Vermischtes.
* Der Diebstahl in der fgL bayr. Münze. Heute meldet D. B. Hd. aus München: Ein Hilfsarbeiter, ein Mechaniker und ein Soldat, drei Brüder, wurden ver- haftet unter dem dringenden Verdacht, den Diebstahl in der Münze auSgeführt zu haben. Insbesondere hatte der Soldat solche Ausgaben gemacht, daß der Verdacht der Polizei aus ihn gelenkt wurde. Man fand bei ihm noch den Betrag von 60 000 Mk. — Der Münchener Polizeibericht macht folgende Angaben: Am 25. September wurde ein Münzarbeiter verhaftet, der verdächtig erschien, an dem Einbruch beteiligt zu sein. Weitere Erhebungen führten zn der Feststellung, daß nicht nur er, sondern auch ein Freund von ihm, ein 22jähr. Soldat, an dem Diebstahl beteiligt war. Dieser letztere führte den Einbruch auS. In der Wohnung der zurzeit im Krankenhause befindlichen Geliebten deS Soldaten rottrbe ein erheblicher Teil des Geldes gefunden. Nach längerem Verhör waren beide geständig.
* Kleine Tageschronik In Grünstadt (Pfalz) wurde der vierjäbriae Knabe des Arbeiters Scheuer durch einen Pistolenschuß lebensaekährlich verletzt. Im gegenüberliegenden Hause übte sich ein junger Mann im Scheibenschießen. Ein Schuß ging fehl und dem Kinde in den Kopf. Noch am gleichen Abend ist er gestorben. — Die Lage -wischen Schwarzen und Weißen in Atlant a und vielen Städten im Süden der Vereinigten Staaten ist äußerst ernft. Man befürchtet den Ausbruch eines Rass en - krieqes, 165 Neger wurden seit Samstag zu einmonatlicher Gekängnisstrale verurteilt. Aehnliche Ausbrüche wie in Atlanta fanden in Mobile, Alabama und Nashville in Tennessee statt. Tie Weißen erklärten, die Gährung unter den Cchivarzen sei hochgradig. — Bei der Abendmahlskeier im Dorfe Daberkow in Pommern gelangte durch em Versehen Salzsäure statt Wein in den Abendmahlskelch. Zwei Frauen erkrankten, eine dritte
niebergegangenen Regen, heute mit Gewitter verbunden, so gut wie' vernichtet. Die Früchte sind, großenteils aufgeplatzt und dadurch an Händler fast unverkäuflich.
sd. Darmstadt, 26. Sept. Der Raubmörder Steinmetz hat seine Verurteilung zum Tode mit derselben gleichgiltigen Ruhe ausgenommen, die er in der Voruntersuchung und während der Verhandlung gezeigt hat. Als man ihn am Dienstag abend nach dem Urteilsspruch aus dem Schwurgerichtssaale führte, gab ihm seine im Gang stehende Mutter ein große? Stück mit Wurst und Fleisch belegte? Brot. Er nahm e? unter Dankesworten an und verzehrte es auf dem Tran?port zmn Gefängnis mit gutem Appetit. Als ihn der Staatsanwalt fragte, was er sich bei beni Urteil denke, erwiderte er: »Ich weiß nicht, was ich denken fort.' In der letzten Nacht hat Steinmetz gut^ geschlafen, er war offenbar durch die Verhandlung sehr ermüdet. Selbstverständlich hofft er auf Beanadigung, und wie man hört, wird dec Verteibiger ein Gnadengesuch an S. K. H. den Großherzog richten.
