tonten 75 ML aWezvgen für STetb'er, dl'e Woymmgsnrlete betrug jährlich 150 MI. und 54 Mk. entfielen als Beiträge für Versicherungen. Die Krankheit der Frau kostete Geld, die Gläubiger drängten und die Familie wvllte leben. In dieser verzweifelten Lage griff der Mann fremdes, ihw anvertrautes Gut an, das er aber mit Hilfe von Verwandten bis auf den letzten Pfennig ersetzte, als man seine Dat entdeckt hatte.
Der Anklagevertreter, (?>erichtsässessor Dr. Hetzel, erklärte, man müsse unumwunden zugesteh^n, daß der M'ann auf der Anklagebank kein Verbrecher sei. Widrige Verhältnisse, die den Angeklagten in eine bedauernswerte Notlage gebracht hätten, bildeten die Veranlassung, daß er sich an fremdem Gut vergriffen habe und deshalb nach dem Gesetz bestraft werden müßte. Der geständige Angeklagte müsse schuldig gesprochen Werden des Verbrechens im Amt, doch müsse man nach Lage des Falles auch die Frage nach mildernden Umständen besahen.
Der Verteidiger Justizrat Dr. Gut fleisch bittet die Geschworenen, den Anträgen des Staatsanwalts zu folgen. Er müsse zwar sagen, daß, wenn es nur irgendwie möglich Wäre, er beantragen würde, auf Freisprechung zu erkennen, aber wie die Sache liege, lasse sich di"s nicht rechtfertigen. Menschlich betrachtet, könne der Angeklagte einem leid tun, man müsse ihn bedauern, aber das eine müsse er sagen, daß dieser Fall beweise, daß man dem öffentlichen Funktionär die Mittel bewilligen müsse, die notwendig seien, seine Familie zu ernähren. Dr. Gutfleisch schildert, wie der Angeklagte, als er die ersehnte Anstellung erhielt, nach all den Abzügen, die man ihm am Gehalt machte, eigentlich Wertiger Geld zum Lebensunterhalt für sich und die Seinigen hatte, als vorder. Verhältnisse, wie sie die Verhandlung vvrgeführt habe, drängen einen Menschen mit einer gewissen Naturnotwendigkeit zum Verbrechen. Der Verteidiger erklärt, er werde an anderer Stelle dafür eintreten, daß man hier nicht rechne und feilsche, sondern Wandel schaffe, wie sich dies gehöre.
Nachdem die Geschworenen die Tatfrage, aber auch daS Vvrliegen mildernder Umstände bejaht, beantragten der Anklagevertreter und der Verteidiger übereinstimmend gegen den Angeklagten die niedrigste im Gesetz zulässige Strafe, nämlich 6 Monate Gefängnis. Demgemäß erkannte der Gerichtshof.
Die Geschworenen werden einstimmig an S. K. H. den Großherzvg ein Gnadengesuch für den Verurteilten richten.
Am Mittwoch dieser Woche kommt noch eine weitere Anklage vor den Geschworenen zur Verhandlung.. Es handelt sich um einen versuchten Totschlag, den Heinr. Wargand aus Frankenthal begangen laben soll.
Die Frau Landesrat als Gattenmörderin.
