Ausgabe 
23.2.1906 Erstes Blatt
 
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Zur Ak! M Beschluß 28. Februar

Zu dem am Montag, 26. dss. MtS., ftattfindenden Kommers der vereinigten Kriegervereine zur Feier der Silbernen Hochzeit des Kaiserpaares liegt eine Einladung für die Mitglieder der Stadtverordneten-Ver­sammlung vor.

Beigeord. Georgi teilt mit, daß in Gemäßheit des Beschlusses in der letzten Sitzung die Theaterkommission mit Direktor Steingoetter über eine Festvorstellung zur Silbernen Hochzeit des Kaiserpaares verhandelt wurde. Man habe sich dahin schlüssig gemacht, am Mittwoch, 28. d. M., denPrinz von Homburgs als Festvorstellung zu geben. Die Ausschmückung des Theatersaales stelle die Stadt, während die Mitivirkung der Regimentsmusik vom Offizierkorps zur Verfügung gestellt werde. Von den Mitgliedern des Stadt­vorstandes dürfe eine zahlreiche Beteiligung erwartet werden und auch aus den Kreisen der Bürgerschaft sei nach den bereits vorliegenden Anfragen eine zahlreiche lebhafte Anteil­nahme zu erwarten.

Stadtv. Heichelheim bemerkt, ihm seien gestern vor­mittag Schülerinnen der höheren Töchterschule auf einem Morgenspaziergange begegnet, und regt an, diese schöne, gesundheitsfördernde Einrichtung auch den Kindern der Stadt- knaben- und der Stadtmädchenschulc zugute kommen zu lasten. Der Vorsitzende bemerkt, auch für die Volksschulen be­stände die Vorschrift, von Zeit zu Zeit Schulspazier­gänge zu machen, während Stadtv. Jann ausführt, daß nach einer Vorschrift deS Ministeriums solche Gänge von Zeit zu Zeit auszuführen seien und zwar innerhalb der Schulzeit. Stadtv. Heichelheim möchte namentlich auf die Benutzung der Morgenstunden zu diesem Zwecke aufmerksam machen.

Straßenherstellungen.

Die Straßen nördlich der Steinstraße zwischen dieser und der ersten nördlichen Parallelstraße sollen nunmehr, nachdem die Kanalisation dort fertiggestellt ist, ausgebaut werden. Die erforderlichen Mittel: Eder st raße 5600 Mk., A st er weg 4200 Mk., Weser st raße 5000 Mk., Schottstraße 8000 Mk., zusammen 22 800 Mk. werden bewilligt und sollen im nächsten Voranschlag eingestellt werden. Dieser Ausgabe stehen 10700 Mk. Einnahmen an Beiträgen der Anlieger gegenüber.

Für die Go et he st raße zwischen Stephan- und Hensel- straße, den Wetzlarer Weg zwischen Friedrich- und Hos- mannstraße und die Friedrichstraße sind die Mittel für Bordsteine bereits bewilligt. Es handelt sich nuurnchr darum,

1. April 19!

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Gieße

spiel folgten mehrere Gesänge. Dann verließ das Karserpaar unter Orgelspiel und Glockengeläut die Kirche.

Der König von Schweden traf heute abend hier ein und wurde vom Kaiser auf dem Bahnhof empfangen. Der Kaiser geleitete den König zum Schloß.

Graf Hoens broech hat, seiner eigenen Aussage in einem Prozeste nach, dem Kaiser im Jahre 1896 einen zweistündigen Vortrag über Negierungspolitik dem Zentrum gegenüber gehalten. Diese Mitteilung hat in der Zentrumspresse Unruhe heroorgerufen. DerBayr. Stur.' er­klärt, das habe er längst gewußt. GrafHoensbroech habe damals gehofft, im diplomatischen Dienst verwendet zu werden. Es seien 1896 überhaupt merkwürdige Dinge in den oberen Re­gionen vor sich gegangen, aber das Geschick des Zentrums- sührers Lieber habe durch manche kühne Kombination einen dicken Strich gemacht.

