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19.12.1906 Erstes Blatt
 
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156. Jahrgang

Erstes Blatt

General-Anzeiger

Amts- Md Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

Nr. 298

Eriche»»« tlflttJ> außer Sonntag-.

Tem Siebener Anzeiger werden im Wecklel mit dem kessischen Canöwlrt die Htetzener Kamillen» blätter viermal tn bet

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Mittwoch 19. Dezember 6906 _ VeLNgdpreiS' monatlich <5V1., viertel-

Die yeutige Kummer umfaßt IG Seiten.

Aor ben AeichstagswaStett.

Gießen, 19. Dez.

Der Gießener nationalliberale Verein hat in seiner gestrigen Generalversammlung beschlossen, den seitherigen NeichStagSabgeordneten Kommerzienrat Heyligenstaedt wieder in Vorschlag zu bringen, sowie mit den übrigen 'n Betracht kommenden Parteien, insbesondere der fr eis. Partei, wegen eines gemeinsamen Vorgehens in Verhandlungen zu treten. Am nächsten Sonntag findet nachmittags 8 V, Uhr hier im Lass Ebel eine VertrauenS- männer-Versammlung statt, in der über die Aufstellung deS Reichstagskandidaten endgültig beschlosien werden wird-

Wie unS ferner mitgeteilt wird, besteht bei der frei­sinnigen Partei die prinzipielle Geneigtheit, wiederum mit den Nationalliberalen gemeinsam vorzugehen, eine definitive Entscheidung konnte mit Rücksicht auf die gegenwärtig in Darmstadt stattfindenden Ver­handlungen der beiderseitiaen LandeSauSschüfie über die Bedingungen deS gemeinsamen Vorgehens der liberalen Parteien in ganz Hessen noch nicht getroffen werden.

WaS diese Darmstädter Verhandlungen betrifft, so wird unS von dort geschrieben, daß zwischen den Führern der nationalltberalen und der freisinnigen Partei Besprechungen stattgefunden haben, die eine vorläufige Einigung dahin­gehend erzielten, daß in der Hauptwahl jede Partei selbständig vorgeht, daß aber die unterliegende Partei bei einer Stichwahl für diejenige Partei eintritt, welche die meisten Stimmen erzielte. Eine solche Art der , (Einigung' hätte u. E. nickt den ge­ringsten Zweck und führte nur die gegnerischen Parteien zu leichteren Siegen.

Don anderer Seite kommt heute aus Darmstadt andere Kunde. Wie danach verlautet, wallen die Nationallib. unter Umständen auf eine KandidaturStein in Darm­stadt verzichten und den Regierungsrat Noack in Vorschlag bringen. Tie Freisinnigen Darmstadts sollen darüber nicht sonderlich erbaut sein, wir aber halten diese Kandidatur für außerordentlich geschickt und aussichtsreich und hoffen noch auf beiderseitigen guten Willen.

Die unwahrscheinliche Meldung, wonach die Wormser Freisinnigen beschlosien hätten, in der ReichstagS-Hauptwahl sür den Frhrn. £>et)I zu Herrnsheim einzutreten, ist aus der Luft gegriffen. Wie die »Wormser Volksztg." meldet, werden die vereinigten Liberalen inWormS unter keinen Umständen einem Nationalliberalen von der Richtung Heyls ihre Unterstützung leihen, sondern jedenfalls einen eigenen Kandidaten aufstellen.

Im Wahlkreise Bingen-Alzey bat die Zentrums­partei mit ihrer Tätigkeit für die Reichstagswahl bereits begonnen. Als Kandidat wird wieder Landtagsabgeordneter v. Brentano-Offenbach ufgcstellt werden. Ter Kandidat der freisinnigen Volkspartei ist der bisherige VertreterdeS Wahlkreises, Fabrikant R. Schmidt-Elberfeld.