Frankfurt a. M., 26. Sept. In der heutigen Sißimg der Internatsonah-'n Kon seren» für Krebsforschung wurde der Antrag, eine nationale Vereinig- u n a zur Bekämpfung der Krebskrankheit zu begründen, einstimmig angenommen. Der Vorstand der Konferenz, die Geheimräte von Lenden, Czer'ch und Ehrlich und Professor George Metzer wurden beauftraat, mit den ausländischen Teilnehmern sich $ur Vorb"reitung der Oraanlsation in Verbindung zu setzen. — Die vereinigten Yorkshire- Chöre, eine hervorragende Gesellschaft englischer Gesellschaft englischer Gesanavereine, kamen heute nachmittag mit Extrazug auf dem hiesigen Hgnptbabnhof an. An der Spitze des EmpfangSkomftors begrüßte Direktor Walter die fremden Gäste. Ohne Aufenthalt wurden die Sänger in ihre Hotels geleitet, um abends gegen 7 Uhr für den Empfang im Palmengarten abgebolt zu werden. Die städtische Straßenbahn brachte die Sänger in geschmückten und illuminierten Extrawagen nach dem Palmengarten. Dort hielt Bürgermeister Dr. Varrentrapp die Begrüßungsrede. Hier setzte zum erstenmale das Eentish Fire ein, ein tiaktmäßiges Händeklatschen, zu Anfang in längeren Intervallen, die kürzer und kurzer werden, bis endlich eine ohrenbetäubende Händeshmpbonie entsteht. Sofort nach dieser Rede erhob sich Herr Lindlar aus Sheffield, span. Konsul, ein Deutscher von Geburt, der in seiner Muttersprache den Dank der Porkshire-Chöre für die Aufnahme aussprach. Vor neun Monaten tauchte der Gedanke auf, Deutschland zu besuchen. Die Schwierigkeiten erschienen unüberwindlich, denn es handelte sich darum, mindestens 160 Damen und 140 Herren hinüberzubringen, damit Sie einen richtigen Eindruck von englischer Sangcskunst bekommen. Man ward aber Herr dieser Schwierigkeiten. Darauf stellte sich die „musikalische Angst" ein. Werden wir vor den musikverständigen Deutschen bestehen? Nun haben wir bis setzt in Deutschland Freundschaft und liebenswürdiges Entgegenkommen gefunden. Mr. Norley, der Vizepräsident des Sheffielder Vereins, ergänzte die Ausführungen des Vorredners „in der Sprache der Porkshire-Chöre". Mr. Embleton, der Vorsitzende des englischen Komitees, toastete auf Kaiser Wilhelm. Die Anwesenden erheben sich und singen die Kaiserhvmne. während Dr. Coward, der englische Musikmeister, die Kavelle dirigiert. Der letzte der Toaste galt König Eduard. Eduard de Neufville-Frankfurt — der Redner sprach englisch — erinnerte an die jüngst stattgehabte Cronberger Zusammenkunft, die schon deshalb von großer Bedeutung war, weil sie auf die Bestrebungen folgte, die bekannten Mißverständnisse zwischen den beiden Nationen zu beseitigen. An diesen Bestrebungen war namentlich das deutsch-englische Komitee beteiligt, dessen einer Sekretär der Redner ist. Der Massenchor sang die Königshhmnc „God save the King". Die Stimmung hob sich mehr und mehr und erreichte chren Höhepunkt, als ein friedlicher Sän gerw ettstreit anhob. Der Sängerchor des Lehrervereins sang, und auch die englischen Sanger traten in die Schranken. Beide fanden sympathische Aufnahme bei den Engländern und bei den Deutschen.
** Kleine Mitteilungen aus Hessen und den N a ch b arftaaten. In dem gestern veröffentlichten Einaesandt von G r ü n b e r g bat sich, wie der Einander selbst meint, infolge der undeutlichen Schrift, in der 16. Zeile ein sinnentstellender» Fehler emgeichliechen. Es muß heißen „in der Folge 2.5 bz. 20 Aktien ä Mk. 1000 gezeichnet" und nicht 25 b-. 20 Aktien, und im zweit''etzten Satz: Bezüglich b?r weiteren Begründung usw. m der dritten Zeile möchte ich bitten das Wörtchen „n o ch" durch auch zu ersetzen. — Aus Liebeskummer erschoß sich in der Wohnung seiner Eltern in Oberrad der 16 jährige Lrchreinerlehrling Horn. — Der unter dem Verdacht der Brand- st'ftimg verhaftete Inhaber des Gasthauses zum Blüchertal in Bacharach, von der Wardt, w"rde wieder in Freiheit ge- or t .7™ Nähe von Oberkleen wurde der 50jährige
^beiter I. Fischbach im Kleebach ertrunken aufgefunden. — In Offenbach erlitt eine 72jährige Witwe durch die Ex- tz losion einer Petroleumlampe, die sie aus Versehen umwarf, so schwere Verletzungen, daß sie daran starb.
