Nr. US Zweites Blatt
1S6. Jahrgang
Dienstag 22. Ma, 1906
Erscheint «glich mit Ausnahme deS Sonntag«.
Eie „Gletzener LamNiendlStter- werden dem ,9bMCigcr viermal wöchentlich beigelegt. Der Eheistlch« £aiö»irr erscheint monatlich einmal.
Giehener Anzeiger
Rotationsdruck und ® erlag der Brü bl 'sch« UnwersuLtSdruckerei. R. Lange. Vietze».
Redaktion,Expedition ».Druckerei: Schulfir.A.
Tel. Nr. bl. Tel eg r.-Adr.; Än-etga Vietze».
General-Anzeiger, Amt;- und Anzeigeblatt für den Kreis Eichen.
wurden zur Feier des radikalen Wahlsieges
In A g e n
zwei Personen schwer verletzt.
P il l v e r s ch ü s s e
Puloerhaufen. '
Zusammenbruch der Antiblockparteien und mit besonderer Befriedigung heben die radikalen Blätter die Niederlage des Obersten Marchand und des öauptmanns Guyot de Ville- neuve, deS MajorS Driand, Galli's, Paulin Mery'S, ferner Gaston Mery'S, des Führers der gemäßigten Republikaner Grafen de Montebello hervor, welcher in Reims gegen den radikalen Bürgermeister Pozzy unterlag. Bemerkenswert ist, daß die Nationalisten und Gemäßigten in den östlichen Departements bei den Stichwahlen durchweg unterlagen. So wnrde in Luneville der Radikale Maquillet gegen den Nationalisten Corrard und in St.-Div der Radikale Schmidt gewählt.
— In Brest, wo der von den Sozialisten heftig bekämpfte Präsident des gelben Syndikates Bietry gewählt wurde, fanden lärmende Demonstrationen vor dem RedaktionSbureau der gemäßigt-republikanischen Zeitung D6- pöche statt. — In Bigan (Deo. Gard.) sprengten mit Hacken und Knüppeln bewaffnete Anhänger des unterlegenen klerikalen Kandidaten das Tor der Unterpräfektur und drangen in das Haus ein, wurden jedoch von der Gendarmerie vertrieben. —
Aus Siaöt und Land.
Gießen, den 22. Mai 1906.
•• Amerikanisches Konsulat. Der Generalkonsul der Vereinigten Staaten von Venezuela für das Deutsche Reich in Hamburg Dr. Josö A. Baldü ist zur Ausübung konsularischer Funktionen im Großherzogtum Hessen zugelassen worden. Der Konsul ad honorem der Vereinigten Staaten von Venezuela in Mainz ist dem Generalkonsul in Hamburg unterstellt.
! abgefcuert. Dabei entzündete sich ein Dabei wurde eine Person lebensgefährlich,
** Lehrerpersonalien. In den Ruhestand versetzt wurde der Lehrer an der Gemeindeschule zu Steinfurth (Kr. Lauterbach) Ludw. Will mann auf sein Nachsuchen, unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste uhb unter Verleihung der Krone zum Silbernen Kreuz deS Verdienstordens Philipps des Großmütigen. S. K. H. der Großherzog haben zum 21. Mai d. I. dem Lehrer Wilh. Heyl zu Gundernhausen aus Anlaß seines 50jährigen Dienstjubiläums das Silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. Uebertragen wurde dem Schulamtsaspiranten Joh. Reul au§ Vadenrod eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Annerod.
*' Eine Studienreise nach Heidelberg unternahm am Sonntag, 20. d. M., eine Anzahl Studierende unserer Hochschule unter Führung von Professor Fromme. Sie galt der Besichtigung der Großh. Badischen Landesst erniv arte auf dem Königstuhl, die unter Direktion der Professoren Valentiner und Wolf beide Richtungen der Astronomie, die astrometrische und die astrophysikalische, umfaßt und mit ihren vortrefflichen, großenteils von Freunden der Astronomie geschenkten Apparaten und ihrer modernen Einrichtung ein ausgezeichnetes Studienobjekt bildet. Von den beiden Abteilungen erregte selbstverständlich die physikalische daS größere Interesse, in ihr wieder besonders die großen Apparate zur Himmelsphotographie — die Sternwarte besitzt als Geschenk einer Dame den größten photographffchen Refraktor der Erde — und der Seismograph. Die Direktoren mit ihren Assistenten erläuterten in vielstündigem Vortrage in liebenswürdigster Weise sämtliche Apparate und Einrichtungen, sodaß den Studierenden eine Fülle von Belehrung zu Teil wurde. Da Heffen keine Sternwarte besitzt, so muffen solche Reisen nach benachbarten Sternwarten die notwendige Ergänzung der astronomischen Vorlesung bilden.