In einer Besprechung der Vertrauensmänner auS dem Wahlkreis BenSheim-Erbach-Lindenfels hat sich der bis­herige ReichStagsabg. Geh. RegierungSrat Ha aS doch wieder bereit erklärt, die Kandidatur anzunehinen.

Im Wahlkreise Siegen-Wittgenstein-Biedenkopf stellt die christlich-soziale Partei den bisherigen Abg. D. Stöcker wieder auf.

Im Wahlkreis Wetzlar wurde der seitherige nat.-lib. Abg. Bürgermeister Krämer in Kirchen wieder ausgestellt.

Die christlich-soziale Partei hat für den b. Nasi. Wahlkreis (Herborn-Dillenburg) den seitherigen Abgeordneten Dr. Burckharbt -Godesberg wieder aufgestellt. In Höchst- Usingen kandidiert der bisherige Zentrumsabgeordnete Jtschert nicht wieder, da ihn die Nationalliberalen, mit deren Hilfe er 1903 iu der Stichwahl gegen den Sozial­demokraten siegte, nicht mehr unterstützen.

In Frankfurt beabsichtigen die Sozialdemo­kraten, wieder den bisherigen Reichstagsabg. Wilhelm Schmidt als Kandidaten aufzustellen.

Der bisherige Abg. Hoffmeister voll der freis. Ver­einigung hat zu Gunsten des Pfarrers D. Nau- mann auf eine Mederwahl im Wahlkreise Glogau verzichtet. Der Kreis war relativ sicherer Besitz der Freisinnigen.

Graf Pückler-Klein-Tschirne hat sich als ReichS- tagskandidat für den 2. Berliner Wahlkreis auf­stellen lassen. Er will in den nächsten Wochen mehrere Mählervermmmlungen abhalten. Das kann recht hübsch werden. Fast möchte man wünschen, Pückler, diese selt­same Sorte von Graf, zöge in bas neue Reichsparlament ein. Für eine Fülle heilerer Momente wäre dann gesorgt and die Glocke des Präsidenten hätte die umfassendste Be­schäftigung.

In Merzig-Saarlouis wurde wiederum Roeren als Kandidat des Zentrums aufgestellt. Er hat die K'andi- .datur angenommen.

In Göttingen stellte die Welftnpartei Götz von

Olenhusen auf, den die Zentrumswähler unterstützen werden.

Im Wahlkreise Danzig-Land gehen, wie uns ge­meldet wird, Konservative, Nationalliberale und Bund der Landwirte zusammen. In der Reick)4tagswahlbewegung der Provinz Westpreußen wird es in verschiedenen fireifen wesentlich ankommen auf die Hal­tung der deutschen katholischen Kreise. Zu kämpfen ist in Mestpreußen gegen drei Fronten: Zentrum, Sozialdemo­kraten und Polen. Die Stimmen der letztgenannten beiden Parteien dürften durch die jetzt zahlreichen Sachsengänger um Tausende verstärkt werden.

Aus Nürnberg kommt die Meldung einer an geb ahn ton Verständigung mit dem Zweck, in allen vom Zentrum oder der Sozialdemokratie bedrängten Wahlkrei­sen einen einzigen liberalen Kandidaten auf­zustellen, und zwar sollen diese Abmachungen für das ganze de utsche Reich mit geringen Ausnahmen Gül­tigkeit haben. Aus Karlsruhe wird berichtet, daß die badischen Liberalen gleichfalls einen neuen Block für die NeichstagSwahlen ins Leben rufen wollen, und anderwärts zeigen sich solche Bestrebungen gleichfalls.

