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27.1.1906 Erstes Blatt
 
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Erstes Blatt

^ie ycuki^e flimmer umfaßt 18 Scitr»

neuen Ausnahme

in ihre Schranken glauben, daß sich den Hals werfen

15V. Jahrgang

selbst nicht damit anfangen, die Reaktion zu verweisen? Wenn nicht, wie kann er daS Bürgertum den Reaktionären an werde?

Zum 27. Januar.

Hört brausen ihr den 9hif in deutschen Gauen, Als ob verkluua'ne Zeiten wiederkehrten, Da Schwerter Klirren, Schilder Dröhnen grüßten Den sieggewohnten Fürsten und des Reiches Führer?

Nach schwerer Nacht ward Wirklichkeit der Traum Und Barbarossas Hcmvt kann niederstnken.

Was uns'res Volkes Edelsten erhofften kaum, Ist nun erfüllt und neue Sterne blinken:

Tie Hand am Schwertknauf seht Germania stehen, Der Einheit Lorbeer um die Stirn gewunden, Den Kaiser grüßet deutscher Fahi,en Wehen, Ter Stämme alter Hader ist entschwunden.

Frei ist die Bahn! Des Völkersriedens Segen Läßt deutschen Volkes Kralle frei sich regen.

Im Wind der stolzen Schiffe Wimpel spielen, Ein Kaiser führt sein Volk zu neuen Zielen!

Wie einst will Neid des Reiches Macht zerstören, Ziir Tat zu schwach den Friedlichen betören.

Es dräuen Feinde riiigs in allen Landen, Seit uns ein Reich, ein Kaiser ist erstanden.

Gilt drlim der Kampf einmal des Reiches Ehre, Tann fühl der Feind des beutfeben Armes Schwere. Laßt würdig uns erweisen tapfrer Ahnen Zum Siege tragen uns'res Kaisers Fahnen.

So mahne ims die Feier dieser Stunden, Was uns in Reich und Kaiser ist gestniden.

Der Ka-.ser hoch! und hoch die deutschen Marken! Ter Welt zu Trutz Alldeutschland muß erstarken.

Dr. W.

jährlich Mt. 2.20; durch Abhole- il Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch die Post Mk.2. otcrtcl- jährl. ausschl. Besteller. Annahme von Anzeigen für die TageSiiunuiier bis vormittags 10 Uhr. Zeilenpreis: lokal I2Ps* auswärts 20 Pig.

Verantwortlich Kit den polit. uiid allqem« Teil: P. Wittko: für .Stadl und Staub' und -Gerlchtsfaal': Eri, st p e 6. ffit den 9lu» zeigenteil: Hans Beck.

Kaisers Keburlstaq.

Heute vollendet Kaiser Wilhelm II. sein 47. Lebensjahr. Reich an frenbiprn, noch reicher an ernsten Ercigniffen war des Kaisers verflossenes Lebensjahr. Zu den freudigen Er- eigniffen zählt in erster Linie die Vermählung des Kron­prinzen im Frühjahr vorigen JahicS. Dazu gehört ferner die Verlobung des Prinzen Eitcl-Fricdrich mit der Herzogin Sophie Charlotte von Oldenburg. Die Freude für das Kaiserpaar hierüber war umso gröber, als kurz zuvor der Prinz von schwerer Krankheit genesen war.

Reicher aber war daS oerflosiene Jahr an ernsten, sehr ernsten Ereignissen, die sich auS der allgemeinen Weltlage ergaben. Frankreich hatte daS deutsche Reich in eine ähnliche gefährliche Lage gebracht, wie im Sommer 1870, als der französische Botschafter Benedetti in EmS an den greisen Kaiser Wilhelm L mit übermütigen und kränkenden Forderungen herantrat. DaS deutsche Volk bat von der Ge­fahr der Lage im letzten Frühling später, als sie nicht mehr so drohend war, Kenntnis erhalten. Ter Kaiser aber hat die Sorge jener KrisiS, die monatelang dauerte, allein mit seinen Ratgebern tragen müsten. Auf ihm, als dem Haupte des Deutschen Reiches, der die sittliche Verantwortung für fein Wohleraeben trägt, ha: sie gewiß schwer gelastet.

Kaiser Wilhelm hat durch seine Fahrt nach Tanger den deutschen Standpunkt in unserem Streite mit Frankreich fest» gestellt. Er hat sich selbst in eigener Person den Folgen aus­gesetzt, die das deutsche Vorgehen nach sich ziehen konnte.

