om Baum 2 Mk. bis 2,50 Mk„ Honigbirnen 2.50 Mk. bis 3 Mk. Bedeutend höher waren die Obstprcise im nahen Allendorf a. d. Lahn. Dort kostete der Korb Tafeläpfel dort 3—4 Mk. Ein Mann von hier, der dort billige Aepfel zu kaufen gedachte, zahlte für einen Baum, der 14 Körbe trug, 51 Mk. — Die Zwctschen wurden hierorts cmi Baum billig verkauft und stellten sich für den Korb etwa auf 1 Mk. bis 1,28 Mk.
X Staufenberg, 25. Sept. Zwei hiesige Einwohner haben eine neue Dampf-Dreschmasch ine erworben. Sie wurde von einer Weinheimer Firma für 7000 Mk. geliefert und heute zum ersten male in Gebrauch genommen. Den, Unternehmer bringt die Gemeinde die besten Sympathien entgegen.
sd. Bad-Nauheim, 26. Sept. Der Posten des Badekommissärs von Bad-Nauheim wird am 1. Oktober vakant, da Herr v. Grolmann zu diesem Zeitpunkte zurücktreten wird. Schon vor längerer Zeit ist die Stelle ausgeschrieben worden und es haben sich natürlich eine ganze Neihe von Bewerbern dafür gemeldet. Es sollen zusammen etwa 50 sein, darunter sehr viele Beamte, sowie Ofsizicre bis zum Generalmajor austvärts. In nächster Zeit wird man zur engeren Wahl schreiten und dann den Posten vergeben. Es wäre dies schon geschehen, wenn nicht die Badesaison zu Ende wäre und infolgedessen die Sache nicht eilig ist. Die endgiltige Entscheidung über die Besetzung des Postens hat sich Se. Kgl. H. der Großherzog vorbehalten. Jedenfalls erfordert die Kurverwaltnng von Bad-Nauheim einen tüchtigen, nicht zu alten Herrn, der die Sache nicht lediglich als Nebenamt auffaßt. Der Staat hat neuerdings so beträchtliche Mittel für Bad-Nauheim und Umgebung aufgewendet, daß da? ganze Land an einer wohlüberlegten und erwogenen Besetzung der Stelle das weitgehendste Jntereffe hat.
X Wallernhausen b. Nidda, 25. Sept. Unsere Kirche hat kürzlich eine neue Orgel mit zwei Manualen erhalten. Das tadellos ausgeführte Werk reiht sich würdig an die von den Erbauern (Förster u. Nikolaus zu Lich) schon gelieferten Orgeln und man kann eS nicht begreifen, daß hier und da in unserem Lande noch Orgeln an auswärtige Firmen zur Ausführung gegeben werden, so wir doch solche Leistungen im eigenen Lande haben. Pfarrer Werner von Nidda, der die Orgel prüfte, konnte nur daS beste Urteil über sie abgeben.
(?) Aus de nr Ob erwalde, 26. Sept. Die neue Kreis st raße von Rudingshain nach der Poppen- st r u t ist soweit fertiggestetlt, "daß ihre Eröffnung in nächster Zeit bevorsteht. Eine Einweihungsfeierlichkeit soll mit der Eröffnung verbunden werden, zumal es auch der Weihe des an der Obertvaldstraße liegenden Karl Theobald- Brunnens gilt. Entsprechend dem nach Schotten zu liegenden Ludwigsbrunneu hat man in der Richtung nach Ulrichstein einen ähnlichen Brunnen neu erbaut. Eine Inschrift auf letzterem besagt, daß der Brunnen zum Gedächtnis an die Verdienste des Geheimen Regierungsrats Karl Theobald Schönfeld um den Kreis Schotten errichtet worden sei.
Büdingen, 26. Sept. Heute vormittag fand im Kreisamt im Beisein deS Kreisfeuerwehrinspektors die Heber- reichung von Ehrendiplomen an 20 Kommandanten von freiwilligen und Pflichtfeuerwehren statt, die mindestens 10 Jahre gewissenhaft und treu ihr Amt geführt haben. Kreisrat Boeckmann betonte in einer Ansprache, daß der KreiSausschuß beschlossen habe, von jetzt ab den Kommandanten, die über 10 Jahre gedient haben, eine besondere Ehrung und Anerkennung in Form eines künstlerisch auS- geführten Diploms zu verleihen. Das Diplom ist gemalt Mvn dem verstorbenen Maler Fritz und als außerordentlich gelungen zu bezeichnen. (B. Allg. Anz.)
