Ausgabe 
23.5.1906 Erstes Blatt
 
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Befreiung. 3. Desgl. des Joh. Gg. Pfaff für Ecke Wtlhelm- und Ebclstraße; hier: Befreiung. 4. Desgl. für bte ^tebtg« strafte; hier: Befreiung. 5. Desgl. des G. Trinkaus für Ecke Seltersweg und Wolkengassc. 6. Gesuch des I. Jttmann dahier um Erlaubnis zur Belassung eines Firmenschildes am Hause Plockstraße 14/16. 7. Bebauungsplan für das Gelände zwischen Mittelweg und Veterinärklinik. 8. Er­öffnung eines Teils der Liebigstraße. 9. Tauschvertrag -mischen der Stadt und Heinrich Becker II. Eheleuten über Gelände in der Löwen- und Katharinengasse. 10. Kauf­vertrag mit H. Winn Shell über lÄraßenland zur Großen Mühlgasse; hier: Zinscnforderung des Winn. 11. Gesuch des Heinrich Kröck V. von Heuchelheim um Erlaubnis zur Wasserentnahme aus der Kropbach zur Füllung seines Eis­teichs. 12. Gesuch von Anwohn ertt in den Eich gärten um Einführung der Wasserleitung. 13. Die Lieferung von Kleinpslastersteinen. 14. Einrichtung von Räumen für das Archiv in der vormals Dr. Weberschcn Besitzung. 15. Ver­gebung von Unterhaltungsarbeiten an der höheren und erweiterten Mädchenschule. 16. Erbauung einer israeli­tischen Leichenhalle; hier: Stteinlieferung durch Schmoll. 17. Kabellegung für das Theater. 18. Schaden­ersatzanspruch des H. Förtsch Mi die Stadt Gießen. 19. Des­gleichen der Firma E. Pistor Nachfolger. 20. .Vertrag mit der Militärverwaltung wegen Erbauung militärischer Ge­bäude durch die Stadt. 21. Feldberccnigung rechts der Lahn; hier: Kostenanteil der Stadt. 22. Abhaltung des Jugendfestes im Sommer 1906. 23. Gesuch des Adolf Kremer dahier um Erlaubnis zum Schanlwirtschaftsbetrieb im Hause Hammstraße 14.

** GruppenwasserVersorgung Bad-Nau- beim. Die Regierung hat nunmehr die in der Thronrede bereits angekündigte Regierungsvorlage über die Wasser­versorgung in den staatlichen Betrieben in Bad-Nauheim an die 2. Kammer gelangen lassen. Die vorhandene Wa,ser- menge überschreitet erheblich den Bedarf der staatlichen Betriebe, und es wird daher möglich, an die zwischen den Quellen und Bad-Nauheim liegenden Landgememden, sowie die Städte Friedberg und Bad-Nauheim Wasser abzugeben. Außer diesen beiden Städten kommen hierher noch 29 Ort­schaften in Frage. Die Ges amt ko st en der Anlage mit Quellenankaus, Quellenfassung, Herstellung der 37 KAometer­langen Zuleitung nebst einem Hochbehälter bei Bad-Nauheim und einschließlich der Entschädigung für die Triebwerls- besitzer sind auf 1 867 000 Mark veranschlagt.

