Höchst i. O. von der nationalliberalen Partei als Landtagskandidat aufgestellt werden.
** Selb stinord im Prvvinzial-Arrcsthau^. Der aus Glogau gebürtige Kaufmann I. Dörfer, ein Ivegcn Diebstahls unb Eigentumsvergeben mehrfach vorbestrafter Mensch, hat sich Sonntag Nacht in seiner Zelle erhängt. Der Verlebte war überführt, in Bad-Nauheim einen schweren Diebstahl begangen zn haben und war ferner verdächtig, die in letzter Zeit in der Badestadt inehrfach vorgekommenen Einbrüche verübt zu haben.
** Han dfertigkeits unter richt. Wir wollen nicht vcrfchken, auf den Beginn des Knabcnbandarbcitsunterrichts für Knaben aufmcrksaln zu machen. Anmeldungen werden Mittwoch, den 26. d. Mts., nachmittags 3 Uhr, im Schulhause mn Asterweg entgegengenommen.
** Nachahmenswert. Die Firma Georg Wilhelm Gail bewilligte ihren sämtlichen in den Zigarrcn-Fabriken beschäftigten Arbeitern mit Rücksicht auf die teuere Lebenshaltung eine Lohnerhöhung.
** Der W e tter au -- L ahn a a u - Säntz erbund unternahm am Sonntag seine woblgelungene und sehr zahlreich besuchte erste S ä n g e r f a h r t nach dem Windhof. Noch vor dem Eintreffen des Lollarer Zuges begann der Vortrag von Einzelchören durch die Bundesvereine aus Leihgestern (Eintracht und Liederkranz'», Gr ost en- Linden (Germania und .Harmonie) und Grosten- Buseck (Germania). Um 3 Uhr eröffnete Bundespräsident Kr a p f-Leihgestcrn das Zusammensein offiziell mit kurzen kernigen Worten, die in einem Hoch auf den Bund gipfelten. Hierauf folgten die Einzelchöre der Lollarer (Männergesangverein Germania und Liedertafel) und Kr o f d o r f e r (Germania), sowie weiterer zweiter Einzelchöre der Bundes- Vereine. Da in der kurzen Zeit des Bestehens des Wetterau- Lahngau-Sängerbundes noch kein Bundes(Massen)-Chor vorbereitet werden konnte, wurden an dessen Stelle Gruppenchöre zwischen den Einzelchören vorgetragen. Ist Gelegenheitsgruppen von 4—7 Vereinen wurden zum Vortrag' gebracht die Preischöre vou den letzten Wettstreiten zu Langgöns und Lollar: „Lob des Frühlings" von C. Kern, „Im Wald" und „Botho der Abt von Pauli". Aus frischer Kehle und froher Brust sangen die Sänger die gemeinschaftlichen Efiöre und man sah ihnen ordentlich die Freude an, die jedes Sängcrherz unwillkürlich erfülli, wenn Hunderte von Stimmen im Massenchor zusammen-l/'gcn. Die Gruppenchöre wurden geleitet vom Bundeschormeister Musiktehrer Wigand Gernh ard t-Gießen und gaben das beste Zeugnis von dem in unfern ländlichen Gesangvereinen vorhandene Stimm-Material und von dem Eifer, mit dem nach den letzten Wettstreiten in diesen Kreisen das deutsche Lied gepflegt wird. Im Verlauf der Darbietungen ergriff noch Bundes-Bibliothekar Lehrer Buß-Leihgestern das Wort. In packender Weise ermahnte er die Sänger und Vereine, eifrig mitzuarbeiten am Ausbau des Bundes und des Männergesangs im allgemeinen. Besonders aber möchten die Sänger au das schöne Vorbild von Kaiser und Großherzog denken, die beide warmherzig Anteil an der edlen Volkskunst nehmen und beweisen. Ein anschließendes Hoch auf die beiden hohen Freunde des Gesanges weckte lebhaftes Echo in den Reihen der Sänger. Als gegen 7 Uhr ein Sonderzug die Sänger wieder abrief, trennte man sich im Bewußtsein, einen nützlichen Tag im Dienste des Männergesanges gemeinschaftlich verlebt zu haben. Ja, es wurden Stimmen laut, die derartige Sängerfahrten über die üblichen Sängerfeste stellten. — Am nächsten Sonntag findet in der „Linde" zu Großen-Linden eine Sitzung der Bundesleitung statt.
