Alten-Buseck,
Auf Anregung bc§
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GcrichtssaaL.
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wie der UniverfitätSmusikbirektor Prof. Traut mann Güßen, Lehrer Bohl von Schlitz, Prof. Dr. Schott Bad Nauheim und Oberlehrer Professor Dr. Wetze ll Laubach.
Jubilar, Frhr. v. Angerer die Familie desselben. Professor von Bergmann erwiderte mit warmen Tankesworten. Pros. v. Bery- mann will von der Leitung der Universitätsklinik für Chirurgie! z u r ü ck t r e t e n. Für diesen Posten soll der Wiener Kliniker Prok^ v. Eiselsberg geivoiinen werden.
Klage, daß vielfach die besser situierte EinwohNei^chaft außerhalb kauft, trotzdem man ebenso gut und villig am Platze kaufen tonn, ist auch in diesem Jahre wieder laut geworden. Man sollte doch meinen, daß jeder die Vorteile einsehen müßte, die ihm selbst und auch der Allgemeinheit erwachsen, wenn das Geld in der Stadt bleibt.
** Angel-Sport. Kürzlich hat sich in Gießen eine Vereinigung von An gelsportfreundcn gebildet, die den Namen Analerklub Gießen führt. Die Gründung des neuen Vereins geschah in dem mitten int Fischereigediet liegenden Jagdschlößchen bei Dutenhofen. Es ist verwunderlich, daß die zahlreichen Freunde des Angelsports in unserer Stadt sich nicht schon längst vereinigt haben, um ihre vielfach gemeinsamen Interessen wahren zu können.
** D i e b st a h l. In verflossener Nacht stattete ein D i e b einem Metz g er lad en in der M a r kt st ra ß c einen Besuch ab und entwendete zwei Schinken und ein Rückenstück. Tie Turchsicht der Ladentheke nach Geld war rcsultatlos, weil der Metzger die Kasse geleert hatte. Der Dieb war durch ein unverriegeltes Fenster vom Winkel aus in das Haus eingestiegen. Als er mit der Beute durch die Wagen- gasse ging und ihm ein Laterncnwärter in Sicht kam, legte er das Fleisch hin und verschwand. Der Laterncnwärter lieferte das Fleisch aus der Polizei ab; über den Täter konnte er nennenswerte Angaben nicht machen, da es dunkel war.
•* Unfälle. Arbeiter H. Damm-Atzenhain, der auf Station Mücke in einem Holzsägewerk schwer am Unterlcibc verletzt wurde, starb in der hiesigen Klinik. — In Saasen verunglückte im Steinbruck) der Arbeiter Kraft dadurch, daß ein Rollwagen auf ihn fiel.
" Schwere Schlachtschweine. Ein Schlachtschwein von über 6x/2 Zentner dürfte eine große Seltenheit sein. Ein solches Tier wurde auf dem Gutshof Hasselheck bei Bad Rauheim geschlachtet. Es war ein Zuchteber. Ein Schwein von 570 Pfund wurde vom Landwirt I. Jung in Oberkleen geschlachtet.
Vermischte».
^EinPistolenduetl zwi,cyen z'w e lÄavall e rie- Offizieren hat kürzlich nach dem Leipz. Tagebl. in der Dresdener Heide stattgesunden. Ter eine der Due'llcm-- ten ist aktiv, während der andere dem Reservestanbe angehört. Beide Gegner sind Herrenreiter und in Leipzig bezw. Großenhain wohnhaft. Die Forderung lautete aus einmaligen Kugelwechsel mit gezogenen Pistolen. Einer der Teilnehmer wurde leicht verletzt.
* D t e neue st en Eise ubahnun fälle. In Lemberg stieß ein Personenzug bei der Einfahrt infolge Nebels mit einem Güterzuge zu,ammen. 15 Personen wurden verwundet. 7— Auf dem Bahnhose 91 usch0 w. bei Sten
3lu» Stadt nnd Land.
Gießen, den 17. Dezember 1906.
