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25.5.1906 Erstes Blatt
 
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Erstes Blatt

156. Jahrgang

Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gietzen

c fBorlage be-

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liafjc sich verschlechtert h^abe. Im Bewußtsein der Aufrichtig- tcit seiner Politik und gestützt aus seine nationale Kraft wirb Deutschland seinen Weg ruhig weiter gehen dieser Grundton der kurzen, leidenschaftslosen Rede des Frhrn. von Tschirschky sand Anklang im Hause und^ dämpfte das Verlangen nach weiteren Auseinandersetzungen über die auswärtige Politik. Selbst Abg. Bebel Soz.), der sonst von diesem Thema nicht leichi loskommen kann, beschränkte sich heute auf wenige, aber kräftige Bemerkungen. Ihn reizte mehr die innere Politik, bei deren schonungsloser Kritik die politische Polizei lvegen der Russenausweisun- gen am schlechtesten wegkam. DieHerren im Staat" find nach Bebels Darstellung die Agenten der politischen Polizei,durchweg verderbte und verlumpte Menschen", als derenRepräsentant" der ernst vielgenannte Herr v. Tausch angeblich bei bayrisch Bier und anderen Genüssen in München sich wohl sein läßt, nebenbei nach wie vor den Regierenden seine wertvollen Dienste leihend. Ter preußische Minister des Innern, v. Bethrnann-Hollweg, an dessen Adresse Bebel seine Angriffe richtete, scheint keine Neigung zu haben für Redekämpfe mit der Sozialdemokratie. Gr bleibt zur Ge­nugtuung der Konservativen dem Reichstag fern, und im preußischen Landtag wird über die Russeuausweisungen schwerlich noch debattiert werden. Uebrigens mußte Bebel auch im Reichstag erleben, daß das Interesse der bürger­lichen Parteien an dieser Russenfrage gesunken ist. Es herrscht eben Feriensiimmung. Vorübergehend wich die Unruhe im Hause bei der kurzen Darlegung des Staats­sekretärs Grasen Postrüowsky. In der Spezialbcratung des Etats gab es einen interessanten Meinungsaustausch über häusliche Angelegenheiten des Reichstages, an dem sich derHausherr", Gras Ballestrcm, mit launigen Worten beteiligte, weil er sich selbst und seine Nachfolger gegen die Möglichkeit schützen wollte, mitDaumschrauben be­dacht zu werden". Es hielt natürlich nicht schwer, den häus­lichen Frieden lviederherzustellen, und imSauseschritt" ging es weiter bis zum Riesenetat des Reichsamts des Innern. Hier verlangsamte sich das Tempo, weil die So­zialpolitik Sicherung der Bergarbeiter gegen Exp.losionsgefahr aufs Tapet gebracht wurde. Mit diesem Thema kam man naht entfernt ans (Silbe. Die -Debatte wird am Freitag fortgesetzt. Aber an der Verab­schiedung des Gesamtetats noch in dieser Woche ist kaum zu zweifeln.

Freitag 25. Mai 1906

Vezug»vret-i monatlich 75 W., vierte!*

Deutscher Reichstag.

110. Sitzung vom 23. Mai 1006.

Aus der Tagesordnung steht zunächst die d r i t t cBcr a tun g

Aus dem Reichstag.

R Berlin, 23. Mai.

Die Generaldebatte zur 3. Lesung des Etats be­deutet den großen politischenKehraus" der Session, und deshalb konzentriert sich in ihr noch einmal das sonst so vielfach zersplitterte Interesse der Volksvertreter. Fürst Bülow mußte es sich diesmal versagen, im Reichstag Rede und Antwort zu stehen über seine Führung der Reichspolitik, insbes. über die jüngsten Vorgänge internationaler Art. Den Reichskanzler vertrat heute der Staatssekretär des Aus­wärtigen Frhr. v. Tschirschky, und es wurde ihm sehr bald Gelegenheit gegeben, die erste seiner staatsmännischen Reden zu halten. Der Wortführer der Nationalliberalen, Abgt Bassermann, brachte mancherlei Bedeutsames zur Sprache, so die Marokkodcpesche des Kaisers an den Grafen Goluchowski, die Gerüchte von einem für Deutschland nicht ganz gleichgiltigen politischen Vertrag zwischen Rußland und England, die Kaiserreise nach Oesterreich und

Kenrik IbsenJ*.

Wir erhielten am Mittwoch Nachmittag folgendes Tele­gramm: , m t

Christiania, 23. Mai. Henrik Jb seu ist heute Nach­mittag 21/. Uhr gestorben.

