Ausgabe 
25.1.1906 Zweites Blatt
 
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Der Arzt befindet sich in Bchcrndlung im

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Sein Zustand ift, nachdem Blut-

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bleibt also nun bei Lenbachs zweiter

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die neuesten Werke seiner LandSleute von deut Züricher Kritiker* Konrad Falke und von anderen kritisch gemustert werden. Von schweizerischen Universitätslehrern sind Oskar F. Walzel mit einer feinsinnigen Charakteristik neuerer Schriften zur Romantik und Eduard Platzhoff-Leicmie mit einer analysierenden Betrachtung über die Begriffe Erlebnis und Dnemvfindung vertreten. Von demselben Verfasser stammt ein Brief über das reiche literarische Leben der Westschweiz.

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erbrechen eingetrelen ist, nicht unbedenklich. Sein Körper zeigt Spuren einer vvrauSgegangencn schweren Mißhandlung. Die Angelegenheit ist der Staatsanwaltschaft angezeigt.

Manche deutsche NeichStagßabgeordnete haben nach englischer Sitte die Gewohnheit angenommen, die Buchstaben M. D. N. (Mitglied des Reichstags) aus Visitenkarten usw. ihren Namen anzuhängen Wahrend aber in England, dem Lande der .parlamentarischen Erbweisheit", jedes Kind weiß, was M. P. heißen soll, ist dies bei uns noch nicht so in Fleisch und Blut eingedrungen. Als daher nm Neujahr ein bekannter NeichStagsabgeordneter seine Visitenkarte mit den Bilchstaben M. D. N. hinter dem Namen Freunden und Bekannten zum Gruße übersandte, da wußte ein Empfänger dieser freundlichen Kundgebung nicht recht, was er aus diesen geheimnisvollen Buchstaben machen sollte. Kurz entschlosien schrieb er endlich auf den Umschlag des Briefes, in den er seine eigene Vlsitenkarte legte: ,9ln Herrn Soundso, Major der Reserve*. TaS Mitglied des Reichs- tages soll über diese ihm plötzlich ziitcil gewordene militärische Würde um so erstaunter gewesen sein, als eS niemals Soldat gewesen war.

Träger berühmter Namen haben oft einen recht alltäglichen Beruf. So fabriziert, dem Pariser Adreß­buch zufolge, ein NobeSpierre gegenwärtig Briketts, Racine handelt mit Hafer und Heu, Boileau ist Weinhändler, Na­poleon ebenfalls, Moliöre gehört jitr Schneiderzunst, Müsset ist Färber und Victor Hugo Zahnarzt. In London vermietet Olivier Cromwell möblierte Zimmer, Shakespeare ist Wagen- balier, Milton Schreiner und Luther Restaurateur. Goethe ist in Berlin Barbier und Kant Dienstoermittlcr. Schiller ist bei uns in Gießen Hoboist, Rückert Lehrer i. P.

* Kleine Tages ckronil Ter spanische Luflschiffer Duro, der Montag nachmittag in Pan mit (einem Ballon nufgeftiegen war, um die Pyrenäen z u überfliegen, landete in Gnadir tProvinz Granada). In B o ch u m hat sich ein schweres A u t o m o b i l» U n g l si ck ereignet. Ter Chauffeur eines den Ge­werken Grimberg gehörigen Automobils haue ohne Erlaubnis des Besitzers den Wagen zu einer Vergnügungsfahrt benutzt. 9lu< einer abschüssigen Strane fielen drei Personen ou5 noch unaufgeklärter Ursache aus dem Wagen. Zwei wurden schwer verletzt, der Bureau» diener Pauly blieb t o t.

vermNchSes.

* Von der Volkszählung. Soweit die Ergebnisse bis jetzt bekannt geworden sind, zählte das Königreich Bayern am 1. Dezember 1905: 6 516 824 Einwohner, d. h. 5,5 Proz mehr als an dem gleichen Tage im Jahre 1900. Die Ein­wohnerzahl des Königreichs Sachsen belief sich am letzten Zahltage auf 4 501 853 Einwohner, was einen Zuwachs um 6,66 Prozent gegen 1900 bedeutet. Im Königreich Württemberg wurden diesmal 2 300 330 Einwohner oder 6 Proz. mehr als 1900 gezählt, im Großherzogtum Baden 2 009 032 oder 7,5 Proz. mehr als vor 5 Jahren, im Groß- Herzogtum Hessen 1210 719 oder 8,1 Proz. mehr, im Großherzoqtum Oldenburg 438 195 oder 9,9 Proz. mehr.