Darmstadt, 26. Scpt. Am Montag, 24. d. M., hielt der Apotheker-Verein |im Großherzogtum Hessen hier im Saalbau eine außerordentlich zahlreich besuchte Versammlung ab, der auch die Mitglieder des Ministeriums des Innern, Abteilung für öffentliche Gesundheitspflege, beiwohnten. Der erste Teil der Versammlung galt einer Ehrung des Vereinsvorstandes, Medizinalrats Dr. Vogt in Butzbach, der 25 Jahre Vorstandsmitglied ist. Die großen Verdienste, die sich der Jubilar während dieser Zeit in verschiedenen Eigenschaften, insbesondere als sehr rühriges Mitglied deS Pharmazeutischen Zentralausschusses, erivvrben hat, wurden dadurch anerkannt, daß S. K. H. der Großherzog ihm das Ritterkreuz 1. Klasse mit der Krone verlieh, welches dem Jubilar von Ministerialrat Weber mit einer ehrenvollen Ansprache überreicht wurde. Der Verein überreichte zum Andenken an diesen Tag eine geschmackvoll ausgestattete Adresse. Der Deutsche Apotheker-Verein, dem Medizinalrat Dr. Vogt auch als Vorstandsmitglied angehört, gratulierte mit einem schönen Blumenarrangement. Mit der Versammlung war auch eine Ausstellung von pharmazeutischen Spezialitäten verbunden, die jetzt an Stelle von Fabrikspezialitäten in den Apotheken selbst hergestellt werden. (Darmst. Tgbl.) fc. Mainz, 26. Sept. „Mein lieber Herr Amts- richter" redete in einer Verhandlung des hiesigen Schöffengerichts ein junger Mann wiederholt den Vorsitzenden an. Zunächst erhielt er eine Rüge, und als der Amtsrichter immer noch „sein lieber' war, wurde er wegen Ungebühr vor Gericht aus 24 Stunden ein gelocht. — In Mombach schoß sich gestern abend ein zehnjähriger Knabe namens Koch mit einer Platzpatrone ein Auge aus. Er hatte die Patrone gesunden und schlug so lange mit einem Stein darauf, bis sie explodierte.
Wegen Sittlichkeitsverbrechens vor den Geschworenen,
th. Gießen, 27. Sept.
Gestern verhandelte das Schwurgericht unter Ausschluß ber Oeffentlichkeit gegen den 38jährigen geschiedenen Tagelöhner Ehr. St reu m von Lorbach wegen Versuchs der Notzucht.
Die Anklage vertrat Gerichtsassessor Neuroth, während die Verteidigung vom Rechtsanwalt Dr. Stahl geführt wurde. In der Verhandlung wurden fünf Zeugen gehört.
Der Angeklagte ist mehrfach wegen Diebstahls — er wurde das erste Mal dieserhalb bestraft, als er 12 Jahre alt war — vorbestraft, zuletzt vor ca. 10 Jahren mit Zuchthaus. Die unter Anklage stehende Tat hat er am 22. Juli d. I. gegen ein kaum 14jähriges Mädchen auf der Straße zwischen Lorbach und Büdingen verübt. Aus dem öffentlich verkündeten Urteil ging hervor, daß die Geschworenen die Tatfrage bejaht, aber auch das Vorliegen mildernder Um-
tände anerkannt hatten. Der Gerichtshof vcr'.'.rtcilte Streum zu 1 Jahr 3 Monaten Gefängnis und Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von 5 Jahren. Auf die erkannte Strafe kommen 1 Monat 3 Wochen der erlittenen Untersuchung als verbüßte Strafe in Abrechnung. Strafmildernd wurde das Geständnis des Angeklagten, der vor der Tat erfolgte Alkoholgenuß und der Umstand, daß ein Schaden nicht entstanden ist, berücksichtigt. Straferschwerend hat der Gerichtshof den Umstand gewertet, daß der Angeklagte das Vertrauen eines Kindes in schwerster Weise mißbraucht hat, indem er sich als Freund ihres Bruders an das Kind herangemacht und dieses zum Mitgehen bewogen hat. Die von dem Angeklagten bei der Tat an den Tag gelegte ehrlose Gesinnung rechtfertigt die Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte.
vermischtes.
