Ausgabe 
18.12.1906 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

getreten

I

der Kostenanschlag aufgestellt werden.

)>nt Frühjahr geht c§

dann an den Bahnbau.

Stationen erhalten die Orte Queck-

be

Der seit mehreren Wochen ver-

v

Ftrniil<fnr*er tiörse. 18. Dezember, 1.15 Uhr.

Beichsanlcihe

97.80

120.75

zusain

Ifierliner BJörse, 18. Dezember. Anfangskurse.

239.50

129.80

Elektriz. Lahm ey er .

Elektriz. Schlickert . Eschweiler Bergwerk

bereits sieben Jahre in diesem will er wieder nach Südwest-

211.30

242.60

35.20

129.50

144.20

Happener Bergwerk Laurahütte Lombarden E. B. Nordd. Lloyd , . Türkenlose . : .

führt nutW Höhe, dein teil d bei e

Berliner Flandelsges Darmstädter Bank « . Deutsche Bank . . . Deutsch-Asiat. Bank . Diskonto-Kommandit. . Dresdner Bank . , Kreditaktien . . . , Baltimore- und Ohio-

Eisenbahn . . '

Gotthardbahn . . . . Lombard. Eisenbahn . Oesterr. Staatsbahn . . Princc-Henri-Eisenbahn

und 4 liegen 1907. schuft! U Ul

35 10

145.00

152.00

an d Witz .Dori' prall siche

die S verw Nach

69.25

69.60

90.30

93.40

94.00

144.80

52.20

89.00

66.90

96.00

Schutzgebiet. Im Frühjahr afrika gehen.

A. Nidda, 18. Dez. misste Sch weinehändler

Dose Mo.

do.

Konsols . do.

Hessen . . Oberhessen

36 45 57 58 59 78 88 89 15? 162 163 186 233 249 255 273 275

aus l Erfol 9teini die 9'

3% 3^7O 3% 3^7» 8%7O

waren, haben im Süden der Kapkolonie,

born, Münster, Ettingshausen, Ober- und Nieder-Bessingen und wahrscheinlich Neumühle und Harbach.

172.75

139.50

240.80

172.50

181.70

157.20

216.00

I

86.75

97.65

86 75

96.50

95.00

99.70

100.20

96.15

** Großmutter tanzt. Daß in Bayern noch recht basnvarifch gesprochen wird, beweist der wegen seiner Ur­wüchsigkeit bekannte Redakteur de§ in Nordhalben (Franken- Walds erscheinendenGreif,boten". In einer der letztes Nummern fand sich folgende Auslassung:

Ihr spindeldürren, kurzlebigen, bleichsüchtigen Stadt­srauleins und S t a d t s r a n b a s e n mit Euren maizkrügel- breitcn Taillen, gebt einmal ans inneren Bergmarkt und nehmt Euch ein Muster an unseren Weibern! Während in der Stadt es 'elfen eine zur Großmutter bringt, sind bei nns heroben unter Umständen die Urgroßmütter noch balllähia. Vorgestern im Lanun" bei einer Hochzeit, da wurde die 93jährige Großmutter deS Bräutigams, Frau Barbara Hubnlein, herbeigeholt, und in jugendlicher Frische riskierte die Greisin einen Walzer mit dem Schwiegersohn."

* Schueestürme werden aus verschiedenen Gegen­den, namentlich aus dem Alpengebiet gemeldet. Ter auf dem Bodensee fahrende österreichische Dampfer Kaiserin Elisabeth" wurde bei Meersburg auf einen Felsen geworfen, am Rade beschädigt und mußte liegen bleiben. Der badische DampferStadt Ueoerlingen" wurde bei seiner Landung i?t Lindau gegen die Kaimauer geworfen und beschädigt. Die Reisenden "wurden gelandet. Starke Regen fälle, wie sie bisher noch nicht ein»

. 140 50 . 119.95 . 218.40 . 225.10

mit sahr^ die g ö

Bere lDCße11 triifl65 vcwr! in Ar zu°

Uör an

Verj

sammlung. Beim Vorstande des hessischen .LanöeSlehrer- vereins ist ein Antrag auf Ltbhaltnng einer außerordent­lichen Hauptversammlung eingelaufen. Auch im kathol. Lehrerverein des Großherzogtums .Hessen soll eine außer­ordentliche Generalversammlung geplant sein.

