Ausgabe 
19.12.1906 Erstes Blatt
 
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Handel

des

Obei schles. Eisen-Industrie 125.30

3% Portugiesen Serie I .

Portugiesen

3%

III

. 123.40

. 95.80

240.00

Berliner Börse, 19. Dezember. Anfangskurse.

. 144.20

. 196.00

. 139.60

Ungar. Goldrente Italien. Rente .

Elektriz. Lahmeyer . Elektriz, Schnckert . Eschweiler Bergwerk

4%

4%

4% Öesterr. Goldrente. . 4/6% Gestern Silberrente

. 83.40

. 157.30

Harpener Bergwerk Laurahütte Lombarden E. B. Nordd. Lloyd . . Türkenlose .

Harpener Bergwerk Laurahütte . . . Nordd. Lloyd . .

173.00

139.90

240.70

172.89

181.80

157.40

216.30

Gelsenkirchen Bergwerk . 225.70

Hamburg-Amerik. Paketf. 158.00

. 3510

. 144.80

. 152.00

4^°/0 russ.Staatsanl. 1905 4J4°'O japan. Staatsanleihe 4 % Conv. Türken von 1903 Türkenlose......

4 Griech. Monopol-Anl.

4 % äussere Argentinier .

69.25

69.70

90.30

93.50

95.50

3°/0 Mexikaner .

4 >6% Chinesen . .

Aktien

Bochum Guss . . .

Buderus E. W . .

Tendenz: fest.

Berliner Handelsges Darmstädter Bank . .

Deutsche Bank .

Deutsch-Asiat. Bank . Diskonto-Kommandit. . Dresdner Bank . . Kreditaktien . . . . Baltimore- und Ohio-

Eisenlahn .

Gotthard bahn . . . .

Lombard. Eisenbahn . Öesterr. Staatsbahn . . Prince-Henri-Eisenbahn

Gießener Wetterdienst.

Voraussichtliche Witterung für Hessen am Donnerstag, den 20. Dezember: Teilweise beiter, trocken. Temperatur nicht ver° ändert, ^roft. Mäßige östliche Winde.

Der Kindesmörder Teßnow vor Gericht.

Nachdruck verboten.

8. H. Greifswald, 18. Dezember.

Die Geschworenen fällten im Teßuow-Prozeß folgenden Spruch: Teßnow ist schuldig erstens, int Lechtinger Walde die Mädchen vor­sätzlich getötet zu haben; zweitens, die Grawert'schen Kinder in Göhren vorsätzlich getötet zu haben; drittens, an dem Dienst­mädchen Lau im Stavenhagener Walde einen Tötungsversuch ohne Erfolg unternommen zu haben.

Das Urteil im Teßnow-Prozeß ist soeben gesprochen worden. Teßnow wird zweimal zum Tode und wegen versuchten Mordes zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Es wird also das vorige Urteil aufrecht erhalten mit der Abänderung, daß er nicht wegen gefährlicher Körperverletzung, sondern wegen versuchten Mordes zu der Zusatzstrafe von 2 Jghren Gefängnis verurteilt wird. Ferner wurde auf dauernden Ehrverlust und Tragung der Kosten erkannt. Der Angeklagte nahm das Urteil ruhig und gefaßt entgegen. Da der Gerichtshof fast eine Stunde lang über das Urteil beriet, so liegt die Vermutung nahe, daß er die Anwendung des § 810, der besagt, daß der Gerichtshof ein Urteil ausheben kann, wenn die Geschworenen sich zu Ungunsten des Angeklagten geirrt haben, in Beratung gezogen hat. Ter Angeklagte ließ durch seinen 23er- teibiger zugleich Revision einlegen.

. 211.40

. 243.90

. 35.10

97.60

86.70

97.60

86 70

95.00

95.00

99.60

100.00

96.15

52.10

89.00

66.85

140.40

119.95

218.60

Vermischte».

Der große, sensationelle Bologner Mord­prozeß ist im Begriff, eine neue Wendung zu nehmen. Nach Meldungen aus Bologna gestand Naldi, der Geliebte Linda Murri's, Dr. Secchi sei an den Vorbereitungen zur Ermordung des Grafen Bonmartini unschuldig. Die Anklage wegen Teilnahme Dr. SecchiS an dem Verbrechen baute sich darauf auf, daß eine Dienerin Secchis Naldi für die Unter­kunft bei der Flucht das Hotel de Nussie empfohlen habe, das von einer Patientin Secchis geleitet wird. Jetzt erklärt Naldi, er sei überhaupt nicht in Florenz gewesen.

