Aus Stadt uuo Land.
Gießen, den 25. Juni.
* * In Mud'ienK empfangen imtrbe am Samstag von S. K. H. dem Gro ßherzog u. cp Kreisamtmann Dr. Merck in Gießen.
• * Zigaretten st euer. Um die Leser unserer Zeitung, die mit der Herstellung oder dem Verkauf von Zigaretten usw. befaßt sind, vor Unannehmlichkeiten zu bewahren, glauben wir auch an dieser Stelle auf die im amtlichen Teil des Blattes erschienene Bekanntmachung wegen Einführung des neuen Zigarettensteuergesetzes aufmerksam machen zu sollen. Allen, die nähere Auskunft bedürfen, möchten wir raten, sich jedenfalls vor dem 1. Juli d. Js. bei dem Großh. Haupt- st euer amt ihres Bezirks über die ihnen nach dem neuen Gesetz obliegenden Verpflichtungen zu erkundigen.
* • Die Portoverteuerung. Laut dem Amtsblatt des Reichspostamtes werden vom 1. Juli ab die zur Zeit im O r t s - und Nachbarortsvcrkehr bestehenden A u s n a h in e- tarife für Postkarten, Drucksachen, Gcschäftspapiere und Warenproben aufgehoben. Von diesem Zeitpunkt ab sind die bezeichneten Verscndungsgegenstände nach der Fern- taxe zu frankieren. Außerdem wird vom 1. Juli ab die Gebühr für außergewöhnliche Zeitungsbeilagcn für je 25 Gramm jedes einzelnen Beilageexemplars von auf . 1/J Pfg. erhöht. Die blauen Postkarten können unter Aufklebung von Dreipfennig marken weiter verwendet werden.
* * Die Fritz Steidl-Sänger aus Berlin, die seit Samstag abend hier im neuen Saalbau konzertieren, hatten einen großen Erfolg zu verzeichnen. Vor allem gefielen die Solovorträge der Herren Ernst Sprecher, Direktor Fritz Steidl und Franz Schneider, aber auch die übrigen Sänger boten sehr schöne Leistungen. Das durchweg aus heiteren Sachen bestehende Programm wickelte sich glatt ab. Zwei heitere Singspiele „Heiligabend auf Posten" und „Studenten Lust und Leid" entfesselten stürmische Heiterkeit. Der Besuch des heutigen 3. und letzten Konzerts kann sonach bestens empfohlen werden.
** Diebstahl. Gestern nachmittag wurde hier aus dem Hofe einer Wirtschaft in der Walltorstraße ein Brcnnabor- Fahrrad von einem unbekannten Täter gestohlen.
** Verhaftet wurde am verflossenen Sonntag ein auswärtiger stellenloser Schneider und seine angebliche Ehefrau. Die Untersuchung förderte zutage, daß Beibc ihren Unterhalt hier seit 14 Tagen gefristet hatten, indem die angebliche Ehefrau dem § 361, Pos. 6, des R.-Str.-G entgegenhandelte und er sie dabei unterstützte. Der Bursche ließ sich vollständig von der Person unterhalten nnd wird sich demnächst wegen Kuppelei zu verantworten haben.
** Nette Früchtchen. Einem hiesigen Wirt wurden am 22. l. M. aus seiner Büffetkasse zweimal Geldbeträge entwendet in Augenblicken, wo niemand in der Wirtsstube war. Er versuchte, den Dieb auf der Tat abzufassen, aber am nächsten Tage wurde wieder die Kasse geplündert. Samstag nachmittags nun bemerkte die Frau, wie ein 12fahriger Junge von der Straße aus durch das Fenster die Wirtsstube musterte, und sie ergriff den Burschen, der dann auch alle Diebstähle eingestand. Zwei gleichalterige Burschen hätten Hehler- nnd Slüstisterdienste geleistet, das Geld war versteckt, und am Sonntag wollte die Gesellschaft mit dem Gelde nach Lollar auf das Sänger- fest fahren und es verjubeln. Weitere von den Burschen begangene Diebstähle kamen hierbei auch ans Licht.
* * Gießener kunsthistorische Bauten. Wie in Ergänzung der Notiz in der letzten Samstagsnummer mitgeteilt sei, war bezüglich des Weisel'schen Hauses in der Sonnenstraße zwar der Antrag gestellt gewesen, es unter Denkmalschutz zu stellen, der Antrag wurde jedoch abgelehnt.