Nun muß man sagen, daß der EinigungSgedanke zu einem bestimmten Zweck niemals so viel Aussicht auf den gehofften Erfolg gewährte, wie jetzt. ES kann nicht geleugnet werden, daß die Gesamtheit der liberalen Parteien Erfolge mit diesem Einheitsprinzip erzielen können und auch erzielen werden, wenn die Geschichte nicht wieder in die Brüche geht. Man kann sich freilich schwer denken, wie ein Heyl zu Herrnsheim etwa mit einem Gothein aus einer Bank sitzen könnte, und die wirtschaftspolitischen Differenzen zwischen den einzelnen Schattierungen deS Liberalismus werden sich nie auS der Welt schaffen lasien, weil der Liberalismus schon seinem Wesen und seiner Zusammensetzung nach eben keine so stramme Parteidisziplin zu halten imstande ist, wie Sozialdemokratie oder Zentrum, daS gewiß in wirtschafts­politischer Beziehung sehr viele Differenzen in sich birgt, ohne sie zum Ausdruck zu bringen. Aber eS handelt sich für die liberalen Parteien auch gar nicht um den Ausgleich dieserMeinungSverschiedenheiten, sondern darum, bei den kommenden Wahlen gut abzuschneiden, und darum gebietet eS die Vernunft, der nackte Nützlichkeits­standpunkt, alles, was die einzelnen Schattierungen von ein­ander trennt, auf die Seite zu stellen, und sich über die Wahl­hilfe zu einigen, ohne die der Gesamtliberalismus auch diesmal wieder platt an die Wand gedrückt würde.

So hat die EinigungSparole jetzt den besten Boden ivaS nach den Wahlen geschehen wird, und rote die einzelnen liberalen Schattierungen sich zueinander in roirtschafts- und sozialpolitischen Fragen stellen wollen, daS ist ein Ding für sich, daS man am besten jetzt ganz unerörtert läßt. Man braucht auch gar nicht eines Sinnes und einer Richtung nach der Wahl zu jein, wenn es schon so viel Köpfe, so viel Sinne geben muß, wenn nur in nationalen Fragen eine Einigkeit nach außen hin wenigstens besteht. Und das scheint der Fall zu sein, nachdem die Freisinnige Volkspartei, die sonst der deutschen Kolonialpolitik schroff gegenübecstand, für die Bewilligung deS Nachtragsetats eintrat. Die natio­nalen Gesichtspunkte sind unter den gegenwärtigen Verhält- nisien die Hauptsache, und die sind glücklicherweise für alle fortschrittlichen Parteien so ziemlich die gleichen.

So möge man also Herangehen an daS EiniqungSwerk es verspricht Erfolg! Jetzt mehr denn je. Aber man wird sich vor verschiedenen Dingen zu hüten haben. Ein­mal vor dem Bombast in allen Wahlaufrufen. DaS Volk ist heute für die großen Worte nicht mehr so empfäng­lich wie einst, wenn diese Worte eben nur Worte sind. Da ist der Aufruf der Zentcumspartei geradezu mustergültig ab­gefaßt. Diplomaten haben zusammengeholfen, aber alle Schönrederei hat man verpönt, und darum liest sich das Schriftstück außerordentlich gut. Wer gar zu viel schlimme Dinge von einer politischen Partei behauptet, der läuft Ge­fahr, daß man ihm nicht recht glaubt. Der Wahlkampf wird heftig genug werden.

Aus Süddeutschland" erhält dasBerl. Tgbl." eine Zuschrist, die nicht ohne Widerspruch gelassen werden darf, weil sie das Verhältnis des Liberalismus zur Sozialdemokratie durchaus einseitig beurteilt. Die Zuschrift stellt näml'ch dem l'deralen Block zunächst die Aufgabe, den Wahlkampf für sich selbst, gegen lints nue a-gen rechts, zu führen.In allen Fällen aber, wo er in der Minderheit ist", heißt es weiter,und er selbst keine Aussichten hat, sollte bei der Wahl zwischen Schwarzen, Junkern und anderen Agrariern einer- und Sozialdemo, kcaten andererseits die Entscheidung angesichts der künf­tigen Aufgabe des Liberalismus. . wahrlich nicht schwer werden." Erläuternd folgt hierauf der Hinweis auf das Zusammengehen der württeinbergischen Dolkspartei mit der Sozialdemokratie bei den Landtagsstichwahlen re. Wie wenig eine Nachahmung dieses Vorganges dcm Liberalismus nützen würde, stellt dieFreis. Ztg." mit den Worten fest: Jeder Wahlerfolg der Sozialdemokratie bedeutet zu­gleich eine Stä rkung des Einflusses der Zen­trumspartei im Reich st a g." Dies darf der Libe­ralismus nicht vergessen!

