Ausgabe 
24.1.1906 Zweites Blatt
 
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156, Jahrgang

Zweites Blatt

Nr. 20

Seneral-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gichen

h-rrÄbm-ch., L« mE» und.« KE. »i° - S«S

©^d>etnl Mgttch mtl Aurnahme deS SomuagS.

DieSleßfneT tfamllienbiatter** werden dem Anzeiger viermal wöchentlich beiqdegt Der taadwUr et|d)ctnt monaihd) einmal.

Von Steinbach ans erreicht die Linie dann A l b a ch und weiter, um möglichst viele Orte der Bahn zuzuführen, Burk­hardsfelden, welches mit Opvenrod gemeinschaftlich einen Bahnhof oder Haltestelle erhalten könnte, wenngleich auch Reiskirchen an der Strecke GießenFulda nicht allzu entfernt ist. Alsdann würde die Linie nach Hattenrod, Harbach und Ettingshausen zu führen sein. Von hier aus ISfct sich eine zweckmäßige Linienführung am besten au Ort und Stelle fesllegen, um die Orte Queckborn und Lauter möglichst nahe zu erreichen, ober auch Münster wegen seiner Braunkohlenlager nicht ganz zu umgehen. Um größere Losten und Ausgaben zu ersvarcn, würde die Linie alsdann am geeignetsten bei Wetterfeld in die vorhandene Strecke LaubachHungen einlaufen, um dann in 2 Km. die Endstation Laubach zu erreichen.

Da? ganze Projekt in dieser Ausdehnung von Gießen nach Laubach dürfte ca. 28 Km. lang sein, wahrend die Entfernung Gießcn-Laubach über Hungen 32 Km. ist. Daß die beiden Städte einander näher gebracht werden, ist schon ein großer Vorzug, insbesondere aber ist cs auch ein weiterer Schritt zur direkten Erschließung des Vogelsbergs. Immer niehr kann man hauptsächlich beim Städter das Bedürfnis bemerken, Erholung auf dem Lande zu suchen, auf kurz oder lang in Gestalt von Touren dem städtischen Getriebe zu ent­fliehen, und in dieser Beziehung ist scheinbar der Vogelsberg nunmehr zu seinem Recht gekommen. Zur großen Ferienzeit im Herbst z. B. kann man schon mehr gegen früher an dem Bahnhof beobachten, wie Erwachsene mit Kindern und zwar gerade aus den mittleren Kreisen, ausgerüstet mit dem Ruck­sack, sich zusammenscharen, um diesen oder jenen Ort des Vogelsberges auszusuchen und in den schönen Waldungen Erholung und Erquickung zu finden. Dieser Fortschritt im Besuch deS Vogelsbergs fällt einem besonders auf, wenn man, wie ich, nach jahrelangem Aufenthalt in entfernteren Gegenden, wieder einmal zum Vogelsberg zurückkehrt.

DaS Hauptinteresse an dem projektierten Bahnbau dürste wohl die Stadt Gießen haben, indem es alsdann der Landbevölkerung besser möglich ist, die Märkte usw. der Stadt zu besuchen, überhaupt die Gelegenheit wahr­nehmen, um das verhältnismäßig billige und bequeme Be­fördert,ngSmittel, die Bahn, auszunuhcn; so werden dec Stadt Fremde und den Geschäftsleuten Käufer zu geführt.

Scheinen hiernach allein schon die wirtschaftlichen Vor- erwägungen nach Klarstellung der Frage über die zu be­rührenden Ortschaften und den zu erwartenden und sicher eintretenden Verkehr zur Bauausführung des Projekts berech­tigt, so dürften wohl auf Grund technischer Ermittelungen dem Bahnbau auch keine Schwierigkeiten entgegentreten, indem große und umfangreiche Kunstbauten, Brücken, Damm­aufschüttungen usw. so gut wie gar nicht vorkommen werden.

Möge sich nun bald die Kommission, die einst schon bestand, wieder zusammenfinden, um durch ihr gemeinsames Arbeiten das Werk zu stände zu bringen, daS dem sehn- lichsten Wunsch und Bedürfnis dec Bevölkerung entspricht, i Mord, Zivil-Ingenieur in Gießen.

Giefzener Stadttheatev.