* Eine fast unglaubliche Geschichte berichtet die „Münchener Post": Vom bayrischen Regenten ist der vom Schwurgericht Augsburg zum Tode verurteilte Lustmörder Englisch zu lebenslänglichem Zuchthaus begnadigt worden. Nun wird in der Heimat des bekannten Räubers Kneisel durch Sammeln von Unterschriften eine Petition an den Regenten in die Wege geleitet, worin die Aufhebung der Begnadigung und die Hinrichtung des Englisch gefordert wird, „weil unser Kneisel auch hin gerichtet wurde.'
• Der erste Schnee. Gestern meldeten wir, daß die Höhen der Rhön Schnee tragen. Heute kommt die Meld- ung, daß auch in verschiedenen Gegenden Schlesiens Schnee gefallen ist. Die auf der Schneekoppe befindlichen Gäste wurden auf Hörnerschlitten bis zur Riesenbande befördert. Der Sommerbetrieb auf der Schneekoppe und der Riesen- baube wurde eingestellt. AnS Pleß wird berichtet, daß die Beskiden bis zur Höhe von 400 Meter mit Schnee bedeckt sind. — Auch auS allen Teilen Ungarns treffen Berichte ein über Frost und große Schneefälle. Im nördlichen Teile des Landes liegt der Schnee meterhoch.
* Durch Weinblätter vergiftet. In Heuchels- heim bei Bergzabern ist eine Tischlerfamilie nach dem Genüsse von eingemachten Gurken lebensgefährlich erkrankt. Die Früchte waren nach landesüblicher Sitte mit Traubenblättern eingelegt worden, die vorn Weinberg her noch mit Kupfervitriol bespritzt und nicht gereinigt waren. Es ist wenig Hoffnung vorhanden, die Leute am Leben zu erhalten.
• Die neue ft cn Eisenbahn Unfälle. In der Nähe der Station Maksaticha an der Moskau-Windau-RibinSk- Bahn entgleiste ein Personenzug. Eine Anzahl Reisender wurde getötet und verwundet. — AnS Catlin (Illinois) meldet W. T. B. vom 26. Sept.: Durch den Zusammenstoß eines GüterzngeS mit einem Postzuge auf der Wabashbahn ereignete sich heute ein Eisenbahnunfall, wobei 10 Personen ihr Leben einbüßten und viele andere verletzt mürbem Als Ursache bes Unfalls wirb falsche Weichenstellung angegeben.
* Ein schweres Unwetter wütete in den span. Provinzen Alicante, Granada rmd Murcia. ES traten Ueberschwernrnringen ein. Der Eisenbahnverkehr ist unterbrochen. Die Ernte ist vernichtet. Zahlreiche Häuser in der Gemeinde Santa Meva sind eingestürzt. 2 5 Leichen sind bereits in der Kirche geborgen.________________
Eingesandt.
(Für den Inhalt der unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)
Seminaristisch gebildete Lehrer nnd mittlere Finanzbeamte.