+ Pohl-Göns, 24. Sept. Gestern feierte in Verbindung mit dem Kirchweihfest der Kriegerverein sein 30jähriges Bestehen: ans diesem Anlast wurde dem Verein von einem Vertreter des Kreisaints Friedberg die Kaiserschleife überreicht.
** Rod he im a. d. Bieber, 25. Sept. (Drahtbericht.) Heute vormittag gegen 11 Uhr brach in der Scheuer des Ludw. Schmidt XIX.: der mit seiner ganzen Familie auf dem Felde war, ein Brau d aus, dem die ganze diesjährige Ernte zum Opfer fiel. Da die Schoner dicht an das N^chbargebäude angebaut ist, drohte dem ganzen Dorf die äußerste Gefahr. Dank der Windstille, der aufopfernden Tätigkeit der neugearündeten Feuerwehr und nicht zuletzt der neuen Wasserleitung, konnte das Feuer auf seinen Herd beschränkt werden. Die größte Gefahr ist jetzt (12 Uhr mittags) abgewendet.
X. Büdesheim, 24. Sept. Bei dem gestern dahier abgehaltenen Abturnen stürzte der 14jährige Lehrling Wagner vom Reck und trug einen Armbruch davon. Bald trat auch Wundstarrkrampf hinzu und der junge Mensch mußte nach Hanau ins LandkrankenhauS gebracht werden, in dem er starb.
W. Darmstadt, 24. Sept. Heute vormittag traf der preußische Verkehrsminister Breitenbach von Mainz hier ein und hatte im Ministerium mit dem Staatsminister Ewald und dem Fänanzminister Gn a u th längere Konferenzen. Nach 12 Uhr kehrte Brcitenbach nach Mainz zurück.
fc. Schwabenheim a. d. Selz, 24. Sept. Eine Liebestragödie spielte sich heute morgen in unserem Orte ab. Die 20jährige Elise Eckert hatte dem Taglöhner und Tanzlehrer Heinrich Jung, mit dem sie mehrere Jahre ging, die Liebe aufgesagt. Heute morgen nun lauerte ihr Jung auf, versetzte ihr einen Beilhieb auf den Kopf, stach ihr mit einem Dolch in den Hals und zerschnitt ihr drei Finger. Dann schoß er sich zwei Kugeln in den Kopf; er starb im Laufe des Vormittags. Das Mädchen dürfte mit dem Leben davonkommen.
** Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. In Frankfurt a. M. erhängte s i ch die 55jährige Schwester des Professors Dr. Boettger. — Geh. Regierungsrat Raabe, der langjährige Landrat von Limburg, ist in Wiesbaden einem Schlag an fall erlegen. — In Fulda wurde bei einer Messerstecherei ein Arbeiter so schwer verletzt, daß er bald darau' starb. Als Täter sollen zwei Italiener in Betracht kommen, die von der Polizei gesucht werden. — Der im Mainzer Hauptbahnhof als Bahnwvrt bedienstete Gottfried Sauer ans Bodenheim wurde heute nachmittag von einer Rangierabteilimg überfahren und sofort getötet.
Vevmrschte».
• Mannheim, 24. Sept. Wie die „Volksstimme" mitteilt, wurden im hiesigen Arbeiterfortbildungsverein große Unterschlagungen aufgedeckt. In der Kaste wurde ein Manko von etwa Mk. 10 000 festgestellt, wovon Mk. 4000 auf die Sparkasse und Mk. 6000 auf das Vereins-- vermögen entfallen. Der Defraudant, der Vereinskassierer Schneidermeister Krämer, verwaltete sein Amt seit 35 Jahren. In seinem Besitz befand sich nur noch ein Pfandbrief von Mk. 500 und etwa Mk. 30 in bar.
