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29.9.1906 Erstes Blatt
 
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Erstes Blatt

156* Jahrgang

Samstag 29. September 1906

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ing erziehen. Solange der Voltsschule als Werkzeug der

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Klassenstaat bestehl und die

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sich immer glänzender bewährte, aufs Neue seine höchste An­erkennung und Bewunderung au? den T- ägern des sluchwürdiger Systems aber/ die sogar nicht bat/:-; zurückschreätcn, vit vuu ujuu selbst einberufene Duma durch einen Staatsstreich wieder auf.

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Tie Abwesenheit des Abg. v. Vollmar

auf dem Mannheimer Parteitag wird jetzt durch die Mitteilung erklärt, daß sich Vollmar auf einer L r ientr e i s e in Smyrna befindet. Uebrigens schwebte Vollmar vor einigen Tagen in ernster Lebensgefahr. Auf dem schiff, mit dem er fuhr und das sich gerade in einem kleinasiatischeu Hasen befand, war Feuer ausgebrochen, und die Passagiere mußten nut Strickleitern vom Schiff herabgelassen und dann an Land gebracht werden. Bei Vollmar erwies sich das infolge seiner körperlichen Gebrechen er ist im Kriege von 1870 bekanntlich schwer verwundet worden als unmöglich. Er mußte deshalb auf dem Schiffe bleiben. Die Gefahr war um so größer, als das Schiff große Behälter mit Benzin mit sich führte.

Hätter Herr o. Vollmar der Mannheimer Verjamrnlung außer­ordentliche Wichtigkeit beigemessen, so loäre er wohl zur Stelle gewesen, beim er hält in kritischen Situationen nicht mit seinem Wort zurück und vertritt namentlich dann mit Energie das ge­mäßigte Prinzip, wenn das Bebel sHe Temperament diesen selbst und ben, zu denBerlinern" haltenden Teil der Parteigenossen sortzureißen droht. Das Fernbleiben des Herrn v. Vollmar von Naunheim bietet also eine gewisse Gewähr, daß die Verhand­lungen dort ohne stürmische Unterbrechungen zu Ende gehen werden.

Auch der Abg. Eduard Bernstein ist diesmal nicht in Mannheim. Er mußte in Berlin bleiben, um auf Drängen der

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beitermassen. Der Sozialismus beseitigt die Klassen-Er- zichung und fordert zunächst: Schaffung eines Reichs­schulgesetzes aus der Grundlage der Weltlichkeit und Einheitlichkeit des gesamten Schulwesens. Organische An- gliederung der höheren an die niederen Dil - dungsanstalteu. Unentgeltlichkeit des Unterrichts, der Lehrmittel und der Verpflegung in den öffentlichen schulen. Beihilfe des Staates für die Weiterbildung befähigter, aber unbemittelter Eltern. Gleichberechtigung der Geichcechier in den Lehrkörpern und der Schulverwaltung. Fachschulauf­sicht. Errichtung von Erziehungs- und Verpslegungs- anstalten für das vorschulpgichtige Alter weltlichen Etta- ratters. Errichtung von Schurheimen, in denen oie Kinder

in den unterrichtsfreien Tagesstunden leibliche und geistig« Fürsorge finden. (Gründung von Sanatorien für schwäch­liche und kränkliche Kinder. Errichtung von Fach- und Fortbitdungsanstalten für die schulen!las,ene Fugend ohne Unterschied des Geschlechts. Obligatorischer Besuch dieser Schulen während der Tageszeit ois zum vollendeten 18. Levensjah-r. Einführung des Arbeitsuntcrrichts in allen Schulen. Errichtung von Lehrwerkstätten. Pflege der künst­lerischen Bildung. Festsetzung der Klassenfrequenz und der Unterrichtszeit. Organisation des inneren Schulbetriebes ausschließlich nach pädagogischen Grundsätzen unter Mt- wirkung der Lehrer und Lehrerinnen. Errichtung von be­sonderen Klassen und Schulen für abnorme Kinder, lieber* wachung des Gesundheitszustandes der Kinder durch Schul­ärzte. Ferienkolonien. Bau und Ausgestaltung von Schul­gebäuden nach den Forderungen oer Päoagogit, Schulhygiene und Kunst. Errichtung Don Bädern, Schwimm-, Wärme* und Spei sehallen in oen Schulen. Errichtung von Volks­bibliotheken, Lesehallen und Instituten für Bolksbelehrung und -Unterhaltung. Materielle und soziale Hebung der Lage der Lehrer und Lehrerinnen. U u i v e r s i t ä t s b i l d u n g für sämtliche Lehrer und Lehrerinnen an öffentlichen Volksschulen.

