Ausgabe 
28.9.1906 Zweites Blatt
 
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* Vom Kalibergbau. Die »Darmst. Ztg.^ schreibt: liebet den Kalibergbau in Oberhessen brachten wir in unterer Nr. 221 vom 20. d. Mts. eine Notiz, in der wir auf die Ans- fübrungen derDeutschen Bergwerkszeitung", wonach u. a. die hessische Regierung an dem ihr kehr erwünschten Abschlüsse von Verträgen mit den in Oberhessen nach Kali tefjürtenben Bohr­unternehmern gehindert sei, unter Hinweis aus die entgegengesetzt liegenden tatsächlichen Verhältnisse eingingen. Diese unsere Notiz gibt dieDeutsche Bergwerkszeitung* in Nr. 224 vom 25. d. Mts. wörtlich wieder, nicht ohne einige Bemerkungen daran zu knüpken. In sachlicher Hinsicht kann fie unseren Ausführungen nichts ent- gegenbalten. Sie fragt mir, warum denn die Regierung keine Verträge nbschließe, wenn fie es könne und doch auch zweifellos wünsche. Daraus können wir mitteilen, daß der Abschluß einer Reibe von Verträgen zwischen Bohrunternehmern einerseits und der Regierung andererseits beabsichtigt und nur deshalb noch nicht erfolgt ist, weil die Fertigstellung des Entwurfs eines Norinal- vertrageS demnächst zu erwarten steht. Alsdann wird dem 9lb- schluß von Verträgen näher getreten werden können. Am Schluß ihres Artikels spricht dieDeutsche Bergwerkszeitung" den Wunsch aus, etwa? über den U m f n ;> c der Kalilunde in Oberhessen zu erfahren. Die Bohraele0!cha^-en lassen hierüber, wie dieBerg- werkszeituug" kürzlich selbst schrieb, nichts verlauten. U. E. kann man ihnen dies nicht verübeln, denn ihre Bohrresultate, mögen sie nun positiv oder negativ ausgefallen sein, sind von erheblichem Wert für die Beurteilung des geologischen Ausbaus angrenzender, für die Aufsuchung von Kali in Betracht kommender Gtebiete. Diese mit großen Kosten erworbenen Kenntnisse werden die Bohr­gesellschaften kaum ohne weiteres preiszugeben geneigt sein. Daß auch amtlicherseits über die Bohrresultate keine Auskunft gegeben wird, ist. weil private Interessen dadurch berührt werden, wohl selbstverständlich.

Der Verband der Bau vereine im Groß- Herzogtum Hessen hält am 7. Okt., vorm. 101/, Uhr, im Neuen Saalbau seine Hauptversammlung ab. Aus der Tagesordnung stehen u. a. Referate dcS Rendanten Döring- Gießen über dieFörderung der gemeinnützigen Bautätigkeit durch die öffentlichen Sparkaffen" und des Pfarrers Bech- t olSheim er-Mombach über »die wirtschaftliche und soziale Bedeutung der gemeinnützigen Bautätigkeit, insbesondere der Baugenossenschaften".

Der hessische Landes-Nechnerverband hält seine Generalversammlung am Sonntag, 14. Okt., zu Frank­furt a. M. ab.

Reife Kirschen. Gestern wurde uns von einem Leser unserer Zeitung ein Zweig reifer Kirschen gezeigt. Er stammt von dem Kirschbaum eines Gartens an der Rod- Heimer Straße, der eben seinem Besitzer zum zweiten male die süßen Früchte spendet.

r. Großen-Buseek, 27. Sept. Am 1. Oktober werden es 2 5 Jahre, daß sich unser Arzt Dr. Böckler hier niedergelassen hat. Sein einfaches, schlichtes, aber doch wohl­wollendes Wesen, sowie seine große Sachkenntnis in seinem Berufe, haben ihm da§ allgemeine Vertrauen der hiesigen, 'sowie der umliegenden Bevölkerung erworben. Wie viel Hunderten von Kranken und Leidenden hat er schon Hilfe

und Gesundheit gewährt. ES ist deshalb begreiflich, daß die ganze hiesige Bevölkerung innigen Anteil an diesem Jubeltage nimmt. Seine Gemahlin war ihm stets eine unentbehrliche Stutze in seinem schweren Berufe. Wir woflen hoffen, daß sowohl der Jubilar, sowie seine Gattin der leidenden Mensch­heit noch recht lange erhalten bleiben.

