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26.5.1906 Erstes Blatt
 
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Nr. ISS Erstes Blatt ISS.Jahrgana Gamstag S6. Mai 190«

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MÄL Amis- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen MW

Anzeiger Stießen. v \ zeigenteil: Hans Be^.

^te Heutige Muumer umfaßt 20 Seiten, ggsg**"*^^-"""* - -!?_

Englische Angriffe.

Kaum sind die Vertreter deutscher Städte von ihrem Londoner Besuch heimgetehrt, hochbefriedigt von der britischen Gastlichkeit und noch ganz entzückt von den deutschfreundlichen Reden der Minister und anderer führenden Persönlichkeiten; kaum sind die liebenswürdigen Worte verklungen, die im Reichstag der Staatssekretär des Auswärtigen Amtes über bie deutsch-englischen Beziehungen sagte und schon beginnt wieder in Lon d on eine neue Zettelei gegen Deutsch­land! DerStandard" verbreitet Behauptungen von einem zwischen Deutschland und Persien abgeschlossenen Ver­trag. von einer Persien gewährten Anleihe und der Errichtung einer Kohlenslatiou am persischen Meerbusen. Das englische Auswärtige Amt müsie von der deutschen Regierung um­fassende Erklärungen verlangen. Ja, der ,Standard" geht soweit, mit der englischen Flotte zu drohen. Wenn die ,2.imeS* emen solchen Artikel veröffentlicht hätte, so wäre es nicht weiter verwunderlich, denn dreTimes" kann von der alten Manier der Verdächtigung deutscher Absichten nun ein­mal nicht lassen, und sie gefällt sich auch jetzt wieder darin, der deutschen Diplomatie Lehren zu erteilen, ivic Englands Vertrauen zu gewinnen wäre. Aber vomStandard" in man dergleichen Anrempelungen nicht gewohnt. Im Gegen­teil, decStandard" hat wiederholt sich gegen gehässige Ausiassungen der deutschen Politik gewendet, der Bertil,er Mitarbeiter des Blattes erhält Informationen von erster Seite, außerdem besitzt derStandard" bekanntermaßer Verbindungen mit der englischen Regierung. Das alles zusammengenoninien macht den heftigen Angriff doppelt auffällig und befremdlich. Den Gipfel der Naivität erreicht die Meldung sie konnte natürlicherweise nur in Paris ausgeheckt werden nut der Mitteilung von einem angeblichen Angebot seitens der deutschen Regierung, Persien 25 Millionen zu leihen. Für derart luxuriöse Angebote hat die deutsche Regierung feine Mittel zur Verfügung, dazu reichen dieGeheimfonds" nicht im entferntesten. Von einer Beteiligung der Großfinanz aber an diesem Geschäfte hat Niemand eine Ahnung, außer den mit starker Phantasie begabten Gewährsmännern des ,,Stan­dard". Ebenso ist eitler Wahn die Erwerbung eines persischen HafenS zur Errichtung einer deutschen Kohlenstation. Wir glauben nicht, daß die englische Regierung eine Anfrage in Berlin überhaupt für nötig hält. Sollte die Anfrage dennoch erfolgen, so wird der Antwort die Präzision nicht fehlen. Es ist lebhaft zu bedauern, daß man in England sich von einer Pariser ftlique, die ein deutsch-englisches Einvernehmen stören will, aiifhetzen läßt.

Demission des schwedischen Ministeriums.

Stockholm, 25. Mai. Am Schlüsse der vergangenen Woche hatte das Ministerium einschließlich der beiden zu- rückgelretenen Minister das Ansuchen au den König ge­richtet, wegen der abweichenden Beschlüsse beider Kammern in der Wahlrechtsfrage, Neuwahlen zur zweiten Kammer auszuschreiben, um den Wählern Gelegenheit zu geben, sich über den von der ersten Kammer angenotn- menen Wahlrechtsentwurf auszusprechen. Die Minister hatten hinzugefügt, daß, wenn der König dem Ansuchen nicht eiitspreche, das Kabinet sich genötigt sähe, seine De- misswii zu geben. Nach reiflicher Erwägung antwortete heute der König, daß er das Ansuchen des Kabinetts nicht annehme und Neuwahlen zur zweiten Kammer nicht aiis- schreibetr köime, weil er ein solches Vorgehen weder als logisch noch als parlamentarisch richtig ansehe. Infolge hiervon reichten sämtliche Mitglieder der Regierung ihr Abschiedsgesuch ein. Der König ersuchte den früheren Staatsrat Ä. Peterssen, eine neue Negierung zu bilden. Dieser lehnte das Anerbieten jedoch ab. Darauf übertrug der König dem Generaldirektor des Telegraphcnwcsens, Lind man, die Bildung des neuen Kabinetts.

