«artrw mtb fie gab ben fltrfrntri (Menrnfrtt, gern rrftenmaT im Parademarsch zu zeigen, daß ihre bisherige militarifd)c (h> Sfcum SSt iWMcfciS war. Arn Abend werden sich bie üMiujeii fwif'dfcicrn in verschiedenen oalm der 'Stadt anfdilic^nt.
Auch die Schulen, sowie zahlreiche Vereine bcnmncn den feit- lichen Taa durch Feiern. Tn§ « r o ft h. (Ä n m n n f t n'n den.na ben fflebur-ctaa Seiner Tlaieftät in f.Mi<6«r W-.'e ^* ®efa,me de4 Schülerchores und durch die Festrede des Lrol. Tr. ' k , der darin den ältcfteri Solm Plnlipps des Mronmntiaen W,lbei m IV schilderte und lewe PolitMe, bmiptlocbhd) aber fempro.ne.ikh.ifl- lithe Tätigkeit dacktellte, die tn , nanuiafalliaer We.se htr die Jltro nomie bahnbrechend war. Gut Hoch auf Se. Ma,, den Kaiser ^^"um'^'Vlhr'Oft-nd im Saale des Gcsellschaftsvereins das gemeinsame F e st essen der Beamten und fP ü r g c r 1 d) n f t statt, bei der S. Magn. Rekwr Geh. Hoftat Pros. Dr. Bchaghcl irfji Fcstversammlung! 35 Jahre sind verflossen feit dem Tage, da das deutsche Reich glanzvoll erstanden M Seitdem ist der erhabene Kaiser begraben worden deines graft. Werk gelang; seitdem haben wir seinen herrlichen opljn Grab gesenkt, der dahin schwand, nack)dem n kaum die Zügel ergriffen hatte, der ein .Held war auf dem Schlachtfeld, auf dem als I-riedensfürsten die Hoffnungen aller ruhten. Grotz und schwer waren die Verluste des deutschen Volkes. Aber unser Dosk hat Glück gehabt, denn Sproßes ist .hm wiedergegebem wvrden. Gern und oft weist uns unser Kaiser Inn auf seinen erlauchten Großvater, aber von ihm selber braucht nicht gesagt zu worden: Weh dir, daß du ein Enkel bist. In timt ist du bebre Fleisch geworden: Was du ererbt von deinen Vätern hast erwirb es, im es zu besitzen. Gewaltige Kräfte ruhen in seiner Seele. Hätte er vor tau sind Jahren gelebt, so wäre er vielleicht ein ©taatengtilnbcT geworben, gleich Karl dem Großen; er hättc ummderstehl'ich des Kreuz getragen gegen Mauren und Ava reu Hätte ihn ba5 Schicksal unter die Franzosen gestellt, er hätte dies Volk der Revolutionäre als demütiges Gefolge an seinen Triumphwagen gefesselt. Aber er ist zu unserer Zeit als Deutscher geboren. Gr lebt für unsere Zeit, aber wie der wahrhaft große Mann auch über unsere Zeit hinaus. In echt fürstlicher und zugleich echt deulsck-er Auffassung seiner Pflichten, in echt deutsclxr Gründlichkeit, schreitet er nach allen Seiten, giebt er dem größten wie dem kleinen sich hin, und dock bleibt er immer er selbst, bctät.gl er scharf ausgeprägte Eigenart. Wer da meinen wollte, daß da und dort auch eine andere Weise alS die seine zum Ziele führen möchte, der sei cm den Sah gemahnt, daß nur Eigenart Eigenart hervorruft. Von ihm geht aus Leben und Bewegung: er zwingt die weite Welt, mit ihm zu rechnen, vor seiner machtvollen Persönlichkeit sich zu beugen. So schauert wir heute mit Stolz und Verehrung auf das erlauchte Haupt unseres Volkes: wir vereinen uns in dem Wunsche, daß ihm für lange Jahre Geist und Hand kraftvoll bleibe, und wir erheben unsere Gläser zu dem Ruf: Seine Majestät der deutsche Kaiser, unser Kaiser Wilhelm, er lebe hoch, hoch, hoch!"
Ans dem Lande.
