Ausgabe 
25.8.1906 Erstes Blatt
 
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sozialdemokratischen Arbeitern nicht Genügende? leistete, wurde unnachsichtlich sofort entlassen. Noch niemals seien so betonten die Redner in der Versammlung bei einem Bau so zahlreiche Arbeiterentlassungen vorge­kommen, wie bei der Erbauung des sozialdemokratischen ArbeiterheimS im 16. Bezirke. Als den Maurern endlich die Lrakonische Strenge des BaukomitKS zu drückend wurde, ver­suchten sie eS mit einem Mittel, welches die Sozialdemokratie ihren Anhängern, den bürgerlichen Unternehmern gegenüber, öfters empfohlen hatte, mit derpassiven Resistenz". Die Folge davon war jedoch, daß der sozialdemokratische Rcichs- iagSabg. Schuhmeier, der Bauherr, mit einem Schlage acht Maurer sowie sämtliche bei dem Bau beschäftigten sozialistischen Vertrauensmänner auf das Pflaster setzte. Und die Tragikomödie ging damit noch nicht zu Ende, denn nun traten sämtliche Arbeiter in den Streik, und da sie nicht mit Unrecht befürchteten, daß die Parteileitung S tre i k- b rech er aufbieten würde, stellten sie Streikposten auf. Hierauf ließ ihnen Schuhmeier erklären, er werde mit einer Schar von Genossen kommen und sämtliche Streikposten gründlich durchprügeln! Man kann sich vorstcllen, welches Aufsehen diese Affäre in der österreichischen Sozialdemokratie macht, und da hier die Gegensätze infolge der nationalen Differenzen ohnehin noch viel schärfer sind wie in der deutschen Sozial­demokratie, so liegt ein tüchtiger Krach in der Luft!

Deutsches Reich.

W ilhelmshö he, 24. 9(ug. Gestern nachmittag unter- namen der Kaiser und die Kaiserin einen Ausflug zu dem Forsthaus Dörnberg. Zur gestrigen Abcndtafel waren die Ame­rikaner Bptler und Bucrguß geladen. Ter Chef des Geb. Zivilkabinetts Tr. von Lucanus kehrt heute nach Potsdam zurück. Der Kaiser reiste heute mit den Herren des Gefolges nach Mainz ab.

Berlin. 24. Aug. Fürst Bülow wird aus Anlaß der am 29. ds. Mts. stattfindenden Tauffcierlichkeiten beim kronvrinzlichcn Paar in den nächsten Tagen in^ B e r l i n cin- treffcn und auch einer Sitzung des preußischen Staats Mini­steriums beiwohnen. Daß das Staatsministerium in dieser Sitzung auch zu der Angelegenheit Podbielski Stellimg neh­men wird, ist nach derTägl. SR." ausgeschlossen, da der Kaiser sich die Entscheidung in der Frage ausdrücklich Vorbe­halten hat.

Das gesamte preußische S1 a a t s m i n i st e r i u m hat eine E i n l a d u n g z u r T a u f c des .Kronprinzensohnes er­halten. Wird auch Herr v. Podbielski die ^Gelegenheit wahr­nehmen, sich seinen Kollegen bei dieser Gelegenheit noch ein Mal in solcher Eigenschaft zu zeigen?

Zur Podbielski-Krisis hält das ..Reich" seine Meldung ausrecht, der Kaiser habe durch d i r e k t c n B o t e n Herrn v. Podbielski zur Rechenschaft und Einreichung seines Abschiedsgesuches aufgcfordcrt. Der Auf­schub der Entscheidung, fügt das Blatt ergänzend hinzu, liegt darin begründet, daß auf Grund der militärischen Stellung des scheidenden Ministers ein ehrenacrichtlichcs Verfahren gegen diesen cingeleitet werden würde.

Die amtliche Nachprüfung des K o n t r a k t e s T i p P e l s- kirch seitens der Behörde ist bereits soweit gediehen, daß die Auflösung dieses Vertrages nicht mehr lange auf sich warten lassen wird.

In einer sozialdemokr. Versammlung hier sagte Genosse Knüpfer u. a., er habe bei Beachtung der Rednerliste daran denken müssen, wie die Friedeberg-Arnswalder Bauern oft sagten:Wenn bloß nicht so viele Juden in der Partei wären!" Heute müsse man in der Versammlung sehen, wie sich^ die Juden, einer aeaen den anderen, ausspielten.