Aus Innsbruck schreibt man:
Vor dem hiesigen Schwurgericht wird, wie wir bereits meldeten, der Prozeß gegen Luise Rutthofer, die Gattin des Landesrats Wilhelm Rutthofer verhandelt, die ihren Mann im April dieses Jahres mit einem Küchenmesser erstochen hat und darauf einen Arzt holte, um den Tod ihres Mannes konstatieren zu lassen. Die Angeklagte, eine vierzigjährige, nicht unansehnliche Frau, behauptet, in der Notwehr gehandelt zu haben, da ihr Mätrn, der sie schon wiederholt mißhandelt, ihr mit einem Revolver gedroht habe. Als ihr Gatte in der Mordnacht nach Hause kam, es war gegen 11 Uhr, stand die Angeklagte mit ihrem Hausfreund, dem Studenten der Jurisprudenz Ivan v. Sablic, in der Haustür; sie ffüchtete vor ihrem Gatten in die Wohnung, während ihr Haus- freurrd an dem betrogenen Manne vorbei ins Freie eilte. Als fte sah, daß ihr Mann zunächst gleichmütig blieb, folgte sie ihm in fein Schlafzimmer und versuchte, wvhl um sich zu rechtfertigen, ein Gespräch mit ihm anzufangen. Er wies sie wiederhvlt hinaus, und als sie schließlich in ihr Zimmer gegangen sei, sei ihr M'ann ihr mit den Worten: „So, nun wollen wir abrechnen", gefolgt. Nun habe sie nach einem Messer gegriffen, welches sie unter der Tischdecke verborgen hatte, und habe gerufen: „Rühr' mich nicht an, geh' nicht her." Er habe sich aber wie ein Tiger auf sie gestürzt, und da habe sie zu ihrer Verteidigung einen Stich gtzgen ihn geführt, worauf ihr Mann einen Revolver zog und ffe auf das Sofa Warf. Nun habe sie blindlings zugestoßen, und da sei ihr Mann rücklings zu Boden gefallen. Dann habe fte sich angekleidet und sich gegen ein Uhr nachts ins Krankenhaus begeben, um einen Arzt zu holen. Es sei ihr bedeutet worden, daß keiner der Krankenhmlsärzte kommen könne, und fte sei schließlich an Dr. Kofler gewiefen worden, der ihr auch gefolgt sei und den Tod ihres Mannes festgestellt habe.
Die Anklage bestreitet aber das Vorliegen einer Notwehr. Dagegen spreche aus anderen Gründen auch ihr Verhalten nach der Tat. Sie habe noch am Morgen nach der Tat ihren Liebhaber auf seinem Zimmer besucht und ihm mitgeteilt, daß sie ihrem Mann bereits zwei Stiche in die Herzgegend versetzt habe, bevor er sie mit dem Revolver bedrohte. Die Anklage nitnmt sogar an, daß die Behauptung der Angeklagten, von ihrem Manne mit dem Revolver bedroht zu sein, völlig unwahr ist. Der Revolver ist nämlich ausländisches Fabrikat, wie es bei den Waffenhändlern . in Innsbruck gar nicht geführt wird. Vielleicht hat sie ihn einmal auf einer ihrer Reisen gekauft. Die Freunde des Mannes können sich nicht erinnern, jemals diese Waffe bei ihm gesehen zu haben. Als Mvtiv der Tat betrachtet die Anklage den jahrelangen Haß gegen den Gatten, den sie um jeden Preis los werden wollte, um ihrem seit jeher moralisch Verwerffichen Lebenswandel ungestört fröhnen^ zu können. Die Angeklagte tff das uneheliche Kind einer Dienstmagd und hat selbst einen unehelichen Sohn. Mit ihrem 14. Lebensjahre trat sie als Lehrmädchen in einen Putzladen und war dann in verschiedenen Geschäften angestellt, bis sie der Landesrat Rutthofer heiratete.
^er Präsident hob hervor, daß die Angeklagte eine nachlässige Hauswirtin gewesen fei', nicht selbst kochte, nicht die Wäsche besorgte, sondern lieber sehr gepfefferte Gedichte machte. Rutthofer, ein sehr gutmütiger und schwacher Mensch, habe stets selbst den Kaffee gekocht.
Der erste Liebhaber der Angeklagten von Sablic ist 27 Jahre alt, ein kräftiger Mann mit dunklen Gesichtszügen und buschigem Schnurrbart. Der Zeuge, der Serbe ist, spricht nur schlecht deuffch. Er gab an, daß er die Angeklagte am vorigen Weihnachtsfeste kennen gelernt habe; anfangs habe er sie vom Theater abgeholt und fte nach Hause begleitet: außer einigen Küssen sei nichts vor- gekommen. Im Februar sei er zu Frau Rutthofer in nähere Beziehungen getreten, die drei bis vier Tage vor der Tat noch bestanden hätten. Die Angeklagte habe ihm erzählt, daß sie ihr Mann mit dem Hammer geschlagen habe.
