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Zweites Blatt
156. Jahrgang
Nr. 150
Gießener Anzeiger
General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen
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Freitag 20. Jnni 1906
Rotationsdruck und Verlag der Veil bl's«-»
UntoetfiiöiSb ruderet 9L Lang«, ®ieN*
Redaktion, Expedition n. Druckerei: SchuMr,A.
Teü Nr. 6L Telegr.-Ldr.: An-eiger Dietz«.
Gr^chetnt MtzNch mit Ausnahme des Sonntags.
Die „6iefteitcr gflitilleitblätter* werden dem »Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt Ter Elfisch« Caebwtrt“ erickeint monatlich einmal.
Schiffenberger Weg eingereicht, das von der Versammlung nicht befürwortet wurde. Das Ministerium will nun vor seiner Entscheidung noch die Ansicht der Stadtverordneten hören, ob der beabsichtigte Fachwerkbau keine Beanstandung findet. Die Versammlung hat gegen den Fachwerkbau nichts cmzuwenden.
Joh. Gg. Pfaff will an seinem Neubau an der Goethe-1 trasie einen Balkon anbringen, was die Versammlung ge- I nehmigt.
Auch Emil Schön erhält die Erlaubnis, an seinem Neubau m der Roonstrasze einen Balkon anbringen zu können.
Gg. Belitz ist bei einem bereits früher genehmigten Neubau in der Wilhelmsstraße hinter der Straßenfluchtlinie zurückgeblieben. Die Versammlung erteilt hierzu nachträglich ihre Zustimmung, ebenso für einen weiteren von Belitz projektierten Neubau.
Stadtv. Brück fragt an, ob das gegenwärtig am alten Schützenhaus entstehende ©ebäube, das keinen schönen Anblick biete, auf die Dauer berechnet sei. OberbürgermeisterMecu m bejaht diese Frage, indem er anfügt, daß der Bau seinerzeit von der Versammlung genehmigt worden sei. Auf seine Anregung wird beschlosien, an der Wand des Stadtverordneten- Sitzungssaales eine Vorrichtung zum Aufhängen von Bau- planen usw. anzubringen, um eine gründlichere Prüfung bei | der Beschlußfassung zu ermöglichen.
Städtische Straßen- und Gelände-Angelegenheiten.
Der Bierbrauereibcsitzer Fort sch, der auf seinem Besitztum am Stadtbach ein Saalgebäude errichten will, bittet um kauf- oder pachtweise Üeberlassung von Stadt- bachgelände, um nach dieser Seite Fenster ^und einen weiteren Ausgang schaffen zu können. Die Deputation schlägt : vor, das Gelände gegen eine Pacht von jährlich 100 Mark, eine Summe, die den Zinsen deS Geländewertes entspricht,
vorgenommen wird.
GaS-, Wasser- nud Elektrizitatswerkangelegeuheilen.
Der Anbau des MaschinenhauseS in Queckborn soll vorläufig mit Kalkfarbe gestrichen werden. Wenn der alte Teil des Hauses neu angestrichen werden muß, soll ein einheitlicher Oelfarbenanstrich erfolgen.
Für die Einführung der Gas- und Wasserleitung in der großen Mühlgasse zunächst der Westanlage wird ein Kredit von 1100 Mk. (je 550 Mk.) bewilligt, ebenso für die lLiebigstraße 1360 Mk. und für die Schützenstraße 2680 Mk. _
Weiter wird beschlosien, in den Eich gärt en Wasser- leitung anzulegen und zwar bis zum Klingelhöferschen Besitztum Der Betrag von 1650 Mk. wird bewilligt. Die Wasser- abnehiucr. sollen gehalten sein, eine Wasserabnahme tm Betrag von 165 Mk. jährlich zu garantieren, bezw. diesen Be- trag zu zahlen.
Ein Gesuch der Brühlschen Druckerei um Ermäßigung des Preises für elektrische Energie (bie Firma beabsichtigt, nach Fertigstellung ihres neuen Druckereigebäudes nur noch elektrische Kraft für Licht- und Betriebskraft zu verwenden) wird abgelehnt, da feinem Privatabnehmer für Elektrizität Vorzugspreise eingeräumt find.
