Ausgabe 
23.3.1906 Zweites Blatt
 
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Die auf städtischem Gelände stehende Halle

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Pfarrer Euler.

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isi Eigentum des Herrn Dichter, klärt, sie so lange stehen zu lasien. der Ueberlassung zu.

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Universitätsfeier. Die Universität hat sich bereit Anzahl Exemplare zu übernehmen und an die das gleiche Ansinnen gerichtet. Die Sache wird Ausschuß für die Universität überwiesen.

Bereits früher hat die Versammlung einen

Nachmittags 2/2 Uhr : Kinderkirche für die MatthäuSgemeinde, Pfarrer D. Schlosser.

Abends 7 */< Uhr: Geistliche Musikaufführung des evangelischen Kirchengefangvereins.

Die Vereinigung der konsirmierten männlichen Jugend der Matthäusgemeinde fällt aus.

Mittwoch, den 28. März, abends 6 Uhr: 5. Passi 0 nZ»

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Mrchliehe Nachrichten.

Evangelische Gemeinde.

Lätare, Sonntag, den 25. März. Gottesdienst.

In der Stadtkirche.

Vormittags 9^2 Uhr: Pfarrer D. Sch losser.

Vormittags 11 Uhr: Beichte und heiliges Abendmahl für die

Pfarrer D. Schlosser.

In der FohanneSkirche.

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30 000 Mk. anläßlich der Universitätsfeier bewilligt und mit dem Ausschuß der Universität für die Jubelfeier wurden Ver­handlungen über die zweckdienlichste Verwendung dieses Fonds geführt. Man kam dahin überein, 2 0 000 Mark für Stipendien an Studenten reichsdeutscher Staats­angehörigkeit zu stiften. Es ist dies das erste Stipendium für nichthessische Studierende. 5000 Mark werden für die Universitätsbibliothek gestiftet, die für Anschaffung von Werken sozial-wissenschaftlichen Inhalts und solche verwandter Gebiete verwendet werden sollen. Die verbleibenden 5000 Mark werden zunächst zurückgehalten, sie sollen beim Fest selbst für Straßenschmückung usw. verwendet werden. Wenn zu diesem Zweck nicht alles gebraucht wird, fließt der verbleibende Be­trag der Stiftung für die Universitätsbibliothek zu.

Der Ankanf des Aktieubranereigeländes.

Der Vorsitzende führt zu den hierüber in der letzten Sitzung gegebenen Aufklärungen aus, Herr Bichler sei bei ihm gewesen und habe ihm gesagt, er wolle die Aktien der Aktienbrauerei kaufen und ihm das Gelände an­geboten für die Stadt. Jedenfalls habe er so sagen wollen und sei auch von einer Anzahl der Anwesenden so verstanden worden. Der größte Teil der Versammlung aber und auch die meisten Preßvertreter hätten ihn so verstanden, als habe er gesagt, Herr Bichler hätte ihm mitgeteilt, er habe die Aktien bereits gekauft. Durch diese schärfere, von ihm nicht beabsichtigte Auffassung sei es dann zu den scharfen Aus­drücken mehrerer Redner über Herrn BichlerS Verhalten ge­kommen, was jedenfalls nicht geschehen sei, wenn seine Aeuße- rung so wie beabsichtigt, verstanden worden sei.

Beig. Georgi führt aus, anschließend an das vom Oberbürgermeister Gesagte erkläre er, daß er in der Sitzung der Stadtverordneten vom 8. März bei Besprechung des Ankaufs des Aktienbrauereigeländes die Aeußerungman könne darüber denken, wie man wolle" wohl nicht getan haben würde, wenn er die den Ankauf betreffenden damaligen Mitteilungen des Herrn Oberbürgermeisters so aufgefaßt hätte, wie derselbe sie gemeint haben wolle.

