Amis- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen
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schrieben:
Besuch von
sich von dem Verdacht eines Doppelspiels mit Deutschland! zu reinigen. Denn als mit „unauslöschlicher Dankbarkeit" während des russisch-japanischen Krieges über zal)lreiche Beiveise einer wohlwollenden Neutralität quittiert wurde, sanden in Petersburg sowohl die französischen luie die englischen Bestrebungen, Deutschland „einzukreisen", Ermutigung und Unterstübung in sehr maßgebenden Kreisen. In der russischen Presse sind deulschseindliche Besinnungen oft genug zum Ausdruck gekommen. Es wird uns nicht verziehen, daß wir Rußland „schwach gesehen" haben, uns am wenigsten, weil wir mehr als jede andere Macht dieser Schwäche freundwillig zu Hilfe kamen. Der Draht zwischen Berlin und Petersburg roirb nicht gleich reißen nach den neuen Erfahrungen mit der russischen Freundschaft, aber eine gewisse Kühle und Vorsicht werden doch wohl aus deutscher Seite Zurückbleiben. Tie deutsche Herzlichkeit und Biederkeit sind gewiß nicht genug zu preisende Eigenschaften. Im Verkehr der Völker scheinen sie nur in homöopathischen Losen angebracht.
Tie russisch Verlegenheitsausrebe droht aber für den Grafen Lambsdorff verhängnisvoll zu werden. Wenigstens behaaptet das Petersburger Blatt „Slowo", der Gras habe das Ministerium des Aeußern kompromittiert und werde durch den Mitte April aus Paris nach Petersburg kommenden Botschafter Relidow ersetzt werden. Bestätigung dieser Behauptung bleibt ab
bringen. Auch beabsichtige er, die Satzungen über die Immatrikulation einer Revision zu unterziehen. Bei dieser Gelegenheit werde er auch den Anregungen über Erweiterung des Frauen st udiumS aus den Universitäten nähertreten. Bei Berufungen werde er stets die beste Kraft nehmen, und wo ein Bayer und em Nichtbayer
Autzlauo.
In Kursk halten sich vor dem Kriegsgericht GeneralDobrowolsky und Fürst Bagration zu verantworten, weil sie entgegen ihrer Pflicht als behördliche Vertreter nicht eingeschritten lvaren, als am 30. Juni v. I. Die Menge auf dem Kursker Bahnhof einen Wagen in Brand setzte, in dem ein Offizier vor ihr Zuflucht gesucht hatte. Las Urteil lautete für den General auf 2 Monate unb gegen ben Fürsten auf drei Monate Festungs^ a ^n Radom wurde ein Schuldirektor auf dem Wege durch eine Vorstadt von zwei Leuten durch mehrere Schüsse schwer verwundet. Tie Angreifer sind entkommen.
Im KLankenhausflügel des Buthrki-Gesängnisses zu Moskau brach Feuer aus, das bei den jetzt im Gefängnis herrfchenden Zuständen entsetzliche Folgen haben mußte. In der chirurgischen Baracke, wo der Brand durch Explosion einer Lampe entstand, befanden sich 38 Schwer» Ecanfe, von denen viele in Betten lagen. Tas Feuer ergriff Den einzigen Ausgang und verbreitete sich mit rasender Schnelligkeit über den ganzen Raum. Tie Feuerwehr drang iliit Rauchmasken in das Innere ein und rettete einige mit furchtbaren Brandwunden bedeckte, halb erstickte Gefangene, von denen vier ihren Verletzungen erlagen. In dem Ge-, sängnis sind gegenwärtig 830 politische Verbrecher in ter*, niert.
A. bei Staatssekretär von Stengel, Hausminister von Wedel und eine große Zahl von Reichstagsabgeordneten aller Fraktionen mit dem Präsidenten Grafen Ballestrem. Oberhofprediger Tryander hielt die Gedächtnisrede. Die Leiche wurde auf dem alten Dreifaltigkeitslirchhofe beigesetzt.