Gesuche um Schankerlaubnis.
Sitzung der Stadtverordneten.
Gießen, 28. Juni.
Anwesend: Oberbürgermeister Mecum, Beigeordneter Georgi, die Stadtverordneten: Brück, Dr. Ebel, Eichenauer, EmmelmS, Euler, Faber, Dr. Gutfleisch, Haubach, Heichelheim, Helfrich, Helm, t>ubn, Iughardt, Keller, Kirch, Krumm, Leib "über, Loos, Orbig, Dr. Schäfer, Schaffstaedt, Schmoll,
tum der Stadt ist.
Äug. Nöding Eheleute und Hch. Wilh. Pfeiffer! Eheleute haben an der Liebigstraße 288 Quadratmeter städtisches Gelände erworben, das von einem früheren Fußpfad dort herrührt. Die Versammlimg genehmigt den Verkauf zum Preis von 15 Mk. für den Quadratmeter. |
Für den Erwerb von Gelände für die Ederstraße, Weserstraße, Schottstraße und Asterweg werden von den Besitzern bis zu 25 Mk. für den Quadratmeter verlangt. Es handelt sich um Abtretung von Gelände für die Verbreiterung dieser Straßen, die beim Bau der Häuser schon durchgefuhrt wurde. Es wird beschlossen, 1,12 Mk. für den Quadratmeter zu bieten und im Falle der Ablehnung dieses Gebots das Enteignungsverfahren einzuleiten. Stadtv. x, ö b c r bittet, die Herstellung deS Asterwegs wenigstens soweit vorzunehmen, als die Stadt schon Besitzerin des ganzen Straßengelandev ist.
Für die Liebigstraße ist ebenfalls ein Gelandeerwerb notwendig geworden. ES wird beschlosien, für das Straßen- gelände 1,12 Mk. und für das Baugelände 12 Mk. für den Quadratmeter zu bieten und das Enteignungsoerfahren e.n- zuleiten, wenn die Besitzer auf ihrer Forderung — 121 btfi 15 W. für den Quadratmeter, einerlei ob Straßen- oder Baugelände L bestehen. Stadtv. Schaffstädt hält es für angezeigt, | eventuell eine Zusammenlegung der Grundstucke^vorzunehnien. । Der Vorsitzende hält dies im vorliegenden yall für ans- aeschlossen. Eine zivangsweise Zusammenlegung x\t mangels eines Gesetzes hierüber nicht möglich, em von ihm gemachter Versuch einer freiwilligen Zusammenlegung ist nicht zustande gekonmiem t e r i n ä r k l i n i k zwischen Frankfurterstraße
und Eisenbahn isl eine Straße geplant, die mit Rücksicht auf die Entwässerung jener Gegend bald eingerichtet werden soll. Der dazu erforderliche Geländeecwerb von der cvang. ^arrei zum Preis "von 6,50 Mk. für den Quadratmeter wird gut-
dem Gesuchsteller pachtweise zu überlassen.
Stadtv. Löb er hält 100 Mk. für zu hoch, da e5 sich nicht um Kauf- sondern um Pachtgelände handle. Er halte 50 Mk. JahreSpocht für ausreichend. Auch Stv. Kirch bittet, Förtfch entgegenzukommen. Es handle sich um ein Unternehmen, von dem die ganze Stadt einen Vorteil haben wird. Auch bei anderen Pächtern hob§ man nicht den Verkaufswert des bett-. Geländes dem Pachtpreis zu Grunde gelegt. Nach! kurzer weiterer Debatte wird der Antrag der Deputation mit 12 gegen 11 Stimmen abgelehnt und der Antrag deS -Ltadt- verordn. Löbcr mit 14 Stimmen angenommen.