KOOIte±
Giessen und Umgegend.
Unseren Mitgliedern zur aefl. Kenntnis, daß in unseren 23er- fmtfsft. die Liste z. gemeinsamen Kartoffelbezug ausliegt. Wir bitten die Bestellungen baldigst einzutragen. [S866 We M. Austern frischen Kaviar leb. Hammer frische Seemuscheln fr. Ananas empfiehlt Carl Echwaab, 5873 Hoflieferant.
lebensgefährlich. — Am Starnberger Dee wurde der 28 Jahre alte Leutnant Hermann von Siebert auS Berlin, ein Sohn des früheren Gouverneur? von Ostaftika, erschossen aiü- gefunden. — Der fallite Kommerzienrat Julius Weiß- hart in Nürnberg, der Gründer und Aufsichtsrat vieler Aktiengesellschaften, wurde wegen Unterlasiung der Bilanzziehung der Strafkammer zur Aburteilung überwiesen. — Der Leutnant Lamv stürzte zwischen Kiel und Eckernförde, als er ans den Manövern heimkehrte, mit dem Motorrad und erlitt t ö t l i ch e Verletzungen- — Italiener überfielen den Schmiedegesellen Plate in Dorndorf (Thür.) und schlitzten ihm den Bauch auf. — In Kreuzberg tThür.l erstachen italienische Bahnarbeiter einen Deutschen. Drei
0 au? Oester., 597 Kälber, 131 Schafe und Hammel, 0 Ziegen. 0 Ziegenlämmer, 0 Schastämmer. Bezahlt wurde für
das Pfund Schlachtgewicht: Ochsen 1. Qualität 90—93 Mk., 2. Qualität 82—85 Mk., 3. Qualität 69—72 Mk.: Bullen 1. Qual. 79—81, 2. Qual. 00—00 : Kühe 1. Qualität 81—85 Mk., 2. Qual. 79—82 Mk., 3. Qual. 68—72 Mk., 4. Qual. 00—00 Mk., 5- Qual. 00—00 Mk. Kälber l.Qnal. 100—106 Psg., Lebendaewicht 60—63 Mg., 2. Qualität 96-102 Psg., Lebendgewicht 58-61 Psg., Schlachtaew- 75—80 Psg. Schale: 1. Qual. 83—85 Psg., 2. Qual. 00—00 Psg. Markt aut. lleberstand unbedeutend.
Vo'anSüchtli^e Mitternng in Hessen für Freitag, den 28. Senteuiber: Meist heiter, tracken, wärwer, veränderliche Winde
beteiligte Personen wurden lebensgefährlich verletzt.—In Plauen hat sich ein angesehener 30 jähriger Arzt an seinem Hochzeitstage erschossen. Er soll die Tat in einem Anfall von Schwermut begauaen haben.
sd. Darmstadt, 27. Sevt. S. K. H. der Groß- herzog ist am Montag in Begleitung de? Flügeladjutanten
Arbeiterbewegung.
Bochum, 27. Setzt. Der Vorstand des alten Bergarbeiter- Verbandes gibt zu dem Beschluß der Siebener-Kommission bekannt, daß die Lohnbewegung alle deutschen Bergreviere umfassen soll. Inwieweit das Ausland eingreifen wird, dürfte die nächste Zukunft lehren. Der Vorstand ermahnt die Bergarbeiter, keine voreiligen Schritte zu tun. Ganz energisch wird vor Zuwanderung ins Ruhrgebiet gewarnt.
v. Massenbach und de? Geh. KabinettSrat? Römheld nach einem geheim gehaltenen Ziel obgereift. Seine Rückkehr ist für Mitte der nächsten Woche zu erwarten. Bei der Abreise wurde bi? Frankfurt das Automobil und von da die Bahn benutzt.
fc. Frankfurt a. M., 27. Sept. Graf Witte ist heute vormittag mit seiner Gemahlin nach Brüssel ab- gereist.
