wieder einmal nicht, daß sie keinen Rechtsanspruch auf Schadloshaltung haben. Sie dürfen nicht das mit jedem Erwerbsunternehmen verbundene Risiko von sich abwälzen und dem Reiche zuschieben. Diese verblüffend einfache Lösung ihrer Existenzfrage wäre alles andere als nach dem Geschmack der Steuerzahler. Die Wortführer der Farmer tun immer so, als sähen die Volksvertreter mit gekreuzten Armen zu, wie die Ansiedler in Südwestafrika der „Verelendung" anheimfallen. Davon, daß der Reichstag eine Anzahl von Millionen bereits bewilligt hat, wird in den Farmer-Versammlungen kaum gesprochen. Das Reich hat in erster Linie seine eigenen Jnter- -effen wahrzunehmen, eben weil kein Rechtsanspruch der An- isiedler vorliegt, und in Verfolg diesen Interessen ist durch kaiserliche Verordnung das Stammesvermögen der Herero , eingezogen worden. Run kommen die Farnier und wollen jaus diesem Vermögen, wenn auch nicht vor, so doch glcich- jmäßig mit dem Reiche befriedigt werden, selbst auf die Gefahr fyn, daß es darüber zur öffentlichen Versteigerung bes gesamten Vermögensbestandes der Herero kommt. Durch solche Hervorkehrung ihrer Sonderansprüche .erweisen die Farmer sich selbst keinen Dienst. Sic täten besser, abzuwarten, was die Regierung im Herbst für sie vom -Reichstag fordern und was dieser bewilligen wird.
Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt:
Dem Kaiser ist auf die Bitte der im Süden des westasrikanischcu Schutzgebietes ongcficbelten Deutschen durch den Gouverneur von jLindequist folgende Kundgebung telegraphisch übermittelt worden: ,„Ew. Majestät gestatten sich aus Anlaß der Ablehnung des Eisenbahnbaues, die zusammengekommenen Einwohner von Keetmanshoop ehrfurchtsvoll zu huldigen und auch weiterhin um Ew. Majestät gnädigen Schutz für den großen Süden des Schutzgebietes zu bitten."
Der Kaiser hat darauf dem Gouverneur aus Molde folgendes Antworttelegrainm zugehen lassen:
„Ich beauftrage Sie, der deutschen Bevölkernng des Südens, für die Bekundung patriotischer Gesinnung meinen kaiserlichen Tank ouszusprechen und hinzuzufügen, daß ich der Wohlfahrt und den Interessen seiner Einwohner auch fernerhin meine Fürsorge widmen werde. Wilhelm."
Vom interparlamentarischen Iriedenskongreß.
London, 24. Juli.
Der gestern von Bryan xingebrachte Antrag lag der Ihcutigen Beratung in der folgenden abgeänderten Fassung [vor: .Wenn ein Streitfall zwischen Vertragsstaaten entstehen sollte, der nicht derart ist, daß er dem Schiedsgericht vorzulegen ist, so sollen die Staaten nicht zu irgend welchen Feindseligkeiten schreiten, sondern zuvor einzeln oder gemeinsam, je nachdem cs der Fall erfordert, um die Bildung einer internationalen Untersuchungskommission oder um Vermittelung seitens einer oder >nehrerer befreundeten Mächte nachsuchen. Ein solches Ersuchen soll gegebenenfalls gemäß dem Artikel 8 der Haager Konvention ffür eine friedliche Regelung der internationalen Streitigkeiten «erfolgen." Nachdem Freiherr v. Plencr (Oesterreich) die Dc- jbatte eingcleitet und Bryan seinen Antrag in einer längeren, [mit großem Beifall aufgenommenen Rede begründet hatte, wurde der Antrag einstimmig angenommen.