* Ein Schiffsunglück. Aus Kingston (Ja­maica) meldet der Telegraph:Die Strandung der Prinzessin Viktor i a Luis e" erfolgte in unmittel­barer Nähe des Leuchtturms und ist auf Steuerung eines falschen Kurses zurückzuführen; das Schiff hatte keinen Lotsen an Bord. * Im Augenblick des Auflaufens bemäch­tigte sich der Passagiere eine Panik; es gelang den Schifss- offizieren aber schnell, die Ruhe wieder herzustellen." Eine weitere Meldung besagt:Die Passagiere des bei Port Royal auf einen Felsen aufgelaufenen Dampfers wurden

Telefonische Kursberichte

Giessener Anzeigers, mitaeteilt von der Bank für nnd Industrie. Giessen.

Frankfurter Börse. 19. Dezember, 1.15 Uhr.

3^70 3%

327- 3%

3^ 7« W/<

Reichsanleihe do.

Konsols do.

Hessen . . < Oberhessen

binigung des Geldes kommen wird, wie man mancherorts glaubt. Unseres Erachtens ist es ganz falsch die außergewöhnliche Dis­konterhöhung mit der inneren Politik verquicken zu wosten wie dies von einzelnen Blättern geschieht. Die Sache ist rein finanzpolitischer und volkswirtschaftlicher Natur. Vorzugsweise sind die anhaltend großen Ansprüche an die Reichsbank auf die industrielle Entwick­lung zurückzuführen. Der außergewöhnliche Aufschwung den fast alle großen Betriebe genommen Haden, hält unverhindert an, gleich­zeitig aber auch erwachsen hieraus auch Bedürfnisse die kaum zu befriedigen sind. Aus diesem Grunde sollten die industriellen ihre Anforderungen möglichst einzuschränken suchen, um nicht durch eine übermäßige Spannung des Geldmarktes das Fortbestehen der Kon­junktur zu geführten. Es sind nicht allein bei uns die Verhältnisse gespannt, sie sind es auch in Oesterreich, Frankreich und England. In London hat der Privatdiskont den Banksatz erreicht und es rückt damit die Möglichkeit einer Versteifung des englischen Wechsel­kurses sehr nahe. Selbst wenn die Bank von England ihrerseits keine Vcrändernngen des Diskonts vornehmen sollte. Auch in Paris sind die Geldgeber sehr zurückhaltend geworden. Man hat schon seit Anfang Oktober die Befürchtung gehabt, daß es zu dem was nun eingetreten ist, kommen wird. Da nun das für die deutschen Verhältnisse ganz außergewöhnliche da ist, so möge man allseitig dafür Sorge tragen, daß die Zeit der außerordentlichen Geldversteisung eine möglichst kurze ist.

Märkte.

ko. Frankfurt a. M., 19. Dez. ^Orig.-Telegr. desGieß. Anz.") Viehmarkt. Zum Verkaufe standen 00 Kälber 00 Schafe und Dämmet, 1486 Schweine; 1. Qual. 7200 Pfg. Lebendgewicht 57.0000.00 Pf., 2. Qnal. 71-00 Pf., Lebendgewicht 56.00-00 Pfg., 3. Qual. 6065 Pfg. Kälber 1. Qual. 0000 Pf., Lebendgewicht 0000 Pfg., 2. Qual. 0000 Pfg., Lebendgewicht 0000 Pfg., Schlachtgeivicht 00-00 Pfg. Schafe 1. Qualität Schlachtgewicht 0000 Pfg., 2. Qualität 00-00 Pfg. Geschält: mittelmäßig, Ueberftanb bedeutend.

Canada E. B.....

Darmstädter Bank . . Deutsche Bank . . .

Dortmunder-Union 0. .

Dresdner Bank . . .

Tendenz: behauptet.

. 211.50

. 244.25

. 129.80

Unlveriitäts-Nachrlchten.