* Schwere UnglückSfälle auf See. Man meldet uns ans Hamburg: Infolge einer Explosion aus dem Slohman-Dampfec.Lugano* wurde ein Heizer getötet, ein anderer schwer verletzt. .Daily Mail' meldet aus New-

Geriebtssaal.

§ Marburg, 23. Ian. Ein ehemasiger Chinakämpfer, der 1881 in Obermeiser bei Hofgeismar geborene Landbriefträger Dietrich Lohne, stand heute wegen Amtsvergehens vor dem Schwurgericht. Ihm wurde zur Last gelegt, im Jahre 1904 in seiner Eigenschaft als Landbnefträaer in Welter mehrere Geld­beträge unterschlagen und sein Aunalunebuch unrichtig geführt zu haben. Ter junge Mann war geständig und entschuldigte sich mit vorübergehender Geldverlegenheit, in die er durch den Kauf eines Fahrrades gekommen sei. Sein Vorgesetzter und mehrere Zeugen bekundeten, daß sie Lohne nickt ganz für geistig normal hielten und der Direktor der Marburger Landesheilanstall, Geh. Med.-Rat Tr. Tuczeck, der den jungen Mann 6 Wochen beobachtet, bestätigt, daß dieser an krankhaften Traninzuständen leide, die vielleicht auf ein im Chinafeldzug erworbenes Nervenleiden mit epileptischem Charakter scksiesen ließen. Von einer eigentlichen Geisteskrankheit, die eine freie Willensbestimnumg auSfckließe, sei keine Rede. Tie Geschworenen billigten Milderungsciründe zu und das Gericht er­kannte dann auf 7 Monate Gefängnis.

Berlin, 24. Ian. Zu l e d e n s l ä n g l i ch e m Z u ch t h a u 8 ist jetzt der Heilgehilfe Hugo Walter, der vom Schwurgericht wegen Ermordung seiner Frau zum Tode verurteilt wurde, be­gnadigt worden. Einstweilen ist er in die Irrenanstalt Herzberge gebracht worden.

Landau (Pfalz), 24. Ian. Das hiesige Kriegsgericht vev- urteilte den Infanteristen Nürnberger des 17. Regiments in Ger­mersheim wegen tätlichen Vergreifens an seinem Vorgesetzten, Sergeanten Nyßling zu zwei Jahren Ge­fängnis.

Ein Landgerichtsrat auf d e r A n k la g e b a nk. Vor der Strafkammer in Beuthen O.-S. begann eine Verhandlung gegen den LandgericktSrat Blumenberg wegen Betruges in 21 Fällen und wegen Amtsverbrecken in 5 Fällen. Außerdem sind die Agenten Abraham und Hepner nnqeflagt Blumenberg hatte für seinen Freund, den Amtsrichter Blaumann, eine Kiroschuld über 8000 Mk. übernommen. Tas war der An­fang zu einer Schuldenlast von 70 000 Mk. Blumenberg fiel in die Hände von Wucherern, da er immer neue Gelder zur Deckung alter Schulden brauchte. Schließlich blieb ihm nichts anderes übrig, als dem Oberlandesgerichtspräsidenten Mitteiliing von seiner Schuldenlast zu macken, er verschwieg aber trotzdem aus Angst vor einer Disziplinarunteriuchnng mehrere Schuldbeträge. Um die verschiedenen Gläubiger zu befriedigen, erwarb Bliimenberg nun Möbel, Uhren und Brillanten, die daun durch Vermittelung der beiden anderen Angeklagten versetzt wurden. Um sein'n Zusammen­bruch zu verhindern, wollte er sich reich »erheiraten; die Absicht konnte er infolge seiner Verhaftung nicht ansführen. Wir werdet» das Urteil melden.