Mit A>sen ist der größte Dichter Norwegens, einer der führenden Geister unserer Zeit aus der Welt geschieden. Henrik Ibsen wurde am 20. März 1828 zu Skien m Nor­wegen geboren. Unter ungünstigen Verhältnissen wuchs er heran. Er besuchte bis zu seinem 15. Jahre eine kleine Privatschule für den Mittelstand, mußte aber dann den Schulbesuch ausgeben, um sich sein Brot zu verdienen. Mit der Absicht, später Medizin zu studieren, kam Ibsen nach Grünstadt und fand dort bei einem Apotheker eine Lehrlingsstelle. Hier benutzte er seme freien stunden zu Vorbereitungen fiir das Studentenexamen und schrieb neben­bei eine Reihe vortrefflicher Gedichte. (Sein Freiheitsdrang begeisterte ihn im Winter 1848/49 zu dem ^omaE a - tiN n a", das er in wenigen Wochen aufs Papier warf Oboleicli noch sehr unreif, verrät dieses Werk dog) großes Safi und ift im übrigen der deutliche Aus­druck jener Freiheitssttmmung, welche damals die Brust des schwärmerischen Jünglings durch obte.

tung 1850 unter dem Pieudonym Brymols Bjorme un ^Selbstverläge" des Verfassers erschien, erregte s^ nur bei den Studenten Aufsehen, blieb aber sonst ziemlich uno^ach^ct. Mittlerweile war oer Dichter nach Christiania nbergesiedell und hatte sodann die dortige Universität bezogen, indessen studiere er nicht. Wie ursprünglich beabsichtigt Medizin, sondern Aesrhetik und allgemeine Literatur. Entbehrungen aller Art konnten seinen Fleiß nicht vermindern, ^a berw, An im Jahre 1851 Ole Aull als Dramaturg an das eoen gegründeteNorwegische Theater" in Bergen. In tnefer Stellung verfaßte Ibsen mctyrere Dramen, barunter einige hiswrische, von denen aber nurFrau Inger vwn Öefttor undDas Fest aus Solhaug" im Truck erschienen sind. Hier lernte er seine Gattin, Susanne Tho­re en eine Pfa^erstochter, kennen. 185/ übernahm deck Dichter die Leitung des norwegischen Theaters in Chri­stiania und setzte dort seine schrisistellerische ^iakell emsig fort' so entstanden:Dre Krieger auf v^lgeland JS i amßdie der Liebe", beides Trumen, das erstere ein Schauspiel aus Norwegens ^enhafter Vorzeit, das Stere ein satirisches Lustspiel., 8«net «

noch einen Band Gedichte. Mit icmertomob.e her ShcBe hatte er Erbitterung hervorgeruien, besonders bet der Geist- tidifeit die dem kühnen Reformator Uncyriftlichllit vo warf Als dieser sah in welches Wespennest er gestochen, ?Äckte in ihm das Verlangen, das undankoare Voll ru^verlai'sen Doch konnte er sein Projekt erst im ^nhzahr 1KK4 vemmMichen, nachdem ihm Ende 1863 der norwegische ^pjckstaa ein Reisestipendium bewilligt tyxtte. r 1eutcr Wwije gab er m-ch das »«W Sd)»uH»et »Dte Krou-

Toten erwachen", lauter Werke, die soziale und rnensch-, liche Verhältnisse der Gegenwart behandeln, ohne Tendenz dich tun gen zu sein. *

Christiania, 23. Mai. Der Tod Jbsensl trat ein, ohne daß der Dichter das Bewußtsein, welches ui der letzten Zeck infolge eines Schlaganfalles getrübt war, wredererlangt hätte Sobald König Haokon die Todesnachricht erhalten hatte, übermittelte er der Witwe Ibsens sein und der Koiiigur Beileid. Der S ch r i 's t st e l l e r v c r e i n ließ durch feinen Präsi­denten an der Statue des Dichters vor dem Nntionaliheater ein prachtvolles Blumenarrangement niederlegen. __

Die Regierung, sowie das Präsidium des^tor- things sandten ebenfalls Ibsens Witwe Beileidstelegramme.

Leipzig, 23. Mai. Der Rat^der Stadt hat heute ein­stimmig die Verpachtung des' StadttHeaters an den Sckxruspieldirektvr Robert Volkmer für die Zeck vom 1. Juli 1906 bis zum 30. Juni 1914 beschlossen.

