- Promenadenkonzert findet Sonntag vormittag MV Uhr in der Sudanlage mit folgendem Programm statt: 1. Ouvertüre „Norma" von Bellini; 2 Walzer auS der Operette „Frühlingsluft" von FotraS-Sttcmß; 3. Fmale aus „Ai^>a" von Verdi; 4. Slrmeemarsch Nr. 9 „1. Batl. Garde 1806" vom Herzog von Braunschweig.
— Besi tzwechsel. Das früher ISekelsche HauS B l c > m- flraße 6, zuletzt im Besitz von Wallenfels & Sauer, wurde für 53 000 Mk. an den Weißhindermeister Iohs. Schäfer DCrFn**L<gDrtrrt(i Delkeskamp. Der auf Mittwoch, 7 d M, vorgesehene Vortrag von Dr. Delkeskamp über ' Ter Mensch und die Metalle" muß auf den 1 9. M a r z verschoben werden. Tr. D. beschäftigt sich zurzeit mit Forschungen in Toskana und Sardinien, dre bis Anfang März dauern werden, sodaß es ihm nicht möglich ist, früher zurückzukehren. n
"Volksvorlesungen. Vor einer recht zahlreichen Zu- -örerschar (an 200) sprach vergangenen Mittwoch abend m der Turnhalle des Realgymnasiums, als hnHe Vorlesung im Zykst's über die Entstehung des modernen Deutschland., Oberlehrer Dr. A. Klein über die s r a n z ö s i s ch e N e v o l u t i o n und Napoleon in ihren Beziehungen zu Deutschland Während uns die letzte Vorlesung am 24. Januar auf die bethgcu Höhen des deutschen Jd-^ismus geführt und nn? die Entstehuna der neuen Ideale mm Freiheit, Gleichheit und Brud^rlic's it aus dem Boden der Aufklärung geeint b-tfe, so lerntm wir am 31 J^mmr den gewaltsamen Versuch kennen, mcie ^ween m die Wirtlichkeit umzusctzcn: ein Versuch, der scbeitern mutzte, denn die N^no^utionsre^-m-"ng vnerde imm^ Me^-r auf d' Balm gedrängt, Mittel anz-wenden, Bl"t und Eiftn die ihrm Grund- fäk-en- der Idee der Menschenwürde, Hohn svremen. L rotz da» verheiß,'nasvollen Aufings ldie k^nstituiermd« Versammlung W; sofort eine durch und durch liberale Verfaßung gegeben), lief die Revolution, die so viel Ovfer geford"V. m d-n Eas'riSnius auS: das Volk selbst konnte die Tvranuei der Sckreckcnsmanner nicht mehr ertragen, sehnte sich nach Ruhe und Ordnung. In Deutschland hatten gerade die Besten, sogar manche Fürsten, wie die Herzogin von Gotha, sich für die Revach,twn begeistert: aber bei dieser Zustimmung blieb cs auch: als es zu ^.^ten kommen wollte, da stand bereits Navolc-m am Rhein. Nun ging die große Umwälzung der deutschen Landkarte vor sich, von der so vieles Eintagsvflönze bleiben sollte- denn keine Musterstaaten wollte Napoleon schaffen, nicht W Ideal der Mir"beau und Lafayettc verwirklichen, sondern seinem eigenen maßlosen Ehrgeiz nach- jagen Aber er ist „ein Teil von jener Kraft, die stets das Böse will und stets das Gute schafft." So sind mittelbar auf ihn zurückzufübren solche kleine Miisterst"at-m. wie W Groß- Herzogtum Frankfurt, für welches Karl von Dalberg, der frühere Mainzer Erzbischof, ein ausgezeichneter Sandesvater wurde. Von diesem interessinten Staatswesen gab der Vortragende eine eingehende Schi'derung. zeigte besonders wie bi^r. ganz entsprechend der Lage Frankreichs von Politischer Freiheit keine Rede sein konnte, wie aber andererseits Esroßherzog Karl besonders in der Organisation der Schulen N-polcon wacker und mit Erfolg ent- gegentrat. Aber mit dem Manne, der s-e geschaffen, sind auch diese Stoatengebilde gefallen. Da-ernde Sp"rcn hat Nanol"ons egoistisches Streben nicht hinterlassen, aber die Ideen der Revolution blieben lebendig: sie sind der Leitstern der V'-wegungen des 19. Jahrhunderts gewesen und werden uns auch im neuen Jahrhundert, werden uns ewig begleiten: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit. Dem mit großem Beifall vom gespannt lauschenden Publikum, W sich aus allen Ständen zusammensetzte, auf- genammenen Vortrag folgte eine erfreuliche, rege Diskussion, die besonders von Arbeitern geführt wurde und zur Klärung noch dunkel gebliebener Punkte beitrug. Wir glauben versichern zu können, daß gerade diese rege Aussprache, die eifriges Streben und Teilnahme bekundet, auch für den Vortragenden selbst, das.Erfreulichste und Wertvollste an diesen Volks^'ildungsabenden ist.