Berlin, 27. Sept. Zum zweiten Direktor im
Handel
des
Frankfurter Biirs«*. 27. September. 1.15 TJbr.
98.40
Portugiesen
III
125.30
Berliner Börse, 27.
September. Anfangskurse.
159.10
des
102.45 o/o franco Provision entgegen.
a
Kommenden Samstag
der ge-
171.90
139.70
238.70
Berliner Handelsges Darmstädter Bank . . Deutsche Bank .
Deutsch-Asiat. Bank Diskonto-Kommandit. . Dresdner Bank . . Kreditaktien . . . .
Baltimore- und Ohio-
Eisenbahn .
Gotthardbahn . . . . Lombard. Eisenbahn . Oesterr. Staatsbahn . . Prince-Henri-Eiseubahn
4 % Oesterr. Goldrente. . 4’/#9< Oesterr. Silberrente
Harpener Bergwerk Laurahiltte . . Lombarden E. B. Nordd. Lloyd . . Türkenlose .
141.50 129.00
253 00 224.30
159 89 215.20 248.75 127.10 132.50 173.50 139 30 238.80 173.00 183.70 159.00 211.20
Elektriz. Lahmeyer . . . Elektriz. Schuckert . . . Esc.hweiler Bergwerk . . Dehenkirchen Bergwerk . Hamburg - Amerik. Paketf. Harpener Bergwerk. . . Laurahiltte......
Nordd. Lloyd.....
Oberschles. Eisen-Industrie
Canada E. B. . . . Darmstädter Bank . Deutsche Bank . . Dortmunder-Union C. Dresdner Bank . .
Tendenz: rnhi"
. . 214.80
. . 248.10
. . 36.20
. . 127.20
. 244.70
. 127.70
4%
4%
3%
3%
Reichsanleihe do.
Konsols . . do. . .
Hessen . . . Oberhessen
Ungar. Goldrente . . Italien. Rente . . . Portugiesen Serie I .
Aktien
Bochum Guss . . .
Buderus E. W . .
Tendenz: fest.
Telefonische Kursberichte
Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank ftlr und Industrie. Glessen.
. 36 40 . 145.20 . 145.00
3%
3% 3 ya°/f 3%°/,
4%°/'o rnss.Staatsanl. 1905 4y°'n japan. Staatsanleihe 1 % Conv. Türken von 1903 Türkenlose......
4% Griech. Monopol-Anl.
4% äussere Argentinier .
3°/n Mexikaner . . .
4%°!0 Chinesen . . . .
99.40
99.95
94.85
102.80
69.75
70.60
85.30
93.45
94.70
144.80
54 00
88.80
68.50
97.20
„Gieß. Änz.".) Amtliche Notierungen der heutigen V i e b m a r k t- vreife. Zum Verkaufe standen: 15 Ochsen, 0 aus Oesterreich 1 Bullen, 0 aus Oesterreich, 76 Kühe, Fersen, Stiere und Rinder,
. 86.55
. 98.40
. 86 55
. 97.90
4°/o reichsmündelsichere bis 1913 tm- verlosbare und unkündbare Pfandbriefe und Communal-Obligationen der Hessischen Landes - Hypothekenbank in Darmstadt.
Anmeldungen auf diese neuen Emissionspapiere — deren Zinsen vom hessischen Staate garantiert sind — nimmt die Rank für Handel und Industrie (Darmstädter Bank) Depositenkasse Giessen von heute bis zum 9. Oktober d. J. zum Course von
Sandel nnd Verkehr, Volkswirtschaft.
