbegründnirg lies; erkennen, daß derartige Besuche ans Frankfurt hier in d.'r letzten Zeit sich häufen. Im Interesse des Publikum-.' sei es deshalb angezeigt, solchen Elementen burd-, Erkennen von schweren Strafen beit Besuch zu verleiben. Tas; bte Angeklagten nicht mehr als 41 Ps. erbeuteten, föiiuc nicht als strasmilbernb berücksichtigt werben; wären sie nicht burd) bas energische Verhalten bes
Dienstmädchens alsbalb festgenommen worben, so hatten sie ihr Unwesen tocitcrgetricben.
Ter Hausierer P^M. hier erhielt bim' das Steuerkornrnisfariat Schotten einen Strafbescheid über 5 Mark, weil er zu Schotten, gelegentlich der dort abgehaltenen Rekrutenmusterung, bas Gewerbe als .Kurzwarcnhänblcr von fester Verkaufsstätte ausgeübt habe. Tic Ermittelungen ergaben, baß er int Hose einer Wirtschaft, in bet bic Rekruten ü er Myrten, zwei Fässer aufgestellt hatte, auf bic er mehrere Schachteln mit ben für bte Rekruten bestimmen Vänbern unb Abzeichen gestellt hatte. Die Steuerbehörbe erblickte hierin ein Wanderlagergewerbe, für das der Angcllagte kein Patent hatte. Das Schöffengericht war derselben Ansi-^1 und verurteilte ihn in die im Strafbescheid angegebene Strafe und zur Nachzahlung der vorenthaltmen Steuer. Auf seine Berufung erfolgte Freisprechung, welche selbst von der Staatsanwaltschaft beantragt wurde, da von einer festen Verkaufsstelle nickt geredet werben konnte, benn bic Vorrichtung konnte jeben Augenblick beseitigt werben.
Dcnt Hausierer W. M. II. von Homberg ging wegen Ruhestörung ein Strafbefehl über acht Tage Hail zu. Er hatte in seiner Wohnung längere Zeit hinburch skanbalicrt. baß bic Nachbarschaft sich über sein Verhalten beschwerte. Ans seinen Ein- spmch setzte bas Schöffengericht bic Strafe auf sechs Tage herab, bodi war er bamit nicht zusriebcn unb focht bas Urteil an, welchem Beispiel die Staatsanwaltschaft, folgte.. Ta er ein ständiger Kunde beS Gerichts ist. ber seine Sachen stets in die höchsten Jnüanzcn bringt unb bi» Klagen über seine Ruhestörungen nie verstummen, wurde seine Strafe auf zwei W o ck e n erhöht
ArbeiLe^beweguirg.
Hanau, 28. Juni. Tie Lohnbewegung in der hiesigen Z i g a r r e n -- I n d u st r i e hat dahin geführt, daß die Mehrzahl der Fabrikanten einen Lohn aufs cklaa bewilligte. In einer Fabrik kam es zur Kündigung. Indes ist auch hier eine Verständigung nnqebabnf.
Gerrchtssaal.
M ü n d; e n, 28. Juni. Tie Strafkammer zu Neuburg verurteilte den katholischen Pfarrer Straßer wegen S i t 111 cf)« k e i t s v e r d r c ch e n s zu e i n e m I a h r u n d s e ch s M o n a t e n Gefängnis.
Märkte.
Gießen, 30.Juni. Marktbericht. Aus heutigem Wochenmarkte kosteten: Butter vr. Pid. 1.00—LIO 9)^.. Hühnereier 1 St. 6—7 Pfq., 2 Stck. OO—OO Psq., Gänseeier OO—OO Psa., Enteneier 7 Psg., Käse vr. Stck. 6—8 Pf., Käsematte 2Stck. 5—6 Big. Erbten v.P'uud 22Pfq., Linsenv.Pfund32Pfg., Taubenvr.PaarO,8O-l,OOMk., Hühnerpr.St. 1 00—1,00 Mk., Hähne pr. Stuck O.8O—L8O Mk., Enten pr. Stück 1,80—2,20 Mk., ÖKinse vr. Pid. 00—00 Pfg., Ochsen fleisch pr. Pfd. 76—84 Psg.. Kuh- und Rindfleisch pr. Pfund 70—72 Pfg., Schweinefleisch vr. Pfund 80—86 Psg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund 90 Psg., Kalbfleisch vr. Psb^ 80—84 Psg., Hammelfleisch pr. Pfund GO—SO Psg. Welsche per Pfund —Kartoffeln pr. 100 Kg. 6 00—0,00 Mk., Zwiebeln pr. Ztr. 6,00—8,00 Mk., Milch per Liter 20 Pfg., Aevsel ver Pnmd 00 bis 00 Pfg., in Körben 00 Pta., Nüsse 100 Stück 50-00 Pfq., Birnen ver Pid. Mk. 0.00—0.00, Kirschen per Pid. 25—30 Pfg.. Weißkraut per Stück 00 Pfg., per Zentner Nik. 0.00—0.00. — Marktzeit 7—1 Uhr.
Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst.
Voraussichtliche Witterung itt Hessen für Sonntag, den 1. Juli 1906: Meist heiter unb trocken. Nur zeitweise leicht bewölkt. Nach sehr kühler Nacht am Tage wieder wärmer. Zeitweise windig.
Näheres durch die Gießener Wetterkarte.
Temperatnr der Lahn tutb der Luft in der M ü l l e riehen Badeanstalt.
Wasser 17'//R.
Telefonische KwrsbeHcMe
des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für Handel nnd Industrie, Giessen.
Frankfurter Börse. 30. Juni, 1.15 Ubr.
ÖL'0/« Heicbsanleihe . . 99.85 3% do. . . 88.10 3i;°;n Konsols .... 99.85 3% do 88 25 3^*7., Hessen 98.40
Oberhessen . . . —.— 4Oesterr. Goldrente. . 100.20 41/,;-» Oesterr. Silberrente 100.50 4 I'nrrar. Goldrente . . 95.80 4",< Ttfilien. Rente . . . 103.90 3% Portmriesen Serie T . 70.00 3% Portnzriesen r III 70 50 4y°'o russ.Staatsanl. 1905 89.20 4>£0'„ japan. Staatsanleihe 95.00 1 Conv. Türken von 1903 96 20 Tiirkenlose ... .. 14660
\% Griech. Honopol-Anl. 53.80 4% äussere Argentinier 91.00
4°/ Mexikaner - . . 70.00 3y°,'o Chinesen .... 97.70
Aktien:
Bochum Guss 253.10 Buderus E. W - . —.—
Tendenz: schwach.
Berliner Börse, 30
Cauada E. B —.— Darmstädter Bank . . - 138.20 Deutsche Bank .... —.— Dortmunder-Tinon C. . . 82.10 Dresdner Bank ... 157.10 Tendenz: schwach.
Elektriz. Lahmeyer . . . 146.00 Elektriz. Schnckert . . . 130.40 Eschweiler Ber-rwerk . . 264.90 Gelsenkirchen Bergwerk . 217.40 Ham hure1- Amerik. Paketf. 160 20 Harpen er Bergwerk . . . 215.75 Laurahütte 241.00 Nordd. Lloyd 126.50 Oberschles. Eisen-Industrie 125.50 Berliner Handelssrcs . • 169.25 Darmstädter Bank . . . 138 00 Deutsche Bank . . 23500 Deutsch-Asiat. Bank . . 178.00 Diskonto-Kommandit. . . 182.20 Dresdner Bank . . . 157.50 Kreditaktien 210.40 Baltimore- nnd Ohio-
Eisenl ahn . . . 115.60
Gotthard bahn —.— Lombard Eisenbahn . . 34 40 Oesterr. Staatshahn . . . 145.70 Prince-Henri-Eisenbahn . 152.50
Juni. Anfan»skurse.
Harpener Bergwerk . . . 215.60 Laurahütte .... 240.25 f ombarden E. B. ... 34.50 Nordd. Lloyd 126.50 Türkenlose 146.20
Oiergrttcrl-D^htmel-rrngen.
Iserlohn, 30. Juni. Die Christlich-Sozialen werben in der Rcichslags-Etichwahl gegen die Sozial« dernokräten stimmen. Die Stichwahl ist auf den 10. Juli anberaumt.
Eisenach, 30. Juni. Der Forstakabcmiker Eggert, der im Frühjahre beim Schießen nach einer Gartentür den bahinterstebenden Arbeiter Eggert tötete, würbe zu drei Tagen 6)efängnis verurteilt.
Halle a. d. Saale, 30. Juni. Dem Leutnant v. Beaulieu ans Liegnitz vom 7. Grenabierregiment wurde der Schädel zerschmettert, als er in die Kaserne ein- reiten wollte und das Pferd vor dem niedrigen Torbogen scheute.
Metz, 30. Juni. Der Musketier Langes vom 173. Regiments trat wahrend der Bataillonsbefichtigung durch den kommand. General aus der Paradeausitellung und erschoß fich durch eine Platzpatrone. Der Grund soll Lebensüberdruß fein.
Straßburg i. E., 30. Juni. Wegen Ungehorsams gegen einen Di en ft befehl, wodurch das Erschießen des Musketiers Brüll vom 99. Regiment in Zabern auf dem Schießstande veranlaßt wurde, verurteilte das Kriegsgericht den Einjährig-Freiwilligen Referendar Andres, den Leiter des Anzeigedienftes, zu 4 M onaten Festung, ben Unteroffizier Boldt zu 3 Monaten Gefängui?- Der Unfall entstand durch falsche Signalisierung. Ter utc Aufsicht führende Leutnant Himburg wurde freigesprochen.


