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mich beschwert. Gefallen aber lasse ich mir freilich keine Unart- Rechtsanwalt W.
Hausen.
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Zur Warnung:
Warenzeichen-Urkunde.
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9. Sitzung der Großh. Handelskannaer Gießen für die Kreise Gieße», Alsfeld und Lauterbach. Protokoll-Auszug.
(Schluß.)
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5. EinrichtungvonverschließbarcuAbtzolungs- fächern im Kaiser!. Postamt 1.
Aus Kreisen von Handel und Industrie war an Die Handelskammer das Ersuchen gerichtet worden, auf baldmögliche Einrichtung von Postschließfächern beim hiesigen Postamte bedacht zu sein. Auf eine entsprechende Eingabe wurde uns der Bescheid zu teil, daß das Kaiser!. Postamt gerne bereit sei, der Einrichtung solcher Abholungsfächer, für welche jedoch nur das Post- amt l in Frage kommen kaun, näßer zu treten, sofern von Seiten der Handelskammer eine sichere Unterlage über bte zu erwartende Beteiligung an großen Fächern zu 18 Mark und kleinen zu 12 Mark jährlicher Miete beigebracht werde. Dem Beschlüsse gemäß fordert die Handelskammer diejenigen Firmen, welche sich durch Uebernahm eines Abholungsfaches an dieser Einrichtung beteiligen wollen, auf, ihr in Kürze hiervon
von der Firma Rafael Tuck u. Sohn in Berlin SW., Wil- Helmstr. 106, ausgeschrieben worden. Die Gesamthöhe der ausgesetzten Preise beträgt rund 135 000 Mk. und ihre Zahl 1260. Wer Interesse daran nimmt, der wende sich an diese Firma. Mittellos ist der Gründer der Firma auS Deutschland nach London gekommen, hat klein begonnen, indem er Leipziger chromolithographische Erzeugnisse in England vertrieb, bis sich sein Haus zu einem Welthause entwickelte, das auch in Paris und Rewyork große Niederlagen besitzt. Die'Firma begann vor acht Jahren die Einführung der Ansichtspostkarten in Großbritannien, und seit jener Zeit ist sie bemüht gewesen, die Verbreitung dieser der Kunst- erziehung dienenden Grußboten zu fordern, mit einem Erfolge, den selbst Asquith, der engl. Finanzminister, in einer Budgetrede anerkannt Hal. Die meisten der von ihr herausgegebenen Karten haben wirklichen künstlerischen Wert. Es sind Ansichten aus aller Herren Lander, aus dem Harz, aus Thüringen und von der nordwestdeutschen Wasserkante, aus Berlin und Dresden, wie aus Sizilien, aus Nizza und aus der Alpenwelt, aus den britischen Ländern und aus Amerika, die
daraus, daß eS fast unmögllch erscheint, ein'Zeichen zu schaffen, das mit keinem anderen bestehenden Warenzeichen übereinstimmen darf, hält es die Handelskammer ur wünschenswert, daß der seitherige Zustand aufrechterhalten
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Friedrich Karl von Hessen, das im Lause dieserWoche nach Frankfurt übersiedelt, hatte zur heutigen Mittagstafel eine größere Zahl von Einladungen ergehen lasten. ES waren etwa 20 Offiziere des 81. Infanterieregiments geladen, ferner Generalleutnant Freiherr von Gayl, Generalmajor von Puttkamer, Oberst Tulff, Polizeipräsident Scherenborg und der seit einigen Tagen auf Schloß FriedrichShof weilende frühere Erzieher des Prinzen Friedrich Karl, Major von
Gerrehtssaal.
