nsffterpvr tefeuilles ohne Resjprt an. Aübererseüs keiftet der neue Minister der Reaktion Vorschub" und läßt die mSSalcn Klubs gewaltsam schließen. Er veranlaßte auch, Laß ein riesiges Militäraufgebot nach Petersburg gezogen wwLe.
Ein italienischer Korrespondent hlatte- eine Unterredung Wit einem Mitgliede der russischen Botschaft in Paris, ^welcher erklärte, der frühere Premierminister Witte sei Die Ur faefi c der jetzigen Zu st än d e. Hätte er seinerzeit einen größeren "Truck aus den Zaren auSgeübt, so würde .bte Duma nicht aufgelöst worden sein. Stolypin befürworte die Ernennung von Wahlagenten, die für die Neuwahlen gemäßigte Ideen in allen Teilen des Landes zu verbreiten -haben würden.
Heber dieMeuterei im ^Regiment Brest-Litowsk!wrrd Noch gemeldet, daß die Truppen des Regiments Wladikaws- kas die Meuterer umzingelten und zur Niederlegung der Waffen zwangen. Meuterer haben den General Jwa- noff und andere Offiziere verletzt. Auch unter den Genietruppen haben Verhaftungen stattgefunden.
In Warschau wurde am 25. Juli der Oberst Sa- kam at o w, der Gehilfe des Gendarmeriechefs, erdolcht. Die beiden Täter entkamen. In Lublin streiken die Arbeiter der Gasanstalt. Die ganze Stadt ist ohne .Beleuchtung. Des Abends hört jeder Verkehr auf. IN Lodz wurde der Lokalpresse verboten, irgend etwas über die Tätigkeit der Duma-Abgeordneten zu schreiben, unter der Drohung des völligen Verbots der Zeitungen und der Verhaftung ihrer Mitarbeiter. Auf preußischem Gebiete bei Laurahütte wurde ein Buchhalter aus dem poln. Städtchen Bendzin, der sich auf dem Wege zur Zollkammer in Galodz befand, von einem russischen Grenzposten ohne Veranlassung belästigt und als er floh, tot» geschossen.
Ferner meldet man aus Warschau, daß große Un- narhen in Alexandrowrtsch in der Nähe der deutschen Grenze ausgebrochen sind. Der Pöbel tmrrde von meuternden Soldaten unterstützt und loyal gebliebene Truppen kämpften gegen beide. Viele wurden getötet und verwundet. Viele Einwohner flüchten nach der deutschen Grenze in der Absicht, Sicherheit auf deutschem 'Poden zu finden.
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Die offiziöse „Petersb. Tel.-Ag." ist in der Lage, folgende Mitteilungen über die Gründe zu machen, die zu dem Entschlüsse führten, die Reichsduma nufzulösen:
Vom ersten Tage ihres Bestehens an habe die Duma alle Grenzen des Gesetzes überschritten. In der Ant- wortadresse aus die Thronrede verlangte sie eine Abänderung der Grundgesetze durch die Forderung der Abschaffung eines ve'rant- wortlichen Kabinetts. Durch ihr auf die Expropriation des Landbesitzes gegründetes A g r a r p r o g r a m m habe sic unerfüllbare Hoffnungen erregt und die schon geringe Achtung vor fremden Eigentun) verringert. In ihren! Reden haben die Mitglieder der Duma beständig die Regierung diskreditiert, indem sie diese sogar der Veranstaltung von Jndenhetzen und Unruhen beschuldigten. Indem die Duma Delegierte nach Bjelostok entsandte, Hal sie offen danach gestrebt, sich die Macht der Exekutive anzumaßen. Viei-zehn Abgeordnete haben sich an das Volk gewandt und es zu Unruhen aus gefordert. Dieser Schritt hat feine Mißbilligung in der Reichsduma hervorgerufen. In den letzten Tagen ihres Bestehens hat die Duma dann erklärt, daß die Regierung ungesetzlich handle, indem sie der Bevölkerung die Natur des von der Duma vorgelegten Agrar- gesetzeMwurss auseinandersetzte. Die Duma hat bann den Beschluß gefaßt, sich mit einer Erklärung an das Volk zu wenden, in der sie dieses überredete, der Regierung in dieser Airgelegenheit keinen Glauben zu schenken und die Losung der Frage durch die Duma" abzuwarten. Schließlich haben mehrere Abgeordnete Aqitations- reisen in das Innere Rußlands unternonunen, und ihr Erscheinen hat eine Wiederzunahme von Unruhen, Judenhetzen und Ausständen zur^ Folge gehabt. Alle diese Gründe haben zu dem Entschluß geführt, die Duma ausznlösen.