R. B. Darmstadt, 27. Jan. (Gig. Drahtber.) AuS Anlaß von Kaisers Geburtstag ist die Stadt reich beflaggt. Gestern abend fand Zapfenstreich der RegimentSmusiken und heute früh Neveille statt. Die auf dem Marienplaß stattsindende P a - xnbe der Garnison wird von Brigadekommandeur Generalmajor Scholtz kommandiert und von Divisionskommandeur Generalleutnant Freiherr v. Gall abgenommen. In der evang. Stadt- Kirche und der kath. Pfarrkirche fanden Festgottesdienste statt. Das herkömmliche Festessen der Beamten und Bürger beginnt um 2 Uhr im städt. Saalbau.
--- 2 a u b a d), 20. Ian. Heute mittag veranstalteten die hiesigen höheren Schulen zu Eliten des Geburts eltes oe? Lasters eine Feier. Zunächst war es die höhere Töchterschule, die mittags 8 Uhr im großen Saale des Colmser Hof eine patriotische Feier bot. Tie mit verbindendem Texte dargestellten Bilder, wie «Gruß der Städte*, .Torf und Stadt* und „Huldigung det Blumen", in denen namentlich hinsichtlich der Kostüme die Mädchen das beste leisteten, erfreuten sich reichen Beifalls. — Um '/, 6 Uhr fand int Zeichensaale des Gymnasi u m 4 die Ausführung des 16 Nummern enthaltenen Festprogramms statt. Dte Reihe wurde eröffnet durch das von drei Schülern der oberen Klasse mit Verständnis voraetragene Trio Nr. 4, c-dar von Mozart. Im übrigen wechselten Deklamationen patriotischen Inhalts mit zweistimmigen und Männerchören. Tie Festrede hielt Direktor Prof. Dr, Baur. Ausgehend von dem Gedanken, daß Zweck aller Kaifergeburtsiags- feiern sei, dem Kaiser den Gebnrtstagsgruß anszufprechen, legte er dar, wie jederzeit in den Grußformen sich der Charakter sowohl des Einzelnen wie der ganzen Nation ausdrücke und schloß mit der Aufforderung, den Geburtstagsgruß durch ein Hoch zu dekrästigen, n das die zahlreiche Festversammlung einftunmte.
3m Auslande.
Wien, 27. Jan. Bei dem Feste der deutschen Kvlonie anläßlich des Geburtstages des deutschen Kaisers bezeichnete Botschafter Graf v. Medel das Vorjahr als ereignisreich, doch werde der Friede trotz Wetterwolken und Hetz- Presse heuer nicht gestört werden. Der Hort des Friedens sei der totgesagte Dreibund, von dessen Schöpfern nur mehr Oesterreichs Kviser lebt, dieser Nestor der Kronenträger habe den Vertrag hochgehalten: ihm verdanke man den Frieden Europas. Der Botschafter schloß mit dem Wunsch endlicher Eintracht der Monarchie und einem Hoch auf den Kaiser Franz Joseph.
Budapest, 26. Jan. Anläßlich des Geburtstagsfestes des deutschen Kaisers veranstaltete die hiesige reichsdeutsche Kolonie einen Festkommers, dem auch viele Ungarn beiwohnten. Generalkonsul Graf Botho Wedel brachte einen Trinkspruch auf Franz Zoseph aus. In seiner Rede betonte er, daß Deutschland für Ungarn aufrichtige Sympathie und herzliche Freundschaft hege, und gab dem Wunsch Ausdruck, daß das seit 25 Jahren bestehende Bundesverhältnis zwischen betben Staaten zur Wahrung des Friedens weiter erhalten bleibe. '
potitifd?e Tagesschau.
Der Kaiser und die Wühlrechtdemonstranten.
Wie man aus Berlin von sehr geschätzter Seite erfährt, hat der Kaiser in den letzten Tagen mehrfach den Anlaß rvahrgenommen, seiner Anschauung über den sog. .roten Sonntag" Ausdruck zu geben. Es darf konstatiert werden, daß der Kaiser auch nicht eiirn Augenblick daran gedacht hat, die Arbeiterbevölkerung Berlins könne sich zu .unbedachten und unanständigen Handlungen* hinreißen lasten. Der Monarch hat sich daher auch sehr lobend über bie Arbeiterschaft ausgesprochen und ihre, von ihm nicht anders erwartete, korrekte Haltung auf ihre im Heere er- sahrene Erziehung und andererseits daraus zurückgeführt, Laß ihre Gesinnung im Grunde doch gut national rmd patriotisch sei.