• Ein Eden für unsere Soldaten. Folgender Nachruf findet sich im „Nieder!. Anz.": „Den. lieben Soldaten, die uns während ihrer Einquartierung in unserem Ort einige so glückselige Stunden bereitet haben, rufen wir ein herzliches Lebewohl und „Auf Wiedersehen!" nach. 17 Sonne- walder Bürgertöchter." — Das ist nett von den hübschen Sonnewalderinnen. Wenn der Herr Kriegsminister das liest, bekommen sie bald wieder Einquartierung.
* Ein neues Lynchgericht hat am 24. in der Nähe von Atlanta (Georgia) stattgefunden. 200 Männer stürmten das Gefängnis, holten einen Neger heraus, hingen ihn an eine Tclegraphenstange und durchlöcherten ihn durch zahllose Kugeln. Abends wurde ein Neger in einem Hotel von 50 ihn verfolgenden Personen erschossen. Wiederholt wurde aus dem Hinterhalt auf Straßenbahnwagen gefeuert. Die Neger drohen mit Revanche. Eine große Menge Militär ist zur Herstellung der- Ordnung aufgeboten.
* Kleine Tageschronik. In Naumburg a. S. spielte int Delikateßgeschäft Riec der 16 jährige Lehrling Wille mit einem Revolver und s cd o ß seinen 15 iährig-'n Mitlehr- ling Rottig an, als er das Blut fließen sah, richtete er die Masse gegen sich selbst und schoß sich tot. — In Weitmar lWestf.) wurde die schrecklich verstümmelte Leiche eines Mannes, der durch Messerstiche, Stockschläge und Schüsse vollständig unkenntlich gemacht worden ist, aufgefunden. Neben dem Toten lag ein noch mit sechs Kugeln geladener Revolver und ein Messer. Die Mörder sind unbekannt. — InMünchen wurden in einem Luxuswarengeschäst bedeutende Merendiebstähle -entdeckt. Zwei Ausgeber, die jahrelang das größte Vertrauen genossen, wurden verhaftet und bei eine.- Haussuchung wertvolle Kunstgegenstände gefunden. Die Hehler sucht man noch. — Der zwölfjährige Lateinschüler und Seminarverwalterssohe: Höst in Neuburg a. D. hat aus seines Vaters Arntskasse 7000 Mark bar gestohlen und ist mit einem gleichaltrigen Jungen flüchtig. — Die in den verschieden^ en Erdteilen stattgehabten Erdbeben haben auf dem Meeresboden in der Nähe Portugals bedeutende Umwälzungen verursacht, die für die Schiffahrt von Bedeutung sind. Neue Sandbänke dürsten für die Schiffahrt von Gefahr sein. In Tours (Frankr.) zerstörte ein Feuer das Fouragemagazin der Kaserne: der Schaden ist bedeutend. Mehrere Feuerwehrleute und Soldaten sind verletzt worden. Eine zweite Feuersbrunst entstand in Tours infolge Explosion eines Automobils, durch welche ein Hotel völlig zerstört wurde. Eine Anzahl anliegender Gebäude sind beschädigt. — In Petroz- senh (Ungarn) verwundete der Oberleutnant Popper bei einem Streite in einem Kaffeehause die Beamtin Elewes durch Säbelhiebe fu.',T schwer. — In Rvveredo fuhr der regelmäßig nach Schic verkehrende A u. t o m o b i l o m n i b u s an ein Haus. Die Insassen wurden herausaeschleudert, 'das Fahrzeug demoliert. Der Chauffeur und seine Tochter roarep sofort tot, 11 Personen schwer verletzt. — In In golstadt feuerte während eines Arbeiter- festes der Schlosser Graharnmer auf die 18 jährige Ladnerin Arbesmeier mehrere Schüsse ab. Das Mädchen war sofort tot. Bevor der Mörder festgenommcn werden konnte, schoß er sich eine Kugel in den Mund und stürzte gleichfalls tot zu Boden. Die Tat geschah aus Eifersucht. — In Kiel ist in der Villa des Prinzen Ad albert von Preußen ein Pretiosen- Diebstahl verübt worden. Beim versuchten Verkauf zweier Brillantringe wurde ein Matrose, der mutmaßliche Täter, festgenommen. — Auf dem Gute Alt Stüduitz in Pommern erschoß sich der Leutnant Gl ahn, der Sohn des Rittergutsbesitzers Glakm. — Arn 24. September wurden bei einem Zusammen- stost zwischen einem P e r s o n e n - und einem Güt er zu ge auf der Minneavol's- und St. Lo'.ns-Eisenbahn in New-Prague in Miuneavolls 6 Personen n <• t n t e f und ?5 v e letzt
A^beLterbewegsrng.