Rod heim a. Bieber, 21. Mai. Am SamStag wurde der in den 20ec Jahren stehende Knecht Heinrich Brück, gebürtig auS Erda, welcher bei dem Gastwirt Ludwig Schlierbach in Bieber bedienstet ist, mit einer Schußwunde im Walde aufgefunden. Die Wunde erwieB sich als so schwer, daß der Geschossene in die Gießener Klinik überführt werden mußte. . (W. Anz.)
-t- Friedberg, 21. Mai. Der Bienenkorb, eine hiesige Speisewirtschaft mit nur alkoholfreien Getränken, die vom Verein für Alkoholbekämpfung inS Leben gerufen worden war, hat wegen ungünstiger sinanzieller Ergebnisse den Betrieb eingestellt. In der Hauptsache ist geringer Zuspruch der Grund hierzu und dieser resultiert wieder aus der Abgelegenheit des Ortes, an dem daS WirtS- lokal sich befand. Das Scheitern des Unternehmens ist bedauerlich, nicht nur wegen der damit gegebenen Störung der angedeuteten Bestrebungen, sondern auch darum, weil nun ein Bedürfnis unberücksichtigt bleibt, daS entschieden besteht, namentlich in der Richtung, daß Schüler, reisende Frauen, Kinder nsw. ungeniert eine billige Tasse Kaffee trinken können. Hoffentlich entsteht bald wieder ein solches Unternehmen und -war in der Nähe des Bahnhofs, die eher Rentabilität verspricht. — Im hiesigen Gymnasium (Augustinerschule) befinden sich zurzeit fünf weibliche Gymnasiasten. — Lehramtsreferendar Stein von hier, der in den letzten Tagen des vorigen Monats den Vesuv besucht hat, teilte im Eoangel. JünglingSverein am gestrigen Vereinsabend seine Neisebeobachtungen mit, unter Vorzeigung- von Lava und Asche vom jüngsten Auswurf jenes VulkanS, sowie zahlreicher Bilder. Auch über die bereisten Städte Neapel, Rom, Genua >i. a. m. machte Erzähler interessante, zum Teil humorvoll vorgetragene Mitteilungen und kam dabei zu dem Schluß, daß die schönste von all den Städten, die er gesehen, — Frankfurt sei; allerdings müsse man, um das einsehen zu können, draußen gewesen sein.
R. 8. Darmstadt, 20. Mai. Bei der gestern vorgenommenen Prämiierung auf der allgemeinen Geflügel- Äusstellung im Crangeriegarten wurde eine große Anzahl Preise verteilt^ Unter den 44 mit ersten Preisen bedachten Ausstellern befinden sich Dr. med. Karl Pinko in Kirtorf bei Ehringshausen, I. Göttm ann - Butzbach, die Societe zoologique M. I/bo68t - Antwerpen und der Geflügelzuchtverein zu Fränkisch-Crumbach.
Darmstadt, 20. Mai. Gestern wurde eine Automobilomnibusverbindung zwischen Darmstadt und der Bergstraße eröffnet. Die erste Probefahrt fand gegen 2 Uhr nach Eberstadt-Malchen-Seeheim-Jugenheim-Alsbach- Zwingenberg-Auerbach-Bensheim statt.
Die Wahlen in Frankreich.