Der ordentliche Professor und Direktor des mineralogischen Instituts an der Kieker Universität, Dr. Reinhard Brauns, hat einen Ruf nach Bonn erhalten als Nachfolger des vom Lehramte zurücktretenden Geheimen Bergrats Professor Dr. Hugo Laspeyres. Brauns ist 1861 zu Eiterfeld, Reg.-Bez. Kassel, geboren, besuchte das Gymnasium zu Marburg, studierte dort und war dann dort Assistent am mineralogischen Institut 1894 folgte er einem Rufe als ordentlicher Professor der Mineralogie und Geologie an die Technische Hochschule in Karlsruhe, und 1895 einer Berufung in gleicher Eigenschaft an die Universität Gießen als Nachfolger von Professor Dr. Streng. Im Studienjahre 1903/04 war er bekanntlich Rektor der Gießener Universität. Seit Oktober 1904 wirkt Professor Dr. Brauns in Kiel.

Der ordentliche Proienor Geh. Medizinalrat Dr. Robert Bonnet zu Greifswald ist in gleicher Eigenschaft in die medizinische Fakultät der Universität Bonn versetzt worden.

glücklich gelandet. Der Kapitän Brunswig' hat sich in seiner Kajüte erscho ssen. Das Schiff wird vermutlich gänzlich verloren sein. Es liegt so dicht am Strande, daß man beinahe direkt an Bord gehen kann, und es hat sich soweit nach Steuerbord umgelegt, daß man den stark be­schädigten Schiffsboden sieht. Auch Maschinen und Kessel sind schwer beschädigt. Die Passagiere des Dampfers rühmen die hervorragende Disziplin der Besatzung des gestrandeten Schiffes. Dagegen erscheint nach ihren Erzählungen die unmännliche Tat des Kapitäns Brunswig immer beklagenswerter, der sich zwei Stunden nach dem Auflaufen erschoß, also noch ehe am anderen Morgen die Passagiere gelandet waren.

* Kleine Tageschronik. In Würzburg er­regt das rätselhafte Verschwinden einer seit kurzem verheirateten Dame Aufsehen. Es handelt sich um die 35jährige Frau Landgerichtsrat Sauer. Sie hat sich am 11. d. MtS. in der Absicht aus der gemeinsamen Wohnung entfernt, um Einkäufe zu machen, und ist seitdem nicht wieder nach Hause zurückgekehrt. In Straßburg i. E. Lötete der Elementarlehrer Grandculas, der in der letzten Zeit von einem Kopfleiden heimgesucht war, in einem Anfall von Wahnsinn seine Fr>au, sein siebenjähriges Söhnchen und sich selbst durch Gift. Ein schreck­licher Mord ist unter ganz besonderen Umständen im rheinischen Orte Macken begangen worden. Während die Gemeinde zum Gottesdienst versammelt war, wurde ein Mädchen am Dorfbrunnen ermordet und mit durch­schnittenem Halse aufgefunden; sie befand sich in geseg­neten Umständen. Der Tat verdächtig sind der Bruder der Toten und deren Liebhaber, die beide flüchtig sind.

vehmern aber. fiel wobt das schöne Wort ein:Wer viel Liebe säet, wird viel Liebe ernten."

- Parlamentarisches aus Hessen. Der Finanz- duSschuß der zweiten Kammer tagte am Dienstag in Ge­meinschaft mit der Regierung, welche durch den Ministerial- präsidenten Braun und Geheimerat Weber vertreten war, und beriet über den Antrag Reh und Dr. Weber betr. die anderweitige Regelung der Gehaltsverhältnisse der Kreis­ärzte und Kreisassistenzärzte. Rach längeren Ver­handlungen erklärte sich die Regierung bereit, bezügl. der Forderungen Gleichstellung der Kreisassistenzärzte mit den Forstassistenten und Steuerkommissariatsasnstenten, Anrechnung der vollen Dienstzeit als Kreisassistenzärzte, Erhöhung der Bureaukosten, Beseitigung der Impfgebühren und Verein­nahmung derselben durch die Staatskaffe für da? nächste Budget noch eine Vorlage wachen zu wollen. Die Beratungen des Finanzausschusses über die Regierungsvorlagen, betr. das Uckundenstcmpelgesetz, den Ausgleichsfonds, den Wohnungs­geldzuschuß, die Gchaltsverhältmsse der seminaristischen, der technischen und der Volksschullehrer, werden am 3. Januar 1907 beginnen. Nach einer Mitteilung der Negierung wird das Budget für 1907 zwischen den Jahren fertiggestellt.