Die beabsichtigte Anlage einer Kegelbahn im Hof der städtischen Kaserne erhält die Genehmigung der Versammlung, die erforderlich ist, weil das Gelände Eigen-
PRÄ,... M I.~« W"”":; qaffc 20 eine Werkslätte errichten. Da das Grundsluck kei besondere Einfahrt hat, wird der Dispens nicht bc^l"ortetp
W. Gerhard hat bereits früher em Daugefuch sur den
Für folgende Lokale, bet denen es sich um bestehende Wirtschaften handelt, deren Betrieb in andere Hände über- acht, sollen die nachgesuchten WirtschaftSkonzessionsgesuche befürwortet werden: Bahnhofstr. 43 (Peter (Saub), Brau- gasie 7 (Karl Loth), Markt 5 (Georg Marl) - nur für ben Betrieb in der seitherigen Weise —, Walltorstr. 35 (Peter Helfer), Seltersweg 40 (Wilhelm Beuchert) und Walltorstraße 24 (P. Mink). Nicht befürwortet wird cm Llonzesstons- acsuch von H. Euler für Ludwigstr. 57. Es handelt sich dabei um em Lokal, in dem bis jetzt ferne Wirtschaft betrieben wurde, und in der Nachbarschaft sind bereits mehrere AuS- schankstellen vorhanden.
Schulaugelegenheiten.
Stadtv. Dr. Ebel weist auf die den Stadtverordneten von der Stadtverwaltiing vorgelegte Uebersicht über den Bestand der städtischen Schulen hin. danach sei ein gewisser Stillstand unverkennbar, insbesondere seien einzelne Volksschulklaffen überfüllt und die Durchschnittszahl der m Liner Volksschulklasse befindlichen Schüler höher als im ver- Langenen Jahre. '-Dian habe fogar StaRen md üb« 60 Schülern, während 40 die. normale Zahl sein sollte. Es sei klar, daß eS so nicht weiter gehen könne und die Ver- sanimlung habe die Pflicht, weiter zu sehen und entsprechende Maßnahmen zur Abhilfe zu treffen. Er wolle anregen, daß der Schulvorstand und die Schuldeputation, sowie die Jlnanz- deputation sich mit der Frage befassen und bis zur nächsten Voranschlagsberatung Vorschläge machen tollten, m welcher Weise eine Besierung erfolgen könne. Weiter bitte er, daß die schon früher vom Oberbürgermeister ausgesprochene Ab- sicht, alljährlich einen bestimmten Betrag un Voranschlag für einen Schiilgebäude-ErweiterungSfonds einzusetzen, zur ^urch-
9 y Die deutsche Kleinbahngesellschaft beabsichtigt, von der Rodheimer Straße nach der Brauerei Bichl er ein Anschlußgleis zu legen. Die bei der landespolizeilichen Be- sichtigung von der Stadt gestellten Bedingungen, die hauptsächlich den Schutz der Baumanlagen an der Rodhetmer Straße und Stadtallee, sowie die Wahrung der stadtuchen Interessen bei einer eventuellen Veränderung dcs Strairen- Niveaus bezweckten, gaben der Bahnverwaltung ledoey Veranlassung, das Projekt fallen zu lassen.
Städtische Bauten und Lieserungen.
Der bereits kürzlich genehmigte Vertrag mit der Mi.üar- verwaltung wegen Errichtung eine-, ö‘Qn1’ lc” ““ beschäftigte heute die 93criammliing abermals, da der FlskuS auf einige der von der Versammlung vorge,chlagenen -oer- tragsänderungen nicht emgeheri will. Es wird heute be- Mionen auf die Forderung, den Kursverluit zu den Bau- Men muiät.len. zu verzichten. Em Verkaustrecht fall der Militärverwaltung emgeräumt werden, der Gebaudewert soll Mi Falle des Verkaufs an den tfiSfuS durch drei ^ach- Derflänbigc festgesetzt .verden. Es entsteht eine urze^ebat^ über die Angelegenheit, m der u. a. Stadtv. Haubach
werden. , . . ±.,
Die fortgesetzten Bemühungen, dem Verbände deutscher Hochschulen Hindernisse in den Weg zu legen, haben nur an einer Stelle wirklich ihr Ziel erreicht, nämlich beim S e n crt der Fr e i e n und Hansestadt Hamburg. Er hat — wie man sich auf dem Verbandstage erzählte, auf unmittelbare Einwirkung von feiten eines anderen Bundesstaates — die Tagung des Verbandes amtlich ignoriert, dagegen halbamtlich den Vertretern der Studentenschaft „abraten" lassen, einen gemeinsamen Huldig- n n a s z u g zu dem neuen — bekanntlich zu gleicher Zeit auch von dem Kaiser übersehenen — B t s m a r ck - bcntmal zu unternehmen. Die jungen Leute haben sich einem solchen Wink ihrer „Gastgeber" wohl ober übel fügen müssen, aber sich durch die Haltung der obersten Behörde einer „freien" Stadt ebensowenig entmutigen lasten wie durch einen im vorigen Jahre aus sie (nach Eisenach) gerichteten kalten Wasserstrahl.
stattfinden kann.