Sto. Schm all bittet der Stadtverordnetenversammlung Noch die Briefe eines Rechtsanwaltes an Frau Bichler, und dieses Rechtsanwaltes an den Oberbürgermeister vorzulegen, damit den Stadtverordneten völlige Aufklärung über die An­gelegenheit werde. Stv. Kirch bemerkt, er habe geglaubt, mit den abgegebenen Erklärungen sei die Sache erledigt. Herr Bichler habe vollständig korrekt verfahren. Der beste Beweis dafür sei, daß er der städtischen Ver­waltung angeboten habe, die Kaufnotul für ungiftig zu er­klären und das Gelände zum Verkaufspreis wieder zu über­nehmen. Rach längerer Geschäftsordnungsdebatte, ob über­haupt noch über die Sache verhandelt werden solle, wird mit beträchtlicher Mehrheit beschlossen, die ganze Angelegenheit, auch die Frage der eventuellen Rückgabe des Geländes, als erledigt an zu sehen.

Errichtung neuer Schulstellen an der Volksschule.

Im letzten Schuljahr waren in den drei Mädchenklaffen Ae5 untersten Jahrganges der Volksschule je 61 und in den drei Knabenklaffen je 58 Kinder. Für die diesmaligen An­meldungen ist bei den Mädchenklaffen eine so große Ver­mehrung der Schülerinnen bestimmt zu erwarten, daß die Errichtung einer 4. Klaffe notwendig sein wird. Auch bei den Knaben ist dies nicht ausgeschloffen. Die Schaffung weiterer Schulräume würde voraussichtlich nicht notwendig sein. Es wird beantragt, sowohl für die Mädchen wie für die Knaben je eine weitere Klaffe zu errichten, wenn bei den Anmeldungen die Zahl 200 erreicht wird.

Stadtv. Jaiin gibt zur Erwägung anheim, ob man nicht den Anmeldetermin auf die Zeit vor Ostern legen könne, damit die Vorbereitungen für die ev. Errichtung neuer Massen in Ruhe getroffen werden könnten. Tie jetzt 12 Jahre alten Schüler, die bis jetzt in 3 Klassen unterrichtet worden seien, sollten nach einer ihm gewordenen Mit­teilung nunmehr beim Uebergong in die 2. Klasse nur noch lin 2 Klassen unterrichtet werden. Tamit komme man auf 60 Schüler in der einzelnen Klasse, was entschieden zu viel fei, wenn man den Kindern das Maß von Kenntnissen in

Leben mitgeben wolle, was sie zu ihrem Fortkommen

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Die Firma Emil Roth beabsichtigt die Herausgabe eines Wegweisers durch Gießen gelegentlich der

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Der Voranschlag de? Stadterweiterungsfonds ficf)t zum erstenmale eine Schuldentilgung von 25 000 Mk. vor. Stadtv. Schwall kann der vorgesehenen Verstärkung des Fonds um 200 000 Mk. nur zustimmen, wenn die Kom­mission hierfür entsprechend verstärkt wird und schlägt die Wahl des Beig. Georgi und des Stadtv. Wallenfels hierfür vor. Der Vorsitzende macht darauf aufmerksam, daß hierzu eine Veränderung deS Statuts notwendig sei, die der Genehmigung des Ministeriums bedürfe. Die Stadtverord. Emmelius und Löber unterstützen den Vorschlag Schwalls, mit dem sich zunächst di-' juristische Kommission befaffen soll. Der Voranschlag selbst wird genehmigt.

Der Vorsitzende teilt sodann mit, daß der Vor­anschlag für 1906 fertiggestellt sei und voraussichtlich vom nächsten Montag ab aufgelegt werde. Jetzt schon könne er mitteilen, daß eine Erhöhung des Steuerausschlags nicht erforderlich fei. Die Versammlung erteilt ihm die erbetene Ermächtigung, die nötigen Ausgaben einstweilen bis nach der Voranschlags »Beratung machen zu können.

Die Gebühren für die Benutzung desSektions- zimmers sollen, einem früheren Antrag des Stadtv. Dr. Haberkorn entsprechend, nicht zur Erhebung gelangen, wenn die betr. Obduktion von dem Arzte honorarfrei vor­genommen wird.

