erkannt werden kann, von 60 auf 150 Mr. au erhöhen. Im Linden,
Wilh. Scheid-Gießen T^V., Max Neumann
friebtgintg Ausdruck gebe, dak die Zeit der Verstimmung und Preßärgers im Sck)winden begriffen ist. Der herzliche Ton, der bei der jüngsten Anwesenheit der Vertreter deutscher Städte in England von der englischen Presse und den englischen Männerri herübergeklungen ist, hat bei der kaiserlichen Regierung die wärmste Aufnahme gefunden. Die kaiserliche Regierung wird sich die Ausgestaltung freundschaftlicher Beziehungen zu allen europäischen Staaten angelegen sein lassen. Sie wird im Selbstvertrauen auf eigenen Füßen stehend tb-ren Weg weiter gehen, ohne sich durch noch so geschickte Preßmanöver oder sonstige politische Verdächtigungen von ihren richtigen Bahnen abbringen zu lassen. (Beifall.)
Abg. Bebel (Svz.): Die Finanzreform ist kläglich und verkehrsfeindlich. Außerdem widerspricht sie den Bestimmungen detzl § 6 dies Flottengesetzes, nach dem neue Steuern keine Artikel des Massenverbrauchs treffen dürfen. Die Mehrheitsparteien haben überdies reckst widerspruchsvolle Beschlüsse gefaßt. So z. B. haben sie die Porto-Freiheit für Soldatenpakete beschlossen, Herabsetzung der Telephongebühren und dann wieder Erhöhung des Portos für Karten. Rach so schweren Steuer-Belastungen ist jetzt schon wieder eine Wehrsteuer angekündigt worden, die von den Aermsten der Armen zu tragen sein wird. Es läßt sich nicht bestreiten, daß England moralisch die Welt beherrscht. Mit Ausnahme von Deutschland unterhält es mit ollen europäischen Staaten herzliche Beziehungen. Die Depesche des Kaisers an Golnchowsky hat größere politische Bedeutung, als der Herr Staatssekretär anscheinend glaubt. . . . Man sollte im Jüteresse Deutschlands wünschen, daß "bte bevorstehende Reise des Kaisers nach Wien am besten unterbleibt. Die Zusammenkunft des Kaisers mit dem Zaren hatte die Folge, daß man den deutschen Kaiser in Rußland dafür verantwortlich machte, daß der Zar den Wünschen des Volkes Widerstand leistete. Redner kritisiert dann das Vorgehen bei den Russen-Ausweisungen und bespricht ferner die Streik-Vorgänge in Hamburg, die Unterbringung von ansländi- schen Arbeitern auf Schiffen usw. Wir verlangen, daß das Reichsamt des Innern dem Hamburger Senat Weisungen zukommen läßt, damit sich ähnliche gesetzwidrige Vorkommnisse nickst wiederholen. 60 Prozent der Arbeiter in der Metall-Industrie sollen am Tage vor Pfingsten ausgesperrt werden, d. h. 300 000 Mann. Ich glaube, die ganze deutsche Arbeiterschaft wird hinter den Düsgesperrlen stehen, wenn die Metall-Industriellen ihr Vor- habw ausführen. In Berlin pfeifen es die Spatzen von den Dächern, daß die Russen-Ausweisungen von einer höheren Stelle ausgehen, gegen die es keinen Widerspruch gibt. Redner geht ausführlich auf den Fall Schöne-Drockhusen ein. Wir fordern eingehende Untersuchung. Ich gebe mich als Zeugen an und werde weitere Zeugen angeben. Gegen unsere politische Polizei kommt man nicht an. Lumpen und Schurken sind zu Haufen, dort und die sind die Herren int Staate.
Äbg. Schrader (frs. Vg.) spricht von der Notwendigkeit, daß Deutschland eine starke Nation bleiben muß.
Abg' Boeckler (Neiormpartei): An Stelle der neuen Steuern hätte man lieber " eine Wehrsteuer einsühren sollen. Ter Sozialdemokratie ist gegen den ehrlichen deutschen Mittelstand jede Waffe recht, während ste gegen die jüdischen Inhaber der großen Warenhäuser mit großer Nachsicht vorgehe. Die Sozialdemokratie ist die letzte, die für die Ehre Preußens und Deutschlands eintreten konnte.
Staatssekretär Graf Posadowskp: Der Reichskanzler kann nicht jeder einzelnen Beschwerde hinsichtlich der Ausweisungen nachgehen. Die Ausweisungen bleiben Sache der Einzelstaaten.