* * Die Maßregelung des Pfarrers Korcll wird am Donnerstag, 28. Juni, in einer öffentlichen Versammlung in Darmstadt zur Erörterung gelangen. Pfarrer v. Friedrich Naumann wird den einleitenden Vortrag halten.
** Gießener Gesangvereine. Man schreibt uns: Dem Verfasser des Artikels: „Das' 26. Layntal- Sä n g e r b u u d e s fc st" in Nr. 145 des Gieß. Anz. dürfte wohl ein kleiner Irrtum unterlaufen sein. Der Gesangverein „Harmonie" in Gießen ist im Jahre 1 84 6 (nicht 1850) ins Leben getreten und begeht also ani 7. Juli die 6 0. Wiederkehr seiner Begründung. Trotz ihres hohen Alters ist die „Harmonie." aber nicht der älteste Mannergesangverein Gießens. Diese Bezeichnung gebührt vielmehr dem Gesangverein „Li ed er kr an z", der im Jähre 183 7 gegründet wurde und im nächsten Jahre aus ein 7 0j äh r i g'e s Bestehen zurückblickt. Bemerkt sei noch, daß der „Liederkranz" gelegentlich seines 60. Stiftungsfestes (1897) von S- K. H. dem Großherzog mit dem Silbernen Kreuze des Verdienstordens Philipps des Großmütigen ausgezeichnet worden ist.
— Wieseck, 25. Juni. Der Landivirt F. von hier hat ain vergangenen Freitag beim Grasmähen durch Unvorsichtigkeit mit der Sense seinem wertvollen Pferde, das er auf der Wiese stehen hatte, beinahe das rechte Vorderbein abgehauen. Das schwerverletzte Tier mußte alsbald getötet werden.
- r. Krofdorf, 25. Juni. Während des gestrigen schweren Gewitters wurde im Stalle des Landwirts Abel ein Pferd durch Blitzschlag getötet.
A Butzbach, 24. Juni. Auf Einladung von Frau Kreisrat Fey aus Friedberg versammelten sich heute Nachmittag gegen 5 Uhr etwa 30 Damen im hiesigen Rathaus, um im Anschluß an den jüngst gegründeten „Verein für ländliche Heimat-, Wohlfahrt- und Kunstpfleg e" einen Zweigverein für Butzbach und Umgegend ins Leben zu rufen. Nach Durchberatung eines Satzungsentwurfs wurde zur Wahl des Vorstands geschritten. Als Vorsitzende wurde gewählt Frau Kreisrat Fey-Friedberg, als Stellvertreterinnen Frau Lehrer Weide-Butzbach und Fräulein Kalbhenn-Kirchgöns. Elf weitere Damen von Butzbach und Umgebung wurden als Vorstandsmitglieder gewählt. __ In
große Aufregung brachte der 12jährige Junge eines Maschinisten seine Eltern, indem er sich am gestrigen Vormittag von zu Hause entfernte und bis zum Abend noch nicht wieder zurückgekehrt war. Nach vergeblichem Absuchen des Waldes entdeckte man das Bürschchen in einem der Wohnung der Eltern nahe gelegenen Garten, wie es sich in einem Erbsenbeet sein Nachtlager bereitete. Mit einer tüchtigen Tracht Prügel wurde der Ausreißer von seinem Vater empfangen.
'"'Schotten, 24. Juni. Das 33. Gau-Turnfest des Gaues Hessen nahm bei zahlreicher Anteilnahme der zum Gau gehörigen Vereine und sonstiger Festteilnehmer einen schönen Verlauf. Beim Musterriegenturnen, das heute mittag stattfand, erhielten folgende Vereine Auszeichnungen: Schotten, Tv., Damenriege, Keulenschwingen. Ferner: 1. Wetzlar, Tv., Reck 37,16, 2. Bad Nauheim, Tv., Pferd 36,33, 3. Schlitz, Tv., Barren 35,00, 4. Gießen, M.-Tv., Pferd 33,83, 5. Schotten, Tv., Barren 33,42, 6. Marburg, Tv., Neck 32,66, 7. Grünberg, Tv., Pferd 32,25, 8. Butzbach, To., Barren, 31,74, 9. Friedberg, Tv., Pferd 31,58, 10. Alsfeld, Tv., Neck 30,83, 11. Gießen, Tv., Reck 30,42, 12. Nieder-Weisel, Tv., S.-Pferd 30,08, 13. Ober-Mörlen, Tv., Barren 29,83, 14. Gambach, Tv., Pferd 29,25,
15. Annerod, Tv., Barren 26,50, 16. Kirchhain, Tv., Barren, 26,44, 17. Wetzlar-Niedergirmes, Tv., Pferd 26,41, 18. Schotten, Tv., Zöglinge, Pferd 25,50 Punkte. (Näherer Bericht folgt.)
