Ausgabe 
28.7.1906 Erstes Blatt
 
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Vizepräsidenten des Evang. Oberkirchenrates, Dr. Frhrn. von d. Goltz vom Kaiser folgendes Beileidstelegramm einge- gangen:

Die Kunde von dem Hmscheiden Ihres Gatten bat Mich mit aufrichtiger Teilnahme erfüllt und Ich spreche Ihnen und Ihrer Familie zu dem traurigen Ereignis Mein herzliches Beileid aus. Dem um die evangelische Kirche hochverdienten Manne werde Ich stets ein treues Gedenken bewahren, (gcz.) W i l h e l m.

Der Abg. Erzberaer hat zu seiner V e rn e h in u n g vor dem Untersuchungsrichter und der Haussuchung noch einige Einzelheiten erzählt. In der gestrigen Ver­handlung vor dem Untersuchungsrichter erklärte er, er werde alle seine bisher gemachten Aussagen auf Grund seiner Eigenschaft als Reichstags-Abgeordneter zu rückziehe n,^ weil durch die angedrohte formelle Beschlagnahme seiner Papiere die ihm auf Grund des § 30 der Verfassung ge­wahrte Immunität verletzt würde. Zur Zurücknahme seiner Aussagen glaubt Erzberger berechtigt zu sein. Im Ucbrigen legt er Protest gegen die Beschlagnahme des Materials ein, da eS ihm auf diese Weise unmöglich gemacht werde, sich auf die kommenden Verhandlungen im Reichstage vorzuberciten.

Wie aus Herrn von Puttkamer nahestehenden Kreisen verlautet, hat die gegen ihn eingeleitetc Disziplinar- Untersuchung bisher ein für ihn außerordentlich günstiges Ergebnis gehabt. Von den gegen ihn erhobenen Vor- würfen sei so wenig übrig geblieben, daß seine Rückkehr auf den Gouverneurposten in Kamerun nicht ganz ausgeschlossen erscheint.

Karlsruhe, 27. Juli. An dem parlamentarischen Abend, den der Minister des Hauses und der auswärtigen Angelegenheiten, Frhr. v. Marschall, in den Räumen seines Dienstgebäudes veranstaltete, nahmen fast sämtliche Mitglieder der Ersten und der Zweiten Kammer, einschließlich der Sozialdemokraten, teil. Vom Hofe war Prinz Karl, der Bruder des Großherzogs, erschienen.

Aus Stadt und Land.

Gießen, den 28. Juli 1906.

** Personalien. S K H. der Grossberzoa haben ['bett Oberlehrer und früheren Rektor an der höheren Bürger­schule zu Wörrstadt, Wilh. Glenz, zum Oberlehrer an der Oberrealschule zu WormS ernannt. Der Steuerkommiffariats- gehilfe Seb. Dang zu Bretzenheim wurde auf sein Rachsuchcn in den Ruhestand versetzt und ihm aus diesem Anlaß das Silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verlieben.

* Landesuniversität. Professor Dr. Wünsch hat einen Ruf an die Universität Königsberg erhalten und wird ihm zum Sommersemester 1907 Folge leisten.

* Zum stellvertretenden Vorsitzenden des Gewerbegerichts wurde in der gestrigen nichtöffentlichen Sitzung der Stadtverordnetcn-Versammlung Stadtverordneter .Jughardt gewählt.

* * Für das Promenadenkonzert am Sonntag vormittag 12 Uhr in der Südanlage ist folgender Spiel­plan aufgestellt: 1. Ouvertüre zur OperDer Geiger aus Tyrol", von Grupp; 2.Frühlingsluft", Walzer von Lohar; 3. Finale ausAida", von Verdi; 4. Armeemarsch 103.

' Kaiser-Kornett-Quartett. Wie aus dem Inseratenteil ersichtlich, konzertiert die ausgezeichnete Künstler- Vereinigung, die gleichzeitig Mitglieder der Königl. Hof­oper in Berlin sind, am Mittwoch, den 1. Augu st, im Reuen Saalbau. Von kompetenter Seite wird uns versichert, daß der Ruf, der dem Quartett vorausgcht, durchaus wohl­verdient ist und wir weisen daher auf das Konzert be­sonders hin.

** Silberne Hochzeit feiern morgen, Sonntag, Magazin-Arbeiter Christof Hahn und Ehefrau Katharine, geb. Woell, sowie das Ehepaar Eisendreher Karl Müller. Die beiden Männer haben vor einigen Jahren bereits ihr 25 jähriges Arbeitcrjubilaum gefeiert.

