seitlich liegenden Schießstands
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Altbewährtes Söolbad.
der Aktienbrauerei wird dem einen Sonntag im September
doch bleibt das Betreten des geländes verboten.
Die frühere Faßhalle Verein Hundesport für
am unteren Ende der Wolfstraße. Das Gas- und Wasserwerk hat sich dagegen ausgesprochen, da die Laterne größtenteils das Feld beleuchten würde und die nächste Laterne nicht allzuweit entfernt sei. Stv. Krumm ist für Gewährung des Gesuchs, da eS sich um einen vielbegangenen Spaziergänger- weg handelt. Die Versammlung beschließt die Aufstellung. Stadtv. Sch affstädt bittet bei der Gelegenheit, die Laterne am Liebigdenkmal, die seither in den Wintermonaten nicht brannte, das ganze Jahr hindurch anzuzünden. Der Vorsitzende sagt dies zu.
Die von Restaurateur Harnickel beantragte Versorgung der Wirtschaft beim Philosophenwald mit Licht und Wasser wird gutgeheißen, wenn sich Harnickel zu einer lOprozentigen Verzinsung des Anlagekapitals verpflichtet. Die Kosten einer Gaszuleitung würden 4550 Mk. betragen, für elektrisches Licht bei offener Leitung 2700 Mk. und für die Wasserleitung 3200 Mk. Der Vorsitzende ist gegen eine Gasleitung, da das aus den Röhren entweichende Gas für die Bäume nachteilig wäre. Die Deputation teilte dieses Bedenken nicht, während Stadtv. Kirch heute sich für die Ansicht des Oberbürgermeisters ausspricht. Es wird be-
Vermisehte».
♦ Ein sächsisches Heimatfest. Ein in Pulsnitz abgehaltenes Heimatfest nahm einen überaus glänzenden Verlauf. Den Glanzpunkt der Veranstaltungen bildete der Historische Festzug, welcher allseitiges Entzücken hervorrief. An den König wurde ein Huldigungstelegramm ab-gesandt, desgleichen wuüde der Pulsnitzer Ehrenbürger Wirkl. Geheimrat Prof. Dr. Julius Kühn, Direktor des landwirtsch. Instituts der Universität Halle, telegraphisch begrüßt. Die Erinnerung des Heimatfestes will man durch eine Stiftung wachhalten, aus deren Mitteln Kinderspielplätze und öffentliche Anlagen geschaffen werden sollen.
* Die Verbesserung der Ehe ,ist ein Thema, das«
unentgeltlich überlassen. Die Hatte ist Eigentum deS Herrn Bichler, die Stadt kommt aber als Eigentümerin des Grundbesitzes in Betracht.
Die MftteldeutscheKreditbank hat das für die Johannes- ftroße erforderliche Straßengclände für den von ihr bezahlten Kaufpreis, jedoch nicht mehr als die Hälfte des ganzen Betrages durch ihren Rechtsbeistand Justizrat Dr. Entfleisch angeboten. Für den von der Bank bezahlten Preis war der Nutzungswert für den Gewerbebetrieb maßgebend, die Baudeputation ist der Ansicht, daß jetzt nur der Bauplatzwert in Betracht komme. Es werden von den 747 Quadratmeter 393 Quadratmeter als Straßengelände in Anspruch genommen. Die Lokalkommission hat das Gelände zu 60 Mk. = 23 580 Mk. taxiert und die Versammlung beschließt, so viel dafür zu bezahlen.
Der Voranschlag für das Realgymnasium und die Realschule für 1907 erfordert einen städtischen Zuschuß von 38 568.02 Mk., rund 7600 Mk. weniger als im laufenden Jahre, waS durch die Cchulgelderhöhung veranlaßt ist. Die Versammlung hat nichts einzuwenden.
Zwei Schankkonzessionsgesuche werden befür- wortet. Bei Otto Gerlicher, Kirchsiraße 11, handelt eS sich um Uebergang einer bestehenden Wirtschaft, bei W. Wagner, Grünberger Straße, um Ausdehnung einer bestehenden Wirtschaft.