Paris, 21. Mai. Nach den bisher vorliegenden Stich- ivahlergebnissen ist die Besetzung von den ganzen 585 Deputiertensitzen bekannt. Es verlieren die Nationalisten 20, die Progressisten 35, die Konservativen und die Liberalen gewinnen einen Sitz: auf der anderen Seite beträgt der Gewinn der republikanischen Linken 11, der sozialistischen Radikalen 27, der vereinigten Sozialisten 16, der unabhängigen Sozialisten zwei Sitze. — Die Eröffnungssitzung der neuen Kammer ist für den 1. Juni anberaumt, doch wird die Wahl bet» Kammerpräsidiums erst in der zweiten Sitzung erfolgen. Vom Block wird Brisson für die Präsidentschaft kan- didieren, und seine Wahl scheint mit großer Majorität gesichert.
— Die oppositionellen Blätter geben unverhohlen zu, daß ihre Partei eine weit Über die schlimmsten Befürchtungen hinausgehende Niederlage erlitten habe, und erklären, daß der Sieg des Blocks vor allem einen Sieg des revolutionären Sozialisnius bedeute. Die bezeichnendste Erscheinung sei die Vermehrung der geeinigten sozialistischen Partei, die in ihren Reihen Anhänger 'des unversöhnlichsten Kollektivismus und des internationalen antimilitaristischen HervöismuS zähle. Die radikalen und die sozialistischen Blätter erklären, Frankreich habe durch die Wahlen seinen festen Willen bekundet die Politik der Republik und der sozialen Resormen aufrecht zu erhalten. Als besonders charakteristisch für den
Aukland.
Neichsduma.
Petersburg, 21. Mai. Die auf heute vormittag 11 Uhr angesetzte Sitzung wurde mit anderthalbstündiger Verspätung eröffnet. Die Parteien benutzten diese Zeit zur Besprechung des Verhaltens gegenüber dem Schreiben des Minifterpräsidenten an den Präsidenten der Duma, in welchem Goremykin mitteilte, die Adresse der Duma sei dem Kaiser nicht durch eine Deputation, sondern gleich derjenigen des Reichsrates durch eine besondere Eingabe des Präsidenten zu unterbreiten. Bei der Eröffnung der Sitzung verlas Muromzew das Schreiben des Ministerpräsidenten Goremykin, wobei das Haus vollkommene Jiuhe bewahrte. Der Miniftertisch war leer; nur einige Reichsräte waren anwesend.
Nowgorodzew brachte eine Resolution der Partei der Bolksfreiheit ein, welche besagt: ,/8on der Annahme ausgehend, daß die Bedeutung der Antwort aus die Thronrede in deren Inhalt, nicht in der Art der Ueberreidjung liegt, geht die Duma zur Tagesordnung über und stellt die Erörterung über die Frage, die durchaus nicht die Rechte und die Bedeutung der Duma berührt, ein." Im Laufe der Beratung über die Resolution wies Alabin darauf hin, daß Abordnungen der Parlamente überall empfangen würden; das Volk werde die der Duma bereiteten Schwierigkeiten nach Gebühr schätzen wissen. Kowalewski führte Beispiele aus 6er parlamentarischen Praxis anderer Länder an, wo Adressen ohne jede Feierlichkeit überreicht werden. Der Redner trat für die Annahme der Resolution ein. Nabokow hob den Unterschied zwischen Llbordnungen hervor, tocldje um etwas bitten, und der Mordnung der Duma, deren Charakter ein ganz anderer fei. Die Llblehnung des Empfanges durch den Kaiser ändere nicht die Bedeutung der Adresse. Wichtig sei das Wesen, nicht die Form. Er bat, den Antrag anzunehmen. Hierauf erfolgte die Annahme der Resolution. Die von den Abgeordneten betonte Notwendigkeit, den Am - n estie en twur f auf die Tagesordnung zu setzen, beantwortete Nabokow mit dem Hinweis, daß ein derartiger Entwurf gar nicht eingebracht sei. Auf der Tagesordnung ftawbi ferner die Formulierun g der Interpellation an dien Minister des Innern. Der polnische Mgeordnete Christowski meinte, es bleibe nichts weiter übrig, als die Interpellationen ivegen der zahllosen Verhaftungen und Verbannungen wie Gebete zu wiederholen. — Alle Anträge werden abgelehnt mit Ausnahme einiger Anträge auf redaktionelle Aenderungen. Vor der Abstimmung ergriff der Reichskontrolleur Schwanebach dasWbrt als erster Minister, der in der Reichsduma sprach. Er teilte mit, daß der Minister des Innern Stolypin die feste Absicht habe, bei der Formulierung der Interpellation anwesend zu sein. Er sei audj um 3 Uhr in der Duma eingetroffen, habe sich aber wieder entfernt, weil die Debatte über die Kommissionsvorlage fid> so lange hinzog. Jetzt sei die Interpellation formuliert, und er halte es für seine Pflicht, im Namen des abwesenden Ministers zu erklären, daß er von der Interpellation Kenntnis nehme. Innerhalb der gesetzmäßigen Frist werde die Duma eine bestimmte Antwort erhalten. Der Reichskontrolleur bestätigte die in der Interpellation erwähnten Tatsachen nicht, bestritt sie aber auch nicht, sondern nahm nur das Faktum der Interpellation zur Kenntnis. Die Duma nahm einstimmig die beantragte FormderJnterpellationan. Die Sitzung wurde hierauf geschlossen.