" Die Zigarren Händler Hessens hielten am vergangenen Sonntag, den 20. d. Mts., im HotelKaiser Friedrich" in Offenbach eine gemeinsainc Versamm- lung zur Stellungnahme zum 8 Uhr-Ladenschluß iind Einführung der vollständigen Sonntagsruhe ab. Die Versamnilung eröffnete der Vorsitzende der Ortsgruppe Offenbach Ph. Steuerwald mit Bcgrüßiing der zahlreich er­schienenen Kollegen. Hierauf wurbc Hoflieferant I. B. Heim jr.-Mainz zum Vorsitzenden sowie die Herren Fritz Schambach-Mainz und Karl Schildger-Offenbach 511 Schrift­führern bestimmt. Die Aussprache bezüglich des 8 Uhr- Ladenschlusses ergab die Notivendigkeit, für die Branche der Zigarrenhändler an dem 9 Uhr-Ladenschluß festzu- halten. Auch betreffend der Sonntagsruhe kann sich die Versammlung für eine völlige Schließung der Geschäfte liicht einverstanden erklären. Einstimmig wird zu Bcschliiß erhoben, an der seitherigen Verkaufszeit festzuhaltcn, weil nach Schluß der Geschäfte der Verkauf von Zigarren und Zigaretten in den Wirtschaften, Kaffees, Kiosken re. ein unbeschränkter ist und dadurch die Existcnzfähigkeit der Spezial-Zigarren­geschäfte schwer geschädigt wird. Genuß wurden ond) die Wohltaten der Sonntagsruhe und verkürzten Verkaufszeit anerkannt, allein aus besagten Gründen konnte man sich nicht dafür erklären, umsomehr, weil der wichtigste Faktor, den kaufmännischen Angestellten freie Zeit zu gewähren, für die Zigarrengeschäfte kaum in Frage kommt. Im Sinne einer zur Annahine gebrachten Resolution soll an das Großh. Ministerium eine Petition gerichtet werden, deren Ausarbeitung dem Bureau anhcimgestellt wird.

** Spanische Schatzgräberschwindler beglücken zurzeit Hessen wieder mit ihren verlockenden Offerten. Ein uns vorliegender Originalbrief lautet:

Madrid, den 16. 5. 1906. Sehr geehrter Herr!

Als befangener hier wegen Bankerott bitte ich Sie, mir zur Zurückziehung von Franks 500 000 zu verhelfen, welche Summe ich in Banknoten in meinem, ans einem franz. Bahnhofe lagernden Koffer besitze.

Es ist nötig, daß Sie sich zu diesem Zwecke nach hier begeben, um durch Bezahlung meiner Gerichtskosten meine hier mit Beschlag belegten Reisetaschen ausznlösen, in welchen in einem geheimen Fache der Gepäckschein des obengenannten Koffers verborgen ist, und den Sie absolut benötigen, um den Koffer von dem betreff. Bahnhofe zurückziehen zu können.

Als Belohnung für Ihre Blühe und Dienste trete ich Ihnen den dritten Teil der zu rettenden Summe ab.

Aus Vorsicht uiid im Falle mein heutiger Brief nicht in Ihren Besitz gelangen mürbe, will ich erst Ihre Äntwort abwarten, nach deren Empfang ich Ihnen sofort die ganze Cache genau schildern und meinen vollständigen Namen nennen werde.

Ebenso teile Ihnen dann auch mit, wer mich Ihnen em- empfohlen Hal.

Ihre Antwort kann ich nicht im Gefängnis empfangen, imb bitte ich Sie, nachfolgendes Telegramm genau wie folgt an meinen früheren vertrauten Diener zu senden, der mir selbes sofort über­mitteln wird.

Nicolas Maten callc de Magallanes No. 9 pral doch Madrid Bries erhalten".

Ich empfehle Ihnen strengste Verschwiegenheit und Ihrer Ant­wort dringeiid entgegensehend, verbleibe bis auf weiteres ergebenst A. v. 9L

NB. Bitte Sie wiederholt, nur durch Telegramm zu antworten! Die Beharrlichkeit, mit der diese Schwindeleien immer wieder versucht werden, ist ein Beweis dafür, daß die Dummen nicht alle werden und wir können mitteilen, daß erst kürzlich wieder ein Landwirt aus der Pfalz, der hoffnungsfroh aus- gezogen war, um in Spanien Schätze graben zu helfen, dort um 10000 Mark geprellt wurde und auf Kosten des deutschen Konsuls in die Heimat befördert werden mußte.

Wetzlar, 21. Mai. Im evangelischen Vereinshause fand gestern eine stark besuchte Versamnilung statt, zwecks Besprechung einer Kreisverbtndung der Jünglings­vereine. Bundessetretär Wegener referierte über den Zweck der Jünglingsvereine. Sämtliche Vertreter ivaren darin einig, daß eine Kreisverbindung der Jünglingsvereine anzustreben sei.