Man hat den Kaiser und seine Politik wegen dieses Vorgehens Frankreich gegenüber als herausfordernd und kriegerisch bezeichnet. Mit Unrecht. DaS weiß selbst jeder ver­ständige Ausländer. Der erklärteste Gegner des Kaisers bei feiner Thronbesteigung war W. T. Stead von der Londoner Review of Reviews. Stead erfand für ihn den Spottnamen ,,Schrelkaiser". Tie Spitze, welcher Herr Stead mit dieser Benennung Ausdntck geben wollte, hat er längst zurück- genommen. Die Befürchtungen, welche er, und andere mit ihm, seinerzeit hegten wegen der dem Kaiser zilgeschriebenen kriegerischen Neigungen, sind längst dahin, nicht erst seit dem Marokko-Weibbuche. Wir braiichen nicht nur auf die verflosienen 35 Jahre hinzuweisen, wo Deutschland in Europa auf der Friedenswacht gestanden hat, auch nicht allein darar,f, daß Don diesen 35 Jahren der Kaiser 18 Jahre hindurch stets offen zu dieser Politik des Friedend sich bekannt hat. ES ge- i;ügt, daran zu erinnern, daß, sobald das französische Volk und die französ. Regierung das herausfordernde Vorgehen deS Ministers Dclcassß mißbilligten und sich bereit erklärten, in freundschaftlicher Weise mit Deutschland zu verhandeln, man ihnen sofort von deutscher Seite aufs freundlichste be- segnet ist. Möge das nächste Jahr dem Kaiser und uns die Frucht bringen für dieses Festhalten an dem Friedens- gebauten.

Ein berühmter Brite, Carlyle, hat behauptet, daß die Hohenzollern das einzige Geschlecht der Gegenwart seien, daS zu regieren verstehe. Was ist die Pflicht eines jeden von »ms? Diese Pflicht ist ohne Frage, nach besten Kräften unfere Ausgabe auszuführen, ganz gleich, in welcher Sphäre Las Schicksal uns findet. In dem Lichte betrachtet der Kaiser feine Ausgabe. Die Außenwelt ist vielfach gerechter nn der Beurteilung des Kaisers als viele unter unS, seinen Landsleuten. Das zeigt sich wahrlich nicht allein bei dem genannten Herrn Stead.

Die reaktionäre Sehnsucht nach einem gesetz gegen die Sozialdemokratie ist nichts Neues. Der fehlende Wille 'der Reaktion, der Sozialdemokratie durch eine volkS- freundliche Politik das Waffer abzugraben, ist ebensowenig eine neue Erscheinung. Also war, was der Kanzler sprach,

General-Anzeiger

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

Neulich erzählte uns jemand, er habe im vergangenen Sommer im AuSlande einen englischen Artilleriehauptmann kennen gelernt, und dieser habe sich mit größerer Bewlinderung für den deutschen Kaiser auSgedrückt, als irgend jemand vor ihm ober nach ihm eS in seiner (des Erzählers) Gegenwart getan habe. Der Einwrirf, der Offizier habe es getan, um sich einem ihm in einem Bade bekannt gewordenen Deutschen gegenüber liebenswürdig zu erweisen, ist nicht zutreffend, denn der Offizier glaubte einen Franzosen in dem Deutschen zu sehen.

Die volle Wahrheit mit Bezug auf den Kaiser läßt sich heute kaum feststellen. Aber sowohl was er Unterlasten, wie was er ausgefühil hat während seiner RegierungSzeit, spricht großenteils zu seinen Gunsten. Er straft alle die Lügen, welche sich vor 18 Jahren auf das Feld der Prophezeiungen und Voraussagungen wagen zu können glaubten. Allerdings verraten die Worte des Kaisers hier und da die Arifwallung eines Vulkans. Dies aber gerade erhebt ihn auch weit über den Durchschnitt, und der Widerschein der Gluten, die auS der für die Zeitgenossen unergründlichen Tiefe deS Inneren unseres Kaisers strömen, breitet sich über die Welt. Und allüberall sieht man Tausende und Abertausende hin- geristen mit unwiderstehlicher Gewalt von der Lavamacht seiner temperamentvollen Persönlichkeit. Und die Lava be­siegt schließlich alle ihr entgegentretenden Hindernisse, sie macht sich den Weg frei und fließt ruhig dahin, um weithin die Lande zu befruchten ....