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Die „Nordd. Allgern. 3t g/ schreibt: Der „Vor- wärts" will in seinen beiden letzten Nummern den Jnter- ventions gerächten einen neuen Anhaltspunkt geben. Er behauptet, daß Deutschland oder Preußen an einem Abkommen beteiligt fei, durch welches die angeblich von dem Verlaufe der Dinge in Rußland zu gewärtigende Erstehung eines autonomen Polens verhindert werden solle. Damit nicht aus unferm Schweigen falsche Schlüsse gezogen werden, stellen wir hiermit fest, daß eine derartige Abmachung zwischen Deutschland oder Preußen einerseits und Rußland oder Oesterreich-Ungarn oder beiden Mächten andererseits nicht existiert.
Im englischen Unterhaus richtete der konservative Abg. Turnour an die Regierung die Anfiage, ob sie der russischen Regierung ihre guten Dienste anbieten wolle zur Neubildung der Duma. Der Premierminister erwiderte, er wisse nicht, ob Turnour im Ernste Beantwortung seiner Frage wünsche. Seine Antwort auf die Anfrage sei verneinend. Im weiteren Verlaufe der Sitzung erwiderte Unterstaatssekretär Runciman auf eine An- frage, daß die Regierung Grund habe zu glauben, daß sich auf den Alandinseln nunmehr russische Truppenteile befänden.
Anstand.
25. Juli. Laut „Daily Telegraph" werden pW lne Kriegsmarine 50 Unterseeboote, 135 Fuß lang, •an ' breit mit 15 Knoten Fahrgeschwindigkeit gebaut, en, 25. Jütt. Wie verlautet, steht ein Pairsfchub bevor. Für den verstorbenen Ferdinand v. Saar soll Peter ’ 0 Herrenhaus berufen werden.
£T c o, 2'^Iüli. Die nativistische Bewegung nimmt hrer bedenklichen Charakter an. Alle Auslän der würden brrefM aufgefordert, vor beut 16. September das « verlassen, weil die Republik der
, h d)aft des ausländischen Kapitals' ent - rWi?-.r.n Präsident Diaz berief die Gouverneure sanglicher Provrnzen in die Hauptstadt. Die Regierung benJ!£etnben Een in zivilisierten Staaten üblichen Schutz gewahren.
5 a 3m Schlosse Het Loo liefen
^^bschen auslandiicher Fürstlichkeiten ein, unter denen au sh erzliche Depesche Kaiser Mr^lrns befand in der dieser seine Teilnahme an dem herben Geichrck ausdrückt. Auch die interparla- Mentaryche Frredenskonferenz in London bekundete ihre ^mpatl/ie mit !wv Königin. Das Staatsministerium be- Moß aus Grund des ärztlichen Befundes die sofortige .Regelung der Thr on folge herbeizuführen.
^om, 25. ^uli. Von der „Tribuna" veröffentlichte hrstomiche Remnnszenzen aus dem Jahre 1869 beschäftigen die gesamte Presse. Heute rechtfertigt sich Visconti Venosta gegeit den Vorwurf, als habe er bei den Verhandlungen
übev bett' antiprenßiischen Dreib'und von 1869 die Hand im Spiele gehabt. ^Der Redakteur, Graf Nigra, habe ihm selbst bestätigt,?-die ^antipreußische "Allianz sei lediglich an der Drvhnng! des Zaren, sich eventuell zu Preußen zu schlagen, gescheitert.
Tientsin, 25. Juli. Nach einem gilt begründeten Gerücht, wird der Zopf beim Militär und bei der Polizei noch vor den Herbstmanövern abgeschafft werden. Die chinesischen Zeitungen berichten, daß ein Verbot des Fußbindens bevorstehe.
Airche unfc Schule.