Der englische Premierminister Campbell-Banner- ffnan sagte nichts Neues, als er in seiner Rede zur Er- söffnung auf die nächstjährige Haager Konferenz als die zur Verwirklichung des Abrüstungsgedankens geeignete Institution hinwies. In ähnlichem Sinne hatte sich der Staatssekretär des Auswärtigen, Sir Edward Grey, bereits am 5. Mai ds. Js. im Unterhause vernehmen lassen. Er meinte, die Haager Konferenz könne kein verdienstlicheres jWerk tun, als die Bedingungen für den Frieden weniger «kostspielig zu gestalten. Er stellte sogar in Aussicht, daß England den ersten Schritt nach dieser Richtung unternehmen werde, da ein Staat den Anfang machen müsse. England I>at allerdings alle Veranlassung, mit gutem Beispiel voranzugehen, denn es besitzt, nachAusweis des neuesten Nautikus- Jahrbuches, mit jährlich 1257 Millionen Mk. Ausgaben für Landesverteidigung zurzeit das höchste Kriegsbudget unter den Groß möchten, kann also vor allen anderen an die Beschränkung der Rüstungen schreiten. 'Wie der Heeresetat verringert werden kann, das zeigt ja schon das Reformprogramm des Kriegsministcrs Haldane, von dem er sich eine Ersparnis von mehreren hunderttausend Pfund jährlich verspricht. Sie reicht freilich nicht entfernt aus, das englische Kriegsbudget auf den Stand des deutschen herunterzuschrauben, denn für die Flotte gibt England den Riesenbetrag von 6 5 0 Millionen jährlich aus — fast dreimal so viel wie Deutschland —, und daß hier Erspar- niffe Platz greifen, muß stark bezweifelt werden, selbst wenn die englische Negierung auf der Haager Konferenz einen entsprechenden Antrag stellen sollte. Sie darf ihre Rechnung aber niemals ohne die Admiralität machen, deren Protest gegen die Absicht der Regierung sich erst jetzt wieder erfolgreich erweist in der Frage des Baues eines zweiten Schlachtschiffes vom „Drcadnought"-Typ, von dem die Regierung Abstand nehmen wollte. Von tiefgreifender Wirkung wird nach alledem ein etwaiger Beschluß der Haager Konferenz auf die Einschränkung der Rüstungen schwerlich sein können.
Wie dem „Echo de Paris" aus London berichtet wird, ging das Gerücht, der russische Botschafter habe beim auswärt. Amt wegen dieser Eröffnungsrede BannermanS Vorstellungen gemacht. Ferner verlautet gerüchtweise, daß die englische Regierung beabsichtige, bei den übrigen Mächten anzufragen, ^wie sie sich zu einer gemeinsamen Vorstellung in Petersburg stellen würden.
Jedenfalls muß in Petersburg die öffentliche Shm- pathi'ekundgebung des en gl. Premierministers für die vom Aaren der Unfähigkeit und Verfassungsverletzung geziehene Duma Uebervaschung hervorgerufen haben. Eine bittere Pille für die gegenwärtige russische Negierung. Eine Londoner Depesche besagt, daß der Nachruf für die Duma uneingeschränkten Beifall nur auf dem radikalen Flügel der liberalen Partei Englands finde, sonst aber auf liberaler <5eite als Uebereilung empfunden werde. Wir glauben nicht ian eine Entgleisung des cngl. Ministers. Eher scheint uns die Annahme zutreffend, daß die englische Regierung der jüngsten Entschließung des Zaren und der dadurch geschaffenen Situation keine Dauer beimißt. In diesem Sinne zieht die „Voss. Ztg." einen Vergleich zwischen der Auffassung der Berliner maßgebenden Kreise und derjenigen des Premierministers: Die politischen Berechnungen der
englischen Staatsmänner gründen sich auf die Erwartung, daß das bis ins Mark verderbte autokratische Regiment und die um Macht und Bestand kämpfende Bureaukratie ihrem Schicksal nicht entgehen können. Der Einsatz unserer maßgebenden Kreise steht dagegen auf der Karte der Autokratie. Wir fürchten, die englische Rechnung wird sich als die richtigere erweisen.
