Ausgabe 
26.5.1906 Erstes Blatt
 
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sind nämlich auch die oberen Eckzähne nach

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zu seiner Grundlage machte.

Garten eine Seltenheit erhalten, die den meisten Tierfreunden und selbst Fachleuten nur auS Abbildungen oder ausgestopften Exemplaren bekannt sein dürste: einen Hirscheber oder Babirusa von Celebes. Es ist ein erwachsenes Männchen, das die ganz eigenartig gebildeten Eckzähne, denen daS Tier seinen Namen verdankt, gut entwickelt zeigt. Wie die unteren

Newyv'rr, 24. Mal. Da e§ bart amerikanischen Gesandten in Peking bisher noch Nicht gÄungen rst,.Kw- sriedenstellende ErMrungcn von der chinenschen Regierung über neue Zoll Verordnung zu «Langen, hat die Regierung dtt Bereinigten Staaten ihren Bevollmächtigten angewiesen, sich dem englischen und dem deutschen Gesandten in einer energischen Drotefterkläru ng anzuschsießen.

* Pretoria, 24. Mai. Die Lage in Na tal wird als sehr ernst angesehen. Den englischen Truppen ging der Be­fehl zu, sich in Bereitschaft zu halten.

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Bilder, worunter eine Kollektion von Pros. H. Liesegang - Düsieldorf, M. Loose-Berlin und O. Ub bel o hde- Goß­felden, verbleiben nur noch 8 Tage in der Ausstellung, und wir wollen deshalb nicht unterlassen, auf die gegenwärtige Ausstellung nochmals hinzuweisen. Nach den Pfingstfeier- tagen wird ein vollständiger Wechsel der Gemälde vor- genommen.

** Freidenker-Vereinigung. In der gestern abend im Hotel Einhorn abgehaltenen außerordentlichen Mitglieder­versammlung wurde die Entsendung eines Delegierten zu dem vom 9. bis 12. Juni in Stettin stattsindenden deutschen Freidenkerkongreß beschloßen.

- Ein Teil des hiesigen Eisenbahnvereins veranstaltete am Himmelfahrtstag seinen diesjährigen Sorn- merausflug nach Dillenburg. Zwei Sonderzüge brachten die Teilnehmer dorthin. Am Bahnhof Dillenburg wurde der Verein von einer Musikkapelle empfangen. Nach­dem der zweite Sonderzug eingelaufen war, erfolgte der Abmarsch des Vereins nach dem Festplatz, der auf einer An­höhe laa. Hier waren Karussell und Buden vertreten und für Speise und Trank auch aufs beste gesorgt. Der Saal hätte für die vielen Tanzpaare etwas geräumiger sein dürfen. Am Abend erfolgte die Rückfahrt ebenfalls mittels zweier Sonderzüge, die um 9 Uhr in Dillenburg abfuhren und um IO1/* Uhr hier ankamen. Am 10. Juni findet für die weiteren Mitglieder des Eisenbahnvereins ein Ausflug statt.

- Männerturnverein. Wie alljährlich am Himmel­fahrttage, so unternahm auch dieses Mal wieder der Männer­turnverein einen Turngang, und zwar auf den Hohe- rodskopf. Die Beteiligung war seitens der jüngeren und älteren Turner sehr rege. Es hatten sich sogar einige Turn­schwestern eingefunden, die diese schöne TV^tünbige Tour von Mücke über Ulrichstein nach dem Hoherodskopf mit Abstieg nach Schotten vollständig mitmachten. Bei dieser Gelegenheit soll nicht unerwähnt bleiben, daß in Ulrichstein dem all­bekannten beliebten Vorsitzenden der Deutschen Turnerschaft, Dr. Ferdinand Goetz in Leipzig, der gerade am Himmel­fahrttag seinen 80. Geburtstag beging, gedacht wurde, indem im Namen deS Vereins ein Glückwunschtelegramm ge­schickt wurde. In einer Ansprache seitens des 1. Sprechers, Rechtsanwalt Kaufmann, hob dieser die guten Eigen­schaften des Jubilars hervor, der sich nie eine Mühe ver­drießen lasse, wenn es gelte, für die gute Sache, die Turnerei, einzutreten. Er schloß mit einem dreifachen®ut Heil" auf den Jubilar, mit dem Wunsche, daß er noch lange Jahre den gesamten deutschen Turnern als Führer erhalten bleibe. Auf dem Hoherodskopf angekommen, besichtigte man das Schweizerhaus und trat nach l1/2ftünbigem Aufenthalt den Abstieg nach Schotten an. Hier versammelten sich die Turn­schwestern und Turner im Gasthaus zur Traube, bis gegen 8 Uhr abends an die Heimreise gedacht werden mußte. Sämtliche Teilnehmer an diesem Turngang trennten sich am Bahnhof Gießen mit dem Bewußtsein, einen schönen, reiz­vollen Tag im Kreise des Männerturnvereins verlebt zu haben.