** Kunstverein. Das erst seit acht Tagen ausgestellte Gemälde „Hessischer Hachzeitsschmaus" von C. Bantzer-Tresden bleibt nur noch bis zum Dienstag ausgestellt. (Wir machen auf die im heutigen Feuilleton ab- gedrnckte Besprechung der gegenwärtigen Ausstellung auf- merksamZ
** Ehrende Einladung. Dem Likör- und Essigsabrikanten Moritz Kann, Inhaber der Firma M. Kann Söhne, Westanlage, ist eine Einladung des Staatssekretärs Grasen v. Posadowskp nach Berlin zuteil geworden, um an einer Konferenz über die Lage der Spiritus-Industrie in Deutschland teil-.unehmen. Herr Kann vertritt das Interessengebiet zwischen Kassel und Hanau auf jener Konferenz, welche am 8. d. M. stattfindet.
— Gegen die ©trarrehe des Darmstädter Rektors, die dieser aus dem Kaiserkornmers der Darmstädter Studentenschaft hielt, macht die Darmstädter Studentenschaft jetzt mobil. Sie will unverzüglich eine Versammlung einberufen, um gegen das Vorgehen des Rektors Stellung zu nehmen.
(—) Grünberg, 2. Febr. Unsere Stadt, deren Märkte von der gesamten Bevölkerung der weiten Umgegend gern und zahlreich besucht werden, ist an maßgebender Stelle dahin vorstellig geworden, vaß im September ein weiterer Vrehmarkt abgehalten werden dürfe.
* Kleine M i N " i' " " o e n au? c H •• n und den Nachbarstaaten. In Sch waben rod wurde ein Kriegerverein gegründet. — Wegen eines Lungeuleidens erfchoß stch der Kettenmacherlehrling Jean S t u b i n g in Hanau. — Im Frankfurter Palmenaarten crfchoß stch die 16sähriae Tochter Emma des aui der Bockenheimer Landstraße wohnenden Werkiährers Roth. — In der Nähe der neuen Eisenbalmbrücke bei Clausmarbach (Strecke Gerstungen-Hünfeld) geriet ein lOjähriger Arbeiter aus Schlitz beim Herausfpringen einiger Waaen aus dem Geleis zwischen die Wagen und trug lebensgefährliche Verletzungen davon. — In Darmstadt feierte Hokstalloorüer Kuno Nees sein KOjähriges Jubiläum im Ho'dienste. Der Großherzog ließ dem Jubilar fein Bild mit eigenhändiger Unterschritt überreichen. — Zu Worms geriet der 40 Jabre alte Arbeiter Philipp Robert Lösch aus Ho^heim in der Fabrik Marimnünster beim Bedienen eines Walttasies zwischen die Fäßer, wobei er so schwere Verletzungen erlitt, daß der Tod alsbald eintrat. — Im Bahn ho' Friedrichsdorf entgleiste die Lokomotive und der Packwagen eines Güterzuges. Vom Frankfurter Hauptbabnhoi wurden Gerätewagen und Mannschatten zum Ausgleisen gesandt. Verletzt wurde niemand.