Dortmund, 26. Juli. Das Presbyterium der Rei- noldi-Gemeinde beschloß, an der Wahl des nicht bestätigten liberalen Pfarrers Cesar fest zuhalten und wegen der Nichtbestätigung den Beschwerdeweg zu beschreiten.
Aus StaSt uns Lau».
Gießen, den 26. Juli.
*♦ Personalien. S K. H. der Grotzherzog haben den Rabbiner Dr. David Selo er in Darmstadt unter Anerkennung seiner ersprießlichen Dienste in den Ruhestand versetzt. — Uebertragen wurde dem Schulamtsaspiranten Ludw. Klingel Höfer au§ Gießen eine Lehrerstelle an der Gemeindcschule zu Staden. — Ernannt wurde der frühere Bezirksfeldwebel Martin Hassel in Mainz zum Hilfsgerichtsschreiber bei den Untersuchungsrichtern am Landgericht der Provinz Rheinhessen.
" Militärpersonalien, v. Bonin, Oberlt. z. D. und Bezirksoffizier beim Landw.-Bezirk Gießen (Alsfeld) der Charakter als Rittm. verliehen. Wende, Lt. in der 2. Ers.- Batt. (2. Feldart.-Abteil.) scheidet aus der Schutztruppe für Südwestafrika aus und wird im 2. Pomm. Feldart.-Regt. Nr. 17 angcstellt. Hauptmann, Lt. im 4. Großh. Hesi. Jnf.-Regt. (Prinz Karl) Nr. 118, zu den Res.-Offizieren des Rgts. übergeführt. v. Blum en st ein, Major, aggreg. dem Jnf.-Leib-Regt. Großherzogin (3. Groß. Hesi.) Nr. 117, der Abschied m. P. bewilligt mit der Erlaubnis zum Tragen der Rgts.-Uniform. Roethig, Hauptm. und Komp.-Chef im 5. Großh. Hesi. Jnf.-Regt. Nr. 168, mit Pension aus- geschieden.
"Landesuniversität. S. K. H. der Großherzog haben den außerordentlichen Profesior bei der philosophischen Fakultät der Landesuniversität, Dr. Friedr. Schwally in Gießen, zum ordentlichen Professor in dieser Fakultät mit Wirkung vom 1. August 1906 an ernannt.
" Prof. Dr. Wünsch, Ordinarius der klassischen Phllologie an der Landes-Universität, hat aus dein preußischen Kultusministerium die ehrenvolle Anfrage erhalten, ob er bereit wäre, in den preußischen UniversitätSdienst überzutreten.
" Ein Tuberkulose-Museum wird am Sonntag, 29. Juli in den Räumen der Großh. Zentralstelle für die Gewerbe zu Darmstadt, von der Landesversicherungsanstalt Großh. Hesien eröffnet werden. Das Museum ist an Werktagen von 11—121/, Uhr und an Sonntagen von 11—1 Uhr geöffnet. Die Ausstellung soll später in allen größeren Orten Hesiens als Wander-Museum zur Schau kommen.
** Die hessischen Feldschützen, die ein Jahresgehalt von 700—800 Mk. beziehen, ohne pensionsberechtigt zu sein, wollen auf Veranlassung der Feldschützen des Kreises Groß-Gerau beim Landtage vorstellig werben, damit ihr Einkommensverhaltnis verbessert werde. Jetzt gibt es z. B. Leute von 30 Dienstjahren mit 725 Mk. Jahreseinkommen, ohne Aussicht auf ein Ruhegehalt.
"Das Kaiser-Kornett-Quartett aus Berlin, das durch Profesior Koslek, dem Nestor der heutigen Trompeterkunst, begründet wurde, konzertiert am Mittwoch, 1. August in Steins Saalbau. Die Künstler verfügen über prachtvolle, au5 Silber gefertigte Instrumente, die in ihrer Zusammensetzung als Sopran-, Alt-, Tenor- und Baßkornett eine völlig homogene Tonbildung aufweisen, so daß man ein einziges Instrument zu hören glaubt. Den Intentionen des Kaisers folgend, hat sich das Quartett die Aufgabe gestellt, ganz besonders das Volkslied zu pflegen. Daß die vier Herren auf diesem Gebiete geradezu Muster- giltiges leisten, ist durch zahlreiche Kritiker anerkannt worden.