Dresden, 22. Februar. Rach denDr. N. N.' wird der Wahlrechtsausschuß der Zweiten Kammer der Negierung die Einführung des Pluralmahlrechts vorschlagen.

Die Versicherung der Maschinen der Klär- an läge und der Betriebsgeräte der Kanalisation gegen Feuer- und Explosionsgefahr würde bei Abschluß für 5 Jahre bei der Gothaer Gesellschaft, bei der die übrigen städtischen Maschinen versichert sind, jährlich 69.22 Mk. erfordern. Da sich nachträglich auch Kaufmann Fischbach zur Vermittlung der Versicherung erbietet, wird auf Anregung der Sto. H a it- bach, Löber und Heichelheim beschloffen, dessen Preise einzufordern und es dem Oberbürgermeister zu überlassen, nach dem für die Stadt vorteilhaftesten Angebot die Ver­sicherung abzuschließen.

Die zu Beginn jeden Jahres vorzunehmende Festsetzung der Ausnahmetage gemäß § 139 d und e der Ge- werbeordnung ergibt Beibehaltung der seither bereits ge- Itatteten Ausnahmen. Es dürfen also auch in diesem Jahrs 3 ^,age vor Ostern, einer vor Himmelfahrt, 2 vor Pfingsten, 14 üoc Weihnachten und einer vor Neujahr die Geschäfte länger geöffnet bleiben, da eine weitere Einschränkung nicht mit den Interessen der Gewerbetreibenden zu vereinbaren wäre.

Das Gesuch des Karl Leven um Erlaubnis zum Wirtschaftsbetrieb im Hause Li e big st r. 68 rorrb nicht befürwortet, da angesichts mehrerer in der Nach­barschaft bereits vorhandener Wirtschaften die Bedürfnisftage verneint wird. Befürwortet wird dagegen das Gesuch des Gg. Schwarz für Ludwigsstr. 6 (Zur Aula), da es sich hierbei um eine bereits seit längerer Zeit bestehend- Wirtschaft handelt.

In der nichtöffentlichen Sitzung wurde die bereits frühes bewilligte Stelle eines weiteren Bürgermeistereigehilfen mit* dem Militäranwärter Feldwebel Junker vom hiesigen In-- fanterieregiment besetzt.

Anstand.

Brüssel, 22. Febr. Aus Anlaß der Versammlung deS internationalen Sozialisten-BureauS hat der Sozialistenoerband für den 4. März ein Meeting einberufen unter Mitwirkung von Bebel, Jaurös, Dr. Adler u. A. Auf der Tagesordnung steht eine Diskussion über den Friedensgedanken. Es wird dies das erste mal sein, daß sich zu einem solchen Meeting sämtliche Sozialistenführer der verschiedenen Staaten zusammenfinden.

Paris, 22. Febr. In der Kammer bemerkte bei der fortgesetzten Beratung deS Alterversicherungsgesetzes Finanz­minister Merlou, er hoffe die nötigen Geldmittel aufzubringen, und zwar hauptsächlich durch Erhöhung der Gebäude­steuer, der Steuer auf das Einkommen au§ beweglichen

Deutschsttdwcftafrika.