Detrmilcbte*.
* Der neueste Etsenbahnunfall wird aus Ruhrort, 2. Februar, gemeldet: Als heute mittag die Maschine des fälligen Zuges nach Mühlheim sich vor den Zug setzen wollte, lief sie wahrscheinlich infolge Versagens der Bremse in vollem Laufe auf den Zug auf. Ter erste Wagen legte sich quer über das Geleise, die übrigen fünf Wagen wurden zum Teil schwer beschädigt. 5—6 Personen, nach einer anderen Version 9, wurden verletzt. Ter Heizer erlitt schwere Verletzungen und wurde in das Krankenhaus gebracht.
* König Christian IX. von Dänemark als Zeichenlehrer. Noch sind die sterblichen Reste König Christians IX. nicht in der Domkirche von Noskilde zur letzten Ruhe beigesetzt, und schon beginnt die Sage sich um sein Haupt zu weben. So kann man jetzt lesen, der König sei in seinen Jugendjahren so arm gewesen, das; rr — als Zeichenlehrer in Frankfurt a. M. und
in Jugenheim sein Brot verdienen mußte, wahrend seine Schwestern gezwungen waren, ihre Kleider selbst zu schneidern. Was den letzten Teil dieser Behauptung betrifft, so ist es schwer möglich, und wohl nicht ganz unerläßlich, ihn sozusagen aus seine historische Richtigkeit zu prüfen, — es hat auch sehr wohlhabende Fürstinnen gegeben, die ein Vergnügen daran fanden, an der Herstellung ihrer Toiletten mi^uaih iten. Aber so viel ist sicher, 1 ist König Christian niemals als Zeichenlehrer tätig gcwese: ist. Gewiß war im Hause seines Vaters, des Her- zogs Friedrich Wilhelm von Holstein-Glücksburg, Schmalhans Küchenmeister. Denn zehn Kinder bedeuteten bei dem verhältnismäßig geringen Einkommen des Herzogs einen Zwang zu weiser Sparsamkeit. Diese schloß jedoch nicht ein angemessenes fürstliches Auftreten aus, wenn die (Gelegenheit es erforderte. Von den neun Geschwistern des Königs Christians überlebte ihn jetzt nur sein vorjüngster Bruder Johann, der in Dänemark als „Prinz Hans" eine sehr populäre Persönlichkeit ist und im 81. Lebensjahre steht.
* Kleine Tageschronik. Ms der 11 Jahre alte Sohn Msred des Arbeiters Nrnich in Berlin von seiner Mutter eine Züchtigung erhalten sollte, weil et ohne Wissen der Eltern die Sckmle versäumt hatte, sprang er aus einem Fenster der im dritten Stack gelegenen Wohnung auf den Hof hinab, wo er mit sclqveren Verletzungen liegen blieb. — Des große Los der sr^nzös. Preßlotterie ist einem Handelsmann und einem Angestellten in Bergerae zugesallcn. Der Gewinn von 100 000 Irenes fiel fünf Schwestern zu, die in einem Warenhaus in Lille rnnrüent f^b.
Das Kelsterbacher Ciseitbahinrng»üü vor Gericht.