Essen, 25. Aug. Eine von 1500 Personen besuchte s o z i a l - demokr Versammlung protestierte gegen die auf dem Katholikentagmrtac'e't geübte Verunglimpfung der Freidenker und Sozialdemokraten".

. Hagen. 24. Aug. Die Sozialdemokratie bat gegen die hiesige R e i ch s t a g s e r s a tz w a h l, die mit dem Siege des volksparteilichen Kandidaten Bürgermeisters Cuno geendet hat. einen Protest eingereicht, der damit begründet wird, daß sich der Regierungspräsident v. Coe!s und der Hagener Landrat Hart­mann dadurch einer unzulässigen Wahlbeeinflussung schuldig ge­macht haben sollen, als sie die Führer der Zentrumspartei zu bestimmen suchten, in der Stichwahl hie Parole für den frei­sinnigen^

Ausland.

London, 24. Aug. Kri e g s in in i sie r Halda ne ist znm König Eduard nach Marienbad berufen worden. Daily Expreß" meldet, Haldane sei mit seinen HeereS- reforrnen an dem Punkte angelangt, den Viele für das Ende seiner Ministerlaufbahn hielten. Er habe die Armee nicht reformiert, noch schienen seine Pläne hierzu guten Fortgang zu nehmen. Als Nachfolger werde das Unter» hauSmitglied Major Seely genannt.

Das Erdbeben in Chile

dauert noch immer an. Ein Kabeltelegramm aus Valparaiso berichtet, daß am 23. abends weitere vier Erdstöße erfolgten, die eine entsetzliche Panik hervorriefen. Tausende der Einwohner, die alles bei der Katastrophe ver­loren haben, verlassen die verwüstete Stadt. Die im Hafen liegenden Schiffe sind bis auf den letzten Platz mit Flücht­lingen gefüllt. Tas Feuer wird langsam in seiner Aus­dehnung gehemmt und dürfte bald gänzlich gelöscht sein. 20 Plünderer, die in flagranti ertappt wurden, sind von den Brandwachen erschossen worden. Tie Katemon-Kupfer- minen stürzten ein und begruben 37 Leute in ihren Trüm­mern, die sämtlich von dem fallenden Gestein erschlagen wurden.

Aröeitertumutte in Mrnberg.

Heute früh erhielten wir folgende Meldung:

R u r n b e r g , 24. Aug. Die Ärbeitertumulte vor der -FahrzeugfabrikUnion", vor der neulich der Schlosser Fleischmann von einem Arbeitswilligen niedergeschossen wurde, wiederholten sich in einer derartigen Ausdehnung, daß ein starke? Polizeiaufgebot mit blanker Waffe gegen die Ausständigen vvrgehen mußte, die mehrfach Schußwaffen gebrauchten. Alle Fensterscheiben der Fabrikgebäude und zahlreiche Straßenlaternen wurden zertrümmert.

Dieser Meldung folgten dann heute im Laufe des Vor- nnttagS nachstehende Draht meld ungen:

Nürnberg, 25. Aug. Die Ausschreitungen vor der Union" nahmen gestern abend um 8 Uhr in einem Vom- bardement mit Steinen ihren Fortgang. Ein starkes Aufgebot von Schutzleuten besetzte den Platz vor der Fabrik und mußte von der Schußwaffe Gebrauch machen, wobei mehrere Personen verletzt wurden. Es wurde auch von Arbeitern geschossen. Von den Schutzleuten wurden sechs oder sieben verwundet. Eine nahegelegene Apotheke wurde zur Verbandsstätte eingerichtet. Man spricht davon, daß 200 Personen verhaftet seien. Bezirk-amtmann Achtheld und Bürgermeister v. Jäger waren erschienen. Ein Bataillon Infanterie mit aufgepflanztem Bajonett schasste

Ruhe, die erst um 2 Uhr nachts eintrat. Die Zahl der Ver­wundeten läßt sich noch nicht feststellen.