Viele haben längst erkannt, daß der Kaiser heute ein Charakter ist, der seine persönlichen Neigungen zu zügeln, sie den Anforderungen nationaler und internationaler Gerechtig­keit und Moral unterzuordnen versteht. Je größer ober der Widerstreit zwischen Steigung und Pflicht im letzteren Falle gewesen ist, um so größer muß der Sieger in diesem geistigen Kampfe erscheinen.

Es giebt viele Leute in Deutschland noch heute, die gkauben, daß deS Kaisers Negierung einen Fehler beging, als sie die Fesseln löste, welche die Sozialisten banden. Vielleicht ist der Kaiser selbst enttärischt von den Resultaten, die diese soziale Politik bisher gehabt hat. Wäre er es, was gerade jetzt angesichts desroten* Sonntags, der sozialistischen Demon­strationen nicht unmöglich ist würde dies den Wert der Großmut verringern, die das Sozialistengesetz aus der Welt schaffte, das tatsächlich zweierlei Maß schuf für daS öffentliche Recht in Deutschland? Ganz sicherlich nicht. Hat man aber praktische Beweise, daß der Kaiser diese Politik bedauert? Die Tatsache, daß er in öffentlichen Anreden die Ziele und Niethoden der Sozialdemokratie früher wiederholt angeklagt hat, ist kein Beweis für solche Hypothese, während es Tat­sachen genug giebt, die dagegen sprechen. So seines Kanzlers letzte Herrenhausrede.

Wie der alte Allinghausen in seiner Sterbestunde die Bewohner seines Glitsbezirls und die Schweizer Landsleute ermahnte:Seid einig, einig, einig 1' so rief im preußischen Herrenhause Fürst Bülow den bürgerlichen Kreisen zu:Seid einig, einig, einig I Auf daß ihr in Eintracht die Sozial­demokratie überwindet!"

Nun nmß man ja freilich dem entgegenhalten: Soll das liberale Bürgertum den Kampf gegen die Reaktion aufgeben ? Oder wollen die Uebermächtigen im Lande, die Gro^kapi- talisten, die Ostelbier und die kirchlich Orthodoxen aller Kon­fessionen aufhören, ihre Sonderinteressen oder einseitigen An­sichten über die Interessen und wissenschastlichen Anschauungen der Gesamtheit zu stellen? Wie denkt sich Fürst Bülow in der Praris die Verwirklichung seiner Mahnung? Will er

Samstag AV.^ammr 1D06

Bezugspreis» mennthd) 75'131, viertel*

Nr. 23 frl&flB« liiqttH außer Sonnma».

Dem Ä>eßenei Anzeiger n>e>den nn Wecküel mit dem Kesffschrn eandwirl die Siebener Familien« hlüNer viermal in der

Wow« bttgdegL MoiatwnSdrucl u. Star- Ina der Brü h l'lchen Unioeck.-Buch-mSlem- bruderet. 9t Lange. Redaknon, Ervevulon und £rucfeter

ELalßrabe 7, Redaktion 113

Verlag u.Exved.^ELl Adrelie für Tenet eben:

Anzeiger Gießen.

nach bem dritten Aufzuge verschiedene Riale erscheinen mußte. DaS Drama führt uns in ein Heim für fahrende Brüder und entlassene Sträflinge, dessen Leiter, der Pfarrer Heinzius,. in­folge seiner völligen Geschäftsünkenntnis und semer durch nichts zu beirrenden f-Lsicht, seinentrübem auf dmn Berge" zu helfen, sich durch die Schurlei.-ien seines Buchhalters zum Unterschlagen von Mündelgeldern verleiten laßt. Als dieser, der sich dadurch die Hand des Mündels des Pfarrers sichern trollte, seine W- sicht fehlschlagen sicht, und deshalb den Pfarrer verrät, wird er von den Sträflingen erschlagen; als der Pfarrer selbst aber ihnen die Mgaben des Buchhalters betätigt, erschlagen fte auch ihn. Das Drama ist gcsckfickt geschrieben, die Handlung klar und bestimmt durchgeführt und auch die Charakter treffend gezeichnet, sodaß der Schluß, der wvhl hier und da befremden dürste, befriedigend erscheint; auch sind verschiedene Charakter geschickt gegeneinander ausgespielt, ohne daß aber auf der einen oder andern Seite übertrieben wäre, so die F-iguren des Pfarrers Heinrins und des Stadtpfarrers, oder die des Buchhalters und des Reffen des Pfarrers. Die Besetzung der Rollen war eine recht gute; nur Herr Pvr th, der den Pfarrer Hcinzius spielte, übertrieb in den letzten Men, währenb er in den ersten Aus­zügen für den menschenfreundlichen Pfarrer, der durch Liebe selbst die leidenschaftlichsten Verbrecher 3u leiten weiß, die richtigen Töne fand. Herr Lehmann wußte den schurkischen Buch­halter treffend zu charakterisieren. Nährend sein Gegenspieler, der Neffe des Pfarrers und Geliebte des Mündels, durch Herrn L o e h r geschickt verkörpert wurde. Mu!ein Treitz war eine gute und sympathische Darstellerin des Mündels. Den beschränkten zelotenhfflcn Stadtpfarrer gab Herr Knispel in Maske und Spiel gleich gut. Herr Hacker, der gleichzeitig die Reoie in feinsinniger Weise führte und das Werk mit größter Sorgfalt einstndiert hatte, spielte auch mit lebendiger Realistik den Thomas Lederer.