R. B. Darmstadt, 2. Febr. .
Die Eifenbahnkatastrophe bei Kelsterbach, die am 6. November v. I. stattfand und wobei mehrere Personen Verletzungen bnüoutrugen, beschäftiate hurte die 2. Strafkammer. Als Angeklagte erschienen wegen Gefährdung eines.Eisenhahn- zuges und fahrlässiger Körperverletzung der Stations'ssistent David Br u fort ans Mainz, der damals den Stationsdienst in Krlsterb"ch hatte, der Lokomotivführer Phil. Chr. Schmidt aus Bischofsheim und der Heizer Heinrich Kimm es ebendaher. Wie er'nnerlich, to't ein von Mainz kommender Schnellzug mit einem Güterzug zus-mmengestoßen. Die Wirkung des Zusammenstoßes war so stark, daß beide Lokomotiven und, eine Anzahl Wagen ganz zertrümmert wurden. Der Lokomotivführer des Scknellnigcs trug so schwere Verletzungen davon, daß er starb und auch der andere Lokomotivführer, sowie ein Heizer wurden erheblich verletzt: die übrigen Bebubediensteten hatten sich durch Abspringen gerettet. Bei der heutigen Verhandlung bestritten alle drei Angeklagte ihre Schuld. Aus der sehr umfangreichen Beweis nifuahme ergab sich, daß Brusart bei der Abgabe der Einschrtszeichen nickt die erforderliche Vorsicht augewendet hatte, er hätte vor dem Einfahren des Schnellzuges erst das Anhalten des Güterzi'ges sickern müsse''. Den beiden anderen Angeklagten wird .zur Last gelegt, daß sie die Notzeichen, rote Fahne und Hornsingnale, nicht beachtet hätten, die jene nicht bemerkt zu fnben behaupten. Der Gerichtshof gewann nur bezüglich des Angeklagten Vrusart die lleberzenauug feiner Schuld und verurteilte ihn zu einer G e f ä n g n i s st r a f e v o n 3 M o n a t e n. Sckmidt und w'irden sr"iaesw-acken.
ICimft und Wissenschaft.
— Unser in musikalischen Dingen in ganz Deutschland, geschätzter Mitbürger Herr Ernst Cha Hier sen. hat unlängst m seinem Verlage eine zweite Broschüre gegen „D i e Anstalt für musikalisches Aufführungsrecht in JRerlin" erscheinen lassen. Schon im Titel seines polemischen Schriftcliens nennt er sie „eine Gefahr für das gesamte deutsche Konzertleben, für den Musill-endel und den Komponisten" und erörtert ii. E. recht treffend „die Möglichkeit von einer Beseitigung dieser Gefahr". Er weist schlagend nach, daß der junge, unbekannte Komponist von den Institutionen dieser Anstalt, die das ganze musikalische Honorarwesm in ihre straffe Hand genommen hat, worunter fast alle mit d"r Musik zus'mmcmhängenden Teile mehr ober weniger leiden müssen, am meisten betroffen wird. Auch rechnet er aus daß die Verwalttrng des Betriebes der Anstalt unverhältnismäßig aroße Summen verschlingt, und gibt dann ein paar praktische Ratschläge für eine praktischere Ausführung d^s neuen Urheberrechts, soweit es sick mit mus'kalischcn Werken bcs^äfttgt. In erster Linie meint er, tmß dem Verleger die ausschließliche Befugnis öffentlicher Aufführung der bei ihm erschienenen Musikwerke zustehen soll, und et scheint damit den Nagel auf den Kopf zu treffen. Die Gründe dafür seist er höchst plausibel auseinander. Zugleich richtet er an die Leser feiner Broschüre die Rundfrage, ob und in wie weit sie mit feinen Vorschlägen einverstanden sind, um dadurch möglichst zu einem Ziele, d. h. zu der recht uotweudigen Umgestaltung der gegenwärtigen unleidlichen Verhältnisse zu gelangen. Wir empfehlen jedem Musik- frernbe die Lektüre dieses nur 25 Seiten zählenden anregenden Heftckens im Interesse des gesamten deutschen Musikweseus.
Arbeiterbewegung.
(h.) Frankfurt a. M., 2. Febr. An dem Streik der Konfektionsarbeiter sind in den Stedten Frankfurt, Mainz, Worms und Speyer etwa 15 Firmen beteiligt. Die Zahl der Streikenden beträgt über tausend und ist noch im Steigen.