Der Streik um die Tochter Lenbachs. Zur Er-

Pork, daß sich ein schweres Schiffsunglück in der Nähe deS Kap Boule an der Küste der Insel Vancouver (Britisch. Kolumbicn) ereignete. Ein Dampfer lief dort auf einen Felsen und erlitt Schiffbruch. Man vermutet, eS sei der eng­lische Ozeandampfer .Veneta*, welcher zwischen Kanada und Ostasien verkehrt. Da? Unglück ereignete sich mährend dichten Nebels. DaS Schiff ging innerhalb 10 Minuten unter. An Bord befanden sich 106 Personen, von denen hundert ertranken.

* Große Aufregung ruft in den Aerztekreisen der lieber fall auf den Assistenzarzt deS Kranken­hauses in Forst hervor. Der Arzt wurde nach dem Besuch deS Stadttheaters in der Nähe deS Krankenhauses von dortigen Bewohnern eines einsam gelegenen Hauses überfallen, miß­handelt und alsdann inS Haus geschleppt, wo er von einem requirierten OrtSgendarmen unter der Angabe, er habe einen Einbruch verüben wollen, gefesselt inS Spritzenhaus abgeführt roitrbc. Dort mußte er bis anderen Morgen ver- bleiben, obgleich er den Gendarmen dringend bat, ihn zu dem 50 Schritt entfernten Hospital zu bringen, wo man ihn

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Für die notleidenden Deutschen in Rußland

gingen ferner ein:

Bei Professor Krüger: Prof. W. St. 10, Prof. G. C. 10, N. N. *burch Kncheurat 91) 20, L. Kattrein 5, Verbindung Wingolf 30, Loge Ludewig ziir Treue 25, Kaufmännischer Verein 25, Prof. H. W. tu I. 3, Verein Deiitscker Studenten 15 Mk.

Bei dem Bankhaus Heichelheim: Bg. 100, Prof. v. C. 20, Oberst v. B. 30, H. Vogt Erben 25, Assessor Dr. p. 10, Dr. K. E. 5, Landgerichtsdirektor P. 10, M. D. 5, Prof. 9L 10, Prof. Tr. S. 10, Prof. M. L. Str. 40, Pro'. W. K. 25, Landgerichtsrat H. 10, Lanb- gericktsrat Sckdt. 5, die Postbeamten und Postbeamtinnen (durch Postdirektor Sch ) 20.50 Mk.

Durch Zeichnung in der Liste: L. H. 100; W. 65., H. Sch., Prof. Dr. L., Prof. Dr. M. Br., Dr. Gutfieisch je 50; G. B., Brot P. P.. W. R., W. und G. Seh., Kliugspor je 30; H. Schirmer, R. Lange, Bäcker-Innung, Mehger-Inmnig je 25; E W., G. K, Prof. 9)L, Prof. M. P., Ig. F.' Sch., O. Roth, G. A. M., Präs. K., F. Habenickt, Dr. R., Prof. H. S., 91. 91., Apotheker Sckivieder, Prof. Dr. K. H., Frau Prof. L., Gebr. Stamm, Privatdozent Th., Prof. A. H., K. Schwan sen., Wtnn, je 20; Prof. P. D. 15; A. Z., v. M., St., Prof. W. M. 10, Frau Sp., Frau C. Gail, Prof. B. St., I. Rothschild, Prof. Dr. St. B., E. Fr. Söhne, Jnstizrat Hirschhorii, Rechtsanwalt Tfenbelfohn, Bär und Wetterhahn, Otto Schaaf, s)lb. Fischer, Pfeffer, G. Wortmann, Prof. N., Pro'. O., Prof. Dr. K., Prof. Dr. M., Frau H. Cncfcn, Prof. L. G., Carl Nowack, H. A., Kullmann, Sanitätsrat H., Prof. E. K., Alex. 9Iaumann, Dr. HoddeS, Rick. Wallenfels, A. Schwan, Prof. Sp^ je 10; Familie N. Stamm 6; Pro'. W., C. Sp., Tr. H. K., G. T., Prof. P.K., von N., Sigm. Stamm, L. L., Dr. F, K., G. unb M., Kovf, Gutmann, B., 65. W. Wilson, C., Frau Dr. Hanau, Prof. A. Str., Frau Prof. Tascktz Wtve., Di., Schmidt, Tr. Mkt., Pros. W., W. Wallenfels, Dr. 65., Dr. Berubeck, Prof. H., Postdirektor Nt., R. B., Jüngst, Frau Dr. PI. Wwe., L. Petri, Miith, Dr. Schl., Dr. K. Ploch, Gb., H. Leib, W. Kitbmaer, Tr. F., Tr. St., Gullmann, je 5; Prof. O. F., Prof. Pf., Dr. R., I. W. K., E. IL, Tr. R., Schäfer, L., C. R., A. K., Prof. W., E. B., E. Ch., Heyer, A. O., A. Siegel, Günther, 9)1. Stahlberg, 91. 91., Dr. E., Wtr., A. Fröhlich, Dr. Sander, 9)1. W., Dr. Hk., Fr.. W., Dr. R., Kt., W. K., Prof. C., v. B., Schm., A. 'Montanus, L. Rosenthal, Gr., Dr. K., Dr. C., D. Thom. St., Tr. K., Dr. H., S. Sch., je 8; Frau Rosenbaum, Funk, H. S., Dr. L., je 2; A. M. 1.50; Dr. L., Ungenannt, E. S. Cie., F. G., I. B., A. B., L. N., N. N., je 1 Mk.