" Vom Turnvereins-Jubiläum. Ein Hauptanziehungspunkt des vom 4.—6. August stattfindenden Festes wird das Musterriegenturnen sein, das für die Vereine des Gaues Hesien in Form eines Riegen-WetturnenS geplant ist. 38 Riegen haben sich dazu gemeldet, und zwar 32 von auswärtigen Vereinen, 2 vom Männerturnoerein Gießen und 4 von dem festgebenden Verein. Erfreulicherweise sind bei den Anmeldungen alle Geräte, sowie Freiübungen vertreten, sodaß sich dieser Teil der Festordnung recht abwechslungsreich gestalten wird. ES wird ein Schauturnen werden, wie es in dieser Ausdehnung seit dem mittel- rheinischen KrciSturnfest im Jahre 1895 nicht mehr stattfand. Ein Teil der Vorführungen findet auf der Bühne in der Festhalle statt, so z. B. das Turnen der Damenricge und die Stab- und Keulenübungen. An den allgemeinen Freiübungen werden sich 300—400 Turner beteiligen. — Liebhaber von Ansichtspostkarten wird die Mitteilung interessieren, daß eine originelle farbige Festpostkarte herauSgegeben wird; ihre Anfertigung und der Vertrieb wurde der Firma Ernst Jung, Papierhandlung, übertragen.
X Großen-Linden, 25. Juli. Der vor kurzem hier gegründete Sängerbund „Wetterau-Lahngau^ hält nächsten Sonntag in Krofdorf einen Sängertag ab.
fc. Friedb erg, 25. Jüli. Die Nachricht, daß bei dem Bundesfest des Bundes der Landwirte im Offenheimer Wäldchen am 22. d. M. ein vollständiges Gefährt gestohlen worden fei, bestätigt sich nicht. Der vermißte dunkle Wallach mit weißer Blesse und der gelbe Jügdwagen fand sich 5n der Frühe des 23. Jüli ^abseits vom Wege im hohen Getreidefeld unter einem breitästigen Apfelbaum vor. Der Eigentümer des Gefährts hatte, als! er sein Vehikel nicht an dem Platze, den er ihm angewiesen hatte, vorfand, die Polizei benachrichttgt, daß Roß und Wagen ihm gestohlen worden seien.
-j- Au§ dem Kreise Alsfeld, 25; Juli. Die 84 Gemeinden unseres Kreises erheben im Rechnungsjahr 1906/07 ----- 570,000 Mk. an Gemeindesteuern. Davon erhebt Alsfeld 105,000 Mk. — 101 Prozent, Homberg a. Ohm 22,000 Mk. ---- 127,4 Prozent, Kirtorf 10,000 Mk. ----- 97,3 Prozent, Romrod 12,800 Mk. --- 130 Prozent, Zell 12,600 = 124,5
Prozent, Nieder-OhmeN' 12,200 Mk. ----- 98 Prozent,' Grö'ß? Felda 15,600 Mk. = 130 Prozent, Burg-Gemünden 8100 Mk. — 169 Prozent, Altenburg 10,000 Mk. — 110 Prozent und Nieder-Ofleiden 10,500 Mk. ----- 157 Prozent. Den höchsten Prozentsatz erheben Vockenrode — 221,5 Prozent, Ruhlkirchen — 220,7 Prozent, Ober-Ofleiden — 210 Prozent, Udenhausen — 209 Prozent, Höingen — 203,4 Prozent, Hainbach — 202,8 Prozent und Seibelsdorf — 202 Prozent Gemeindesteuer.
sd. Darmstadt, 25. Juli. Heute nachmittag Tur# vor 3 Uhr wurde die Feuerwache nach der Großh. Hof- meierei in der Erbachersttaße gerufen, wo bei Ankunft des 1. Löschzuges eine Scheuer, die an die Straße stößt, in hellen Flammen stand. Der 2. Löschzug traf ebenfalls schnell ein, und es gelang den Bemühungen bet Wehr, das Feuer auf seinen Herd zu beschränken. Die Scheuer, die etwa 2500 Zentner Heu, Stroh und Gerste enthalten hat, brannte völlig nieder. Das Feuer war in etwa li/» Stunden gelöscht. Der entstandene Schaden ist durch Versicherung gedeckt. Man vermutet, daß der Brand durch Selbstentzündung frischen Heus entstanden ist. Die Aufräumungsarbeiten nahmen die Feuerwehr bis in die Abendstunden in Anspruch.