— In Audienz empfangen wurden von Sr. K. H. dem Großherzog am Samstag u. a. Forslassistent Eggers von Alsfeld, die Unioecsitätsprofessoren Geh. . Kirchenrat Krüger, Geh. Hofrat Behrens, Strahl und Leist, so-
*n ersetzen. Zweifellos! steht fest, daß er die zur Befriedigung feiner Genuß- und Prahl sucht erforderlichen Mittel nicht besessen hat und daß er diese nur mit Hilfe fremden Geldes', abgesehen, von den Einlagen seiner Kinder, befriedigen konnte. Zu seinen Gunsten sprach nur der Umstand, daß er, ohne dazu qualifiziert zu sein, das Amt übernommen hat, und die Tatsache, daß der Bürgermeister eine zu nachlässige oder gar keine Kontrolle ausübte. Hätte der Bürgermeister den vorgeschrieoenen vierteljährlichen Kassensturz gewissenhaft vorgenommen, so wäre der Angeklagte nicht in der Lage gewesen, eine so hohe Summe zu veruntreuen. .Da der Angeklagte kein Vermögen besitzt, bleibt die Gemeinde geschädigt.
** D ekanat Gießen. Se. K. H. der Groß Herzog haben der durch die Dekanatsfynode des Dekanats Gießen für den Rest der im Jahre 19U8 ablaufenden Wahlperiode vollzogenen Wahl des evang. Pfarrers Euler zu Gießen zum Stellvertreter des Dekans des Dekanats Gießen die Bestätigung erteilt.
•* Personalien. Se. Kgl. Hoh. der Großherzog haben den Hauptsteueramtsajsislenten bei dem Hauptsteueramt Amgen, Schröckert, zum Steuerkontrolleur ernannt.
** Eine Sitzung des Provinzial -Ausschuss es finbet Samstag, 22. b. M., vorm 9 Uhr mit folgender Tagesordnung statt: 1. Wasserversorgung von Rieder-Gemünden; hier Antrag auf Enteignung des Rechts zur Rührenverlegung. 2. Enteignung von Gelände zur Verbreiterung der Schellngasse in Alsfeld.
** D i e Rssichstagswählerlisten werden nach einer kreisamtlichen Verfügung vorn 28. Dezember ab zur Einsicht offengelegt.
**teine Gedächtnisfeier für Geh. Hofrat Prof. Dr.Thaer, den früheren verdienstvollen Land- wirtschaftsprofessor unserer Landesunivcrsität, veranstalteten die Studierenden der Landwirtschaft am Samstag im Land- wirtsch. Institut der Universität. Professor Dr. Gisevius hielt eine tiefempfundene Gedächtnisrede, in der er die großen Verdienste des Verstorbenen um das landwirtsch. Institut der Landesunioersität und um die Landwirtschaft überhaupt eingehend würdigte. Die 46 Studierenden der Landwirtschaft beschlossen, sich an der Beerdigung Thaers geschlossen zu beteiligen und einen Kranz am Grabe des Begründers ansereS landwirtsch. Instituts niederlegen zu lassen.
*• Nationalliberaler Verein. Wie aus dem Annoncenteil ersichtlich ist, findet morgen Dienstag, abends 81/, Uhr, im oberen Saale des Cafe Ebel eine außerordentliche Generalversammlung statt, die sich mit berReichs - ta gSwahl beschäftigen wird. Ein guter Besuch steht wohl zu erwarten.
** Aus dem Bureau des Stadttheaters. Morgen Dienstag geht zum ersten Male die bekannte Detektivkomödie „Sherlock Holmes" in Szene, die gegenwärtig den Weg über die deutschen Bühnen macht. Bei der sorgfältigen Vorbereitung dürfte das Stück wegen seiner überaus spannenden Handlung wie überall so auch hier lebhaftes Interesse erregen. — ES sind von literarischen Werken für die nächste Zeit in Vorbereitung, „College Crampton", „Was ihr wollt", „Der Revisor", „Die Siebzehnjährige". Als Kindervorstellung für die Weihnachtsfeiertage ist „Aschenbrödel" geivählt worden.
— Klavierschule Körner. Im Saale der Schule für höheres Klavierspiel der Fräulein Minna Körner fand am Samstag dem 15. Dezember der zweit. Vortragsabend des Wintersemesters 1906/7 statt. Das Programm war diesmal ein besonders reichhaltiges und bot den Schülern und anderen Mitwirkenden reichlich Gelegenheit ihr Können zu zeigen. Wieder war, wie man uns mitteilt, die zahlreiche Zuhörerschaft auf das Höchste mit den Leistungen befriedigt, die alle mit großem Eifer und sichtbarer Freude geboten wurden. Ganz besonderer Beifall errang die letzte Nummer, eine deklamatorisch-musikalische Weihnachtsfeier, bei welcher der aus Schülern der Anstalt gebildete Kinderchoc mitwirkte.