** Das Lied v on der Glocke, diese gewaltige Komposition Max Bruchs, hat bei seiner kürzlichen Auf­führung durch denSäugerkranz" eine außerordentlich tiefgehende Wirkung erzielt und so lebhaften Anklang ge­funden, daß alsbald vielfach der Wunsch laut wurde, der Genuß des Werkes möge auch der größeren Oeffentlichke.it durch eine zweite, auch den Nichtmitgliedern desSäuger­kranz" zugängliche Aufführung ermöglicht werden. Wie wir erfahren, hat der Vorstand des Sängerkranzes beschlossen, diesem Wunsche Rechnung zu tragen, nachdem ein hiesiger Kunstsreund sich bereit erklärt hat, in finanzieller Bezie­hung den Verein gegen einen etwaigen Mißerfolg sicher zu stellen. Damit sind alle Garantien für einen günstigen Erfolg der Aufführung gegeben, denn nach der künstleri­schen Seite hin ist der große Erfolg der ersten Ausführung die beste Gewähr dafür, daß das Werk auch am 20. I a- nuar, welcher Tag für die zweite Aufführung gewählt wurde, in gleich befriedigender Weiio und mit gleichem Erfolg zu Gehör gebracht werden wird. Alle Kunstfreunde seien jetzt schon auf den bevorstehenden Genuß aufmerksam! gemacht.

** Angenehme Gäste. In der Wirtschaft einer Witwe erschienen vor einigen Tagen abends spät noch vier Arbeiter und verlangten Getränke. Nachdem jedem ein Glas Bier verabfolgt worden war, hänselten sie die Frau in einer Weise, daß sie genötigt war, ihnen Feierabend zu bieten und sie zum Verlassen des Lokals aufzufordern. Tie Arbeiter leisteten feine Folge. Der eine traktierte die Frau mit Schlägen und Fußtritten und verfolgte sie auch noch, als sie auf die Straße eilte und nm Hülfe rief. .Hier warf sie der Raufbold ,-u Boden und zerrte sie an den Haaren. Eine empfindliche Strafe dürfte den Burschen in Aussicht stehen.

4- Ettingshausen, 17. Dez. In unserer Gegend herrscht lebhafte Freude darüber, daß die Verwirklichung des Bahnprojekts LichEttingshausenGrün­berg in nächste Nähe gerückt ist. Jin Laufe des Winters werden die einzelnen Details des Projekts ausgearbeitet und

Hofmann von Ulfa wurde gestern im Harbwald, nahe an der Staatsstraße Hungen- Nidda, in einem Tannendickicht erhängt aufgefunden. Bei der Leiche fand sich noch die Taschenuhr, sowie 31 Mk. bares Geld vor. Ein Verbrechen ist ausgeschlossen, es liegt, wie gerichtsseitig festgestellt wurde, zweifellos Selbstmord

zwischen Kapstadt und Eastlondon, besonders auch im Süd westen, ~"

VerrMchtes.

Bern, 17. Dez. Der Bundesrat beschloß, den Berliner Paul Schmidt, der in Zürich verhaftet wurde, an Italien auszulcefern. Schmidt verübte in Florenz zum Nachteile seiner Geliebten, einer Baronin Tabora, einen Betrug im Betrage von 1.2 000 Lire. Auch Deutschland batte Schmidt reklamiert wegen einer Unterschlaaung in Berlin im Betrage von 12 000 Mark. Der Bundesrat hatte aber bereits die Auslieferung an Italien bewilligt, als das deutsche Auslieferungsgesuch in Bern ein traf.