In Nr. 223 d. Bl. schreibt ein mittlerer Finanzbeamter: „ES erscheint zunächst ailffällig, warum gerade diese Beanitelikateqorie zmn Vergleich herangezogen wird, da doch beispielsweise die Ämts» gerichtsaktuare, Kreisamtsbureauvorsteher, Kreisgeometer re. in denselben Gehaltsverhältniffen stehen. In Ansehung der Vorbildung wäre die Berufung auf letztgenannten Beamtenklassen deshalb ratsamer gewesen, weil von denselben früher überhaupt keine Vorbildung verlangt worden ist, bei einigen sogar bis aut den heutigen Tag nicht verlangt wird." — Niin, Herr Finanzbeamter, ratsamer wäre es geweseit, Sie batten die Kreisgeometer hier nicht aufgeführt. Wie es wohl bekannt sein wird, haben die Kreisgeometer sämtlich das Examen als Geomter 1. Klasse gemacht. Daß Utr Vorbildung der Geometer 1. Klasse schon seit dem Jahre 1874 der vollständige Besuch einer Realschule, also Primareise, seit dem Jahre 1885 der zweisemestrige Besuch der technischen Hochschule verlangt wird, wird der mittlere Finanzbeamte wohl ebenso gut wissen, wie daß für die mittleren Finanzbeamten erst seit wenigen Jahren die Reite für die Ober-Sekunda als Vorbildung verlangt wird. Wenn gleiche Vorbildung gleichen Gehalt bedingen soll, so wird wohl der Fiitanzbeamte einsehen, daß die Kreisgeometer unb die übrigen aus dem Stand der Geometer 1. Klaffe hervorgegangeven Beamten einen höbereit Gehalt haben müßten als die mittleren Finanzbeamtem
*
Zu den Ausführungen de? „mittleren Finanzbeamten" in Nr. 223 Ihrer geschätzten Zeitung über das Verlangen der Lehr er um Gleich st eil ung mit den mittleren Finanzbeamten, gestatten Sie uns einige Zeilen hinzuzufügen.
Mle mittleren Beamteii haben eine „Fachprüfung" zu bestehen und so auch die Finauzbeamten, und bei diesen geht das sog. Schulexamen, das einen gewissen Grad von „Allgemeinbildung" dartun soll, voraus. Man kann über diese, meistens durch Privatunterricht erreichte „Allgemeinbildung" geteilter Meinung sein, unbestritten bleibt aber, daß diese, anderen Beamten mit Fachprüfung und den Lehrern gegenüber zu einem Mehr- gehalt, wie es teilweise der Fall ist von 1300 bis 1500 Mark nicht berechtigt. Die Lehrer haben einen abgeschlossenen Bildungsgang, aus welchem eine „Allgemeinbildung" entspringt, die derjenigen der Finanzbeamten gleichkommt, auch dann gleichkommt, wenn solche ihre Vorbildung durch den „Einjährigen" nachgewiesen haben sollten.
Die Unterschiede in den Gehaltssätzen der mittleren Beamten sind zu groß und weil unberechtigt, sollten diese baldmöglichst ausgeglichen werden. Es erscheint durch nichts gerechtfertigt, daß beispielsweise das Gehalt der mittleren Baubeamten um 1300 bis 1500 Mark niedriger bemessen ist, als dasjenige der Finanzbeamten, der Kreisamtsbureauvorsteher, der Mmtsgerichts- schreiber, Geometer usw. Die mittleren Baubeamten stehen sowohl was Msbildung, wie auch, was ihre Verantwortlichkeit angeht, den oben genannten Beamten nicht nach und ihre Vorbildung auf den Fachschulen (Baugewerkschulen) steht derjenigen mit den Schulexamen gleich, ganz abzusehen von den Opfern an Zeit und Geld, welches sie zu erbringen haben. Und wenn es nun so ist, daß „beigleicher Vorbildung gleiche Bezahlung" erfolgen soll, warum erhalten die nntt- leren Baubeamten 1300 Mark im Höchstgehalt weniger, als bie Kreisamtsbureauvorsteher, bie gar keine besondere Vorbildung und Feine Prüfung aufzuweisen haben, oder werden diese Beamte nur deshalb besser bezahlt, weil sie die Gehülfen des Kreis- rats sind? Wenn der Finanzbeamte für seine Branche bre „groß? Verantwortlichkeit" in Anspruch nimmt, so vergißt er habet, daß
auch andere Beamte „Verantwortung" haben, jeder nach seiner Art, der Finanzbeamte beim Geld-Einnehmen und -Ausgeben, der Vaubeamte bei Ausführung der Bauten, der Lehrer bet der Jugenderziehung und es mag dem Geschmacke des Lesers überlasien bleiben, wem er bie größte Verantwortung Anerkennt. Jeben- falls sollte nicht immer einseitig aus bie „große" oder „größere Verantwortilichkeit gepocht werden."
Der Finanzbeamte, der KreiSamtsbureanvorsteher, ber Ge- richtssibreiber usw. beziehen einen Mfangsgehalt von 2000 Mark und steigen in 21 Jahren auf 4000 Mark, der Baubeamte von 2000 Mars auf 2700 Mark, und dazu kommen für bie erstgenannten Beamten noch bie Einnahmen aus Stempelgebühren usw., der Baubeamte dagegen darf Privatarbeiten nicht oder nur in ganz geringem Umfange ausführen.