Darmstadt, 2. Febr. In der Möbelfabrik Ludwig Alter wurde am Freitag voriger Wocke der Schreiner Winkler entlassen, weil er bei feiner OTorbarheit nicht den Wünschen der F-brik entsprochen hatte. Winkler ist Vorsitzender der Zahlstelle Darmstadt des Deutschen Holz^rbeiterverbands. Da, feine Kollegen die Entlassung für unberedjtint hielten, traten sie am Samstag in den Ausstand, im Ganzen 136 Mann. Die Arbeitgeber haben darauf bescklosün, alle Schreiner vorn morgigen Samstag ab auszu sperren, wenn die Arbeiter , bei Alter nicht morgen vormittag wieder anfnngen^ Da sich in einer Sckreinervermmmlimg sämtliche Darmstädter Schreiner mit den Arbeitern Atters sol'b"risch erklärt haben, fo dürfte die Aus- sp-'rr"na wa 5^0 'Schrein er.
Handel und Verkehr*, Volkswirtschaft.
Die Emission einer neuen inneren ?l n l e i h e N ußlands ist in den Negierungskreisen befinitiü entschieden.
Märkte.
Gießen, 3.Febr. Marktbericht. 9htf heutigem Woehenmarkte kosteten: Butter vr. Ptd. 1.00.—1.05 Mk., Hühnereier 1 St. 8—10 Psg , 2 Stck. 00—00 Big., O'müeeier 00—00 Psa., Enteneier 0—0 Pkg„ Käse or. Stck. 6—8 Pi., Läsematte 2 Stck. 5—6 Pkg. Erbieu vr. Liter 21 Pig., Linien vr. Liter32 Via., Tauben vr.Vaar0,80- 1,00Ulf., Hühner pr.St. 1,00—1,60 9)1 f., Hähne pr. Stück 0,80—1,80 Mk., Enten pr. Stüel 1,80—2,20 Mk., Gäuie , r. Pid. 00-00 Psa., Oehienfleiseb nr. Pid. 74—82 Pia., Kuh- und Rindfleisch pr. Pfund 70—72 Pig., Schweinefleisch vr. Pttind 80—86 Psg., Sel'weinefleiseh, gesalzen, pr. Pfund 90 Psg., Kalbfleisch vr. Psd^ 70—80 Psg., Hammelfleisch pr. Piund 60—76 Pig. Welicke per Pfund —.— Kartoffeln pr. 100 Kg. 5,50—6,00 Mk., Zwiebeln vr. Ztr. 6,00—8,00 9)1 f., Milch per Liter 20 Psg., Aeviel per Pttind 18 bis 30 Pig., in Körben 00 Pig., Rüste 100 Stück 30— 40 Pig., Birnen per P?d. 9)1 k. 0.15—0.20, Weißkraut per Stück 10—30 Psg., per Zentner Mk. 0.00—0.00. — Marktzeit 8—2 11 bi*.
fc. Frankfurt a. M., 2. Febr. Heu- und Stroh- markt. Man notierte: Heu Mk. 3.50 bis Mk. 3.70, Stroh Mk. 2,70-2.90. Alles ner 50 Kilo, cheichätt statt.
Gießetlcr landwirtschaftlicher Wetterdienst.
_ Vo auöstchtliche Witterung tu Hessen h'tr Sonntag, den 4. Februar 19 )6: Zeitweise wolkig, noch leichte Schneefalle, nachts leichter Frost, auch am Tage etwas kälter.
Näheres durch die Gießener Wetterkarte.
Berlin, 3. Fehntar. Jin Deut seh en Theater gab es gestern einen starken, völlig unbestrittenen Erfolg. Die dreiaktige Dichtung „Oedipus und die Svhinx" des Wiener Poeten Hugo von Hosmanitsthal bat eine sehr herzliche und freundliche Aufnahme gefunben. In einem Awalle von Irrsinn verletzte der Arbeiter Stro seine Frau durch Beillnebe sehwer am Kopf. Die Frau nur -e nach dem Krankenhanse gebracht, währeitd Straube verhaftet wurde.