Nürnberg, 25. Aug. Die Meldung derFrkf. Ztg.", daß ein 12jähriges Mädchen erschossen sei, ist un­richtig. Zehn Schußleuten wurde die Uniform total zerfetzt. Durch Revolverschnffe schwer verletzte 10 Personen wurden nach dem Kronkenhause geschafft. Eine Person entwich auf dem Wege zum Krankenhause. Ein 19jähriger Mensch, der einen Revolver- schuß abgegeben und mehrere Menschen verletzt hat, wurde ver- haftet. Es waren zwei Kompanien des hiesigen 14. Infanterie- Regiments zur Stelle.

Ans Stadt und Lund.

Gießen, den 25. Aug. 1906.

** Elektrisches Kabel für Irrenanstalt und Theater. Jin Laufe der Verhandlungen mit dem Staate wegen Versorgung der neuen Irrenanstalt mit Licht und Kraft auS dem städtischen Elektrizitätswerk stellte sich he-->uS, daß dies zur Verringerung der bedeutenden Kosten für den erfoder- lichen Kabel nur dann möglich sein würde, wenn für die Irrenanstalt auf dem Elektrizitätswerk eine besondere Maschine mit höherer Spannung arbeitet, als nach der Stadt geliefert wird. Damit taucht weiter die Frage auf, ob nicht in ähn­licher Weise das Theater mit elektrischer Energie versorgt und damit die früher auf 43 000 Mk. berechneten Kosten deS Kabels für das Theater vereinfacht werden könnten. Es er­gab sich, daß daS Kabel für das Theater dann nur noch einen Kostenaufwand von 25 000 Mk. erfordere, daß eine derartige Umgestaltung der Anlage für daS Theater aber nur in Ver­bindung mit der Irrenanstalt möglich ist, weil das Theater nicht so viel Kraft verbraucht, daß man hierfür eine besondere Maschine mit boher Spannung laufen lassen kann. Nachdem die in dieser Beziehung vom städtischen Elektrizitätswerk auf­gestellten Berechnungen von einem auswärtigen Sachverständigen bestätigt waren, hat die außerordentliche Stadtverordneten- Versannnlung am 23. August bcschloffen, die Versorgung von Irrenanstalt und Theater in der oben beschriebenen Weise zu übernehmen und die für die Kabel erforderlichen Mittel mit insgesamt 135 000 Mk. bewilligt.

'* Gießener Pf er d em a r k t-Lo tt erie. Die Lose des am 11. September stattfindenden Herbst - Pferdemarktes finden guten Absatz. Als Haupttreffer sind vorgesehen: Ein oiersitziger Viktoriawagen, ein- und zweispännia fahrbar, nebst Pferd und silberplattiertem Geschirr, ein Schlitten mit Plüsch­garnitur, Pelzdecke und Laternen nebst Pferd und vernickeltem Kunnnetgeschirr, ein Lauterbacher Wagen mit Kutschierbock und Bremse nebst Pferd und Kummetgeschirr, sowie 7 Pferde und Fohlen, landwirtschaftliche Maschinen, Fahrräder, Näh­maschinen, Haushaltungs- und Gebrauchsgegenstände. Der Wagen und Schlitten find von A. Kilbinger, das filber- plattierte Geschirr von Sattlerineister Friedrich Groß, das ver­nickelte Kummetgeschirr von Sattlermeister Christian Spieß, der Lauterbacher Wagen von Wagnermeister August Führer, das Kmnmetgeschirr von der Firma Müller & Diebel geliefert. Die Ps?rde werden auf dem Markt gekauft. 9)?it dem Ankauf der übrigen Gewinne wird in diesen Tagen begonnen. Die Zahl der Gewinne beträgt 700. Der Preis des Loses be­trägt 1 Mk. Die Ziehung findet am 12. September nachm. 2 Uhr in der Turnhalle der Stadtknabenschule statt. Der Vertrieb der Lose ist dem Kaufmann Richard Buchacker über­tragen. Lose können von diesem direkt oder von den von Genannten eingerichteten Verkaufsstellen bezogen werden.