Zur „Freisprech iing eines Rechtsanwalts" ging uns gestern folgende Zuschrift au:
Der Bericht in Nr. 247 d. Bl. über Freisprechung emes Rechtsanwalts bedarf kurzer Ergänzung, die gef. Nachträgen zu wollen, ich bitten darf. , ,,
Hergang. Dem Großh. Gerichtsvollzieher G„ hier, hatte ich vor den Ferien ein Urteil mit dem Auftrag zur Zwangsvollstreckung überschickt. Da die Erledigung mir zu lang dauerte, so ließ ich mir dasselbe wieder holen, um cs als Beleg zum Kosten- feftsehungsantrag bei Gericht einzureichen Schon am zweiten Tag danach ließ Herr G. mich um Rückgabe ersuchen. Ich teilte die bereits geschehene Abgabe an das Landgericht mit. pun erschien Herr G. persönlich bei mir, konnte aber nur dieselbe Antwort erhalten. Er meinte dann, ich solle das Urteil holen lassen Das lehnte ich ab, verttöstete jenen aber mit dem Bemerken, daß ich die Belege in aller Kürze, wie hernach auch geschah, zurückerhalten werde. Auf sein wiederholtes Begehren viederholte ich die Antwort mit dem Anfügen, wenn er es so eilig habe, möge er sich das Urteil vom Gericht geben lassen. Hierauf wurde ich belehrt, daß das meine Sache und meine Verpflichtung sei, und nun wiederholte sich bei der Hartlchlägig- keit meines Gegenübers Rede und Gegenrede in dulee infinitum. Endlich wurde ich dieser Leierei überdrüssig und schnitt ab mit den Worten: „Ich bin das nun müde, machen Sie jetzt, daß Sie hinauskommen". Hierauf erklärte mir aber Herr G. mit hochgezogenen Augenbrauen und in feierlichem Amtston: „Ich bin hier im Dienst". Ohne mich mit einer pragmatischen Widerlegung dieser rechtsirrigen und kuriosen Auffassung seiner Stellung aufzuhalten, stand ich nun erregt über Die Mißachtung meines Befehls und Hausrechts' auf, trat dicht an den hartnäckigen Gegner heran und forderte ihn jetzt „kurz nervöse und deutlich", wie es im jüngsten Reichsabschied heißt, auf, sich sofort zu entfernen. Mochte nun dem Herrn G. der Begriff des Hausfriedensbruchs und vielleicht eine Reminiszenz an § 342 Strafgesetzbuchs aufgegangen sein, oder erkannte er, daß hier nicht mehr zu spaßen sei, er konzentrierte sich nunmehr schleunigst rückwärts und ich war ihn glücklich loS.
Verhandlung. Der .Herr Anklagevertteter erkannte rückhaltlos an, daß ich hier mein Hausrecht gewahrt habe und Gegner verpflichtet gewesen sei, auf meine erste Aufforderung hin meine Wohnung zu verlassen, er meinte aber, ich habe doch wohl mit zu starker Stimme gesprochen und insoweit beleidigt, da der Ton die Musik mache. Hieraus bezog sich meine Entgegnung, daß ich die Feuerwehr 16 Jahre lang kommandiert habe ,Ainb da flötet man nicht" Demgemäß erfolgte Freisprechung. # Schließlich darf ich noch das Eine erwähnen, daß allerdings rm Urteil 1. Instanz gesagt war, ich sei wohl barsch d. h. kurz angebunden und dort hatte ich auch wirklich den gutgemeinten Antrag des Gerichts auf Vergleich mit entschiedenem kurzem Nein abgelehnt, lieber Barschheit in anderem Sinne hat sich noch niemand über
Dunkelwerden dem Verkehre geöffnet bleiben.
7. Reform des gewerblichen Rechtsschutzes (Gerichtsbarkeit in Patentsachen, Zeichens chutz).
Nachdem der Deutsche Handelstag in einer Kommistions^ und Ausschußsitzung sich mit der vom Deutschen Verein für den Schutz des gewerblichen Eigentums herausgegebenen Denk,chrift „Vorschläge zur Rcsorm des gewerblichen Rechtsschutzes" befaßt hat, nimmt er nunmehr Veranlassung, den Beschlüssen gemäß, die deutschen Handelskammern in Bezug auf die Gerichtsbarkeit in Patentfachen und auf den Schutz der Warenbezeichnungen um ihre Meinung zu befronen. Insbesondere ist ihm eine Aeußerung darüber erwünscht, ob
a) in allen Patentsachen die Gerichtsbarkeit durch Gerichte, die aus Juristen und Technikern bestehen, auSgeübt werden soll.
Tie Handelskammer kann ein Bedürfnis für eine Aenderung der Gesetzgebung in Bezug auf die Rechtsprechung in Patentsachen nicht anerkennen; sie muß es ablehnen, die Hand für eine weitere Zersplitterung der Rechtsprechung durch Schaffung von Smide-.'gerichten, welche nur über Patentstreitigkeiten zu entscheiden hätten, zu bieten. Ten der jetzigen Gerichtsbarkeit in PaLentsachen anhaftenden Mängeln könne durch genügende Zuziehung von tüchtigen Sachverständigen abgeholfen werden., ,
b) ein Zeichenschutz ohne Beschränkung auf bestimmte Waren (ein Firmenzeichen) eingeführt werden soll. Mit Rücksicht
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vermischtes.