Das zweite Referat erstattete Frau Ze t k in-Stutt-

zuheben, seine tiefste Verachtung. Der Parteitag ertlärt im Namen der Partei auch fernerroeit sich bereit, die Genossen Rußlands in ihrem furchtbar schweren und opferreichen Kampfe moralisch und tatkräftig zu unterstützen und jeder kriegerischen Ein­mischung von außen in die inneren russischen Angelegenheiten aus das entschiedenste entgegenzutreten. Der Parteitag spricht schließ­lich die frohe Hoffnung aus, daß es den Kämpfern der ruf fischen Revolution, trotz des verzweifelten Widerstandes, den das herr­schende System ihren Anstrengungen entgegensetzt, gc.ingen möge, einen vollen Sieg zu erringen, durch den bas große Ostreich in bie Reihe ber nwbernen Staatswesen einrückt."

Ferner war von der sozialistischen Frauenkonferenz folgende

Resolution gegen Kindermißhandlungen und Ausbeutungen eingelaufen:

Die Frauenkonferenz lenkt die SCufmerffamfeit der Genossen und der Genossinnen auf die erschreckend hohe Zahl von Fällen entsetzlicher Mißhandlung, Verwahrlosung und Aus­beutung von Kindern durch bie eigenen Eltern, Pfleger oder Er­zieher. Sie fordert alle Parteiangehörigen und alle Arbeiter­organisationen auf, solchen Unmenschlichkeiten auss kräftigste ent* gcgenzutreten und durch. die Organe der Arbeiterschaft (Arbeiter­presse, Gewerkschaften, Krankenkassen) auf deren Verhütung plan­mäßig hinzuarbeiten. Die Konferenz protestiett ferner gegen die heute herrschende Ausgestaltung der Zwangserziehung, die das verwahrloste Kind der planmäßigen Vermuckerung und oft der schmählichsten Ausbeutung überliefert. Sie fordert eine wirttiche Fürsorgeerziehung, die eine wahrhafte Zuflucht für mißhandelte Kinder schaffen und diese dem kindlichen Wesen gemäß zur Selb­ständigkeit heranbilden soll. Tie Konserenz erwartet von den Arbeitervertretern in allen öffentlichen Körperschaften, daß sie ständig und planmäßig den Kampf führen auch für diesen Schutz ber Kinder gegen Verwahrlosung und Mißhandlung."

Zunächst stehlt das Thema

Maifeier

zur Beratung. Die Reihen der Genossen haben sich bereits bedenklich gelichtet. Die Jenaer Maifeierresolu­tton wird mit großer Majorität angenommen.

Damit ist der Punkt Maifeier, der in Jena lange Stunden in Anspruch nahm, im Verlause von 30 Minuten erledigt.

Das nächste Thema, das zur Verhandlung kommt, ist Sozialdemokratie und Volkserziehuug.

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Nr. 229

«rs-etut täglich außer Sonntags.

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Anzeiger Gießen.

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der Sozialdemokratie?" haben wir nicht das ge­ringste zu tun. Trotz affent Kampf hat man uns nicht vernichten können. Das beweist die Berechtigung unserer Organisation. (Lebhafte Unruhe und Widerspruch.) Wir wollen nicht versuchen, die Grundsätze der Sozialdemokratie zu verletzen. (Zurufe: Doch!)