Frankfurt a. M,, 26. Fan. Während Irene Triefch im Saalbau Balladen von Goethe, Lenau, Bürger nnb Heine und verschiedenes ans der Bibel vortrug, begann Else L c b in ach n ou4 Berlin im Schauspiclhauie ein dreitägiges Gastspiel. Ter Vortragsabend der Triesch ivav gut besucht. Tic Balladen brachten Überraschelide neue Effekte und errangen stürmischen Bestall, die biblischen Lichtungen wirkten mehr theatralisch. Else Lehmann

R. B. D a r m st a d t, 26. Jan. Heinrich L i l i e n f e i n s Trcv OöbieBerg des Aergernisses", der von ihrer Urauf- Mhriing in Bremen ein guter Ruf voransging, erlebte auch Bei ihrer heutigen erstmaligen Aufführung am hiesigen Hof- ^heater eine sehr warme Ausnahme, sodaß der Autor schon

ein frommer Wunsch.

Trotzdem steht cs jedenfalls fest: Würde da? deutsche Volk in feiner erdrückenden Mehrheit immerbar nnb in allen Dingen durchaus sich eins fühlen mit dem Kaiser und das vor bet Welt betätigen, desto stärker und achtunggebietender stünde bas Deutsche Reich in der Welt da. Möge diese dem Vater- lande dringend notwendige Erkenntnis oben wie u nten Platz greifen und möge sie wie ihn, den Kaiser, auch jene mit sich, fortreifien, die jetzt unter dem Banner der demonstrierenden Sozialdcmokratte abseits stehen, damit baß beutsche Volk endlich werde, wie es der große deutsche Dichter nennt: »ein einzig Volk von Brüdern'. DaS ist zum heutigen Tage der Wunsch vieler Millionen Patrioten.

Heute, nach Niederschrift dieses Artikels, finden wir in den offiziösenMlg. Zw." einen bemer?ensn»erten Glückwunsch-Artikel in dem es u. a. heißt: Ein erns>S Jalw ist in die Vergangen* beit b mbgesunken seit unser Volk das letzte Mal seinem Met zum Geburtstage huldigte, ein Zeitabschnitt, der wie kernet Mtror Geist und Gemüt des Monarchen vor schwerwiegende End- schließungen gesellt hat. 17 von reichem Schassen erfüllte Ae- gierunäsiahre haben benffescn, daß es keine leeren Worte sind, wenn der deutsche K'ffser von der Erhaltung beä Friedens als einer ihm heiligen Sache spricht. Wenn der Küiseff gleichwohl für geboten erachtete, eindringlich iu erkennen zw geben, daß ein jederzeit kampsbereites großes Volk hinter ihm' hebe, so mußte auch das ll ödeste Auge feben, daß Gefahst im Verzüge sei, der nur feste Entschlossenheit zw begegnen imstande war. Daß bet Herrscher tn Tagen getoiajhget Entscheidung den Willen bekundet hat. Recht und Ehre dey deutschen Nation gegen unberechtigte AngriffÄ tatkräftig zu wahren, baß bet Monarch selbst bie eigene} Person eingesetzt hat, als es galt, der A b w e h r s e i n seliger Anschläge den größten Nachdruck zu vev^ leib.m, W wird dem Kaiser nnfee Volk in all-w Zukunft Dan?, wissen und dessen gedenkt es am morgigen Tage mit besonderen, -nne und freuet Hinaebnng. Der Kaiser will den Frieden; allerdings, aber den Frieden mit Ehren. Es ist d^hcr keim Wideriptuch, sondern ein Beweis strenger Folgerichtigkeit, daß b e r K a i s e r nut gerüstet hat in dem Bestreben, die W e h v* kraft besReichcs in gleickemMaße mit be n w a ch- enden Interessen zu entfalten. Unter bem e>cbuöl des schlagfertigen SchwerteS vermochte bet Monarch L'nabTäfng an bet ?vorbmmg der Werke des Friedens zu av- beiten. Handel und Wandel haben einen ungeahnten Ausichwung genommen, der Wohlstand des Volkes ist rasch gestiegen und zwar haben gerade mich die weniger begüterten Schichten in ihrer Lebenshalttmg eine hocherfrculsthe Wendung erfahren.