S t e t hin , 24. Sept. Eine Abteilung A r b e i t s w i Higer, hatte am Samstag abeud den Freihafen an Bord eines in See gehenden Dampfers verlassen, um sieh an geeianebr Stelle auü°r- halb des Hgfen.aeb'etes verstauen zu lassen, da sie Zusammenstößen mit den wieder angetretenen Hafenarbeitern entgehen wollten. In Gutzlow signalisie'-te der Kapitän einem dort liegenden schwedischen Dampfer, daß dieser die Leute, etwa 20 Mann, übernehmen solle, was denn auch ge'chgh. Die Manner überschritten das Gelände der Brikettfabrik, deren Arbeiter im Streik stehen. Kaum hatten sie unter Führung von zwei Gendarmen das Tor des Fabrikgebäudes verlassen, und waren in einen dunklen schmalen Weg eingetreten, als sie mit Schimpfwm-teu dort aufgestellter ^streikender empfangen wurden, deren Zahl auf gegen 100 anwuchs. Auch Frauen waren in dem Haufen: sie trugen Knüppel und Latten, sowie Steine herbei 'und nun begannen sofort die Mißhandlungen der mit den beiden Gendarmen völlig eingekeilten 20 Leute, von denen etwa 4 bis 5 blutig z u g e - richtet wurden. Es sielen Revolverschüsse- auch tagen die Gendarmen blank, doch vermochten sie ihre Schutzbefohlenen gegenüber dem immer an wachsenden johlenden Haufen nicht zu verteidigen. Nur allmählich lichtete sich der dickte Knäuel und die Angreifer versuchten sich durch die Flucht nach allen Seiten hin in Sicherheit zu bringen.
Nürnberg, 24. Sept. Der Maurer-undBauhilfs- a r 6 c i t c r ft r e i f ist nach fast dreimonatlicher Dauer beendet worden. Heute früh würde auf einigen Bauten die Arbeit zu den alten Bedingungen wieder ausgenommen. Die Arbeitgeber wollen jetzt Zugeständnisse macken, ücrlanacit jedoch morgen den Aluckluu ;,;r i ji reges.
GevichtssarrL.