KolSerg, historisches Schauspiel in 5 Akten von Paul Heyse.

ein edles Herz. ro m .

Nächst diesen beiden ,|t Frl. Donecker als Rose zu nennen, die übrigens Heyse ursprünglich, wenn ich nicht irre, nicht zur Schwester, sondern zur Geliebten Heinrichs gemacht hatte. Es ist ja kein Leichtes, dieser mehr deklamatorischen Rolle inneres Leben einzuhauchen. Und doch gab sie chr viel an ehrlicher Begeisterung und aufrichtigem Schmerze ums Vaterland. Die Erzählung ihres Besuches beim KönigSpaar in Memel atmete tiefe Empfindung, und liebenswürdigen Mädchenzaubcr ergoß sie über die Szene. Auffallend war, daß sie es unterließ, ihre Toilette zu wechseln: sie blieb ein Blauveilchen den Abend über trotz Seereise, Sonntag und Bittgang ums Leben des Bruders.

Mit seinem Gneisenau brachte Herr Goll eme m der Maske vortreffliche, im ganzen würdige Figur heraus; mit­unter mar er in der Rede freilich zu pathetisch, nicht lebenswahr genug, und auch kleine Unsicherheiten in der Beherrschung seines Parts störten leicht. Recht drastisch, zu drastisch für den Ernst der Dichtung gestaltete Herr Lippert den Invaliden Würges. Ein Kabinettüückchcn der Charalteristik aber schuf aus seinem Rektor Herr Mendel.

Unter den übrigen Rollen ist keine, die eine markantere Darstellung gestattet. Während die Witwe Blank, der Leut­nant Brünnom und der Schiffer Arndt wohl wirksamer hätten sein können, erfüllten die Herren Herrscher, Freitag und Frep ihre kleinen Aufgaben mit viel Geschick, Eifer und

Mittwoch 24. Januar 1906

Rotationsdruck und Verlag bet Brübl'lch« ö UnwersitätSdruckerei. öl. Lange. Gießen.

LI Redaktion, Expedition u. Druckerei ©cfiufftr.t, </ Tet. Ölt. 61. Letegr.-Adr.r Anzeiger Gietz«.

Kerr von HjchirjchKy.

Diese Ernennung denn als dieRordd. Allq. Ztg." schrieb, er sei ,in Aussicht genommen*, war sic schon seit zwölf Stunden entschieden bedeutete eine Ueberraschung. Weil seine Zeit noch nicht gekommen schien. Vom preuß. Gesandten bei den freien Hansastädten und den Höfen von Schwerin und Reu-Strclitz schwerlich ein sehr aufreibender und aufregender Posten gleich zum Vorgesetzten der Bot­schafter, das ist selbst heutigen Tages ein ganz gewaltiger Sprung. Aus ganz anderem Holze wie sein Vorgänger, wird er die Geschäfte gewiß auch anders anfaffen. War Nichthofen der preußische Musterbeamte, der von Examen zu Examen, von einem Grade zum anderen emporklcttcrte, un­ermüdlich, fleißig, ein vorzüglicher Ausführer der Gedanken anderer, so rühmt man Herrn v. Tschirschky bei hervorragender Begabung eigenes staatsinännisches Denken, große Gesichts­punkte nach. Schon sein Werdegang ist kein alltäglicher. Ter neue Chef der Diplomatie des Reiches und Preu ße ns hat selbst n i e daS d ip l om atisch e Exa m en gemacht. Bismarck erließ cs dem jungen sächsischen Refe­rendar, der vom Amtsgerichte in Pirna zur Probeleistung ins Auswärtige 9(mt gekommen und von Herbert, dem Sohn des Allgewaltigen, als eine Art Privatsekcetär benutzt worden war. Dann "gingS, nach etatsmäßiger Anstellung, schnell vorwärts. Rach Konstantinopel und Athen, von Teheran nach Wien, wieder nach Athen und Konstantinopel, nach Petersburg als Botschaftsrat, als Minister-Resident nach Luxemburg und schließlich nach Hamburg. Der Kaiser nimmt ihn auf seinen Reisen als Vertreter deS Auswärtigen Amtes mit sich, und von da ab weiß man, daß man sich seinen Namen für die Zukunft merken muß. Nun ist diese Zukunft schneller als gedacht Gegenwart geworden. Mit dem Reichs­kanzler auf bestem Fuße, soll er bestimmt sein, ihn nicht nur am Schreibtische, sondern auch im Parlamente mehr zu entlasten. Wie er zum Redner im Reichstage taugt, wird freilich ebenso abzuwarten sein wie die Gestaltung seines bisher für recht kühl geltenden VerhältniffcS zur mächtigen Fraktion Holstein im eigenen Hause .... In der Haltung nicht das Geringste oom Büreaukraten: groß, wie die meisten Tschirschky lderen Ahnherren sich nach ihrem böhmischen Stammschloffe CfirsytCfirSky* schrieben, ehe sie, , vor 500 Jahren, nach Schlesien kamen), von sehr eleganter Figur, tadellos gekleidet, weltmännisch gewandt und sicher in Um­gang und Sprechweise, so gehört er, rein äußerlich betrachtet, dem Diplomaten-TypuS an, den Friedrich Haase auf die Bühne brachte .... Nach Ernst Hohenlohe, dem dazu ja nur noch daS StaatSsekretariat selbst fehlt, nun innerhalb weniger Wochen schon der zweite Staatssekretär, der nie Assessor war .... Sollte die erste Stunde einer neuen, schrecklichen Zeit geschlagen haben, wo da? deutsche Vater- land nicht mehr nur von Assessoren seine Wege gewiesen erhielte? ....