Rach der neuesten Nachricht sollen Aufbesserungen der Beamten erfolgen in der Form von Wohnnngs^eldzuschüssen und zwar 12 Prozent für die unteren Beamten. Es wird somit der Finanzbeamte, der dermalen das Höchstgehalt von 4000 Mark hat, demnächst 12 Prozent mehr gleich 4480 Mark, und der Baubeamte 2700 Mark 12 Prozent meh-r gleich 3024 Mark erhalten, letzterer weniger 1456 Mark. Bisher hatte her Baubeamte nur 1300 Mark weniger und wenn die Wohnungsgelbzuschüsse in der vorgeschlagenen Weise erfolgen, würde daS Verhältnis für diesen um weitere 156 Mark ungünstiger als dies heute schon ist.
Wir sehen hier, daß eine Regelung nur durch den Wohnungsgelbzuschuß nicht erreicht wird, daß vielmehr durch diesen eine Verschiebung zu Ungunsten der heute schon im Nachteil sich befindlichen Beamten herbeigeführt wird, und baß es deshalb angebracht erscheint, eine billige Ausgleichung der Beamtengehalte herbeizuführen. Das vpercchtigkeitsgesühl unserer Abgeordneten und der Regierung bürgt uns dafür, daß auch hier nach Billigkeit Wandel geschaffen wird.
UniverSitäts-riachrichten.
Hamburg, 26. Sept. Die Bürgerschaft beschloß die Errichtung einer ständigen Professur für Nationalökonomie unb ersuchte den Senat um eine Vorlage, durch welche eine organisierte Hochschulbildung für Kaufleute vorgesehen wird.
— Ernannt wurde, wie mir Horen, derBonner Universitats- Privatdozeut Dr. Ludwig D e u b n e r zum a. o. Professor für klassische Philologie au der Universität Königsberg i. Pr. Geboren 1877 zu Riga, besuchte er die Gymnasien zu Riga und Marburg und studierte klassische Philologie, daneben Germanistik und Philosophie an den Universitäten Marburg, München, Berlin, Gießen und Bonn.
Aberdeen (Schottland), 26. Sept. Zum 4 00 jährigen Jubiläum der hiesigen Universität sind Vertreter aller Länder hier eingetroffen. Bei der gestrigen Eröffnungsfeier hielt Professor Deißmann-Heidelberg die Begrüßungsansprache.
Gerichtssaal.
fc. Frankfurt a. M., 26. Sept. Der tut Juli 1904 als unsicherer Heerespflichtiger eingestellte Elsässer Leo Pierre lief am 4. August 1905 seinem Truppenteile, der 4. Kompagnie 87. Regts., davon. Nachdem er sich in Partenheim bei dem Landwirt Johannes Fischer unter der Vorspiegelung, er habe 10 Tage Urlaub und wolle wahrend dieser Zeit bei ihm arbeiten, Zivil- kleider ausgeschwindelt hatte, walzte er nach Luxemburg, blieb dort drei Monate und ging dann nach Frankreich. Leute ohne Geld »tag inan in Frankreich nicht. Man sperrte den deutschen Deserteur zunächst wegen Landstreicherei ein und schob ihn dann am 18. August d. Js. über die Grenze zurück. Am 21. August wurde er in seiner Heimat verhaftet. „Ich habe mir meine Lage zu schrecklich vorgestellt", antwortete er auf die Frage, warum er durchgegangen sei. Tas Kriegsgericht verurteilte ihn wegen Fahnenflucht und Betrugs zu 8 Monaten und 3 Tagen Gefängnis und Versetzung in die 2. Klaffe des Soldatenstandes. — Der 25 Jahre alte Posthilfsbote Josef Quiddert hat im Juli eine Anzahl Soldatenbriefe unterschlagen geöffnet und ihres Inhalts beraubt. Die Verletzung feiner Amtspflichten bringt ihm 6 Monate Gefängnis ein.