Nutzland.

Petersburg, 25. Mai. Die Beantwortung der Adresse der Reichst) nma durch den MiNiiterprastdeitten Goremykin erfolgte heute nickst, da hne verlautet dem Ministerpräsidenten die G e n e h m , g u n g d e s K a r j e r s noch nickt »uaeaanaen ist. In den Wandelgangen der Duma wird hcut^ das ^eit gestern kursierende Gori,cht bestätigt,, wonach bie Er nennung Schipows zum M in ister pra) ib en t ^.n, d?s Fürsten Urussow zum Minister des Inner,, und des Grasen 5)eUdeu iiun Unterrichtsminister bevorstehl. Schipow und Heyden S rom 30. Oktober" an, Urusiow d-r das

llmt des Gehilfen des Ministers des Innern nieder egte, gehört feiner Partei an. Der Gesetzentwurf betreffenö bie Unantast­barkeit der Personen ist darauf,,gerichtet, die Burger vor unberechtigter Verhaftung, ^Polizeiaufiicht und Be'Q-ranfrng des Aufenthaltsorts, ferner vor dem Eindringen der Polizei Haussuchung und vor unbefugtem Dehnen der Vrrefe zu schützen Der Entwurf tritt ferner für das Recht der Burger ein, vor die allgemeinen und nickt vor Ausnahmegerichte gestellt ^-i werden, und gesteht der Polizei die Befugnis zu, int unterem der öffentlichen Ordnung und Ruhe ^^^^P0en vorzuncchnen, jedoch nur unter strenger Kontrolle der Gerichte.

Reichsduma.-

Petersburg, 25. Mai. Die Sitzung wurde heute nach­mittag um 2 Uhr 25 Min. eröffnet. Auf der Tagesordnung standen W a hl pr ü fun g e n. Tie Wahl des Wilnaer AbgeorD- neteii Bischofs Baron von Noon wurde beanstandet. Aach einer viertelstündigen Unterbrechung wurde die Atzung um 6 Uhr, 58 Min. fortgesetzt. .Der Präsident teilte nut, datz -b2 Wahlen,

also über die Halste, von der Duma bestätigt worden seien, und verlas dann eine^ Erklärung von 66 Mitgliedern der Duma anläßlich eines Telegramtns über die Bestätigung von acht Todesurteilen durch den baltischeii Generalgouverneur. Aus Anttag der Deputierten Kedrin und Kiismin-Karwajew erkannte die Duma einstimmig bie unaufschiebbare Notwendigkeit an, den Präsidenten des Ministerrats über öic Nichtausführung der Todes­urteile zu interpellieren.

Es beginnt die Beratung über den Gesetzentwurf betreffend die Unverletzlichkeit der Person. Abg. Nawgorobzew weist darauf hin, daß der Entwurf in zwei Teste zerfalle, tüten positiven und einen negativen, von denen der erstere die Sicher­ung der Unverletzbarteit der Person, der letztere die Aufhebung beschränkender Gesetze betreffe. Der polnische Abg. Nowod- worski hält die Aufhebung aller zeitweiligen Ausnahmegesetze für nötig, die die Autorität des Gesetzes untergrüben, denn die zeitweiligen Gesetze litten in Rußland die Tendenz, sich iw ständige zu verwandeln, und die in Polen im Jahre 1876 er­lassenen zeitweiligen Gesetze toüTcn noch heute in Kraft. Abg. Rosenbaum hält Vs für falsch, Kolleg ialgerickstc mit der Wahrung der Unantastbarleit zu betrauen, weit ilynen die Möglichkeit genommen sei, diese Aufgabe zu erfüllen. Pralliscyer sei es, diese Aufgabe der Staalsanw.sttschast zu überfragen. Aög. Alagin hält die Beratung des Entwurfes für verfrüht. Der Präsident erklärt, es handle sich nur um Uebcrweisung des Ent­wurfes an eine Kommission, der die Beratung als Direktive dienen solle.