" Ladendieb a b g e f a ß t. Einem hiesigen Fahr­radhändler waren in letzter Zeit wiederholt kleine Waren­stücke aus dem Laden abhanden gekommen. Gestern abend wurde ein 16jähriger Bursche abgefaßt, als er auS dem betr. Laden einen Induktionsapparat entwendete und damit verschwinden wollte.

- Messerheld. In einer Wirtschaft am Hamm gerieten gestern abend zwei Arbeiter in Streit. Als der eine der Streitenden hinaus getan werden sollte, versetzte er einem anderen Gast einen Stich in den rechten Oberarm. Anzeige ist erstattet.

p. Hohensolms (Kr. Wetzlar), 19. Dez. In seiner letzten Sitzung hat unser Kreistag beschloßen, zuständigen Ortes vorstellig zu werden, daß die Solmstal-Bahn WetzlarBrandoberndorfGrävenwiesbach in die Nebenbahn- Vorlage für 1907 ausgenommen und ihre Weiterführung von Wetzlar über die im Kreise Wetzlar gelegenen Orte Aßlar LechlingenHohensolms nach dem im Kreise Sieben- köpf liegenden Gladenbach in Aussicht genommen werde. Der Aufschluß unseres bahnlosen Hohensolmser Landes ist mehr als begründet und bestimmt lohnend. Schon längst dachten wir, durch Weiterbau der Biebertal-Bahn hierher eine Bahnverbindung nach Gießen zu erlangen.

Anstalt Hofheim bei Goddelau, 18. Dez. Heute Diens­tag nachmittag ist Dr. Otto Weber von der Landesirrenanstalt seinen Verletzungen erlegen. Er war, wie mitgeteilt wurde, vor einigen Tagen von dem Geisteskranken Hagen, der auch einen Wärter durch einen Schuß ins Herz tötete, in die Lunge ge­sessen worden. ,

h. Wiesbaden, 18. Dez. Von einem Poltzetsiückchen weiß das hiesige .Tageblatt' zu berichten: Auf dem Bahn­hofe wurde eine hier wohnende Dame, welche öfters in Mainz zu tun hatte, von einem im Bahnhof postierten Schutz­mann mit der in der auffälligsten Form vorgebrachten Frage belästigt, was sie denn immer in Mainz zu tun habe. Von anwesenden Bedienten wurde die förmlich zur Dirne gestempelte Dame auf das Polizeibureau verwiesen.

Orlglnal-Drahtnreldungen.

Berlin, 19. Dez. Auf Grund der an zuständiger Stelle ein- gezogenen Erkundigungen teilt derBerl. Börsen-Conrier" mit, daß die Regierung eine Anweisung trotz der Auflösung des Reichs­tages, den Bau der Bahn Kudu bK etmanshop in An­griff zu nehmen, n i ch t gegeben hat, da sie nicht beabsichtige, dem Budget recht des kommenden Reichstages vorzugreifen. Dagegen stellt dieDeutsche Tagcsztg." fest, daß man nach ihren In­formationen aus guter Quelle noch vor wenigen Taget: entschlossen gewesen sei, den Bahnbau zu beginnen.

Hamburg, 19. Dez. Ter Verkauf der letzten Nummer des Simpliziss i m u S wurde von der hiesigen Polizei inhibiert wegen des satyrischen Bildes auf der letzten Seite und des Ge­dichtes :Tte Heldentaten der Hamburger Polizei am 17. Januar 1906*.

Leer, 19. Dez. Der Untersuchungsrichter hat angeordnet, daß der Rechtsan walt Sanen zur Beobachtung semes Geistes­zustandes in die Irrenanstalt gebracht werde. Dr. Sauen hatte beim Konkurs der Scharreler Rmgofen-Ziegelei 170 000 Alk. verloren und war infolgedessen bankerott geworden. Er soll als Nachlaßpfleger die Erben des Senators Wreßmann um die Summe von 830 000 Alk. geschädigt haben.