Mit Bezug auf Telegramme vom 20. Februar auS Windhuk, wonach Cornelius sich gestellt haben sollte, meldet Gouverneur v. Lindequist nunmehr berichtigend fol- gendes: In Berseba stellten sich 300 Hottentotten von Cor­nelius Anhang, darunter 160 Männer, und gaben 25 Ge­wehre ab. Cornelius hatte sich bei Chamases'dem Verseba- Kapitän gestellt, welcher meldete, daß sie in allen Punkten einig seien; nachträglich beanspruchte ein Teil der Männer des Cornelius, 100 an der Zahl, außer Zusicherung des Lebens auch Belastung des geraubten Viehes als Unter- werfungSbedingung, und ritt wieder ab. Cornelius ritt mit dem Berseba-Kapitän den Leuten nach, um sie zur Um- kehr zu bewegen, und erklärte, als dies mißlang, daß er seine Leute nicht im Stiche lassen könnte.

entwurf über die Reinheit und Freiheit der Wahlen enthält eine Reihe strafgesetzlicher Bestimmungen. Verurteilungen wegen dieser Delikte sollen den Verlust deS Wahlrechts, und der Wählbarkeit auf die Dauer von drei Jahren nach sich ziehen. Das Wahlgeheimnis soll durch das Verbot, sich rechtswidrig Kenntnis über Abstimmung einzelner Wahl­berechtigten zu schaffen, geschützt werden.

Abgeordnetenhaus. Bei der Verhandlung des italienischen Handelsvertrages hoben die Leiter des Handelsministeriums, sowie der Ackerbauminister die Wichtig­keit der Aufhebung der Weinzollklausel hervor. Auch die Verträge mit Rußland und Belgien sichern günstige Exportbedingungen. Ackerbauminister Graf Buquoy führt aus, daß trotz mancher schmerzlicher Opfer die Land- wirtschaft aus den Verträgen, sowie dem Veterinär-Ueber- einkommen zweifellos wesentlichen Nutzen ziehen würde. Das Abgeordnetenhaus hat die Handelsverträge mit Italien und Belgien angenommen, ebenso den mit Nu ß lan d. In der Debatte über den russischen Handelsvertrag befürwortete Abg. KkfuS die Einführung deS Unterrichts in der russischen Sprache an den höheren Schulen :md verlangt kaufmännische und kommerzielle Quali- fifation für die Mitglieder des KonsularkorpS. Abgeord. Kelisther betont ebenfalls die Notwendigkeit der Kenntnis der russischen Sprache als Weltsprache und konstatiert, daß alle Befürchtungen, die sich an die Festsetzung von Minimal- zollen für Getreide geknüpft haben, als grundlos sich erwiesen hätten. Redner schließt mit dem Wunsche, daß sich unter der Herrschaft dieses Handelsvertrages die Beziehungen zwischen den beiden stammverwandten Völkern in Oesterreich und Rußland entfalten mögen.

zunächst die Fußsteige auf den bereits auSgebauten Seiten ganz fertigzustellen. Für die Goethestraße sind hierfür keine neuen Mittel zu bewilligen. Dagegen müssen von der Stadt für den Wetzlarer Weg noch 500 Mk. und für die Friedrichstraße noch 600 Mk. aufgewendet werden, während die Anlieger 600 Mk. bezw. 500 Mk. zu tragen haben. Die Versamm­lung erklärt ihr Einverständnis hiermit.

Die Stadtv. H u h n und Dr. Ebel bringen den schlechten Zu st and desSchiffenberger Weges zur Sprache und regen an, wenigstens auf einer Seite einen festen Fußsteig herzustellen. Oberbürgermeister SD?ecum teilt mit, daß die baldige Vorlage des Bebauungsplanes für den Schiffen- berger Weg in Aussicht stehe, es empfehle sich, bis dahin mit der Herstellung eines festen Fußsteiges zu märten. Stadtv. Heichelheim befürwortet eine bessere Herstellung der An. lagen, in denen vielfach gerade die Hauptwege unbegehbar seien. Der Vorsitzende bemerkt hierzu, daß für die Süd- anfage und einen Teil der Ostanlage in der nächsten Sitzung Kostenvoranschläge vorgeleqt würden. Stadt. Sch aff st ae di [tritt für eine bessere Instandhaltung des Weges nach dem Philosophenwald ein, während Stadtv. Dr. Schäfer eme noch dazu keine Kosten verursachende Instandhaltung eines Weges nach der Luthereiche zu anregt.