Die Sitzung wird um 7 Uhr abends geschlossen. Tie Debatte über die Frage der Unverletzüchteit der Person wird morgen nadjmittag um 2 Uhr fortgesetzt werden. Gleich nach Beendigung der Debatte soll tue Debatte über die Agrarfrage beginnen.

Warschau, 25. Mai. Heute mitteg drang eine b e ma ff-! ncte Bande in bi.' Bank Warschauer Industrieller in der Absicht ein, einen Raub auszusühcen. Es kam zu einem Kampfe, bei welchem auf beiden Sellm zah.reichc Revolver­schüsse geivechscll wurden. Zwei Personen vom Pick B um ranrben getutet, drei Beamte und luuj Ba>.ibesucher wurden verwundet. Die Stäuber entkamen, ohne ihren Z erreicht zu haben.

91 i g a, 25. Mai. Zum Schi.tz des Deutschtums Hut sich hier ein deutscher Schul- und HilfSverein für Kur- nnd Livland geöilöet. __

Frankreich.

Paris, 25. Mai. Der Ausschuß der radikalen und der sozialistisch-radikalen Partei hielt unter dem Vorsitz des früheren JusllzmmislerS Senator Vallö eine Sitzung ab, in welcher der Beschlnßm.tra.. icmmen .wurde, öaß' die radikalen und sozialistisch-ladrsiueü Deputierten in oer ftanihicr die Delegation ber Linken (Vertretung des Blocks) wiederherslellcn mögen. Die Delegation würde ein Gesetz- gebungSprogramm feststellen, dessen Ausführung übeiwachen und alle Paiteispaltungen und jedes persönliche Ränkesp.el zu verhindern suchen. Wie-verlautet, hat sich der gestrige Minister rat auch mit der Umgestaltung deS Militär- strafgefe tzbuches beschäftigt. Eine dec beschlossenen Blenderungen besteht in der Abschaffung ber Todesstrafe in Friedenszeiten. Von nationalistischer Seite wird gemeldet, daß die Regierung für die Abschaffung der Kriegsgerichte in Friedenszeiten überhaupt eintreten wolle.

Dec radikale Deputierte Maujan erklärte in seinem BlatteLe Radical", daß jetzt nach dem harten Wahlkampf, wo die Gegner vollständig aufgerieben und außer Stande sind, irgendwelchen Schaden anzurichten, eine weitgehende Amnestie unabweisbar erscheint. Dem hiesigenNew Port Herald" wird aus Fort de France (Martinique) ge­meldet, daß die dortige schwarze Bevölkerung infolge ihres Sieges bei den Kammerwahlen die Weißen bedrohen und beschimpfen. Bei einem Umzuge wurde ein weißes Lamm, dessen Fuße gefesselt waren, herumgetragen, als Sinn­bild der Niederlage der Weißen. Von der schwarzen Be- völkerung werde sogar die Ausweisung der Weißen gefordert.

par!ainent(m$d?Cj5.

R. B. Darmstadt, 25. Mai. In seiner heutigen Sitzung beschloß der S en ior en* ft o nu e nt der zweiten Ständckammer, daß im Einklang mit dem ausdrücklichen Wunsche des Präsidenten Haas die beabsichtigte größere Feier seines 25 jährigen Abgeordneten -Jubiläums unterbleibt. Die Feier wird daher in der seither üblichen Weise stattfinden. Dagegen ist beabsichtigt, das auf den 9. Februar 1907 fallende 10 jährige Präsidcnten- jubiläum des Abg. Haas besonders zu feiern.

sd. Pfeddersheim, 25. Mai. Im ersten rhein- hessischen Wahlbezirk Pfeddersheim fand heute nach­mittag die Ersatzwahl 5um Landtag für den ver­storbenen Abg. Dtöllinger statt. Von den 36 national- liberalen Wahlmännern gaben 19 ihre Stimmen für Bürger­meister Finger in Pfeddersheim ab, 15 stimmten für den Bürgermeister Mahler in Herrnsheim. Außerdem wiirden zwei weiße Zettel abgegeben. Bürgermeister Finger ist somit gewählt.