fc. Darmstadt, 26. Jüli. Die 21jährige Frau des Negierungsbaumeisters Hofmann aus München beging gestern abend in ihrer Villa bei Nieder-Ramstadt Selbst- mord durch Erschießen. Vorher erschoß sie ihre zwei Kinder im Alter von 2 Jahren und 7 Monaten.
Mainz, 25. Jüli. In einer gestern in Momb'ach unter dem Vorsitz des Oberbürgermeisters Göttelmann ab- gehaltenen Sitzung der Eingemeindungskommission wurdew die von Mainz gestellten Bedingungen einsttmmig angenommen und der Termin für die Eingemeindung auf den 1. April 190 7 festgesetzt. — d^ach einer Vereinbarung der Brauereien werden dieselben für die Folge bei der Miete von Wirtslokalen keine bestimmten Mietpreise mehr mit den Hauseigentümern vereinbaren, sondern die Miete wird nach dem Konsum festgesetzt. Für je einen Hektoliter Bier, der in einem gemieteten Lokal verzapft wird, erhält der Hauseigentümer eine Mietsentschädigung von 4 Ma r k. Das Vorhandensein vieler unrentabler, mit hoh!er Miete belasteten Wirtslokale hat die Brauereien zu diesem Schritt veranlaßt.
fc. Frankfurt a. M., 25. Jüli. In der Vorstandssitzung der „Vereinigten Landwirte von Frankfurt a. M. und Umgegend", die am1 19. Juli d. I. in der „Stadt Wiesbaden" hier ab gehalten wurde, und die sich vor allem mit der Preiserhöhung der Milch ab 15. August befaßte, ist ein Beschluß, das Liter Milch ab 15. August auf 16 Pfennige zu erhöhen, wie mehrere Dagesblätter berichteten, nicht gefaßt worden, man war im Gegenteil der Ansicht, daß vorläufig der seitherige Preis festgehalten werden solle. Eine demnächst stattfindende Generalversammlung der „Vereinigten Landwirte" wird end-giltig beschließen, ob ein Preisaufschlag der Milch erfolgen soll.
h. Franksurta. M., 25. Jüli. Eine junge Korrespondentin wurde heute früh in ihrem Zimmer erschossen ausgefunden. Es handelt sich um Selbst- nrord, doch sind die Gründe noch nicht aufgeklärt. Die Tote ist ein Frl. Zuber und war in einer hiesigen Trockenplattenfabrik beschäftigt gewesen. — Die Stadt Frankfurt soll in der Nähe der hiesigen großen Tannenwaldungen größeres Terrain zur Errichtung einer Rekonvaleszen- ten-Anstalt füt Lun genkran ke erworben haben.
[] Marbur g, 25. Jüli. Der Besuch der vom hiesigen Altertumsverein veranstalteten Ausstellung Marburger und hessischer Altertümer ist andauernd gut. Man sieht hier manches Stück Hausrat, das vvr Zeiten in keinem Haushalte fehlen durfte, wieder. Auch die Bilder- und Trachtenausstellungen, die hessischen Bauernstuben usw. erwecken großes Interesse. Welleicht findet die Ausstellung später lm „alten Kilian", dieser ältesten Kapelle Marburgs, einen dauernden Platz, um eine neue Sehenswürdigkeit unserer Stadt zu bilden.
** Kleine Mitteilungen au9 Hessen und d'en Nachbarstaaten. In Dillenburg feiert der Gesangverein „Liederkranz" in den Tagen vom 4. bis 6. August sein 60jähriges Jubiläum. Damit ist die Weihe ber neuen VereinSfahne verbunden. — Johannes Wilhelm von Ober-Ofleiden ist als Beigeordneter für diese Gemeinde gewählt und bestätigt worden.
handel und Verkehr, Volkswirtschaft.
Markte.