•* Der Fall K 0 rell. Heute wird un§ aus Darmstadt geschrieben: Es ist unwahr, daß gegen Pfarrer Korell ein Disziplinarverfahren in der Bernbeck-Asfüre statt- gefunden hat. Pfarrer Korell hatte zwar auf die Behauptung des Pfarrers Bernbeck, er (Korell) habe im Jahre 1903 sozialdemokratische Stimmzettel verteilt, ein Disziplinarverfahren gegen sich beantragt; das Oberkonsistorium hatte indesien die Eröffnung des Disziplinarverfahrens ab gelehnt, weil keine Veranlassung dazu vorläge. Es hat sonach auch kein Beweis- verfahren in der Angelegenheit stattgehabt. Insbesondere hat Pfarrer Korell niemals zugegeben, daß er sozialdemokrat. Stimmzettel verteilt hätte. Korell hat diese Behauptung als eine glatte Unwahrheit bezeichnet.
** Der silberne Sonntag hat unseren Geschäftsleuten, teilweise wohl veranlaßt burdj das trockene Wetter, zahlreiche kauflustige Kundschaft vom Lande gebracht. Der verstärkte Verkehr setzte schon um 11 Uhr vormittags ein, was man besonders in der. Neustadt, in der Marltstraße und <un oberen Ende der Bahnhofstraße wahrnehmen konnte. Gegen Mittag brachten die Züge aus Oberhessen und audj vom Dillgebiet her zahlreiche Fremde. Erst gegen 3 Uhr sah man die Gießener Bevölkerung ausgehen, um Einkäufe zu machen, und es entwickelte sich bis abends 7 Uhr im Seltersweg, Mäusburg, Marktplatz, Schulstraße usw. ein sehr lebhafter Verkehr. In den Geschäften war sehr viel äu tun, teilweise hatten die Inhaber nicht Leute genug, die Käufer abzufertigen, wie sie es wünschten. Dies konnte man besonders in den Spiel- und Luxuswarengeschästen beobachten, aber auch in den Läden der Bekleidungsbranche und in den Wollwarengeschästen staute sich die Zahl der Käufer häufig beängstigend. Im allgemeinen ist die Geschäftswelt mit dem Verlauf des gestrigen Sonntags zufrieden; die Geschäftsleute sino eben bei uns nicht verwöhnt, besonders in diesem Jahre nicht. Tas Geschäft ist im allgemeinen nicht gut ausgefallen, trotz der aufgewendeten hohen Unkosten und der enormen Mühe, die sich in Gießen die Kaufmannschaft und die Gewerbetreibenden geben. Die
ilnivergitäts4tad?rid)tett*
Berlin, 16. Tez. Zum hemigen 7 0. G e b u r t s t a g von Professor von Bergmann sandte der Kaiser folgenbed Glückwunschtelegramm: „Am heutigen Sage mochte ich nicht unter der großen Zahl derjenigen fehlen, die Ihnen, mein lieber Berg-- mann, ihre aufrichtigen Glückwünsche ausfprechen. Ihre hohen! Verdienste, welche Sie sich um die leidendeAienschheit erworben haben, sichern Ihnen einen Ehrenplatz unter den Leuchten der Wissenschaften. Gott schenke Ihnen weitere Erfolge in Ihrer segensreichen Tätigkeit und einen glücklichen Lebensabend im Kreise Ihrer Lieben. DaS ist der Wunsch Ihres wohlgeneigten Königs Wilhelm I. R." Telegramme sandten ferner die Kaiserin und die Großherzogin von Baden. Persönlich hatte sich eine große Zahl Gelehrter, Vertreter des roten Kreuzes und andere Körperschaslen eingefunden. Abends fand im Mozarisaal ein Festmahl statt. An dem Festmahle zur; Feier Bergmanns nahmen etwa 500 Personen teil, darunter die Minister Sludl und Frhr. v. Rheinbabcn, ferner Exzellenz Prof. Dr. Moritz Schmidt-Frankfurt a. M. Der Kultusmuüsler brachte das Hoch auf den Kaiser aus. Prosessor Heubner feierte den
dal wurde her Postschaffner Vilßner vom Zuge überfahret und sofort getötet. — In Brüx (Böhmen) fuhr ein Per- sonenzua auf einen Schnellzug auf. 33 Personen wurden leicht verletzt. Ein Weichensteller und ein Kontrollwächter luurbert verhaftet.