Dresden, 23. Mai. Wie dasDresd. Journal" meloet, sind mit Genehmigung des K'lkn i g s der Architekt Professor Fried­rich Thier sch, der Bildhauer Professor Josef Floßmann in München, sowie der Maler Prosessor Max Liebermann in Berlin zu Mitgliedern der Akademie der bildenden Künste in Dresden ernannt worden.

(P. A.- H efsische Landes-Ausstellung für t r e i e und angewandte Kunst Darmstadt 1908. Die Vor­arbeiten für die Ausstellung sind so weck fortgeschritten, daß bie Anmeldungsformulare verschickt werden können. Iuf Grund der Anmeldungen, deren Schlußtermin auf den 15. Sep­tember d. I. festgesetzt ist, Nürd dann ein Ueberblick über den Umsang und die Art der Beteiligung gewonnen werden. Die Beteiligung hat auf Grund der in der B e s ch i ck^u n g s o r d n u n g enthaltenen Bedingungen zu erfolgen. Das Schwergewicht wird den in Hessen gegebenen Verhaltnisten zufolge voraussichtlich auf dem Gebiet der a n g e w an d t e n Ku n st einschließlich der Architektur liegen. Deshalb wird sich die Ausstellungs- leitung besonders darum bemühen, alle Gegenstäirde, auch die Werke der freien Kunst a ls Bilder, Figuren, Graphik, möglichst in einer Umgebung vorzuführen, die auch ihrerseits einer vornehmen Kunst pflege Anregungen zu geben vermag. Zugleich soll nach Kräften angestrebt werden, jedem Stück an seinem Platze eine starke individuelle Wirkung zu sichern. Die Vorteile, die eine kleinere Ausstellung in dieser Hinsicht zu bieten vermag, werden auegenutzt werden. Massenanhäufilngen gleichartiger Gegenstände zu vermcideii, wird sich die Ausstetlungsleitung angelegen sein lassen. Zur Verwirklichung dieses Zweckes denkt die Ausstcllungs- leiiung daran, neben den Einzel-Räumen, die für Werke der freien Kunst und für Zeichnungen und Modelle aus dem Gebiete der Architektur vorgesehen sind, insbesondere auch geschlossene Raumgruppen für Kunst, die öffentlichen und gemeinnützigen Zwecken dient, und für Wohnungskunst zu idjafftn. Ferner ist beabsichtigt, einzelne Fachabteilungeu der angewandten Künst und Werkstätten im Betrieb vorzufüh-ren. In jedem Falle wird das Bestteben dahin gehen, Kunst, wie sie unser Leben fordert und so wie sie im Rahmen unseres Lebens wirkt, zu zeigen, keine müßige Ausstellungskunst. Hervorragende Leistungen der Aus­stellung werden durch ein Preisgerichr prämiiert. Die Prämien bestehen in Staats Medaillen und in Ehrenpreisen. Mit der Aus- srellung soll auch, eine Verlosung verbunden werden.

Die keutige Kummer umfaßt 10 Seite». Sorte aud, über bic »itlung eines esenUeUen

K ! russisch-englischen Asienv er träges für Deutschland sprach.

Alles in allem: der Staatssekretär urteilte nicht optimistisch Über die internationale Lage Deutschlands, aber er wollte nicht gelten lassen, daß, wie Herr Bassermann meinte, diese

Prätendenten" heraus und wandte sich dann über Berlin nach Rom. Seine dichterische Phantasie mußte in der berühmten Stadt neue Triebe und Anregungen finden; er schrieb die dramatischen GedichteBrand" undPeer G Y n t", zwei tiefsinnige Werke mit schwungvollen Versen, welche die Schlaffheit und Phantasterei der norwegtsck-en Nation in erschreckender Deutlichkeit zeigen. Auch stellte er einen Teil des welthistorischen SchauspielsKaiser und Galiläer" fertig; die gewaltige Dichtung wurde aber erst 1873 vollendet. Von Rom begab sich der Dichter 1808 nach Deutschland und lebte abwechselnd in Dresden und München. An ersterem Orte schuf er das politische LustspielDer Bundder Ingen d", ein stark realistisch gefärbtes Werk, mit dem sich der Verfasser in weiteren Kreisen bekannt machte. 1875 suchte er abermals Rom aus, kehrte aber bald darauf nach München zurück, um hier seme spateren, be­deutungsvollen Jahre zu verbringen.

