Ausgabe 
29.6.1906 Erstes Blatt
 
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warb das Anwes cu Lonnemrratze «r ( ytciiau= oie ^ognung jemw Feidel) für den Kaufpreis von 50000 Mk.IKrankenhaus gebracht.

ration

so würde vom Einfuhr aus dem Aus der wechscl- zwischen Deutsch-

deutsche für die die Meist- daß das 1906 ab-

machung im Reichsanzeiger ist die im Juni 1905 seits ausgesprochene Kündigung des bestehenden spanischen Handelsabkommens, welches Wareneinfuhr im Verkehr zwischen beiden Ländern begünstigung festsetzt, dahin abgeändert morden, Abkommen anstatt mit dem 30. Juni erst Ende bestehende Meist­

begünstigungsabkommen verlängert worden, 1. Juli an jedes der beiden Länder die anderen Lande differentiell behandelt haben.

^.Biedenkopf, 27. Juni. Mit dem 2. Juli, also zwei Tage später wie anfangs festgesetzt war, endigt die Gewerbeausstellung des hiesigen Gewcrbevereins. Die Ausstellung hat bewiesen, wie hoch das Gewerbe und die Industrie in unserm Kreise gestiegen, wie zahlreiche Meister und Industrielle meisterhaftes zu leisten imstande sind. Ein Besuch der in allen Teilen gut gelungenen Ausstellung ist sehr zu empfehlen.

fc. Fulda, 28. Juni. Auf dem letzten hiesigen Vieh­markt, am 21. d. Mts., blieb eine Kuh herrenlos stehen. Bis heute hat sich noch niemand gemeldet, der An­sprüche auf das Tier erbebt.

willigt werden.'

E r n e h o ch h e r z i g e S ch c n k u u g. Kommerzienrat Gail erwarb das Anwesen Sonnenstraße 2 (Nestau -

;)'cin.

Stuttgart, 28. Juni. Für den in den Ruhestand getretenen Minister Frhrn. v. Soden wurde der Kultus­minister Dr. v. Weizsäcker zum Staatsminister der aus­wärtigen Angelegenheiten und zum Minister des Königlichen Hauses ernannt. An seine Stelle wurde Staatsrat von Fleischauer zum Kultusminister ernannt.

und machte es der Stadt zum Geschenk unter der Be­dingung, daß es zu ähnlichen Zwecken benutzt wird, wie das alte Schloß. Die Stadtverordneten beschlossen in ihrer gestrigen nichtöffentlichen Sitzung, die Schenkung anzunehmen uub dem hochherzigen Geschenkgeber den Dank der Stadt auszusprechen. Das Haus wird^ im wesentlichen zu Zwecken Verwendung finden, die ursprüng­lich für das alte Schloß bestimmt waren, damit das Museum des oberhessischen Geschichtsvereins in seinen jetzigen Räumen verbleiben kann.

* * Der zuverlässige Hausbursche. Ein hiesiger Einwohner stellte vor nicht langer Zeit einen Hausburschen ein, der sich alsbald als sehr zuverlässig erwies und das Vertrauen seines Arbeitgebers rasch zu erlangen verstand. Er wurde dann auch vor einigen Tagen mit einem Betrag von 103 Mk. in die Stadt geschickt, um für den Arbeitgeber Sterlingen zu bezahlen. Dieser Arbeit unterzog er sich aber nicht, sondern suchte bald mit dem Geld das Weite.

* Diebstähle. Einer Frau wurde verflossenen Sonn­tag in ihrer Abwesenheit aus der Wohnung eine Uhr nebst Kette und Brosche gestohlen. Heute Nacht wurden aus einer Hofreite der Bleichstraße Stallhasen entwendet. Angezeigt wurde auch gestern ein Arbeiter, der seinem Mitarbeiter einen Meisel und einen kleinen Ge ldbetrag entwendete.