1 Grösstes CO Odd! Inhalatorium □ We rra J^Deutsdilands.
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die amerikanische Oeffentlichkeit dauernd beschäftigt. SRif einem neuen Plan ist jetzt Professor Charles Zueb lin von der Universität Chicago hervorgetreten. In einem früheren Plan hatte dieser Gelehrte eine Art Pro beehe befürwortet, bei der die größten Erleichterungen für die Scheidung geboten wurden. In seinem neuen Plan schlägt der Pro- essor erhöhte Vorsichtsmaßregeln gegen ungeeignete Ehen anstatt größerer Erleichterungen für ne Scheidung solcher Ehen vor. Im Grunde genommen ist eine Idee, man solle den verlobten Paaren jede Gelegenheit bieten, einander näher'kennen zu lernen, um des anderen Fehler und Schwächen zu erkennen. Professor Zueblin befürwortet die Einführung von zwei gesetzlichen Zeremonien. Die erste 'würde die Verlobung legalü- ieren und die zweite, sechs Monate später erfolgende, würde )as Paar zu unauflöslicher Ehe vereinigen. Die Verlobung würde eine vom Gesetz vorgeschriebene Förmlichkeit sein, und die Paare wären gezwungen, die sechs Monate dauernde Frist bis zur Eheschließung innezuhalten. Falls die Ehe nicht innerhalb einer bestimmten Zeit nach Ablauf des Verlobungs-Halbjahres geschlossen wird, erlischt das Eheversprechen von selber. Professor Zueblin meint, die Mehrzahl der unglücklichen Ehen würde niemals über das Stadium der gesetzlichen Verlobung hinausgelangen.
* Kleine Ta geschronik. In Eisenberg vergewaltigte der 24 Jahre alte Erdgraber ein 15 jährigeS Mädchen, das sich an ihn um nähere Angabe über einen Weg gewendet hatte. — In Sömmerda erfolgte in der Munitionsfabrik Dreyse u. Collenbusch aus bisher unaufgeklärte Ursache eine schwere Explosion. Eine in der Fabrik be- schästigte Frau wurde getütet; eine Anzahl Arbeiterinnen wurden verletzt. Der Luftdruck war so stark, daß die Fenster der benachbarten Gebäude eingedrückt wurden. — Der in Chicago verstorbene Milliardär Field hat ein Vermögen von 130 Millionen Mark in Wert- papieren und 50 Millionen an Eigentum hinterlaßen. Er hat seit längerer Zeit keine Steuern mehr bezahlt. Infolgedessen hat die Steuerbehörde auf drei Millionen Beschlag legen lassen. — Im Wiener Bezirk Land- straße hat sich ein blutiges Drama ereignet. Der Hotelier Pusch vom Gasthof zur goldenen Birne wurde von seinerFrau erschossen. Er saß, als der Schuß auf ihm abgegeben wurde, am Schreibtisch. Das Motiv der Tat ist bisher noch nicht bekannt. — Wie auS Perpignan (Frankreich) gemeldet wird, verletzte ein Soldat des 18. Infanterieregiment- während einer Schießübung einen Hauptmann ernstlich, indem er ihm ein Brot gegen den Kopf warf. Ein anderer Soldat vernichtete feine Patronen, während ein Dritter sich weigerte einem Marschbefehl Folge zu leisten. — Zwei Drittel der Stadt L e z a j a k im galizischen Bezirk Lanout sind heute niedergebrannt; 200 Häuser wurden cingeäschert, 2000 Einwohner sind obdachlos. — Am 27. Juli geriet aus bisher unbekannter Ursache daS Staatspulvermagazin am Laibacher Felde in Brand. Bald darauf erfolgte die Explosion der dort cingelagerten 20 Fässer Pulver und deS Vorrates an Jagdpatronen. DaS Magazin wurde gänzlich zerstört. Die in der Nähe befindlichen sonstigen militärischen Magazingebäude sind mehr oder weniger durch den Luftdruck beschädigt worden. In Laibach selbst wurde kein Schaden angerichtct. Verletzt ist Niemand.