Der zweite Liebhaber der Angeklagten,
Baron August Eoreth, ist ein mittelgrosser, durchaus nicht hübscher junger Mann, der fast knabenhaft jugendlich aussieht. Er ist 25 Jahre alt und landwirtschaftlicher Praktikant. Er belastete mit feiner Aussage die Angeklagte schwer. Er sei 'vor zehn Jahren, als er noch Realschüler war, mit der Familie Rutthofer bekannt geworden. Eines Tages habe ihm Frau Rutthofer einen Kuß gegeben. Er sei sehr überrascht gewesen und habe es seiner Mama sagen wollen; er habe es aber dann nicht getan. Er könne sich nicht erinnern, wie das Verhältnis mit Frau Rutthofer begonnen habe. Er habe s i e eigentlich "cht ausstehen können. Im Jahre 1900 sei er zum Militär eingetreten und habe dann den Verkehr fortgesetzt, weil sie ihn gedrängt habe. Der Zeuge erklärt, daß er gern die Beziehungen zu Frau Rutthofer gelöst hätte, er habe sich aber vor ihr gefürchtet. Sie habe ihm auch gesagt, wenn er etwas verrate, werde sie ihn erstechen. Frau Rutthofer habe ihm auch erzählt, daß sie ihren Mann nicht möge, und es ihr am liebsten wäre, wenn er bald stürbe, damit sie die volle Pension bekomme und frei leben könne. Der Zeuge gab weiter an, daß Rutthofer unter dem Pantoffel seiner Frau gestand en habe, aber manchmal zu heftigen Anfällen geneigt gewesen sei. Als er, der Baron, am Tage der Tat gegen neun Uhr abends zu Frau Rutthofer gekommen sei, habe diese ihm gesagt, daß ihr Mann heute schlecht aufgelegt sei und gedroht habe, sich an ihr zu vergreifen, fte habe auch schon ein .Küchenmesser bereit gehalten. Er habe zu ihr gesagt: „Geh', mach' keine Dummheiten." Als Rutthofer zurückkam, war er sehr mürrisch, weil die Frau ihm, dem Zeugen, Bier vorgesetzt habe. Rutthofer sagte: „Der bekommt Bier und ich nicht."
Die Baronin Leopoldine Eore th, die Mutter des jungen Baron Eoreth, erzählt, daß sie drei Jahre die Wohnungsnachbarin der Rutthofer war. Rutthofer sei ruhig, etwas schwermütig aew-esen, i^deß seelengut zu seiner Frau. Er säuberte selb st die Wohnung, während seine Frau las. Es sei vorgekommen, daß der Landesrat eine Schürze um hatte und die W o b n u n g aufräumte.
Der Universitatsprofessor Dr. Jpsen gab sein Gutachten über den Befund der Leiche und über die Ergebnisse der Untersuchung an Frau Rutthofer ab. Er hat 16 Verletzungen an der Leiche Rutthofers konstatiert. Die Frau wies nur zwei oberflächliche Hautverfärbungen unterhalb der beiden Ohrläppchen auf und einen Stich an der Hand, von dem sie selbst erklärte, daß sie sich diesen beim Ringen mit ihrem Gatten selbst beigefügt hatte.
Das Schwurgericht verurteilte die Wittwe Rutthofer wegen Totschlages zu 7 Jahren verschärften schweren Kerkers.
Die Preise der Gießener Hunde-Ausstellung.
H
iFortsetzung statt Schluß.)
Für langhaarige deutsche Vorstehhunde, offene Klaffen: Otto Nuhn-Lollar 1. Pr., H. Dornberger' Gießen 2. Pr. Nebenklaffen: Heinrich Schadeck VII., Lollar, Otto Nuhn-Lollar, je 1. Pr.