• Leipzig, 22. Ott. Wie das „L. Tagebl.' meldet, wurde heute der Direktor des zahnärztlichen Institutes an der hiesigen Universität, Professor Hesse, im Roscntal erschossen aufgcfunden. Dem genannten Blatte zufolge liegt zweifellos Selbstmord vor. Die Gründe sind unbekannt.
* Unfälle in den Alpen. Infolge waghalsiger Kletterei ist der Schreinergehilfe Maier im sog. Bacher Gewände bei Oberstdorf (Bayern) abgestürzt. Er wurde tot aufgefunden. — Der Bäcker Koppcnhofer ist vom Untersberg (Salzburg) abgestürzt und blieb zerschmettert liegen.
• Der neueste EisenbahnUnfall. In Collegno traf am Montag ein Eisenbahnzug von Mondäne mit Verspätung ein und fuhr in einen rangierenden Güterzug. Ein Arbeiter kam dabei umS Leben, 15 Personen wurden verletzt, davon vier schwer. Ein Personenwagen, der Post- und der Packwagen wurden stark beschädigt.
• Ein wasserspeiendcr Vulkan. Nachrichten aus Eeatepec (Mexiko) zufolge sind dort bei dem Orkan, der vor einigen Tagen Zentralamerika und Westindien heimgesucht hat, über hundert Menschen ertrunken. Der Vulkan Chnle warf große Mengen schwefelhaltigen Wassers aus, das die Stadt Panchinalca überflutete und die meisten Einwohner tötete. Auch an anderen Orten soll großer Schaden angerichtet worden sein. Wie es heißt, sollen andere Städte von den Fluten hinweggerissen worden sein.
* Ein Wettbewerb in Ansichtspostkarten ist
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Spielpla« brr »errirriytm Frankfurter Stadttheater. Opernhaus.
Mittwoch den 24. Oktober'): Zweite? und letzte? Gastspiel Emmy Destinn vom Königl. Opernhaus in Berlin: »-^nn- häuser'. (Elisabeth: Frl. Destinn.) Donnerstag den 25. Oktober: ,Aar und Zimmermann.' Freitag den 26. Oktober, abends halb 8 Uhr: .Die Geisha.' Samstag den 27. Oktober: .Lohen- qrin' Sonntag den 28. Oktober, nachmittag? halb 4 Uhr: Der Troubadour.' Abends 7 Uhr: Zum ersten Male: "10 01 Nacht.' Montag den 29. Oktober: „Fra Diavolo. Hierauf: -Die Altweibermühle.'
Schauspielhaus.
Mittwoch den 24. Oktober *): „Das Blumenboot.' Donnerstag den 25. Oktober: „Romeo und Julia.' (SHomeo: ^err (Smil Birron vom Volkstheater in Wien als Gast.) Freitag den 26. Oktober: „Tie Stützen der Gesellschaft." Samstag den 27. Okt.. „Das Blumenboot." Sonntag den 28. Oktober, nachmittags 3 Uhr. >in idealer Gatte." Abends 7 Uhr: „Das Blumenboot. Montag den 29. Oktober: „Helden.'
') Anfang, wenn nicht anders bemerkt, ^bendS^um^Uhr^^
StrengenSiesichnicht so anHeriUeumann!
~ -E Sie sind sonst morgen total heiser und können ini der Versammlung nicht sprechen. — Pah — wozu gibt § denn Fays ächte Sodener Mineral-Pastillen ? WaS sollten denn wir Berufsredner, was sollten die Lehrer, die Schauspieler und Sänger anfangen, wenn sie die Sodener nicht hatten, die selbst in verzweifelten Fällen auch bte sprödeste Kehle wieder geschmeidig machen ? I Da, sehen Sie, ohne Sodener treffen Sie mich nie und auf die kann ich mich allemal verlassen. Die Schachtel kostet nur 85 Psg. und ist m allen einschlägigen Geschäften zu haben. Ihv
uns dw FiAnä vorfükftt, und nur wenige unter ihnen find dem künstlerisch verwöhnten Ange nicht wohlgefällig.