* * Ein Festsonntag. Am 1. Juli finden in der näheren Umgebung von Gießen u. a. folgende Feste statt: in Sinn: Turnfest, in Großen-Buseck: Gesangsfcst, in L a n g - G ö n s: Feuerwehrfest, in F r i e d b e r g: Großes Maintalsängerfest, in Münzenberg: Kriegerfest. Zwei­fellos finden auch noch in manchen anderen weiter gelegenen Orten Feste statt, sodaß die Eisenbahnverwaltung Last genug haben wird, um die Ausflügler prompt be-

Nnwetter und Hitze.

Die letzte Nacht hat uns in Gießen ein starkes Gewitter gebracht, das aber glücklicherweise keinen sonder­lichen Schaden angerichtct zu haben scheint. Dagegen wird aus dem ostpr. Städtchen Lotzen folgendes ge­meldet: Am 28. d. M. ertranken auf dem Maner­see der bei dem Statistischen Amt in Berlin beschäftigte Oberfeuerwerker Jeskierowski und seine Braut, Fräulein Margarete Bromberger aus Berlin. Das Brautpaar hatte mit dem jüngeren Bruder des Oberfeuerwerkers eine Fahrt in einem Segelboote unternommen und wurde dabei von einem schweren Gewittersturm überrascht, der das Boot zum Kentern brachte. Während sich der jüngere Bruder durch Schwimmen retten konnte, gelang dies dem Oberfeuerwerker, der seine Braut nicht im Stiche lassen wollte, nicht sodaß beide ertranken. In der ungar. Ortschaft Vajra schlug der Blitz während des Unterrichts in das Schulgebäude ein. Ein Kind wurde getötet mehrere verletzt. In Spanien hält die enorme Hitze immer noch an. Am 27. betrug die Temperatur in Madrid in der Sonne 47 und im Schatten 36 Grad. Zahlreiche Fälle von Hitzschlaq sind zu verzeichnen.

Berlin, 27. Juni. Zn tumultuarischen Auftritten kam es gestern abend bei einer Pücklerversammlung, die nach Tegel einberufen worden war. Es hatten sich etwa 1000 Personen eingefunden, welche die 20 Pfennig Entree bezahlt hatten. Es verging Viertelstunde auf Viertelstunde, weder der Einberufer, noch Graf Pückler erschien. Endlich, nach etwa dreiviertel Stunden, lief ein Telegramm ein, in dem mitgeteilt wurde, daß Graf Pückler verreist fei. Diese Nachricht verursachte einen allgemeinen Wirr­warr, und die um die Vorstellung gekommenen Versamm­lungsbesucher verlangten stürmisch ihr Eintrittsgeld zurück, jedoch vergeblich. Die Kassierer hatten sich schleunigst entfernt, und eine sofort aufgenommene Verfolgung, an der sich auch die die Versammlung überwachenden Polizei­beamten beteiligten, war erfolglos. Infolge der mit dem 1. Juli eintretenden Postportoerhöhung wird die Berliner Paket.f ahrt eine Drucksachen-, Zeitungs- und Warenprobenbestellung ins Leben rufen, die nament­lich den Zeitungsverlegern, den Vereinen, Verbänden und Geschäftsleuten völligen Ersatz für die teuere Postbestellung bieten soll.