Die militärischen und polizeilichen Maßnahmen entstanden teils ait§ dem Wunsch, selbst die ängstlichsten Gemüter der bürgerlichen Kreise zu beruhigen. Tann aber war die Gelegenheit gekommen, alte, verrostete Vorschriften und Reglements, die seit langem für den Fall deS Ausbruchs innerer Unruhen bestehen, sozusagen wieder einmal aus ihre Funktioniernngsfähig- leit zu prüfen, — genau wie ein Armeekorps an der Grenze mitten im tiefsten Frieden eine Hebung abbält, der die supponierte Idee eines feindlichen Angriffs deS Nachbarn zu Grunde liegt So erklärt .es sich auch, baß z. B. Truppen in stundenweit von der Neichshauptstadt abgelegenen Garntsonen, wie Pasewalk und Schwedt, sich den .roten Sonntag* über im Alarm- zustande halten mußten, obwohl doch in jedem Fall ihr Eingreifen überhaupt außerhalb dec Möglichkeit lag. Natürlich
war schließlich 'damit zn rechnen, daß Nchtsche e Elt- mente, die nichts nut der Arbeiterschaft gemein haben, den Anlaß zu Ausschreitungen suchen würden. Diese Elemente abgeschreckt zu haben, darf als das Verdienst der Polizei und ihrer Wachsamkeit angesehen werden. Der Erlaß an die Schutzmannschaft hat ihr hierfür nur eine wohlerwor- bene Anerkennung zuteil werden lasten.
Wie wenig übrigens der Kaiser für seine Person an bie Wahrscheinlichkeit selbst von Exzessen der gekennzeichneten Art dachte, für bie doch nur bie Dunkelheit ber Abendstunden in Betracht kommen konnte, ergibt sich wohl auS dem Umstande, daß er am späten Abend sein gutdewachtes Schloß verließ und im Automobil eine eine Stunde währende Ausfahrt in der Stadt unternahm, von der der Hofbericht freilich nichts gemeldet hat.
Aas Schulwesen in «Hessen.
L
DaS gesamte Unterrichts- und Erziehungswesen unseres Großherzogtums hat im Laufe der letzten Jahrzehnte einen Aufschwung genommen, wie wohl nur in wenig anderen deutschen Bundesstaaten. Es ist notorisch, daß Hesten schon vor 20 Jahren mit an der Spitze derjenigen Staaten marschierte, welche unter den Militärpflichtigen bie wenigsten Analphabeten aufwiesen. Unb nicht minber bekannt unb anerkannt dürfte sein, baß auch das ganze Volks- 'chulwesen in rationeller Hinsicht bei unS entschieden weiter fortgeschritten ist, als in Preußen, Bayern und Baden. Am eklatantesten tritt der Fortschritt der hessischen Jugenderziehung in ber außerordentlichen Steigerung der Schülerzahl in den höheren Schulen hervor. Während Hessen un Jahre 1880/8l nur 2071 Gymnasialschüler und 8551 Schüler in den Realschulen, Realgymnasien re. zu verzeichnen hatte, flieg die Zahl im Jahre 181)0/91 aus 2407 Gymnasialschüler und 4512 Real- 20. Schüler, im Jahre 1902/03 auf 2876 Gymnasial- und 6621 Real- rc. Schüler. Die Gesamtschülerzahl bet höheren Schulen hat sich also in ben 21 Jahren von 5622 auf 8497 gehoben, währenb bie Bevölterungszister von 936 340 im Jahre 1880 nur auf 1 119 893 im Jahre 1900 gestiegen ist. Tie Zahl ber Schüler in ben Volksschulen Der- mehrte sich von insgesamt 138 818 Schülern im Jahre 1877/78 auf 171 002 Schüler im Jahre 1902/03.