*
London, 24. Juli. Oberhaus. Bei der Besprechung der von dem Kriegsminister Haldane gemachten Vorschläge über die Reorganisation des Heeres spricht sich der frühere Untersckretär des Krieges, Donoughmoore, entschieden gegen die Vorschläge aus. Ebenso erklärt Lord Roberts, die in Vorschlag gebrachte Verminderung der Heeresstärke erfülle ihn mit Besorgnis, besonders angesichts der gegenwärtigen Lage in Egypten und Natal. Die englische Armee habe vor allen Dingen den Zweck, dem Lande Sicherheit zn gewähren, aber die Vorschläge des KriegS- ministers würden keine nationale Streitmacht schaffen oder eine Armee, die sich für Kriegszwecke eigne. Der Unterstaatssekretär des Kriegsministeriums Earl of Portsmouth erwidert, die Regierung habe die wahrscheinlichen Erforder- niffe der auswärtigen Angelegenheiten und die Lage der Finanzen zu berücksichtigen gehabt. Das LandesverteidigungS- komitee habe sich dahin ausgesprochen, daß gewisse Aender- ungen in der Landesverteidigung sehr wohl gemacht werden könnten und der Generalstab habe die geeigneten Mittel und Wege hierfür ausgearbeitet und mit der vorgeschlagenen neuen Organisation den einstimmigen Beifall des Hecresrates gefunden.
Aus S»a0t uno tiatto»
Gießen, den 25. Juli.
" Eine V olksliedersa mmlung. Auf Anregung des Biedenkopfer Landrats von Heimburg werden wie man unS schreibt, die Volkslieder des Hinterlandes gesammelt. Die Lehrer des Kreises haben diesem Wunsch entsprochen und eS ist zu erwarten, daß die Sache zustande kommt. Wie aus einer dieser Tage zu Biedenkopf abgehaltenen Besprechung hervorgeht, beträgt die Sammlung bis jetzt schon 265 Lieder. Sie sollen einstweilen von einer Kommission gesichtet, alphabetisch zusammengestellt und dann zwecks einheitlicher Ueberarbeitung einer maßgebenden Persönlichkeit in der Musikwelt übergeben werden.
** Kinderarbeit in gewerblichen Betrieben. Die Anzeigen wegen Zuwiderhandlungen gegen das Gesetz betr. die Kinderarbeit ut gewerblichen Betrieben mehren sich in letzter Zeit in erheblichem Maß, ein Beiveis, daß die Bestimmungen des Kindcrschutzgesetzes immer noch nicht genügend bekannt lind beachtet werden. Alle die, welche Kinder in ihren Betrieben beschäftigen, namentlich aber die Eltern, die ihre Kinder beim Aus- tragen von Zeitungen :c. zur Hille bcranziehcn, feien aus das Merkblatt hingewiesen, das die komplizierten Bestimmungen des Gesetzes in übersichtlicher und leicht faßbarer Form enthalt. Sie finden in ihm volle Belehrung über die gesetzlichen Vorschriften, insbesondere über die Zulässigkeit der Beschäftigung überhaupt und sind dadurch in der Lage, Bestrafungen zil permetben. Auch für Behörben, Lehrer unb Aerzte sowie für jeben Kinbersreunb ist bas Merkblatt von großer Wichtigkeit. Merkblätter werben auf dem Großh. Polizeiamt nnb aus der Amtsstelle der Gewerbeinspektion unentgeltlich abgegeben.
** Jugend fest—Omnibusverkehr. Der Vorstand dcr Omnibusgesellschaft wird am kommenden Donnerstag vom Ncuenwcgener Tor ab eine regelmäßige Omnibus- vcrbindung nach dem Philosophenwald und zurück, cinrichten; der Fahrpreis beträgt 20 Pf. — Die Stadttouren werden wie an Sonntagen beschränkt bezw. teiltveise ausfallen.