V erlitt, 3. Febr. Eine von 3000 mittleren Staats- been n besuchte Versamtnlltng nahm folgende Nesolniion an: „Die von mehr als 3000 mittleren Beamten sämtlicher Reichs- und Staatsbehörden von Großberlin besuchte Ver- sainittlung erachtet eine baldige, endgiltige Regelung des Wohn»,ngsgeldzuschußmesens mit Rücksicht auf die hervorragende Bedeutring dieser Frage für die Beamtenschaft für dringend erforderlich. Die Beantten von Groß-Berlin sehen sich unter den heutigen Verhältniffen besonders stark benachteiligt, da der zur Bestreitung der Wohnunasmiete dienende Wohnungsgeldzuschuß in Berlin seit 1873 im Gegensätze zu anderen Orten nicht auigebefiert worden ist, trotzdem die Wohnungsteuerung gerade in Berlin in den letzten dreißig Jahren gewaltig angenommen hat.
Dresden, 3. Februar. Von Kriminalbeamten wurde die Leiche des seit zwei Jahren vermißten Verficherungs- bcamten Hartmann aus Magdeburg in einem von zwei angeblichen Artisten gencieteten Schuppen eines Grundstücks am See 14 verscharrt ausgefunden. Hartmann ist, wie einer der verhafteten Artisten bereits gestanden hat, in Leipzig beraubt und ermordet worden. Die Leiche wurde in einer Kiste naeh Dresden gebracht und am Fundorte vergraben.
Paris, 3. Febr. (Kammer) Der nationalistische Deputierte S p r a n s k, welcher den blutigen Zusammenstößen vor und in der Kirche von Gros-Eaillon beiaewohnt hatte, brachte einen gegen die Polizei gerichteten kharten Beschlußantrag em. Nibot ergreift das Wort und sagt: Alle müssen die heutigen ernsten Ereignisse bebnnern. Der Erzbischof pon Paris hot dis würdepollsten und friedlichsten Weitungen erteilt Alle Variier Priester bedauern die beklagenswerten Zwiichenkälle. (Rutt auf Seiten der Sozialisten): Nachdem Sie dieselben durch Ihre Rat- f hläge herooraernten haben.) Ribot (fortfahrenb): Das Gesetz muß die Oberhand behalten, das wißen wir. 91 her ich fraae, ob die Behörden stch nicht mit den 93$arrern perftänbigen können, um die Wiederholung solcher blutigen Raubszenen zu perhmbern ? — Hierauf ist der Zwtscheickall geschlosteu. Die Sitzung wird aufgehoben. — Die Zghl der beute nernnmbeten Mguittstgnten wird auf 50 augegebeu, darunter bestndeu stch mehrere erheblich Verletzte. Auch eine Anzahl Polizisten trug Verletzunaen davon. Jit der Kirche non Gros-Eaillon, welche ein Bild vollständiger Ver w ü st u n g bgrbietet, watet man bis zn den Knöcheln im Wasser. Die vor der Sakristei aus Sesseln, Bänken und Beichtstühlen errichtete Barrikade war so fest, daß die Polizistctt nach halbstündiger Arbeit sich beanügen mußten, eine Art Tunnel herzustellen, um stch zur Sakristei Zugang zu verschasteu, wohiu stch die Algnifestauten geflüchtet hatten. Dieselben wurden bann einzeln von ben Polizisten weggeführt. Der wegen tätlicher Beleibiawtg von Polizeibeamten bei den gestrigen Vorgängen in ber Elotilben-Kirche uerhnftete Graf b e la Foche Foucaulb ivurbe vom Zuchtpolizeigericht zu brei Mougteu Gefänguis perurteilt. Sein gleichfalls perhatteter Sohn würbe freigesproclien.