Märkte.

fc. Frankfurt a. M., 22. Mai. Heu- und Stroh­markt. Alan notierte: Heu Mk. 3.70 bis Mk. 4.30, Stroh (Langstroh) fehlte, Achjchinenstroh Mk. 3.00 bis Mk. 0.00. Alles per 50 Kilo. Tendenz: Still.

Delegierten-Versammlung

Les Rhein-Main-Gastwirtc-Derlrandes.

(Original-Bericht des Gießener Anzeigers.) ' ' sd. Bin g en, 22. Mai.

Der Rhein-Main-Gastwirteverband hielt heute seine 23. Delegiertenversammlung ab, zu der 76 Dele­gierte aus allen Teilen Hessens erschienen waren. Die Großh. Regierung und das Kreisamt hatten Begrüßungs­telegramme versandt. Begrüßungsansprachen hielten. der Bürgermeister Neff-Bingen und der Vorsitzende der Han­delskammer, Koblenzer-Bingen. Den Vorsitz führte H a u st - Darmstadt. Der Geschäftsbericht lag im Druck vor und cs wurde auf dessen Verlesung verzichtet, lieber die Eingaben des Verbandes an die 2. Kammer und die Großh. Regierung betr. die Herabsetzung des Umzugsstempels und die Herabsetzung des Stempels referiert Ehrenpräsident Re in em er aus Darmstadt. Er weist auf die Unzuträg- lichkeitcn und Ungerechtigkeiten hin, welche durch das Ge­setz entstanden sind und durch die von der Negierung vor- geschlagcnen 'Abänderungen nicht gebessert würden. Ebenso verhält es sich mit dem Konzcssionsstempcl bei der Ueber- gabe der Wirtschaft auf den überlebenden Ehegatten, auch wenn die Wirtschaft auf die Kinder übergeht oder die Witwe sich wieder verheiratet, ebenso, wenn die Wirtschaft vev- größert wird. Für eine Herabsetzung des Tanzstempels auf die frühere Höhe wird energisch eingctrcten. Auch die Auf­hebung des Klavierstempels wird angestrebt. Die Herab­setzung des Stempels auf Automaten und Musikwerke sei ebenfalls nötig. Absolut notwendig sei es, darauf hin­zuwirken, dastein Stempel für den Kleinhandel mit Flaschen­bier und Wein eingcführt werde. Ebenso solle die polizei­liche Ueberwachungsgebühr herabgesetzt und die Gebühr für die Kontrolle der Bierleitungen beseitigt werden. Die ein­zelnen Vereine sollen in ihren Bezirken bei den Abgeord­neten entsprechende Schritte tun. I as ko Ws ky -Gießen meint, man müsse eine Einheitlichkeit in der Erhebung der Kontrollgebühren in den verschieoenen Bezirken anstreben. lieber das Speisen der Einjahrig-Freiwilligen in den Offizierkasinos referiert Müller-Darmstadt. Durch diese in Darmstadt eingeführte Maßregel sei die Scheidewand zwischen Zivil- und Militärbevölkerung noch größer ge­worden. Trotz aller Gesuche sei hierin keine Abhilfe ge­schaffen worden. Vielleicht habe ein entsprechendes Vor­gehen bei den Generalkommandos den gewünschten Erfolg. Weißmüller-Mainz und I as ko Ws ky - Gießen heben hervor, daß diese Mißstände in ihren Wohnorten nicht be­stehen. Aus Antrag des Vereins Pfungstadt soll die Verbandsleitung beauftragt werden, dahiil zu wirken, daß die F e i c r a b c n d st u n d c, die in einzelnen Kreisen schon aufgehoben ist, im ganzen Verbandsbezirk völlig aufgehoben werde. Der Antrag wird einstimmig angenommen. Nach Bericht Don Hartmann-Offenbach wird der Antrag ange­nommen, der verlangt, daß die Brauereien Flaschen­bier nur au konzessionierte Wirte liefern, wo­gegen sämtliche Wirte sich verpflichten, Flaschenbier zu ver­kaufen. Auch soll ein einheitlicher Ein- und Verkaufspreis vereinbart werden. Hierzu wird ein Ergänzungsantrag I a s k 0 w s ky - Gießen angenommen, nach welchem sich der Verbandsvvrjtaud mit den Brauereiverbänden ins Be­nehmen setzen soll, um eine gemeinsame Konferenz mit den Vertretern der Wirtekorporationen herbeizusühren. In dieser Konferenz soll beraten werden, in welcher Weise man der neuen Brausteuer entgegenarbeiten kann. Hierauf wird ein Dringlichkeitsarttrag des Vereins Gieße n an­genommen, welcher eine Eingabe an die Eiseubahnverwal- lung in Gießen verlangt, weil diese in beit eigenen Räumen Limonade und ähnliche Getränke für drei Pfennig hergestellt und an die Arbeiter abgibt. Hier hält Kommerzienrat Ko- bl e n z e r - Bingen eine längere Ansprache, in welcher er seine Mithülfe in der Handelskammer bei dem Vorgehen gegen die erwähnten Mißstände zusagt. Hierauf wird der Kassenbericht enttgegengenommen. Er schließt in Ein­nahme und Ausgabe mit 3735,92 Mk. ab. Tas Vermögen beträgt 3965,88 Mk. Der Bericht wird genehmigt itub dem Rechner Entlastung erteilt. Nach Bericht des Vorsitzenden wird behufs gemeinsamer Abfassung von Eingaben usw. beschlossen, zu beantragen, daß der Bund dem Reichsver­band deutscher Gastwirre beitritt. Hierauf wird beschlossen, den Bundesbeitrag von 15 auf 20 Pfg. für das Mitglied zu erhöhen. Nach eingehender Debatte wird beschlossen, weitere Mittel für eine Altersversorgungskasse zu sam­meln. Alsdann wird ein Vertrag mit einer Mann Heun er Unfallversicherungsgesellschaft abgeschlossen, die den Mit­gliedern auf fünf Jahre besonders günstige Versicherungs­bedingungen gewährt. Der n ä ch st e B e r b a n d s t a g findet in Butzbach statt. An die Versammlung schloß sich ein gemeinsames Mittagsmahl.