** Die Kreisgruppe Gießen des deutschen Flottenvereins hält am Mittwoch, 30. Mai, abends 8Vs Uhr im CafL Ebel seine Hauptversammlung ab, in der neben dem Jahres- und Kassenbericht sowie der Neuwahl des Vorstandes eine Besprechung über die weitere Vereinstätigkeit stattfindet.

Besitzwechsel. Die Restauration zur Ger­mania in der Grünberger Straße ging für 52 000 Mark in den Besitz des Bierverlegers Johannes Carle über.

0 Annerod, 24. Mai. Eine hübsche Wette wurde Montag abend zum Austrag gebracht. Zwei BauerS-

Schutzgeländer versehen werden. Die Plattform soll so angelegt werden, daß auf ihr Freudenfeuer bei festlichen Gelegenheiten abgebrannt werden können. Ueber dem Portal wird ein Raum gelassen werden, der zur Auf­nahme eines Bismarckbildes, etwa in Bronzeguß, bestimmt ist. Die Bausumme soll 14000 Mk. nicht überschreiten. Die zur Verfügung stehenden Mittel belaufen sich z. Zt. auf ca. 13000 Mk. Es wird gewünscht und von Architekt Hofmann für möglich gehalten, daß die Nohbauarbeiten des Turmes bis zum Herbst fertiggestellt werden. Wenn die Hauptversammlung die Pläne genehmigt, konnte in ca. 8 Wochen die Grundsteinlegung stattfinden und mit dem Bau begonnen werden. (Schott. Krsbl.)

Lauterbach, 25. Mai. Die hiesige freiwillige Feuerwehr ernannte in der am Mittwoch, dem 23. d. M. stattgefundenen Generalversammlung Bürgermeister S t ö p l e r zu ihrem Ehrenmitglie de und überreichte ihm ein pracht­voll ausgestattetes Diplom.

(.) Frankfurt a. M., 25. Mai. Aus dem kürzlich aufgelösten Stuttgarter Tiergarten hat dec Zoologische

sie durchbohren die Haut des Gesichts und krümmen sich im Halbkreis nach oben und hinten, sodaß ihre Enden die Stirn berühren, auf diese Weise einen höchst sonderbaren Hörner- schmuck bildend. In seiner übrigen Erscheinung erinnert dieses recht saubere und zierliche Schwein durch die schlanke Gestalt, den gestreckten Kopf und die hohen Beine etwas an einen Tapir. Das seltene Tier ist Eigentum des Königl. Naturalienkabinetts in Stuttgart und wurde dem hiesigen Garten auf Lebenszeit in Pflege gegeben. Ein vor kurzem hier geborenes Dromedar, das recht gut gedeiht, darf sich bei schönem Wetter bereits mit seiner Mutter im Freien himmeln; es ist ein putziges, nettes Dingelchen, das den Be- uchern viel Freude bereitet. Reichen Zuwachs an euro­päischen und ausländischen Arten erhielt in letzter Zeit die Reptiliensammlung; unter den neuen Schlangen ver­dienen zwei Exemvlare der giftigen UräuSschlange be- ondere Beachtung; dies ist die afrikanische Vertreterin der ndischen Brillenschlange; sie kann wie diese ihren HalS cheibenartig verbreitern, doch fehlt ihr die Brillenzeichnung im Nacken. Die echte Brillenschlange ist zurzeit ebenfalls vorhanden, ferner die Klapperschlange (mit der Rastel am Schwanzende) und die Wasserviper beide von Nord­amerika, die deutsche Kreuzotter uno die südeuropäische Sandotter (mit einem Hörnchen auf der Schnauze), sodaß sich die nicht häufige Gelegenheit bietet, lebende Exemplare der sechs wichtigsten und am meisten berüchtigten Giftschlangen nebeneinander zu sehen.

