Ausgabe 
27.4.1906 Erstes Blatt
 
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England das Vorrecht zu erteilen. Außerdem sollte Ehina an England die Summe Non 2 400 000 !Taels alsEntschädigung"' für die Kosten der englischen Tib c texpc diti on zahlen.

Tiefer Vertrag monopolisiert den tibetani- l ch e n Handel zugunsten Englands und Indiens Hinter Ausschluß und auf Kosten aller anderen ^interessierten Mächte. Durch dieses Abkommen mit -Ehina sichert sich England in Tibet eine noch weitgehendere Machtstellung, als es' in dem seinem Einfluß unterworfenen Afghanistan bisher anSgeübt hat. Es erschließt gleichzeitig [für sich allein oen tibetanischen Markt und sperrt ihn für jede Konkurrenz gleichfalls noch schärfer ab, als ihm das jim Reiche des Emirs gelungen ist.

Bekanntlich können in Afghanistan nichteuglische Kauf- Leute nur unter den allergrößten Schwierigkeiten irgend etwas unternehmen. Entweder bleibt ihnen das Land voll­ständig versperrt, oder sie sind von dem Wohlwollen der anglo-rndischen Behörden abhängig, wenn sie etwas erreichen lwollen.

Die anglo-indis che Politik strebt offenbar dem Ziele zu, nach und nach für sich den ganzen Zentral- asiatischen .Handel zu m o n o p o l i si ereN.

Aus Stadt uno Lan0.

Gießen, den 27. April.

" Provinzial ausschuß -- Sitzung. Mittwoch, den (2. Mai d. IZ., norm. 9 Uhr beginnend, findet eine Sitzung 'be§ Provinzialausschuffcs mit folgender Tagesordnung statt: il. Gesuch des Karl Valentin in Gießen um Erlaubnis zum ,Betriebe einer Gastwirtschaft im Hause Schützenstraße 18. 2. Gesuch der Karl Euler IV. Witwe zu Gießen um Er- IlaubniS zum Wirtschaftsbetrieb im Hause Schutzenstraße 15. Ä. Gesuch des Wilh. Müller zu Höchst a. d. N. um Erlaubnis 'tgum Betriebe einer Gastwirtschaft.

** Personalien. Ernannt wurde der Lehrer an Der Taubstummenanstalt in Friedberg Gg. Ernst Müller 'zum Lehrer an der Oberrealschule zu Offenbach unter [Belassung in der Kategorie bet Volksschullehrer. Über­tragen wurde dem provis. Lel)rer an der Präparandenanstalt M Lich Jak. Alt die 1. Lehrerstelte an der Gemeindeschule Alsfeld; dem Lehrer Aug. Grünewald zu Bursp- !Gemünden eine Lehrerstelle an der höheren Bürgerschule -zu Homberg; dem Lehrer Gg. Heidt zu Billertshausen eine [Leip:erstelle an der Gemeindeschule zu Leusel: dem Lehrer -Ludw. Schwöb el zu Franken lausen eine Lehrerstelle an [der Gemeindeschule zu Eberstadt (Kr. Tarmstadt); dem Lehrer lFriedr. Speckhardt zu Wersau eine Lehrerstelle an der 'Gemeindeschule zu Wembach-Hahn; dem Schulamtsaspiran- !tcn Peter Becker aus Brandau eine Lehrer stelle au der jGemeiudeschule zu Eberstadt: dem Lehrer Gg. Nohe zu Mter-Abffteinach eine Lel>rerstelle an der Gemeindeschule. Au Nackenheim; dem Schulamtsaspiranten Hch. Arnold «aus Weinolsheim eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule tzu Wald-llelversheim. Ernannt wurden die Forstreferen- dare Karl Froh wein aus Katzenelnbogen, Ludw. Knust «aus Michelstadt i. £., Rich. Schü ser aus Schönberg a. d. B., Xtrrl Schinall aus (Ueßen und Leo Vogt aus Reichels­heim i. d. W. zu Forstassessoren.

. ** K. 8. C. V. Die Einladungen zu dem am 5. Mai

[im Saalbau in Darmstadt stattfindenden Landeskommers älter Herren des Kösener S. C. sind ergangen. Danach beginnt der Kommers abends 71/, Uhr. Am nächsten Tag [finden vorm ll1/, Uhr Musikfrühschoppen und nachmittags ^Ausflug mit Damen nach Auerbach statt. Wir verweisen äuch auf das Inserat in der heutigen Nummer unseres ^'Blattes.