Besitz wechsel. Der Schaffner Heinrich Linkmann kaufte von Birkenstock & Schneider das Haus Ebelstraße 28 für Mk. 37.800. »

= Bad-Nauheim, 27. Juli. Bis zum 26. Juli sind 19 4 3 6 Kurgäste angekommen, wovon an genanntem Tage noch 6405 anwesend waren. Bäder wurden bis zum 26. Juli 241 534 abgegeben.

a. Angersbach, 26. Juli. Von einem traurigen Schicksal wurde die Familie Konr. Renker VI. hier heim- besucht. Vor zirka 8 Tagen stürzte die Frau, die Mitte der fünfziger Jahre stand, die zum Wohnhaus führende Treppe herunter. Sie starb heute infolge der schweren inneren Verletzungen.

h Darmstadt, 27. Juli. Bei der heute durch den kommandierenden General des 15. Armeekorps, General der Infanterie Ritter Hentschel von Gilgenheimb vorqenommenen Besichtigung des zur Zeit auf dem Griesheimer Schieß­platz bei Darmstadt übenden Jeldartillerieregiments 'Nr. 31 aus Hagenau stürzten der Major Rheinbold und der Hauptmann Banselow von der zweiten Batterie mit den Pferden. Der Major flog im Bogen von dem Roß herab und zog sich schwere Verletzungen, anscheinend eine Gehirnerschütterung zu, sodaß er vom UebungSplatz verbracht werden mußte. Hauptmann Banselow, der hinter ihm ritt, kam mit einer geringfügigen Verletzung, einer Quetschung des Schenkels, davon. (Frkf. Ztg.)

d. Offenbach, 27. Juli. Gestern morgen sprang ein Dienstmädchen aus dem Fenster eines Hauses der Kaiser­straße. Es war sofort tot. Ein Arbeiter, der mit einer Witwe einen Prozeß hatte, lauerte dieser abends auf der Straße auf und feuerte mit einem scharf geladenen Revolver nach ihr, ohne zu treffen. Er wurde festgenommen. Eine 84jährige gebrechliche Frau aus Mörfelden ver- stichte sich in einem Bach zu ertränken, zwei Frauen brachten die Lebensmüde in Sicherheit.

b Offenbach, 27. Juli. Nach derOffenb. Ztg." wurden hier fünf Typhus fälle festgestellt. Bei fünf weheren Erkrankungen besteht der Verdacht auf Unterleibstyphus.

Frankfurt a. M., 27. Juli. Bisher erhielten auf der Frankfurter Straßenbahn alle nach § 1 des JnvalidengesetzeS Dersicherungspflichtigen Arbeiterfahrkarten. Aus Anfrage des 'hiesigen Magistrats hat der Reichskanzler im Einverständnis mit dem Finanzminister entschieden, daß Arbeiterkarten steuer­frei nur an Personen abgegeben werden dürfen, die mit

mechanischen oder Handarbeiten beschäftigt sind, also müsien Ladnerinnen, Kaufmannslehrlinge u. s. w. für Straßenbahnbenutzung Fahrkarten st euer bezahlen.

Hanau, 26. Juli. In etner der letzten Sitzungen nahm die Stadtverordnetenversammlung einen Antrag an, den stän­digen städtischen Arbeitern unter Fortbezahlung des Lohnes alljährlich einen Er h o l un asu rla u b zu bewilligen. Der Magistrat ist nunmehr auch diesem Beschlüße beigetreten. Der Erholungsurlaub soll acht Tage dauern.

H. Marburg, 27. Juli. Wie verlautet, trifft die Kaiserin anfangs August in Treysa ein, um a" der Ein­weihung der Gedächtniskirche in der AnstaltHephata" teil­zunehmen.

** fi' I e i it e Mitte i'snnaen «r? H e s se n " nd den Nachbarstaaten. In Büdingen findet nm 5. August der Kreisfeuerwehrtag und das 25jährige Stiftungsfest der dortigen Feuerwehr statt.

Eine Vankuntcrschlagung vor der Gießener Strafkammer.

th. Gießen, 27. Juli.