Herr von Tschirschky zählt erst 47 Lebensjahre alle seine Kollegen sind älter als er. Der Senior der Mitglieder des Staatsministeriums ist der Kultusminister Dr. Studt, der im 68. Lebensjahre steht. Es folgen dann zunächst der 1841 in Rostock geborene Justizminister Dr. Beseler, der Trager

Das gh ßiprojcflt H v-Lleii'vüch-cFaukach.

Vor einigen Tagen wurde in einem Eingesandt deS »Gieß. 2(ni < das Bahnprojckt Gießen Steinbach Laubach ange­schnitten. Da ich von verschiedenen Interessenten schon auf dieses Projekt aufmerksam gemacht worden bin und diese mich ' gebeten haben, hierfür Stimmung zu machen, möchte ich die Gelegenheit nicht vorübergehen lasten, an dieser Stelle auf daS Projekt, wie es ungefähr auszustellen ist, einzugehen. Vielleicht finden sich noch mehr Interessenten und Anhänger, durch deren gemeinsames Vorgehen in Gestalt eines Komitees alsdann das'heiß ersehnte Projekt seiner Verwirklichung ent­gegen gehen möge.

Nachdem der Gemeinderat der Stadt Grün berg sich vor einiger Zeit definitiv gegen ein Projekt L ich ©tun» berg ausgesprochen hat, ist es mehr wie jemals Zeit, die Blicke auf das Bahnprojekt GießenLaubach zu richten. Im ersten Moment halten Fernstehende und Nlchtintereffenten einen solchen Bahnbau für unnötig und haben hierfür nur die all­gemein übliche Phrase übrig:Na ja, nächstens bekommt jedes Dorf seine Eisenbahn!* Sieht man sich aber das Projekt an Hand einer Karte an, berücksichtigt man die gewerbliche Tätigkeit und die Wünsche der interessierten Gemeinden, welche ihrer Kreiß- und Provinzialstadt näher gebracht sein wollen, so kann man für das Projekt nur eintreten.

Die Linienführung wäre in der Hauptsache vielleicht folgende: Von Gießen (Oberheff. Bahnhof) könnte zuerst der Bahnkörper der Strecke GießenFulda (eventl. unter Anlage eines zweiten Gleises) benutzt werden mit der ersten Halte- stelle etwa an der Licher Straße fals Gicßen-Ost) also unterhalb der Kaserne und der Provinzial-Siechenhäuser. Da ganz in der Nähe nunmehr auch die Irrenanstalt errichtet wird, so könnte diese Haltestelle zugleich auch eine solche für gewiffe Züge der GießenFuldaer Linie sein. Daß Projekt könnte sodann der Fuldaer Strecke weiter entlang gehen bis hinter die Militärschießstände, um in einer Kurve abzuzweigen und baß etwas höher gelegene Annerod zu erreichen suchen.