Berlin, 25. Mai. Die Budgetkommission des Reichstags setzte die Verhandlungen über die Ergänzungs- ctats bei der Forderung für den Bahnbau Kubuk-Keet- manshoop fort. Erbprinz zu Hohenlohe erklärte: Es lag nie in der Absicht der Regierung, dauernd 15 000 Mann Besatzung in ber Kolonie zu belassen. Eine ber Hauptauf- gaben Deimlings sei, einen Teil ber Truppen zurück;usenden; ein bestimmtes Datum hierfür könne er nicht angeben. Oberst Deimling führt aus, ganze Kadrcs zurückzuziehen, sei nicht möglich, man müsie die alten Leute, die mer bis fünf Jahre dort seien, zurückziehen. Der Aufstand sei noch nicht beendet, es herrsche noch Krieg im Süden. Die

Bahn sei unumgänglich nötig für die Verproviantierung. ES stehe notorisch fest, daß 300 Hottentotten unter Abraham Morris, der übrigens der Sohn eines Rabbiners aus der Gegend von Posen sei, fest geschlosien den Truppen gegen­überstehen. Der Titel:Für den Ban der Eisenbahn von Lüderitzbucht nach Knbuk (zioeite Rate) unb Fortführung der Bobn nach Keetman^boop fünf Millionen" wird abgelehnt.

Dcntscbes Nereh.

Berlin, 25. Mai. DerReichsanzeiger" veröffent-- licht das Gesetz betreffend die Aenderung des Arttkels 32 der Rcichsverfassung und das Gesetz betreffend die Ge- währuiig einer Entschädigung an die Mitglieder des Reichstags, beide vom 21. Mai 1906.

Wie derKöln. Ztg." unterm 24. Mai aus New- Dort telegraphiert wird, sandte der deutsche Botschafter Freiherr Speck von Stern bürg ein Prachtalbum hierher, das dem K r 0 ii p r i n z e n p a a r am 6. Juni über­reicht wird. Das Album ist eine Liebesgabe von den New-Porker Deutschen zur Erinnerung an die Hochzeit des Kronprinzen. Es enthält alle amerikanischen Meldungen über die Hochzeit.

Das Abgeordnetenhaus setzte heute die 2. Beratung des Äol kss ch ul g e setz es bei § 24 fort, der die Verhältnisse jüdischer Volksschulen behandelt. Diöser Paragraph rvird nach den Kommissionsbeschlüssen angenommen, desgleichen § 25 bettrefsend die Fortbildungs­schulen im ehemaligen Herzogtum Nassau. Auch die §§ 27 bis 31a und 33 b 3 39 a gelangen zur Annahme. Bei der Beratung des § 40 vertagt sich das Haus auf morgen. Tas Herrenhaus hat heute die Wahlvorlage unverändert angenommnn. Morgen steht u. a. die Novelle zum Einkommensteiwrgcsetz auf der Tagesordnung. Wie der Präsident mitteilt, wird das Haus frühestens am 24. Juni schließen.

Stuttgart, 25. Mai. Die Kammer der Stan- desherreu hat bei der fortgesetzten Beratung i)er 23er» fasf ungsrevission das Recht des Königs pr Er­nennung erblicher Mitglieder aufrechterhalten, die Zu- sammenjetzung der Ersten Kammer nach dem Reg.ierungs- entivurf angenommen und den vorn andereit Hause beschlossenen E r s a tz für die aus der Zweiten Kammer ansscheidenden Privilegierten durch 17 vermittelst Landesproporz zu wählende Abgeordnete abgelehnt. Im Laufe der Debatte richtete Fürst Hohenlohe- Waldenburg scharfe Angriffe gegen die Regierung, indem er bedauerte, daß es nicht möglich sei, einen Minister, der Fiasko gemacht habe, zur Demission zu zwingen. Minister­präsident v. Breitling hiett dem entgegen, daß es sich hier um eine königliche Vorlage handle. __

Ausland.