* K l e i n e T a a e s ch r o n i k. Der G e m e i n d e v o r st e h e r B e ck e r i n W i l m e r s d o r f bei Berlin, der neulich vom Amte siiSpendiert wurde, ist verhaftet worden. Der Fehlbetrag m de/Gemeindekaffe beziffert sich ans 3000 Mk. — ^er Ober- wärter Opgenorth des Eppendorfer Kranken- Hauses in H a m b u r g, der in dem kürzlich verhandelten Leichen- ÖÄpiM - on Seiten «baelAnittene-Äo pl- und Körperteile weiter verkauft zu haben, nahm unter
Verzicht auf Gehalt und Pension seinen Abschied, um dem ein* zuleitenden Disziplinarverfahren zu entgehen. — 3« ® « e « 0 b 1 ® explodierte in der Wohnung deS Deputierten Cbiendueellet in der letzten Nacht eine Bombe; in der Wohnung befanden sich ein Neffe und eine Nichte von Chiendueellet, die keinerlei Verletzungen erlitten. Chiendueellet selbst war abwesend. - In Derbent (Transkaukasien) ivurde ein Erdbeben m der Richtung von Süd-Ost nach Nord-West verspürt.
Innern zu befürworten. ., o m ,
9. Gesuch von Gewerbetreibenden aus Großen- Linden betr. die Tarifier u n g der in Großen- Linden ankommenden und abgehenden Guter, ^ie Gewerbetreibenden von Großen-Linden empfinden es als einen großen Nachteil, daß sie für ihre von Süden in Großen-Linden ankommenden und nach Süden abgehenden Guter den Frachtsatz über Großen-Linden hinaus bis Gießen und wieder zuruck zu tragen haben. Es ist dies barauf zurückzuführen, daß bic Güterzuge in Großen-Linden nicht halten. Die Gewerbetreibenden sehen sich hierdurch in ihrer Konkurrenzfähigkeit beschränkt. In Rücksicht aus den nicht unerheblichen Güterverkehr in Großen-Linden, wie im Hinblick darauf, daß ein drittes Gleis von ausgiebiger Länge angelegt worden ist, beschließt die Handelskammer, dem Wunsche der 'Gesuchsteller entsprechend, bei der Königl. Eisenbahndirektloii Frankfurt die direkte Tarifierung der in Großen-Linden ankommenden und abgehenden Güter burd) Halten der Guterzuge daselbst zu beantragen. ... .
10. Vertretung der Handelskammern in der G r o ß h. Z e ,i t r a l st e l l e für d i e L a n d e s ft a t l st i k und einheitliche G e st a l t u n g des st a t i st i s ch e n Anhangs der Jahresberichte der Handelskammern. Die Handelskammer steht diesen von dem Großh. Ministerium des Innern bezw. der Großh. Handelskammer Mainz gemachten Vorschlägen sehr sympathisch gegenüber und beschließt, zu der Konferenz, in welcher über diese Frage beraten werden soll, Vertreter zu ent- fenben. Umgestaltung bes Kreisblattes für ben Kreis Gießen.
Um vielfachen, aus Kreisen von Haiibel und Industrie geäußerten Wünschen zu entsprechen, beschließt bie Handelskammer, bei Großh. Kreisamt zu beantragen, seilierseits darauf hinznwlrken, daß das Kreisblatt in Zukunft als selbständige Beilage des Gießener Anzeigers erscheint, so daß dadurch die Möglichkeit gegeben ist, die Kreisblätter eines Jahrganges in einem Bande zu vereinigen und aufzubewahren.
12. E i u g ä n g e. Von zuverlässiger Seite sind der Handelskammer nach'Mitteilungen ^gegangen über
a) Zweifelhafte Firmen tm Auslände;
b) Bestellung eines kommerziellen Fachberichterftatters für das deutsche Reich durch den österreichischen Handelsminister;
c) Unlauterkeit im AusstellungSwesen;
d) Ernennung von Sachverständigen für Handelsangelegenhelten bet den Kaiser!. General-Konsulaten in Buenos Aires und
1 Rio be Janeiro. _ .
- C) HanbelSbeziehungen zu Schweben (Erteilimg von Gewerbe- legitimattonSkarten feiten? ber Landesgoiwerneure, der Bürgermeister unb ber Polizeikammer);
f) Verlängerung bes Ausnahmetariss für Düngemittel und Rohmaterialien der Kunsidüngefabrikatioii für ben Bereich der preußisch hessischen Staatsbahnen imb_ber Reichs-Eisenbahnen in Elsaß-Lothrttigen auf weitere fünf Jahre.