§ Grünberg, 25. Juli. Der Jakobimarkt nahm einen guten Verlauf. Die Auffahrt auf dem Riedviehmarkt mochte etwa 60—70 Stück betragen. Lebhafte Nachfrage bedingte hierbei flotten Handel bei recht hohen Preisen. Unsere Land'leute, die eben Vieh markt- bereit haben, machen gute Geschäfte. Der Schweinemarkt, der gut befahren war, zeigte in seinen Preisen einen bemerkenswerten Rückgang. Die Preisdifferenz betrug gegen die seitherige Stufe per Paar Ferkel im Durchschnitt zehn Mark. Damit nähert sich der Marktpreis wieder gesünderen Verhältnissen. Das Paar Ferkel wurde verkauft zu 50—55 Mk., 55—60 Mk., 60—75 Mk., nur ganz schwere Qualität erzielte 75—80 Mk, Ganz geringe Ferkel blieben mehrfach unverkauft.
V Ulrichstein, 25. Juli. Unser dreitägige „Jakobimarkt" blieb diesmal vom Verregnen verschont. Der Viehmarkt zeigte die normale Auffahrt an Rindvieh. Der Handel bewegte sich auf hoher Preisstufe und ging recht flott. Der ausgezeichnete Ausfall der Heuernte wirkt hierbei ersichtlich. Für einjährige Rinder bezahlte man 150—180 Mk., für das Paar einjährige Ochsen 440—480 Mk., zweijährige 500—550—600 Mk. bessere und ältere Qualitäten 800—900 Mk. Der Schweine markt war gut befahren. Auch hier zeigte sich ein lebhaftes Geschäft bei hohen Preisen, die jedoch gegen daS Frühjahr einen Rückgang aufweisen. Das Paar Ferkel wurde bezahlt mit 60—70 Mk., bessere Sorten mit 70—75 Mk., billigere Sorten unter 60 Mk. Der Dergnügungsmarkt hatte sehr zahlreichen Besuch aus der Umgegend aufzuweisen. Auch viele Sommerfrischler des Vogelsbergs sahen sich daS be- roegte Leben und Treiben an.
ke. F r a n k f u r t a. M., 26. Juli. (Telegr. Orig.-Bericht des „Gieß. Anz.".) Amtliche Notierungen der heutigen Viehmarktpreise. Zum Verkaufe standen: 44 Ochsen, 6 aus Oesterreich 3 Brrllen, 0 aus Oesterreich, 72 Kühe, Fersen, Stiere und Rinder, 0 aus Oester., 585 Kalber, 53 Schafe und Hämmel, 0 Ziegen, 0 Ziegenlämmer, 0 Schaflämmer. Bezahlt wurde für das Pfund Schlachtgewicht: Ochsen 1. Qualität 78—81 Mk., 2. Qualität 72—74 Mk., 8. Qualität 00—00 Mk.; Bullen 1. Qual. 72—74, 2. Qual. 00-00; Kühe 1. Qualität 73-75 Mk., 2. Qual. 71—72 Mk., 3. Qual. 54—56 Mk., 4. Qual. 00—00 Mk., 5. Qual. 00—00 Mk. Kalber 1. Qual. 96—100 Pfg., Lebendgewicht 57—60 Pfg., 2. Qualität 82—88 Pfg., Lebendgewicht 48— 52 Pfg., Schlachtgew. 63—67 Pfg.; Schafe: i. Qual. 78—80 Pfg., 2. Qual. 00—00 Pfg. Geschäft: bei Hornvieh flau, Ueberstand bedeutend, bei Kleinvieh gut, kein Ueberstand.
Der Rheinisch-Westfälische Effektenmarkt.
Tagesbericht der Firma WalterHammcrstein.
Mülheim a. d. Ruhr, 25. Juli 1906.
Der Kohlenkux e n markt zeigte eine festere Tendenz, die namentlich für schwere Werte zum Ausbruch kam. Auch waren die Umsätze etwas umsangreicher als in den letztrn Tagen. Gehandelt würben Borussia, Caroline, Constantin der Große, Graf Schwerin, Königin Elisabeth, Mont Cenis, Lothringen rmd.Trier. Für leichte Werte bestand wenig Interesse. /