Wetterauer Aogel- und Kaninchen-Ausstellung.

(Original-Artikel des Gießener Anzeigers.)

K l e i n - K a r b e n , 20. Mai.

Der Wetterauer Geflügclzuchtverein hält heule und morgen hier eine Geflügel-, Vogel- unb Kaninchen-Ausstellung unter dem Ehrenpräsidium des Freiherrn v Leonhardi-Groß-Karben ab. Durch diesen Herrn und Kreisrat Fey-Friedberg mürbe die Ausstellung am Samstag um 2 Uhr eröffnet. Tie Ausstellung war aus allen Teilen Hessens und der preußischen Umgegend äußerst zahlreich beschickt und überbot an Umfang, Reichhaltigkeit und Güte der Tiere alle seitherigen Ausstellungen des Vereins. Ter Katalog umfaßte 152 Abteilungen und über 500 Nummern. Der neue große Saal des Gastwirts Ochsenwirt genügte nicht und mehrere Abteilungen wurden tu Nebengebäuden untergebracht. Aus allen Seilen der Wetterau, aus Frankfurt und Umgegend waren Be­sucher eridjienen. Ehrenpreise batten gestiftet: Freiherr v. Leoiihardi, Graf Oriola-Büdesheim, landwirtschaftlicher Verein für Oberhesseii, die 6faflügel5ud)ivereiue Oberhessens, die Gemeinde Klein-Karben unb viele Vereine und Privatpersonen.