Grünberg, 17. Dez. Ein neues Gruppen- wasserleitungs-Projckt ist hier aufgetaucht. Man beabsichtigt nämlich die bedeutenden Wassermengen des Brunnentals zur Versorgung mehrerer Orte auszunutzen und gleichzeitig zur Erzeugung elektrischer Energie zu verwenden. Das Brunnental schließt die Stadt im Südosten ein und ist ein ehr schöner Spaziergang. Hier liegen auch die Quellen deS Eschersbaches. Die Müller an diesem zur Wetter fließenden Bache bei Queckborn, Ettingshausen, Harbach und Münster ind bereits früher durch das Queckborner Wasserwerk in ihrer Wasierkraft benachteiligt worden. Was werden sie sagen, wenn man ihnen jetzt auch noch die Hauptquellen des BacheS wegnehmen will? Hier ist ein Schu tztrupp en-Ange­höriger aus Südwestafrika in Urlaub eingetroffen. Er heißt K. Röhn und dient

Gelsenkirchen Bergwerk

Hamburg- Amerik. Paketf. 157.80

vor. lieber die Gründe zum Selbstmord ist nichts bekannt, sd. Darmstadt, 17. Dez. Mord und Selbstmord begangen hat, wie schon gestern telegraphisch gemeldet wurde, gestern nacht der etwa 25 Jahre alte Schriftsetzer Jean Schreiber aus Mainz. Er tötete seine Geliebte, die etwa 20 Jahre alte Anna Steinmetz aus Brensbach i. O. auf einer Bank an der sog. Gichtmauer, nächst der Fasanerie, durch zwei Schüsse in den Kopf und sich dann selbst durch einen Schuß in den Kopf. Aus den zurückgelassenen Schrift­stücken ließ sich bisher ein Motiv für die grauenhafte Tat nicht finden.

Darmstadt, 17. Dez'. Am Samstag nachmittag etwa um 1 Uhr wurde eine im Villenviertel bei Eberstadt woh­nende Frau am Waldfriede von dem früheren Zwangs- zoglrng, öfter vorbestraften, erst 20 Jahre alten Ludwig R uhl von hier üb er fallen und ihr das Portemonnaie mit 25 ?Nk. Inhalt geraubt. D.r Täter wurde gestern in Untersuchungshaft genommen. Das Portemonnaie nebst Inhalt hatte er noch in seinem Besik.

Offenbach, 16. Dez. Die Wahl eines zweiten unbesoldeten Beigeordneten wird am 20. Dezember ^folgen, lieber einen Wahlvorschlag konnte man sich im Ausschuß noch nicht einigen. Die Wahl des V ü rg errn e i sterS nürfte am gleichen Tage erfolgen. Dr. Tillo in Königs­berg hat die Oberbürgermeister-Nendantlir ab gelehnt.

(w.) Wetzlar, 17. Dez. Unter den vielen Bewerbern zur Regulierung der unteren Dill hat der Unter­nehmer Franz Hägert zu Grobleben mit seiner Forde­rung von 137 791.95 Mk. den Zuschlag erhalten- Die Ar- be.ten sollen bei günstiger Witterung schon im Januar be­gonnen werden. In letzter Stadtverordnetensitzung wurde der Ankauf des am Scbillervlatz gelegenen Jerusalem- hauses für den Kaufpreis von 18000 Mark einstimmig beschlossen. 3

* K l e i ne Mitteilungen ah« 55 essen it n ty den N a ch b arstaa t e n. Bürgermeister Karl Stenern agel van u n t e r-S o r g ist wiedcrgewü'hlt nnd bestätigt morden. Jur ^Oer von 72 Jahren starb Georg Koch, Vorsitzender bc5 Auf- ficf)<§rat5 der A.-G. Hofbierbrau erei H a n a n. Der Euenbahnuisamuienstoß bei K o st h e i m anfangs November hm wie jetzt festgestellt wnrde, der Eisenbahnverwaltima einen Schaden von m-t h r c i V i C V t c ( M I [ s ionen verursacht.