(—) Bleichen bach, 24. Juni. Die reichen Lager an Basalt. Sand, Sandsteinen, Kalksteinen, Ton usw. im Bleichtal konnten bisher nur schwer ergiebig betrieben werden: der Ausbeutung stand der teure Achsentransport hindernd int Weg, die Lieferanten waren jederzeit gegen andere int Nachteil. Mit Freuden begrüßte man daher den Entschluß der Bremer Baugesellschaft, durch Herrn Baron v. Moenen vertreten, eine Bahn durchs Bleichtal von Stockheim nach Bergheim resp. Usenborn zu erbauen. Heute fand int „Weißen Roß" eine stark besuchte Ver- sammlung der verschiedenen Interessenten statt. Ingenieur Ernst Horstmann erläuterte an der Hand einer Skizze den projektierten Bahnbau, der nur eine Länge von vorerst 6,5 Kilometer haben wird. Die Vermessung wird dieser Tage vorgenommen: alsdann werden die Pläne in den interessierten Gemeinden zur Prüfung aufgelegt, und ein zu wählendes Komitee wird dann der Frage der Geländeerwerbung nähertreten, wie dann auch zu erhoffen steht, daß etwaige Hindernisse bei dem vielseitigen Interesse bald gehoben werden möchten.
Mainz, 23. Juni. Gestern nachmittag vor 3 Uhr kam S. K. H. der Großherzog mit Generaladjutant Major v. Sternberg im Mito zum Besuche der Uguarien- und Terrarien aus stell un g in der Stadthalle hier au. Ta der Großherzog sich jeden offiziellen Empfang verbeten hatte, so waren nur die Leiter der Ausstellung zum Empfang anwesend. Die Ausstellung bot einen großartigen Anblick. Der Großherzog, geführt durch den Ehrenvorsitzenden von Reichenau und den 1. Vorsitzenden Fehrn, v. Kittlitz bezeigte sehr großes Interesse und Fachkenntnis und ließ sich jede 9htntmer von dem Aussteller erklären. Als er die Nest- mannsche Sonderausstellung betrat, wurde ihm von Frl. v. Kittlitz eht Blumenarrangement überreicht. Nach Besichtigung der Nestmannschen Ausstellung wurde dem Großherzog von dem 2. Vorsitzenden I. Diehl ein Ehrentrunk kredenzt. Nachdem der Großherzog noch längere Zeit verweilt und einige Herren durch Ansprachen ausgezeichnet hätte, verließ er nach anderthalbstündigem 'Aufenthalt mit dem Ausdruck großer Befriedigung die Ausstellung und fuhr nach Darmstadt zurück. 'Auf Wunsch des Großherzogs wurde während seines Besuches die Ausstellung für das Publikum nicht geschlossen. (M. I.)
VersiriZehtes.
* London, 24. Juni. Im Stadtbezirk Higway hat sich gestern Nachmittag eine schwere Straßenbahn- Kat a st r o p h e ereignet. An einem elektr. Straßenbahn- ivagen versagte plötzlich die Bremse, als er einen Hügel hinabfuhr. Der Wagen raste mit furchtbarer Geschwindigkeit^ hinunter und stieß mit einem Autompbil- Omnibus zusammen, stieß dann wider einen Laternenpfahl und rannte schließlich mit einem zweiten Straßenbahnwagen zusammen. Der Omnibus und die beiden Straßenbahnwagen waren mit Passagieren voll besetzt. So viel bisher bekannt, wurden 40 Person e n schwer, darunter einige lebensgefährlich verletzt und Passagiere sofort getötet. Die Wagen waren total zerschmettert. Die mit schwer Verletzten und Trümmern bedeckte Straße bot einen grauenhaften An- blick dar. Die Verwundeten wurden in Ambulanzen nach dem great Northern Hospital gebracht.