Das Uuiverfitätsjubilaum.

Von dem Rektorat der Landesuniversität ist ein Schreiben eingegangen, daß für das im Juli n. I. zu feiernde 300jährige Jubiläum der Landesuniversität u. a. ein großes Fest­essen und ein Kommers vorgesehen sei und hierfür um Ueberlassung der Faßhalle der Aktienbrauerei

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Katholische Gemeinde.

Samstag, den 24. März 1906.

Nachmittags um 5 jlhr und abends um 8 Uhr Gelegenheit zur heil. Beicht.

Sonntag, den 25. März 1908.

4. F a st e n s 0 n n t a g.

Vormittags von 61/. Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beicht.

, um 7 Uhr: Tie erste heil. Messe, vor und in der­

selben Austeilung der heil. Kommunion, um 8 Uhr: Die zweite heil. Messe.

um 9' 2 Uhr: Hochamt mit Predigt.

Nachmittags um 5V, Uhr: Christenlehre; daraus Fasten-Andacht, Mittwoch, 28. März 1906.

Abends um 6 Uhr: Fasten-Andacht.

Israelitische Religionsgesettschaft.

(fcotksbienfl.

Sabbathfeier am 24. März 1906:

Freitag abend 6J.0 Uhr.

Samstag vormittag 8.30 Uhr.

Nachmittags: 3.30 Uhr.

Sabbathausgang 7.30 Uhr.

Wochengottesdienst: morgens 6.45, abends 6.00 Uhr.

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Vermischtes.

Vater und Tochter. Vor anderthalb Jahren ver­schwand die 12jährige Tochter eines Schlächtermeisters in Oberschlesien. Der Volksmund brachte damals das Gerücht auf, der Vater habe sein Kind ermordet und in die Wurst gehackt. Der Fleischer verlor seine Existenz und wurde in Untersuchung gezogen, die ergebnislos verlief. Nun war aus dem Groß-Rosener RettungShause vor kurzem ein Mädchen entlaufen, und ein Gendarm in Oberschlesien griff ein vagabondierendeS Mädchen auf in der Meinung, es sei daS entlaufene. In Groß-Rosen stellte sich dies als Irr­tum heraus, man behielt das Mädchen aber dennoch in Für­sorge. Bei den fortgesetzten Nachforschungen nach seiner Her­kunft erinnerte man sich der Angelegenheit des Schlächter­meisters in Oberschlesien. Man ließ ihn nach Ober-Rosen kommen. Er mußte sich im Zimmer verstecken, während man daS Mädchen nochmals einem Verhör unterzog. Es blieb dabei, feine Eltern zu haben, und behauptete sogar, hinter dem Sarge des VaterS hergegangen zu sein. Nun forderte man daS Mädchen auf, sich einmal um­zudrehen, ob eS den Mann kenne, der im Winkel stehe. Schluchzend gestand es nun, daß der Mann sein Vater sei. Dieser konnte sich kaum fassen vor Freude darüber, daß der Verdacht deS Mordes nun von ihm genommen. Das völlig verwahrloste Mädchen, das Monate in keine Schule gekommen war und die ganze Zeit vagabondiert hatte, wurde der Fürsorgeanstalt überwiesen.

* Hildesheim, 22. März. Unter Vorsitz des Re­gierungspräsidenten fand hier eine Versammlung statt, um die Bildung einer Aktiengesellschaft für ein hier zu er­richtendes Stadttheater in die Wege zu leiten. Das Resultat der Beratung war der Beschluß, die Aktiengesell­schaft z,l bilden. Sie soll 250000 Mk. aufbringen und hierzu Aktien im Betrage von je 1000 Mk. ausgeben. Der Theater­bau ist auf 850000 Mk. veranschlagt. Die erste Hypothek in Höhe von 500000 Mk. wird die Stadt, eine weitere von 1 00000 Mk. eine hiesige Brauerei übernehmen.