Gerichtssaal.

Darmstadt, 17. Dez. Das Kriegsgericht verurteilte m ferner heutigen Sitzung den Dragoner Gustav Kocherscheid aus Barmen in der 4. Schwadron des Dragonerregiments Nr. -1 wegen Fahnenflucht, Preisgabe von Dienstgegenständcn und einer ganzen Reihe von Einbruchsdicüftählen und Betrügereien in 22 vwllen, die er in Darmstadt, Frankfurt, Wiesbaden usw. mit großem Raffinement ausgeführt hat, zu drei Jahren n a> tya u s, Entfernung aus dem Heere und fünf Jahren Ehrverlust, ^tei Monate Untersuchungshaft wurden ihm an- gerecgnet. (Fkf. Ztg.)

.,,, Hof, 18. Dez. Das Landgericht verhandelte gegen den 52- lahrigen _ c hr e r Mader von Dörnthal int Franken Wald wegen oo teils fortgesetzter, teils einfacher Verbrechen wider die

ltt l r ch kei t, begangen an Schulkindern. Eine Anzahl weiterer Verbrechen konnte nicht mehr verfolgt werden, da Ver- lahrung eingetrcten ist. Wegen 31 erwiesener Verbrechen tour St er au 21/2 Ja hr en Zuchthaus sowie zu 5 Jahren Ehr- ver.ust verurteilt.

, 0 u d0 n ,17- Dez. Vor dem Admiralitätsgerichtshvf begann

heute die Verhandlung in her Schadenersatzklage der etgentumer des englischen DampfersO r i n 0 s e" gegen rne &igcntunier des SchnelldampfersKaiser Wil- Elm der Grove' wegen de^ Znsammenswßes in Cherbourg

; November. Der Kläger behauptet, der Zusammenstoß sei worden durch fahrlässiges Fahren deS 'rPLSjII>cLm dc^Großen": der Kapitän desOri-

Zeugnis tm emne dieser Behauptung ab. Der. Kapctan desKaper Wilhelm des Großen" sagte aus, er fei

k '

Aus S«aSt uito Luuo.

Sprechstunden der Redaktion 111 Uhr vorm., i/27%8 Uhr abds.

Gießen, den 18. Dezember 1906.

. "'5? et fon alt en. S .ff. der Großherzos, k>aben den Assistenten am Bayerischen Nationalmuseum in München Dr. jur. Ost ermann mit Wirkung vom 1. April 1907 8nm Direktor der Großh. Privatsammlungen ernannt und den ordentl. Profeffor für darstellende Geometrie an der Tech­nischen Hochschule Dr. Georg Scheffers auf fein Nach­suchen mit Wirkung vom 1. April 1907 aus dem Staats­dienst entlaffen.

- - Der Direktor der Medizinischen Klinik an

der Universität, Prof. Dr. Friedrich Moritz, hat einen N u f nach Straßburg als Nachfolger L. v. Krebls erhalten. Prof. Moritz .befindet sich zurzeit in Straßburg, um Ver­handlungen über die eventuelle Annahme des an ihn er­gangenen NufeS zu pflegen.

** Die Hess ische Lehrerschaft plant für Ende Dezember eine Protestkundgebung gegen den von der hessischen Regierung vorgelegten Gesetzentwurf betr. dre Gehaltsregelung der Volksschullehrer, eine große, in Frankfurt oder Darmstadt abzuhaltende Ver-

TeSeffcmsscfoe

des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von -der Bank fllr Handel und Industrie. Giessen.

großen Schaden am Eigentum der Farmer an­gerichtet. Der Bahndamm ist meilenweit zerstört. Ein P 0 st z u g i st entgleist; drei Personen w u r d e w getötet, mehrere verwundet.

fammengehen aller national-gesinnten Parteien gegen Zentrum und Sozialdemokraten ermögliche. Im allgemeinen herrscht dieser Geist der Mäßigung auf wirklich liberaler Seite; au' der Rechten bleibt er bekanntlich da und dort noch zu wünschen.