Für die Gießener ist Annerod ein gern besuchter AuS- flugSort, führen doch dahin verschiedene Wege durch schöne Waldungen. Allerdings ist manchen Ausflüglern der Heim- gang hauptsächlich abends nicht angenehm und sie würden diesen schönen, ruhigen Ort wohl öfters auffuchen, wenn zur Rückkehr em Zug benutzt werden könnte.

Bei ziemlich günstigen Geländeverhältniffen erreicht die Linie nach ca. 3,5 Km. den großen Ort Steinbach. Von dem gewerblichen und sonstigen Betrieb Steinbachs erhält man allein schon die richtige Meinung und ein Urteil, wenn man den riesigen Wagenverkehr auf der Straße Steinbach Gießen beobachtet und kennt. Die Steinbrüche mit ihrem an- crkanntermaßen vorzüglichen Material würden ein gut Teil des Güterverkehrs abwerfen und daher zur Rentabilität der projektierten Bahn sehr beitragen. Auf der anderen Seite wäre es den Steinbruchbesitzer bei Vorhandensein einer Bahn möglich, ihre Betriebe noch zu vergrößern, die Brüche mehr auszunutzen und auf größere Lieferungen einzugehen. Aber auch die anderen Betriebe wie Zimmergeschäfte usw. könnten sich bester entfallen. ______________

Eine Art patriotischer Hundertjahrfeier hatten wir am Dienstag im Stadttheater. Eine cflanzende schicbtliche Episode, die einen der wenigen Lichtpunkte des Jahres 1806 bildet, des schmachvollen Jahres vor dem unseligen Tilsiter Frieden, behandelte Heyse in fernem 1868 entstandenenKolberg"; ein Ereignis, das als erhebendes Zeugnis echter Vaterlandsliebe und ungebrochener Volks- kraft damals die niedergebeugten Herzen, die hoffnungs­losen Gemüter mit neuem Mnt und neuem Vertrauen be­seelte und in Poesie und Prosa wiederholt verherrlicht ist- die tapfere Verteidigung der pommerschen Festung Kvl- berg 1806/07. Im Jahre 1806 hatte Napoleon den Rhem- bund geschlossen, er war Protektor von 16 deutschen Staaten, zu denen bekanntlich auch unser Hessen gehörte. Im Ok­tober errang er bei Jena und Auerstädt ferne furcytbaren Siege, und triumphierend zog er in Berlrn ent; ganz Deutschland bis zur Oder war eine Beute des korsischen Despoten. Entmutigt und kopflos ergaben Heerführer und Kommandanten große Armeeabteilungen und starke Fest­ungen ohne Schwertstreich Nur drm feste Städte Ost­deutschlands, Kolbera, Graudenz und Thom, hielten stand. Nach Kvlberg hatte sich der schwer verwundete Schrll ge­flüchtet, und er und der Bürger N e 11 e l b eck erhielten den Mut der Besatzung und der Bürger wach, biv diese durch das Eingreifen Gneisen aus mrt neuem Eifer befeeU:^ b^n. für die Kaisergeburtstagswoche

diese Dichtung aus der Väter Tagen wählte, ist Beifalls wert Menn mancher der heutigen Bühnenherrscher mit seiner Macht Hahin sein wird, dürfte dieses Schauspiel voll Sturm und Sonnenschein noch die empfängliche ^ugend entflammen In dem Merke, das deutscher Stamme tiefsten Fall, aber auch der schluinmernden Kräfte genug reiat steckt kein Hurrapatriotismus der ublicyen Festspiele Dem Dichter, der zu unseren besten zahlt es sei bei dieser Gelegenheit auf das gegenwarlige Erscheinen seiner outen und klugen Romane und seiner meisterlichen No­vellen in vortrefflicher wohlfeiler Ausgabe bei Cotta m Stuttaart empfehlend hingewiesen ist der egoistische Pfahwürger, dem jedes Opfer für ideale Güter ein Greue dünkt ebenso zuwider, als der sich uberhevende, seine Zeit nlckit vustehende Schwertträger, der im Drill und im Ga- ma'sch°.ndi-nst ausg-h. Srys°. WWt ri« doch

lassen.