Rosa Luxemburg: Mein beschränkter Untertanen­verstand versteht die Stellung der Zentralverbändler zur Resolution des Parteivorstandcs und zur Resolution Kautsky nicht. Da liegt ein Widerspruch. Man denkt unwillkürlich an den bäuerlichen Ehevertrag, wo die Frau sagte: Wenn wir einig sind, gilt Dein Wille, fönst der meinige. (Heiterkeit.) Die Partei darf nicht die Zuchtrute einer gewissen Gruppe werden. Dadurch kommt Zank und Zwist in die Partei. (Die Gewerkschaftler rufen: Unsinn, der jetzige Zustand hat solchen Zank zur Folge.) Die Resolution des Parteivorstandes ist ein taktischer Miß­griff. (Beifall.) Der Anarchismus ist nichts als eine Reak­tion nach links, gegen Ausschreitungen nach rechts. (Lachen und Zurufe.) Man wird die äußerste Rechte nicht aus­schließen, so dürfen wir es auch nicht mit der Linken tun. (Beifalllinks".)

Der Antrag auf motivierte Tagesordnung wird mit großer Majorität angenommen. (Bewegung.) Der Partei­vorstand hat sich also mit der Generallommission ins Ein­vernehmen zu setzen und im/ Sinne der Lübecker Reso­lution bis zum nächsten Parteitage zu verfahren.

Zu Beginn der Nachmittagssitzung lag folgende

Resolution in Sachen der russischen Revolution vor, die Bebet eiugebrachl hatte:

Der Parteitag betätigt bie Resolution bes Jenaer Partei­tages, burch bie derselbe seine freudige Genugtuung über das größte welthistorische Ereignis der Gegenwart, die russische Re­volution, ausspricht und seine tiefste Sympathie und Bewunder­ung für die Kämpfer der russischen Revolution Ausdruck gibt. Der Patteitag spricht angesichts ber Fortdauer der russischen Re­volution, in der bie Gewalt- und Unterorückungsmaßregeln seitens des russischen Despotismus einen immer brutaleren und barba­rischeren Charakter angenommen haben, aber auch bie Zähig­keit, aufopfernbe Hingabe und Begeisterung der Kämpfer für die Revolution, insbesondere unsere Genossen und Genossinnen im Zarenreich ohne Unterschied ber Nationalität und Abstammung,

ziehung im großen Umfange bewußt und planmäßig den Tendenzen entgegenwirken, welche diesen verfälschen und vergiften. Das gilt in erster Linie and im besonderem Maße von dem Religions- und Geschichtsunterricht. Im Hin­blick aus seine geschichtliche Mission muß das Proletariat die bürgerliche Geistestultur seiner eigenen Weltanschauung gemäß umwerten. In dieser Tatsache ist der relative Wert begründet, den auch die wohlmeinendsten und an sich ver­dienstlichen Bestrebungen bürgerlicher Kreise zur Hebung der wissenschaftlichen und künstlerischen Volksbildung haben. Die Sozialdemokratie kann an solchen Bestrebungen keinen Anteil haben. Ihr selbst erwächst die Aufgabe für die alb- seitige Weiterbildung ihrer Mtglieder zu sorgen, und zwar in erster Linie für deren theoretische Schulung durch plan­mäßige Einführung in die Grundsätze des Wissenschaft* lichen Sozialismus. Als Mittel kommen in Betracht: die Gründung bezw. der Ausbau von Arbeiter-Bildungsschulen, die Veranstaltung von systematisch gegliederten Vortrags­kursen, die Veranstaltung von Lese- und Diskussionsabenden, beziehungsweise die Ausgestaltung der Zahlabende zu solchen ; die Verbreitung der Literatur des wissenschaftlichen Sozialismus; die Behandlung theoretischer Fragen in der Tagespresse. Innerhalb der Partei ist der künstlerische Sinn zu erwecken. Ein Bildungsausschuß von 7Mit­gliedern dient als Zentralstellen für die Bildungsbestreb­ungen. Er stellt organisch aufgebaute Progrmnme für Vor­träge und Vortragskurse und die dazu gehörigen Literatur­nachweise zusammen, erteilt Ratschläge für belehrende und künstlerische Veranstaltungen, vermittelt rednerische und künstlerische Kräfte und sucht auf andere geeignete Weise seiner Aufgabe gerecht zu werden. Die Sozialdemokratie erachtete es als eine Pflicht, die aus der Schule ent­lassene proletarische Jugend mit der Weltanschauung des Sozialismus zu erfüllen und für eine aktive, zielbewußte Anteilnahme am proletarischen Emanzipationskampf Dor* ^bereiten. Die Bestrebungen zur sozialistischen Erziehung ber schulentwachsenen Jugend erhalten einen festen geisttgen Mittelpunkt durch ein eigenes periodisches Organ.