.1. *1 1Z X in der Entwicklung oder beim Lernen
zurückbleibende Kinder, sowie blutarme, sich mattfühlende unb nervöse überarbeitete, leicht erregbare, frühzeitig erschöpfte Erwachsene gebrauchen als Kräftignngs» mittel mit großem Erfolg Dr. Hommel'S Haematogen.
Der Appetit erwacht, die geistigen und körperlichen Kräfte werden rasch gehoben, daS Gesamt-Rerveushstem gestärkt.
Man verlange jedoch ausdrücklich das echte ,,Dr. Hommel'S Haematogeu und lasse sich keine der vielen Nachahmungen aus- redeit.
chloffen, Herrn Harnickel die Einführung elektrischen Lichtes vorzuschlagen und die Mittel hierfür, wie auch für die Wafferleitung zu bewilligen. v
Städtische Arbeiten und Lieferungen.
Für den Neubau der höheren und erweiterten Mädchenschule gelangen folgende Arbeiten zur Vergebung: Für die Turnhalle ein Kronleuchter und die Vorrichtung zur Anbringung eines Rundlaufs, die 1380 Mk. erfordert. Ferner der äußere Verputz. Er war zu 2969.10 Mk. veranschlagt, daS billigste Angebot für glatten Verputz belief ich auf 3173.98 Mk. und für rauhen Verputz mit Schwarzkalkzusatz 3385.90 Mk. Da letzterer sich in der Unterhaltung billiger stellen wird, wählt man diesen. Da auf Anregung des Stadtv. Petri noch ein Probeverputz gemacht werden oll, erhält das Schulkuratorium die Ermächtigung, die Arbeit endgiltig zuzuschlagen.
Die Einfriedigung des Schulhofes nach der Dammstraße zu soll durch eine feste Malier erfolgen, für die auf Vorschlag des Architekten das Material der Mauer vom Theoterbauplatz nach der Johannesstraße zu Verwendung finden soll. Stadtv. Eichenauer bittet, das in dieser Mauer angebrachte Gitter an der Alicestraße zu verwenden, wo unhaltbare Zustände seien. Stadtv. Wallenfels unterstützt dieses. Die Vcr- samnilung hat nichts dagegen und überläßt es dem Kuratorium der Schule, über die Mauer zu beschließen.
Für die Lieferung von Fußbodenöl sind 26 Angebote eingegangen, die sich in der Preislage von 25,30 bis 80 Mark für 100 Kilogr. bewegen. Nach den angestellten Proben entschließt man sich für ein Angebot 511 35 Mark.
Die vom Arbeiterausschuß beantragte Beschaffung von Werkzeugen für die Arbeiter der Stadtgärtnerei wird jetzt gutgeheißen und ein Kredit von 120 Mark bewilligt.
Auch der von demselben Ausschuß beantragten Beschaffung eines transportablen U n t e r k u n f t s r a u m e s für die Wiesenarbeiter sindet Genehmigung. Die Hütte soll in eigener Regie hergestellt werden, da dies billiger kommt. 200 Mark werden bewilligt.
Die Vergütung für die Reinigung und Heizung eines Schulraums für die höh. Mädchenschule im Asterweg wird auf 5 Mark monatlich festgesetzt.
Für die Anbringung von Wettertafeln zur Aufnahme der Wettervorhersagen an den beiden Postämtern lverden 25 M. bewilligt.