** Diplom atenjubiläum. S. 5t. H. der Groß- Herzog fnnbtc, nach der Darmstädter Ztg., dem württcmbergi- schcn Gesandten Frhrn. n. Loden in München anläßlich seines fünfzigjährigen Diplomatenjubiläums folgendes 'Handschreiben:

Em. Exzellenz blicken am 23. April auf 50 Fähre amtlicher Tätigkeit zurück. In der langen Reihe von Jahren, während welcher Sie an meinem .Hose als königlich württembergischer außerordentlicher Gesandter und bevollmächtigter Minister be­glaubigt sind, haben Sie meiner Regierung schätzenswerte Dienste geleistet. Empfangen Sie unter dem Ausdruck meines Dankes für diese Dienste zum bevorstehenden Jubiläum meine ausrichtigsten Glück und Segenswünsche.

Darmstadt, 21. April 1906.

I gez. Ernst Ludwi g."

Brotkontrolle. Der hessische BäckerinnungSverband list bei der Regiernng um Aufhebung der Brot­kontrolle, wie sie in dem § 185 und 186 des hessischen 'PolizcisirafgesetzbucheS vorgeschrieben ist, vorstellig geworden. Ein ähnlicher Antrag wurde bereits früher von der Re­gierung abgelehnt. Nun verlangt der Innungsverband, daß bei der soeben vorgenommenen Umarbeitung des Polizei- strafgefetzbl,ches die Bestimmungen über die Brotkontrolle Inicht mehr auf genommen werden.

** Hundetreue. Vor ungefähr dreiviertel Jahren Hatte ein Mann in Kastel bei Mainz feinen Hun d an einen Freund nach Gießen verkauft und ihn mit der Eisenbalm dorthin bringen lassen. Ms er dieser Tage.des Morgens sein .Haus öffnete, sprang ih-nr sein Hund entgegen. Der Käufer des .Hundes l)atte einige Tage zuvor geschrieben, Haß das Tier entlaufen war. Das Tier hatte den Weg wn Gießen bis zu feinem früheren Herrn gefunden.

Schenkungen. Vom 1. Oktober 1905 bis 31. März 1906 wurden von Sr. Königl. Hoh. dem Großherzog folgende Schenkungen genehmigt: 1. Schenkung der Kath. Schmaltzel zu Nieder-Olm an die kath. Kirchengeineinde zu Hechtsheim im Werte von 6000 Mk. 2. Letztmillige Zu- 'wendung des TaunusbrunnenbesitzerS Franz Gg. Krug von 'Kloppenheim an die Gemeinde Kloppenheim im Werte von .6000 Mk. 3. Letztwillige Zuwendung der in Amerika ver­storbenen Marg. Eichenlaub, geb. Nohmann, an die Ge­meinde Radheim im Werte von 3000 Dollars. 4. Letzt­willige Zuwendung der Oberin Julie Spannagel an das DiakonissenhauS Elisabethenstift 311 Darmstadt im Werte von 32 000 Mk. 5. Schenkung der Freifrau v. Rodenstein, geb. Freiin v. Enzberg, an die kath. Kirche zu Bensheim, im Werte von 20 000 Mk. 6. Schenkung des Rentners Ludwig Bücking von Gießen an die Stadt Gießen im Werte von 50 000 Mk. 7. Letztwillige Zuwendung des Schulrats 4^ad Johann Brilmayer von Mainz an den Bonisaziusverein Mainz im Werte von 10 000 Mk.

8. Aus dem Biebertal, 25. April. Der Nutzen /einer guten Obst bäum zücht wird auch in unserem Tale immer mehr erkannt un- gewürdigt. Die Kreisstraßen- 93 er tu al hi ng läßt fortgesetzt größere Anpflanzungen von sachkundigen Personen vornehmen und selbst in der Gegend am Dünsberg verschwinden immer mehr die ehemaligen

Vogelbeerbaume* von der Kreisstraße und dem Klima an* gepaßte Obstsorten treten an ihre Stelle. Für jeden Obstbaum- züchter ist es eine Freude, diesen Bestrebungen zuzusehen. Es wäre zu wünschen, daß sich auch Private mehr und mehr an einer solchen gemeinnützigen Sache beteiligten.