Für kontinentale drahthaarige Vorstehhunde, offene Klassen: Baron v. Gingivs-Hohenau zwei 1. und zwei Ehrenpr., I. Hoesl-Unterkrankenohe zwei 2. Pr. imd ein Ehrenpr., Prof. Dr. Olt-Gießen 3. Pr. Nebenklaffen: Baron v. Gingius- Hobenau, I. Hoesl-Unterkrankenohe, Hotelier Kraemer-Solingen, je 1. Pr.; Prof. Dr. Olt-Gießen, I. Hoesl-Untersrankenobe, Hotelier Kraemer-Solingen, je 2. Pr.; fterb. Schmidt-Gießen 3. Pr.
Für Pointers, offene Klaffen und Nebenklaffen: Wilhelm Kitsch-Erpolzheim 1. Pr.
Für Irish Setters, offene Klaffen: E. Schiffnie-Gießen 1. Pr. und Ehrenpr. Nebenklaffen: Paul Homberger- Gießen zwei 3. Pr.
Für Schweißhunde, Nebenklaffen: Rechtsanwalt Grünern ald-Gießen 2. Pr.
Für Dachsbracken, offene und Nebenklaffen: Alb. Jos. Dorn-Bornheim zwei 3. Pr.
Für Pudel, offene Klaffen: Johann Liebler - Frankfurt, F. W. Heß-Offenbach, je 1. Pr.; Frau Mahler-Fraukiurt 2. Pr. Nebenklaffen: Johann Liebler-Frankfurt, F. W. Heß-Offenbach, je 1. Pr.^ K. Kramer-Sachsenhausen, Georg Heß-Hochheim, je 2. Pr.
Für Spitze, offene Klassen: Wilhelm Arnold-Grüningen 1. Pr.; Conrad Walther-Gießen, Heinrich Knobloch-Kassel, je 2. Pr.; Peter Bechtold-Gonsenheim 3. Pr.
Für Dobermannpinscher, offene Klaffen : Jakob Schulz- Mainz, I. Müller-Heidesheim, Wilhelm Klippel-Griesheim, je 1. und Ehrenpr.; Konrad Dietz-Gießen, Joh. Schäler-Gießen, je 2. Pr., letzterer auch Ebrenpr: Earl Görlich-Frank'urt, Friedr. Ritter- Grünberg, je 3 Pr.; Louis Lotz-Gießen, Salli Ullmann-Bingen, Karl Vogt-Butzbach, Hugo Schleiden-Mechenich, Heinrich Röhrig- Kirchgöns, je H. L. E. Nebenklaffen: Joh. Schnier - Gießen, I. Müller-Heidesheim, je 1. und Ebrenpr.; Karl Görlich-Frankfurt, Karl Belz-Gießen, Jakob Schulz-Mainz, Wilhelm Klippel-Griesheim, Fritz Hobbach-Altenkirchen je 1. Pr.; Karl Volk-Gießen, Jul. Wallenstein-Alten-Buseck, Salli Ullmann-Bingen, Jakob Schulz- Mainz, je 2. Pr.; Karl Vogt-Butzbach, Adoli Schäfer-Darmstadt, Werksührer Dönges-Nodheim, Fritz Marr°DorIar, Fritz Hobbach- Altenkirchen, je 3. Pr.; Hugo Schleiden-Mechernich, Justus Lenz- Gießen, Karl Hofmann-Gelnhausen, Heinrich Nöhrig-Kirchqöns, je H. L. E.
Für Deutsche Boxer, offene Klaffen: Karl Goennewia- Siegen, Alired Hinsmann-Coblenz je 1. und Ehrenpreis; Richard Toennes-Sonnborn zwei 2. und Ehrenpreis; Georg Hermes- Wetzlar, R. Toennes-Sonnborn je 3. Preise; H. Eckhardt- Kassel, Emil Leuthold-Hauau, Wilhelm Rothkops-Düffeldors, Joh. Leitung-Griesheim, Jakob Becker-Wiesbaden je H. L. E. Nebenklaffen: Richard Toennes-Sonnborn, Gg. Hermes-Wetzlar, Arthur H. Weber-Gießen, Karl Goennewig-Siegen, Heinrich Kemper- Düffeldors je 1. Preise, der Letzte auch Ehrenpreis; Heinrich Kemper-Düsseldorf, Jakob Becker-Wiesbaden, Johann Leitung- Griesheim, Emil Leutbold-Hanau je 2. Preise; Wilhelm Rotbkops- Düsseldors, Heinrich Kemper-Düffeldorf, C. Naumann-Griesheim, H. Bartholomaeus-Bebra je 3. Preise; H. Müller I.-Holzheim H. L. E.