* Kleine Tageschronik. Wegen Beisciteschaffung ihres neu­geborenen Kindes wurde in Zerbst die Frau deS Bauschullehrers Happach und deren Liebhaber, der Gymnasiast Husung, verhaftet. Husung_ war von Frau Happach verführt worden. In Leipzig hat die 20jährige Seminaristin Margarete Abcndroth, die Tochter des UnivcrsitätS- Oberbibliothekars Dr. Abcndroth, gemeinschaftlich mit dem 21jährigen Handlungsgehilfen Kittel aus unglücklicher Liebe Selbstmord be­gangen. Der Handlungsgehilfe hatte erst daS Mädchen durch einen Schuß in die Stirn und dann sich selbst durch einen Schuß in den Mund ge­tötet. Man fand Beide in einem Gehölz tot vor. In Essen (Ruhr) wurde der Standesbeamte und Stadtsekretär Hübner wegen Unterschlagung amtlicher Gelder verhaftet. In Mciderich stürzte ein Dachdeckermeister von einem dreistöckigen Hause ab und war sofort tot. In Merheim wurde auf einem Felde eine Pappschachtel mit dem Schädel eines KindeS aufgefunden. In Köln wurde der Straßenaufseher Ittenbach, der wegen Ermordung seiner Geliebten zum Tode öerurkitt wurde, zu, lebenslänglicher Zuchthausstrafe begnadigt. Die Anklagcbehördc hat das Wiederansnahmcverfahren beantragt. Dort explodierte beim Bügeln ein Spiriturs-Plätteisen, wobei die Büglerin, eine junge Freu, so schwer verbrannte, daß sic au den erlittenen Verletzungen starb. Ferner wurde dort ein Bahnassistent, der einen brennenden Spiritusofen mit Spiritus nachsüllen wollte, infolge Explosion des Ofens, getötet^

werden sich an dem Fest beteiligen.

Butzbach, 28. Juni. Der Kr icg er b un bH ütte n- berg" feiert nächsten Sonntag iq Hörnsheim fein Per- bandsfest. Die Regimentskapelle der 116 er stellt die Fest- musik.

§ Friedberg, 28. Juni. Heute abend gegen 8 Uhr kürzte der 12jährige Sohn des Bürstenwarenhändlers Paul Mielke in den 18 Meter tiefen Eisschacht der Brauerei Windeker. Er wurde sofort in das Hospital gebracht. An einem Aufkommen wird gezweifelt. Wen die Schuld an dem Unglück trifft, ist noch nicht festgestellt.

h. Groß-Karben, 28. Juni. Bei unserem Ort ver­haftete man zwei russische Arbeiter, die auf dem Gronauer Hofe gearbeitet hatten und sich nach ihrer Entlassung in einem Straßengraben versteckten, von wo aus sie auf Vorübergehende mit Revolvern scharf schossen.

6. Homberg a. d. Ohm, 28. Juni. Im benachbarten kleinen Dorfe Deekenbach, das gegen 500 Einwohner hat, ind in dem Konsumverein und in der Darlehns -- fasse Fehlbeträge entdeckt worden, die dem Vernehmen nach sich auf ca. 90 000 Mk. belaufen sollen. Die Ein­wohnerschaft ist durch dieses Vorkommnis sehr aufgeregt. Der Konsumverein ist aufgelöst worden.

R. B. Darmstadt, 29. Juni. Der im 82. Lebens- fahr stehende General der Kavallerie z. D. Wilhelm von Wanterfeld ist gestern hier gestorben. Er war am 22. September 1824 in Berlin geboren und gehörte einer der angesehensten preußischen Offiziersfamilien an. Er be­fehligte eine Zeit lang die Gardekavalleriedivision und mar dann bis zu seiner Verabschiedung Gouverneur von Mainz.

Main3, 28. Juni. Gegen die Schund­literatur will sich eine Vereinigung bilden. Gestern wurde hier eine Vorbesprechung abgehalten, der Herren aller Parteien und Konfessionen' beigewohnt haben. Politische und konfessionelle Gesichtspunkte sollen aus dem Spiel bleiben. Die Vereinigung soll n. d. Frkf. Ztg. das ganze Großherzogtum Hessen umfassen.

d. Mainz, 29. Juni. Ein in Nierstein lebender Wein­gutsbesitzer hat der Stadt das Angebot gemacht, sie möge ihm eine jährliche Rente bis zu seinem Tode zahlen und da­für sein bedeutendes Weingut mit Land, Haus und gesamtem Inventar, darunter 100 Stück Wein, in Besitz nehmen. Zu dem Inventar gehören auch wertvolle Oelgemälde und sonstige Kunstschätze. Die Bürgermeisterei hat die Angelegen­heit geprüft und mit dem Herrn, der keine Verwandten be­sitzt, ein diesbezügliches Uebereinfomnien abgeschlossen. Der Kaiser wird, wie wir aus zuverlässiger Quelle mitteilen können, Mitte August zu einer Truppenschau hierker kommen.