""Hilfsausschuß für die n o 11 c i b e it b e it Deutschen R u ß l a n b s. Die in unserer Stabt veranstaltete nunmehr abgeschlossene Sammlung hatte ia(genbc§ Ergebnis: Es gingen ein durch Sammelliste Mk. 1696.50, bei Professor Krüger Mk. 936.50, Bankhaus Heichelheim Alk. 586.50, Expedition des Gießener Anzeigers Mk. 345.30, Professor Haller Mk. 325, Sammelbüchse in der Bürgermeisterei Mk. 14.01, Sammelbüchse im Gesellschafts- verein Mk. 10, zusammen Mk. 3913.81. Die Ausgaben betrugen Alk. 175.85. Es konnten demnach an die Zentralstelle in Berlin abgesührt werden Mk. 3737.96.
Im Ohr. Das Auftreten des Ohrenkriechers, jenes bekannten, vielgegliederten Insektes mit den beiden zanqeuiörmigen Gebilden am Hinterleib erregt häufig das Entsetzen der Dainen- welt. Tic Vertreterinnen des schönen Geschlechts pflegen bei seinem Anblick zumeist die Flucht git ergreifen, denn schon der Gedanke, solch widerliches, Tier könne in ihren rosigen Oehrchen Wohnung nehmen, verschafft ihnen eine Gänsehaut nach der anderen. Jn- wieweit der Volksmund da? richtige getroffen hat, ivemt er bas Tierchen, bas sich vorzugsweise unter Baumrinben, auf feuchtem Bobeu ober in Blumen aufhält, als einen gefährlichen Einmieter in ben menschlichen Gehörwerkzeugen bezeichnet, soll hier nicht erst untersucht werben. Der Ziveck bieser Zeilen ist vielmehr lebiglich ber, einige praktische Verhaltungsmaßregeln für den Fall zu geben, baß ihnen bieses ober überhaupt irgend ein Insekt ins Ohr kriechen sollte unb trotz aller Bemühungen nicht mich er zum Verlassen dieses ungeeigneten Quartiers zu bewegen wäre. Vor allen Dingen unterlasse man es, nach bem Einbringen eines TiereS mit einem spitzen Gegenstanbe in bas Ohr zu fahren. Nur zu leicht kann ba° büret; eine Verletzung bes inneren Gehörganges erfolgen. Auch besteht bie Gefahr, baß der Sait bes etiva hierbei zerquetschten Insektes Entzünbungen hervorrust. Alles bies ist leicht zu permeiben, wenn man sich auf bas anbere, auf bas unbewohnte Ohr legt imb in bas okkupierte Ohr etwas Mohn- ober Provenceröl, noch besser etwas Kampferöl träufelt. Dabei wirb bas Tierchen, das sich im Oel nur schwer zu bewegen vermag, an bie Oberfläche gespült, wo man es nun leicht burch einen anberen mit einer Pinzette ergreifen laßen kann.
O Grünberg, 24. Juli. In der gestrigen geheimen Sitzung des Gemeinderats, der auch Kreisamtmann Dr. Merck beiwohnte, ivurde beschlossen, für die als Fortsetzung der Butzbach-Licher Bahn geplante Nebenbahn Lich—Grünberg sich zur unentgeltlichen Geländestellung bereit zu erklären tind außerdem für 40000 Mark Obligationen zu übernehmen. (Wiederholt, weil gestern durch die Korrektur verstümmelt).
Der Krieg gegen das Petroleum-Mittionenmonopol.
Das amerikanische Petroleum deckt beinahe vier Fünftel des Weltbedarfs. Russisches und rumänisches ist noch lange nicht soweit eingeführt, Ivie das aus Nordamerika.