S o selten wie ein w ei ßer Spatz" pflegt man wohl 31t sagen. Dieser Satz aber beweist eben das Vorkommen weißer Spatzen und ein solcher ist gestern nachmittag in einem Garten am Schiffenberger Wege von vier Herren beobachtet worden. Der Besitzer deS Gartens, ein angesehener Gießener Bürger, Herr N., «zählte uns heute persönlich, daß er einen weißen Vogel von der Größe eines ausgewachsenen Sperlings gestern in seinem Garten beobachtet habe, der seine Aufmerk­samkeit erweckte. Bald darauf sah er, wie ein alter Spatz dem weißen Vogel sich näherte und ihn fütterte! Er rief als Zellgen drei vorübergehende Herren hinzu, die alle diese seltene Fütterung beobachteten. Beide Vögel flogen dann munter von dannen.

** Falschmeldung. Wir lesen in derFrkf. Ztg.:

Mainz, 24. Aug. Der Kellner C l a u t e r au§ Monzern­heim, der hier nuf der Straße die 23 jährige Tochter des Mili- täraresthausoerwalters Hoffmann erschossen hat, wurde zur Be­obachtung seines Geisteszustandes der Universitätsklinik in Gießen überliefert.

Von psychiatrischen Klinik wurde uns auf telephonische Allfrage der Bescheid, daß ein Mensch namenS Clauter dort nicht untergebracht sei.

bf. Friedberg, 25. Aug. (Drahtbericht.s Der Kauf­mann Adolf Diehl sing in der Wetter bei Ossenheim einen Hecht, der ein Gewicht von 28 Pfund hatte! DaS Tier bat einen Umfang, der darauf schließen läßt, daß eS junge Enten, die dort mehrfach vermißt wurden, verspeist hat. Der Fisch wurde nach Frankfurt verkauft.

** Kleine Mitteilungen ans Hessen und den Nachbarstaaten. Der Vorstand des sozialdemokratischen Wahl- bereins für Friedberg-Büdingen verhängte über sämt­liche dem Ring angehörende Brauereien des Kreises den Bierboykott. In Offenbach bedauerte eine Wirte- versammlung, daß die Verhandlungen mit den Brauereien wegen Zurückziehung oder Ermäßigung der Bierpreiserhöhung zu keinem Resultat geführt haben. Wenn die Brauereien auf die Forder­ungen der Wirte nicht eingehen, wird vom 25. August ab der Ausschankpreis für Glasbier um 1 Pf. erhöht. Dem biertrinken­den Publikum wird es überlasten, dem Glas- und Flaschenbier­genuß im eigenen Interesse so lange zu entsagen, bis die Braue­reien Entgegenkommen zeigen. Bei dem 60 jährigen Stiftungs­feste des Turnvereins Gießen rangierte die Musterriege am Barren des Turnvereins Krofdorf an 9. Stelle mit 19,17 P. und nicht an 30. mit 15,33 P. Der Fehler muß bei der Berech­nungskommission vorgekommen sein.

Gießener Strafkammer.

)( Gießen, 25. Aug,

Dem Gastwirt und Metzger Heinrich R. von Utphe ging vom Steuerkommlssariat wegen Umgehung der Stempel -Ab- 9 e für ö ff entließe Tanzbelustigung ein Straf­bescheid in Höhe von 4 Mark Ordnungsstrafe und 10 Mark vor­enthaltene Abgabe zu, wogegen er gerichtliche Entscheidung an- trug. Die Untersuchung ergab, daß sein Geselle in der Wirtschaft Ziehharmonika gespielt hat und einioc junge Leute, Bekannte der Wirtstochter, ab und zu tanzten Der Wirt hatte, um der Bedieuung enthoben zu sein, den jung.i' Leuten ein Faß Bier zur Verfügung gestellt und sich zu Bett >el-at Tas Schöffengericht erklärte diese Unterhaltung für ein geselliges Zusammensein, nicht aber für eyie öffentliche Tanzbelustigung und sprach des Wirt

frei. Die Staatsanwaltschaft focht das Urteil an, um die Ent­scheidung einer höheren Instanz herbeizuführen. In der Beruf- nngsverhaudl'ng stellte es sich heraus, daß nicht feststand, ob die Berusungseinsegung der Staatsanwaltschaft rechtzeitig erfolgt ist, weshalb dos Gericht Vertagung eintreten ließ, um der Staatsanwaltschaft Gelegenheit zu geben, die Rechtzeitigkeit der Berusungsanzeige uachzuweiseu.