* Ein Fall von Scheintod tvird aus Styrunt gemeldet. Die Frau eines Fabrikarbeiters hatte eine zu starke Dosis Medizin genommen und brach anscheinend leblos zusammen. Der Arzt konstatierte den Tod. Als die Einsargung erfolgen sollte, fand man die angeblich T 01e im Bett aufrechr sitzend vor. Die Frau hatte zwei Tage hindurch die Vorbereitungen zu 'ihrer Beerdigung wahrgenommen.
* Ein sehr bes0rgte r Vater ist der Kätner K. in Sch. aus dem Kreise Ttlslter Niederung. Kürzlich schrieb er, wie die Tils. Allg. Ztg. berichtet, dem Lehrer seiner achtjährigen Tochter folgenden originellen Brief: „Geehrter Herr Lehrer! Wie Ick) es ersehe meine Tochter wird mir in ihrer Nerve Täglig immer mehr Getodtet es Kommt von den Ueberheuften Aufgaben der Lehre ihre Gedanken und Mühe sind nur auf die Lehre Gekommen, so das Sie sich von Esten Hindert. Es Kann meinem Kinde durch Ihre Kopf schmerzen Schaden am Leibe füge Daher bitte ich Lehrer an meinem Kinde mit der Lehre zu übersehen Ach^ tuNgsvoll K. . . .
* Kleine Tages chronil. In Schönau (Voigllanb) erschlug der 16jährige Sohn eines Milchhänb.ers die Geliebte seines Vaters und deren Kind mit der Holzaxt, weil er sich durch das Liebesverhältnis im Erbteil benachteiligt glaubte. Der junge Mensch zündete darauf das H a u 2 a n u n d e r h ä n g t e j i ch. — Durch einen Aut 0 mobil u n f a l l wurde in der Nähe von W a n n s e e bei Berlin der Fabrifdirektor Dr. Idell getötet; seine Frau und sein Chauffeur! lunrbcn verletzt. — Am TegelerSeebei Berlin d u r ch s ch n i t t der Zimmermann Fischer seiner Frau nach einem Streit auf offener Straße mit einem Messer die Kehle und brachte sich selbst tätliche Verletzungen am Halse mit seinem Messer bei. — Der Hausdiener Sassa wurde unweit Erfurt überiallen, durch Hammer- schlage zu Boden gestreckt und beraubt. Sein Zustand ist hoff-, mmgslos. Der Täler ist entkommen; vermutlich ist es der Arbeiter Tomisch. — Am Fenster der Schule in Piechowitz (Westpr.) wurde nachts eine mit Glassplitteru und Nägeln gefüllte Bombe zur Explosion gebracht. Das Fenster wurde zertrümmert. Die Lehrerwohmmg ist beschädigt. — Am 15. Dezember wurde das E h e m u 1 tz e r E r e m a t 0 r 1 u m, das erste un Königreich Sachsen, eingeweiht. — In Halle hat die Frau des Direktors des Sladt- gymnasiums Prozessor Dr. Friede rsdorff ihre 20 jährige T 0 ch t e r u n d s i ch s e l b st erschossen. Ter „Saaleztg." infolge dürfte Schwermut der Beweggrund zur Tat gewesen sein. — Eine Depesche aus Saigon meldet, daß für200,000FrancS Briefmarken in betrügeris ch e r Weise mit einem höheren Betrage überschrieben worden seien, um ihren Wert für Briefmarkensammler zu erhöhen. Gewisse Beamte der Verwaltungen der öffentlichen Arbeiten sowie der Posten und Telegraphen machten sich miischuldia. Der Vorsteher eines Postbureaus, der den Generaldirektor der Posten und Telegraphen mit dem Reooloor bedrohte« ivurde verhaltet.
Magdeburg, 16. Dez. Die wegen GattengiftmorbeS angeklagte Postalsistentenwitwe Duchstejn wurde inj später Nachtstunde vom Schwurgericht freigesprochen. j
Handel und Verkehr, Volkswirtschaft.