fc. Mainz, 28. Juni. Unterhalb der Hafenmündung m Schierstein wurde die Leiche des Musketiers Voll vom 117. Regiment geländet. Es liegt allem Anschein nach Selbstmord vor. Volk stammt ans Gundershansen bei ; Darmstadt.

festigen differenziellen Zollbehandlung hätte land und Spanien leicht ein wirklicher wirtschaftlicher Krie g mit gegenseitigen Kampfmaßregeln sich entwickeln ^können. Hierdurch aber würde für die Verständigung über Len endgültigen Vertrag eine ernste Gefahr erwachsen

läuft. Wäre nicht in dieser Weise das

fc. Frankfurt a. M., 28. Juni. Gestern kamen hier zwei Fälle von Hitzschlag vor. In der Gntleiststraße wurde ein 9 jähriger Knabe, und am alten Markt ein 25- jähriger Taglöhner davon betroffen. Der Junge wurde in die Wohnung feiner Eltern, der Taglöhner ms städtische

begeben, wo er mit seiner Familie zusammentrifft.

DieNordd. Allg. Ztg." schreibt: Nach der Bekannt- deutscher-

Ausland.

London, 28. Juni. Der italienische Minister des Stellgern, Tittvni, hielt gestern bei einem Bankett eine Rede über die auswärtige Politik Italiens. Er erklärte, die Freundschaft zwischen Italien und Eng­land habe immer bestanden und werde immer einen charak­teristischen Zug der italienischen Mislcmdspolitik bilden.

Die Vertreter der deutschen Presse nahmen heute als Gäste derDaily News" an einem Frühstück in Greenwich teil. Lord Crewe brachte einen Toast auf die deutsch-englische Freundschaft aus und sagte, es sei die Pflicht der Presse, jede Schwierigkeit aus dem Wege zu räumen, die zwischen beiden Ländern entstehen könnte. Wenn die Presse beider Länder sich bemühte, dies zu tun, so würden beide Länder nachbarlich nebeneinander gehen zum Heile und Fortschritt der Zivilisation. Chefredakteur Posse von derKöln. Ztg." führte aus, alle Redakteure kehrten zurück erfüllt von dieser Idee und entschlossen, sie in die Tat umzusetzen.

Paris, 28. Juni. Das Räu b eru n wese n in Algier nimmt wieder große Dimensionen an. Die Ein­geborenen überfallen Farmen und Landhäuser, ermorden die Besitzer und verwüsten die Besitzungen. So war am 25. d. M. die Farm Pradel der Schauplatz einer regel­rechten Belagerung. Die Räuber sind gut bewaffnet und lagern tagsüber in den Wäldern, während sie sich nachts zu ihren Raubzügen zusammentun.

Madrid, 28. Juni. In Ubeda in Andalusien wurde ein Anarchist verhaftet, der als Pilger verkleidet Heiligenbilder und Rosenkränze verkaufte. Die Polizei glaubt, es sei Avinv, der in Paris im vorigen Jahre die Bombe gegen Loubet und. König Alfons schleuderte.

Wien, 28. Juni. (Oesterreich. Delegation.) Bei der Beratung des .Heeresordinariums erklärte Graf Deym, für das Or diu avium und das Extraordina- rium stimmen zu wollen. Er bewies, daß die alldeut­sche Bewegung an Boden verliere, und forderte ein entschiedenes Vorgehen gegenüber der Losvonrombeweg- ung als einer eminent staatsgefährlichen Agitation.