----- Friedberg, 27. Sept. Ein wichtige? Urteil ist dieser Tage vom Landgericht Gießen gefällt worden in einem Prozeß, den der Müller Peter Dietz von hier gegen die Städte Bad-Nauheim und Friedberg seit vier Jahren fuhrt. Wie schon genügend bekannt, ist die früher klare Ufa seit ea. 10 Jahren durch Einführung der Fäkalien von Bad-Nauheim und Abwäffer von Friedberg vollständig verseucht. Außer der Walterschen Badeanstalt mußte auch diejenige des P. Dietz geschlossen werden. Letzterer erhob daraufhin wegen Schädigung seine? Anwesen? durch Ver­unreinigung der Ufa Klage gegen beide Städte. Diese sind jetzt dazu verurteilt worden, unverzüglich die Mißstände zu entfernen und dem Kläger den Schaden zu ersetzen.

-t- Vilbel, 26. Sept. Als Kandidaten bei der Ab - geordnetenwahl für die Landwirtschaftskammer werden der ReichstagSabg. Graf Oriola zu Büdesheim und Oekonom Kalb Henn hier genannt. Im allgemeinen erregt die Wahl bis jetzt nur ein geringes Interesse. Freunde der Kandidaten machen Werbeversuche für die Wahlmänner- wahl; in Kaichen und Heldenbergen fanden öffentliche Be­sprechungen statt, bei denen die Anhänger beider Parteien zu Gehör kamen. Ueber den mutmaßlichen Wahlausgang läßt sich nicht? sagen.

-j- Laubach, 27. Sept. Ein achtjähriger Junge spielte bei seinen mit Grummetmachen beschäftigten Eltern aus der Wiese, indem er über kleine Erdhügel hüpfte. Plötzlich fällt er und schreit jämmerlich auf. Er war mit der Hand in eine Falle, die zum Fangen der Raubvögel ausgestellt war, gekommen; diese war zugeschnappt und hielt den Jungen fest. Von den herbeigeeilten Leuten konnte ihn ferner befreien, da man nicht wußte, wie die Falle geöffnet wurde. Geraume Zeit dauerte es, bi? e? seinem Großvater gelang, den Knaben aus seinen hilflosen Lage zu befreien.

R. B. Darmstadt, 27. Sept. In der heutigen Sitzung der Stadtverordneten-Versammlung machte Ober­bürgermeister Morne weg Mitteilung über den Stand der Verhandlungen betr. llebernahme der Dampf st raßen- bahn in den Betrieb der Stadt. Darnach hat das Ministerium der Finanzen sich bereit erklärt, den Betrieb für die Linien DarmstadtEberstadt, DarmstadtArheilgen und neuerdings auch DarmstadtGriesheim auf die Stadt zu übertragen. Die Süddeutsche Eisen b ah ngesellsch aft hat den Vorschlag der Stadt, ihr den Betrieb der Straßen­bahn zu verkaufen, abgelehnt. Es wurde nun ein­stimmig eine Kommission von sieben Mitgliedern (der Ober­bürgermeister und sechs Stadtverordnete) gewählt, die die weiteren Uebernabme-Verhandlungen mit der Süddeutschen Eisenbahnaesellichaft resp. dem Ministerium zu Ende führen soll. Die Versammlung genehmigte ferner die Annahme ver­schiedener Legate, die ihr durch Testament der verstorbenen Witwe deS Komerzienrat Keller zusielen. U. a. 50 000 Mk. zur Errichtung eines Kinderheims für arme kränkliche Kinder, 10 000 fDlf. zur Erhaltung der Grabstätte, 1000 Mk. für das Krankenhaus und 500 Mk. für die Ferienkolonie. Auf Vorschlag der Bürgermeisterei wurden die Löhne der städtischen Arbeiter wegen der allgemeinen Teuerung um wSche.ülich durchschnittlich 1.20 Mr. erhöbt, -flür baS städtische Schwi m m b a d hat das Stadtbauamt ein neues Projekt ausgearbeitet, das 900 000 Mk. kostet und demnächst zur

Ausführung gelangen soll. Au? dem der Stadt zuge­fallenen Vermächtnis des Buchhändler? Schneider, ea. 80 000 Mk., sollen die Zinsen von 32 500 Mk. für die Ausgaben des Krankenhauses und die Zinsen (4 pCt.) der gleichen Summe alljährlich unter die Armen der Stadt ver­teilt werden. Endlich wurden noch 21 000 Mk. zur Ver­größerung von sechs Wagen der elektrischen Straßenbahn bewilligt.