ssd.) Darmstadt, 24. Sept. Ein ungetreuer Gern e i n d e r e ck n e r stand heute in der Person des 44 jährigen Kaufmanns Andreas Altvater vor dem Schwurgericht. Altvater ist in Babenhausen aebo'-en, wo schon sein Vater lange Jahre lstndurch das Amt des Gemeinderechners bekleidete. Er fing als junger Mann ein Manufakturwarengesckäst an, das ziemlich gut florierte. Er besaß aber keinerlei Vermögen, nur seine Frau brachte ifym bei der Heirat 1887 3000 Mark ein. 1888 wurde er Kontrolleur des Vorschuß- und Kred'tvereins Babenhausen und im nächsten Jahre übernahm er die Rechnerstelle. Der Umsatz der Kasse war zeitweise höher als eine Million Mark. 1895 wurde Allvater Gemeindeeinnehmer und gleichzeitig Kirchenrechner. Sein Einkommen aus allen diesen Stern ter n betrug 2800 Mark jährlich, so daß er, wenn man dazu noch den $e= schästsgewinn mit 2000 Mark im Jahre rechnet, über das ansehnliche Einkommen von 4800 Mark verfügte. Für den Bau einer Kaserne nahm die Gemeinde Babenhausen im Jahre 1891 eine Anleihe von 1400 000 Mark bei verschiedenen Banken auf. Die Abrechnung darüber wurde in besonderen Büchern geführt. Nach feiner, eigenen Aussage hat Allvater zunächst im Juli 1901 in der Kasse des Vorschuß- und Kreditvereins etn Defizit von 61000 Mark entdeckt. Da eine Revision bevorstand, nahm erden Betraa aus der Gemeindekasse und deckte den Fehlbetrag. In den, Büchern machte er entsprechende falsche Eintragungen. Das Defizit in der Vorschuß- und Kredit kasse ist seit dem Jahre 1890 allmählich dadurch entstanden, daß Allvater Wechsel auf sich persönlich aus der Vereinskasse zahlte, ohne dos Geld zu ersetzen. Im Dezember 1905 kam die Unterschlagung durch einen Zufall ans Licht und Altvater legte hieraus seine sämtlichen Aemter nieder. Später ist dann in der Vorschuß- und Kreditkasse ein weiteres Defizit von rund 41 000 Mark entdeckt worden, im (Hansen sind also rund 100 000 Mark von Altvater für private Zwecke verwendet worden. Der entstandene Schaden ist bis auf 14 000 Mark gedeckt, die die Gemeinde Babenhausen verliert. Von den Zeugen wurde Allvater als zuverlässiger, nüchterner und gewissenhafter Mann geschildert. Die Geschworenen sprachen ihn schuldig unter Zubilligung mildernder Umstände und das Gericht verurteilte ihn zu z w e i I a hr e n Gefängnis abzüglich 9 Monate Untersuchungshaft. Wegen der Unterschlagungen bei dem Vorschußverein wird sich Llltvater demnächst vorder Strafkammer zu verantworten haben.
handel uttö Verkehr, Volkswirtschaft.
Staatsfonds und Konsols. Es tut wieder einmal not, Vergleichsziffern über die Beivegnng am Markt der Staats- rcutc:..rle nebeneinander zu stellen. Sie beanspruchen immer Interesse, wenn auch meistens da?, iua§ dabei herauskommt, nur wenig erfreulich ist. So notierte die 3'/,-prozentige Deutsche Reicks-- anleibe anfangs September v. Js. 100,80 und am 20. d. Mts. 98,00, Verlust glatt 2 Prozent. Die tz-prozentige Anleihe' stand September 1905: 89,80 und gegenwärtig 86,50, das jst ein Minus von nicht weniger als 3,30 Prozent. Die 3'/r-proz. Preußischen Koniols notierten vor einein Jahr 101,20 und gegenwärtig 98,65; sie haben" also miet) mehr als 2V, Prozent verloren, und die 3-prozentigen Preußischen Konsols sind von 89,70 bis 86,50 zurückgegangen; hier beträgt der Verlust 3,20 Prozent. Derartiges läßt man sich allenfalls von einer Bank- oder Bahnaktie und da auch nicht ohne schmerzliche Erregung ge^alleu. Aber bei einem auf Kapitalanlage bestimmten Papier ist eine solche Tatsache sehr bebaucrlicf). Avernicht allein die deutschen, sondern auch die französischen Kapitalisten befinden sich in gleicher Lage. Mit der französischen Rente, die sonst immer als Muster hiugestellt nntrbe und es auch werden konnte, steht es nicht besser. Anfangs September 1905 notierte die 3-prozentige französische Rente 100,32 und gegenwärtig 96,77; sie wich demnach um 3,55 Prozent. Wer seinerzeit 4-prozentige Javaner kaufte und zwar mit 90,75, hat seit dem vorigen Herbst 45/f Prozent verloren. Tas hat man beim Erscheinen dieser viel empfohlenen Rententitel auch nicht erwartet — wir hatten allerdings gewarnt. Auch die 4'll-prozentigen Japaner gehen seit neuerer Zeit den Krebsgang Roch müssen wir kurz der Russen gedenken, die inbezug auf Rückgang unter alleir Staatsrenteu den Rekord erreicht haben. Die 1880er Russen sind seit Anfang September v. IS. um ca. 22'/. Prozent zurückgegangen, indem sie von 9?,80 bis 70,30 wichen. Mit der 4-prozentigen russtschen Staatsrente und anderen Russenwerteu verhält es sich tast ebenso. Da wir nun auch Faimt ein anderes Reuteupavier vorführen können, das Avancen erzielte, so ist es begreiflich, das; das Publikum sich immer mehr vom Markte der Staatsfonds zurückzieht.