Nürnberg, 19. Dez. Die hiesige Strafkammer verurteilte gestern zwei Bauernfänger zu 5 Jahren Gefängnis und sechs Jahren Zuchthaus. Im Besitz der Verurteilten fand man außer Kurs gesetzte Dollarnoten und Geldrolleu mit Spielmarken.

Antwerpen, 19. Dez. Heber den Untergang des belgischen DampfersKap Jubh", wobei 12 Matrosen umgekommen sind, wird berichtet, daß der Kapitän, der zweite Offizier, zwei Matrosen und der Steward gerettet worden sind. Das Schiff sank binnen wenigen Minuten.

Paris, 19. Dez. DerMatin^ meldet aus Marseille: Heute nacht stürzte im Viertel des Botanischen Gartens in folge einer Spiritus explosiv n ein zweistöckiges Haus ein, wobei zahlreiche Personen verunglückten. Von den Ver­unglückten wurden bis jetzt einer tot und 15 schwer verletzt ausgegrabcu.

Aulstlches.

r Die Petersburger Polizei unternahm am 18. Dez., unter­stützt von Kosaken und Gendarmerie, in den meisten Stadtteilen Massenhaussuchungen vor. Die Bewohner wurden aus den Betten geholt und alles durchsucht. Die Straßen, in denen die Haussuchungen stattfanden, wurden von Kosaken abgesperrt. Nur Schreie und vereinzelte Schüsse aus den Häusern kündeten die Tätigkeit der Polizei, die, wie verlautet, viel Kompromittie­rendes gefunden haben soll. Es ist scheinbar gelungen, einem Man der Revolutionäre, einen bewaffneten Aufstand zu inszenieren, auf die Spur zu kommen, lieber 100 Personen, darunter zahl­reiche Frauen, wurden verhaftet.

Aus Tula wird gemeldet, daß im dortigen Kreise Sauern- Unruhen ausgebrochcn sind, sodaß Truppen hingeschickt werden mußten.

Gerichtssaal.

Berlin, 18. Dez. Ter Diakon Franz Hintze wurde heute von der 4. Strafkammer des Landgerichts I wegen Vornahme unzüchtiger Handlungen mit einer Reihe Schüler zu einem Jahre Gefängnis verurteilt. Ter Staatsanwalt halte 1Jahre beantragt

M a g d e b u r g, 18. Dez. Der vorbestrafte 33jährige Schreiber Ecklebeu wurde von der hiesigen Strafkammer wegen Majestäts - beleibigung, begangen in angetrunkenem Zustande, zu einem Jahr sechs Monaten Gefängnis verurteilt.

London, 18. Dez. Der Admiralitätsgerichtshof entschied, daß bei dem Zusammenstoß des deutschen Dampfers Kaiser Wilhelm der Große" mit dem englischen DampferOrinoco" in Cherbourg am 21. November den deutschen Dampfer allein die Schuld treffe. Das Urteil geht davon aus, daß der Zusammenstoß dadurch veranlaßt worden fei, daß der deutsche Dampfer mit hoher Fahrt aus dem Hafen kommend irrtümlrcher Weise angenommen habe, noch vor dem Bug desOriuoco" vorbeizukommen, während dieser zu der Annahme berechtigt gewesen sei, daßKaiser Wilhelm der Große" ihn an Backbord passieren werde. Tas Urteil kommt zu dem Schlüsse, daß den Klägern kein Versehen zur Last falle und spricht den Eigentümern desOriuoco" demgemäß Ersatz ihrer Unkosten, die noch festzustellen bleiben, zu.

Handel nnd Verkehr, Volkswirtschaft.

Reichsbau kdiskont 7 7». Alls der Schwäche ihres eigenen Statuts heraus ist die Deutsche Reichsbauk zu einer Dis­konterhöhung bis auf 7 7<> geschritten. Der höchsten, die man seit Jahren gesehen hat. Tas letzte mal war es, wie wir schon an­beuteten, das Ende des Jahres 1899. Im vergangenen Jahr er- höhte die Reichsbank ihren Diskont im Dezember bis auf 6 70 und erst am 27. Januar folgte eine Ermäßigung auf 5 70. Ties läßt

1 darauf schließen, daß auch diesmal es nicht so schnell zu einer Ber-

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