fc. Frankfurt a. M., 27. Sept. Ter hiesige OrtS- verein des VerbandeS deutscher Post- und Tele­graphenassistenten beschloß, die Abhaltung von Festlichkeiten im kommenden Winterhalbjahr der herr­schenden TeuerungSverhältniffe wegen einzuschränken. Ein Automobil auS Darmstadt rannte in der ver­gangenen Nacht in der Nähe von Frankfurt in einen Straßen­graben, weil plötzlich Steuerung und Bremse versagten. Die Jnsaffen, Damen und Herren, wurden in großem Bogen herausgeschleudert. Zwei Herren erlisten Verletzungen. Das Automobil wurde stark beschädigt.

ICim ft und Wiffenf^aft.

Frankfurt a. M., 27. Sevt. Das heutige Kon'. ert der vereinigten Porkshire-Eböre gestaltete sich zu einem glänzenden Erfolg für die englischen Sänger und birt'ifä-.t in dem kunstfreudigen Frankfurt eine Erinnerung, welche uv. lange nachklingen wird. Der große Konzertsaal des Saalbaues war bis auf den letzten Vlntz gefüllt. Das Kvnzert begann mit einer Ueberraschung für die Zuhörer. Auf ein Zeichen des Dirigenten Dr. Henrh Coward stimmte die Sängerschar unter Orgelbegleitung den ersten Vers vonHeil Dir im Siegerkranz" in deutscher Sprache an. Das Publikum, welches sich bei den ersten Klängen erhoben hatte, dankte mit brausendem Beifall. Es folgte eine musterhafte Aufführung von Edward ElacnsTbe Dream of Ge- rontius". Nach derselben überreichte an der Spitze einer W- ordnung Herr Adolf de Neufville dem Dirigenten einen Lorbeer- kranz als Dank der Bürgerschaft für die glänzende Darbietung. Die a capella-Chöre, welche den zweiten Teil des Programms bildeten, sanden eine fast noch begeistertere Aufnahme; mehrere mußten auf stürmisches Verlangen des Publikums toicb 'rTintt wer­den. Am Schluß des Konzerts stimmte der Sänger-Chor Orgelbegleitung den ersten Vers der cimlischcn Hymne an, tz.'-r-- 'das Publikum wiederum stehend auhörte rnb mit nicht endenden Beifall lohnte. An das Konzert schloß sich eine zwanglose Ge­selligkeit auf Einladung der Stadtbehörde in den Nebensälen an. Die englischen Sänger, die nach dem Konzert nach Mainz reiften, haben an den Kaiser ein Telegramm gesandt, das fol­genden Wortlaut hat:lieber 400 englische Sänger und An­gehörige aus Porkshire unter dem Protektorat des Herzogs von Norfolk, die auf einer Säug er fahrt durch das herrliche Rhein­land von Behörden und Bürgerschaft deutscher Städte aufs herz­lichste empfangen wurden, senden Eurer Majestät, dem Schützer der Künste, ergebenste Huldigung und ehrerbietig­sten Gruß mit dem Wunsche, daß auch unser Besuch dazu bei­tragen möge, die Bande aufrichtigster und beständiger Freund­schaft zwischen den stammverwandten Völkern Deutschlands und Englands fester zu knüpfen. Im Auftrage: Embleton, Coward, Lindlar." Auf der Konferenz für Krebsforschung betonte in seiner Schlußrede Geheimrat von Levden-Berlin, daß die Fort­schritte in der Erforschung der Krebs-Krankheit, zu der Hoff­nung berechtigen, daß es in nicht zu langer Zeit gelingen werde, das liebel ersolaroich bekämpfen zu können.

Vermischte».

* Eine gräßlich eSkandalgeschichte. Tie Geschichte von einem 60 jähr. Meßner int katholischen Dorfe Oberoaz (Grau- bünben), der z w ö l f nackte Frauen tt n d Mädch eit ge­peitscht und ihnen Blut abgezavft hat, erregt in der Schweiz begreiflicher Weise allgemeines Aufsehen. Die Skmtdal- geschichte geht nach der Voß'. Ztg. in ihreit Anfängen weit zurück; bisher war es aber möglich gewesen, die Kenntnis des Vorfalls auf die Gemeinde zu beschränken und so eine Untersuchung zu ver­hindern. Ntnnnehr wird sich der verhaftete Meßner wegen Fäl­schung der Unterschrift des Geistlichen, in dessen Namen die Mädchen und (fronen zur Geißeln ig durch den Meßner ausgefordert tvurden, zu verantworten haben.