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Eine Zunahme von nur 154 Medizin studierenden weisen im lausenden Wintersemester d'a denfschen Universitäten gegen das Wintersemester 1904/05 auf. 9Cit dieser Zunahme sind 7 Hochschulen beteiligt: Berlin, Bann, Leipzig, Marburg, Jena, München und Tübingen. Ueberall sonst ist ein kleiner Rückgang eingetreten, in: © i e e n 144 gegen 109. Die Gesamt­zahl der Mediziner an den deutschen Universitäten betrug 1830/31 2355, 1840/41 2036, 1R5O 51 1932. F60/61 2148, 1870/71 2600, 1881/82 4779, 1890/91 8381, 1894'95 7796 unb in den letzten zehn Winterhalbjahren 7806, 7968, 7947, 7548, 7131, 6872, 6398, 6072,

ICitnft rind Wissenschaft.

Berlin, 24. Ian. Die in der k. Nationolgalerie veran­staltete Jahrhundert ausstellung wurde heute durch den Kronprinzen feierlich eröffnet. Professor v. Reber-München, der als Mitglied des Ausschusses für die Ausstellung tätig war, hielt eine ?lnspräche, in der er aus die Bedeutung der Ausstell- ung für die deutsche Kunstgeschichte hinwieS. Er dankte dem Kronprinzen für die Uebernahme de- Protektorates und allen Beteiligten für die Darleihung der ausgestellten Werke.

Weimar, 24. Jan. Der Großherzog hat den Kontrakt mit der Firma Heilmann und Littmann in München wegen des Hoftheater - Re u b a u e s urtterzeichncl. Die Kosten der Aus­führung deS Projektes sind weseiitlich holder als ursprünglich veranschlagt. Zu den GesamtVosten in Höhe von 2100 000 Mk. wird der Großherzog aus seinen Privatmitteln 1400 000 Mk. beijleuent.

DaS literarische Leben derSchweiz, das nach den großen Gestalten eine# Gottfried Ktzller und Konrad Ferdinand Meyer letzt wieder frischen und kräftigen Nachwuchs aufweist, spiegelt sich in demLiterarischen E cho^ (Berlin, Egon Fleischel u. Co.) wieder. Bon Schweizer Autoren kommt Erust Zahn, den A. F. Klause als echten Natur- und Deimatsdichter schildert, mit einer Selbstbiographie zu Worte, roährend sonst

