Ausgabe 
26.7.1906 Zweites Blatt
 
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lti- In der Vorstands- ? bon Frankfurt a. U r d- I. in derStadt , und die sich vor allem Milch ab 15. August

r Milch ab 15. August - mehrere Tagesblätter man war im Gegenteil jerige Preis festgehalten adenve Generülversamm- nrdendgiltig beschließen, 'folgen soll.

i GinejungeKorre- in ihrem Zimmer er» andelt sich um Selb si­ch nicht aufgeklärt. Die einet hiesigen Trockcn- - Die Stabt Frankfurt ßen ZannenMun^n rRckonvales^e.'a» nke ertootbeix W». esuch der vvm hieWn ussteNrrug Mai> :tiltneT ist andauernd ,(f Hausrat, das vor n durste, wieder. Auch en, die hessischen Bauern» esse. Vielleicht sinket die im", dieser ältesten > n Platz, um eine neue zu biLen.

aud dessen und den der GchnzvkrtinLiedalr-nz 60jährige§ Jubilam. Daui't itr für düse Smeinde gewählt

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In Ansteigerung gingen Hermann IIII zu 2950 um.

Der Kali kuren markt lag etwas fester und waren Kurs­steigerungen von Mk. 50200 zu verzeichnen Tie Geschäfte waren auch auf diesem Gebiete etwas zahlreicher, als in den letzten Tagen. Bevorzugt waren mittlere und schwere Werte. Besonders lebhafte Nachfrage bestand für Heldrungen, Deutschland-Justenberq, LarlZ- sund, Bürbach und Wilhelmshall. In letzten Werten war weniger Geschäft. Ter Umstand, daß keinerlei Versteigerungen in Käli- papieren stattfanden, stützte weiter den Markt.

Erz: Etwas Nachfrage bestand für Glückauf bei Neviges, Große Burg und Fernie.

Braunkohlen: Die Kurssteigerung in Schallmauer machte weitere Fortschritte und befestigte den gesäurten Braunkohlcnkuxen- markt. Wesentlich größere Ankäufe wurden namentlich tn Schall­mauer getätigt.

Die Marktpreise für Vieh und Frucht und die Gießener Fleisch- und Brotpreise am 23. Juli 1906.___________

Weizen 100 Kg. 19.20-00.00 Mk. Weißbrot 2 Kg. 54 Psg.

Roggen 100 Kg. 17.5000.00 Mk. Schwarzbrot 2 Kg. 50 Psg.

Höchste Schlachtviehpreise in F r a n k s u r t a. M.

Fleischpreise in Gießen

Ochsen

Kälber Schweine

50 Kg. Schlachtgewicht 8082 Mk.

Kg. Schlachtgew. 9598 Ps.

Vo 7500

V, Kg. 78-86 Psg.

V, 8084

V, 80-86

Getreidepreise in Mannheim

Brotpreise in Gießen

Arbeiterbewegung.

Berlin 25. Juli. Der Verband deutscher Buchbinderei­besitzer erklärt, daß er weitere Einigungs-Verhandlungen a b l e h n t und seine Zugeständnisse vom 15. Juli widerrufen will, lvenn nicht bis Donnerstag die Arbeit in allen Betrieben in Berlin, Leipzig, Stuttgart wieder ausgenommen wird. Der Verband der Buchbinder­gehilfen will darauf nicht eingehen und hat seine Mitglieder verpflichtet, im Kampf auszuharrcn und so ist das Ende dieses großen Ausstandes, der das gesamte graphische Gewerbe empfindlich beeinflußt, auf unbestimmte Zeit hinausgeschobcn.

M e r a n e, 25. Juli. DaSM. T." meldet zu der Lohnbe­wegung der Textilarbeiter, daß die Ortsleitung der Textil­arbeiter Glauchaus und MeraneS von den vereinigten Webereien beider Städte auf ihre Eingabe um eine zwanzigprozcntige Lohn­erhöhung heute die Antwort erhielten, daß die vereinigten Webereien eS a b l e h n c n , mit der Ortsleitung zu verhandeln. Wenn die Arbeiter Veranlassung hätten, über den Tarif zu verhandeln, so müßten sie an die gegenseitig anerkannte Ncunerkommission verwiesen werden, die bisher alle (Streitfragen zur beiderseitigen Zufriedenheit erledigte, waS auch für die Zukunft zu erwarten sei.

Uttiversitäts-NachrrchLen.

Wien, 25. Juli. Ein Erlaß deS Unterrichtsministeriums b e - schränkt für 1906/07 wieder dic Aufnahme ausländischer Hörer an der t e ch n i s ch e n Hochschule nach Maßgabe der verfügbaren Plätze.