* Kleine Tages ch r r n i k Auf Station FriedrichSgrtibe Oberschlesien) glitt vom Trittbrett eines fahrenden Znges der Eifenbahnfekretär Schrantin ans Kattowitz ab. Er geriet unter die Räder und ist infolge des Blutverlustes im Kra kenhause gestorben. In Köln ist der Restanratenr Johann Faßbender unter Mit­nahme seiner Kasse, in der sich ein Betrag von 11 000 Mark eines in seinem Lokale tagenden Sparvereins befand, dem ansschließlich kleinere Handwerker angehören, flüchtig geworden. Am Diens­tag wurden auf dem Abort eines Restaurants in Tegel bei Berlin die halbangebrannten Gliedmaßen und der Kopf eines Kindes anfgesimden. Als Mittler des Kindes ivurde das 20 Jahre alte Dienstmädchen Berta Schenk ermittelt und von der Polizei festgeiiommen. Ein in voller Fahrt befind- liches Automobil überschlug sich durch ein Straßenhindernis bei Quint. Das Automobil ist zertrümmert, zwei Insassen löitrbeit schwer verletzt. Wie von der Schneekoppe gemeldet wird, schneit es fast nnnnterbrochen weiter. Auf dem Koppen- gipsel liegen meterhohe Schneedünen. Auch die Wege sind stark verweht. Man versinkt stellenweise bis an den Leib in Schnee. Ein Erdbeben erschütterte das nördliche Vo.gtland; eine Minute larta horte man ein durchdringendes scharfes unterirdisches Rollen. Ter Schnitter Glowinski in K r a ck o w in Pommern erschlug nach einem Streit mit einem Arbeitskollegen ein Kind von diesem mit einem Besenstiel und verletzte ein zweites schwer.

<5erid?tsfaaL

(fc.) Wetzlar, 27. Sept. Im Juli d. I. ging ein 16 jähr, aus Ätzbach gebürtiger Bur sch e in Krofdorf auf die Spatzen­jagd. Nach Beendigung derselben stellte er das geladene Ge­wehr in die Wohnstube neben eine 82jährige Frau. Tie alte Frau wollte die Knarre wegstellen, bei welcher Gelegenheit sich die Waffe entlud und das Geschoß der Greisin ins Her?, drang. Gestern stand der junge Bursche vor der hiesigen Strafkammer, die ihn wegen des fahrlässigen Umgehens mit dem Otewehr, wo­durch der Tod der Frau berbeigesührt wurde, zu 4 Monaten Gefängnis verurteilten.

Frankfurt, 27. Sept. Ter Redakteur Bnsching von derFrks. Ztg." wurde wegen Rich ter be lei di gung zu 100 Mark Geldstrafe verurteilt. Der Verbandst,ng lag eine Korrespondenz aus Schlesien zu Grunde, die sich mit der Verhandlung gegen den Grafen P ü ck l e r - Klein-Tschirne wegen Nötigung und Beleidiaung vor der Gloaauer ©traffnmmer befaßte.

Siseirbahn-Zeitunq.

Die Generaldirektion der schweizerischen Bundesbahnen befchloß die Einführung des 9-Stunden- t a g e s in ihren Werkstätten, ferner eine Erhöhung der Löhne und die Gewährung von Ferien an die Werkstättenarbeiter.

handel unö Verkehr, Volkswirtschaft.

Insolvenzen. Die Schuhgroßhandlung Artur S ch m o r l in Frankfurt a. M., die bereits seit geraumer Zeit mit Schwierigkeiten zu kämpfen hatte, ist in Konkurs geraten. Die Passiva betragen rund 250 000 Mark. Tie Aktiven belaufen sich nominell auf rund 65 000 Mark, darunter etwa 55 0M Mark Außenstände.. Ferner ist über die S ch n h f ab r i k H a r t m a n n, Noll ii. Co. in Offenbach a. M. das Konkursverfahren be­antragt. Die Passiven belaufen sich nach vorläufiger Schätzung auf rund 150 000200 000 Mark, denen ganz aeringe Aktiven gegenüberftehen.