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bie angemefbeten Warenzeichen befamit zu machen sind, um zur Erhebung des Wiberspruchs gegen bte Eintragung Gelegenheit zu geben; .
Tie Kammer hält die Ausdehnung des tm Patentrecht bestehenden Aufgebotsverfahrens auf das Warenzeichenrecht für schwer durchführbar und tritt deshalb für die Beibehaltung des seither geübten AnmeldeverfahrenS ein. .
8. A usna h m e von Vorschriften tn bte Berg- gesetze der deutschen Bun d eS st a at en, über das D i e n st v e r h ä 1 t n i s d e r i m B e r g b a u t a t t g e n Pr iv at- angestellten, welche den Bestimmungen der r r 133a bis 133h der Gew erbeordnu ng entsprechen. Der Deutsche Werkmeisterverband hat in einer Eingabe an den Herrn Reichskanzler den Wunsch ausgesprochen es möge seitens der Reichsregieriing auf die Regierungen ber Emzelstaaten da hm eingewirkt werden, daß der den Jndiistriebeamten tn den §§ 133 a bis 133 h der Gewerbeordnung in Bezug auf das Dienstverhältnis gewährte Schutz auch auf bie im Bergbau angestellten Prwat- leanUen ausgedehnt wirb. Nach Anhörung der sachverständigen Kreise beschließt bte Handelskammer, von der Ueberzeugung geleitet, das; durch entsprechende Einwirkung der Reichsregierung unter Umständen eine einheitliche Regelung der Frage in sämtlichen Einzelllaaten veranlaßt werden könne, bie Eingabe bes Deutschen Werkmeisterverbandes bet Großh. Ministerium bes
Mitteilung zu machen. „
6. Der Verkehr in den Nieberlageräumen des Großh. Hauptfteueramts Gießen.
In ihrem Jahresbericht von 1905 hatte bie Handelskammer cs als einen Mißstand bezeichnet, daß bie Nieberlageräume bes Hauptsteueramts in Gießen nach eingetretener Dunkelheit, d. h. im Winter schon gegen 44/2 Uhr, spätestens kurz nach 5 Uhr nachmittags verlassen werben müssen. Diese Mitteilung gab dem Hauptsteueramt Veranlassung, über biesen Gegenstand in_ einen Schriftwechsel mit uns einzutreten und uns um Auskunft darüber zu ersuchen, welcher Art ber Beleuchtung der Vorzug gegeben werde. Die Einführung einer Gasbeleuchtung halte das Hauptsteueramt von vornherein für ausgeschlossen, weil bei dem etwaigen Ausströmen von Gas der lagernde Tabak durch Annahme bes Gasgeruches leicht bedeutenden Schaden nehmen könnte
Die Kammer spricht sich für die Einführung elektrischer Beleuchtung aus und beschließt, ferner zu beantragen, daß bis Jur Fertigstellung der elektrischen Anlage die Nieberlageräume im Winter an ben Nachmittagen bereits von 1 Uhr ab bis zum
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VorstehenbeS Warenzeichen ist aus Grund deS Gesetzes zum Schutz der Warenbezeichnungen vom 12 Mai 1894, gemäß der Anmeldung vom 1. Oktober 1894 für die Firma Apotheker Rich. Brandts Nachf. Fr. Merck- ling, Schaffhausen (Schweiz) am 10. Oktober 1895 unter Nr. 10, 100, Klaffe 2 in die Zeichenrolle eingetragen. Geschäftsbetrieb, in welchem das Zeichen verwendet werden soll: Herstellung nnd Vertrieb von Pillen. Waren, für welche das Zeichen bestimmt ist: Pillen.
Berlin, 10. Oktober 1895. Kaiserliches Patentamt: L.S. Ich sehe mich zu dieser Warnung veranlaßt, weil mein Warenzeichen vielfach verletzt worden ist; ich werde umiach- sichtlich gegen Jeden, der mein obiges Warenzeichen nach- ahmt, vorgehen und bitte um Anzeige von Nachahmungen.