Nach einer nochmaligen Auseinandersetzung zwischen Graf Posadowsky und Abg. Bebel schließt die Generaldebatte.
In derSpezialdebatle wird zunächst der Etat des Reichstags angenommen, desgl. der Etat des N e i ch s k a n z le r s.
Beim Etat des R e i ch s a m t s des Innern begründet
Abg. G i e s b e r t s (Zentr.) eine Resolution auf Erlaß wirksamer Bestimmungen zur Sicherung der Bergarbeiter gegen Explosionsgefahr.
Staatssekretär Graf Posadowsky erklärt, daß den in der Resolution ausgesprochenen Wünschen beim Wiederzusammeistritt des Hauses entsprochen werden wird.
Nachdem Oberbergrat Meißner noch technische Einzelheiten bezüglich der Unfallverhütung im Bergbau gegeben hat, vertagt sich dassHaus aus Freitag 1 Uhr. Fortsetzung der dritten Beratung des Etats.
LavLanreirtarischsS.
R. B. Darmsiadt, 23. Mai. Der Finanzausschuß der zweiten hessischen Kammer hielt heute in Anwesenheit mehrerer Regierungsvertreter eine längere Beratung ab. Zunächst erfolgte an Stelle des verstorbenen 9(6g. Möllinger die Wahl des Abg. Reinhart zum Vorsitzenden des Ausschusses. Dann fand eine eingehende Debatte über die Regierungsvorlage, betr. Bad-Salzhausen statt, wobei Ge- heimerat Wil brand und Oberbaurat Sch m ick nähere Aufschlüsse und Erläuterungen gaben, so namentlich über die geplante Uebertragung des Badehauses VII von Nauheim nach Salzhausen. Der Ausschuß stimmte schließlich der Regierungsvorlage einmütig zu. Nach weiterer Debatte über mehrere Vorstellungen um Bewilligung von Gehaltserhöhungen resp. Gewährung von Wohnungsgeldzuschüsien beschloß der Ausschuß, alle diese Vorstellungen für erledigt zu erklären und dem Plenum der Kammer folgende Resolution zur Annahme vorzuschlagen: Hohe Kammer wolle Großh. Regierung ersuchen, bereits im nächsten Voranschlag des Staatshaushaltsetats eine angemessene Beihilfe für die Wohnungsbedürfnisse der Beamten vorzusehen.
Der Petitions-Ausschuß beschäftigte sich heute namentlich mit den Vorstellungen der Stadtgemeinden zu Heppenheim und Neu-Isenburg um die Errichtung eines Amtsgerichts in jeder der Städte. Das Gesuch der Stadt Heppenheim wurde unter Hinweis auf die schon früher in der Kammer dagegen dargelegten Gründe (Nähe von Lorsch-Lampertheim rc.) abgelehnt, das Gesuch der Stadt Neu-Isenburg aber soll der Großh. Regierung zur Berücksichtigung empfohlen werden.
Der Wahlprüfungsausschuß beschäftigte sich mit der noch ausstehenden Genehmigung der Wahl der Abgeordneten Dr. Schmitt (Mainz-Nieder-Olm) und Ullmann (3. Oberhess. W.-K.). Der Ausschuß beschloß, die Giltigkeit der Wahl des Herrn Dr. Schmitt zu beantragen. Die Be- schlußfasiung über die Wahl des Abg. Ullmann wurde auf Wunsch des Abg. Berthold ausgesetzt, der sein Ausbleiben durch die Teilnahme an den Reichstagsverhandlungen in Berlin entschuldigte.
Berlin, 23. Mai. Die Budgetkommission des Reichstages bewilligte mehrere gestern im Plenum verhandelte Nachtragsforderungen zum Etat 1906, darunter die zur Förderung der Syphilisforschungen, für Fernsprechzwecke und zur Herstellung einer neuen unterseeischen Tclegraphen- oerbindung mit Norwegen. Die Nachforderungen für vier farbige Kompanien in Ostafrika, Laudvermesiungen und die Beschaffung von Pferden und Maultieren für die Zivilverwaltung in Südwestafrika wurden abgelehnt.