9tcd) ungleich stärker aber als in dem Sckckfterzuwachs unserer Schulen im allgemeinen prägt sich die Leistung und Entwicklung in den enormen Lasten aus, die das Land für die Heranbildung seiner lieben Jugend zu tragen hat. Es werden in Hessen bei einer gegenwärtigen Bevölkerungs- zahl von rund 1 120 000 Seelen vom Staat allein — also ganz abgesehen non den hohen Kosten der ©emrinben und den im neuen Etat bedeutend erhöhten Zuschüssen ber letzteren für die Realschulen — über 4% Millionen Mark pro Jahr für das Schulwesen verausgabt, d. h. etwa 41/4 Mark pro Kopf der Bevölkerung. Von dieser Summe kommen im neuen Haushaltsetat für 1906 auf die Volksschulen 2 256 600 Mark (mehr gegen das Vorjahr 53 500 Mk), auf die höheren Schulen 886 059 Mk. (mehr g. d. D. 241 Mk.), auf die höheren Bürgerschulen 86 050 Mk. (m. g. d. V 10000 Mk.), auf die Schullehrerseminare und Präparandenanstalten 252 507 Mk (m. g. d. V. 5531 Mk.) usw. Von allgemeinerem Interesse ist nun, das Verhältnis ber Mus^abensteigerung des Staates für die Volksschulen und bie höheren Schulet! näher zu verfolgen. Für die Gymnasien, Realschulen usw. einschließlich ber Vorschulen betrug in den Jahren 1876/78 der StaatSzuschuß 194 104 Mk., dieser Zuschuß stieg in den Jahren 1879/82 auf 240 236 Mk., 1888/91 auf 337 347 Mk, 1894/97 auf 566 048 Mk. und 1898/99 auf 735 891 Mk und 1902/03 auf 859 220 Mk pro Jahr. Im Etat für 1906 ist bet Staatszuschuß, wie schon bemerkt, auf 886 059 Mk. ohne Vorschulkosten fest gestellt. In ähnlicher Weise fliegen auch die Ausgaben für bie beiden Hochschulen des Landes. Tie Landesuniversität Gießen bedurfte 1882/83 322 205 Mk Zuschuß, 1892/93 514 339 Mk, 1898/99 730 396 Mk, 1902/03 823 770 Mk und endlich im neuen Etat 863 825 Mk Zu diesen Zuschüssen kamen noch außerordentliche Ausgaben des Staates für Umbauten usw. von 1882—1885 19 0d1 Mk, von 1885—1888 37 482 Mk, von 1888—1891 250 323 Mk, von 1891—1894 1 579 372 Mk, von 1894—1897 514 384 Mk und von 1897—1903 zusammen 2 270 000 Mk Für die Technische Hochschule Darmstadt stiegen bie Zuschüsse in wesentlich bescheidenerem Maße, nämlich 1882/83 138 480 Mk, 1892/93 154 491 Mk, 1898/99 214 571 Mk, 1902/03 235 390 Mk. unb enblich im neuen Etat 221 625 Mk. Für Baukosten unb sonstige außer- orbentliche Ausgaben wurden hier in den letzten Jahrzehnten 2 718000 Mk aufgewendet.
Für die Volksschulen in Hessen wurden dagegen folgende Zuschüsse vom Staat geleistet: In den Jahren 1876/78 je 443826 Mk 1882/86 584 000 Mk, 1886/91 638 000 Mark Tie erste Million wurde im Jahre 1894 überschritten, bann stieg bie Summe 1899/1900 auf 1 799113 Mark unb 1902/03 auf 2573 000 Mk (In biesen Summen find auch die Pensions- und Witwengelder mit enthalten.) Tie Ausgaben für die Volksschulen in Hessen haben also in 22 Jahren eine Verfünffachung erfahren! Wie man angesichts 'dieser Zahlen nom immer in gewissen Kreisen behaupten kann, daß für die Schulbildung der unteren Klassen nicht genug getan werde und der Staat verpflichtet werden soll, die gesamten Volksschullasten auf seine Schultern zu laden, ist einfach unverständlich. Man muß allerdings zug?ben, daß auch für die Gemeinden die Volksschul- (aften im Laufe ber Zeit eine außerordentliche Höhe erreicht haben. Nach ben gesetzlichen Bestimmungen müssen die Gemeinden namentlich die Lehrer geholte, Mietsentschädigungen usw. tragen, wozu der Staat je nach den Verhältnissen Zuschüsse gewährt. Tie sämtlichen Gemeinden des Landes haben nun nach den Gemeindevoranschlägen für 1901/02 an Lehrer gehalten, Wohnungsvergütungen usw. nicht weniger aT3 4 397 000 Mk und für die sachlichen Aus- gdben weitere 972 000 Mk, in Summa also für d'.e Volksschule 5 369 000 Mk aufzubringeu. Gewiß eine recht resp.k- table Summe!
Die Verluste an deutschen Anleihen.