Märkte.
Gießen, 25. Sept. Marktbericht. 2luf heutigem Wockenrnarkte kosteteu: Butter vr. Pfd. 1.10—1.15 Mk., Hühnereier 1 St. 8—9 Pfq., 2 Stck. 00—00 Pfg., 6\äuieeicr 00—00 Psg., Enteneier 0 Psg., Käse vr. Stck. 6—8 Pf., Kasematte 2Stck. 5—6 Pfg. Erbsen v.Pstind 22Psg., Linsen v. Pfund 32 Pfg., Tauben vr. Paar 0,80 —1,00 Mk., Hühner pr.St. 1,00—1,60 Mk., Hähne pr. Stück 0,80—1,80 Mk., Enten pr. Stück 1.80—2,20 WIL, Gänse vr.Pkd. 00—00 Pfg., Ochsensteisch pr. Pfd. 82—88 Psg., Kuh- und Riichfleisch pr. Pfund 80—82 Pfg., Schweinefleisch vr. Pfund 90—100 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pstlnd 104 Pfg.. Kalbfleisch pr. Psd. 80—84 Psg., Hammelfleisch pr. Pfund 60—80 Pfg. Welsche per Pfund —.— Kartoffeln pr. 100 Kg. 6.00—8,00 Mk., Zwiebeln pr. Ztr. 6,00—0.00 All., Milch per Liter 20 Pfg., Aeplel ver Pstmd 15 bis 18 Pfg., in Körben 00 Pid., Nüsse 100 Stück 00 — 00 Psg., Birnen per Psd. Mk. 0.00—0.00, per Ztr. 10—15 Mk., Zwetschen per Ztr. 2,50—3 Mk., Weißkraut per Stück 15—20 Pfg., per Zentner Mk. 0.00—0.00. — Marktzeit
8-2 Uhr.
Tie Marktpreise für Vieh und Frucht und die Gießener Fleisch- und Brotpreise am 24. September 1906.
Höchste Schlachtviehpreise in F r a n f f u r t a. M.
Fleischvreise in Gießen
Ochsen
Kälber- Schweine
50 Kg. Schlachtgewicht 90—93 Mk.
u, Kg.Schlachtgew.l00-106Pf
V, „ „ ' 80-00 „
7, Kg. 82-88 Pfg.
„ 80—84 „
„ 90-100 „
Gletreidepreise in M a n n h e i m
Brotvreist in G i e ß e n
Weizen 100 Kg. 18 50-18.75 Mk.
Roggen (neuer) 100 Kg. 16.50—00.00 Mk.
Veißbrot 2 Kg. 54 Psg.
Schwarzbrot 2 Kg. 50 Psg.
des Giessener Anzeigers. mit»eteilt. von der Bank für Handel und Industrie. Giessen.
Frankfurter BSiirse 3}£°/o Beichsanleihe . . 98.70 3% do. . . 86.50 3^7» Konsols .... 98.70 3% do 86 40 3 K°/o Hessen 98.20 3%°/n Oberhessen . . . —.— 4°o Oesterr. Goldrente. . 99.50 4*/8 ?n Oesterr. Silberrente 99.90 4 % Ungar. Goldrente . . — 4°£ Italien. Rente . . . 103.00 3?6 Portugiesen Serie I . 69.8-5 3% Portugiesen „ III 70.60 4K'V0 russ.Staatsanl. 1905 85.50 4%°'n Japan. Staatsanleihe 93.40 4 % Conv. Türken von 1903 95.50 Türkenlose 145.20 4% Griech. Monopol-Anl. 54 00 4% äussere Argentinier . 90 00 3°/0 Mexikaner .... 68.50 Chinesen .... 97.35
Aktien:
Bochum Guss 244.00 Buderus E. W .... 125.80
25. September, 1.15 Uhr.
Elektriz. Lahmeyer . . . 141.10 Elektriz. Schlickert . . . 128.25 Esch weil er Bergwerk . . 250.00 Gelsenkirchen Bergwerk . 224.00 Hamburg-- Amerik. Paketf. 158 60 Harpener Bergwerk. . . 214 00 Lanrahntte 249.50 Nordd. Lloyd 127.00 Oheischles. Eisen-Industrie 132.25 Berliner Handelsges . . 172.50 Darmstädter Bank . . .139 25 Deutsche Bank . . . 239.10
Dentsch-Asiat. Bank . . 174.00 Diskonto-Kommandit. . . 182.90 Dresdner Bank . . . 158.50 Kreditaktien 210.20 Baltimore- und Ohio-
Eisenlahn . . . 125.40
Gotthardbahn —.— Lombard. Eisenbahn . . 37.00 Oesterr. Staatsbahn . . . 143.90 Prince-Henri-Eisenbahn . 145.00
Tendenz : fest.
berliner Börse, 25.
Canada E. B. . . . . . 179.20 Darmstädter Bank . . . 139.50 Deutsche Bank .... 238.70 Dortmunder-Union C. . . 84 60 Dresdner Bank .... 158.60 Tendenz: ruhis".
September. Anfangskurse.
Harpener Bergwerk. . . 213.70
Lanrahntte —.—
Lombarden E. B, ... 37.10
Nordd. Lloyd 126.90
Türkenlose 144.70
Spielplarc der vrniniqlen frankfurter Stadttheater.
Opernhaus.
Dienstag den 25. Sevtember*): „Carmen." Mittwoch den 26. September: „Der Bettelstudent." Donnerstag den 27. September : „Die Afrikanerin." Freitag den 28. September: „Der Waffenschinied." Samstag den 29. September: „?llessaudro Stra- della." Hieraus: „Tie schöne Gärtnerin." (Ballett.l Sonntag den 30. September, nachmittags halb 4 Uhr: „Der Trompeter vou Säklingen." Abends 7 Uhr: „Mignon." Montag den 1. Oktober, abends 6 Uhr: (tz a st s p i e l ,d e s Herrn v a n Roon: „Die Meistersinger von Nürnberg." (Haus' Sachs: Herr van Nooy.)
SchansvielhanS.
Dienstag den 25, September"): „Das Versprechen hinterm Herd." Hieraus: „Kurmärker und Viearde." Zum Schluß: „Dod- geschosse." Mittivoch den 26. Sevtenrber: Zunr ersten Male: „Ein idealer 6) atte." Von O s k a r W i l d e." Donnerstag den 27. Sevtember: „Der Verschwender." Freitag den 28. September: „Der Kausmann von Venedig." Samstag den 29. Sep- tember: „Ein idealer Gatte." Sonntag den 30. September, nach- nnktags halb 4 Uhr: „Mamsell Nitouche." Abends 7 Uhr: „Ein idealer Gatte."
*1 dlnsana, wenn nicht anders bemerkt, abends um 7 Uhr.
Sport.
O F ujj ball. Das am Samstag mittag frt Saubach ab- gehaltene Fußb a l l -W e t ts v i e l zwischen Schülern des G pm- nasiums in 6s i es; en und solcheir tu Saubach blieb unentschieden, da es 2:2 abschloß.
-^-Fußball. Die 2. Mannschaft des Gießener Fußballklubs 1900 verlor vorgestern gegen den Marburger Fußballklub mit 4:0 6)oals. (tzießen spielte mir mit neun Mann. Marburgs Mannschaft war körperlich stärker, Gießens dagegen technisch besser, besonders die HinlerntannschasL