London, 25. Mai. Wic berDaily Telegraph erfährt, soll der Besuch der japanischen Flotte unter Admrrall Togo in England nicht im laufenden Johre, sondern erst im Jahre 1907 stattfinden.

Irun, 25. Mai. Eine große Meip'chenmenae begrünte den König, als er mit dem Hof;ug^mikam. Bald darauf fuhp der Zug ein, welclfer die Prinzessin-Braut brachte, begrüßt! von jubelndem Zuruf der Menge, linier dem begeisterten Zuruf des Volkes und unter dem Donner der Geschütze erfolgte die Weiterfahrt des Brautpaares.

Rom, 25. Mai.Giornale d'Italia" undTriburuL^ drücken ihre Befriedigung über die am Mittworl) vom deutschen/ Staatssekretär v. Tschirfchky im Reichstage abgegebenen Erklär» ungen aus. Diese seien eine Bestätigung der Erklärung deÄ Ministers Grafen Guicciardini im Senate, daß der .Dreibund nichts an seiner Bedeutung verloren habe.

Reggio di Calabria 25. Mai. In Benestare wt> suchten etwa 1000 Landleute, die die Neubildung der Gc» meindeverroaltuug verlangten, bas Rathaus zu stürmen. Die Carabinieri mahnten zur Ruhe. Tic Bauern griffen fie mit Waffen an unb suchten sie zu entwaffnen. Der Brigabier und drei Carabinieri wurden verwundet. Darauf gaben die Kvra- binieri Feuer: eine Person wurde getötet, acht wurden verwundet, darunter x>vei schwer. Verstärtungsmannschaften sind abgcgtrngeru

Bern, 25. Mai. Ter Bundesrat gestattete unter einigen Bedingungen die Eröffnung des Betriebes des Simplon- t u n n e l s aus der Sfrecte Vrig-Jselle vom 1. Juni ab. Neben dem Dampfbetriebe soll rmt dem 1. Juni auch ber elektrisch^ ausgenommen werben.

Der schmeizerisch-norwe g isch-e HaudelSvert- trag läuft infolge Cüubigung am 27. d. M. ab. Bis zunl Abschlüsse eines neuen Vertrages werben sich beibe Staaten auf dem Fuße ber Meistbegünstigimg behandeln.

Wien, 25. Mai. Der Kaiser empfing heute vormittag um 11 Uhr den Chef des preußischen Gencralstabs v. M 0 l t k e m besonderer Audienz, bie eine halbe Stunde dauerte. General v. Mrottke besichtigte in Begleitung des österreichischen General» stabschefs Frhrn. v. Beck das Militär-Geographische Jnstrtut. Arn Abend fand beim Ka iser in Schönbrunn Tafel statt, an der General v. Moltkc und sein Adjutant Nittrneister v. Dornmes, der deutsche Botschafter Graf v. Wedel, der deutsche MUitär» attachce Ääajor v. Bülow und Criegsminiftcr v. Pifreich teil» nahinen.

Eetinje, 25. Mai. Die Meldungen, daß 400 Monte­negriner die Grenze überschritten hätten, und datz montenegrinische Truppen mobil machen, werben als vollständig erfunden bezeichnet.

Washington, 25. Mai. Der Senat nahm die Dillings hambill an, nach der die Kopfsteu°r für Einwanderer cuf fünf Dollars erhöht und Analphabeten aus» geschlossen werden sollen. Im ^Kongreß dürften die Ber» treter der westliä-rn und fiiblicl)en Staaten sowie der Industrie mit) des Baumnollbau.eS, die durch eine Verschärfung der Ein-> lüQHDenüTgsbebingmigen schwer geschädigt werben, Einspruch cxk beben.