Wetzlar, 26. April. dkeben dem geschäftsführenden Ausschuß ist nun auch ein Ehrenausschuß für die Wer- ningscheu Festspiele aus angesehenen Herren aus Stadt und Nachbarschaft gebildet worden. Daß dies aber geschehen konnte, beweist aufs neue, welchen hervorragenden Ruf die Werningschen Festspiele genießen und welch großer Wert ihnen innewohnt. So sind denn auch die Ehrungen erklär­lich, die ihnen zuteil wurden. Nicht nur, daß fürstliche Per­sönlichkeiten die Vorstellungen besuchten, übernahmen einige über diese das Protektorat, so König Friedrich August von Sachsen über die Zittauer, der Großherzog von Hessen über die Darmstädter, der Prinzregent Erbprinz Ernst von Hohen­lohe-Langenburg über die Gothaer und der Senat der Freien und Hansestadt Bremen über die Bremer Veranstaltung. Besucht aber wurden die Vorstellungen von den Königen Albert und Georg von Sachsen, den Großherzögen von Hessen und Wilhelm Ernst von Sachsen-Weimar-Eisenach und Herzog Alfred von Sachsen-Kobnrg-Gotha, Herzog Friedrich von Anhalt-Desiau, Fürsten Günther von Schwarzburg-Rudol- ktadt und Karl Günther von Schwarzburg-Sondershansen, dem Grafregenten Julius zur Lippe-Biesterfeld, dem Kron­prinzen des Deutschen Reichs und von Preußen und vielen anderen Fürstlichkeiten. Sie alle aber gaben Herrn Direktor Werning gegenüber ihrer Anerkennung des hohen idealen Wertes und des glänzenden Verlaufs der Vorstellungen Aus­druck.

Stockheim, 26. April. Der Firma Ernst Horst­mann in Bremen, Jngenieurbureau und Bauunternehmung für industrielle Anlagen und Eisenbahnbau wurde auf die Dauer eines Jahres die Erlaubnis erteilt, Vermessungen und Vorarbeiten für die Anlage eines normal- spurigen Industriegleises vom Bahnhof Stockheim aus nach dem Bleichenbachtal ausführen zu lasten.

"'Büdingen, 26. April. Die der Aktiengesellschaft für Bahnbau- und -Betrieb zu Frankfurt a. M. zur Vor­nahme und Vorarbeiten für eine normalspurige Neben­bahn vonHanau überLangen-Bergheim,Eckarts- Hausen, Calbach und Orleshausen nach Büdingen innerhalb des hessischen Staatsgebiets erteilte Erlaubnis ist von dem Großh. Ministerium der Finanzen bis zum 6. März 1907 erstreckt worden.

Mainz, 26. April. Die 93äder innung hält morgen den 27. April eine außerordentliche Jnnungsversammlung ab. Unter anderem steht die Erhöhung des Brot- preises auf der Tagesordnung. Es wird angeführt, daß der Preis des Roggenmehles Nr. 0 im September v. I., d. h. nach der Ernte 21,50 bis 22,50 Mk. per Sack (200 Pfd.) gekostet hat und Ijeute 26,50 bis 27 Mk. kostet. Es ist dies ein Ausschlag von 4 bis 5 Mk. Ferner kostete das Weizenmehl 9er. 0 int gleichen Zeitraum 25,75 Mk. und heute 28,50 Mk. per Sack. Unter diesen Verhältnissen ist der etwaige Auffchlag erklärlich.

Mainz, 25. April. Auf eine fünfzigjährige juristische Tätigkeit blickt morgen der Großh. Justizrat Haas zurück. Seine reichen und gründlichen Kenntniste und sein offenes, liebenswürdiges Wesen haben dem geschätzten Juristen und Menschen die Sympathien weitester Kreise ge­sichert. (M. Tagbl.)