Hamburg, 26. Sept. In der Schaden-Ersatzklage der Hamburg-Amerlka-Linie gegen die 142 Schauerleute, die am 1. Mai kontraktbrüchig geworden waren, erging heute das Urteil dahin, daß die Beklagten zu je 18 Mk. Schadenersatz und zur Tragung der Prozeßkosten verurteilt wurden.
Dresden, 26. Sept. In einem hiesigen CafH hatte bei einem Streite ein Unterofsizier einen anderen Gast als Sozialdemokraten bezeichnet. Daraufhin versetzte ihm dieser eine Ohrfeige. Es kam infolgedessen zur Klage. Der Verabreiche:: der Ohrfeige wurde aber freigesprochen, mit der Begründung, daß er durch die Bezeichnung als Sozialdemokrat beleidigt worde i sei.
— V o m Breslauer Krawallprozeß. Die Angeklagten Schneider und Leuschner erhielten nicht 6 Jahre, sondern 6 Monate Gefängnis.
Handel und Verkehr, Volkswirtschaft.
• • Neue Reichsbankstellen. Am 8. Oktober wird in Northeim (Hannover) eine von der Reichsbankstelle in Kaffel und am 1. November in Schlawe) Pommern) eine von der Neichsbankstelle in Stolp (Pommern) abhängige Reichsbankueben- stelle mit Kaffeneinrichtung und beschränktem Giroverkehr eröffnet werden.
* • Die Stadt Rödelheim bei Frankfurt a. M, bat mit der Banksirma Baruch Strauß-Gießen—Marburg—Frankfurt a. M. eine 4 yroz. Anleihe von Mk. 500,000.— unkündbar bis 1912, abgeschlossen. Für diese Anleihe soll die Zulassung zur Frankfurter Börse beantragt werden.
Märkte.
X Laubach, 25. Sept. Der heutige Schweinernarft war mit etwa 250 Jungschwcinen befahren. Von auswärts waren 3 Händler mit etwa 70 Stück, aus den umgebenen Orten viele Landwirte mit Ware erschienen. Die Preise waren sehr gedrückt, die Kauflust infolge der geringen Kartoffelernte, dieselbe beträgt hier nur ein Drittel der erwarteten, gering. Das Paar zehn Wochen alte Ferkel kostete 45—50 Mark, gute Einlegschweine das Paar 120 Mark Die meisten Verkäufer nahmen ihre Ware wieder mit nach Hause.
Famttien-Na^vrchten.
Gestorben. Herr Dr. meb. Lauteschläger, Darmstadt.
Airchliche Nachrichte».
Israelitische Religionsgemeinde.
6>ottfsbi<nlt in der Synagoge (Südankage).
Samstag, den 29. September 1906:
Bersöhnungsfest.
Vorabend: 6.15 Nhr. Predigt: 6.45 Uhr.
Morgens : 7.30 Nhr. Predigt mit Seelenfeier: 11.30 Uhr.
Nachmittags Tboravorlesnng: 3.30 Uhr.
Schlußpredigt: 5.20 Nhr. FesteSauSgang: 6.55 Uhr.
NB. Während der Predigt ist der Eintritt nicht g e ft a 11 c t.
Israelitische NelinionSgesellschaft.
(fioftesbfenft.
Freitag, den 28. September 1906: Nachmittags 2.30 Uhr.
Samstag, den 29. September 1906:
Bersöhnungsfest.
Vorabend 6.15 Uhr. Predigt.
Morgens 6.00 Uhr. Festesausgang 6.55 Uhr.
Wochengottesdienst: morgens 6.30 Ubr, abends 5.30 Uhr.
a* m WiMfzkvI/iiv Kranke. Warme, geschätzte Lage
Fa Cfl X5y InlCiKUr TUT am Südabbang des Taunus. Behag-
jfgÄ FMV4 jpyiQk nzjb lieh eingerichtete, kleine Anstalt
ßrtfl ßT?3 (b** * * * * 8 80 Patienten). Centrale Heizung
Rj WS S Kfl ESO und Beleuchtung, geheizte Liege.
B Vfl P9 uB Hjfl Kj ii hallo und Corriaoro Sorgsame
® “ “■ tiehnudiunp und Verpflegung.
Diätkuren. (Dependance für Minderbemittelte.) Prospekte franko.
D**- Scliulze-Kahleyse. Nervenarzt.