Gestern verhandelte die Ferien-Strafkammer gegen den am 28. Oktober 1879 in Frankfurt a. M. geborenen Bank­buchhalter I. B. wegen Unterschlagung in 2 Fällen zum Nachteil der Bankfilialen Koch, Lautern u .Co. zu Bad-Nauheim, sowie der Rheinischen Kreditbank zu Offen­burg. B. hatte in den Jähren 19021904 bei dem Hotel­besitzer H. in Bad-Nauheim, der gleichzeitig Filialen-In- haber von Koch, Lautern u. Co. ist, einen Vertrauensposten inne. Ter Angeklagte, der in einem Bankgeschäft gelernt hatte und eine tüchtige Kraft ist, auch anständig und gut bezahlt wurde, hat seine Stellung dazu benutzt, um 10960 Mark zu veruntreuen. Er verdeckte die Unterschlagungen durch falsche Bucheinträge, denen jede tatsächliche Unterlage fehlte. Als die Unredlichkeiten entdeckt wurden, entließ der Chef den ungetreuen Beamten und ließ sich von ihm einen Schuldschein ausstellen, machte aber keine Anzeige. B. be­stritt mit staunenswerter Dreistigkeit seine Schuld. Er wollte den Richtern glauben machen, daß die unrichtigen Bucheinträge von seiner Ueberlastung im Geschäft her­rührten. Er habe die Kassencin- und Ausgänge manchmal nach dem Gedächtnis nachträglich buchen müssen und dabei öfter falsche Posten gebucht, um die Kasse stimmend zu machen. Einen erheblichen Fehlbetrag an ausländischem Gelde will er damit erklären, daß die Checks und Noten in der Wechselstube nur so herumgelegcn hätten. Er habe solche sogar öfter im Papier korb gefunden und so sei ein Fehl­betrag von 7290 Mk. leicht möglich. Dem Angeklagten wird in der Beweisaufnahme nachgewiescn, daß er in den zwei Jahren seiner Nauheimer Tätigkeit mehr ausgegeben als eingenommen hat. Er hatte in Frankfurt a. M. mit einem Mädchen ein Verhältnis, dem er zur Beschaffung der für die Heirat nötigen Möbel 100C Mk. gab, er zahlte min­destens 500 Mk. an die Pfiegeltern seines unehelichen Kindes und schaffte sich für 400 Mk. ein eigenes Boot an. Seine häufigen Reisen nach Frankfurt gestalteten sich sehr teuer. Trotzdem er dem Mädchen in Frankfurt a. M., der Mutter seines .Kindes, die Che versprochen hatte, verlobte er sich noch mit einer Dame in Bad-Nauheim, der er für 1000 Mk Brautgeschenke machte. Der Bedarf des Ange­klagten an Blumen war enorm usw. Der Angeklagte will dem Gerichtshof glauben machen, eine reiche Engländerin und ein vornehmer Diplomat, die beide zur Kur in Nau­heim waren, hätten ihn mit bedeutenden O^eldbetragen aus­geholfen. Als er in Bad-Nauheim entlasten worden, fand der Angeklagte bei der Rheinischen Kreditbank in Offenburg Stellung als Kassierer. Er entnahm auch hier 1400 Mk aus der Kasse, die er im eigenen Nutzen verwandte. Da eine Kassenrevision drohte, veranlaßte er den Rechtskonsu­lenten Dirks, der seine Ersparnisse bei der Bank hatte, eine Quittung über den unterschlagenen Betrag auszustellen und verbuchte auf Grund derselben den Fehlbetrag als bezahlt. Die beiden Bräute wurden schließlich zum Verderben des Angeklagten Das Mädchen in Frankfurt a. M., das er samt dem Kinde schnöde im Stich ließ, machte in einem anonymen Schreiben den Direktor der Bank in Offenburg darauf aufmerksam, welch unehrlichen Menschen er an seiner Kaste beschäftige, sodaß B. entlassen mürbe, nachdem man sich davon überzeugt hatte, daß er in Bad-Nauheim sich Unredlichkeiten hat zu schulden kommen kästen. Die ver­lassene Braut des Angeklagten ging aber noch weiter, sie zeigte B. auch wegen seiner Verfehlungen bei der Staats­anwaltschaft an. Oberstaatsanwalt Th eobald, der die Anklage beerrat, war der Ansicht, daß nicht der geringfte Zweifel an B.'s Unterschlagungen vorliege. Er habe nicht aus Not gehandelt, sondern sei mit einem gewissen System, planmäßig längere Zeit hindurch bei seinen Unredlichkeiten zu Werke ^gegangen. Um der Genußsucht zu fröhnen, habe der Angeklagte die Hand nach fremdem Gelbe ausgestreckt. Die Verhandlung habe dargetan, daß der Angeklagte ein durch und durch verlogener Mensch sei, der nicht die ge­ringste Reue über seine Taten empfinde, sobaß eine Strafe von zwei Jahren am Platze sei. Demgemäß erkannte auch der Gerichtshof, obgleich zu gunsten des B. ange­nommen wurde, daß die veruntreute Summe in Bab-Nau- heim nur 8000 Mk. betragen hat, da die Möglichkeit von Irrtümern bei den ausländischen Geldsorten nicht ganz von der Hand zu tveisen sei._________________________

Vermischtes.