* Kleine Tagesckrvnik. In Barmen wurde die Gattin des Malzsabrikanten v. H. in dem Kohlenraum der Fabrik tot ausgefunden. Die Frau ist durch Hammerschläge ermor­det worden. 9dS mutmaßlicher Täter wurde ein Fabrikheizer verhaftet. In Berlin sind mit dem Automobil, durch welches vor kurzem der Chauffeur Hummel tödlich verunglückte, jetzt wieder zwei Personen verunglückt. Das Automobil rannte gegen das Trottoir und überschlug sich. Die beiden Insassen wurden berausgescl'leudert und erlitten erhebliche Verletzungen. InEssen (Ruhr) überfiel ein Italiener die 14 jährige Tochter eines Metzgermeifters, als diele aus dem .Hause trat, und versuchte, ihr einen Kvrb mit Wurftwaren zu entreißen. Auf das Hilfe­geschrei des Mädchens kamen Paffanten herbei. Der Italiener zog einen Revolver und feuerte mehrere Schüsse ab, wodurch das Mädchen schwer verletzt wurde. Der Täter entkam. In S t e t- tin verhaftete die Kriminalpolizei einen schweren Einbrecher und deffen Frau nach hartem Kampf. Bon drei mit der Ver­haftung Betrauten Kriminal-Schutzleuten wurden zwei durch Messerstiche verwundet. Der Mann, der sich mit A^t und Re­volver zur Wehr setzte, wurde hierin von seiner Frau unterstützt. Der Mann hatte in der letzten Zeit zahlreiche schwere Einbrüche verübt.

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Erscheinungen, Schwäche, Herzaffektion re. leiden, sollten sich durch den Gebrauch von Bioson iibezeugen, wie rasch die Ernährungsstörungen zu heben sind. Man schreibt: Zittau, 3. 'Mai 1905. Das mir s. Zt. gesandte Bioson habe ich mit großem Nutzen verbraucht, es hat mir recht gut getan, ich litt an Ischias, Magen- und Nervensehiväche, wofür ich nochmals meinen innigsten Dank ausspreche und werde es weiter empfehlen. Nochmals bestens dankend Achtungsvoll Frau M a r i e P a 11 m a n n geb. Schönfelder. Unterschrift beglaubigt durch den Sachs. Notar Dr. jur Theodor Link.

Bioson ist erhältlich in Apotheken, Drogerien rc. das halbe Kilo-Paket zu drei Mark, mit Bonillonextract oder mit Caeao, ersteres zur Suppenbereitung, letzteres als Morgengetränk. Man verlange vom Biosonwerk Bensheim die Broschüre mit dm Berichten über die von den Professoren, Aerzten und in Krankenhäusern re, erzielten Erfolge. 5%

Vormittags 9'/. Uhr: Pfarrassistent Knott.

Vormittags 11 Uhr: Kindergottesdienst für die Johannes» gemeinde. Pfarrassistent Knott.

Abends 6 Uhr: Pfarrer Euler.

Am nächstfolgenden Sonntag, Judica, den 1. April, Beichte und heiliges Abendmahl für die Lukas- und Johannesgemeinde im Abendgottesdienst. Anmeldungen vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten.

Montag, den 26. Marz, abends 8 Uhr: Bibel stunde (letzte) im Konfirmandensaale der Johanneskirche. Text: Jakob. 5« Pfarrassistent Knott.

Abmdinahlsfeiern mit Beichte für Lukas- und Johcmnes- gemeinbe finden noch statt: Sonntag, Palmarum, den 8. April, Gründonnerstag, den 12. April, jedesmal im Abendgottesdienst. Karfreitag, den 13. April, im Vormittagsgottesdiensr. Die auf Sonntag abend verabredete Vereinigung der konfirmierten männ­lichen Jugend der Lukasgemeinde fällt wegen der Passionsauff