Für Bulldoggen, offene Klaffen: LouiS Hammel-Gießen, 1. Breis und 2 Ehrenpreise; Berthold Frankenstein-Frankfurt, 2. Preis. Nebenklassen: Louis Hammel-Gießen, 2. Preis; Karl Vogt-Wenings, 3. Preis.
Für deutsche rauhhaarige Pinscher, offene Klassen: Carl Brodt-Wiesbaden, Heinrich Winter-Cronberq je 1. und Ehrenpreis ; Frau Hermine Puth°Kießen 2. und Ehrenpreis; Julius Foucar-Koeppern 2. Breis : K. Gaul-Frankiurt 3. Preis ; D. Bnlling- Frankiurt H. L. E. Nebenklassen: Carl Brodt-Wiesbaden, K. Gaul- Frankfurt, Heinrich Winter-Cronberg je 1. Preise; Frau Hermine Putb-Gießen, Hermann Walther-Hochweisel, K. Gaul-Frankfurt je 2. Preise; August Zeltinger-Gießen, D Bulling-Franksurt je H. L. E.; F. Harnickel-Gießen L. E.
Für deutsche gl atthaarige Pinscher, offene Klassen: Willy Jacoby-Frankiurt, August Noll-Gießen je 1. und Ehrenpreise ; Friedrich Steininger-Sachsenhausen 2. und Ehrenpreis; Fritz Marr-Dorlar 2. Preis; W. u. G. Scbuchard-Gießen, Carl Planck-Gießen je 3. Preise; Hermann Mettenheimer-Gießen H. L.E.; Heinrich Rosenschon-Friedberg L. E. Nebenklassen: Willy Jacoby- Frankstirt, Friedr. Steininger-Sachsenhausen je 1. Preise; Fritz Marr-Dorlar 2. Preis; Georg Bichler-Gießen, Ehr. Biecker-Gießen je 3' Preise; Heinrich Rosenschon-Friedberg, Gg. Bichler-Gießen, Wilhelm Mayer-Gießen, Conrad Diehl-Hochweisel, Heinrich Eberhardt-Offenbach je H. L. E.; Valentin Gonter-Gießen L. E.; Hermann Strobel-Gießen L. E.
Für Airedale Terriers, offene Klaffen: Heinrich Lenz-
Wiesbaden, Wilhelm Bongard-Schlitz ie 1. und Ehrenpreis; C. H. Stavelberg-Aachen 2. Breis; E. Fiimer-Haqen i. 23. 3. Breis; A. Walter-Fulda ö. L. E. Nebenklaffen: Heinrich Lenz-Wiesbaden, W. Neuß-Frankfurt, E. Fiscber-Haaen, Wilhelm Bonaard-Schlitz je 1. Preise; C. H. Stapelbcra-Aachcn, Leutnant Ebel-Gießen, Bruno Bütiner-Gießen je 2. Preise: A. Walter-Fulda, Bruno Büttner-Gießen je 3. Preise; Heinrich Selbst-Gießen, Conrad Lauer- Gießen, Bruno Büttner-Gießen, Alfred Kortüm-Gießen, Heinrich Herlinqer-Gießen je H. L. E.
^Schluß folgte
Ans Stadt und Land.
Gießen, 2. Okl. 1906.
• • 23ärgeruerein. Eine für alle Interessenten höchst wichtige Frage: „Die Kaualge bohren in Gießen" bildet die Tagesordnung einer am Donnerstag, 11. d, Mts., int Neuen Saalbau stattstndenden allgemeinen Bürg er - Versammlung. Der Vorstand des Bürgervereins hat in der allgemeinen Ferienzeit doch rege gewirkt. Aus vielen Städten ist Material verschafft worden, ein geeigneter Referent ist ebenfalls gewonnen und die Versammlung dürfte eine der allerwichtigsten seit Bestehen des Vereins werden.