Bei der P r e i S o e r t e 11 u n g erhielten folgende Züchter Ehrenpreise: Für Hühner: Ginautlj - Freiberg, Simon- Ehringshausen, Vehmeyer-Heriord, Mengel-Marburg, Steingaß- Kirchheim, Weigandt-Aßmannshausen, Weber-Hochstadl, Hildebrand- Gettenaii, Walther-Baliernheim, Knaup-Klem-Karben, Schwarz- Trolsoorf, Adrian-Oberlirsel, Ccherhan-Andernach; Gänse unb Eulen: Tutert-Wetzlar, Zimmer-Lich, Bernbeck-Büdesheim; Tauben: Tietz-Wixhausen, Biba-Bommersheim, Weber-Frank­furt, Jiing - Lbermöilen, Keller-Ossenheim, Harth-Kloppenheim, Holler-Echzell, Becker-Mainz, Hartherz-Beienheim, Neibeling-Klein- Karben; Vögel: Hartmann --Klein- Karben; Kaninchen: Schneider-Eschersheim, Biba-BommerSheini, Stadeünaiiu-Fraiikfurl, Stahl-Vilbel.

Weiter crljieTten Preise: I. für Hühner: Leinbold-Kirdorf 3., Hinkel-Fechenbeim 2., TbeiS «Radenbach 3., Hildebrand-Gettenau 1., Krömelbeiil-2aiiterbaeh 3., Araumann-Frankfurt 3., Jöckel-Grün- berg 2., Wilhelm Heusenstamm 3., Wörner-Heddernheim 3., Bindiiig- Echzell 3., Simon-Ehringshaiisen 2., Södler-Ehringshauseno., Wick- Marburg 2. u. 3., Engelhard-Prenngesheim 1., Margraf-Dortelweil 3., Becker-Gießen 1., Tlehl-Heddernheim 2., Messerschmldt-Ober- urjel I., Nauch-Hochstadt 3., Dichm-Lauterbach 2. u. 3., Braumami- Prenngesheim 2., Södler-Nieder-(Äemünden 2., Jung-Ober-Atörlen 2., Knaiip°Klein-Karben, Gerhard-Eschersheinr 2., Ohmeis-Erlenbach 2., Kirchner-Rendel 3., Genzel-Bad-Nauheun 2., Pabst-Nied 1., Nau-

Holzhansen 2., Knab - Mühlheim a. M. 2., Dietrich -- Klein-Karben, Kliem-Kloppenheim, Kreudcr-Vadcnrod, Vogt-Lich 1., Seim-Ermen- rod, Schwarz-Lauterbach, Nadetzki-Lich 1., Fries-Rockenberg, Bill- Nieder-Weisel, Zeh-Killianstätlen, Dittert-Wetzlar, Hett-Kirdorf, Weinhold-Kirdorf, Dahmer-Osfenbach, Meyer-Gießen, Schuch- Vilbel, Rechel-Rodau, Egner-Alsfeld, Aßmiis-Nanheim. II. Gänse unb Enten: Papst-Nied, Walther-Fauerbach, Beck-Klem-Karben, Kolb-Lorsch, Specht-Groß-Steinheim, Gerhard-Eschersheim, Ritter- Grünberg, Kalbheim-Vilbel. III. Tauben: Schäier-Lich, Engel- Birklar, Weber-Frankfurt, Wenig-Alzey, Qung-Dber-'J)lörlen, Keller- Assenheim, Knanp-Klein-Karben, Walther - Bauernheini, Harth- Kloppeiiheim, Becker - Alamz, Bernbeck-Büdesheim, Braumann- Preungesheim, Dörhöser-Franksnrt, Kirchner-Nenoel, Erhard-Frank­furt, Brand-Bad-Naiiheim, Ai ö h t - G i e ß e n, Freih. v. Leonhardt, Neuhard-Beienheiiii, Herzinger-Vilbel, Allckel-Ossenheim, Neibelmg- Klein-Karben, Schäfer-Bettenhausen, Hoffmanii-Bonanies, Hartherz- Beienheim, Ostheim-Echzell. IV. Vögel: Müller-Frankfurt, Knaup- Klein-Karben. V. Kam n chen : Alleter-Bad-Nauheim, Schneider- Frankfurt, 2>t e y e r - G i e ß e n , 91 o 11 ° G i e ß e n, Kna»ip°Klein- Karben, Gasser-Nied, Stahl-Vilbel, (tzuckelsberger - Ober-Mörleii, Berkes-Heddernheini, Bockeiihenner-Eschersheim.

Gießener Strastammer.

)( Gießen, 22. Mai.