Kairo, 28. Juni. Vier Fellachen, die gestern von dem Gerichtshof wegen Verletzung englischer Offiziere zum Tode verurteilt wurden, find heute aufgehängt worden. Sechs Fellachen wurden durchgepeitscht.

Washington, 28. Jüni. Eine Kommission von Mit­gliedern des Senats und des Abgeordnetenhauses hat einen

Gesetzentwurf ausgestellt bezüglich der Fle i s ch i n s pe k- tion. Nach diesem Gesetzentwurf soll alles Hornvieh, das in den Schlachthäusern geschlachtet wird, mit einer Steuer von 5 lCent, Schafe und Schweine m'it 3 Cent belegt werden. Man nimmt an, daß diese Steuer l12 Millionen Dollars erbringen wird, sodaß die andere Hälfte des Kredits von 3 Millionen Dollars, welcher für die Fleisch-Inspektion er­forderlich ist, von den Fleischkonserve-Fabriken aufgebracht werden muß.

N e w y 0 r k, 28. Juni. Der Westen von Newvork wurde durch Gerüchte über Judenmassakres alarmiert. Tau­sende von Juden stürzten in die Schulen zur Errettung ihrer Kinder, da es hieß, in den Schulen würden den Kindern die Kehlen d urch g eschni 11 en. Es entstand eine furchtbare "Aufregung, die nur durch Einschreiten der Polizei beigelegt werden konnte. 20 Schulen wurden sofort geschlossen. Die Ursache der Gerüchte war, daß in einer Schule an mehreren Kindern, die an einer Halskrankheit litten, Operationen vorgenommen worden waren.

A»rrversrLäts-Auchriehten.

D i e Heidelberger Studentenschaft plant in den nächsten Tagen eine große P r ö t e st v e r s a m m l u n g gegen den 'Ausbau des O t t 0 - H e i n r i ch b a u s. Falls der Ausbau beschlossen wird, soll die Meldung der Universität pro­klamiert werden. ___________ -

(Scridttsfaal.

Posen, 27. Juni. Das Schwurgericht verurteilte heute den Arbeiter Johann Gruszkiewicz aus Dombrowa zu 6 Jahren Zucht­haus. Der Verurteilte hatte am Abend des 4.Marz m das Schlaf- zimmer des Wirtschaftsbesitzers Hoff in Kawce, mit dem er ver­feindet war, eine Bombe geworsen, wodurch die Frau des Hoff erhebliche Verletzungen erlitt. m r .. .

Dresden, 27. Juni. Wegen öffenlllcher Beleidigung der Aerzte und der Canitäts-Unterosfiziere deS Garnisons- Lazaretts, begangen 1 in einem Artikel derSachs. Urbeiterztg. , wurden heute'die Redakteure Max Wendel als Verfasser zu 300 Mk. und Riem als verantwortlich Zeichnender zu 6 Monaten Gefängnis verurteilt. , . ,

Dresden, 28. Juni. Ein Aussehe,i erregender teuet - Hinterziehungs-Prozeß beschäftigte heute das Landgericht. Ter Inhaber des'Etablissements Merkel hatte ein steuerpflichtiges Einkomincn von 2080 Mk. nach Abzug von 1500 Mk. Jahresichnlden angegeben. Rach deii Ermittelungen der Steuerbehörde batte Merkel jedoch nicht, wie angegeben 3500 Mk., sondern 2 2 9 3 0 Mk. I a h r es e iu k 0 m m c n unter Abzug feiner Schulden von ins- gesammt 21 600 Mk. Er wurde zu einer G e l d st r a f e von 2880 Mk. verurteilt.

Rinder geraubt und sechs Leute getötet. Der Auf­stand sei von zwei Zauberern erregt und von einem Mangihäuptlmg begonnen worden, andere Mangis hätten sich inzwischen angeschldffen. Der Viehhändler Uffert ließ sich beim Viehhandel feine Ausschreitungen gegen Eingeborene zu Schulden kommen.

Deutsches Reich.