Frankfurt, 26. April. Der Geh. Justtzrat Dr. Gust. Adolf Humser begeht heute seinen 7 0. Geburtstag. Dr. Humser ist seit 28 Jahren Mitglied der Versammlung der Stadtverordneten und hat ein Vierteljahrhundert bis zu den letzten Kommunalwahlen in ihr den Vorsitz geführt. Humser ist Vorsitzender der Anwaltskammer für den Re­gierungsbezirk Wiesbaden und des nassauischen K'ommunal- landtags. Als Rechtsanwalt, wie als Politiker er gehört der nationalliberalen Partei an erfreut er sich allgemeiner Achtung. Seine Art, die immer der Sache dienen wollte und dem Formelwesen abgeneigt war, macht ihn auch dem politischen Gegner sympathisch, zumal sein kerniger volks^- tümlicher Humor aurfi bei der schärfsten Widersacherschaft versöhnlich wirkte. (Kl. Pr.)

Gladenbach, 25. April. Welche Folgen eine Blut­vergiftung haben kamt, zeigt uns folgender Fall. Ein hiesiger Einwohner war Vor einigen Jahren mit dem Be­schneiden einer Weißdornhecke beschäftigt. Bei dieser Go legenheit verletzte er an der Dornenhecke seine Hand. Da er die kleine Wunde nicht beachtete, stellte sich Blutvergiftung ein, wodurch ihm nach und nach alle Kräfte geraubt wurden, ja er sogar die Sprache verlor und allmählich hinsiechte, bis ihn der Tod von seinem Leiden erlöste. (Hess. Ldsztg.)

Vermischtes.

* Paris, 25 April. Die beiden Hauptpersonen aus dem Drama von Courrieres 9? e m h und Pruy 0 st ft eiten s ich gegenwärtig im Grand Hotel zu Lille für ein E intr ittSgcld von 50 Centimes aus. Die Plakate zeigen Folgendes an:

Jedermann kann die Erzählung unserer schrecklichen Ge­fangenschaft von 9 bis 12 Uhr mittags und von 2 bis 9 Uhr nachmittags anhörcn.

Die Beiden tragen das Kreuz der Ehrenlegion, weshalb ihr Ver­halten doppeltes Mißfallen erregt.

* Rom, 25. April. Professor Mattencci hat gestern den ersten Aufstieg zum Vesuv Kegel unternommen, um einen Weg für Touristen und Führer zu trassieren. Er stellte fest, daß der Krater mund sich aus einen Umkreis von über anderthalb Kilometer erweitert hat. Aus der Seite von San Giuseppe und Pompeji ist der Kraterrand abgestürzt. Von der Drahtseilbahn sind nur noch ivtntgc Ueberblcibsel vorhanden. Der Vesuv ist gatt« ruhig und stößt nur zeitweilig mit etwas feinem Sand vermischte Dämpfe aus.

ihtivcrütäis»Hacbrid?taL

Frankfurt a. d. O., 26. April. Zur 400. Wiederkehr des Gründungstages der Universität Frankfurt a. d. O., die hier mehr als 309 Jahre bestanden und 1811 nach BreSlau verlegt wurde, fand im Beisein des Regierungspräsidenten v. Dewitz, des Rektors der Universität Breslau Proi. Dr. Kaufmann, des Pro­rektors Prof. Kawerau und vieler anderer Ehrengäste eine vom Frankfurter Verein für Kunst und Wissenschaft veranstaltete E r i u u e r u n g s f e i e r im Lienauhausmuseum statt. Hierbei überreichte der Regieruugspräsideut als Geschenk des Kaisers an die hiesige Museumsgesellsciuüt das Bild des Stifters der ersten brandenburgischen Universität, des Kursursteu Joachim L, eine Kopie des im Besitze des Kaisers befindlichen Originals von Lucas Eranach. Der Rektor Kauiuwim überbrachte die Grüße der Uni- verfilm Breslau. Nachmittags faud in der Aula des königlichen Friedrichs-Gymnasiums ein Festakt statt, dem die genannten Ehren­gäste ebenfalls beiwohnten.

Rom, 26. April. Im neuen Justizpalaste wurde in Gegen­wart des Königspaares, des Unterrichtsministers Bosetli, des Marineministcrs Admirals Mirabells re. der Internationale E h e m i k er k 0 n g r e ß feierlich eröffnet. Ter Vertreter des Bürger­meisters begrüßte die Kongreßteilnehmer im Namen der Stadt Nom und gedachte des dahiugefchiedenen Vrofeffors Curie; sodann sprachen unter lebhaftem Beifall Miuisier Boselli, Senator Patemo, der Präsident des Kongreffes, und im 9lamcn des ständigen Kongreß- ausfchusses Professor Witt-Berlin, ferner die Professoren Moissan für Frankreich, Tilden für England, Ostwald-Leipzig für Deutsch­land, Donath für Oesterreich-Ungarn und andere ausländische Delegierte.