In der Süche gegen den Redakteur der AUtteldeutschen Sr>mr- tagszeitung F^. V. hier, wegen Verbreitung einer un­züchtigen Schrift und M a j e st ü t s b e 1 e i d i g u n g , mußte ivieder Vertagung eintreten, da ein von der Verteidigung ge­ladener Zeuge am Erscheinen verhindert war. Neuer Termin ist am 22. Juni.

Der 13 jährige Schüler F. A.' M. von Ober-Wöll st adt steht ivegen Diebstahls unter Anklage. Es sind ihm eine Reche von Diebstählen zur Last gelegt, die er im Lause des Winters verübt hat. In dem Laden eines Musikalienhändlers zu Fried­berg entwendete er in einem unbewachten Augenblick zwei Mund- harinonikas. Einem Schweizer, in dessen Zimmer er öfters kam, nahm er nach und nach 4 Mark. Gelegentlich des Spielens im Hause eines Kameraden nahm er aus einer'Lischschublade ein Kästchen mit 8 Mark Inhalt, nachdem er vorher die Tischplatte abgehoben hatte. Im letzten Falle stieg er in das Haus eines Bekannten ein; er gelangte mit einer Leiter auf das Dach eines Stalles, fletterte darüber und kam an das verschlossene Küchen- senster, das er mit einem Stein einschlug. Do gelangte er durch die Küche in ein Nebenzimmer, wo er wußte, daß in einem Wand­schränkchen Geld ausbewahrt wurde. Er schloß es mit dem in der Nähe befindlichen Schlüssel auf und nahm etwa 20 Mark mit, das Geld versteckte er in seiner elterlichen Wohnung. Nach anfänglichem Leugnen bequemte er sich zu einem Geständnis, das er bei der Verhandlung im wesentlichen wiederholte. Tas Ge­richt war nicht im Zweifel, daß er die zur Erkenntnis der Straf­barkeit seiner Handlung erforderliche Einsicht besitzt. Für den ersten Fall, wo er als der Verführte betrachtet wurde, erhielt er einen gerichtlichen Verweis, bezüglich des schweren Diebstahls wurde auf 10 Tage Gefängnis erkannt, die übrigen wurden mit 8 Tagen geahndet und die Strafe auf 2 Wochen Gefängnis zurückgeführt.

HandeS und Verkehr, VoLkswsrtsci^aft.

H a m burg - Amerika - Linie. Die Hamburg-Amerika- Linie wird ihren Dienst nach dem persischen Golf unter dem NamenOrientdienst" betreiben und in ihn zunächst Dampfer von einer Größe von nur 2500 Bruttoregistertons einstellen, bis sich ein Bedürsnis für größeren Laderaum ergeben sollte. Es werden nach Abgang von Hamburg, Antwerpen und Marseille die Häfen Suez, Port Sudan, Dschibudi (am Roten Meer), Aden, Mascat, Bender Abbas, Lingah, Buschir und Basra angelaufen werden. Von besonderer Bedeutung wird die Linie auch dadurch, daß zugleich eine sowohl für den Fracht- wie für den Personcn- vcrkel-r eingerichtete regelmäßige deutsche Linie zwischen Hamburg und Marseille, an der cs bisher gefeUt hat, geschaffen wird.