Gisenbtrhn-Zeitung.

DerB und gegen die F a h r p r e i s c r h ö h u n g" (Sitz in Hannover-Waldhausen) soll nach einer Mitteilung des Bundes-GeschäftS- führerS bereits über 100000 Mitglieder aus allen Ständen zählen, die vom 1. August stets eine Klaffe niedriger fahren wollen als bisher.

Gerichtssaal.

Darmstadt, 25. Juli. Der Buchbinder Ludwig Alexander Götz aus Pfungstadt, der im verfloffenen Winter als Rechner der Pfennig­sparkasse einen Betrag von ungefähr 1900 Mk. aus der Kasse entnahm, und für sich verwandte, wurde von der Strafkammer in Darmstadt unter Zubilligung mildernder Umstände mit Rücksicht auf seine seitherige Unbe- straftheit und seine geringe Kenntnis im Rechnungswesen zu einer Geld­strafe von 500 Mark verurteilt.

Run st und Wissenschaft.

Benvenuto Hauptmann. Der namhafteste unter den lebenden deutschen Dramatikern bat, wie kürzlich in einer angesehenen Wochenschrift berichtet wurde, sein Söhnchen Benvenuto benannt. ES ist erstaunlich, so schreibt man uns dazu, daß der Mißklang diese- romanischen Vor- namens mit dein kerndeutschen Familiennamen einem so feinen Sprach- künstler, wie es der Schöpfer derVersunkenen Glocke" ist, nicht auffällt? Und eS ist ebenfalls bemerkenswert, daß ein so geistvoller Mann nicht erwägt, daß eiste derart gesuchte und gezierte Namengebung ein Danaer- geschenk für den Knaben ist. Ein unfähiger Rodrigo Meyer wird niemals so viel wert sein, als ein tüchtiger Karl, und bei den Mädchen wird die hübsche Marie immerdar mehr gelten, als die verwachsene Lizzie oder die schielende Daisy.

vermischtes.

Herzog Ludwig in Bayern, der am 21. Juni 7 5 Jahre alt geworden ist, beabsichtigt, seine zweite mor­ganatische Ehe mit Frau von Bartolf, geb. Barth, zu lösen, um Fräulein Tordek, die jugendliche drama­tische Sängerin der Hofoper, heiraten zu können.

Unwetter. Am 24. Juli entlud sich über Mann­heim und Umgebung ein schweres Unwetter, das namentlich in der Gemarkung Freudenheim großen Schaden anrichtete. Die Häuser standen teilweise einen Meter hoch unter Master. Die Tabakfelder wurden durch Hagel gänzlich vernichtet; auch Getreide und andere Feld­früchte erlitten schweren Schaden. Geflügel und andere Haus­tiere ertranken in den Ställen. Aus Modane wird gemeldet, daß diese wichtige französisch-italienische Grenz­station infolge der durch U e b erschw em mu n g verursachten

Schaden bis Ende des Monats dem Verkehr entzogen bleiben wird. Am schwersten heimgesucht wurde die Gemeinde Fourneau. Binnen 5 Minuten waren durch Felssturz über 50 Häuser vernichtet. Bisher wurden vier Leichen aus den Trümmern hervorgezogen.

* Das Abschiedsgeschenk des Milliardärs. Mr. John Rockefeller, der amerikanische Nabob, der sich während der letzten Wochen in Compiögne bei Paris aufhielt und, wie man sagt, sehr erstaunt gewesen sein soll, daß die französische Regierung sich weigerte, ihm das Mo- rtsche Schloß Eompiögne zu verkaufen, hat diesen Ort jetzt wieder verlassen. Zum Llbschied ließ er dem Bürgermeister die Summe von 3000 Fr. für dic Armen überreichen. Dazu bemerkt ein französischer Schriftsteller nicht ohne Witz und Bosheit:Dreitausend Fr., soviel Zinsen bringt Mr. Rockefeller sein Vermögen im' Zeiträume von sieben Mi­nuten. Er hätte sich wahrlich nicht ruiniert, wenn er den Armen von Eompiegne dic Rente einer ganzen Stunde geschenkt hätte." Bekanntlich hat der Staat Ohio einen Haftbefehl gegen Rockefeller erlassen, der sich angeblich einer Uebertretung des Trustgesetzes schuldig gemacht haben soll. Jt<1 sich in juristischem Sinne nur um ein Vergehen und nicht um ein Verbrechen handelt, so können die Ge­richtsbehörden von Ohio also nicht seine Auslieferung oder Verfolgung in Newyork verlangen. Und wie es scheint, hat der von ihnen erlassene Haftbeschluß auch nur den Zweck, den Millrardar von seiner Besitzung in Eleveland fernzu­halten und ihn auf diese Art ein wenig zu ärgern. r, < Herr von Reichshvfen. In Cannes

ist der Graf Paul de Leusse gestorben, dessen Name die Er­innerung an die Kampfe von Wörth am 6. August 1870 neu- erweckt. Bekanntlich nennen die Franzosen dic Schlacht bei Wörth Reichsbofen", oder, nach ihrer Schreibweise:

Obwohl Reichshofen selbst eigentlich außerhalb des Gefechtsseldes lag intb auch erst bei der Verfolgung des besiegten Feindes tn die Hände der deutschen Streitkräfte fiel. Wer nament­lich um den! Todesritt derKürassiere von Reichshofen", die unter den Befehlen der Generale Michel und Bonnemain ver- geblich den Ausgang des Tages abzuwenden suchten, haben münd- liche Ueberlieferung und dichterische Ausschmückung in Frank­reich schon einen üppigen Kranz von Legenden gestochten. Reichs- hofen beherbergte in seinem Schlöffe den Marschall Mae Mahon während der Nacht vor der Schlacht, und der Schloßherr, Graf de Leusse, der zugleich Maire von Reichshofen war und den Kreis Weißenburg in tier Pariser Kammer vertrat, nachdem er zuvor als Marineoffizier gedient hatte, hat oft erzählt, wie er vergeblich versuchte, den Marschall vor der ihn bedrohenden Kata­strophe zu warnen. Während der Schlacht selbst verwandelten der Graf und die Gräfin de Leusse ihr Schloß, so gut es ging, schnell in ein Lazarett, das bald bis in den letzten Winkel von Verwundeten und Sterbenden überfüllt war. Nach Schloß Reichs­hofen wurde auf Befehl des Kronprinzen Friedrich Wilhelm auch der französische General Raoult gebracht, der schwer getroffen m die Hände der Preußen gefallen war. Er starb dort erst vier Wochen später. Seiner ganzen Vergangenheit nach blieb der Graf de Leusse begreiflicherweise im Herzen auch dann französisch ge­sinnt, als Reichshofen deutsch geworden und dem Kreise Hagenau im Bezirke Unter-Elsaß zu geteilt war. Aber man wird ihn seinem letzten Willen gemäß jetzt doch in deutscher Erde, in Reichshofen, beisetzen, nachdem mit ihm wieder einer der unmittelbaren Augen­zeugen des für die deutschen Waffen so glorreichen 6. August des Jahres 1870 dahiNgegangen ist.

. ,* Kleine Tageschronik. In St. Inghert (Pfalz) ist mfolgc Genusses von M a l z - K a f f e e die Bergmannsfamilie Mertz, 7 Personen stark, unter Vergiftungs-Erscheinungen schwer srkrankt. Die Bäckexei von I. Neyheuscl wurde dort wegen Typhus­gefahr polizeilich geschlossen. Die Frau ist an Typhus gestorben, zwei Bäckergesellen schwer erkrankt. Hauptmann Alexander Pitsch aus Berlin ist beim Baden im Zcller-See ertrunken. In Barth (Pommern) erreichte am 25. Juli ein seit 5 Tagen wütender Brand in dem Kohlenlager von Volckersohn seinen Höhepunkt. Mehrere Arbeiter mußten wegen Rauchvergiftung in die Rostocker Klinik gebracht werden. Die Ursache ist Selbstentzündung. Der durch Versicherung ge- deckte Schaden beträgt etwa 110000 Mark. In Bregenz wurde der Maurer S v ä t h , der beschuldigt wird, die ProstituierteFrida Franke aus Berlin in Innsbruck ermordet zu haben, verhaftet.

Mrchliche Nachrichten.

Israelitische Religionsgemeinde.

Holtesdtenst in der Synagoge (Südantage).

Samstag, den 28. Juli 1906:

Vorabend 7.45 Uhr. Morgens 8.30 Uhr.

Nachmittags 4 Uhr.

Schrifterklärung.

Sabbathausgang 9.10 Uhr.

Israelitische ReligionSgesettschast.

Gottesdienst.

Sabbatbfeier am 2 8. Juli 1906:

Freitag abend 7.50 Ubr.

Samstag vormittag 8.00 Uhr.

Nachmittags 4.00 Uhr. Sabbathausgang 9.10 Uhr.

Wochengottesdienst: morgens 6.00'Uhr, abends 8.00 Uhr.

Eingesandt.