Verschiedenes.

Die LandsmannschaftDarmstadtia' beab­sichtigt, an der Ecke des Wetzlarerweges und der Klinik- Itraße ein eigenes Gebäude zu errichten. Die Versamm­lung fcefürroorfet die nach dem Baugesuch erforderlichs Dispensation von den Bestimmungen der Bauordnung.

DieAnschlüsse an das stä d tisch e El e ktriz itätS- werk waren im laufenden Etatsjahr so zahlreich, daß die im Voranschlag hierfür vorgesehene Summe aufgebraucht ist. Da noch weitere Gesuche um Anschluß vorliegen, was im Jntereffe der Stadt nur freudig zu begrüßen ist, bewillig- man weitere 6000 Mk. hierfür.

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Wahrend^ m P ar is behaupte: wird, daß Frankreich in fernen Zugeständnissen nickst weiter gehen könne, wird aus Alge- c i r a s sallerdings ganz unverbindlich^ berichtet, daß eine fran­zösische Antwort auf die ablehnende deutsche Note ein­gegangen und in Ausdrücken gehalten ist, die eine Einigung ermöglichen. Man darf daraus schließen, daß Frankreich ein letztes Mittel sucht, um nochmals zu unterhandeln, ohne in den Grundzügen nochzugeben, was bei der im Land herrschenden Stimmung unmöglich erscheint. Es verlautet, daß Frankreich aus anderem Gebiete Zngeständnisse an Deutsch­land machen will. So soll binnen kurzem die bereits früher angeregte Einführung der dreiprozentigen Reichsanleihe an der -Pariser Börse nr Berlin vorgeschlagen werden.

Nach Nachrichten aus Fez soll der deutsche Konsul die Konzession zur Einführung der drahtlosen Telegra­phie in. ganz Marokko und die sofortige Anlegung einer Verbindung zwischen Tanger und Fez unter deutscher Leit­ung nachgesucht haben. Es heißt, der Sultan habe die Konzession erteilt, aber die Minister widersetzten sich dem deutschen Dersangen.

E,ne Studentenversammlung in Darmstadt.

R.B. Darmstadt, 23. Febr.

(Trcchtbericht des Gieß. Anz.)

Eine ungemeine akademische Versammlung fand gestern! abend tm -Orpheum statt, in welcher Stud. Heine ansj Hannover im Auftrag des Verbandes deutscher Hochschulen! emen längeren Vortrag über die Frage der konfessio^ nellen Verbindungen hielt. Der Verband Verfolgs bekanntlich den Zweck, an allen Universitäten und Hoch^ schulen einen Zusammenschluß der Studentenschaft mit MA, nähme der konfessionellen Verbindungen, wie in Berlins und Hannover, zu gründen. Dem Verband gehören fämtH n.che technische Hochschulen als Mitglieder an, ebenso di« cheftge Hochschule. Der Vortragende charakterisierte in seiner Rede eingehend das Wesen der katholischen Korporationen, die am Gängelbcmde vom Zentrum geführt würden und! deshalb nicht als deutschnationale Verbindungen betrachtet werden komiten, sondern von Rom abhängig seien. .Habe doch schon Windthorst seinerzeit in Mannheim die kZho- lischen Verbindungen als die Rekrntenschulen des Zentrums bezeichnet und freudig begrüßt. Die katholischen Berbin» düngen seien nicht dem Bedürfnis innerhalb der Studenten» entsprungen, sondern bon außen her in die Studentcm» ^^eingetragen worden. Redner führte Nerschicücns Beispiele aus der Presse und Acußerungcn hervorraq^ der Zentrumsmanner an und schilderte, mit welchen mttefa tnele t<rt5olifcj)e Geistliche die jungen Leute bearbeiten um fte für diese Rckrutenschnle deS Zentrums *

A.te Rede schloß mit einem Appell an die ,rationale sinnung der Studentenschaft unter dem lebhaftesten der Versammlung, Spater legte der Redner noch cinmÄ £ beä Derbandes und seine Bestimmung-

dar. Es soll u. a. auch ein VerbanoS-Organ fiteZE Mitglieder des Verbandet Iamtliche;

Werken und durch eine Revision gesetzcs.