Märkte.

te. Frankfurt a. Th, 28. Sept. iOrig.-Telegr. desGieß. Anz.'0 Vieh markt. Zum Verkaufe standen 00 Kalber

00 Schate und Hammel, 390 Schweine; 1. Qual. 8000 Pf^. Lebendgewicht 63.0000.00 Pf., 2. Qual. 79-00 Pf., Lebendgewicht 62.00-00 Pfg., 3. Qual. 7375 Psg. Kälber 1. Qual. 0000 TL, Lebendgewicht 00OQ Pfg., 2. Qual. 0000 Pfg., Lebendgewicht 0000 Pfg., Schlachtgewicht 00 00 Psg. Schafe 1. Qualitä: Schlachtgewicht 0000 Psg., 2. Qualität 0000 Pfg. Geschäft: gut, lleberstand unbedeutend.

^ießcncr Wetterdienst.

Voraussichtliche Witterung in Hessen für SamStag, beit 29. Seotember: Meist heiter, morgen Nebel, trocken, Temperatur wie heute. Schwache, veränderliche Winde.

Oriai»?al-DrahtwcL-ungen.

München, 28. Sept. Ter Großherzog von Hessen weilt teit ein paar Tagen unter dem Inkognito eine» Grafen von Starkenburg hier. Seine Anwesenheit hangt mit der Darmstädter Kiinstlcrlolonie zusammen. Die Version, wo- nach eine Zusammenkunft mit dem Zaren flattfinden sollte, fällt demnach in sich zusammen.

Berlin, 28. Sept. Wie die dcutsch-soz. Blatter mit­teilen, ist in dem Disziplinarverfahren gegen den Gouverneur von Puttkammer der Abg. Lattmann als Zeuge vernommen morden. Wie die Morgenpost auf Grund von Mitteilungen, die au? absolut authentischer Quelle flammen, mitteilen kann, ist e? zwar selbstverständlich, daß der Kolonial- Direktor Dernbourg eine Reise nach Afrika plant, daß er sie aber erst im nächsten Jahre und wahrscheinlich nach Schluß der kommenden Session des Reich?tageS an­treten wird.

Gotha, 28. Sept. Die Behauptung, die Regierung der thüringischen Staaten wurden gemeinsam den Reichskanzler zur Oe ff nun g der Grenzen im Jntereffe der Linderung der Fleifchnot auffordern, ist nach Erkun­digung an maßgebender Stelle unwahr. Ein derartiger Beschluß der thüringischen Ncgicrtmgen besteht nicht.

London, 28. DieNation al-Review" veröffent­licht im Oktoberhcfi längeren (blödsinnigen! D. Rd.) Artikel über das fr a ö s i s ch - e n gli s ch e Ab k o mm en uiu die Be-.iehu.i7 .r zwischen Frankreich und England. DieReview" billigt ''S Abkommen und hebt die Vorteil hervor, welche Englund aus demselben zieht. Weiter be­schäftigt fie sich mit der Un frfeb enTjlett, welche das Abkommen in Deutschland hervorgerufen habe und spricht von einer Erregung de r deutschen Regier­ung, die sich heute noch mdit gelegt habe. Weiter erzählt dos Blatt, der deutsche Ka- ' er hätte sich erkundigt, ob die Annäherung znotscleu England uno Frankreich nicht auch auf Deutschland au s g eo ehn t werden könnte.

Paris, 28. Sept. Ein Ueberfall, deffen Opfer der deutsche Postvorstand in Marakesch, Holtze, geworden ist, fand in der Nähe des Grabes des Wunder­täters Mueloin statt. Einem mit Holtze befreundeten moha- mcdanischen Kaufmanns aus Fez gelang es, die Fanatiker zu vertreiben. Uebereinflinnnenden Aussagen zufolge gab Holtze nicht den geringsten Anlaß zu den Ausschreitungen.

Lemberg, 28. Sept. In der Nähe des Grenzortes Rostow wurden vier russische Bauern, welche versuchten, die galizische Grenze zu überschreiten, um Schnaps ein­zukaufen, von der russischen Grenzwache angehalten. Einer wurde erschossen, drei tödlich verwundet.

R a g u s a, 28. Sept. Auf der Boche di Castora fand ein Erdbeben in her Richtung von Südwest nach Nordost statt, das wenig Schaden anrichtete.