(äuferuiig der in unserer Samstag-Nummer mitgeteilten Reicks- gerichts-Entscheidung sei noch mitgeteilt: Prof. v. Sen bad) halte sich 1887 mit der Gräfin v. Moltke verheiratet, doch ist diese Ehe wegen böswilliger Verlassung von feiten der Frau 1896 geschieden worden. Kürz vorher hatte zwischen den Eheleuten eine Bcrmögensauseinanbersctzung ftattgefunben und dabei war ver­einbart worden, daß jedes der Eheleute eins der beiden der Ehe entsprossenen Kinder, zwei Mädchen, behalten solle, die 1892 geborene Marion sollte beim Vater bleiben. Ende 1896 hat sich v. LeNbach zum zweiten Male verheiratet. Die von ihm geschiedene Frau hat im Jahre 1898 den Geh. Medizinalrat Pros. Dr. Schweninger geheiratet. 1904 ist v. Lenbach gestorben und hat in einem Testament verfügt, daß seine Tochter Marion der Obhut seiner zweiten Frau, geb. Freiin v. Hornstein unterstellt bleiben solle. Nach dem Tode seiner Frau sollten Marion und Gabriele (ein Kind auS zweiter Ehe) der Erziehung einer int Testament bestimmten Dame anvertraut werden. Die letzige Frau Professor Schweninger verlangte nun, daß ihr SHnb Marion »u ihr komme und strengte eine Klage gegen v. Lenbacks Witwe auf Herausgabe des Kindes an. Die Beklagte hat den Rechtsweg für unzulässig erklärt, das Landgericht hat der Klage aber stott- gegeben und die Beklagte verurteilt, das Kind erster Ehe, Marion v. Lenbach, an die Klägerin l>erauSzugeben. Die von der Be­klagten beim Oberlandesgericht München eingelegte Berufung hatte keinen Erfolg. Nunmehr legte die Witwe von Lenbach gegen das oberlandesgerichtliche Erkenntnis Revision beim Reichsgericht ein. Die Vorinstanzen hatten auf Grund des Bürgerlichen Gesetz^ buchs entsckieden. Die Revision machte nun geltend, daß nach dem Bayerischen Mlgemeinen Landrechte hatte entschieden werden müssen, da die Ehe vor Inkrafttreten des Bürgerlichen Gesetzbuchs geschieden war und vor 1903 schon ein Vertrag geschloffen Kb wonach die Erziehung der Marion der Mutter entzogen war, auch seien die im Testament des verstorbenen Vaters getroffenen Bestimmungen maßgebend. Das Reichsgeri' ' hat die Revision für begründet angesehen und, wie wir ber ----- aes Urteils des Oberlandesgerichts die K"

5926, 6080.

Dr. jur. Eduard Dietz, Das Frankfurter Atten­tat v o m 3. A p r i l 1833 und b i e Heidelberger Stu­dentenschaft. Unter diesem Titel erschien im Verlag von Otto Petters in Heidelberg ein kleines Buch, das für jeden jetzigen und ehemaligen Studenten von Interesse sein wird. Der Verfasser erzählt von dem Versuch des deutschenPreß- und Vaterlandsvereins" unter Führung von Heidelberger, Göttinger^ Würzburger, Erlanger, Münchener, Freiburger und auch irret Gießener fbie cand. theol. Schüler und Scriba und stud. med. Luhansli) Sttidenten sich der Stadt F-ranksirrt zu bemächtigen, um dort des Zentrum einer auf dic Verwirklichung der freiheit­lichen Einigung Deutschlands gerichteten Revolution yn schaffen. DaS Unternehmen mißlang selbstverständlich, und die Teilnehmer, die nicht entkamen (Die drei Gießener befanden sich unter den Entkommenen) gerieten in Gefangenschaft und wurden lange Zeit als wüste Revolutionäre beurteilt. Es ist das Verdienst des Ver­fassers, an der Hand des Quellenmaterials zu zeigen, nicht nur, waS aus den Teilnehment im späteren Leben wurde, sondern auch nachgewiesen, daß die Teilnehmer, besonders, fonreit die studentischen Elemente in Frage kommen, ihr Gut und Blut, Leben und Lebensglück in die Schanze schlugen in gutem Glauben für Ehre, Freiheit und Vaterland zu kämpfen. Neben der Benutzung der bisher nicht publizierten Akten des Franff. Stadt­archivs, des badischen Generallandesarchivs, der K^reisarchive zu München und Landshut, erhält die Arbeit einen besonderen Wert durch die brieflichen und autobiographischen Mitteilungen deS Deutschamerikaners G. P. Körner eines gebvrenen Franffurters, der an der Vorbereitung unb Durchführung des Attentates führen­den Anteil hatte und spater als Flüchtling in seinem Adoptiv­vaterlande oie höchsten bürgerlichen Ehren erlangte und den Mittelpunkt für die Sammlung der Deutschen Nordamerikas bildete. Zwei Bilder K'örnerS. sowie die Abbildungen der Kon­stabler- und Dauptwache in Frankfurt und ein Bild deS Öam- bacher Festes sckmüclen das Buck, das broschiert Mk. 1.50 kostet.