brauchten. Auch aus pädagogischen Gründen empfehle es sich, die Klassen nicht zu sehr zu bevölkern. Oberbürger­meister Mecum hält ein Bedürfnis zu weiteren Klassen­teilungen nicht für notwendig, ba eine Ueberfüllung der Oberklassen nicht vorliege. Der Aufncchmetermin müsse nach den bestehenden Vorschriften bis zum letzten Tag vvrm Schulbeginn dauern. Für die noch nickt schulpflichtigen Kinder, die zugelassen werden könnten, könne der Termin früher gelegt werden und das sei in diesem Jahr geschehen. Stadtv. Jann spricht nochmals im Sinne seiner früheren Ausführungen und findet dabei die Unterstützung der Stadtv. Krumm und Eichenauer. Stadtv. Löb er beantragt Verweisung an die Schulkommission, während Beigeordn. Georgi ausführt, es sei all das beschlossen worden be­züglich neuer Staffen, was der Rektor und der Oberlehrer beantragt hätten. Wenn man weiter gehen wolle, müsse man zunächst weitere Räume beschaffen. Nach weiteren Ausführungen des Vorsitzenden und des Beig. Cu r s ch- mann, die die guten Leistungen der Volksschule hervvr- heben, findet der Antrag des Schulvorstandes Annahme.

Verschiedenes.

Ter Gießener Fußballklub von 19 05 bittet um Ueberlassung eines Spielplatzes auf dem Trieb. Die Baudeputation beantragt Ablehnung, damit die Spazier­gänger nicht gestört würden. An der Debatte hierüber be­teiligen sich in einem der Bitte der Gesuchsteller mehr oder weniger günstigen Sinne die Stadtv. Kirch, Krumm, Faber, Helfrich, Wallenfels, der Vorsitzende und Beig. Georgi, worauf ein Antrag des letzteren An­nahme findet, zu gestatten, das das Spiel dort vorgenommen werden könne, solange keine Belästigungen stattfinden, ohne den Platz ausdrücklich als Spielplatz zu überlassen.

Tie e Van g. Kirchengemeinde ist für das neue Pfarrhaus in der Kirchstraße zu einem,Straßenkosten- beitrag von 1177 Mk. herangezogen worden und erhebt aus rechtlichen und Villigkeitsgründen Einspruch dagegen. Tie Versammlung ist der Ansicht, daß die Heranziehung berechtigt ist und beschließt, dem Einspruch keine Folge zu geben.

Gärtner Moser will einen 100 Qm. großen Lagerplatz am neuen Friedhof pachten. Tie Versammlung stimmt dem zu.

Für die Uebernahme der Unterhaltung der Bücking scheu Grabstätte hat der kürzlich verstorbene Rentner Bücking, der erst anläßlich seines 90. Geburtstages eine Stiftung von 50 000 Mk. gemacht hat, der Stadt ein Vermächtnis von 6000 Mk. gestiftet, mit der Bestimmung, daß ein eoent. Ueberschuß zu Wohltätigkeitszwecken Ver­wendung finde. Für die Unterhaltung der Grabstätte sind nur die Zinsen von 1375 Mk. erforderlich. Die Versamm­lung beschließt Annahme der Stiftung mit dem Bemerken, daß diese auch erfolgt sei, wenn die Unterhaltungskosten die Zinsen des Kapitals überstiegen hätten und beauftragt den Vorsitzenden, der Familie des Stifters den Tank der Stadt auszusprechen.

Der Vertrag über das Halten der Fasel­ochsen wird zu dem seitherigen Betrag von 1200 Mk. mit Herrn Simon verlängert.

Ein Wirtschaftskonzessionsgesuch von Emil Sick für das Haus Nordanlage 1 (RolandSeck) findet Befür­wortung, während ein Gesuch für den Asterweg (12 Apostel und ein solches für Bleichstraße 7 (Moseltal) keine Befür­wortung finden sollen.

Geriehtssaal.