Berlin, 28. Juni. Den Ende Juli bei der Insel Rügen stattfindenden Manövern unserer aktiven Schlacht­flotte wird, wie aus Kiel berichtet wird, der Zar als Gast des Kaisers teils an Bord desPolarstern" bezw. derHamburg", teils an Bord des FlottenflaggschiffsKaiser Wilhelm II/ beiwohnen. Von dort aus wird sich der russische Kaiser zu längerem Aufenthalt nach Darmstadt

fördern zu können.

** V 0 m Butzbacher Trachtenfest brachte derTag ' (Berlin) in seiner Nummer 309 einige interessante Originalaufnahmen von Photograph August Konrad in Hungeii. Ein junges Paar, aus Schrecksbach (Kreis Ziegenhain) ist in zwei Stellungen ausgenommen, die Ziegenhainer Abendmahlstracht ist in ihrem ganzen ckmrak- tristischen Aussehen wiedergegeben, während drei weitere Ziegen- hainer Typen, zwei Schlitzer Männer und eine Lauterbacher Hochzeitsgesellschaft sich ebenfalls schön ausnchmen.

(X) Leihgestern, 28. Juni. Bei den Aufräumungs- arbeiten an der kürzlich eingestürzten Kirche wurden mehrere Heiligenbilder aufgefunden. Die stehen gebliebenen Teile des Gotteshauses müssen abgerissen werden, da ein vollständiger Neubau erforderlich geworden ist. Der Kirchenneubau ist nach den Plänen des Kirchenbaumeisters L. Hofinann-Herborn mit 75 000 Mk. veranschlagt.

Langgöns, 28. Juni. Arn nächsten Sonntag feiert unsere freiwillige Feuerwehr ihr 2 5 h rig es Be­stehen in Verbindung mit der Weihe des ihr gestifteten Banners. Ein schöner großer Festplatz mit mehreren statt­lichen Wirtschaftshallen ist geschaffen worden und die Orts- einwohner sind gegenwärtig eifrig mit der Ausschmückung der Ortsstraßen beschäftigt. 25 auswärtige Feuerwehren

Arbeiterbewegung.

Weilburg, 28. Juni. Eine von, nichtsozialistischer Seite eiuberufeue von nahezu 500 Bergarbeitern des Lahntals besuchte Versau, m lung beschloß die Errichtung eines zweiten A r b e i t e r s e k r e t a r i a t s in Wetzlar. In einer zum Knapp­schaftsgesetz angenommenen Resolution wird bedauert, daß der Landtag die berechtigten Wünsche der Bergarbeiter unberücksichtigt gelassen habe. Weiter wurde angeregt, ob eine Verschmelzung aller int rechtsrheinischen Bezirk des Oberbergamks Bonn gelegenen Knappschaftsklassei, zu einem großen, leistungsfähigeren Knapp­schaftsverein möglich ist. In einer weiteren Resolution wird die Erhöhung des ortsüblichen Tagelohnes m den Regierungsbezirken Wiesbaden und Koblenz zu 20 pCt. gefordert.

(Frkf. Zig.)

Hamburg, 28. Juni. Heute wurde hier eine Etntgung i m Klempnergewerbe erzielt, nachdem die Innung angeboten hatte, die Erhöhiing des Lohnes auf 70 Pfennig bereits vom 1. August ab zu bewilligen. Dieses Angebot haben die Gesellen angenommeu, so daß der Lohnkampf beendet ist. _______

Aus 5taOt uns Cuns.

Gießen, den 29. Juni.

* Erledigt sind: Die mit evang. Lehrern zu besetzende erste und zweite Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Usenborn. Mit der ersten Stelle ist Organistendienst ver­bunden; dem Fürsten zu Stolberg-Wernigerode-Gedern steht das Präsentationsrecht zu; ferner die mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerstette an der Gerne in de sch ule zu Hörgenau. Ihrem Inhaber kann eine Ortszulage be-

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