Arbeiterbewegung.

M agdeburg, 26. April. Zahlreiche hiesige und braun­schweigische Arbeitgeber-Vereinigungen beschloßen die General- aussperrung sämtlicher am 1. Mai feiernden Arbeiter vor­zunehmen.

Hamburg, 26. April. In der Lohnbewegung der in der D a m e n k 0 n f e k t i 0 n s b r a n ch e beschäftigten Arbeiter und Llrbeltcrinncn einigten sich beide Parteien vor dem Gewerbe­gericht über einen neuen Tarif, der sofort in Kraft tritt und bis zum l. April 1909 Giltigkeit hat.

Sport.

* * Radwettfahren. Der Sportplatz Gießen, Radrenn­bahn an der Haardt, wird am 13. Mai seine diesjährige S a i - fett _ mit großen internationalen Dauer-Fliegerrennen erossnen. Der Hauptanziehungspunkt wird der Große Früh­lingspreis von Gießen sein, der mit 500, 250 und 100 Mark dotiert ist, die Direktion steht bereits mit besseren Tauerfahrenr in Uuterhanolung. Rege Hände find ick an seit Wochen damit be­schäftigt, die Bahn erstklatsig einzurichten. Die Tribünen nnd> Barrieren sind renoviert imb die Rennbahn wird bis zur- Eröffnung im tadellosen Stande sein, so daß jeder Besucher auf seine Kosten kommen wird.

Landwirtschaft.

Dem ..Reicksm-;." zuwlge. i , der Sta n d d er Saaten im Deutschen Reich 9)iittc April, wenn 1 sehr gut, 2 gut. 3 mittel, 4 gering, 5 sehr gering bedeuten, folgender: Winter^ weizen 2,6 lim April des Vorjahres 2,4), Wintcrspelz 2,7 (2,1), Winterrvggen 2,6 (2,41, Klee 2,4 (2,9), Luzerne 2,5 (2,4), Be- wäfferuugswicsen 2,4 (2,2), andere Wiesen 2,8 (2,7). In den Bemerkungen dazu heißt es: Die durch das rauhe Märzwetter etwas verspätete Frühjahrsbestellimg konnte im April, d-ank dem anhaltend^ trocken-warmen Wetter, rasch 'und gut bewerkstelligt werden. Sie luar zur Zeit der Berichterstattung b:s auf das Legen der Kartoffeln größtenteils beendet. An Scliädlingcn werden 9Räuse, 9Raden, Kleekrebs, Fritfliegen und Unkraut vereinzelt er- wähirt. 9?itr in Siiddeutschtand werden die Klagen über Mäust- fraß häufiger. Die Umpslügungen wegen der Ausivinterung waren bisher nur unerheblich. Die Saaten, die infolge der nassen und verspäteten Herbstbestellung sehr ungleich in den Winter kamen, dabeir den Winter verhältnismäßig gut über­standen. Ebenso kamen Futtergewächsse im allgemeinen gut durck den Winter. Die Wiesen begannen zur Zeit der Berichterstattung meist eben erst, sich 'zu entwickeln.

Handel und Verkehr, Volkswirtschaft.

Märkte.