Die in Bad-Nauheim wolmhaste Frau S. war mit ihrem Dienstmädchen mehrfach in Differenzen geraten, was Kündigung zur Folge hatte, die aber später wieder zurückgenom­men wurde. Infolge weiterer Streitigkeiten kündigte das Mädchen auf 1. Juli d. I., war aber damit einverstanden, daß ihre Herrin den noch rückständigen Lohn erst nach Ablauf der Bade­saison bezahle, worüber eine Urkunde ausaefertigt wurde, von der jeder Teil cif Abschrift erhielt. Als das Mädchen am 1. Juli austreten wollte, verlangte Frau L. von ihr die Abschrift des Vertrags, die sie vernichtete: das in ihrem Besitz befindliche Erc-iplar änderte sie aber in der Weise ab, daß das Mädchen bis zum Ablauf der Badesaison bei ihr zu bleiben habe. Tas so verfälschte Schriftstück schickte sie der Polizei zu, damit sie veranlassen sollte, daß das Mädchen bis zum genannten Termin bei ihr bleibe. Ter Vorsteher des Polizeiamts merkte die Fälschung sofort und nahm die Untersuchung vor, die zur An­flage führte, was Verurteilung der Frau L. wegen Urkunden­fälschung zu 2 Docken Gefängnis nach sich zog. Vor­sorglich hatte die Staatsanwaltschaft im Laufe des Verfahrens die Angeflagte aus ihren Geisteszustand untersuchen lassen. Der Sachverständige erklärte sie für hochgradig hysterisch; doch von einem geistigen Defekt oder cimr verminderten Zurechnungs- säbiake't könne nicht aeredet werden.

Vermischtes.

* D i e räuberischen Uebersälle, die im benachbarten russischen Reiche überhand nehmen, scheinen ansteckend auf 0 st - preußisches Gebiet überzugreisen. So wird heute aus In­sterburg gemeldet, daß dort in der letzten Nacht in das katho­lische Pfarrhaus, während der Abwesenheit des Pfarrers, der auf einer Dienstreise unterwegs ist, drei maskierte Männer eindrangeu. Die Haushälterin wurde gekne­belt, an das Treppengeländer gebunden, ihrer Börse be­raubt und mit einem Rasiermesser erheblich an den Händen, am Gesicht und am Oberkörper verletzt. In der Pfarrwohnung wurden die Behälter durchwühlt, geraubt aber anscheinend nichts. Tie Haushälterin verscheuchte bereits kürzlich Einbrecher.

"Opfer der Berge. In den Am p ezz a n er Alp e n ist der Lehrer Mook aus dem Anhaltischen abgestürzt und hat schwere Verletzungen erlitten. Der Sohn des Münchener Professors Reichhold, der vom Hochstadl abgestürzt ist, ist seinen Verletzugen erlegen.

Otarke westliche Winde, meist trüb, Reaensälle; kühler.

Origiiral-Drahtnrel-urrgen.

Berlin, 25. '2fiug. Bon den seit 1. Juli erhobenen neuen Steuern brachten die Z i g a r e t t e n st e u e r im Juli einen Rohertrag von 477 741 Mk., die Frachturkundensteuer 1603 042 Mk., die Automobilsteuer 473 875 Mk. In diesen Summen sind die Verwaltungskosten noch nicht inbegriffen, sodaß die tatsächlichen Einnahmen noch niedriger wären. Tie Brausteuer nebst der Ucbergangsabgabe von Bier ergab im Jnli eine Mindereinnahme von 19Ö9 625 Mk., offenbar infolge der vorausgegangencn Mehrproduktion zu den alten Steuersätzen.

Neapel, 25. 'Aug. Blätter melden, ohne Namen zu nennen, die Verhaftung der Nichte eines Kardi­nals. Tie junge Dame hatte sich mit einem jungen Mönch nach Monte Earlo begeben. Ter Mann hatte, um Reise­geld für sich und seine Geliebte zu verschaffen, vorher einem Kloster 10000 Lire geraubt. Die Dame ist zahlreicher Einbrüche angektagL

Neustadt a. d. H., 25. Alug. Ter frühere Reichstags- Abg Sartorius hat gegen den Verleger des hier er­scheinenden Weinblattes, Meininger, Privatklage er­hoben, weil das Weinblatt aus derDeutschen Tagesztg." eine Notiz übernommen hatte, in welcher Sartorius als Weinfab rikant bezeichnet wurde.