Die Erweiterung des Schlachthauses.
die einen Teil des Viehmarktplatzes in Anspruch nimmt, ,nacht eine Erweiterung dieses Platzes notwendig. Es wird beschlossen, der beantragten Erwerbung der Dachdecker Kröck- schen Besitzung an der Rodheimerstraßl für 23000 Mark zuzustimmen. In das Haus soll die Direktorwohnllng gelegt werden, so daß das jetzige VermaltllngSgebäude ganz für Bureauzwecke frei wird. Hierdurch entfällt die beabsichtigte Erbauung eines besonderen Wohngebäudes. Ferner wird vom Stadtv. Euler ein 17400 Quadratmeter großes Gelände zum Preis von 20000 Mk. zu kaufen beschloffen. Der Vorsitzende spricht dem Stadtv. Elster öffentlich seinen Dank für die Aufrechterhaltung des bereits früher gemachten Angebots aus, trotzdem Nachbargelände inzwischen zu viel höheren Preisen verkauft werde. Weiter soll ein der Plockschen Stiftung gehörendes Gelände angekauft werden. Der neben liegende Feldweg soll verbreitert und chaussiert werden. Der Viehmarktplatz ist jetzt 9400 Quadratmeter, das ganze Gelände 17—18 000 Quadratnieter groß; es wird in Zukunft daS drei- fache betragen und die Gesamtkosten werden sich auf etwas über 30 000 Mark stellen.
Verschiedenes.
Zu der bereits früher gutgeheißenen Vergrößerung des Exerzierpla tz eS hat die Militärverwaltung noch einige Wünsche, denen entsprochen wird. So soll der neu anzulegende Weg so angelegt werden, daß durch die Alleebäume das Gesichtsfeld vom Platz aus nicht beeinträchtigt wird. Der Uebergang an den Schießständen zwischen Licher- und Grünbergerstraße soll an Sonn- und Feiertagen gestattet sein, je-
<0 bis 50 cm. breit, die Durchfahrt fehlt. Man beschließt, das Gesuch zu befürworten.
Das Jean Weisel in der Sonnenstraße gehörige Haus, auch das Hintergebäude, soll im altertümlichen schönen Stil wiederhergestellt werden. Der für die Fachwerkswiederherstellung erforderliche Dispens wird erteilt.
Schreiner Bender beabsichtigt aufseinem in der O st a n l a g e zwischen der Zigarrenfabrik Hahn und der Burk'schen Villa gelegenen Besitzung ein weiteres Wohngebäude und eine Schreinerwerkstätte zu errichten. Letztere wäre die erste gewerbliche Anlage in der Straße. Nach den vorhandenen Bestimmungen ist hiergegen nichts zu machen. Der Vorsitzende teilt den Sachverhalt mit und gibt 31t erwägen, ob sich nicht ein Ortsstatut empfehle, das in bestimmten Straßen gewerbliche Anlagen, die die Nachbarschaft belästigen, nicht zulasse.
Stadtv. Schmall regt an, die Entscheidung über baS Gesuch hinauszuschieben und so bald wie möglich ein entsprechendes OrtSstatut zu erlaffen. Man müffe darauf sehen, daß in der Stadt Quartiere verblieben, m denen Ruhe- bedürftige unbelästigt vom gewerblichen Lärm wohnen könnten. Er sei gewiß der letzte, der einem Geschäftsmann die Existenz erschweren wolle, aber auch die Interessen der Nuhebedürfti- gen müßten gewahrt werden. Stadtv. Kirch spricht sich m gleichem Sinne aus, ebenso Stadtv. Krumm. Stadtv. Wallenfels kennt daS in Frage kommende Grundstück auS eigener Anschauung und glaubt nicht, daß eine besondere Be» lästigung der Anwohner eintrete. Auch die Jntereffen der Geschäftsleute verdienten Berücksichtigung und irgendwo müßten sie ihr Geschäft doch treiben. Beig. Georgi führt aus, die Sache bedürfe einer reiflichen Erwägung und beantragt, mit Rücksicht auf die sonstige reichhaltige Tagesordnung den Gegenstand bis nach den Ferien zurückzustellen. Dies sindet Zustimmung.
Die Erbauung einer Gewerbeschule.