(1h.) Gießen, 26. April. Der dicswöchentlichc Vieh- markt hatte einen Auftrieb von 1000 Stück Großvieh, 100 Kälbern und 1100 Schweinen. Der Vormarkt in Milchvieh war wieder sehr flott und nahm das beste Vieh dem eigentlichen 9Rarkwcrkehr fort. Bürgermeisterei, Polizciamt und Eifcnbahn- behörde erwägen, wie man diesen den Hauptmarkt schädigenden Handel vor dem Markt unmöglich machen, bezw. erschweren könnte. Die Handelsleute haben gar nichts dagegen, wenn der Vorhandel eingedämmt wird, und dafür der Auftrieb auf dem Markt in Bahnen gelenkt wird, die ein glatteres und leichteres Abwickeln des Geschäfts ermöglichen. Am Markt war bet Handel in Milchware recht flott, weil der Vorrat nicht der Nach­frage genügte. Infolgedessen waren die Preise recht hoch, -fach der Handel in Fettvieh machte sich bei guten Preisen. 9lim Kälber markt fomtten, bei der Knappheit dieser Ware auf dem Land, die Verkäufer Preise verlangen, so hoch sie wollten, beim die Tiere gingen reißend weg. Ciangvich war wenig am Markt, wurde auch nicht stark gefragt. Das Geschäft am Schwcinemarkt war seit längerer Zeit ebenfalls inicber trotz ber hohen Preise recht flott. Es hat bies seinen Grunb bann, baß in den letzten Tagen die Preise für fette Ware in ber Gegenb loieber um ca. 10 Prozent gestiegen sinb und fette Schweine in ber letzten Woche wieder stark gefragt würben. Es würben gehanbelt: Mllchkülw pro Stück 1._ Qual 550475 Mk., 2. Qual. 425375 Mk., 3. Qual. 350300 Mk. Fettvieh würbe verkauft ber Zentner Schlacht­gewicht fette Rinber 1. Qual. 7371 Mk., 2. Qual. 70-68 Mk , fette Kühe 1. Qual. 6866 Mk., 2. Qual. 6462 Mk., Kälber 1. Qual. 8075 Mk., 2. Qual. 7268 Mk., 3. Qual. 6965 Mark. Gangochsen waren zu haben pro Paar von 900 bis 750 Mark. Schweine würben qefimtbclt pro Paar: Ferkel 31 Wochen alt 4036 Mk., 68 Wockxen alt 8545 Mk., bis 12 Wochen alt 6575 Mk. Springer leichtere Ware 12090 Mk., stärkere Tiere 150130 Mk. Der Markt war vcrhälttrismäßig schnell beenbet unb alle Gattungen Vieh würben geräumt. Nächste Mark- tage 8. uitb 9, M n i b. I., am zweiten Taae auch 'Krämennarkt.

Mrehliche Nachriehtem

Evangelische Gemeinde.

Samstag, ben 28. April 1906: Hatttsdienll.

In der Stadtttrche.

Nachmittags 2 Uhr: Beichte. Pfarrer D. Schlosser. Sonntag, ben 29. April, MisericordiaS-Domini.

Kollekte für bie Armen.

Vormittags 9*/, Uhr: Konfirmation der Kinder auS ber Matthäusgemeinbe. Feier bes heil. Abendmahls.

Pfarrer D. Sch losser.

Abends 6 Uhr: Pfarrer Schwabe.

Im Anschluß daran findet die feierliche Entlassung der kon­firmierten Chorschuler statt, wozu besonders auch deren Angehörige eingeladen werden.

Iu der FohanncSkirche.

Vormittags 91/., Uhr: Plärrer Euler.

Vormittags 11 Uhr: Militärgottesdiensi. Pfarrer Euler.

Nachmittags 2 Uhr: Kindergottesdienst für die Lukas- gemeinde. Pfarrer Euler.

Abends 8 Uhr: Versammlung unb Bibelbesprechung tm Konfirmanbensaal ber Johauneskirche.

Katholische Gemeinde.

Samstag, ben 2 8. April:

Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr Gelegenheu zur heil. Beicht.

Sonntag den 29. April:

2 . S 0 n n t a g n a ch O st e r u.

Vormittaas von 67, Uhr au: Gelegenheit zur heil. Beichte.

, um 7 Uhr: Die erste heil. Meffe, vor unb in derselbe» Austeilung der heil. Kommunion.

um 8 Uhr: Die zweite heilige Messe.

um 97. Uhr: Hochamt mit Predigt.

Nachmittags um 2 Uhr: Christeulehre; darauf Andacht.

Dienstag und Freitag abend um 6 7- Uhr ist Mai-Andacht.

Freitag um 7 Uhr ist Segensmesse.

Die Haupt- unb Schlußklaffensiehunsl der 7. und letzten .Hessisch-Thüringischen Staatslotterie beginnt bereits am 3. Mai d. I. Ans die 9rotwcndigkeit rechtzeitiger Loscrneuerung wird aufmerksam gemacht. ss 'u