Tie Einzeldarstellung brachte zrvei vortreffliche Leist­ungen. Der Regisseur, Herr Wittmann, gab den alten Nettelbeck ganz überraschend gut, voll mitreißender Be­geisterung und mit starker Kraft. Das war eine kerndeutsche Seemannsoestalt, im Dialekt zwar eher aus der Heimat Blüchers als der benachbarten Emst Moritz Arndts, aber von schöner, wetterharter Unbeugsam knt und Entschlossen­heit, kraftvoll in Wort und Tat, die das ganze Interesse des' Zuschauers gefangen nahm. Solche kräftige Biedcr- mannsaestalten sind Herrn W. eigenste Domäne, er kam

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terifierunq wirksam ins Treffen führen. Und er hob seine Figur nock) durch manchen hübschen und was besonders bei ihm überraschte, denn eigentlich kannte man ihn bisher noch gar nicht, war er doch nur zu oft zu ihm durch, aus ungeeigneten Rollen verdammt, die ihm sichtlich rniR* behagten sehr lebhaft bewegten charakteristischen Zug: die schlichte Größe dieses Bürgers und Patrioten kam zu schöner nachwirkeuder Geltung. 'M gleicher Hohe stand Herr Lüttjohanu als Heinrich 'Blank. Er zeickMete diesen Feuerkopf mit scharfen Strichen unb der erjoroer- lichen Leidenschaft. Man war diesem sonderbaren Schwär­mer trotz allem gut, denn er verlieh dem Ueberspannten

den zahlreichen Dramen unseres gerühmtesten Novellisten, aber recht tut, wer es als ein gutes Werk nimnit..Gnei)enau, der vorurteilsfreie, weitausschauonde und in sich geklärte Repräsentant des Militärs, dessen begeisterunasreiche Hin- deutung auf die Vereinigung von Militär und Bürgertum zu einem Volk in Waffen uns heute fast zeitgemäß dünkt, und Joachim Nettelbeck, der greise, sein Vaterland und seinen Landesherrn heiß liebende Maain des Volk.s, das sind Ge­stalten, die nicht nur der Jugend sagen: werdet wie diese! Just in dieser Zeit der bräuenben äußeren und inneren ge­fahren fürs deutsche Vaterland, tut das herzliche Versenken in eine solche Dichtung wahrlich gut.

Zwischen diese beiden eisenfesten Charaktere bat der Dichter einen Jüngling gestellt, der auf Kosten des National- sinnes die Weisheit deS Weltbürgertums rühmt, einen be­geisterten Verehrer Napoleons und seines Feldherrngenies., Und auch für diese um des Gegensatzes willen ein gefügte Figur vermag er die Sympathie des Zusckzauers zu erwecken. Tas ist die Kunst des ed)ten Dichters, der im übrigen senti­mentale Ergüsse und pathetische Reflexionen zumeist ver­mied und hier und da in die (nur selten nicht) frisch pul­sierende Rede Verse flocht, die in ihrer Diktion anWallen­steins Lager" und die Spaziergangss^ene imFaust" er­

innern.

Tas Schauspiel Hut gestern eine ungewöhnlich starke Wirkung misgeübt. Es war unter der tüchtigen Regie des Herrn Wittmann eine lebhaft bewegte Aufführ­ung, die, in den Einzel- wie in den Massenszenen gut durchgcführt und geschickt arrangiert, voll gelungen war. Sie hatte Schwrnng und Wärme. DemVolk" batte ja wohl noch mehr an innerem Mitempfinden an den schweren Schicksalen der Vaterstadt beigebracht, einiges von bem ge­wöhnlichen Statistenphlegma genommen werden können. Aber dazu bedarf es ganz besonderer Sttidien und Vor­bereitungen, die sich bei den. notmendigerweise raschen Wechsel unseres Repertoires scblechtcrdings nicht durchfuhren

Humor.

Nach jcdein Aktschluß mußte sich der Vorhang wieder­holt heben, und ich glaube, das Stuck wird noch manches volle Hans erzielen. Namentlich sollte es dem Volke ge- doten werden und der Jugend, die gewiß mit erfrischen- fann dem Enthusiasmus mitten in die Szene hinein ihren Jubel

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