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Bad Nauheim, 25. Mai. Bis zum 24. Mai sind 6 2 97 Kurgäste angekommen, wovon an genanntem Tage noch 4919 anwesend waren. Bäder wurden bis zum 24. Mai 1906 55 304 abgegeben.

§ Bad-Salzhausen, 24. Mai. Heute fand im Cafs Kronprinz dahier eine Versammlung statt, die sich mit der Frage beschäftigte:Was ist zu tun, um e^olgreich an dem Aufschwung und der Entwickelung des Badeortes Salzhausen mitzuwirken?" Man faßte einstimmig den Be­schluß, einen Verkehrsverein für Bad-Salzhausen und Umgegend zu gründen. Sämtliche Anwesende er­klärten ihren Beitritt und ernannten einen Ausschuß von drei Mitgliedern, um die weitere Gestaltung des Vereins in die Wege zu leiten. Voraussichtlich wird die 1. Aufgabe des Vereins sein, eine Kuranstalt großen Stils für Minder- bemittelte in Bad-Salzhausen zu erbauen.

u§ bem Schützer Land, 25. Mai. Gelegentlich der topographischen Landesaufnahme in ber llmgcgenb von Unter-Wegfurth würben zahlreiche prähistorische Hügel­gräber in ben Gräflich Görtzischen Walbungen nahe an ber preußischen Grenze gefunben. In einem neuangelegten Wald- weg. durch dessen Bau wahrscheinlich eine solche Grabstätte zufällig berührt wurde, fand man ein kunstvoll geschliffenes, wohlerhaltenes Steinbeil. In derselben Gegend sind auch Spuren einer vielleicht durch den dreißigjährigen Krieg zu Grunde gegangenen Kulturstätte vorhanden, worauf auch der DistriktsnameHallstadt" hinbeutet. (Schl. B.)

/\ Angersbach bei Lauterbach, 24. Mai. Schwer verunglückt sinb ber Altbürgermeister Kircher von hier unb ein Metzgermeister, ber ersteren auf seinem Fuhrwerk mitgenommen hatte. Als beibe einen Berg hinabfuhren, ging bas Pferd durch und rannte über die Bahnstrecke Gießen- Fulda. An einer Biegung flogen die Insassen aus dein Wagen, welcher gertrümmert wurde. Die beiden Männer wurden schwer verletzt nach Salzschlirf ins Krankenhaus gebracht.

Schotten, 25. Mai. Wegen der Vorarbeiten zur Er­bauung eines Bismarckturmes auf dem Taufstein fand gestern nach einer Ortsbesichtigung auf dem Taufstein hier unter dem Vorsitz des Geh. Kommerzienrats H. Buderus von Hirzenhain eine Sitzung des Komitees statt, dessen Be­schluß dahin ging, die sofortige Inangriffnahme bcc- Baues sich von der Hauptversammlung genehmigen zu lassen. Der Bismarckturm wirb eine Höhe von 20 bis 22 Meter erhalten unb auf feiner Plattform einen Ausblick nach allen Seiten gestatten. Nach ben von Architekten Hofmann-Herborn gefertigten Plänen, bie ber nächsten Sonntag auf bem Hoherobskopf ftatlfinbenben Hauptversamm­lung zur Genehmigung vorgelegt werben, wirb ber Turm im Viereck ausgeführt werben unb zwar in seiner unteren Partie mit 7 zu 8 Meter Seitenlänge, währenb er in ber zweiten Partie auf allen Seiten unten 7 Meter im Quadrat mißt und sich nach seiner Oberkante auf 6 Meter im Quadrat verjüngt. Der Turm soll aus Basalt unter mäßiger Ver­wendung von hessischen Lungsteinen hergestellt werden. Der untere Turmraum wird zum Zwecke des Aufenthalts ein­gerichtet und demgemäß überwölbt. Die oberste Plattform wird von dem darunter liegenden Umgang aus durch eine eiserne Treppe verbunden und mit einem eisernen

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Gießen, den 26. Mai.