Mit dem Wahlaufruf befinden sich die konservative Partei und die NeichSpartei noch im Rückstand. Ein­dringlich sind die Aufrufe der liberalen Parteien.

Bemerkenswert ist auch eine Aeußeruug der Reich S- regiernng Zum sozialdemokr. Wahlaufruf. Die Nordd. Allg. Ztg." schreibt:

Der sozialdemokratische Wahlaufruf ist unter der Devise ge- macht: Helfe was Helsen mag! Für die sozialdemokratische Ko- lonialfemdschaft muß selbst die Rede des Reichskanzlers vvm 14. November herhalten, und zwar jener Passus, der von der Komplizierung unserer politischen Situation durc-- die überseeischen Beziehungen handelte. Der Ausruf gibt den Wählern zu ver­stehen, daß Fürst Bülow int Grund ein Gegner iy.c'er überseeischen Beziehungen und Kolonien sei. Von Kolonien hat der Reichs­kanzler in diesen seinen Ausführungen überhauvt nicht ge­sprochen. Der Reichskanzler hat ausdrücklich auf die natürlichen und elementaren Triebkräfte hingewiesen, durch die die über­seeischen Interessen für uns entstanden und durch die wir in die Weltpolitik hineingeführt morden sind. Der Reichskancker hat keinen Zweifel darüber gelassen, daß diese elementaren Kräfte weiter wirken und daß wir deshalb auch überseeische Politik treiben müssen und treiben werden. ,

TerStaatsanzeiger für Württemberg" veröffentlicht eine längere Kundgebung der württcmb. Negierung, in welcher eS heißt:

Nach der durch den Reichskanzler in der Neichstagssitzung kundaegebenen Ueberscitnung der verbündeten Regierungen fommt der Beschluß deS Reichstages in seinen weiteren Folgen dein Ver­langen gleich, daß unsere Kolonien, für deren Erwerbung und Unterhaltung nicht bloß Hunderte von Millionen bereits veraus­gabt worden sind, sondern auch zahlreiche tapfere deutsche Soldaten nnd darunter nicht wenige Württemberger den Heldentod gestorben sind, vollständig preisgeoeben werden. Hiermit wäre auch die Waffenehre nnd das Ansehen des deutschen Volkes in der ganzen Welt gefährdet, worden. Unter diesen Uinständen war die Aus- lösung des Reichstages nicht sil vermeiden. Sie beruht nicht etwa aus einer e i n s e i t i g en E n t s ch l i e ß n n g des Kaisers, sondern entsprechend der Bestimmung des Artikel? 24 der Reichs- verfaffung auf einem unter Zustimmung des Kaisers gefaßten Beschlüsse d e r v e r b ü n d e t e n Regierungen, und dieser reichsverfaffnngsmäßige, die Rechte des Reichstages in keiner Weise antastende Beschluß des Bundesrats ist einhellig ge'aßt worden. .... Uebrigens scheint es glich vonl rein wirtschaftlichen Staild- punkte sehr wenig rationell, eine verhältnismäßig kleinere Ausgabe, dlwch welche der schließliche Erfolg vorausgegangener sehr viel größerer Aufwendungen gesichert werden soll, git verweigern, und dadurch die dringende Gefahr heraufzubeschwören, daß diese großen Ausgaben nachträglich als nutzlos vergeudet sich Herausstellen. Das haben auch, abgeseheir von der Sozialdenlokratie, die jede die Erhaltung der Machtstellrmg des Reiches bezlveckende Maßregel zu bekälnpsen gewohnt ist, alle bürgerlichen Parteien anerkannt. Rur da? Zentrum glaubte, die notwendigen Mittel verweigern nnd im Unmut über d i e v 0 r a u s g e g a il g e n e B l 0 ß st e l l - u n g eine? seiner Führer den Versuch machen zu sollen, die verbündeten Regierungen die Macht seines Willens fühlen zu lassen 'und sie unter diesen W N l e n z n beugen. Der Versuch ist nlißglückt. Sache der Wähler ist es nun, sich darüber ausziisprechen, ob diejenigen Abgeordneten, welche am 13. d. M. der Reichsregierung die Mittel zur Behauvtung ihres Ailsehens verweigert haben, noch ihr Ver­trauen besitzen, und ob sie im Reiche einer über den Parteien stehenden nnd das Ansehen des deutschen Namens kräftig wahreilden Regierung oder einer einseitigen Parteiherr­sch n f t den Borvlg geben. Bei der geringen Mehrheit, mit welcher der unheilvolle Reichstagsbeschluß vom 13. d. Mts. zustande kam, erscheint die Hoffnung begründet, daß die E n t s ch e i d u n g der Wähler in nationalem Sinne getroffen wird."