MitDie Stützen der Gesellschaft" eröffnete der Dichter seinen Feldzug gegen die zeitgenössische Kultur, und zwar in einer Weise, die überall das größte Aufsehen erregte Auf dieses, im Jahre 1877 erschienene Drama folgte 1879 das SchauspielEin Pnppcnheim", nut welchem Ibsen wider die jetzige Ehemoral kämpfte und für volle Gleichberechtigung des Weibes eintrat. Nun kam seine radikalste Schöpsinrg: das FannliendrarnaGe­spenster", eine Tragödie aus dem Leben, die in ihrer nackten Wirklichkeit allenthalben tief erschüttern muß. Die Rücksichtslosigkeit, mit welcher Ibsen darin bestel)ende Ein- richtungeu und Gesetze angrisf, reizte die zahlreichen Gegner seiner Denkart zu gehässigen Meinungsäußerungen Dies veranlaßte den Dichter, in dem SchauspielErn Volks­feind" mit aller Energie seine bisherigen Tendenzen zu vertreten, indem er die, allerdings längst bekannte. Wahr­beit von der Urteilsunsähigkeit der - osten Masse wreoer- bolte. An dieses Drama des Selbst. oußtseins schloß sich (1884) das SchauspielDie Wildente", in dem Ibsen das hohe Lied der Kindesliebe singt und die Selbstausopfer- UHq mit dem Glorienschein des Erhabenen umgibt Daraus folgte das SchauspielRo sm er sho lm", das die ver­derbliche Wirkung der alten Weltanschauung schildert und die Seelengemeinschaft zweier Menschen als Bedingung einer wahren Eye ausitellt. InDie Frau Meere" berührte der, in punen Anschauungsweisen etwas versöhnlicher gewordene. Dickster abermals die brennende Ehefrage und forderte, ähnlich tvie inRosmersholm", die seelische Zuneigung als Grmidbcdingung einer wirk­lichen Ehe. Damit brachte er eine umfassende Permde seiner künstlerischen Entwickluirg zunl Abschluß, um dann m dem CharakterschanspielHedda Gabler" seglichcr Edenz ?u entsagen. Diesem Drama (1890), dem letzten Bühnen­werk, dem ein durchgreiscndcr Erfolg beschieden war, solgtcn noch die Schauspiele,Baumeister (18J2),

«lein Eynolf" (1894),John Gabriel Borr- mann (1896) und der dramatische EpilogWenn totr

beratung dieser Vorlage verzichte.

Es folgt die dritte Beratung des Etats.

Abg. Bassermann (Ratl.): Infolge der Beiviltigung der Ainvcsenheitsgelder wird ßofseutlich -in Zukunft ein konstant be­schlußfähiges Haus vorhanden sein. ES stehen uns wichtige Um­gaben bevor, namentlich das Gesetz über die Berulsvereiue, das nnS hoffentlich beim Wiederzusammcntritt vorgelegt werden wird; ferner die Juslizreforni. Was die Politik betrifft, so besteht in inanchen Kreisen der Eindruck, als ob sie sich für Deutschland nicht verbesserte, sondern verschlechterte. Die Beziehuiigen zu England sind ja freundlicher fleiuorben. Ich «vage kein Urteil, ob dre Goluchowski-Dcpesche richtig ivnr, und ob es richtig war, Italien unsere Uuznfriedenheit zu zeigen. Qn Ungarn sind aus Anlaß deS angekündigten Besiiches des deiitschen Kaisers abweisende Preßäußerungeii gegen Deutschland erfolgt. Diese Erscheinungen führen zu der Frage, Ivie hoch heute die politische Bedeutung des Dreibilndes eingeschätzt werden darf.