R. Berlin, 26. Jan.
Tas in Preußen geplante Gesetz, das den Sparkassen die Verpflichtung auferlegt, mindestens ein Fünftel ihrer Bestände in Papieren des deutschen Reiches oder Preußens anzulegen, wird nach seinem Inkrafttreten voraussichtlich einen günstigen Einfluß auf die Kursgestaltung der deutschen Anleihen ausüben. Ter preußische Finanzminister Frdr. d- Rheinbaben hat im preuß. Herrenhaus den ,,vö 1 lig unbefriedigenden Zustand des Kredits und des K u r S.verts unserer Staatspapiere" eingehend erörtert Frhr. v. Rheinbaben wies u. a. auf bie
sehr unerfreuliche Entwicklung der brei^ prozentigen Reichsanleihe hin. Während diese Anleihe im Jahre 1896 noch auf 99.20 stand, fiel sie int Jahre 1900 auf 66,77. Also ein Rückgang von fast 13 Prozent, „ohne daß wir einen Krieg gehabt haben, ohne daß wir eine wirtschaftliche Krisis gehabt haben; int Gegenteil, wir haben Frieden gehabt und im allgemeinen glückliche wirtschaftliche Zustande". Tiefer Rückgang ist in der Tat ganz außerordentlich und dementsprechend sind die Verluste, die diejenigen erlitten, die vertrauend auf die Sicherheit ersten Ranges ber Reichswerte ihr Gelb in brefen Papieren anlegten.
Es ist unter diesen Umständen kaum zu verwundern, daß das große Publikum mebr 'und mehr ausländische Anleihen anfetyaf**-, denn erstens ist die Verzinsung, wie z. B. bei ben viel gekauften chinesischen unb japanischen Anleihen eine nicht unerheblich höhere, und zweitens wirb von den Großbanken für Festigkeit des Kurses gesorgt. Im Punkte derSicherheit können diese Anleihen natürlich nicht entfernt mit den deutschen Anleihen in Vergleich gezogen werden.
Run erhebt man den Vorwurf, es geschehe wenig oder so gut wie mich t s von feiten des Staates, unt den Kurs ber Staatspapiere zu stützen. Frhr. v. Rheinbaben führte aus, es sei bie Pflicht des Staates, dafür zu sorgen, baß bas Publikum in seinen Papieren nicht so Schaben leibe, wie das bisher der Fall gewesen ist. Daß nichts geschehe, um die Störungen des Kurses zu verhindern, wird nicht zu behaupten sein, wenn man erfährt, daß allein im Jahre 1905 bie preußische Seel)anblung 50 Millionen Konsols ausgenommen hat. Mer bie Kursentwicklung beweist, baß ein solches Eingreifen keineswegs genügt. Wenn nun bie Sparkassen verpflichtet werden, ein Fünftel in Reichs- oder Staatsschuldverschreibungen an» Anlegen, so wird dadurch die Nachfrage zweifellos belebt und dadurch ber Kurs wirksam gestützt.
Tie Negierung will aber noch ein weiteres tun, fte gebenft auf bie gesetzliche Bestimmung zurückzukommen, die im Reichstag leider reine Zustimmung fand: daß die ausländischen Versicherungsgesellschaften, soweit sie in Deutschland zum Geschäftsbetrieb zugelassen sind, bie Hälfte ihrer Prämienreserven in deutschen Reichs- unb Staats papieren anzuleaen haben. Tas scheint uns burchaus in der Ordnung Machen diese ausländischen Gesellschaften unter dem Schutz unserer staatlichen Einrichtungen hier Geschäfte, unb zwar sehr beträchtlichen Umfangs, so ist es nur billig, daß sie, nne Frhr. v. Rheinbaben hervorhob, and) ihrerseits zur Stärkung bes Staates beitragen. Außerdem wir ben von den ausländischen Gesellschaften Versicherten eine erhöhte Gewährleistung geboten für die Erfüllung der übernommenen Verbindlichkeiten.