— Die Kommission des Reichstages für die Vorlage, betreffend die Haftpflicht für 9( u t o m o b 11 e, nahm zu dem § 9 einen Antrag Burlage an, die Strafe bis zu der
Wiederholungsfälle soll die Strafe auf 1000 Mk., bezw. auf drei Monate Gefängnis erhöht werden. Der Rest des (Snt* wurfs wird nach der Regierungsvorlage angenommen.
Aus SraSt uno Lano.
Gießen, den 25. Mai.
* * Personalien. S. K. H. der Großherzog haben den von dem Fürsten zu Isenburg und Büdingen in Birstein für eine Oberlehrerstelle an der Oberralschnle zu Offenbach präsentierten Lehramtsassessor Georg Bentz für diese Stelle bestätigt, den prov. Lehrer an der Oberrealschule zu Worms Pfarrer Dr. Adam Heussel zum Oberlehrer an dieser Anstalt, den Lehramtsassessor Dr. Ludw. Ruhl zum Oberlehrer an dem Gymnasium zu Bensheim, den Fußgenbarmen Ey in Hirschhorn zum Kreisdiene« bei den: Kreisamt Heppenheim und den Kanzleiwärter bei der II. Justifikatur-Abteilung der Oberrechnungskammer Hch. Wiesen eck er zum Kanzleidiener ernannt.
* * In Audienz empfangen wurde von S. K. H. dem Großherzog am Mittwoch u. a. Oberlehrer Dr. FaHz von Büdingen.
"^Ordensverleihungen. S. K. H. der Groß- herzog haben mittels Allerhöchster Entschließung vom 23. Mai d. I. geruht zu verleihen denr Oberstabsarzt Dr. Klipstein im 1. Nass. Jnf.-Regt. Nr. 87, seither im Jnf.-Leib-Negt. Großherzogin (3. Großh. Hess.) Nr. 117, das Ritterkreuz 1. Klasse, und dem Rittmeister unb Oberquartiermeister- Adjntanten v. Laffert, seither im 1. Großh. Dragoner- Regiment (Garde-Drag.-Regt.) Nr. 23, das Ritterkreuz 2. Kl. des Verdienstordens Philipps des Großmütigen.
” Militärdien st nachrichten, v. Nieder, Oberst und Kommandeur der 25. Feldart.-Brig. (Großh. Hess.), zum Gen.-Major befördert. — v. Goerne, Major, aggreg. dem 1. Großh. Hess. (Leibgarde-) Regt. Nr. 115, unter Versetzung in das 1. Nass. Jnf.-Regt. Nr. 87 zum Bats.-Kommandeur ernannt. — Die Hauptleute Gr. v. Königsmark im Generalstabe der Großh. Hess. (25.) Div., als Rittmeister u. Eskadr.-Chef in das Drag.-Ngt. v. Bredow (1. Schles.) Nr. 4, Kirch, int großen Generalstabe, in den Generalstab der Großh. Hess. (25.) Division versetzt. — Die Oberlts. und Adjutanten v. Harn ter, 25. Kav.-Brig. (Groß. Hess.), zum Rittmeister, v. Kritter, 25. Feldart.-Brig. (Großh. Hess.), zum Hauptmann befördert. — Frhr. van de r Hoop, Oberlt. im 5. Großh. Hess. Jnf.-Regt. Nr. 168, zum überzähl. Hauptmann befördert. — Griesel, Lt. im Jnf.-Leib- Negt. Großherzogin (3. Großh. Hess.) Nr. 117, in das 2. Ermländ. Jnf.-Rgt. Nr. 151 versetzt. — Mackensen v. Astfeld, Major im 2. Großh. Hess. Drag.-Negt. (Leib- Drag.-Negt.) Nr. 24, von der Stellring als Eskadr.-Chef enthoben und zunt Stabe des Regiments übergetreten. — Lungers hausen, Oberl. im 1. Großh. Hess. Drag.-Regt. (Garde-Drag.-Rgt.) Nr. 23, unter Versetzung in das 2. Großh. Hess. Drag.-Ngt. (Leib-Drag.-Negt.) Nr. 24 und Beförderung zunt Rittmeister zunt Eskadr.-Chef ernannt. — Kade, Major und Kommandeur des Großh. Heff. Train-Bats. Nr. 18, zum Oberstlt. befördert. Niez ol di, Fähnrich im 4. Großh. Hess. Jnf.-Negt. (Prinz Carl) Nr. 118, zum Lt. befördert. — Die Lts. Leuc im Jnf.-Leib-Ngt. Großherzogin (3. Großh. Heff.) Nr. 117, auf sein Gesuch zu den Nes.-Offizieren des Negts., Kahlenberg, tt t 4. Großh. Hess. Jnf.-Regt. (Prinz Carl) Nr. 118 auf sein Gesuch zu den Offizieren der Landw.- Jnf. 1. Aufgebots übergeführt.