— Die Grunderwerbskosten (871 000 Mk.) für die Errichtung eines Gebäudes für das Reichsm i l,t är g eri ch t in Charlottenburg sind heute von der Budgetkommission beS Reichstages abgelehnt worden.
— Zu der Meldung des „ReichsbolenV einflußreiche Leute im Zentrum hätten sich Hoffnung auf einen Polten im Kolonialamt gemacht, bemerkt die „Germania", sie könne sich nicht recht vorstellen, daß da§ Kolomalamt für irgend jeniand verlockende Aussichten haben sollte.
München, 22. Mürz. In der Abgeordnetenkammer erklärte der Kultusminister, er werde tm Landtag eine Vorlage über Gewährung materieller Beihilfe an unbemittelte hervorragende bayrische Privatdozenten ein»
Bon der Steuerkommifsion.
Berlin, 22. März. Die Steuerkommission des Reichstages fetzte die Beratung der Fahrkarten st euer fort und erhielt den Beschluß erster Lesung aufrecht, nach welchem an Stelle des von der Regierung vorgeschlagenen FixUempels Kilometerzuschläge treten, mit dem Anträge der Nationalliberalen, der auch die Fahrkarten aus ben Seen unb im DampfschiffSoerkehr ber Nord- unb Oitsee in bte Besteuerung einbezieht. Bei ber Abstimmung über bie Kilometer-Zu» schlüge fehlte bas Kommissionsmitglied der polnischen Fraktion, daS gegen den Antrag war. Wäre dieses rechtzeitig em» getroffen, fo wäre der Antrag mit 14 gegen 14 Stimmen abgelehnt worden. Die Quittungssteuer bleibt ab» gelehnt, da neue Anträge nicht gestellt wurden. Der Beschluß erster Lesung, betr. die Besteuerung der Ansichts- karten, wurde ohne Widerspruch aufgehoben. Nacken (Zentr.) brachte einen Antrag auf Tantiömesteuer ein. Die Steuer soll 10 Prozent der Gesamtsumme ber Vergütungen betragen. Die Beratung wurde für bie Freitags- Sitzung zurückgestellt. Die Automobil st euer wurde im wesentlichen nach ben Beschlüssen erster Lesung an geil omme n. Nur die obere Grenze ber Pferdekräfte, nach denen die Höhe ber Steuer zu bemessen ist, würbe von 20 auf 25 erhöht. ___
Aus S»aot uno LES.
Gießen, ben 23. März.
** Personalien. S. K. H. der Großherzog haben dem Kammerjunker Ritter und Edler v. Oe ti n ger in Darmstadt die Erlaubnis zur Annahme und zum Tragen des ihm von S. M. dem Kaiser, König von Preußen verliehenen Johanniter-Ordens erteilt. S. K. H. ber Großherzog haben dem Pfarrer Jak. Durst zu Mauchenheim (Rheinpsalz) bie eoana. Vfarrstelle zu Armsheim übertragen.
politische Lagessdrau.
Zentrum und MUitärforderuugeu.
Wenn das Berliner Zentrumsorgan in einer Abhandlung über bie Militärpensionsgesetze bie Auffassung der Zentrumsfraktion roiebergiebt, bann finb bie Aussichten für daS Zustanbekommen biefer Vorlage in ber laufenden Session gering. Man weiß es allerdings bereits, baß die ausschlaggebende Partei ber Aufbesserung der Ruhegehälter für bie oberen Offizierschargen kühl bis anS Herz gegenübersteht, aber es muß auch bezweifelt werden, daß ber preußische Kriegsminister die erneute Verschleppung dieser Vortage oder die Abänderung wesentlicher Bestimmungen hinneymen würde. General v. Einem hat in seinen ReichstagSreden die Ansprüche der pensionierten Offiziere zu einer grundsätzlichen, für das ganze Heerwesen belangreichen Bedeutung erhoben. Er würde die weitere Vertagung oder bie Zusammenslreichung ber Pensionsreform vielleicht als schwer zu überwindende Abweisung empfinden, zumal ihm ber Reichstag ben geforberten Neubau für bas Reichs- militärge richt wieberum ablehnt und von dem Projekt der Offiziersreitschule nur ein Bruchstück stehen läßt, ber Fortsetzung aber einen Riegel für drei Jahre vorschiebt,.