Sydney, 25. Aug. Carcoar (Neusüdwales) wurden heute leichte E-rdftöße verspürt.

Petersburg, 25. Aug. Eine besondere Kommission be­schäftigt sich gegenwärtig mit der Angelegenheit des Generals Linjewitsch. , Sie hat gegen diesen stark belastendes Material gesammelt. Linjewitsch soll vor das Ober-Kriegsgericht gestellt werden.

Telefomsche Kursberichte

des Giessener Anzeigers, mitpeteiit von der Bank für Handel und Industrie. Giessen.

Frankfurter Rörfte. 25. Anglist, 1.15 Uhr.

3J4°/O Peichsanleihe . . 98.75 3% do. . . 86.75 3^°/0 Konsols .... 98.80 3% do 86 80

3M°/n Hessen 97.20 3%6/n Oberhessen . . .. 4»K Oesterr. Goidrente. . 100.05 4Oesterr. Silberrente 100.00 \% Ungar. Goldrente . . 95.20 4% Italien. Rente . . . 103.30 3»o Portugiesen Serie I . 70.00 3% Portugiesen III 70.80 4J^°/0 rnss.StaatsanL 1905 86.50 4^°/, Japan. Staatsanleihe 94.75 4% Conv. Türken von 1903 96.25 Türkenlose 146 40 4% Griech. Monopol-Anl. 54.90

4 % äussere Argentinier . 90.00 3% Mexikaner .... 69.20 4%°/o Chinesen . . . . 97.95

Aktien:

Bochum Guss 245.75 Buderus E. W ..... Tendenz: fest.

Berliner Börse, 2

Canada E. B 169.50 Darmstädter Bank . . . 139.50 Deutsche Bank .... 238.60 Dortmunder-Union C. . . 8810 Dresdner Bank .... 158.10

Tendenz : ruhig1.

Elcktriz. Lahmeyer . . . 143.00 Elektriz. ScHuckert . . . 126.00 Eschweiler Berg-werk . . 253.80 Gelsenkirchen Bercrwerk . 226.00 Hamburg--Amerik. Paketf. 16140 Harpener Bergwerk. . . 212.20 Laurahtltte 243.50 Nordd. Lloyd . . . .. . 131.00 Oberschles. Eisen-Indnstne 133.00 Berliner Ilandelsges . . 169.00 Darmstädter Bank . . . 139 75 Deutsche Bank . . . 238.20

Deutsch-Asiat. Bank . . 174.00 Diskonto-Kommandit. . . 183.20 Dresdner Bank . . . 157.60 Kreditaktien 210.20 Baltimore- und Ohio-

Ei sent ahn . . . 119.50

Gotthardbahn. Lombard. Eisenbahn . . 33.10 Oesterr. Staatsbahn . . . 143.70 Prince-Henri-Eisenbahn . 142.00

5. August. Anfangsknrse.

Harpener Bergwerk. . . 211.70 Laurahütte 242.70 Lombarden E. B. ... 32.80 Nordd. Lloyd 130.60 Türkenlose 146.50

in der Entwicklung oder beim Lernen zurückbleibende Kinder, sowie blut, »ritte, sich mattfühlende und nervöse überarbeitete, leicht erreg­bare, frühzeitig erschöpste Erwachsene gebrauchen als Kräftigungs­mittel mit großem Erfolg Dr. Hommel's Hacmatogen.

Der Appetit erwacht, die geistigen nnd körperlichen Kräfte werden rasch gehoben, das Gesamt-Nerbenshstem gestärkt.

Man verlange jedoch ausdrücklich das echte »,Dr. Hommel'S" Hacmatogen und lasse sich feine der vielen Nachahmungen auf­reden.

ver nach- Sonntag, den 26. Aug. von

stellende Ä 0. 12 Uhr mittags bis 12 Uhr nachts sicher anzutreffen. [Dzs/e

Dr. Schliephake, Goethestrasse 44.

Sonntse: 49 Uhr 354

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