Erwähnenswert aus den Ausführungen der beiden Referenten ist, daß sie beide gegen den Münchener Lehrer­tag zu Felde zogen, weil dieser bei der Unterrichtsfrage zwischen Lehrer und Lehrerinnen einen Unterschied ge­macht habe. Klara Zetkin forderte besonders eine sexuelle Aufklärung der Kinder und eine Kontrolle der Lehrer durch die Eltern.

Ein Antrag fordert folgendes:Der geforderte B il- dungsausfchuß wird eingesetzt. Die aufgestellten Leitsätze und die dazu eingebrachten Äitjatze werden diesem Ausschuß als Material überwiesen."

Diesem Antrag stimmt der Parteitag zu. Damit sind alle anderen zu 5cm Thema gestellten Anträge erlediat. Nur die zur Frage der Jugendorganisation gestellten Am- träge sind davon ausgenommen.

Damit werden die Verhandlungen vertagt.

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fc9ie heutige Bummer umfaßt 18 SeLtcn.

SoziaLdemoLcatlscher Parteitag.

(Unberechtigter Nachdruck verboten.) V.

S.u. H. Mannheim, 28. Sept.

Heute findet die namentliche Abstimmung über die Resolutton zum Massenstreik statt. Gestern haben

vertrauliche Besprechungen

stattgefunden. Das Resultat ist eine von Legien und Bebel gemeinsam gestellte Resolution, die besagt:

Der Parteitag bestätigt den Jenaer Patteitagsbeschluß zum politischen Massenstreik und hält nach ber- Feststellung, baß ber Beschluß bes Kölner Gewerkschaftskongresses nicht im Widerspruch steht mit dem Jenaer Beschluß, allen Streit über den Sinn des Kölner Vkichlusses für erledigt. Leaien, Bebel.

Dor Zehngebotc-Hofsmann läßt vorher erklären, daß er gestern, als Bebel betonte, im Falle einer Intervention Deutschlands in Rußland müsse der Reichstag gefragt 1üer­ben, gerufen habe:Man tttts auch ohne!" Um Mißver­ständnissen vorzubeugen, erklärt Hoffmann, daß er nach seinen Erfahrungen z. B. in der Kolonialpolitik seine Ansicht aufrecht erhalten müsse.

Kautsky: Im Laufe der Diskussion wurde hervor­gehoben, daß man nicht prinzipiell gegen unsere Resolu- lion sei, sondern aus taktischen Gründen. Da das Resultat der Abstimmung also gefälscht sein würde, ziehen wir den zweiten Teil unserer Resolution zurück. (Bewegung.)

Das Amendement Bebel-Legien wird mit großer Majorität angenommen.

Durch die Annahme verschiedener Amendements und Anhängung ber verstümmelten Resolution Kautsky au die Resolution Bebel wird die

Resolution zum Masieustreik

in folgender Weise angenommen:

Der Parteitag bestätigt den Jenaer Patteitagsbeschluß zum politischen Massenstreik und hält nach der Feststellung, daß der Beschluß des Kölner Gewerkschaftskongresses nicht int Widerspruch i cht mit dem Jenaer Beschluß, allen Streit über den Sinn des Kölner Beschlusses für erledigt." Der Parteitag empsieblt noch- uials besonocrS nachdrücklich die Beschlüsse zur Nachachtung, bie die Stärkung und Ausbreitung der Parteiorganisation, bie Verbreitung bei Patteipresse unb den Beitritt ber Parteigenossen zu ben Gewerkschaften unb ber Gcwerlschastsmitglieber zur Partei­organisation fordern. Sobald der Parteivorsiand die Notwendig- ieit eines politischen Massenstreiks für gegeben erachtet, hat der­selbe sich mit ber Generalkommission der Gewerkschaften in 93er- hnbung zu fetzen unb alle Maßnahmen zu ergreifen, die erforder­lich sind, um bie Aktion erfolgreich durchzuführen. Die Gewerk­schaften sind unumgänglich notwendig', für die Hebung der Klassen­lage der Arbeiter innerhalb der bürgerlichen Gesellschaft. Sie sind nicht minder notwendig wie die sozialdemokratische Partei, d e den Kampf für die Hebung der A-rbeiterklasse und ihre Gleichberechtigung mit ben anderen Klassen der Gesellschaft auf politischem Gebiet zu führen hat, im weiteren aber über diese ihre nächste Ausgabe hinaus die Befreiung der Arbeiterklasse von jeder Unterdrückung unb Ausbeutung burch Aufhebung bes Lohn­systems unb bic Organnation einer auf ber sozialen Gleich­heit aller beruhenden Erzeugungs- unb Austauschweise, also ber sozialistischen Gesellschaft, erstrebt. Ein Ziel, das auch der klassenbewußte Arbeiter der Gewerkschaft notwendig erstreben muß. -reibe Organisationen sind also in ihren Kämpfen auf gegenseitige Verständigung unb Zusammenwirken angewiesen. Um bei Ak­tionen, bie bie Interessen bet Gewerkschaften unb ber Partei gleichmäßig berühren, ein einheitliches Vorgehen herbeizusühren, fallen bie Zentralleitungen ber beiben Organisationen sich zu verftänbigen suchen. Um aber jene Einheitlichkeit bes Denkens unb Hanbelns von Partei unb Gewerkschaft zu sichern, bie ein unentbehrliches Ersorbcrnis für ben siegreichen Fortgang des prole- l.irischen Klassenkampses bllbct, ist es unbedingt notwendig, daß b.c gewerkschaftliche Bewegung von bem Geiste ber Sozialdemo­kratie erfüllt werben. Es ist baher Pflicht Zeines jeben Partei­genossen, in diesem Sinne zu wirken.

Die namentliche Abstimmung ergibt, daß von 3 91 Delegierten 386 dafür und 5 dagegen gestimmt haben.

Tie Resolution ist also mit überwältigender Majorität angenommen.

Damit ist dieser wichtigste Punkt der Tagesordnung erledigt.

Singer schlägt vor, jetzt noch über alle Anträge zu ver­handeln, die das Thema

Partei unb Gewerkschaft

betreffen. Die allgemeine versöhnliche Stimmung werde auch die. Behandlung dieser anderen Anttäge zu einer er­sprießlichen machen.

Vor allem sind es die Anträge gegen die Anarcho­sozialen. Sie gehen von den Gewerrschastsführern und vom Parteivorstande aus.

Für den gewerkschaftlichen Antrag ergreift das Wort ReichStagSabg. v. Elm: Die anurchosozialeEinigkeit" er­klärt, allen revolutionären Geistern sei ihre Organisation geöffnet. Daher werden wir stets für den Ausschluß der Anarchosozialen stimmen. Sie haben Verrat an der Partei durch ihre Veröffentlichungen in der Einigkeit" verübt, sie haben den Unternehmern Material geliefert. Ja, sie haben ausgefordert, die Zentralverbändler dem Staatsanwalt zu denunzieren. (Pfuirufe.) v. Elm zieht im Namen der Antragsteller die gewerkschaft­liche Resolution zugunsten der Resolution des Partei­vorstandes zurück.

Ein Vertreter der so hart angegriffenenEinigkeit", Putlitz, führt aus: Genosse v. Elm hat unser Organ in unveraniwortlicher Weise angegriffen. Er hat alle freien Vereinigungen in den Topf der Anarchisten geworfen. Ich nenne mich aber noch einen Demokraten. Mit der Bro­schüre, die hier verteilt wurde und die sich gegen die Zentralvorstünde richtet:Wo sitzen die Verräter

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LehrerSchulz-Bremen: Das Ziel der Erziehung den im Flusse der gesellschaftlichen Entwicklung maß­gebenden Faktoren unterworfen. Da die bisherige mensch­liche Geschichte sich in Form von Klassengegensätzen vollzog, so war die öffentliche Erziehung stets und überall Klassen­erziehung. So ist auch die Volksschule in den Staaten nur ein Hülfsmtttel der kapitalistischen Produktion zum Zwecke einer elementaren technischen Abrichtung der Ar-