Wenn nun in amerikanischem Petroleum noch ein Wettbewerb herrschte, dann könnte man Beleuchtung und Heizung wahrscheinlich billiger herben, allein dieser Wettbewerb ist bekanntlich ausgeschaltet worden, seitdem Rockefeller beinahe die gesamte amerikanische Petroleum-Produktion in seine Hände oder wenigstens in die des Petroleum- Trusts bekommen hat, den er beherrscht. Infolgedessen kommandiert er zwei Drittel der Weltproduktion des Petroleums.
Dieses Monopol Rpckefellers^ durch ba£ er zum großen
Teile s eine tau senk/ Millionen Marr Vermögen gemacht hat, ist nicht nur den Konsumenten, sondern auch der amerikanischen Regierung, insbesondere Roosevelt, ein Dorn im Auge, und der Präsident hat deshalb gegen Rockefeller, wie gegen die übrigen Trustmagnaten einen Feldzug begonnen. Obgleich einige sehr alte Gesetze, darunter der Verschwörungsparagraph, die Handhabung zur Verfolgung der Trusts hätten bieten können, hat es Roosevelt vorgezogen, durch neue, glücklich im S nat durchgedrückte Gesetze den Kampf einzuleiten. In diesen Gesetzen ist sogar von Freiheitsstrafen die Rede, und man wird sich erinnern, daß Rockefeller deshalb nach dem Kontinent gereist sein soll, nm sich der Verhaftung zu entziehen. Daran ist zwar nicht zu glauben, aber in der Tat ist der Krieg gegen ihn aus der ganzen Linie entbrannt.
Die Petroleumquellen liegen in verschiedenen (Staaten der Union und dürften eigentlich handelsrechtlich nicht zu einem Geschäft zusammengeschlossen werden. Sie gehören daher auch verschiedenen Gesellschaften, deren Eigentümer aber der Trust ist, an. Diese Verschwägerung der Geschäfte ist gegenwärtig in gewisser Hinsicht durch das Gesetz verboten, und über die Durchführung desselben hat die zwischenstaatliche Handelskommission von sieben Mitgliedern, deren jedes 45000 Mk. Gehalt (!) bezieht, zu wachen. Vor sechs Gerichten schwebt jetzt schon das Verfahren gegen die Standard Oil Companh.
Allein auch auf andere Weise ist diese zu fassen. Das neue Eisenbahnfrachtratengesetz verbietet, daß die Eisenbahnen die eigene Produktion — viele Bahnen haben Kohlengruben — billiger als die der Konkurrenz verfrachten. Nun verfrachtet zwar der Petroleum-Trust oder die Standard Oil Company ihr Petroleum nicht mit der Eisenbahn in Fässern, sondern lassen es in einem großartigen Röhrensh st em nach den großen Raffinerieplätzen laufen. Ter Weg ist billig, und die Konkurrenz kann es nicht nachmachen. Das Röhrenmonopol hat Rockefeller. Die amerikanische Regierung sieht jedoch dieses Röhrensystem als eine Frachtlinie an und damit kann sie den Trust sprengen, denn dieser kann doch nicht das Oel der Konkurrenz, mit seinem eigenen vermischt, in seinen Röhren laufen lassen. — So geht man in Amerika dem Petroleum- Trust zu Leibe und hofft damit wieder gesunde Handelsverhältnisse zu schaffen.
Für Deutschland ist die Sache von großer Bedeutung, denn es kann nun den durchaus vernichteten deutschen Petroleumgroßhandel vielleicht wieder aufleben und die Petroleumpreise billiger gestalten, und es vermag sich vielleicht auch das rumänische und ungarische Petroleum, dessen Quellen zum großen Teil deutscher Besitz sind, und dessen Produktion von Dislontogesellschaft und deutscher Bank kontrolliert wird, einen größeren Markt zu verschaffen. Voraussetzung des Nutzens ist aber, daß nicht an Stelle des Rockefellermonopols das der Berliner Großbanken tritt.