Die Feier von Kaisers-GeburiStag in Gießen. .

Zur Feier des Geburtstages S. M. des Kaisers haben bid öffentlichen und eine Reihe von Privatgcbäuden in Gießern Flaggenschmuck angelegt. Insbesondere sind die Kmetnen reich mit Tannensstün und l)effischen und deutschen Fahnen geschmückt.

Die militärische Feiet ist die seit Jalwen feststehende Am Vorabend sand Zapfenstreich der RegimentSmufik und der Spiellciite statt, der sich unter lebhafter passiver Anteilnahme des Publikums durch die Straßen der Stadt bewegte. Heute vormittag folgte großes Wecken und um 8 Uhr verkündigten Choräle vonp Turm der Stadtkirche b n 9ütBrud) des festlichen Tages. Um 9SA Uhr vereinigten sich die cvang. Zivil- und die Militär- gemeinde zu einem gemeinsamen F e ft g o 11 e Sdi enft m bev Stadtkirche. bei dem Pfarrer Euler die der Bedeuttmg bed Tages entsprechende Pv:digt hielt.

Um 11 Vs Ubr folgte R e a i m en t s va r a de auf Oswalds-

bnt in drei HanvtmmmsMollen das Poblikum recht gefeffch; ihre realistische Darstellung ist im wesentlichen von großer Schlichtheit und ausgeglichener Ruhe, aber doch nicht ganz frei von virtuosen- hasten kleinen Sväßchen. v ,

D i e jüngsten Vorgänge in Rußland haben, die Aufmerksamkeit wieder auf die revolutiorlären Mf-' stände, die Straßen- und Barrikaden kämpfe, gelenkt, welche; die Geschichte der europäischen Staaten seit der großen, französischen Revolution zu verz-ichnen hat. Mit Inter­esse wird man daber die Veröffentlichung:Aus denr Tagebuche eines junaen ost preußischen Arztes. Paris 1830." lesen, die daß F^bruarheft vow Nord und Süd" (Breslau, Schlesische Verlagsanstalt von S. Sck)otllaender) bringt. Als ein Unbeteiligter macht der junge Mediziner hier ausführliche Aufzeichnungen über die- Vorgänge vom 26. Juli bis 11. Skrguch deren Augenzeuge er gewesen. Mit Recht hebt er bewundernd hervor, wie! die revoltierende Bevölkerung sich k ine Plünderungen und unnötigen Ausschreitungen zu schulden kommen ließ und^ sobald sie ihren Willen durchgesetzt, sich der größten Ord­nung und Ruhe befleißigte. E. Miller betrachtetDie Land- lind Seemacht der Vereinigten Staaten, von Nordamerika". Unter der UeberschriftDie flamm­äugige Elise" führt Karpeles einBild aus Heinrich Heines Eheleben" dem Leser vor. Tas Heft bringt ferner u. a. ben Schluß des SchauspielsTer Helfer" von Felix Philippi.

Wien, 26. Jan. Ans Anlaß des Int). Todesta geS Mozarts sand heute in Anwesenheit des Leiters des Unter­richtsministeriums, der Dertteter Der Behörden, des Rektors der! Universität, zahlreicher Projessorcii dcr Hochschulen, der Studen­tenschaft und vieler Festgäste eine erhebende Feier' statt. Der akademische Orchestcrvcr:'n und Gesangverein trugen den Wert her von Mozart vor. Prof. Dr. Guido Mler hielt Die Festrede.

In Weimar starb die erste Vertreterin der Elsa in' Wagner'sLohengrin", Frau Rosa von Milde.