Die Buderusschen Eisenwerke, Wetzlar, schreiben lins: Die in der außerordentlichen Hauptversammlung vom 9. Juni d. Is. wegen Ankauf der F ü r st l i ch Solms- Braunselsschen Gruben gefaßten Beschlüsse sind hinfällig geworden, weil die Firma Kruvp das Höch st angebot mit Mk. 6 0 0 0 0 0 0 abgegeben hat, während unser Angebot M k. 5 7 50 000 betrug. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird die Firma auch von dem Obervormundschastsqericht nunmehr den Zuschlag erhalten. Für diesen Fall ist zwischen der genannten Firma und uns (wie wir bereits kurz erwähnten. D. Red.), ein Vertrag getätigt worden, nach welchem die Firma Kruvp uns auf die Dauer von zehn Fahren jährlich 25 000 t Roteisenstein aus den bisherigen Fürstlich Braunielsschen ßlntben liefert. Mit anderen Firmen haben wir Er^lieserungsverträge für eine längere Dauer bereits getätigt; zum Teil schweben noch solche Verhandlungen. Mit Rücksicht auf die veränderten Verhältnifie auf dem Eisensteinmarkt gewinnt unser eigener ausgedehnter Gnibenbesih eine erhöhte Be- deutlmg, und es sind von uns inzwischen schon alle Anordnungen getroffen, um die eigene Eisensteinförderung nach und nach zu steigern. Hiernach darf angenommen werden, daß unser Erzbedari in seinem jetzigen Umfange für die nächsten Jahre volle Deckung findet. Zurzeit sind alle Betriebe so lebhaft beschäftigt, daß es nicht immer möglich ist, allen Anforderungen pünktlich nachzukommen. Wenn auch die Steigerung der Koks- und E r z p r e i s e und die fortgesetzte Erhöhung derArbeits- löhne die Gewinnungskosten verteuern, so hoffen wir doch aus einen guten Abschluß für das laufende Jahr.
Dresdener Bank. In der Generalverfanunlnng wurde die Erhöhung des Grundkapitals um 20 Millionen Mark aus 180 Millionen Mark debattelos genehmigt. Tie neuen Aktien, die vom 1. Januar 1907 ab dividendenberechtigt sind, wurden zn 136,5 Prozent von einem Konsortium übernommen und werden den alten Aktionären zn 142 Prozent angeboten. Vom Vorfitzenden wurde mitgeteilt, daß sich die Effekten- und Konsortionalbestände trotz Zunahme der Beteiligung an fest verzinslichen Werten im laufenden Jahre vermindert hätten. Die bisherigen Gewinn- ergebnisse seien dnrchans zufriedenstellend, und die Direktion glaube, die gleiche Dividende wie im Vorjahre (damals 8,5 Prozent) verteilen zu können. Auch bei einem Rückgang der industriellen
preußisch en Staatsarchiv ist al? Nachfolger de? verstorbenen Geheimrat? Dr. Sattler der bisherige Geh. StaatS- Arck'var Dr. Paul Bail len ernannt worden.
Berlin, 27. Sevt. Die Fraae. in welcher Weile eine Aenderung in der Wahl der Offiziere des Beur- l a u h t e n st a n d e s bewirkt werden soll, wird im Kriegsministerium einaehend erörtert und die Gcneral-Koinmandeure find zu ?Ieußerunaen und Vorlchlägen darüber aulgelordert worden. Eine Entscheidung in dieser Angelegenheit dürste erst in einigen Monaten zu erwarten sein.
Stettin, 27. Sevt. Gegen hundert Schüler Stettins und des Vorortes Pammerensdors rotteten sich zusammen und kämpften mit Knütteln und mit Mestern. Einer schoß einem Kameraden mit einem Revolver ins Gesicht und verletzte ihn schwer. Tie Polizei verhaftete eine große Anzahl der Beteiligten.
V e t e r s b u r a , 27. Sept. Der M i n i st e r r a t arbeitet mit Volldamvf an der Ausarbeitung der Wahltaktik. Wöchentlich werden vier, statt sonst zwei, Sitzungen abgebalten. Das größte Gewicht wird aus die Reglementierung der Wahlversammlungen gelegt. Es wird gevlant, den Zutritt zu diesen nur Wahlberechtigten in dem betreffenden Bezirke zu gestatten, um jeden fremden Einstuß fernzuhalten. In den unruhigen Gegenden werden die Wahlen voraussichtlich erst sväter, vielleicht erst nach Zulammen- tritt der Dtima, stattsinden. Au der nächsten Sitzung wird Durnowa teilnehmen.
Moskau, 27. Sevt. Ein nut gekleideter Mann überreichte gestern dem Reviervorsteber P i u s s e w i t s ch eine vergiftete Birne. Pfussewitsch gß die Birne und ist schwer erkrankt.