Wien, 22. Febr. Die ordnung bestimmt einjährige

Rußland.

Unter Feststellung der allgem. Finanzlage Ru ß- Eerlt dos £rgmt Wittes mit, daß, um die außer­ordentlichen Ausgaben des Budgets zu decken, man mittels Kreditoperationen etwa 600 bis 700 Millio- " ? wird beschaffen müssen. Da es nun gegenwärtig unmöglich ist, dies unter den gewöhnlichen Kreditbeding- ungen zu tun, so wird man zu mehr oder weniger er» ireinen MittMn die Zuflucht nehmell müssen.

stus .^.ibaii wird gemeldet, daß die Grausam­keiten der Truppen in den baltischen Pro- vinzen einen neuen Aufstand provozieren. Die Ko)awn plündern und brennen erbarmungslos die Hütten prc, Dauern nieder. Die verzweifelten Bauern leisten hartiiacngen Widerstand gegen ihre Bedränger, und an mehreren Orten, wo bereits Ruhe eingekehrt war, kain es zu heftigen Kämpfen.

Im ganzen wurden bis jetzt 259 Personen hin- So - c t- ^ü^Dlntc des Generals Resobrasow hat an y.. Personen die Todesstrafe, an 333 Personen körperliche "OU.chNMngen vollzogen, ferner vier Bauerngehöfte ein» geadert und 600 Waffen vernichtet.

,23 j e 11ex bei Hamel kam es neuerdings zu großen antisemitischen Exzessen. Die Häuser der Inden wurden überfallen und ausgeplundert. Viele Personen kamen ums Leben.

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reich ist nach seiner Militär. Rüstung, die zwar mit fieber­hafter Eile ansgebesscrt, doch keineswegs auf b i e Höhe der Anforderungen gebracht worden ist, nicht in der Lage, dasSchwert zu ziehen. E n g l a n d gibt heute keine hun­derttausend Marrn mehr her und es spart auch feine Kriegsschiffe für Gelegenheiten, die das Jnsclreich näher angehen. Die Männer des neuen Ministeriums sind kühler, als die Balfour, Lansdowne, die sich in die Idee. Deutschland muffe niedergczwungcn werden, verran-nt hatten. Rußland hat übergenug mit sich selbst zu tun, und das verbündete Spanien kann nicht imponieren. Die Kriegsgefahr war zweifellos im vorigen Jahre, bei der aus- gesprochenen Feindseligkeit Englands und der von der Presse gelchürten Erregung der englischen Bevölkerung, erheblich größer und ernsthafter zu nehmen. Aber darin haben die heutigen stimmen der Pariser Presse Recht: eine beunruhigende Spann- img würde das scheitern der Marokko-Konferenz zur Folge haben. Einenunerträglichen Zustand der Spannung und des Unbehagens, woraus beim kleinsten Zwischenfall der Krieg her- voraehen kann", so schreibt Jaurös in derHumanite". Mit solchem tmeben ift wenig gedient. Der Zustand der Beunruhig­ung durch die Marokko-Angelegenheit währt nun fast ein Jahr, und wenn ftnr uns nicht glücklicherweise in einer sehr kräftigen und widerstandsfähigen WirtschastSkonjunktur befunden hätten, so wurde der schade, den der politische Druck anrichtetc, unermeß- llch gewesen sein. Die guten Zeiten können schlechteren Weichen, und darum wäre es ein Segen, würde endlich einmal der Schlußstrich gezogen unter das Kapitel Marokko. Ein herzliches Elnvernebmen mit Frankreich, früher das Ziel der Politik, halten wir auf Jahre hinaus für unmöglich Sollte Frankreich Respekt beigebracht werden, so ist dieser Zweck erreicht. Eines darf man nickt übersehen: gefürchtet vielleicht, aber wenig geliebt ist Deutsch­land tm Ausland, und das warnt davor, den Bogen zu straff zu spamicn, damit wir nicht einmal eine Welt in Wnffen gegen uns haben.