Scfudie um Befreiung von baup-tizeitichln fceftimmungen
SW Schwan beabsichtigt »> se,n«m Anwesen an Set Mäusburg eine eiserne Treppe m emem beianderen Anbau im 6of ansubauen. Das Gesuch werd befürwortet da die Dreuersicherheit beS Gebäudes durch die Anlage erhöht wird.
(ihr Bieker will an seinem Hause in der großen Muhl- gasse einen Erker erraten. Die Versammlung Pt bannt em. verstanden unter der Bedingung, daß der Erker nicht u . 50 Ztm. Ausladung erhält. ~rMin
Die Beschlußfasiung über em Gesuch der ^rn W. Zurbuch für die Eichgärten wird aus Antrag der Bai beputation ausgesetzt, um nochmals wegen der gänzlich n Verlegung der Lackfabrik mit der ^rma m Verhandlung zu treten. Stadtv. Schwall bittet um moglichlte Beschleumgui g
Stück zu — —
Die Auslosung des 1892er Anlehens ergab: 2000 Mk.: Lit. F 40, 109, 132, 1000 Mk.: Lit. G 13, 50, 500 Mk.: Lit. H 74, 75, 127, 300 Mk.: Lit. I 47,
Wallenfels und Dr. Wimmenauer.
Auslosung von Schuldverschreibungen.
Vom 1890er Anlehen werden auSgelost: 2000 Mk.: Lit. A 43, 97, 147, 196, 1000 Mk.: Lit, B 7, 9, 21, 68, 74, 199, 500 Mk.: Lit. C 12, 39, 67, 260, 272, 334, 380, 434, 300 Mk.: Lit. D 23, 130, 134, 200 Mk.: Lit. E 11, 68, 71,
heroorhcbt, daß am besten der Fiskus selbst das Gebäude errichte, wenn er mit den städtischen Bedingungen nicht zu» frieden sei.
Die Beschaffung von Vorfenstern für daS ^-orsthauS an der Lichcr Straße wird gutgeheißen und die hierfilr notwendigen 80 Mk. werden bewilligt.
Im Hofe der Bürgermeisterei waren zwei Probebänke aufgeftcat, die evcnt. als Dlnsler für die bereits früher bewilligten neuen Bänke im Philosophenwald und in den Anlagen dienen sollen. Man beschließt jedoch, die seither vom Verschönerungsverein benützte Bankform zu wählen und mit deren Ansertigern in Verhandlung zu treten. Vorauß- setzimg ist, daß die Bänke der Stadt zu demselben Preis geliefert werden, den der VerschönerungSverein bezahlt (39,30 Mk.). Stadtv. Eichenauer bittet, eine der neuen I Bänke am Philosophenwaldweg über den Wiesen aufzustellen, während Stadtv. Heichelheim anregt, daß sofort eine ^Reparatur der im Philosophenwald befindlichen alten Bänke
sühruna komme. „
Stadtv. Orbig begrüßt diese Anregung. Gmen -text der Schuld trage der langsame Fortgang an den Arbeiten der höheren Töchterschule. Was hieran Schuld sei, wipe ec nicht, doch meine er, daß z. B. durch frühzeitigere Vergebung der Arbeiten eine Beschleunigung in der Fertigstellung der Schule erzielt und hierdurch auch dem heimischen Handwerkerstand Nechnung getragen werde. Dio Arbeiten seien fo zu beschleiinigen, daß das alte Gebäude noch m bic]em Jahre I für Volksschulzivecke frei werde. ..