Belgrad, 28. Sept. Der pensionierte Divisions-Ge­neral Sretschkowitsch erklärte einem Mitarbeiter der Pravda", die Zustände in der serbischen Armee seien so faul, daß höhere Kommandeure nicht mehr dienen könnten. Den Soldaten mangele es an anständiger Kleidung, den Pferden an genügendem Fu t ter. Da­bei fei der Kr i e g s m i n i st e r Putnik zu unfähig, um diese Zustände zu bessern, er stehe unter dem Einflüsse der Verschwörer. In Pirot wurden Briefe aufgefangen, nach denen für den 15. Oktober ein demonstrativer M a ssen- ailstritt der Offiziere aus der Armee geplant ist. Eine Untersuchung wurde eingeleitet.

Odessa, 28. Sept. Durch die A' o r d t a t e n und Ueber- fälle schwarzer Banden aufs äußerste beunruhigt, sandten die Juden eine Abordnung zu dem Chef des Militär­bezirkes General Kaulbars. Er versprach für Auf­rechterhaltung der Ruhe zu sorgen und fügte hinzu:Ich warne Sie: kommt ein Mitglied des Verbandes des russ. Volkes zu Schaden, s o w i r d V l u t i n Strömen fließen."

Tehfomsche Kursberichte

des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie. Giessen.

Frankfnrter Börw« 3^°/o Reiehsanleihe . . 98.50 3% do. . . 86.65 3%°/0 Konsols .... 98.65 3% do 86 65 3Hessen 97.80 3%°/n Oberhessen . . .. 4% Oesterr. Goldrente. . 99 20 4/ro Oesterr. Silberrente 99.00 4 % ümzar. Goldrente . . 94.70 4% Italien. Rente . . . 3% Porhuriesen Serie T . 69.50 3% Portugiesen III 70.70 4 x/a 0rnsg.Staatsanl. 1905 85.50 japan. Staatsanleihe 93.45 4% Conv. Türken von 1903 94 75 Tiirkenlose 145.80 4 % Gricch. Monopol-Anl. 53.75 4% Süssere Argentinier . 89.00 3% Mexikaner .... 68.50 4^% Chinesen . . . . 97.30

Aktien:

Bochum Guss 243.60 Buderus E. W .... 128.00 Tendenz : fest.

Berliner Börse, 28.

Canada E. B 183.50

Darmstädter Bank . . . 139.80

Deutsche Bank .... 239.40

Dortmunder-Union C. . .--

Dresdner Bank .... 159.10

Tendenz: mbifi'

28. September, 1.15 Uhr.

F.lektriz. Lahmeyer . . . 141.80 Elektriz. Schnckert . . . 128.50 Esch weil er Bergwerk . 252.60 Gelsenkirchen Bergwerk . 224.20 Ham hure- - Amerik. Paketf. 159 20 Harpener Bergwerk. . . 215.50 Laurahiltte 248.50 Nordd. Lloyd 127.20 Oberschles. Eisen-Industrie 132.60 Berliner Handelsges . . 173.50 Darmstädter Bank . . . 139 90 Deutsche Bank . . . 239.00

Deutsch-Asiat. Bank . . 173.00 Diskonto-Kommandit. . . 183.60 Dresdner Bank . . . 159.30 Kreditaktien 212.00 Baltimore- und Ohio-

Eisenlahn . . . 125.00

Gotthardbahn. Lombard. Eisenbahn . . 37.25 Oesterr. Staatsbahn . . . 145.50 Prince-Henri-Eisenbahn . 145.00

September. Anfangskurse.

Harpener Bergwerk. . . 214.70

Laurahiltte .... 248.20

f ombarden E. B. ... 87.40

Nordd. Lloyd 127.30

Tiirkenlose 144.80

StretzgcnHieslchnillstssanHerrUeumann! t&S)"rui3 sonst morgen total heiser und können in der Der- fammlung nickst sprechen. Pah wozu gilst's denn Fays achte Sodener Mineral-Pastillen ? Was sollten beim .-H«. wir Berufsredner, was sollten die Lehrer, die Schauspieler und Sänger anfanneu, wenn sie die Sodener nicht hätten, die telbft, in verzweifelten Fällen auch die sprödeste Kehle wieder geschmeidig machen ? ! Ta, sehen Sie, ohne Sodener treffen Sie mich nie und auf die kann ich mich allemal ffig verlassen. Tie Schachtel kostet nur 85 Psg. mch ist in allen einschlägigen Geschallen zu haben. Ihv11/#