«-Personalien. S. K. H. ber Großherzog haben dem Pfarrer Gg. Ritter zu Fauerbach eine evang. Pfarr­stelle zu Friedberg übertragen.

* Ein Achtzigjähriger. Am 29. Mai feiert der Röntgt Bahnmeister i. P. Jakob Gerhard, der lange Jahre in Gießen gewohnt hat, zu Friedberg in großer körperlicher und geistiger Regsamkeit seinen 80. Geburtstag. Nachdem Gerhard im 19. Jahre bie Prüfung als Bau­techniker unb Geometer bestauben hatte unb einige Jahre tn den Kreisen Gießen unb Bübingen als Kreistechniker tätig gewesen war, fand er bei ber Eisenbahn-Bau-Sektion in Gießen Stellung. Er bürste ber letzte ber ehemaligen Großh. Hess. Bau- unb Betriebsbeamten sein, bie im Jahr- 1846 beim Bahnbau ber Main-Weser-Bahn in hessische Dienste traten. Beim ersten Spatenstich an bieser Bahnar er zugegen unb hat einen großen Teil ber Bahnstrecke zwischen Frankfurt unb Rassel bauen helfen. Gerharb hat, was ein seltener Fall ist, während einer 50jährigen Dienstzeit unter drei hessischen und drei preußischen Monarchen gedient. Möge ihm noch lange ein gesegneter Lebensabend beschieden sein.

Die Hauptversammlung des israelitischen Lehrervereins im Großherzogtum Hessen fand am Donnerstag im Philanthropin zu Frankfurt a. M. statt. Außer den Gästen nahmen ca. 60 Bereinsmitglieder teil. Den Mittelpunkt der Verhandlungen bildete bas Thema: Die Notwenbigkeit ber methobischen Umgestaltung des hebräischen Unterrichts." Reallehrer Eschel­bach er-Mainz alsRefemnt, Rabbiner Dr. Gold schm idt- Offenbach enttebigten sich in intereffanbr Weise ihrer Aus­gabe, inbem sie zeigten, wie ber Unterricht methobisch zu ver- beffern unb umzugestalten sei. Die Diskussion war sehr lebhaft. Da in allen Zweigvereinen be§ Verbanbes ber israelitischen Lehreroereine im Deutschen Reich basselbe Thema behanbelt wird, so wird später eine Zusammenfassung aller Richtungen unb Anschauungen bewerkstelligt werben, um ben Verhanblungen eine praktische Bebeutung geben zu können. Ein gemeinsames Mittagsmahl schloß sich an.

Kunstverein. Die seit 14 Tagen ausgestellten

Vermischte».

* Hamburg, 25. Mai. Das Ende Januar von hier mit einer Labung Dynamit unb Pulver nach Montevideo abgegangene Segelschif fC. Paulsen' ist an seinem Bestimmungsort nicht eingetroffen. Man glaubt, baß bas Schiff anfangs Februar im eng­lischen Kanal gesunken ist, ba zu jener Zeit von einem englischen Fischdampfer ein frembes Schiff gesehen würbe, bas nach einigen Minuten mit einem furchtbaren Krach in bie Luft flog unb augenblicklich versank. Von ber 13 Mann starken Besatzung bes(£. Paulsen" waren 11 Deutsche.