Berlin, 28. Juli. Das bisherige Ergebnis der 23er» Handl»,ngen im Strafverfahren gegen die Fürstin Wrede hat die Staatsanwaltschaft nicht zu einer Einstellung des Verfahrens veranlaffen können, obwohl bereits mehrere Atteste von ihrem Vertreter übersandt worden sind, aus denen hervorgehen soll, daß die Fürstin die Silberdiebstähle in einer krankhastenStörung derGeisteStätigkeit begangen habe. Die Anklage-Behörde hat diese Atteste jedoch nicht als ausreichend betrachtet, da aus ihnen nicht hervorgeht, daß die Fürstin unter Ausschluß der freien Willensbestimmung gehandelt hat.

* Hamburg, 28. Juli. Im Eisenbahnzuge Bremen Harburg versuchte gestern während der Fahrt bei 90 Km. Geschwindigkeit in der Gegend von Lauenbrück ein Mann vom Trittbrett in ein Abteil 2. Klasse ein- zudringen, in dem zwei Herren saßen. Diese schlugen beim Anblick des Mannes sofort die Tür zu und setzten die Notbremse in Tätigkeit. Beim Absuchen deSZuge? wurde nichts Verdächtiges gefunden. Dagegen entdeckte man später in Hamburg in einem Kupee eine herrenlose Handtasche und einen Sommer-Paletot. Ob ein Raubanfall beabsichtigt ge­wesen ist, hat noch nicht ermittelt werden können.

Paris, 28. Juli. Der bayrische Kommerzienrat Stänglen, türkischer Generalkonsul in London, wurde hier

aus Veranlassung der Breslauer Staatsanwaltschaft ver­haftet. In dem Anträge auf Auslieferung wird Stänglen betrügerisches Vorgehen bei Grundbuchgeschäften zur Last gelegt.

Lisenbahn-Zeitring.

Berlin. Lor einer aewaltiqen Aufgabe steht der neue Eisenbahn- n'in'gi-r hinsichtlich des Projektes der E l e k t r i s i e r u n g der Stadt­bahn (Berlin und Vororte'». Diese Maßnahme ist mit A-ifsehung einer zw-it-n Gleisstoäwerks gedacht, da nur dann eine intensive Steigerung b-r Leistungsfähigkeit der Bahn eintreten würde, die in diesem Falle auf 30 Prozent geschäht ist. Die Kosten einer derartigen Projekte« sind auf 18 0 M i.l l i o u e n Mark anzusprechen, die sich auf einen Zeitraum von 5 bis 10 Iabren verteilen würden

Universitäts-Nachrichten.

Posen, 27. Juli. Als Nachfolger des Professors Kühnem an n für den Lehrstuhl der Philosophie und deutschen Literatur wurde der Professor Rudolf Lehmann vom Lnisenstädtischeu Gymnasium an die Akademie berufen. Professor Lebmann war bisher Dozent an der Universität.

Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst.

YoranHsichtlichc Witterung in Hessen für Sonntaq, den 29. Juli 1906: Nach vorübergehender Unterbrechung der Nieder­schläge ist für morqen wieder Trübung und Regen in Aussicht. Mäßig warm. Schwach windig.

Näberes durch die Giessener Wetterkarte.

Berlin, 28. Juli. Zu der neuesten Veröffentlichung in Sachen Erzberger bemerkt dieVoff. Ztg.*: Der nachträgliche Protest Erzbergers wird die Staatsanwaltschaft ganz gewiß nicht zur Herausgabe des ihr ausgelieferten Materials veranlaffen und der Umstand, daß Erzberger unter Berufung auf seine Immunität seine früheren Aussagen zurück­ziehe, ändert an der Tatsache nichts, daß er sich dem Unter­suchungsrichter zur Verfügung gestellt und seine Immunität preisgegcben hat. Als Hüter des Rechtes des Reichs­tages hat sich Erzberger nicht erwiesen.

Wilhelmshaven, 28. Juli. Beim Turnunterricht stürzte der Seesoldat Bau schätz ab. Der Tod trat sofort ein.