Heber die gemeinsame Erziehung von Knaben und Mädchen in den ba D i f cb e n Mittelsänllen wird aus Karlsruhe ge-
zuwarten.
Tas Gerücht, es werd» im Herbst eine große internationale Konferenz zur Erörterung aller 11ri11igcn Fragen ber ausw. Politik veranstaltet werden, hätte füglich erst am 1. April in die Welt gesetzt werden sollen, dem Termin, an dem man die Zeitgenossen zu narren pflegt. Tenn der Geschmack an internationalen Konferenzen durfte den Regierungen durch „Algeciras" einigermaßen verleidet sein. Tie Ersahrungen, die Deutsche land dort macht, müssen jedenfalls bei ihm die Neigung aufs äußerste beschränken, sich der Wahrscheinlichkeit erneuter Brüskierung durch „gute Freunde" auszusetzen. In Leutschland hat man nachgerade das Gefühl, es sei keine pvlirische Angelegenheit so klar, daß sie nicht durch eine Liplvmatenkonferenz verdunkelt werden könne. Die Völker Europas, die Kaiser Wilhelm vor sechs Jahren ausforderte, ihre heiligsten Güter gegen die Gelben zu wahren, feljcn sich durch diplomatische Künstelei dem Hohn dieser Gegner preis- gegeben. Scan es kann ooch darüber fein Zweifel fein, daß Die Vorgänge von Algeciras an den Asiaten die aufmerksamsten Zuschauer haben. Unter diesem Gesichtspunkte erscheint die internationale Position Deutschlands noch ungünstiger. Es ist auch in Ostasien tatsächlich „isoliert", und wenn es einem seiner zahlreichen Widersacher gefällt, dort einen Streit vom Zaun zu brechen — englische Hetzer haben sich in Schaurung schon unliebsam bemertbar gemacht —, dann würde Deutschland im Rat der weißen Brüder genau so überstimmt und ins Unrecht versetzt werden, wie in Algeciras. Selbst die Vereinigten Staaten würden nichts an m o r ac tischer Unterstützung für Deutschland übrig haben. Für letzteres ist es am geratensten, in gelassener Zurückhaltung eineAcnderung der internationalen ston)tellaN non abzuwarten, die ja kommen wird, denn das Einvernehmen zwischen den «chten, die nur auf der Linie der Quertreiberei gegen Deutschland sich zusammenfinden, unter sich aber vielfach entgegengesetzte Interessen haben, tarnt nicht von Tauer sein. Zu wünschen ist freilich, daß die: diplomatischen V e r t re t e r Deutschlands bei jenen Staaten sich über die politischen Strömungen dort ' in Zukunft besser unterrichtet zeigen. Em rliuhmes- blatt für die deutsche Diplomatie ist die Geschichte der jüngsten Zeit sicherlich nicht.
gleich gut seien, nehme er den Bayer. Allzu großen Einnahmen aus Kollegiengeldern suche er dadurch zu begegnen, baß er mit ben zu Berufenden Vereinbarungen treffe, bte Honorare über eine gewisse Höhe hmaus in bie Universitätskaffe fließen zu lassen. Unberechtigten klerikalen Einwürfen trete ber Minister entschieben entgegen. Die Kammer genehmigte endlich bte wiederholt vom Zentrum abgelehnten Mittel für die verlangte ordentliche Geographieprofessur an ber Universität München. Der Kultusminister versprach, hei Genehmigung einer a. o. Orthopädie-Professur in München, für orthopädischen Unterricht auch an den Universitäten Würzburg und Erlangen sollen zu wollen.
Nr. 70 trfftetnt tÄgTie außer SonniagS.
Dem Gießener Anzeiger werben im Wechsel mit dem hessischen Landwirt bie Gießener Kamillen, blätter viermal in der Woche beiqelegt
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Anzeiger Gießen.
Die Marokko-Konferenz.