Kalisch, 21/Mai. .Gegen den Regimentskommandanten Grafen Keller wurde eine Bombe geschleudert, wodurch der Owaf und drei Soldaten verwundet wurden.
Dalum, 21. Mai. Gestern abend wurde der amerika- nische Vizekonsul Stuart, von Geburt ein Engländer, in einer Billa ermordet aufgefunden. Der Mörder enttarn. . , w .
Gr odno, 21. Mai. Gegn einen Kosakenosfizier wurde eine Bombe geschleudert, durch bereu Explosion der Offizier leicht verwundet und die Scheiben der Nachbarhäuser zertrümmert wurden. Der Urheber des Anschlages, aw- geblich ein Jude, ist entkommen.
8. Frankfurt a. M., 20. Mai. Der Zug Basel- Wilhelmshaven überfuhr gestern abend 8 Uhr 40 Min. bei Niederrad, kurz vor Frankfurt, einen etwa 16 Jahre alten jungen Mann. Scheinbar hat dieser den Tod gesucht, indem er sich auf die Schienen gelegt hat. Sein Fahrrad stand am Waldesrand. Der Kopf war vollständig vom Rumpfe getrennt. Dem Zugführer war es unmöglich, auf die Distanz von 30 Metern den Zug zum Stehen zu bringen.
fc Frankfurt a. M., 21. Mai. 500 Mark Belohnung sind bei der Regierung in Wiesbaden für die Ermittlung des Täters in dem Mord an dem Musketier Sally Buch he im vom 81. Jnf.-Regt. beantragt worden. — Gestern fand hier eine Versammlung von Vertretern aller Wein- baugebiete Deutschlands statt. Folgender Beschluß wurde von den Versammelten gefaßt: Die baldige Einführung einer Kellerkontrolle nach einheitlichen Grundsätzen für das ganze Reich wird zunächst gefordert. Eine Aenderung des Weingesetzes dahingehend, daß der Zuckerzusatz räumlich und zeitlick) begrenzt werde, ist baldigst herbeizuführen, weiter, daß die obligatorische Führung eines Lagerbuches, das Ein- unb Ausgang nachweist, vorgeschrieben und der Verschnitt von Rotwein mit Weißwein verboten werde. Bis zum Jnkrast-
ZUM Jubiläum des Königs von Rumänien.