• * Das Fest der silbernen Hochzeit begehen am 4. Oktober d. I. die Maschinennteister Karl Wagner Eheleute hier, Westanlage.
— Fellingshausen, 1. Oft. Lehrer Berg, der seit 5 Jahren hier amtierte, hat unS dieser Tage verlassen, um in seiner Vaterstadt Frankfurt a. M. seiner Militärdienstpflicht zu genügen. Der scheidende Lehrer, der in der ganzen Gemeinde sehr beliebt war, hatte auS diesem Anlaß den Gesangverein Concordia, dessen Dirigent er 3 Jahre lang war, zu einer Abschiedsfeier eingeladen, deren schöner Verlauf der beste Beweis der allgemeinen Wertschätzung des Herrn Berg bei den Gemeindeangehörigen war. Der Vereinspräsident, Herr Wilh. Weber, widmete dem Scheidenden warme Worte des Abschieds, in denen namentlich auch betont wurde, wie sehr sich der Verein unter dessen Leitung gehoben hat. Herr Berg dankte mit bewegten Worten und bemerkte, daß er sich nur ungern von Fellingshausen und dessen Jugend trenne.
Frankfurt a. M., 1. Oft. Heute feierte 0 6er- landeSgerichtSpräsident Dr. Karl Hagens sein 50jährige? Dienstjubiläum. Am Vormittag versammelten sich der Festausschuß, die Mitglieder des Ober- landesgerichts, die Abordnungen der Land- und Amtsgerichte, der Staatsanwaltschaft und Rechtsanwaltschaft, die Vertreter der juristischen Gesellschaft und der mittleren Justizbeamten des OberlandeSgerichtS. Als Vertreter des Justizministers war Unterstaatssekretär Künzel erschienen, der außer den Glückwünschen des Justizministers die Ernennung Dr. Hagens zur Exzellenz und zum Wir kl. Geh. Rat überbrachte. Senatspräsident Lossen übergab im Namen deS Festausschusses einen prachtvollen silbernen Aufsatz als Ehrengabe und gleichzeitig eine Geldstiftung der Richter, Staatsanwälte, Rechtsanwälte und Justizbeamten des OberlandeS- gerichtSbezirkS. Sie soll die Grundlage bilden zu einem Kapital, auS dessen Zinsen den mittleren und unteren Beamten der Justiz, den Gehilfen der Rechtsanwälte sowie den Witwen und Waisen Unterstützungen zuteil werden sollen. NamenS der Staatsanwaltschaft sprach Oberstaatsanwalt Dr. Huppertz, als ältester Landgerichtspräsident Herr Dehnhardt, für die Handelsrichter Julius Hofmann, für die Amtsrichter Geh. Juftizrat Dr. Giar, für die Rechtsanwälte Geheimrat Dr. Hnmser, für die Frankfurter jurist. Gesellschaft Justizrat Dr. Fester, der eine wertvolle Festschrift überbrachte, für die juristische Fakultät in Heidelberg der Dekan Geh. Rat Richard Schröder, für die Handelsakademie Professor Burchard und für die mittleren Justizbeamten Kanzleirat Pähler. — Um 12 Uhr traf General v. Eichhorn mit seinem Stabe und sämtlichen hiesigen Generälen, ferner General v. Stülpnagel ein. Ferner waren anwesend: Bürgermeister Grimm, Eisenbahn-flkasident Thome, Postdirektor Meyer, Polizeipräsident Scherenberg, Exzellenz Prof. Dr. med. Schmidt-Metzler, Exzellenz v. Chappuis. Ein Bankett ist wegen der Erkrankung einer Schwester des Jubilar? von ihm abgelehnt worden.
Spielplarr brr vereinigten Frankfurter Stadttheater. Opernhaus.