Anz."). Aintl. Notierungen der heutigen Vi ehmarktprei s e. Zum! Verkam'e standen: 497 Ochsen, 148 aus Oestreich, 74 Bullen, 3 aus Oesterreich, 0 aus Dänemark, 781 fiiihc, Fersen, Stiere und Rinder, 00 aus Dänemark, 367 Kalber, 157 Schafe und Hammels 1572 Schweine, 0 Ziegen, 0 Ziegen-, 0 Schaflämmer. Bezahl! wurde für 100Pfund Schlachtgewicht: Ochsen 1. Qualität 78—81 Mk., 2. Qual 71—73 Mk., 3. Qual. 63-66 Mk.; Bullen 1. Qual. 70 bis 72 Mk., 2. Qual. 68-69 Mk.: Kühe 1. Qual. 71—72 Mk., 2.Qual. 70—71 Mk., 3. Qual. 53-55 Mk, 4. Qual. 00—00 Mk., 5. Qual. 00—00Mk. Kälber: l.Qual. 96—100Psg.,Lebendgewicht 57—60 Pf., 2. Qual. 82—88 Psg., Lebendgewicht 48—52 Pfg., 3. Qual. 00—00 Psg., Schlachtgewicht 65—67 Psg., Schafe: l.Qual. 78—80, 2. Qual. 00—00 Pfg., 3. Qual. 00—00 Pfg.; Schweine 1. Qual. 73—74 Pfg., Lebdgew. 57.00—57.50 Psg., 2. Qu. 71 —72 Psg., Lebend- gew. 55.50—56 Psg., 3. Qual. 65—67 Pfg. Lebendgew. 00 Pfg. Geschäft: bei Hornvieh gut, llcberstand unbedeutend, bei Kälbern und Schweinen gedrückt, lleberstand unbedeutend, bei Schafen gut, kein lleberstand.
Original-Drahtmel-Uiigen.
k-ck. D a rm sta dt, 25. Juni. Der 43 jährige verheiratete Postsekretär Albert Bö h m, der am Samstag von der hiesigen kaiserl. Disziplinarkanuner wegen unsittlicher Handlungen zur Strafe der Dienstentlassung verurteilt wurde, hat sich vergangene Nacht in seiner Wohnung in Worms erhängt.
fc. Frankfurt a. M., 25. Juni. Der in der Bergerstraße wohnhafte Schriftsetzer Baud hat sich in seiner Wohnung erhängt.
ie. Ober-Ursel, 25. Juni. Der 53 Jahre alte Kaufmann Schöneberg aus Berlin, der hier zur Kur weilte, hat sich von der Kleinbahn überfahren lassen.
Berlin, 25. Juni. Der Tod des Hausbesitzers K ö n i g ist noch nicht aufgeklärt. Die Wirtschafterin befindet sich noch in Haft. Sie wird sich zwar nicht wegen Mordes zu verantworten haben, wahrscheinlich aber wegen Bei^ bringung von Gift in einer das Leben gefährdenden Weise. Die Obduktion der Leiche hat keinen Anhalt für einen Mord ergeben. Die Loop sucht auch den anderen Vorwurf damit zu entkräften, daß sie erklärt, sie habe den König mit Quecksilber eingerieben, weil er ihr gesagt habe, daß er an Lues leide. Diese Behauptung hat aber durch die Obduktion eine Bestätigung nicht gefunden.
London, 25. Juni' Man meldet noch zu dem Zusammenstoß eines Wagens der elektrischen Straßenbahn mit anderen Fahrzeugen. Zuerst fuhr der Wagen, dessen Bremse versagt hatte, gegen einen Leichenwagen, der vollständig zertrümmert wurde. Der Kutscher und die Pferde wurden verletzt. Dann wurde eine Motor-, wage n zerschmettert. Mittlerweile war eine große P a n i k unter den Fahrgästen des Wagens ausgebrochen, der mit einer Geschwindigkeit von 100 Km. per Stunde bergab sauste. Mehrere Passagiere sprangen ab und' blieben schwer verletzt neben den Schienen liegen. Darauf stieß der Wagen in einen mit Ausflüglern dicht besetzten Automobil o m n i b n s , der in die Höhe gehoben und in ein Schaufenster geschlendert wurde. Dann faßte der Wagen den hinteren Teil des Omnibus nochmals und schleuderte ihn durch das Fenster eines Restaurants. 'Der Wagen raste weiter und zertrümmerte eine Droschke, kollidierte mit einem stillstehenden Straßenbahnwagen und zuletzt mit einer Gaslaterne, bis er endlich zum Stillstehen kam. Drei Personen wurden g e tö te t und 40 verletzt, darunter 20 schwer.