Algeciras, 2. Febr. Die Stabt veranstaltete heute für die hier weilenden Vertreter der Presse ein Wald- fest, an welchem außer dem Bürgern,eister von Algeciras auch der Herzog von Almodovar teilnahm.
Kiew, 3. Febr. In Tschernigow haben die Verhandlungen des Militärgerichts gegen die Attentäter aus den Gouverneur Chwostow drei Tage gebguert. Die Haupt-, attentätcr, ein Mann und eine Frau, verweigerten jede Auskunft über ihre Perlon. Das Urteil lautete auf Todes^ strafe durch den Strang. Ein dritter Angeklagter wurdf wegen Beihilfe zu 10 Ighren Zuchthaus verurteilt.
Wladiwostok, 2. Februar. Während der letzten Revolte wurde die Revolutionärin Wolkenstein durch eine Salve erfchosien. Mit ihr fielen 40 Personen, 200 wurden verwundet.
1 ........ -
Te’e^omsche
des jxiessener Anzeigers, mits-eteilt von der Bank für Handel nnd Industrie, O;ns«on.
Frpvilifnrter f’ör«e. Z Febrnfit. 1.15 TJhr.
Reichsnnleihe . . 101.30
3% do. . . 89.25
3^°/0 Konsols . . . . 101.70
3% do. .... 89 40
3^°/0 Ressen.....100.00
14® „ Oberhessen . . . —.—
-1 % Oesterr. Goldrente. . 10060
4*/s °a Oesterr. Silherrente 101.60
4% T’nrrar. Goldrente . . 95.25
Italien. Rente . . . — .—
3 Portugiesen Serie I . 68.20
3% Portugiesen „ TU 68 60
114°n russ.Staatsanl. 19O.’> 92 00
414° n japan. Staatsanleihe 95.20
1 % Conv. Türken von 1903 92 50
Türkenlose ... . . 148 60
4 % Gricch. Monopol-Anl. . 53.10 \% äussere Argentinier . 92.20 3°/n Mexikaner .... 67.60 l>4°/0 Chinesen . . .99 00
Aktien :
Bochnm Guss..... 250.25
Buderus E. W.....136.00
Tendenz: fest.
Berliner Riirse. 3
Elektriz. L»hmeyer . . . 144 80
Elektriz. Schnckert . . . 133.80 Eschweiler Bergwerk . . 266 60 Gelsenkirchen Bergwerk . 228 50 Hamburg- Amerik. Paketf. 166 20 Rarnener Bergwerk. . . 217 00 T.anrahütte.....— .—
Nordd. Lloyd ..... 127.90 Oberschles. Eisen-Industrie 133 10
Berliner Handelssres. . . 175 10 Pannstädter Baut . . . 151.40 Deutsche Bank . . . 242 00
Deutsch-Asiat. Bank . . 184.00 Diskonto-Koinmaudit. . . 190.10 Dresdner Bank . . . 167 40 Kreditaktien.....213.80
Ba’timore- und Ohio-
Eisenbahn .....116.IE
Gotthardbahn.....198 90
Lombard Eisenbahn . . 25 00 Oesterr. Staatsbahn . . . 143 60 Prince-Heuri-E:seubahn . 131.60
Februar, Anfangsknrse
Cnnada E. B. . ... 175.30
Darmstädter Bank . . . 150.90 Deutsche Bank .... 242.2* Dortmunder Union C. . . 93 50 Dresdner Bank ... 167.40 Tendenz: rnhi?.
Harpen er Bergwerk . . 217.20 f.anrabi'tte..... 248.60
Lombarden E. B . 25.10
Nordd Lloyd.....127.70
Türkenlose......148.50
sollen als Frühstücksgetränk nur
«p r d y a? a m i äs - K sb a o
trinken 1 Büchse M. 2.50 in den Apotheken.
D°/t
Sonntns 4—0 Uhr 354
Nur offen.