A l g e c i r a s, 22. März.
In der heute abgehaltenen K o m i t c e s i tz u n g wurde vorgeschlagen, das Gehalt eines H a u p t m a n n c s in jedem .Hafen auf 7000 Frcs., das des Inspekteurs auf 25000 Francs fcstzusetzen. Die gesamte Diskussion von heute ließ allgemein den Wunsch der Delegierten erkennen, die Einrichtung der Inspektion zur Tatsache werden zu lassen, und auch ihre Befugnisse soweit als möglich auszudehnen.
Wenn man den hier allgemein herrschenden Eindruck nimmt, würde die Verständigung auf folgender Grundlage zustandekonimen: Frankreich würde als Ablösung für sein Vorzugsrecht drei Sanfanteile, mit seinem Anteil also vier Anteile erhalten. Dafür würde Frankreich aber Deutschland ebenfalls in der San ff rage ein Zugeständnis machen, doch würde ein solches nicht in einem weiteren Bautanteil bestehen. Casablanca würde ebenso wie die übrigen Soäfen der französisch-spanischen Polizei überlassen iverben. — In dem vorstehend Gesagten ist weder etwas Offizielles noch etwas Gewisses. Es sind Annahmen, die aber die meiste Wahrscheinlichkeit für sich haben. Man befindet sich bezüglich der Herbeiführung einer Lösung im iritischen Moment, und fann nur angeben, in welcher Richtung die Lösung anscheinend gefunden werden wird.
Herr v. R a d o w i tz ist plötzlich erkrankt.
Zu ber „Erläuf er un g" der russischen Marokko-Note durch die russische Botschaft nimmt, nachdem in Berlin die Veröffentlichung der Stete im Pariser „Demos" aufs peinlichste berührt hatte, die „Nordd. 2111g. Irg." nochmals hochoffiziös das Wort. Sie schreibt:
Wir wiederholen, Dob uns ein triftiger Anlaß zu einer solchen Verwahrung der russischen Politik gegen den Verdacht emcs Dovpclspiels nicht vorzuliegen scheint und daß die Veröffentlichung in einem neuerdings gegen Deutschland so gehässigen französischen Blatte auffallend bleibl.
Uns bedunkt, daß Rußland eher nötig gehabt hatte.
jährlich Alk. 2.20; durch Abhole' u. Zweigstellen monatlich 65 Pi.; durch die Post 9JIL2.—merret- jährl. ausickü. Beitellg. rinnahme von Anzeige« für bie Tagesnuinmer bis vormittags 10 Uhr, Zeilenpreiö: lokal 12 Pf* auswärts 20 Pig.
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Die Unfalllaitcn in der Landwirtschaft.
Man schreibt uns aus dem Naffaulschen:
Im preninschen Hanse der Abgeordneten sand während der Etatsberatung bei dem Titel „Ankaui von Tomänengrundstücken" eine eingehende Debatte über bte Un'allversicherung für land- und wrstwirlschastliche Arbeiter statt. Allgemein wurde über die hohe Belastung ber Lan d w irtjchaft durch b i c 11 n f a 11 = -re rsicher un gsbeit rüge geklagt. So beträgt bet der hessisch-nassatnschen Berttssgenossenschafl bte Belastung im Durch» ,'chntll bereits 68 Prozent der Grundsteuer, in einem Kreise 115 Prozent, in einzelnen Gemeinden mit schwacher Steuertraü steigt bte Belastung aus 130 Prozent und in einer Gemeinde sogar ans UO Prozent.