Ein grelle» Lickt auf die Pol i z e i z u stä^rd ein Oschersleben warf ein Prozeß, der vor dem dortigen Lchöffen- gerickt gegen den Stadtverordneten und Verleger deS dortigen Generalanz." Stöter verhandelt wurde. Stöter hat man dien Strauß mit der Polizei auözufechten gehabt. Nack einer^Vcr- handlmig vor dem Landgericht zu Halberstadt äußerte tptöter int Eisenbahnabteil über die Polizeisergeanten Wieden­back, Lange und Franke, daN sie gemeingefährliche Leute feien und ins Zuckthans gehörten. Wegen dieser Beleidigung wurde er angeklagt. Er gab zu, die Aeußerung getan zu haben, aber in folgender Form:Wiedenback, Lange und Franke sind Leute, die m i ck m 0 r d e n w 0 l l e n , das sind gemeingefährliche Leute, die gehören ins Zuckthans". Wiedenbach trat als Nebenkläger auf. Er verdächtigte sofort den Ge­richtshof, daß die Akten gefälscht seien mit Hilfe eines Rechtsanwalts. 37 Zeugen wurden ver­nommen. Dem Polizeiseraeanten Franke wird uachgewicsen, daß er den Polizeisergeanten Röper verleumdet hat und dafür be­straft ist. Mehrere Zeugen bekunden, daß er auf der Wacke er­zählt habe, wenn er wolle, risse er auch die Amtsrichter rein. In Hötensleben hätte er den Amtsrichter so weit gehabt, daß dieser Knie fälle vor ihm gemacht habe. Verschiedene Zeugen sagen aus, daß Fr an le bei dem Restaurateur Benecke eine Mark von einem Spielteller gestohlen, Polizeisekretär Briehm, daß Franke ibn verschiedentlich a n g e 10 g e n habe. Lange verweigerte die Aussage, als ihm vorgehalten wird, daß er in der Kaiserstraße ohne jebc Ursache dreimal auf den Arbeiter Tom all a geschossen habe, worauf ihm der Revolver abgenommen worden sei. Wiedenbach hat in der K'essel- schen Gaststube erzählt, day Franke Stöter n i e b e rsch ießen würde; das bezeugte unter Eid die Frau Kessel. Rechtsanwalt Schrader bekundete, daß Wiedenbach in der Halberstädterstraße zu ihm gesagt habe:Du Lump, du Vagabund, dick Krüppel müßte ick hier gleichauf der Straße totschießen." Polizeisergeaut Röper habe sich überzeugt, daß W. fa lsche E in t r a g u n g e n in dem Wacktbuche gemacht habe. Aehnlich belastend war eine ganze Reihe anderer Aussagen. Der Gerichtshof sah trotzdem den Wahrheitsbeweis nickt im allgemeinen als geführt an; er fei nickt zur Ueberzeugung gekommen, daß die Polizeisergeanten gemeingefährlich seien. Es wurde auf 100 Mark Geldstrafe gegen Stöter erkannt. (Nack dieser Beweisaufnahme war die Freisprech­ung des Angellagten zu erwarten. Das Merkwürdigste an der Sache ist aber, daß man die belasteten Polizeibeamtcn nicht vom Amte suspendiert hat. D. R.)

Eiyerrvahtt-^ltung.

Die Betriebsergebnisse der preußisch - hes- sisckvn Eise n bahngem eins ch ast beliefen sich int Fe­bruar auf insgesamt 129 327 000 Mk., das sind mehr gegen den gleichen Monat des Vorjahres 20 803000 Mk. oder auf einen Kilometer 3755 Mk. (plus 540 Mk.) Davon entfielen auf den Personen- und Gepäctverkelw 29 057 000 Mk. (plus 3 138 000 Mark), auf den Güterverkehr 91 495 000 Mark (plus 17 097 000 Mark! In der Zeit feit Beginn des Recknungsjahres betrugen die Einnahmen 1 563 865 000 Mark (plus 110 556 000 Mk.) ober auf einen Kilometer 45 891 ML (plus 2443 Mk.). Davon ent­fielen auf den Personen- und Gepääverkebr 438 795 000 Mark (plus 30 830 000 Mk. , auf den Güterverkehr 1031 358000 Mk. lplus 73 917 000 Mark).

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