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sein. Abg. Öattmann legte bar, baß bie barnalS unwesent­liche TageSorbnnng seine Anwesenheit tn Bersin en behrsich gemacht habe, bagegen seine Teilnahme an bem Wahlkampf aencu Herrn v. Gerlach nach seiner Meinung wicksiger war ES herrsche, so behauptete er nach derDtsch. .

Im Wahlkreise Marbura-Kircbhain-Frankenberg ziemlich lieber- einstiinmung darin, daß alle Kraft barangesetzt werben muffe, bie National-Sozialen au5 bem Kreise zu verbringen.

fc Frankfurt a. M., 23. Ian. In Bockenhetm stießen 2 Backsteinsuhrwerke gegeneinander. Da­durch siel ber Lenker bcS einen Wagen?, ber 57iaHr,ge Fuhr­mann Augusi Gciling, von seinem Gefährt herunter unb mürbe überfahren. Neben inneren Verletzungen erlitt er mehrere Arm- unb Beinbrüche. Er ist heute morgen ge­worben. __

Saatzitchtkursns am Landwirtschastl. Institut Gießen.

Am Monwg 22 d. M , fand in bet kleinen Aula der Landes- Universität die' 'Eröffnung des Saatzuchtkursus am Landwirt fdiaffliehen Institut statt.

Der Leiter des Kursus. Professor GlseviuS, in her Eröfsniingsrede hervor, diß der laudw. Verem (Landw Kränzchen Alzev an den Hessistlien Lardnn'rtschaftsrat den Wunsch nach Ver-nsialt'ma eines Saafrucktsiirsns nerlebtet habe, und daß der ^andwirtschnftsraf die äußeren geschäftlichen Vorbereitungen über­nommen und W Institut Gießen um die Veranstaltung des Kursus ersucht h^be. _ .

Ferner b-grüßte Professor Gisevnis die erschienenen Ehren­gäste Se Magn. den Rektor der Landes Universität als den Vertreter des .^aii^s, welches hen Ki'rsu?te'sn<chmern a^stsjck, seine Räume aeöffuet habe, Land's^konomlerat M ü l l e r- Darmstadt als dm Vertreter der Großh. Staatsregierimg. wolcke durch ihre Teiliwhme an dm Erösfnunasfeier ihre stete Fürsorae filr d's Weihen der hessischen Landwirtschaft bekinibet h^be, Provinziatdirektor Grheimerat Dr. Brei dort, der als Vertreter der Provinz Sbml>effen und als Vorsihendcr des Gießener laudw Be^irksvereins hei allen sich ergebenden Ge- leaenffeiten seine Fürsorge für den Lendwi'-f kundgebe, Ccfonomie- rr-t Dr. Müll e r-Darmstadt, als den Vertreter deS Landwirt- schastsrats, mit dem zusammen das Landwirtschaftliche Instisiit sckmn manche Einrichtung zur Fördmima her heimischen Landwirt* filmst habe sck'^ffeu können. Professor Gisevius nahm Veran- Inffima. dm Staafsreaimuna. der Landcsnniv-'rslfät. der 9?ro- rim Obmhessen und dem Hessischen Landw-irtsckaftsrat auch bei btefer Gelegenheit den warmen Dank für bie allseitige tatfroftiae Färderimg ai'smsprecken. welch« das Instisi't so wesentlich/n seinem Aufstreben un^mstü^teu, und denen cs zn verdmken ist. trenn k"">te zum ersten Mal ein ,.Sa"tNichcknrsi'^ hier statt- sinden konnte. Sodann hmrüßte Vrofessm 6sisevi''s die Knrsus- teilnchrner und svr-'ch s-'ine lebhafte Freude über d"s große Interesse aus, welches sich in dm großen Zahl befimbet. mit der die Herren erschiene sind. Er teilte mit. daß 30 praktische Landwirte (11 aus Rheinhessen, 10 aus Oberhessen, 7 aus Starkenburg. 2 aus Preußen unb B"den> sich zur Teilnahme gemeldet haben, und baß außerdem 16 studierend' Landwirte im ganzen also 46 Teilnehmer, fleh betcHfaten. Professor G-iftvius sprach allen Herren den Dank für das Erscheinen aus und schloß mit besten Wünschen für einen guten Verlauf dm Veranstaltung.