* * Gießener Bahnprojekte. Ain Mittwoch fand hier int Beisein des Kreisamtmanns Dr. Merck eine Versammlung behufs Besprechung desBahn Projekts Gieße it— Steinbach — Queckborn — Laubach statt. Die Bürgermeister von Laubach, Wetterfeld, Lauter, Queckborn, Harbach, Ettingshailsen, Hattenrod, Bnrckhardsfelden, Oppenrod, Albach, Steinbach, 9(nncrob und Stadtverordneter Kirch- Gießen nahinen an der Versammlung teil. Die genannten Orte wünschen die Erbairung der Strecke Gießen—Laubach, die die Provinzialhauptstadt direkt mit dem Vogelsberg und den Wasserwerken bei Qtieckborn und Sauter verbinden würde. Laubach selbst spricht seine Sympathie für das Projekt aus, doch will es keine finanziellen Opfer bringen, da die Strecke Laubach—Mücke viel gekostet habe. Die Firma Lenz & Co. soll das Projekt ausarbeiten. Hoffentlich wird es gelingen, den noch abseits vom Verkehr liegenden Orten baldigst eine Bahnverbindung zu geben.
* * Turnerisches. Das vom Gau Hessen bei seiner Turnfahrt am letzten Sonntag abgehaltene volkstümliche Wetturnen brachte folgenden Turnern Preise: 1. Preis Balthasar Dort-Gr.-Buseck (33P.), 2. Pr. Albert Diehl- Kirchhain und Heinrich Wolf-Nidda (31V2 P.), 3. Pr. Gottlieb Cujus-Marburg (31 P.), 4. Pr. Julius Langsdorf-Bad-Nau- heim und Heinrich Hamel-Gießen T.-V. (30l/z P.), 5. Pr. August Adolf-Heuchelheim (30 P.), 6. Pr. Emil Bürk- Gießen M.-T.-V. (29 P.), 7. Pr. Karl Schmidt-Gießen M.-T.-V., Wilh. Th öt-Gießen M.-T.-V., Albert Bötz- Gießen M.-T.-V. (271/, P.), 8. Pr. Fritz Liefer-Marburg T.-G., Hch. Scharmann-Wetzlar, Aug. Palitsch-Gießen M.-T.-V., Hch. Hahn-Gr.-Buseck (27 P.), 9. Pr. F. Schwarz- Lollar und Karl Bender-Wetzlar (26^ P.), 10. Pr. Heinrich Geck-Ober-Mörlen und Karl Schneider-Lollar (26 P.), 11. Pr. Heinrich Engelmann-Wetzlar, Heinrich Weber-Klein-Linden, Adolf Waldschmidt-Wetzlar (25i/2 P.), 12. Pr. Richard Jung- Ober-Mörlen, Chr. Schmidt-Gießen T.-V., Hermann Levi-Neustadt (25 P.), 13. Pr. Gustav Cassel-Nidda, Gustav Schwing-Wetzlar, Johannes Moog-Wehrda, Paul Spamer- Schotten, H. Lippath-Wetzlar, W. Weiß-Gießen M.-T.-V. (24^0 P.), 14. Pr. Hch. Schneider-Wetzlar, Robert Köhler- Wetzlar und Joh. Keßler-Marbach (24 P.), 15. Pr. Wilhelm Frank-Lollar, Hermann Arcularius-Schotten, Richard Hauf- Marburg und Hch. Erhard-Gießen T.-V. (231/2 P.), 16. Pr. Hch. Bierau-Lollar (23 P.), 17. Pr. Gustav John- Biedenkopf, Karl Leib-Krofdorf und Joh. Gottfried Zimmer- Nieder-Mörlen (22P.), 18. Pr. I. Mignon-Wetzlar, W. Schntidt II-Rodheim M.-T.-V., Andr. Decher-Staufen- berg, I. Steinmüller-Nodheim M.-T.-V. und Emil Lindner- Marburg (22 P.), 19. Pr. Karl Schmidt-Friedberg, Ferd. Weller-Gießen T.-V. und Ludwig Valentin-Rodheim (21i/., P.), 20. Pr. Karl Schick-Gießen M.-T.-V., Wilh. Kreiling-Heuchelheim, Hans Prediger-Kirchhain, W. Merz- Langgöns, Herrn. Lehrmund-Langsdors, Ang. Loos-Gießen T.-V., Ferd. Künstler-Nieder-Mörlen, Will). Volk-Großen-
Grünberg, Hermann Bormann-Ockershausen, Wilh. Georg- Gießen M.-T.-V. und W. Lehr-Großen-Buseck (21 P.)> 21. Pr. Fritz Ringshausen-Nidda, Wilhelnt Stöhr-Kirchhain, Jakob Täschler-Marbach, Gallus Bork-Ober-Mörlen, Wilh. Erhardt-Gicßen M.-T.-V. und Hch. Vogt-Biedenkopf (201/z P.), 22. Pr. Georg Knieriin - Bad-Nanheim, Heinrich Pfannmüller-Marburg T.-G., Louis V 0g t-G ie ß en T.-V., Karl Worntsdecher-Webrda (20 P.).