! Oberbürgermeister Mecum stimmt bezüglich des lang- famen Fortgangs dec Arbeiten an der höheren -Töchterschule, abgesehen von einigen Uebertreibungen, den Ausmhrungeu Orbigs zu. Die Bemerkungen über die angebliche Weber* süllunq von Schulklasien könne er aber nicht unwider,prochen lassen. Die Schiilverhältnisie in Gießen seien nicht ungünstiger als in anderen Städten, z. B. in Köln und Düffeldorf. (Stadtv. Krumm: Das ist ja auch m Preußen!) Es sei die Absicht der Schulverwaltung, daß eine Verichlechterung nicht eintreten solle, vielmehr sollten die jetzigen Verhältnipe noch qebefiert werden. Kleine Verschiebungen seien immerhin in dem einen oder anderen Jahre möglich, aber tm allgemeinen feien die Verhältnisse günstig. .
Stadtv. Heichelheim glaubt nicht, daß cm Beamter an dem langsamen Fortgang des Baues schuld sei, was der Oberbürgermeister bestätigt. Auch habe sich der Architekt in der letzten Zell bemüht, früher Versäumtes nach- °U^°Stabte. Dr. Ebel bemerkt, es fei ihm nicht eingefallen,
Stück zu
Stück zu 200 Mk. Lit. K 31.
Die ansgetoften Stucke sind zum 1. Oktober gekündigt. Mitteilungen.
Der Vorsitzende teilt mit, daß die am 2. Januar m Betrieb genommene Kläranlage nunmehr vollständig fertig ist und regt eine gemeinsame Besichtigung der Unlage an. Die Besichtigung soll am nächsten Montag nachmittags 6 Uhr stattfinden. Auf Anregung deS Stadtv. Kirch wird daran anschließend, rote alljährlich .in früheren Jahren, cm gemeinsames Abendessen der Stadtverordneten stattfinden.
Die Arbeiten an der Brunnenanlage bei Queckborn sind soweit gediehen, daß etwa in 14 Tagen eme Berichtigung
Bom Hamburger Verbandstag deutscher Hochschulen läßt sich eine Korrespondenz schreiben, man sei sich dort ziemlrch einig darüber gewesen, daß die bisherige Knmpfes- weisc gegen die katholischen Verbindungen auf die ; Dauer nicht aufrecht zu erhalten fei, umsoweniger, als starke und einflußreiche Verbände und Vereinigungen die Teilnahme an ihr verweigerten, ^o die Freie deutsche Studentenschaft und der Stofen er S. C., der aus dem Verbände Deutscher Hochschulen auszutreten beschlossen habe.
Tie Mitteilung entspricht nach dem „Hann. Courier" keineswegs völlig den Tatsachen. Mit dem Kampf gegen die konfessionellen (nicht: katholischen) Verbindungen hat man sich in Hamburg gar nicht beschäftigt. Zur Sprache ist lediglich die Frage gekommen, ob an den Hochschulen, wo konfessionelle Verbindungen noch an dem Ausschuß beteiligt sind und eine nationale Haltung zeigen, wie dies stellenweise konstatiert nrerden konnte, auf ihrer Ausschließung bestanden werden sollte. Man beschloß, der Teilnahme solcher Verbindungen an den Studentenverbänden bezw. ihren Ausschüssen nichts in den Weg zu legen, in der Erwartung, daß auf sie in dieser Weise erziehlich eingewirkt werden würde.
Weiter sind die „Freie deutsche Studentenschaft" so wenig wie der „Kösener S. C." (Verband der Korps an den Universitäten) aus dem Verband Deutscher Hochschulen ausgetreten. Beide waren in Hamburg vertreten. Bei dem Kösener S. C. sind allerdings die bereits im Vorjahre gemachten Versuche, ihn (wie auch die „Vereine Deutscher Studenten") von der studentischen Ge- meinbürgschast abzusplittern — bekanntlich sitzen „alte Herren" des Kösener S. C. auf hervorragenden Platzen im preußischen Kultusministerium — fortgesetzt worden und diesmal mit besserem Erfolge; aber ein Beschluß in dieser Richtung ist nicht zur Ausführung gelangt und wird, wie in Hamburg erklärt wurde, wieder rückgängig gemacht