Wenn die Schuld an der großen Steigerung der Unsallver» sicheiungslasten der Nechtsprechimg des Reichsversicherungsamtes zugeschoben wurde, so ist dieser Vorwurs nicht gerechtfertigt. Mehr Beachtung verdient bie Anregung, bte kleinen Renten von 10 ober 20 Prozent zu beseitigen. Am meisten bürste indessen durch Verbesserung der Uniallverhülnngsoorschristeu^ und durch intensiveres Hettversahreti zu erreichen sein. Daß die Sache out diesem Gebiete gerade bei der landwirtschattlichen Un'allversicherung troch sehr tm Argen liegt, ist von Fachleuten mehrfach hervorgehoben ivorden. Es kann keinem Zweitel unterliegen, daß das Heilverfahren in ben ländlichen Bezirken noch sehr zu wünschen übrig laßt. So bleiben denn vielfach die Verletzten bis an ihr Lebensende Krüppel und renlenberechligt, obwohl sie, wenn rechtzeitig ein intensives Heilverfahren emgeleitel wäre, tviederherzuiieUcn gewesen wären. Hier wird also vor allen Tmgen der Hebel eingesetzt werden müssen. Manches würde schon besser werden, wenn bie Krantenoeisiche- rungspfllcht auf ine land- und forstwirtschaftlichen Arbeiter ausgedehnt würde. __________________________
Deutsches Resch.
Berlin, 22. März. Kaiser Wilhclm tvird auf seiner bevorstehenden Mittelmeerfahrt auch Valencia in Spanien besuchen.
— Eine Trauerfeier für den Reichstags-Bureaudirektor Knaak fand heute im Trauerhaufe statt. Ihr wohnten u.
Bdyon vor mehreren Jahren ist in unserem Lande ber Knabenmittelschulen auch dem weiblichen Geschlecht eröffnet worden, und es ist in hohem Maße interessant, fest- zustellen, wie in zunehmendem Maße von dem Entgegenkommen ber Unterrimtsverwaltung Gebrauch gemacht wird. Wie eine vom Oberschulrat kürzlich veröffentlichte Statistik nadjroeift, haben im lebten Schuljahr an dem Unterricht in Gymnasien 52, in Realgymnasien 35,‘Sn Oberrealschulen 19, in den Realschulanstalten mit mutiger als neun Klassen indgcjamt 694 Mädchen teilgenom- meu. 9ted) den von ben Anstaltsleitern gemachten Wahrnehmungen können die Erfahrungen, die bis jetzt vorliegett, als durchweg gut bezeichnet werden, und zwar gilt dies sowohl für bie unteren, wie für die oberen Klassen. Uebereinftimmenb wird die Fälligkeit dec Mädchen, ben Ansorderungen des Unterrichts zti folgen, bestätigt, in vielen Fällen wirb sogar der größere Fleiß unb bas regere Interesse ber Mädchen an den einzelnen Uitterrichtsgegenstänben hervorgehoben, und cs wird ihrer Anwesenheit vielsach ein fördernder Einfluß auf die äjiabeii zugeschriebeu. An einzelnen Anstalten übertreffen sogar die Leistungen der Mädchen die der Knaben. Nicht minder wird ein solch günstiger Einfluß von fast allen Vorständen in bezug auf das Betragen der Schüler hervorgehoben, indem betont wird, baß die größere Pünttlichkeit, Ordnungsliebe, Gewiffen- baftigfeit und Aufmerksamkeit der Mäddien, sowie ihre natürliche Zartheit verfeinernd auf bas Betragen unb Auftreten ber Knaben wirte. Auch in bezug aus bie Disziplin haben sich bis jetzt Schwierigkeiten nicht ergeben, wie auch irgenbmeldje Gefahren für die Sittlichkeit aus dem Zusammensein von Knaben unb Mädchen nirgends wahrgenommen wurden."
Erstes Blatt ISO.Jahrgang Freirag 23. März 1OOO
Ak O monatlich 7bPf.,vtettel-
Gietzener Anzeiger ° General-Anzeiger **
Aie heutige Kummer umfaßt 10 Seiten, Amtlicher T^it.
KeKanntmachung.
An die Grotzh. Bürgermeiftcrcicn des Landbezirks.
Wir ersuchen Sie, die Ihnen ^gegangenen Gewerbescheine für 1906 auLzusertigen, die Stempelmarken vorschriftsmäßig zu entwerten und bie Scheine sodann nach Nummern geordnet umgehend wieder hierher zurück zu senden.
Gießen, den 23. März 1906.
Großh. Steuerkommissariat Gießen.
Dr. Metzler.