Eine schwere Enttäuschung. Die ganze Zeit übep ist angenommen und besonders in einem süddeutschen HanbelSi blatte immer und immer wieder hervorgehoben worden, daß das Deutsche Reich im Jahre 1907 nicht wieder mit neuert Geldforderungen an den Markt kommen werde. Und nun watz dies ein großer Irrtum, der klar zutage trat, als am ba> gangenen Mittwoch der Reichshaushältsplan bekannt wurde. .Denn! mit ihm wurde auch bekannt, daß das Deutsche Reich voraus^ sichtlich im nächsten FrühjahL schon wieder mit einer Anleihe an den Geldmarit herantrcten wird. Daß die Ausgabe einers neuen Rcichsanleihe auf den Kursstand der alten sehr drücken wird, ist über jeden Zweifel erhaben. Sind doch in der letztenl Zeit die deutschen Konsols vorzugsweise deshalb gestiegen, weil die Aussicht vorlag, es würden neue Staatsfonds nicht zur; Emission ausgeschrieben werden. Nun rechnet der Haushaltsplan mit einer Anleihe in Höhe von 264 Mill. Mk. Wie aber; die Verzinsung sich gestaltet, darüber ist man allerdings noch im ungewissen. An eine 3 prozentige Verzinsung ist gar nicht zu denken, da ja die Negierung selbst mit einer 31/2 prozentigew ihre großen Schwierigkeiten hatte. Die letzten Anleihen waren; die unpopulärsten, die seit langer Zeit herausgebracht worden sind. Bleibt nur der 4 prozentige TyPuS übrig. Dagegen aber» wird sich das Reich voraussichtlich sehr sträuben. Doch man hat Beispiele: LübM und gerate am heutigen Tage Hessen. Die 4 prozentige hessische Anleihe hat ganz unzweifelhaft einen glänzenden Erfolg, denn erstens ist das Kapitalistenpublikum mitten iin Anlagcbedürfnis, zweitens sind die 4prozcntigen Anleihen namentlich den Rentiers sehr genehm und drittens sind die hessischen. Anleihen wiederum an sich sehr beliebt. Mag es gehen wie es will: der Reichsschatzsekretär wird mit seiner neuen Anleihe wieder einen recht schweren Stand haben, dieser Mamr ist vri^ seinem Amt sicher nicht auf Siefen gebettet
Märkte.
fc. Frankfurt a. M., 17. Tez. (Orig.-Telegr. des „Gießen. Anz.") Amtliche Notierungen der heutigen Fruchtmarktpreise. Weizen Alk. 17.75—18.00, Kurhessifcher Mk. 17L5—18.00, La Plata D!k. 19.50—20.00, KansaS All. 19.50—20.00, Roggen Ihiesiger) Mk. 16.50—00.00, Gerste (Wetterauer) Mk. 17.00—17.75, Franken- felder Dlk. 18.50—19.25, Hafer 17.00—18.00, MaisMk. 13.50—14.00" Weizenmehl 27.00—28.25, M. 00—00, 2. Qualität Alk. 25.25 bis Alk. 26.25, 3. Qualität Mk. 23.25—23.75, Sioggeumehl 0 Alk. 25.00—25.50,1. Qualität Mk. 24.00—24.50, Weizenkleie Alk. 10.00 bis Mk. 10.50, Roggeukleie Mk. 11.00—11.25, Maiskeime Alk. 11.00 bis Bit. 11.50, Franken, Pfälzer, 3tied Alk. 18.00—18.50. Alles pet 100 Kg. ab hier.
fc. Jraulsurt a. M., 17. Tez. (Telegr. Qrig.-Bericht des ,®ie&, Anz."). Amtl. Notierungen der heutigen Viehmarktprei fc. Zunr Verlaufe standen: 504 Ochsen, 113 aus Oestreich, 57 Bullen, G auS Oesterreich, 0 aus Dänemark, 1077 Kühe, Ferfen, Stiere und Rinder, 0 aus Dänemark, 337 Kälber, 469 Lchafe und Hämmel, 00 Schafe ans Oesterreich, 0 Ziegen, 2109 Schweine. Bezahlt wurde für 100 Pfund Schlachtgewicht. Ochien l. Qualität 86—92 Alt.