Schaffhausen Apotheker Rich. Braudt'ö Nachf. (Schweiz» lb,6Ao] Apotheker Fr. Mcrckttng.
hteTrrere JaNre wird die llicsige SchÄMe vikariert, und der Raum, den der Schulsaal für die 80 Kinder bietet, ist 'in jeder Weise unzulänglich. Das alte Schulhaus wurde im Fahre 1837 erbaut, die Schule leitete damals Unter- toffmer Volp, der in den Befreiungskriegen unter der Fahne gedient und die eine Hand daVei verloren hatte. Wei seinem Abschiede wurde ihm die hiesige Schulstelle übertragen. Die etwa 400 Einwohner zählende Gemeinde ist fast ohne Vermögen, die Kommunalumlagcn betragen 140 Prozent der direkten Steuern, jetzt hat,sie mit großen Opfern das neue Schulhaus, das mit seinem Hof- raume und Hausgarten eine Fläche von^ etwa l->0() Om. { bedeckt, mit einem Kostenaufwande von 25 000 Mk., wovon < der Staat sich bis jetzt zu einem Zuschuß von 3000 Mr. , bereit erklärt hat, erbaut. Auf der Westseite fuhrt unter i einer Ueberdachung der Eingang in den geräumigen, über 60 Qm. enthaltenden Schulsaal; auf der gleichen Serie befindet sich der Eingang zu der Lehrerwohnnng. Sie -umfaßt im 2. Stock und im Dachstock 5 schöne, rm modernen Stil ausgeführte Zimmer, von denen man eine herrliche Aussicht in das Seental und den ganzen -oogels- berq genießt. Das Dorf hatte zum Empfang der zahlreichen auswärtigen Gäste herrlichen Festschmuck angelegt. Schon an dem 20 Minuten vom Bahnhof gelegenen Eingang arüßte ein „Willkommen!", und sowohl nach der Grun- berqer und Laubacber Seite hatte man Ehrenpforten erbaut. Um 2 Uhr nahmen die Festlichkeiten mit dem Abschied vom alten Schulhause ihren Anfang. Sie begannen mit dem Musikstück: „Die Himmel rühmen", gespielt von dem von Förster Stendal geleiteten Bläserchor. Die Abschiedsworte sprach Lehrer D u n k e n b e r g e r. Er entwickelte die Geschichte des alten Schulhauses. Nach dem Festzuge durch das Dors hielt vor dem neuen Schuchaufe Pfr. Frank ans Merlau, wohin Weickartshain eingepfarrt ist die Weiheredc. Er legte seiner Rede die Worte zugrunde:
Jesus Christus gestern und heute, derselbe in alle Ewigkeit". Von -der Großh. Regierung waren erschienen Pro- vinzialdirektor Geheimrat Dr. Breiüert, Schulrat Kleinschmidt und Baurat Diehm. Geheimerat Dr. B r e r d e r t dankte der Gemeindevertrctung für ihre Opferwilligkeit beim Schulhausbau, Schulrat Kleinschmidt hob in seiner Ansprache hervor, daß nach seiner Erfahrung ein neuer Schulhausbau für den Fleiß und den Ordnungssinn der Schulkinder wirke, ebenso möge auch der stattliche Bau fördernd die Bautätigkeit der Dorfbewohfter beeinflussen Bürgermeister Knoß, der sich ein besonderes Berdieu um das Zustandekommen des Schulbaues erworben, dankte den Negierungsvertretern für chr erscheinen und brachte ein Hoch auf S. K. H. den Großherzog aus. Gin zwei- ftimmiger Chor der Schulkinder: „Danket dem Herrn", schloß die Feier. Bürgermeister Knöß öffnete darauf das Schulhaus, worauf die Besichtigung dds Innern stattfand. Möge unserm Dorfe, das noch zwei schwierige Aufgaben zu lösen hat, nämlich die Erbauung einer Kirche und die Herstellung einer Wasserleitung, da bis jetzt das Trink- und Kochwasser aus einem etwa 20 Minuten entfernt gelegenen Brunnen herbeigeholt werden muß, auch hierbei eine kräftige staatliche Unterstützung zuteil werden!
W. Cronberg, 21. Ott. Das Prinzenpaar
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