Die Stadt hat, wie der Vorsitzende ausführt, vor einiger Zeit das Webersche Anwesen an der Nordanlage zu Lasten deS Stadterweiterungsfonds gekauft, um dem Gewerbeverein den Bauplatz für die neue Gewerbeschule zu sichern. Der Verein will mit dem Bau möglichst bald beginnen und es handelt sich darum, ihm die Ermächtigung hierzu zu geben. DaS Verhältnis zwischen Verein und Stadt, bezüglich der Abtretung des Bauplatzes wäre später zu regeln, da neben der käuflichen Abtretung auch noch die ev. Überlassung im Wege deS Erbbaurechts in Frage kommt. Da die Baupläne ^icht vorliegen, wird die Sache für heute abgesetzt.
Gas», Wasser- und Elektrizitätsangklegeuheilen.
Die Entwässerung der israelitischen Leichen - Halle war zu 792.20 Mk. veranschlagt, die Ausschreibung ergab aber als Mindestangebot 1016.60 Mk., da der Weg der Leitung länger ist als ursprünglich vorgesehen war. Die Versammlung ist hiermit einverstanden, zumal diesen Mehrkosten sonstige Ersparnisse bei dem Bau gegenüber stehen.
Ein Gesuch der Laternenwärter um Gewährung eines regelmäßigen Urlaubs und anderweite Festsetzung der bei Stellvertretungen zu machenden Abzüge am Lohn, be- ziehungsw. Uebernahme der Kosten auf die Stadtkasse, soll abgelehnt werden, da auch die übrigen städtischen Arbeiter keinen Urlaub bekommen und die Abzüge nicht höher sind, als die wirklichen Stellvertretungskosten betragen.
Stadtv. Krumm meint, wenn jemand unverschuldet ^hle, solle man nichts abziehen. Auch das Gesuch wegen Urlaubs empfiehlt er, sowohl für die Laternenwärter wie für die übrigen städtischen Arbeiter. Was Privatunternehmer könnten, müsse die Stadt auch können. Der Vorsitzende macht darauf aufmerksam, daß es sich nicht um Angestellte, sondern um Tagelöhner handle. Stadtv. Schmall ist der Ansicht, gerade weil es sich um Tagelöhner handle, sei er für daS Urlaubsgesuch, sowie auch dafür, daß man die Leute, wenn sie ihren Dienst nicht tun könnten, nicht m ihrem Einkommen schmälere. Der Vorsitzende hat schon erwogen, ob man nicht den städtischen Arbeitern allgemein einen Urlaub gewähren solle, aber die Kosten würden nach den angestellten Ermittelungen so beträchtlich, daß er sich gescheut habe, eine entsprechende Vorlage zu machen. Stadtv. Dr. Gut fleisch hält die Frage für wichtig genug, um sie ernstlich zu erwägen. Er beantragt deshalb, sie an den sozialpolitischen Ausschuß zu verweisen. Die Versammlung beschließt in diesem Sinne.
Die vom GaS- und Wasserwerk beantragte Beschaffung eines Fahrrads für den Laternenaufseher wird ab» gelehnt, da man sich keine Zeitersparnis dadurch verspricht. Dagegen soll für das technische Bureau des GaS- und Wasserwerks ein Fahrrad angeschafft werden, da daS seither benutzte Rad jetzt wieder für seinen ursprünglichen Zweck gebraucht wird. Stv. Haubach wird mit dem Ankauf beauftragt.
Der Bauunternehmer Pfaff will an seinen Häusern in der Henselstraße elektrisches Licht einführen. Die Kabellegung erfordert 1970 Mk. und der Gesuchsteller ist bereit, auf 10 Jahre eine jährliche Stromabgabe von 200 Mk. zu garantieren. Die Versammlung stimmt zu unter der Bedingung, daß eine dem fünffachen Jahresbetrag entsprechende Kaution gestellt wird. Hiermit ist die Stadt bei einem eoent. Vertan der Häuser gesichert.
Jakob Wagner bittet um Aufstellung einer Laterne
Börserr-Wochenvericht
von Baruch Strauß, Bankgeschäft.