Für Friedenszeiten dürften nach alledem bie neuen Mittel wohl geeignet sein, ben Kurs der deutschen Wnleil-en zu befestigen. Welche Vorsorge aber ist für den Fall kriegerischer Ereignisse getroffen? In solchen kritischen Zeiten muß man damit rechnen, daß leicht eine förmliche Bestürmung nicht nur ber Banken, sondern auch der Sparkassen anhebt von Leuten, bie für alle Fälle ihr Gelb zurückerl>alteu wollen. Tann wird zunächst auf den Markt geworfen, was sich voraussichtlich am leichtesten absetzen läßt, und das sind die heimisck-en Anleihen. Frhr. c. Rheinbaebn stellte in Aussicht, auf die Frage, wie die Papiere im Kriegsfall behandelt werden sollen, in der Kommission genaue Auskunft zu geben. Es gereicht zur Be- ruhigung. daß auch für diesen Fall Vorsorge getroffen ist.
Arberterbewcgttttg.
(h.) M a n nl) c i m, 26. Jan. In der badischen Anilin- unb Sodafabrik in Ludwigshafen sind heute über 1000 Arbeiter in den Ausstand getreten. Der Streik droht noch größere Dimensionen onrnnebmen.
GerichtssaaL.
Frankfurt a. M., 26. Jan. Gestern gelangte vor ber Strafkammer der Einbruch in beit Laden des Uhrenhändlers Georg Schäfer, Große Eschenheimer-Straße, bei dem für 20 000 Mark Wertgegenstände unb Goldsachen gestohlen wurden, die zum größten Teil spurlos verschwunden sind, zur Verhandlung. Ängeklogt waren 10 Personen. Das Urteil, das unt Mitternacht gesprochen wurde, lautet: gegen den Buchbinder Adam Theiß wegen Einbruchs zu 6 Jahren 1 Monat, gegen den HandlungSgelstlfen Anton Reinhardt zu 2 Jahren 1 Monat, gegen den Töpfer Ernst Gläske zu 8 Jahren 1 Monat, den Schneider Ewald Streitenberger zu 3 Jahren Zuchthaus. Schlosser Johann Thilo und Taglöhner Oskar Käser wurden wegen Hehlerei zu je einem Jo.hr, der Gastwirt Konrad Verger zu 4 Monaten Gefängnis verurteilt. Wegen Begünstigung wurde die Kellnerin Kurzrvck zu 6 Monaten Gefängnis unb bie Eheleute Horn zu je 100 Mark Geldstrafe verurteilt.
Märkte.
Gießen, 27. Ian. Marktbericht. Aus heutigem Wocbenmarkte kosteten: Butter vr. Pld. 090.—1.00 "Mk., Hühnereier 1 St. 8—10 Big«, 2 Stck. 00—00 Pfg., Gä'nieeier 00—00 Pfg., Enteneier 0—0 Plg., Käst pv. Stck. 6—8 Pf., Na'sematte 2Stck. 5—6 Psg. Erblen pr.Liter 21 Pfg, Linien vr. Liter 32 Psg., Tauben pr.PggrO,80- 1.00 Mk., Hühner pr.St. 1,00—1,60 Alk., Hahne pr. Stück 0,80—1,80 Mk., Enten pr. Stück 1,80—2,20 Alk., Gänse vr. Pid. 60—75 Pfg., Scbsenfleisch pr. Psd. 74—82 Pfg., Kuh- und Rindfleisch pr. Pnmd 70—72 Pfg., Schweine- tleisch pr. Pfund 80—86 Pfg., Schweinefleisch, gesglzen, pr. Pfund 90 Psg., Kalbfleisch pr. Psd. 70—80 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfund 60—76 Psg. Welsche per Pfund —.— Kartoffeln pr. 100 Kg. 5,50— 6,00 Alk., Zwiebeln pr. Ztr. 6,00—8,00 Alk., Milch per Liter 20 Pfg., Aepsel per Pfund 18 bis 30 Pfg., in Körben 00 Psg., Nüsse 100 Stück 30-40 Psg., Birnen, per Psd. Mk. 0.15—OM Weißkraut per Stück 10—30 Pfg., per Zentrier Mk. 0.00—0.00. — Markten 8—2 Uhr.
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Gießen, 27. Jan. Diehmarkt. Bei dem Markte am 23. und 24. Januar waren ausgetrieben 1421 Stück Rindvieh, 349 Schweine. Der nächste Markt findet am 6. und 7. Februar statt.
le. Frankfurt a. M., 26. Ian. H e u- und Str 0 h- markt. Man notierte: Heu Mk. 3.40 bis Mk. 3.80, Stroh Mk. 2.70—3.00. Alles per 50 Kilo. Tendenz: fest.
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