Vorstandes des hiesigen Bürger-VereinS hielt Freitag abend Dr. Krull von der technischen lanbivirlschafllichcu Abteilung zu Berlin einen Vortrag über den Wert, die Slnwenbuug und ben Erfolg bet künstlichen ©üngemittel. Nach- bem bec Vorfitzenbe W. Kahl bie Erschienenen begrüßt und für bas zahlreiche Erscheinen gebankt, erhielt Dr. Krüll bas Wort. Er führte nun in sachlichen Erklärungen unb an Hand bildlicher Darstellungen .von Kultirrgeivachsen mit verschiedenartiger Düngung sehr ausführlich unb in leicht begreiflicher Weise seinen Vortrag aus, sobaß wohl Jeber manches Lehrreiche wirb mit nach Hause genommen haben. Möchten boch noch ähnliche Vorträge in biesen langen Winterabenben abgehalten werben.
p. Lich, 17. Dez. Heute morgen würben bie Bewohner unserer Stabt burch Feueralarm aus bem Schlafe geweckt. Es brannte bei bem Metzgermeisler Rau, bem Schloß gegenüber. Der Branb, ber alsbalb gelöscht würbe, soll biirch bie Räucherkammer entstauben sein. Ein baran gebauter Stall brannte nieber. Auch bas Nachbarhaus erlitt Schaben.
h. Laub ach, 16. Dez. Dem hiesigen Weihnachtsmarktc folgten wie üblich Dienstag nacht verschiebeue Spinn- stuben; einer von biesen folgte, nicht wie üblich, eine Prügelei hiesiger junger Burschen. Mit Latten unb Prügeln wurde zwischen 2 unb 3 Uhr Nachts gekämpft, bis einer ber Beteiligten vom Schauplatz ber Schlacht verwunbet ins elterliche Haris getragen werben mußte. Da bem Vernehmen nach ber Vater bcS Verletzten Anzeige bei ber Staatsanwaltschaft erhoben hat, bürste ein gerichtliches Nachspiel bie Folge sein.
(-) Aus dem Kreise Biedenkopf, 15. Dez. Die Frage einer Bahnverbindung zwischen dem Dill- und Lahntal durch die Weiterführung der sog. Schelde- talbahn nach Wallau bezw. Biedenkopf an der Bahn Mar- bur g-Creuzthal macht langsame, aber sichere Fortschritte. 9lad)bem der Staat sich bereit erklärt hat, diese so notwendige Babn zu bauen, handelt es sich jetzt noch hauptsächlich um Sie Aufbringung der Geländekosten, bezw. um bie Geländestellung. Die verschiedenen Beratungen haben zur Folge gehabt, daß man glaubt, den Grund und Boden sur etwcrs über 400 000 Mk. zu erwerben. Auch in der in Biedenkopf in dieser Woche abgehaltenen Stadwer- ordnetensitzung kam die für die Kreisstadt so bedeutscune Frage zur Sprache. Es wurde beschlossen, den Beitrag ber Stabt Biedenkopf von 10 000 auf 20 000 Mk. zu erhöhen. Der Kreis würde dann noch einschließlich des Bezirksverbandes und der beteiligten Gemeinden 234000 Mk., Kreis und Stadt Dillenburg 140 000 Mk. und der Hessen-Nass. Hüttenverein 350 000 Mk. beizutragen haben. Hoffentlich kommt auf dieser Grundlage eine Einigung zustande. Die Gesamtkosten der Bahn, bie in 6,2 Kilometer Länge den Tillkreis und in 19,8 Kilometer Länge den Hinterlandkreis durchläuft, sind auf 3333 000 Mk. berechnet. Sie soll die bis jetzt noch abgeschlossenen Industriegebiete im Bezirk des Rothaargebirges, in denen bereits Tausende von Arbeitern Beschäftigung finden, bem Verkehr und der Kreisstadt näher bringen.
BB Darmstabt, 17. Dez. (Drahtbericht). Anfang Januar soll hier unter bem Vorsitz bes Ministerlalpräsibenten Braun eine Konferenz stattsinden, bie sich mit ber Vorbereitung bcc von S. K. H. bem Großherzog angeorbneten Grünbung einer Zentrale für Säuglingsfürforge unb Mutterschutz beschäftigen soll. Zu ber Konferenz sollen die Vorstände aller Vereine, bie sich mit ber SäuglingSfür- iorge unb ber Wöchnerinnenpflege beschäftigen, Prof. Dr. Pfannenstiel-Gießen, bie Bürgermeister ber hesiischen Städte 2C. Einladung erhalten. Ein bestimmtes Arbeits- pcograiiim für die Zentrale liegt bis jetzt noch nicht vor.
* Kleine Mitteilung e n aus v e > > c n und ben Nachbarstaaten. Die Güterabfertigung zu N e i ch e l s h e i m (Welteran) ist an das Fernsprechnetz augeschlosfen worden.