(Für ben Inhalt her unter die,er Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dein Vublikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)

Viele werden es schon als Mißstand empfunden haben, daß der zrvischen Eichweq und Grünberger st raße hinziehende Weg nach dem Philosovhenwald an seiner Einführung in die W o l s st r a ß e j e d e r B e l e u ch t u n g entbehrt. Es macht sich dies besonders für die aus dem Philosophenwald nach Anbruch der Dunkelheit zurückkehrenden Spaziergänger unliebsam bemerkbar, zumal auch die Straße durch eine Kalkgrube, Erd­

haufen usw. zum größten Teil versperrt ist. Möchten diese Zeilen dazu dienen, daß bie Stadtverwaltung für ausreichende Beleuchtung des StrapenkreuzeS sorgt. J

Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst.

o- hl Hessen für Freitag, den

27. Julr 1906. Zunächst trocken, dann zunehmende Trübung und Regen. Temperatur wenig verändert. Frische Süd- bis West­winde.

Nähere? durch die Gießener Wetterkarte.

MeteorologisÄe Beobachtungen

_________der Station Giesten.

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Wetter

Sonnenschein ! Klarer Himmel ' Bed. Himmel

21,00 C.

15,6 0 C.

Original-Draht-nol-ungen.

Köln, 25. Juli. Gegenüber der in der Petersburger Nowoje Wremja" enthaltenen Besprechung der angeblichen Aeußerung derKöln. Ztg.": Rußland könne im Falle der Diktatur auf die Unter st ützungDeutschlands rechnen, ist festzustellen, daß dies eine vollkommene Entstellung ist. Tatsächlich hieß es in einem Telegramm aus Petersburg in Nr. 774 der Köln. Ztg.: mein Gewährsmann wies darauf hin, daß für den Fall revolutionärer Erscheinungen beschloffen sei, zur Diktatur zu greifen, und zwar umsomehr, als man Grund habe, auf die moralische Unterstützung der westeuro­päischen Regierungen zu rechnen.

Pforzheim, 26. Juli. Auf der Fahrt von Mül­heim a. d. Auern nach Pforzheim stürzte eine Kutsche eine hohe Böschung hinunter. Hierbei kamen der Kutscher und einer der vier Insassen so unglücklich unter den Wagen, daß sie sofort tot waren. Die übrigen drei Personen er­litten nur kleinere Verletzungen. Auch ein Pferd wurde durch den Absturz zerschmettert.

Konstanz, 26. Juli. In einem Privatbriefe des Abg. Erz berg er, den die .Konst. Nachr." zur Abwehr der mannigfachen gegen Erzberger gerichteten Angriffe veröffent­lichen, kündigt Erzberger neme Enthüllungen an. Er schreibt, vor Gericht werde er als Zeuge einmal gründlich auspacken und alles erzählen, waS ihm mitgeteilt worden ist. Man werde dann staunen, wie es tatsächlich in Süd­westafrika aussehe und was an Geld vergeudet worden sei.

Paris, 26. Juli. Verschiedene Petersburger Meldun­gen stimmen darin überein, daß der Zar infolge des Ein­drucks, den die Auflösung der Duma im Auslande hervor­gerufen hat, entschlossen ist, ein liberales Ministerium zu bilden, um den revolutionären Gefahren die Spitze abzu­brechen. DemTemps zufolge drohte der Großfürst Nikolaus Nikolajewitsch dem Zaren mit einer Palast­reu olution für den Fall, daß die Duma nicht aufgelöst würde.

Wien, 26. Juli. Von besonderer Seite aus Moskau erhält dasN. W. Tgbl." Mitteilung über Vorgänge, die sich in dein dortigen Kosaken regiment abgespielt haben. Darnach verweigerten diese Regimenter die Annahme von scharfen Patronen, weil sie wegen der Auflösung der Duma nicht auf das Volk schießen wollten. Sie riefen: Wir werden sie auseinanderjagen, aber nicht schießen." Das Regiment bezog dann mit Platzpatronen seine Posten. Als man dann die Agitatoren im Regiment verhaften wollte, er­klärten sämtliche Mannschaften, ohne Ausnahme, sie würden sofort jeden Dienst einstellen, wenn noch eine Verhaftung erfolgte.

Petersburg, 26. Juli. Seit vorgestern wurden in Petersburg 250 Verhaftungen vorgenommen, darunter das gesamte sozial - revolutionäre Zentral­komitee.

Petersburg, 26. Juli. Alle politischen Klubs, ausgenommen der der Arbeitergruppe, wurden geschlossen. Dieser Klub wird jedoch gemieden, da man in ihm eine Polizeifalle für die radikalen Abgeordneten vermutet. Die Abgeordneten, die die Kundgebung an die Wähler unter­zeichnet haben, werden zur gerichtlichen Verantwortung ge­zogen werden. *

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