Hieraus ergriff Geheimrat Bebaahel das Wort, um namens der Lan^suniversität bie Kurs"stcilnebmer in deren Räumen zu begrüßen urb mit warmen Worten dem KürsiiS einen guten Erfolg zu wünschen. Ihm schloß sich im Namen der Staats- regiervng SanWöFcmomicrat Müller- Darmstadt an, ber bas Interesse der Rcgiernna an der Förd-'rnn-a solcher Ki'rse ganz besonders betonte. Gcheimerat Dr. Vreidcrf begrüßte den Klirsiis Namens dm Provinz C'bcrbeffrn unb des Gießener Kreis- vmcins. D>er KairsuS wmde jebensalls von bem gehofften Ersola begleitet sein, denn er stehe unter dem Zeichen d?S Landwirtz- sch^sfiichen Instituts und unter der herr"frrten Leitung deS Tro- sessors GisevinS. Qekorwmierat Dr. Müller-Darmstadt drückte namens des Hell. LandwirtschaftSratcs seine Genugtuung über den unerwartet starken Besuch und übm die d'mit dokumentierte An- erkemiimg ans, welche die neue Veranstaltung bei den hessischen praktischen Landwirten gefunden hatte: er hiühfte daran den Wunsch und die Zuvmsichf dessen, d'ß weitere ähnliche Veran- ftalsimgen dm ersten bald folgen möchten.

Darauf beatmten die Vorträge, welcke von Drofeffor Gi­sevius und Assistent Tr. Kleberger übernommen sind, und welche eine Reihe wicht'ger Fragen aus d»m GJ-cbietc der Pflanzen­zucht beb'ttbefn. Die Themata lauten - ..Sortenkenntnis",Zucht beete, Vermehriingsfeldm unb Buchführung",Bildung neuer Pflan'ensormen".Künstliche Pftanaenbcft"ck'tung und Krei'zi'ng". Zucktwahl", ..Samengualität nnb Samenkontrolle",Zuchtziele".

Ferner finben Demonstrationen im Laboratorium statt, bei denen die Auswahl der Zucht pflanzen an dem vom Gießener Versuck'sselde hmstammenden Pslanzenmaterial für ver­schiedene Kackturvflanzen gezeigt wird: sodann werden die llntersuck- ungsmetlwben zim Bestimmung der Korngualität, wie K'no l l e n q u a \ i t 5 t und die Methoden dar Samen- kon trolle praktisch gezeigt; mit Rücksicht auf die Be­deutung des hessischen Vrauaerstenbaucs wird auch die Brau- gerftenbonitietung und d-S Sortieren der Körner nack Gerstenftammen praktisch vorgesührt.

Am Dienstag unternahmen die .K'rsustcilnehmer einen Ans- ffug nach dm neuen oberhessischen S a a t z u ch t wirt­schaft Obbornhofen, um unter Führung deS Herrn Borne­mann - Obbornhofen die Zncktbeete seines neuen Wcttcrauer Square-Heads, seine Saatreinigungseinrichtlinqen sowie die son­stigen sehr interess'nten und praktischen Einricklnngcu seiner Wirtschaft kennen zu lernen. Am Mittwoch wird das Ver­suchsfeld des Landwirtschaftlichen Instituts aus dem Gute des Herrn Bichler-Gießeu besichtigt. Hier wmben bi** umfangreichen Versuche zur Sortenprüfiing gezeigt, sowie die Weizen- und Roggenzuchten des Instituts. Beide Aus­flüge bieten Gelegenheit bie praktische Ausführung der Pflanzen­züchtung an Ort und Stelle kennen zu lernen und die Ansichten über wichtige Einzelsragen dabei ausnitauschen.

Am Montag vereinigte eine gemütliche Zusammenkunft aller Kürsusteilnehmer die Herren in Steins Garten. Am Dienstag fanden sich die Kürsusteilnehmer mit den studierenden Land­wirten im großen Saale des Caf6 Ebel zusammen, um bei fröhlichem Liederklange einen schönen unb gemütlichen yldend zu verleben. Am Mittwoch folgen bie Teilnehmer einer Einladung des Professors Gisevius zu einer zwanglosen Zusammenkunft in seinem Hause.

Der Schluß de§ Kürsus findet am heutigen Donnerstag statt.