Irisches Blut für den Reichstag!"

Die Aufstellung der Kandidaturen hat raunt begonnen, erhebt sich auch schon der Ruf:Frisches Blut für den Reichstag!" Es wird geltend gemacht, daß infolge der Diätengewährung an die Reichstagsmitglieder die Schwierigkeit der Ermittlung geeigneter Kandidaten zum ^größten Teil beseitigt sei, daß insbesondere Männer des praktischen Lebens, denen nunmehr eine angemessene Ent­schädigung für den kostspieligen Aufenthalt in Berlin ge­boten wird, sich bereit finden lassen dürften, ein Mandat ZU übernehmen. In dieser Beziehung liegt ein gewisser Bedarf unstreitig Lei allen Fraktionen vor, ein Bedarf an Mischung mit einem Element, wie es sich beispielsweise im Kolonialdirektor Dernburg verkörpert Womit selbstver­ständlich keineswegs ein Vorrecht für den Kaufmannsstand konstruiert werden soll, denn in allen erwerbsfähigen Kreisen gibt es Männer, die geeignet sind, an der Gesetzaebung mitzuwirken. ^Die Schnelligkeit, mit der die Kandidaten- frage jetzt gelost sein muß, dürfte wohl aber einer durch­greifenden Aenderung in der Auswahl der Kandidaten ent- aegenstehen. Indessen erscheint die Möglichkeit einer Auf­frischung des Parlaments in anderer Richtung gegeben. Als neues Reis am Stamm der alten Parteien sind be­kanntlich^ dieJugendgruppen" verzeichnet. Wir haben Iungliberale, eine durch Erzberger repräsentierte Jugendrichtung im Zentrum, ja sogar den Be­grün, einerGärung" im konservativen Partei­gebilde, denn auf dem süngsten konservativen Partei­tag bemängelte der Tilsiter Rechtsanwalt Meyer, daß die führenden Manner iw 6fer Fraktion vorwiegend Adlige seien. 2llsVolkspartei" müßten die Konservativen das bürgerliche Element mehr zur Geltung kommen lassen Durchsetzen kann sich solcher Prozeß natürlich nicht inner­halb weniger Wochen, das WortTradition" wird auch diesmal vom Parteibanner den Wählern entgegenleuchten, aber dre Grundtendenz der Wahl ist danach angetan, die politischen Jugendtruppen mit Elan eingreifen zu lassen

4 °o Oesterr. Gold reute. . 4l/6 % Oesterr. Silberrente 4 % Ungar. Goldrente . , 4% Italien. Bente . . . 8 ?o Portugiesen Serie T . 3?o Portugiesen III 4'/4°l0 russ.Staatsanl. 1905 4/4° n japan. Staatsanleihe 1 % Conv. Türken von 1903 Türkenlose......

4?o Griech. Monopol-Anl.

4% äussere Argentinier ,

370 Mexikaner « . .

4^7o Chinesen . . . .