Havanna, 26. Sevt. In einer Versammlung von Mitgliedern der kubanischen Legislatur, die zu der Moderatenvartei, der Partei des Präsidenten Palma, gehören, wurde die H a l t u n g der Vereinigten Staaten scharf verurteilt Mehrere Redner befürworteten einen Avpell Kubas an die Großmächte: andere regten an, das amerikanische Eigentum durch D n n a m i t z u zerstören.
Konjunktur fei. für das erhöhte Kapital durch die Ausdehnung Filialsystems-Verbindungen eine nutzbringende Beschäftigung sichert.
Märkte.
le. F r a n k f u r t a. M., 27. Sept. (Telegr. Orig.-Bericht
Gericht-saal.
(d.l Mainz, 26. Setzt. Schwurgericht. In der heutigen Sitzung wurde gegen den 32 jnfr-inen Fuhrmann Johann Krämer aus Worms wegen Totschlags verhandelt. Der Angeklagte ist 21 mal vorbestraft. Im Mai kam er aus dem hieiiaen Gefängnis, er trat bei einem Fuhrunternehmer in Worms in Arbeit. Am 6. Juli verließ er die Arbeit, am darausfolgenden Samstag erhob er seinen Wochenlohn. Nachdem er 4—5 Glas Bier getrunken, besuchte er die Wirtschaft seines Bruders in der Nömerstraße. Als er dort gegen 1 lUhr zu singen begann, untersagte ihm dies sein Bruder, auch verweigerte er ihm die Verabfolgung weiteren Bieres. Der Mgestaate geriet nun mit seinem Bruder in einen kurzen Distzut. in dessen Verlaus er ihm ein Bierglas gegen die Schläfe schlug. Der in der Wirtschaft mit seinem Mädchen weilende Sackträger Ludwig Jäger wollte den Wirt, bei dem er ivohnte, vor weiteren Tätlichkeiten seines Bruders schützen, er faßte den Angeklagten von hinten und warf ihn zu Boden. Hierauf wurde der Angeklagte von Jäger zum Lokal hinausbefördert und draußen von dem letzteren nochmals zu Boden geworfen. Der Angeklagte rief nun dem Jäger und seinem Bruder zu, daß er ihnen heute noch den Hals abschneiden werde. Der Angeklagte begab sich hierauf nach der Jndengasse in die Wohnung von Jägers Bruder, woselbst er in Kost war und nahm ein auf dem Tische liegendes großes Brotmesser mit feststehendem Griff. Das Messer verbarg er in seinem Rockärmel und begab sich dann wieder vor die Wirtschaft seines Bruders. Ludwig Jäger wollte nun das Lokal verlassen, um sein Mädchen nach Hanse zu begleiten. Der Wirt Krämer gab Jäger, da er die Gefährlichkeit seines Bruders kannte, einen Farrenschwanz zu seinem Schutze mit. Kaum hatte der Jäger die Treppe zum Wirtslokal verlassen, als auch schon der Angeklagte auf ihn zustürzte. Jäger erhob den Farrenschwanz, in demselben Moment hatte er von dem Angeklagten auch schon einen wuchtigen Stich in die rechte Halsseite erhalten. Ter auf den Tod Verletzte rief hierauf seinem Mädchen zu: „Babett, er hat mich erstochen, ich sterbe vor Deinen Augen!" Jäger wurde sofort ins städtische Hospital verbracht und wurde eine Operation an ihm vorgenommen, er starb aber alsbald. Die Geschworenen bejahten die Fragen des Totschlags und der schweren Körperverletzung unter Ausschluß mildernder Umstände. Das Gerich verurteilte den Angeklagten zu 7 Jahren 1 M " n " t Z n cfrtfrnna und Ehrverlust.
den 29. September bleiben unsere Geschäftslokalitäten bis 7 Uhr abends geschloffen.
Springmann's Schuhivarenhaus
Gießen, Bahnhofstraße 38.
Eigene Geschäfte: Aschaffenburg — Bad-Kisfingeu — Würzburg. a”/, Neu-Eröffnung: Aschaffenburg. Schuhwarenhaus größeren Stils.