Staatssekretär des Auswärtigen von TschirsÄkh und Boeggendorss: Ter Vorredner erlväh.cke die Depejche des Kaisers an den Grafen Goluchowski. Wenn der Kaiser den Weg des 'telegrammes wählte, um dem Minister eines besrei'ndetcn auswärtigen Staates seinen Dank auszuiprechen, so ist der Kaiser dazu berechtigt. Ter Reichskanzler tragt bte Verantwortung für das, was in dieser Devcfck)« fleht, aber nicht für das, was in dieselbe Istneininterpreiült wurde. Der Vorredner fragte, ob bei den Verhandlungen 5 toi - f d) c n Rußland und England wegen der asiatischen Ver­hältnisse Entscheidungen getimten seien, durch luelcfie die deutschen Interessen tangiert ivnrbcn. Wir haben ben bestimmten, feiten Grund zu der Aunahii'.e, daß eine wiche Besorgnis ganz nn- gereacksertigt ist. Man frat immer viel von der Lockerung des Dreibundes gesprochen. Ich kann versichenr, baß die D r e i - bunbfloaten nach wie vor fest auf dem Boben bes Dreibundes stehen. «Beifall.) Jnsbesoubere haben wir von dem italienischen Bvtschaster, der soeben aus Rom zurückkehrte, wo er Gelegenheit halte, sich mit allen, maßgebeli- beu Persönlichkeiten zu besprechen, die bünbigsteu Erklärungen im 9iamen seiner Regierung erhalten. ,,Erst recht miißig wäre cs, von einer Lockerung bes Verhälttiisses zwischen Deutsthlanb unb bet Monarchie au ber Dotiau zu sprechen, trotz bcr scharfen Angriffe, welche diefeS Verhältnis in bcr letzten Zeit in ber rmga- rischen Presse oefunben hat. Di- Kwiserreise nach Sch ö n - b r it n n entspricht ben versöhnlichen Empsinbuugen beS Kaisers für bas ehrwürbige Haupt bcr Habsburgischen Monarchie. Man hat dieser Reise einmal eine Spi'ze gegen Italien, bann eine solche gegen England gegeben. Beides bedeutet eine Verkennung des Zweckes dieser Reise. Die deuljsche Politik hat gar keinen Grund zur Demon­stration gegenüber diesen beiden Ländern. Oesterreich-Ungarn unb Italien stehen in sehr sreimbschastlickfer Beziehung zu Eug- lanb, unb wir begrüßen dieses rückhaltlos. Ich glaube ich befinde mich im Einverständnis mit dem Haust, wrniu ich der De-

A endet ung und Auslegung des S ch u tz 11 u p p e n- geseyes. Die Kommission har die Ablehnung dieser Vorlagebe­schlossen. Unletslaatssekrelär Twele erklärt, daß mit Rücksicht auf die Geschäftslage des Hauses bte Regierung auf die Weiler-

der Mililarpensionsgesetze. DaS OfsizierSpensionSgesetz wird debattelos gegen die Stimmen der Sozialdemokraten, das MannschaslsverforgungSgesetz einstimmig angenommen.

Es folgt die z iv e t l e B e r a l u n g des Entwurfs betreffend ' des S ch u tz l r u p p e n -

Nr. 131

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Dem Gießener Anzeiger werden im Wechfel mit dem üesfischen Landwirt die Siebener Familien, blätter viermal in der

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schließlich die Stellung Deutschlands im Dreibund. Tie Entgegnung des Frhrn. v. Tschirschky Verriet den ge­schulten Diplonrctten. Die Gabe fessclnoer Beredsamkeit ist dem Statttssekretär allerdings versagt. Seine Diktion ist ziemlich farblos, beinahe nüchtern, und cs kostet ihn einige Mühe, im Moment das richtige Wort zu finden. In dieser Beziehung unterscheidet sich Frhr. v. Tschirschky seht wesent­lich vom Fürsten Bülow, der mit Virtuosität das Wort haudhabt. Einen rednerischen Erfolg erzielte Frhr. von Tscksirschky also nicht, aber was er sagte, wurde beifällig ausgenommen. Er rechtfertigte die auf ihre Notwendig­keit hin vom Abg. Basferma.nn cuigezweifelte Kaiser- depe sche an den Grafen Goluchowski und kenn- zeichnctc den persönlichen Eharaller der geplanten Kaiser- fahrt nach Schönbrunn. 9tur ein ungewöhnliches Maß von liebelwollen könne dieser Reise eine politische Spitze geben. Das galt den ungarischen Bundesfreunden, deren Presse in letzter Zeit wieder einmal das Mögliche in Deutschen­haß und besonders in Verdächtigungen der Käiserfahrt nach Oesterreich geleistet hat. Man erfuhr ferner, daß die italienische Regierung durch ihren Botschafter die, bündigste Versicherung üjrer unveränderten Drei­bundtreue hat abgeben lassen. Italien wünscht also, daß seineExtratouren" auch in der Folge nicht tragisch genommen werden eine kleine Enttäuschung sur die 5tu biuettc in Paris und London. Was übrigens England betrifft, so dürfte nach der heute verlautbarten Meinung der deutschen Regierung die Zeit derMißverständ­nisse" nunmehr vorüber sein, und zu dieser Wand­lung hat der Aufenthalt der deutschen Stad tv er tret er in England nach allseitiger Ueberzeugung beigetragen. So konnte es denn nicht überraschen, daß Frhr. v. Tschirschky

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