Aktien:

Bochum Guss . »

Buderus E. W . . . .

Tendenz: fest.

Canada E. B. . . . . . 198.40 Darmstädter Bank . . . 139.60 Deutsche Bank .... 240.75 Dortmunder-Union C. . » 83 70 Dresdner Bank .... 157.20 Tendenz:.

TTarpener Bergwerk. . . 211.25

Laurahütte...... 242 50

Nordd. Lloyd A. . . . 129.50

Oberschles. Eisen-Industrie 125.00

* Kleine Tagcslbr 0 niL In Leipzig wnrde eilt Raubanfall auf den G e l d b r i e s t r ä g e r Hühner verübt.! Als er auf seinem Bestellaange einen Durchgang von der Reichs- straße nach der Rikolaistraße passierte, erhielt er von einem lln»' bekannten einen Schlag mit einem stumpfen Instrument auf ben' Kopf und brach schwer verletzt zusammen. Darauf entriß der Täter dem Geldbrieftrager die Tasche mit Inhalt nnd entfloh. Der Ver­letzte wurde imch fcer in der Nähe gelegenen Sanitätsivache gebracht und verbunden. Wie hoch der Inhalt der Tasche war, muß erst erinittelt werden. Bei Neu komische! (Posen) wurde ein 20 jähriges At ä d ch en er m 0 r d e t. Der mutmaßliche Täter i>t ihr B r ä u t i g a m, ein Maurer. In Regensburg geriet in einer Wirtschaft der 21jährige Hackl mit einem Gaste in Wort­wechsel und s ch I u g ihm mit einem Bierglase auf den K 0 p f., Ter Bruder des Geschlagenen, der 18 jährige Schlosser Klinger, -og hierauf das Messer nnd stach den Schläger tot. In Stendal e r sN ck t e im Bette infolge Einatmens voir Kohleildunst einArbeiker aus Seehausen; zwei weitereArbeiter sind schwer erkrankt. Ein De'ekt mit Ofen verursachte das Unglück. In Essen an der Ruhr stürzte in einer Kanonenwerkstatt der Kruppschen Fabrik beiii| Abstützen eines 78 000 Tonneu-Lauskrabns, ein 10 Mir. langer mit) Mir. dicker Pfahl um. Ein Arbeiter wurde getötet, ein miderer verletzt. Der S t u d e n t d e r R e ch t e Kuen aus Prag, Solm eines dortiaen Kaufherrn, vergiftete s i ch in einem Hotel in Gotha. Der Arbeiter Göhrmann in Hörde bei Dortmund fpaltete mit einem Beil dem Arbeiter Petzns den Schädel. Der Getötete unterhielt mit der Frau G. intime Beziehungen. Iu Bobl bei Ludwigshafen brannte die evangelische Kirche> fast v 0 l l st ä n d i g ab. Nur die Umfassungsmauern sind stehen geblieben. Der Schaden ist sehr beträchtlich. 9llle Jnventarstückc der Kirche sind aleicbfalls vernichtet. Die Entstehung des Feuers wird auf einen Defekt eines Kamins zurückgeführt. Unter dem Verdacht der B r a n d st i f t u n g verhaftet wurden der B ü r - qerm e ifter Barthel und etwa 13 Bürger des sächsischen Städt­chens Sieben lehn. Sie sollen die Brandstiftungen begangen haben, nm Entschädiguna zu erzielen. In Görlitz wurde die Rentnerin Mathilde Hirse in ihrer Wohnung tot aufge­funden, ihr Hund war auch tok Die Lamve war nmgestürzt. Alan nimmt an, die Frau sei erstickt: doch bestehen noch Zweifel.

handel und Verkehr,

Der Neichsbankdrskont wurde in der heute abgehaltenen Sitzung des NeichSbauk-DirektoriumS auf 7 Prozent nnd der L0mbardrinSfntz auf 8 Prozent festgesetzt.