- Frankfurt a. M., 21. Mai. Die General- Versammlung des S e l t e r s s p r u d e lA u g u ft a - Vic­toria" G. m. b. H. Löhnberg a. d. L. fand am 14. d. M. hier statt. Aus dem Geschäftsbericht der Direktion ergab sich, daß das Unteruehmen einen erheblichen Aufschwung genommen und sich besonders der Mincralwasserverfand ganz bedeutend erhöht Hal, was in erster Linie der vorzüglichen Qualität des Mineralwassers, wohl aber auch dem Umstand zuzuschreiben ist, das; mehr als 100 Gastwirtevereine mit mehr als 10 000 Mit­gliedern an dem Unternehmen beteiligt find. Das neue große Füll- und Verladewerk am Bahnhof Löhnberg ist' seit Anfang des Jahres in Betrieb genommen und bewährt sich sehr gut. Durch direkten Gleisanschluß mit dem Bahnhof und 7 Lade­stellen, ist der Versand in kürzester Zeit zu bewerkstelligen. Der Rechnungsabschluß ergibt nach reichlichen Abschreibungen einen erheblichen Reingewinn, welcher die Ausschüttung einer Tividende von 6 Prozent ermöglicht. Reichliche Be­stellungen liegen vor, sodag das Werk vollauf beschäftigt ist. Der Anssichtsrat besteht aus den Herren Kommerzienrat Dischinger und Stadtverordneter Reinemer von Darmstadt, Rechtsanwalt Grünewald und Generalagent Fröhlich von Gießen, Cafetier Starke und Kaufmann Wiffler von Frankfurt a. M. und Hotelbesitzer Hartmann von Ossenbach a. M.

Urteile von Aerzten über den

Wert des Bioson für Kinder!

Dr. med H. Lepa, Hiddenhausen bei Minden, Westfalen, 5. Sep­tember 1905:Biojon wurde beiKindern in der Rekonvales­zenz nach Jnfllienza resp.Akasern und Meningitis mit vorzüglichem Erfolge angewendet. Es empfiehlt sich bei empfindlichen Patienten wenigstens mit kleinen Tosen zu beginnen und erst nach und nach zu steigern Auch ein Wechsel zwischen Milch, Kaffee und Kakao ift manchmal ratsam bei empfindlichem Geschmacke; ev. gibt man es and) rein und läßt Milch oder bergt, nachtrinken."

Dr. med. Seelig , Hannover, Breitestraße 1. 4. September 1905: Bei einem zehnjährigem Knaben, welcher in der Schule stark mitgenommen und angestrengt war, infolge davon blaß unb hohläugig war und keine Lust zum Lernen hatte, wendete ich Bioson mit geradezu eklatantem Erfolge an, denn der Junge er­holte sich zusehends seit dem Nehmen von Bioson. Er bekam ivieder srische Farbe und ivurde munter und eifriger beim Sepien. Auch in zahlreichen anderen Fällen habe ich mit dem Bioson (bei Rekonvaleszenz und Blutarmut zur Kräftigung) die gleich guten Erfolge erzielt."

Dr. med. Klokow, San.-Rat, Königsberg i. Preußen, 2. Sept. 1905: Tas Bwson wurde bei drei blutarmen, sehr heruntergekommenen Kindern anschelnend mit recht zufriedenstellendem Erfolge in An­wendung gebracht. Es wurde durchweg von den Kmdern gut genommen und schon nach Verlauf von 46 Wochen sahen die Kinder frisch aus, die Wangen röteten sich, die Kinder wurden reger und zum Spiel geneigter, sodaß ich mit der Anwendung zufrieden sein konnte und den Gebrau D fortsetzen ließ."

Dr. F.Wiebemann, Bischofsheim, schreibt unter dem 15.11.05: In Fällen darniederliegender Ernährung nach Kinderkrankheiten ivar der Erfalg desBioson" ein sehr zufriedenstellender. Der Appetit hob sich sofort, es trat rasch Gewichtszunahme ein, das Präparat wurde von Anfang an gerne genommen und aus­gezeichnet vertragen."

Bioson ist in Älpotheken und Drogerien das halbe Kilo-Paket zu drei Diark erhältlich. Wer sich noch über den Wert und die Wirk­ung dieses zur Zeit besten, billigsten und zuträglichsten blutbildenden Nähr- und Kräftigungsmittels belehren will, lasse sich vom Bioson- iverk Bensheim gratis und franko die Broschüre von Dr. Rob. Schultze mit den Berichten der Professoren, Kliniken, Krankenhäuserusw. schicken.

354 llimmelfalirt 49 Uhr

Nur offen.

Die nach- ft o A o sind morgen von 12 Uhr mittags bis stehenden sk1 12 Uhr nachts sicher anzutreffen

S>r. 3Earkv. aId, Scjtersweg38.dichter, l'rankfarterstr. 3. S£r. &tuhi, Bahuhofstr. 26.