Ans Skaöt und Land.

Gießen, den 19. Dezember 1906.

** Die Beis etzung des Geheimrat Prof. Dr. Albrecht Thaer, der von 1871 bis 1901, also dreißig

Jahre lang an unserer Landesuniversität als ord. Professor für Landwirtschaft und als erster Direktor des von ihm neu begründeten Landwirtschaftlichen Instituts tätig ge­wesen war, fand am Montag nachmittag 3vs Uhr auf dem alten Friedhöfe statt. Der Raum der alten, stimmungsvollen Friedhofskapelle war durch eine sehr zahlreich erschienene Trauerversammlung bis auf den letzten Platz gefüllt; an der Spitze des Lehrkörpers der Ludoviciana waren Se. Magnifizenz der Rektor Geh. Medizinalrat Prof. Dr. Bostroem und der Prorektor Geh. Hosrat Prof. Dr. Ve- haghel erschienen; auf den Emporen hatten die vollzählig erschienenen studierenden Landwirte als Vertreter der Stu-, dentenschaft Aufstellung genommen. Zahlreiche Kränze be­deckten den schlichten Sarg. Pfarrer D. Schlosser hielt als der langjährige Freund und Seelsorger der Familie des Entschlafenen eine warmcmpfundene Trauerrede, der er zwei Textworte zugrunde legte, die der Verstorbene selbst für seine Grabrede vor längererZeit ausgewählt und bestimmt hatte. Er wies darauf hin, wie viele unter den Anwesenden am Abend sagen würden, sie haben einen guten Mann begraben; uns war er mehr. Er wies auf die ernste Richt-, ung hin, die in dem Wesen und Denken deS Verstorbenen ausgeprägt war, und wie er diese mit seltener .Herzens­gute und Liebenswürdigkeit zu vereinen gewußt hätte. Er erinnerte daran, wie reich und von Erfolg gekrönt die Lehrtätigkeit des Geheimrat Thaer war, wie er stets durch Schrift und Wort auch außerhalb des Hörsaals für die Förderung seines Faches Sorge getragen habe, wie aber auch nach dem Eintritt in den Ruhestand der lebhafte Geist des Entschlafenen nicht geruht habe, und wie er seine Freunde durch die reichen Schätze jeines Wissens und Herzens auch da noch erfreut habe. Dann nahm der Rektor der Ludoviciana das Wort, um dem Danke herz­lichen Ausdruck zu geben, den die Universität dem Heimge­gangenen für seine ernste Auffassung des akademischen Lehramtes wie für die schönen Erfolge "seiner Lehrt itigkeit schuldet. Er schilderte b*Le sympathische Persönlichkeit deS Verstorbenen, die ihm neben den reichen Gaben und der Vielseitigkeit seines Geistes die Liebe und das Vertrauen seiner Kollegen in so außergewöhnlichem Maße erworben haben. Er hob hervor, wie rücksichtsvoll der Verstorbene gewesen ist, wie er sogar den Wunsch geäußert habe, daß seine Leichenfeier in der Kapelle und nickt am Grabe ge­halten werde, damit niemand dabei einen Schaden an seiner Gesundheit nehme. Als Zeichen der warmen Anerkennung für die hervorragenden Dienste und der Verehrung für die ganze Persönlichkeit deS Entschlafenen legte er im Namen der Universität einen kostbaren Kranz am Sarge nieder. Auch die philosophische Fakultät hatte einen schönen Kranz gespendet, den der Dekan Professor Wünsch mit warm empfundenen Worten des Dankes niederlegte. Er schilderte den jungen Albrecht Thaer, wie er nach seinem Studium, daS er im