VermZschLes.
* Berlin, 21. Mai. Gestern sand der Wärter der Unfallstation den Assistenzarzt Dr. Max Arendt tn seinem Bette tot auf. Der 38jährige Arzt litt an Nervosität und einem inneren Leiden. Trotzdem versah er den Nachtdienst auf der Unfallstation und übte außerdem eine ausgedehnte Privatpraxis aus. Ans Briefen, die er hinterließ, geht hervor, daß er die Tat in seelischer Depression beging.
"Madrid, 21. Mai. Ganz außergewöhnliche Witterungs-Verhältnisse herrschen gegenwärtig in Spanien. In verschiedenen Provinzen siel das Thermometer unter Null. In den Pyrenäen unb int Guabarama- Gebirge hat es stark g e sch n e i t. Auch bas Schloß Lagranja, wo König Alfons seine Flitterwochen zu verleben gedenkt, liegt tief im Schnee.
Märkte.
(th.) Gießen, 23. Mai. Der dieswöchentliche Viehmarkt hatte einen Auftrieb von 1300 Stück Großvieh, ca. 150 Kälber und 4—500 Stück Schweine. Der Vorhandel in Milchvieh zeigte eine überaus belebte Tendenz bei recht hohen Preisen für gute Ware. Die Nachfrage nach schweren frischmelkenden und tragenden Kühen war für die Badeorte und den Niederrhein am .Hauptmarkt außerordentlich groß, fj daß selbst für Mittelkühe jeder annehmbare Preis bezahlt wurde und der Handel sich flott ab- toiefett konnte. Ebenso machte sich das Geschäft in Fettvieh und Kälbern ausgezeichnet, da Frankfurter und Wiesbadener Käufer sich am Markt Konkurrenz machten und die Preise rasch in die Höhe trieben. Unsere heimischen Metzger, die an den Markt ge- kommen waren, um ihren Bedarf zu decken, schüttelten den Kopf zu der Preistreiberei, welche sie für unerhört erklärten. Die Nachfrage nach fetten Rindern und Kühen sowie starken Kälbern war beim Markt so groß, daß ein doppelter Vorrat zu hohen Preisen glatt geräumt werden konnte. Der Ochsenmarkt war überhaupt nicht befahren, er hat eben mit den Jahren für die Handelsleute seine Bedeutung verloren, sodaß Reflektanten auf Gangvieh, wie solche früher selbst auSr Norddeutschland kamen, heute ganz ausbleiben. Für den S chwe in e m a r ft war wegen der Gefahr der Seucheneinschleppung die Zufuhr von Schweinen aus den preußischen Gebietsteilen verboten. Dieses Verbot war aber erst kurz vor dem Markt erlassen und so waren etwa 6—700 Tiere aus Preußen hier, die vom Markt ferngehalten wurden. Die Eigentümer der Ware waren ungehalten darüber, daß sie unverrichteter Dinge wieder abziehen mußten und ihre Mühe und die nicht unerheblichen Kdsten des Transportes unnötig gemacht hatten. Infolge des Ausschlusses der Tiere aus Preußen fehlte den heimischen Züchtern die Konkurrenz, wodurch die Land- leut", die als Käufer zum Markt gekommen waren, mißmutig gestimmt wurden. Bei den geforderten hohen Preisen kam das Geschäft nur langsam in Gang. Mancher Bedarf blieb ungedeckt, es blieb zum Schlüsse des Marktes lwch Ueberstand, trotzdem die Handelsleute sich bemüht zeigtet:, durch Nachlassen vom Preise die Ware unterzubringen. Gehandelt wurden: Milchkü^, pro Stück 1. Qual. 475—525 Mk. (einzelne Tiere bis 560 Mk.), 2. Qual. 375—450 MI, 3. Qual. 300—350 Mk. Fettvieh der Zentner Schlachtgewicht fette Rinder 1'. -Qual. 73—75 Mk.,2. Qual. 69—71 Mark. Fette Kühe 1. Qualität 67—69 Mark, 2. Qualität 62—64 Mark. Kälber 1. Qualität 77—85 Mark (einzelne bis 88 Mark), 2. Qualität 70—74 Mark, 3. Qualität 66—69 Mk. Die Preise für S-chuteine stellten sich das Paar: Ferkel' 3—4 Wochen alt, 38—45 Mk., bis 8 Wocheit alt, 50—65 Mark, bis 12 Wochen alt, 70—80 Mark, Springer, leichtere Ware 90—120 Mk., kräftigere Tiere bis 160 Mk. Außer in Schweinen blieb anc Markt fein Ueberstand in Vieh. Nächste Markttage am 3. und 4. Juli d. I., am zweiten Tage auch Ktämermarkt.
Stmbttrg a. d. L., 23. Mai. Fruchtrnarkt. Durch- schnittsvreise pro Malter. Roter Weizen 16.00 Mk., weißer Weizen 00.00 Mk., Rom Mk. 13.00, Gerste 00.00 Mk., Hafer 8.77 Mk., Erbsen 0.00 Mk., Kartoffeln 0.00 Mk.
Mvchtrche Nachrichte«.
Evangelische Gemeinde.
Gottesdienst.
Exalldi, Sonntag den 2 7. Mai.
In der Stadtkirche.
Vormittags 8 Uhr: Siehe Johanueskirche.
Vormittags 91/, Uhr: Pfarrer Schwabe.
Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Markusgemeinde.
Pfarrer Schwabe.
In der Johanueskirche.
Vormittags 8 Uhr: Prokeffor D. Eck.
Vormittags 91/, Uhr: Pfarrer Euler.
Vormittags 11 Uhr: Kindergottesdienst für die Lukasgemeinde.
/ Pfarrer Euler.
Abends 8 Uhr: Versammlung und Bibelbesprechung int Konsirmandensaal der Johanueskirche.
Am 1. Pfingstseiertage findet Beichte unb heiliges Abendmahl für die Lukas- und Johannesgemeinde statt. Anmeldungen vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten.
Am 1. Psingstfeiertage nach allen Gottesdiensten Kollekte für die Lutherstistung.
Am 2. Pfingstseiertage besondere Kollekte für die Armen.
Katholische Gemeinde.
Samstag, den 2 6. Mai:
Nachmittags um 5 Uhr unb abends um 8 Uhr Gelegenheit zur heil. Beichte.
Sonntag, den 27. Mai:
6. 6 0 n it t a g nach Oster n.
Vormittags von 61/, Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beichte.
, um 7 Uhr: Die erste heil. Messe, vor unb in derselben Austeilung der heil. Komnuinion.
n um 8 Uhr: Die zweite heilige Messe.
» um 9'/, Uhr: Hochamt mit Predigt.
Nachmittags um 2 Uhr: Christenlehre; daraus Andacht.
Dienstag abend um 61/, Uhr ist Mai-Andacht.
Freitag um 7 Uhr ist Segensmeffe.
Israelitische Religionsgemeinde.
Hottesdientt in der Synagoge (Südantage).
Samstag, den 26. Mai 1906:
Vorabend 7.45 Uhr.
Atorgens 9.00 Uhr. Nachmittags 4 Uhr Schrifterkläruug.
Sabbathausgang 9.10 Uhr.
Israelitische Religionsgesellschast.
Gottesdienst.
Sabbathfeier am 26. Mai 1906:
Freitag abend 7.50.
Samstag vormittags 8.00 Uhr, nachmittags 4.00 Uhr.
Sabbathausgang 9.10.
Wochengattesdienst: morgens 6.30, abends 9.10 Uhr.
in jeder beliebigen Schriftart und Karten« forte, sowie mit Zirkeln aller stndentischea Vereinigungen, liefert zn mäßigen preisen
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