Dienstag den 2. Oktober*): »Figaros Hochzeit/ Mittwoch ben 3. Oktober: „Unbine." Donnerstag den 4. Oktober: Zum e r st e n Male: „Beatrice uud Benedikt.* Hieraus, z u m ersten Male: „D i e Altweibermühle/ Freitag den 5. Oktober geschloffen. Samstag den 6. Oktober: „Aida/ Sonntag den 7. Oktober, nachmittags halb 4 Uhr: „Alessandro Stradella." Abends 7 Uhr: „Don Juan.' Montag den 8. Oktober: .Maurer und Schlaffer/ Hierauf: „Die Altweibermühle.*
Schauspielhaus.
Dienstag den 2. Oktober*): „Ein idealer Gatte.* Mittwoch- den 3. Okober: „Gras Essex.* Donnerstag den 4. Oktober, abends halb 8 Uhr: „Mamsell Nitouche." Freitag den 5. Oktober: „Einidealer Gatte." Samstag den 6. Oktober: Zum ersten Male: „Helden." Komödie in 3 Auszügen von Bernard S ch a w. Sonntag den 7. Oktober, nachmittags halb 4 Uhr: „Judith." Abends 7 Uhr: „Helden.* Montag den 8. Oktober: „Graf Effex."
* ) Anfang, wenn yicht anders bemerkt, abends um 7 Uhr. ,
Märkte.
Gießen, 2.Okt. Marktbericht. Auf heutigemWochenmackte kosteten: Butter pr. Psd. 1.00—].05 Mk., Hühnereier 1 St. 8-9 Psg., 2 Stck. 00-00 Pfg., GJcnfeeier 00—00 Psg., Enteneier 0 Psg., Käse vr. Stck. 6—8 Pf., Kasematte 2 Stck. 5—6 Psg. Erbsen p.Psund 22Psg., Linsen v. Pfund 32 Pfg., Tauben pr. Paarst,80—1,00 Mk., Hühner pr.St. 1,00—1,60 Mk., Hahne pr. Stück 0,80—1,80 Mk., Enten pr. Stück 1,80—2,20 Mk., Gänse nr. P?d. 00-00 Pfg., Ochsensteisch pr. Psd. 82—88 Pfg., Kuh- und Rindsteisch pr. Pfund 80—82 Psg., Schweine- steisch vr. Mund 90—100 Psg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund 104 Pfg., Kalbsteisch pr. Pfd. 84—90 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfund 60—80 Psg. Welsche per Pfund —.— Kartoffeln pr. 100 Kg. 6,00—7,00 Mk., Zwiebeln pr. Ztr. 5,50—6,00 Mk., Milch per Liter 20 Pfg., Aepsel per Zentner 10 bis 18 Mk., in Körben 00 Psd., Nüsse 100 Stück 30 Psg., Birnen per Psd. Mk. 0.00—0.00, per Ztr. 9—15 Mk., Zwetschen per Ztr. 2,00—3 Mk^ Weißkraut ver Stück 10-15 Pfg., per Zentner Mk. 0.00—0.00. — Marktzeit 8—2 Nbr. ________________________________
Ein ausgezeichnetes Nahrungsmittel für Säuglinge, welche keine Mutterbrust erhalten oder von derselben entwöhnt werden sollen, bildet Kusekes Kindermehl mit Zusatz von Kuhmilch. Ku^ekes Kindermehl erhöht durch seinen Gehalt an Eiweiß- und Mineralstoffen nicht nur die Nährkrast der verdünnten Kuhmilch, sondern es macht dieselbe durch die im Magen des Kindes erzeugte seinflockige Gerinnung leichter verdaulich; es ist sehr wohlschmeckend, sodaß es von allen Kindern gern genommen wird, sehr ausgiebig und daher billig, gut haltbar, immer gleichmäßig zusammengesetzt und kann, da es keine unveränderte Stärke enthält, den Kindern schon oont ersten Monate an gegeben werden. Die mit Kusekes Kindermehl und Milch ernährten Kinder gedeihen zur großen Freude der Eltern vorzüglich. hv8/tt