Au» L.aSt uno Krtito." "

SeftoorftcUung im Sta'dtthca^^bmar. baraur Ijingcroicfen, daß >vegen dcr für MitlmoS 28 Rebr anberaumten Fcpvorftcllung sich Näheres unter bcn Sefannh machungen unb tm Inseratenteil befindet 1

,r®ic Reichstagswahl in Da'rmstabt. den efeten .tagen haben zwischen dem Vorstände der national" liberalen Partei unb den übrigen bliracrlichen T

^nabme der Freisinnigen, die schon am Tage b« OTanbaM.

m Aussicht nehmen. 3ur befinitiucn fflStaÄ? iagätanbibotur roirb am nächsten Sonntag eine allg^VertrauenÄ

Marokko und die Kriegsbesürchtung.

Die Börse hat König Eduard lcmge Zeft als den ^schwarzen Mann" betrachtet, der besonders gegen Deutschland nichts Gutes im Schilde ftihrc. Nun aber, da die Veiertigung der Verstimmung zwischen Berlin und London zu eftvarteu i)t, setzt die Börse alle Hoffnung auf das Gin* *jr"circn Eduards in die deutsch-fianz. Marvkko-Diffe- renzen. Mck dem Vertrauen auf den Einfluß des britischen Herrschers gelangte die m letzter Zeit sehr nervös gewordene Bone zu leidlicher Beruhigung. Aber auch das Publikum, das mcksts mit der Spefiilation zu tun hat, ist nervös ge­worden durch die Nachrichten aus Algeciras. Die Marokko-Kon­ferenz darf nicht scheiterii! Scheitert sie, so ist der Kicieg, wenn auch mcht sowrt, unausbleiblich. So hört man von vielen Sellen äußern.

Eirr Krieg um Marokko? Den könnte doch höchstens Frankreich silhren lvvllcn, denn Deutschlands Ehre und Ansehen find m kemer Weise verleg, wenn die Konferenz ohne praktisches ,Ergebms ausgeht. Frankreich erhält dann einfach die Früchte Nicht, die es nach dem schönen Abkonimen mit England zum Greifen iiate glaubte. Das ist ein Mißerfolg: aber Oie Re­publik hat schon andere 9llederlagen, beistzielsMise im Faschoda- Kvnflikt mit England hingenommcn, ohne daß die allgemeine Cmtrüstuug die Regierung zur Kriegserklärung nötigte. Was damnlS, )vas im F-rühsominer des vorigen Jahres galt, als Aclcassö dcu Starken spielte, gift auch heute iwch: Fraiik-

Sitzung -ev Stadtverordneten.

Gießen, 22. Februar.

Anwesend: Oberbürgermeister Mecum, die Beigeordneten Curschrnann und Georgi, die Stadtverordneten: Brück, Dr. Ebel, Eichenauer, ErnmeliuS, Euler, Gabriel, Dr. Gutfleisch, Dr. Haberkorn, Hanbach, Heichelheim, Helm, Huhn, Jann, Jughardt, Keller, Kirch, Krumm, Leib, Löber, LooS, Orbig, Petri, Dr. Schäfer, Schaffstaedt, Schmoll, Wallenfels unb Dr. Wimnrenauer.

Mitteilungen.

Der Lehrersängerchor hat sich schriftlich für die Ucberlassung des Singsoales dec Stadtknobenschule zu seinen Uebungsstunden bedankt.

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