Am 20. Mai waren 40 Jahre verflossen seit jenem Tage, wo im Hasen von Turn-Severin Prinz Karl von H o hen z o N er n-Sigmaringen die rumänische Erde betrat, um die Fürstentümer der Moldau und Walachei zu übernehmen. Ein armes, von Parteikämpfen ganz und gar zerrissenes Land sand er vor und er hat ein mächtig aufblühendes, wohlorganisiertes Staatsgebilde mit einer rühm gekrönten Armee daraus geschaffen, und für die wirtschaftliche Entwicklung bes Landes lassen sid) die Grenzen augenblicklid) nodj gar nicht abstecken. Ein kühnes Wagnis war es, das frer junge Prinz seinerzeit übernahm; das Mißlingen desselben hätte ihm unter Umständen den Kops kosten können — man braucht nur an den unglücklichen Kaiser Max von Mexiko zu denken. Durch Oesterreich konnte er sich Nur verkleidet hindurchschleichen, und am russischen Hofe rief die Kunde von der Besitzergreifung der rumänischen FKrstenkrone einen Sturm von Entrüstung hervor. Mein die politische Konstellation in Europa erwies sich als günstig für sein Unternehmen, denn die Aufmerksamkeit aller Kabinette war abgelenkt auf den sid) vorbereitenden Waffengang um bie Hegemonie in Deutschland, und der Leiter der russischen Politik nahm mit Sicherheit cm, daß Fürst Karl ohnehin von selber abwirtschaften würbe. Aber es kam anders, und elf Jahre später erhielt Fürst Karol von Rumänien von dem Oberkommandierenden der russ. Armee, Großfürst Nikolaus, jene bekannte Depesche: „Kommen Sie uns znHilfe! Ueberschreiten Sie bie Donau,wo Sie wollen, wie Sie wollen, nur kommen Sie rasch, denn die Türken vernichten uns!" — Und der Gerufene erschien, in Wahrheit als rettender Engel, übernahm den Oberbefehl über die vereinigten russisch-rumänischen Armeen, und errang auf den blutgetränkten Schlachtfeldern bei Plewna nicht nur den Sieg, sondern and) für sich selbst die Königskrone, die ihm am 10. Mai 1881 sein dankbares Volk aufs Haupt setzte. Das Königreid) Rumänien ist zurzeit ber einzige Staat im Orient, der in die Reihe der konsolidierten und zivilisierten Staatsgebilde Europas eingetreten ist, und das verdankt er der kräftigen Hand seines Regenten.
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Bukarest, 21. Mai. Das aus Anlaß der Jubiläumsfeierlichkeiten zu einer außerordentlichen Session einberufene Parlament wurde heute burdj folgende königliche Botschaft eröffnet:
„Gott ber Ml mächtige hat mich 40 Jahre meiner Regierung vollenden lassen. Während dieses langen Zeitraumes habe ick) imaufbörlid) Freud' und Leid mit meinem Volke geteilt. Heute, wo mein Werk in Sicherheit und von Erfolg reich gekrönt ist, freue ich mich mit allen Rumänen und schätze mich glücklich, daß mein erstes Wort den Vertretern der Nation gilt. Wenn ich auf den in diesen 40 Jahren zurückgelegten Weg zurückblicke, wenn ick) zurückdenke an die ersten Stunden meiner Regierung, so ist mein erster Gedanke, allen Rumänen zu danken, die von den höchsten Würdenträgern an bis zu den einfachsten Landleuten immer und in jeder Lage mit ungeschränktem Vertrauen und un- begrenzter Liebe mich in der Erfüllung meiner großen, schtvierigen Aufgaben unterstützt haben, zu deren Durchführung ich vor 40 Jahren in mein neues Vaterland gekommen bin, nämhd) von Grund auf den rumänischen Staat neu aufzubauen. Meine Gedanken weilen besonders bei denen, die nickst mehr unter uns sind, und vor allem bei denen, die sich auf dem Felde der Ehre und des Ruhmes unsterblich gemackst haben, nm Rumäniens Unabhängigkeit zu sichern und meine kiwne zu schmieden. Tie heutige Feier ist nicht nur mein Fest, sie ist das Fest des gesäurten Volkes, das in aller Ewigkeit die gesegneten Bande, die meine Dynastie an die rumänische Nation knüpft, nur noch fester knüpft. Ich zweifle nicht, meine Herren, daß dre außerordentliche Session dazu benul-t werden wird, durch neue Gesetze die Gesetzgebung zu bereichern/'
KeKamstmachung.
Betr.: Rauschbrand bei einem Schaf des Jakob Wilhelm Marsteller zu Grüningen.
Bei einem Schaf deS Jakob Wilhelm Marsteller zu Grüningen ist Rauschbrand festgestellt und Gehöftsperre verhängt werden.
Betr.: Rauschbrand zu Großen-Buseck.
Der bei einem Rinde deS Aug. Schmidt zu Großen- Buseck auSgebrochene Rauschbrand ist erloschen und die Sperrmaßregeln sind aufgehoben.
Gießen, den 21. Mai 1906.
Großherzocfliches Kreisamt Gießen.
I. V.: Dr. Wörner.