Vermischter.
'Das Eisenbahn-Attentat auf der Mosclbahn am Bahnhof Schweig ist aufgeklärt, da der Bahnwärter, der das Attentat entdeckt hat, sich vor dem Untersuchungsrichter in solche Widersprüche verwickelte, daß er schließlich ein Geständnis ablegte. Danach hat er selbst die Eisenplatte auf das Geleise gelegt, um für die Verhinderung eines Unfalles eine Belohnung zu erhalten.
* Die Kinder des „Großen Kurfürsten", Den Rekord in der Zahl von Geburten während der Uebcrfahrt eines Dampfers von Newyork nach Bremerhaven hat der Lloyddampfer „Großer Kurfürst" auf seiner soeben zurück- gelegten Reise geschlagen. Nicht weniger als sechs Kinder erblickten auf dem Atlantischen Ozean das Licht dcr Welt. ES gab in verhältnismäßig kurzer Zeit drei junge Mütter an Bord, und zwar eine in der ersten Kajüte mit einem Kinde, eine andere in der zweiten Kajüte mit Zwillingen und eine dritte im Zwischendeck, die sogar Drillingen das Leben schenkte. Dieser seltene Vorfall erregte natürlich unter den übrigen Passagieren großes Aufsehen. „Es ist ein Glück", sagte der Schiffsarzt, „daß wir nur drei Klassen in der Be- förberung von Passagieren haben!"
' Eine Pantherjagd im Schlafzimmer. Ein gefährliches Abenteuer mit einem Panther erlebte ber Oberstleutnant Rundle, der in Allahabad in Indien steht. In seinem „Bungalow" war bereits ein Panther gesehen worden, doch vermutete der Oberst, daß das Tier der gezähmte Panther eines Kameraden wäre. Als er aber in das Haus trat, sah er in dem daneben liegenden Schlafzimmer einen gewaltigen Panther. Er schloß die Tür und zielte durch eine kleine Oeffnung, feuerte und verwundete Has Tier. Der vor Schmerzen rasende Panther stieß nun mit einem einzigen Sprung die Tur auf, sprang mit einem Satze auf Rundle los und verfehlte ihn um kaum eine Fußbreite. Mit einem Kaineraden suchte nun Rundle das ganze Haus ab, um den Panther aufzufinden. Schließlich stießen sie auf das Tier, das sich in einem leeren Raum hinter einem Haufen von Matten verborgen hatte. Der Oberst legte darauf eine Leiter in das Fenster dieses Raumes, um dort hindurch auf das Tier zu schießen, aber der Panther sah ihn unb sprang durch die offene Tür. Nun begann eine wilde Jagd, während deren es endlich gelang, das Tier tödlich zu treffen.
'Sein Standpunkt. Mein jetzt achtjähriger Bube war, so erzählt der „Tägl. Ndsch." ein Leser, als kleines Kind mit seinen dunklen Augen und dunklen Locken der Sieb» ling aller Damen und mußte sich überall, wohin er kam, von ihnen liebkosen lassen. Das mürbe ihm aber auf die Dauer so zuwider, daß er jedesmal, wenn wir irgendwo mit ihm hingehen wollten, erst fragte: „Sind da olle Damen?" Und wenn „olle" Damen da waren, so war er nicht zu be- ivegcn, mitzugehen. Neulich verlobt sich nun ein junges Mädchen, das uns gerade gegenüber wohnt. Da sahen die Kinder, wie sich die Braut dem Bräutigam auf den Schoß feijt unb ihn küßt. Als bas ber achtjährige Knirps sieht, ruft er, die Hände auf dem Rücken durch das Zimmer wandernd: „Na, da wird die Geschichte nicht lange dauern!" Erstaunt frage ich: „Warum denn, mein Junge?" Und er gibt die Antwort: „So was läßt sich doch ein Mann nicht gefallen!"
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