C oSwig, 28. Juli. Beim Feueran machen mit Petroleum verbrannte die 12jährige Tochter eines Arbeiters bei lebendigem Leibe.

Leipzig, 28. Juli. Der Buchbinderausstand ist beendet. Die Wiederaufnahme der Arbeit erfolgt am Montag.

Döbeln, 28. Juli. Die Antisemiten beabsichtigen, einen eigenen Kandidaten aufzustellen. Der Abg. Zimmer­mann soll sich erboten haben, zu kandidieren.

Eisenach, 28. Juli. Wegen Beleidigung des Kaisers und des verstorbenen Königs von Bayern, sowie einiger Bemerk,mgen über Krupps Tod im Sinne des Vor­wärts wurde hier der Kutscher Braun zu drei Monaten Gefängnis verurteilt.

Erfurt, 28. Juli. Der Historiker Professor Ludwig Stacke ist gestorben.

Paris, 28. Juli. Wie derMatin" berichtet, seien die von Sir C a m pb e ll - B a n n e r rn a n bei Eröffnung der interparlamentarischen Konferenz gesprochenen Worte: Die Duma ist tot, es lebe die Duma" nach vor­herigem Einverständnis mit König Eduard ge­äußert worden.

Paris, 28. Juli. Nach Meldungen aus Genf ist D r e y su s mit seiner Familie gestern in Lenk eingetroffen und hat in einem artigen Hotel für den Monat August eine Wohnung gemietet. Dreyfus begibt sich alsdann auf einige Wochen nach Ems, wo ihut von Freunden ein Em- pfang bereitet wird.

Telefonische Kursberichte

des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie. Giessen.

Frankfurter Bör*©. 28. Jnli. 1.15 Uhr.

3J4e/0 Reichsanleihe . . 99.25 3% do. . . 87.55 3^®/e Konsols .... 99.35 3% do 87 50 3^"/0 Hessen 98.15 3K°/n Oberhessen . . .. 4% Oesterr. Goldrente. . 100.20 4/#% Oesterr. Silberrente 100.45 4% Ungar. Goldrente . . 95.45 4% Italien. Rente . . . 103.50 3% Portugiesen Serie I . 70.00 3% Portugiesen III 70.60 4russ.Staatsanl. 1905 88.00 4X°/0 japan. Staatsanleihe 94.75 4 % Conv. Türken von 1903 95.60 Törkenlose 146.70 4% Griecb. Monopol-Anl. 53.80 4% äussere Argentinier . 90.30 3°/0 Mexikaner ....

4>6% Chinesen .... 98.30

Aktien:

Bochum Guss 244.00

Badems E. W .... 125.00

Tendenz: fest.

Berliner Börse,

Canada E. B 162.70

Darmstädter Bank . . . 138.70 Deutsche Bank .... 236.60 Dortmunder-Union 0. . . 85.30 Dresdner Bank .... 157.70

Tendenz: fest.

Elektriz. Lahmeyer . . . 143.90 Elektriz. Sehuckert . . . 129.50 Eschweiler Bergwerk . . 252.50 Gelsenkirchen Bergwerk . 222.20 Hamburg - Amerik. Paketf. 157.40 Harpener Bergwerk. . . 209 60 Laurahütte 232.00 Nordd. Lloyd 126.50 Oberschles. Eisen-Industrie 126.00 Berliner Handelsges . . 168.90 Darmstädter Bank . . . 138.60 Deutsche Bank . . . 237.00

Deutsch-Asiat. Bank . . 175.00 Diskonto-Kommandit. . . 182.70 Dresdner Bank . . . 157.30 Kreditaktien 209.80 Baltimore- und Ohio-

Eisenbahn . . . 117.50

Gotthard bahn. Lombard. Eisenbahn . . 33 90 Oesterr. Staatsbahn . . . 143.80 Prince-Henri-Eisenbahn . 140.00

28. Juli. Anfangskurse.

Harpener Bergwerk. . . 209.60

Laurahütte.

Lombarden E. B. ... 33.80

Nordd. Lloyd 126.60

Turkenlose 145.50

fi'W

Die nach- A o « n f n sind Sonntag, den 29. Juli von stehenden ÄV 1 u lu 12 Uhr mittags bis 12 Uhr nachts sicher anzntreffen. [B28/7

Dr. Klein, Ost-Anlage 37. Dr. Markwald, Seltersweg 58. Dr. Zinsser, Goethestrasse 10.

Sonntag 49 Uhr 206

Nur Engel-Apotheke offen.