* Zu Ibsens Tob. Im Storthing gab der Präsident folgende Erklärung ab:Seit der letzten Sitzung beS Storthing hat baS Vaterlanb einen großen Verlust erlitten, inbem einer seiner besten Söhne, Henrik Ibsen, burch ben Tob abberufen worben ist. Das norwegische Volk wird

Bei einer int v"rftossenen Winter von der ®enbarmerte in Vilbel vor genommenen Revision ber Maße unb Ge­wichte wurde in bet Küche des I. G. K. ein Halbltter- blechmaß vorgesunden, das zwar am oberen Rande vorschrifts­mäßig geeicht war, aber am Bodm ben erfordertichen^Eicbungs» vermerk nicht h.-tte. Es erging gegen ihn em etrafbe ebt wegen Zuwiderhandlung gegen § 369, 2 St.-G.-B., auf beffen Einbruch bas Schöffengericht zum Iweispruch kam, da der An­geklagter nicht als Gewerbetreibender im Sinne genannter Ge- setzcsstelle zu betrachten fei. Infolge Berufung ber Staats­anwaltschaft kam bie Gießener Strafkammer zur Verurteilung in eine Geldstrafe von 1 Mark; auch verfugte sie dte Einziehung des Flüssigkeitsmaßes. Sie stellte fest, daß der An­geklagte ein wohlhabender Landwirt sei, bet etwa 150 Morgen Feld bebaue unb etwa 20 Mhe besitze, beten Milch er nur zum kleinsten Teile im eigenen Haushalte verwende; den größten Teil verkaufe er cn Privatleute r..:b kleine Händler, unb zwar finde ber Verkauf in ber Weise statt, daß die Frau oder Be­dienstete täglich in der Küche das geforderte Quantum zumesien; olange bet Vorrat reicht, werde verkauft an jeden, der komme, obaß die Zahl ber Abnehmer unbegrenzt sei. Sie war der Ansicht, diese Tätigkeit sei als Cktoeribebetrie'b ^u betrachten', beim Gewerbetreibender sei jeder, der in regelmäßiger Wieder­kehr und in der Wsicht, unmittelbar Gewinn zu erzielen, Gegen­stände nach Maß ober Geüvicht verkaufe, es komme dabei nicht darauf an, vb er diese Sachen selbst ziehe oder ankaufe, oder oll et den Bestimmungen der Gewerbeordnung unterstehe o^r Nicht. Die Frage, ob ein Landwirt in Ausübung der geschildeirten Tätigkeit als Gewerbetreibender im Sinne des § 369, 2 St. G. B. auzusehen ist, wurde in der Rechtsprechung verschieden beantwortet. Die Obetlandesgerichte Stettin unb Posen gingen) von der Ansicht aus, zu den Gewerbetreibenden in diesem Sinne g-hören alle die, welche fortgesetzt eine selbstgewählte, auf Er­zielung von Gewinn gerichtete Tätigkeit ausüben, also auch Land­wirte, welche die im Betriebe der Landwirtschaft gewo-nnenew Produkte zur Veräußerung brächten. Dagegen hat das oberste bayer-sche Laudesgericht in einem Urteil ausgeführt, das Straf­gesetzbuch sei zu einer Zeit erlassen worden, als die Gewetve- orbnung bereits bestanden habe, es sei daher nicht anzunehmenl, daß in das Strafgesetzbuch ein anderer Begriff, als in bet Gem-O. unter jener Bezeichnung verstanden sei, habe aufgenommen: werden sollen, insbesondere deshalb nicht, weil ber § 369, 2 <5t G. B. gewetbepolizeilichen Charakter trage. Wenn in der Gewerb^ otdnung der Begriff des Gewerbetreibenden auch nicht ausdrück­lich definiert sei, so ergebe sich aus ihren einzelnen Bestimm- ungen aber doch, daß die Landwirtschaft nicht als Gewerbe anzusehen sei: dies entspräche auch dem Herkommen und bemi Sprachgebrauch, nach welchen die Urproduktion nicht zu den Ge­werben gehöre. In den Betrieb der Landwirtschaft falle auch der Verkauf der selbstgewvnneuen Erzeugnisse. Es könne hieraus zwar ein gewerblicher Betrieb werden, wenn nach erfolgter Ver­arbeitung und Veräußerung die Handelstätigkeit überwiege, wie 5 B. bei Molkerei, Brennerei, oder Rübenzuckerfabrck; in andern Fällen handle es sich um einen landwirtschaftlichen Rebeu- betrieb, der den Bestimmungen der Gewerbeortmung nicht unter­liege, wie auch die Bereitung von Wein aus Trauben, in den Bereich ber Landtvirtschaft gehöre. Das Oberlandesgericht Darmstadt hat sich, auf Revision des Angeklagten, ber Ansicht des obersten bahetischen Gerichts anges-chLossen unb Frei­sprechung eintreten lassen. Im vorliegenden Falle verkauft der Angeklagte lediglich sein beim Betrieb der Lm/iwirtschaft selbstgewonneues Erzeugnis und es überwiegt keineswegs die Handelstätigkeit. Den gleichen Weg unter den nämlichen Um­ständen machte eine Sache gegen den Oekonom B. I. von Vilbel, in dessen Keller sich bei der Revision eine den gesetzlichen Vor­schriften nicht entsprechende Wage vorfand. I. betreibt neben) Gastwirtschaft und Backsteinbrennerei eine größere Landwirtschaft, deren Erzeugnisse er ebenfalls im kleinen verkauft. Auch Uer hat die Strafkammer, nachdem das Schöffengericht infolge Ein­spruchs gegen den Strafbefehl zur Freisprechung gelangt war, das Urteil aufgehoben und auf 2 Mk. Geldstrafe erkannt und, die Einziehung der Wage verfügt, mit der Begründung, daß der bloße Besitz der unvorschriftsmaßigen Wage zur Bestrafung! genüge. Auf Revision des Angeklagten kam auch hier das Ober­landesgericht mit der nämlichen Begründung zum F r e i s p r u r- indem es die Ausführungen des bayerischen Oherlandesgerichls