schönen Heidelberg und in Berlin absolvierte, sowie nach praktischer Tätigkeit zunächst an der Mögliner Akademie seine Lehrtätigkeit begann, worauf er sich an der Berliner Universität habilitierte und 1866 zum Extraordb» narius ernannt zu werden. Nach ihm widmete der Amts­nachfolger deS Verstorbenen, Professor Gisevius, dem Begründer des Landwirtschaftlichen Instituts mit herz­lichen Dankesworten einen Kranz. Er hob hervor, wie der Verstorbene es in seiner akademischen Antrittsrede in Gießen 1871 als seine Aufgabe bezeichnet habe, der Landbauwissen­schaft als Universitätsdisziplin ein dauerndes Heimatsrecht an unserer Landesuniversität zu erwerben, und wie die charaktervolle und doch so sympathische Persönlichkeit des Verstorbenen in dreißigjährigem Schaffen und Wirken diese Lebensaufgabe vollauf gelöst habe. Der Verstorbene habe auch über den Kreis feinet Studierenden hinaus der Praxis durch Schrift und Wort, der Wissenschaft aber durch zahl­reiche kleinere und größere Publikationen gedient, die alle in klarer und scharfsinniger Darstellungsweise reiche An­regung, besonders in den Fragen der Betriebsorganisation, gebracht hätten. Der weite Blick des Heimgegangenen habe die Weiterentwickelung seiner Schöpfung vorausgeschaut und dieser Weiterentwickelung durch die Anlage von Samm­lungen, durch Anschaffung eines Apparates für Laborato­riumsarbeiten und durch die Begründung einer Hand­bibliothek vorgearbeitet, wie er zum Schluß noch einen Antrag auf Erweiterung des Lehrkörpers selbst gestellt hätte. Mit Liebe und Freude sah der Verstorbene nach dem Ausscheiden aus seiner Lehrtätigkeit sein Institut auf der von ihm geschaffenen Grundlage wachsen und gedeihen. Das teure Vermächtnis des Verstorbenen, der Geist strenger wissenschaftlicher Forschung und treuer Pflichterfüllung mag auch nach seinem Heimgänge in seinem Institut walten. Herr Dr. Lejeune legte darauf mit innigen Dankes­worten im Namen der jetzigen Studierenden der Landwirt­schaft und der früheren Schüler eine schöne Kranzspende am Sarge nieder. Einen Kranz widmete auch Oekonomie- rat Sch lenke, der zweite Präsident des hessischen Land­wirtschaftsrats, für denselben, indem er zugleich als Präsi­dent des Oberhessischen Provinzialvereins und des Gießener Lokalvereins das Wort ergriff und hervorhob, wie Thaers Wirken auch der landwirtschaftlichen Praxis des Groß­herzogtums und der Heimatsstadt Gießen förderlich ge­wesen war, wie Thaer auch in seiner schlichten Weise es verstanden hatte, dem einfachsten Bauern seine Ideen nahe­zubringen und auf ihn anregend einzuwirken. Professor Geppert legte einen Kranz im Namen der Universität) öerun mit einem Worte der Anerkennung für den Ent- chlafenen nieder. Ihrem Begründer hatten auch der Klub der Landwirte in Berlin und der Gießener Lokalverein Kranze gew-dmet, ebenso ließ eS sich der Landwirischasts- Verem tn Bremen nicht nehmen, seinem anregenden Mit­arbeiter einen Kranz auf das Grab zu legen. Am Grabe eguete Pfarrer D. Schlosser die Leiche ein; die er­hebende dreier hatte damit ihr Ende erreicht. Allen Teil-