Zur Unterbrechung deS eintönigen Geschäftsverkehrs begann die Woche wieder mal mit einer großen Ueberraschung, der Auflösung der russ. Duma. Wenn man auch, was russische Verhältnisse anbetrifft, schon an Manches gewöhnt ist, so wirkte diese Nachricht, so unvermittelt, zuerst doch in einer geradezu beängstigenden Weise. In der ersten Bestürmung glaubt man dieses Ereignis als den Beginn einer zügellosen Anarchie ansehen zu dürfen und man erwartete die Revolution mit all ihren Schrecken und Folgen. Demgemäß eröffneten alle Weltbörsen in einer panikartigen Deroute, ausgehend vom Russenmarkte, der in wenigen Stunden um fast 10% geworfen wurde, da jede Intervention fehlte und Paris in enormen Beträgen Russen abgab.
Der Umstand, daß die Auflösung in Rußland selbst verhältnismäßig ruhig aufgenommen wurde, das Treubleiben deS Militärs und der Mangel an neuen ungünstigen Nachrichten, brachten am zweiten Tag eine ruhigere, besonnenere Beurteilung, die sich in festeren Kursen und in Rückkäufen der Kontremine auSdrückte. Gestärkt wurde diese Strömung durch außerordentlich festes New-Dock, daS Anziehen der Goldmiuenkursc und durch glänzende Berichte über die heimische und ausländische Industrie und Ernte.
Wenn nun so die Woche in freundlicher, besserer Verfassung schließt, so sollte man hierüber doch nicht vergessen, daß die Situation in Rußland noch lange nicht geklärt ist, und von dorther noch manche Hiobsbotschaft und mancher Grund zur Beunruhigung kommen kann.
Sanfccl und DerFcbr, Volkswirtschaft.
Märkte.
Gießen, 28. Juli. Marktbericht. Auf heutigem Wocbenincn kte kosteten: Butter pr. Pfd. 1.10—J .20 Mk., Hühnereier 1 St. 7—8 Psg., 2 Stck. 00—00 Pfg., Gäuseeier 00—00 Pfg., Enteneier 7 Pfg., Käse pr. Stck. 6—8 Pf., Käsematte 2Stck. 5—6 Psg. Erbsen p. Pfund 22 Psg., Linsen p4 Pfund 32 Pfa., Tauben pr. Paar 0,80— 1,00 Mk., Hühner pr.St. 1,00—1,60 9)?f., Hähne pr. Stück 0,80—1,80 Mk., Enten pr. Stück 1,80—2,20 Mk., Gänse vr. Pfd. 00—00 Pfg., Ochsenfleisch pr. Psq. 78—86 Psq., Knh» und Rindfleisch pr. Pfund 70—72 Pfg., Schweine» leisch pr. Pfund 80—94 Psg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund 94 Psg., Kalbfleisch pr. Pfd. 80—84 Pfg^ Hammelfleisch pr. Pfund 60—80 Pfg. Welsche per Pfund —.— Kartoffeln pr. 100 Kg. 6,00—7,00 Mk., Zwiebeln pr. Ztr. 6,00—8,00 Mk., Milch per Liter 20 Pfg., Aepfel per Pfund 00 bis 00 Psg., in Korben 00 Md., Nüsse "100 Stück 00 -00 Pfg., Birnen per Pfd. Mk. 0.00—0.00, Kirschen per Pfd. 30—40 Psg., Weißkraut per Stück 00 Pfg., per Zentner Mk. 0.00—0.00. — Marktzeil 7—1 Uhr.
fc. Frankfurt a. M., 27. Juli. Heu» und Strobln a r k t. Man notierte: Heu Mk. 3.00 bis 3.20. Stroh Mk. 0.00 bis Mk. 0.00. Alles per 50 Kilo. Tendenz: fest. Das Geschäft war lebhaft und die starke Zufuhr — es war ausschließiich neues Heil angesahren — wurde bis auf einige Wagen sehr geringen Heues rasch verkauft.
aber nur in Maschen, wo 'Utakate aushängen.