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teufe wetteten um etn Faß Bier, daß der eine fein Pferd nicht in die Gaststube derKrone^ brächte. Es dauerte aber keine drei Minuten, so war der Gaul, dem der Kops verbunden worden war, die sechs Treppenstufen oben und im Zimmer, die Wette war also gewonnen; alsbald fam eine neue Wette um ein Faß Bier zn stände, daß das Pferd auch ohne verhängten Kopf in die Stube ginge. Auch diesmal gewann der Besitzer des PserdeS die Wette.

Lich, 24. Mai. Tie Stadt hat beschloßen, für die eit 1. Oktober 1905 hier bestehende Ackerbauschute ein eigenes Gebäude zu errichten. Das Gebäude wird nach den Plänen deS Baurat Diehm erbaut und ist zu ca. 27000 Mark veranschlagt. Die Erbauung unserer Wasser­leitung hat gute Fortschritte gemacht, sodaß ihre Vollendung etwa im August zu erwarten ist. Die Quellen, die sich bei Albach befinden, sind gefaßt und man arbeitet bereits an der Rohrlegung. Die Ende der 80 er Jahre erbaute Wasser­leitung, deren Quellen im Walde nach Garbenteich zu liegen, hat vor zwei Jahren versagt. Die neue Leitung wird in das alte Reservoir geleitet.

X Lich, 26. Mai. Hier wurden dieser Tage bei dem Bau der Wafferleitung eine Anzahl altertümlich ge­formter Hufeisen, Nägel usw. gefunden.

---Butzbach, 25. Mai. Johannes Ludwig Waid- mann von Hausen erwarb einige Grundstücke am Nieder- weiscler Wald nächst der Chausee nach Hausen und ge­denkt daselbst ein Gasthaus grüß"ren Stils zu errichten. Der Bäcker Wilhelm Müller verkaufte gestern sein An­wesen, Langgasse 26, an Bäcker Friede. O h l von Bad- Naub"im zum Preise von 17 000 Mk. Ein junger Kaufmann überfuhr gestern auf dem Marktplatz mit feinem Fahrrad einen fünfjährigen Jungen. Mit einer heftig blutenden Kopfwunde wurde das Kind seinen Eltern zugcsührt. Der Turnverein bewilligte in seiner jüngsten Ver­sammlung am letzten Mittwoch die Summe von 5 00 Mk. für das Trachtenfest.