Paris, 25. Juni. Die Vermutung, daß c5 sich bei dem Besuch Tit tonis in Paris um Vorbercituiigeit für den Abschluß eines französisch-englisch-italienischen Akkords handelt, scheint sich zu bestätigen. Der oft offiziöse „Petit Parisicn" bemerkt nämlich dazu, dieser 9(fforb, der die Erschließung Abessinien durch die französische Eisenbahn regeln wolle, würde den verschiedenen Nationen bedeutende ökonomische Aussicht eröffnen. Er werde keine Gehcimklausel ent» halten und das Prinzip der offenen Tür respektieren.
Pari§, 25. Juni. Eine furchtbare Eifersu chts- szene spielte sich in dem Vorstadtviertel ButteS-Chaumont ab. Der 26 jährige Bankbeamte Durue stürzte sich von einer Hängebrücke in die Tiefe. In der Tasche des Leichnams fand man einen Brief, worin es hieß: „Das beiliegende 100 Fr.-Billet ist für das Begräbnis meiner Fran bestimmt." Die Polizei eilte in die Wohnung unst fand dort int Bett seine Gattin tot vor. Der Mann hatte seine Frau nach einer wütenden Eifersuchtsszene erw ürgt-
MnSversitcLts-Nachöschten.
(Jamburg, 24. Juni. Der bürgerschaftliche Ausschuß beantragte, einstimmig die Schaffung einer ständigen P r o s e s s u r für Nationalökonomie, sowie für populäre Vorlesungen UNO praktische Hebungen für Juristen und bandelswissenschaftliche Kurie für K a u f l e u t e bei einem Gehalt von 7200 bis 9000 Mk.
Lssettbahn-Zestuttg.
Karlsruhe, 23. Juni. In der heutigen Sitzung der Zweiten Kammer der badischen ^andstä'nde erklärte Minister von Marschall, die Frage, welche Tarifsätze auf der M a i n n e ck a r -- bahn Anwendung finden sollen, sei bei der Verhandlung unter den beteiligten Staaten noch nicht entschieden worden. Bei den letzten Verhandlungen habe sich die Regierung dahin ausgesprochen, die Einführung der vierten Wagen klaffe auf der Mainneckarbahn zuzulafsen. Maßgebend sei hierfür die Erwägung gewesen, daß die Mainneckarbahn au einem Drittel dem badischen Staat, au zwei Dritteln aber Preußen nnd Hessen gehört. Da wie bisher die Tarifsätze dieser Bahn auch künftig einheitlich sein sollen, so erscheint es geboten, die Einheitssätze der preußisch-hessischen Gemeinschaft auch auf die badische Strecke anzmvenden. 9(uf diese Erklärung entspann sich eine längere Debatte, in der sämtliche Redner sich dahin aussprachen, bei nicht gleichmäßiger Behandlung der badischen Anwohner der Bahn mit den übrigen Bewohnern des Landes nicht in her Lage zu sein, der Resorm zuzustimmen. Die Reform wird sodann zur nochmaligen Beratung an die Kommission zuriickverwicsen.
Stuttgart, 23. Juni. Dem Vernehmen nach wird die Denkschrift der Regierung aur Person entarifreform, die Einführung der vierten W a g e n k l a s f c in den Personen- und Eilzügen mit dem Kilometersatz von 2 Psg. ankundigen. Um den Einnahmeausfall nicht zu groß werden zu lassen, soll in diesen Zügen die 3. Klaffe in der jetzigen Gestalt mit einem Kilometcrsatz von 3 Pfg. beibehalten werden. Die Landeskarten sollen aufgehoben werden.(Frkf. ZtgJ
Märkte.
fc. Frankfurt a. M., 25. Juni. (Orig.-Telegr. des „Gießen. Anz.") Amtliche Notierungen der heutigen Fruchtmarkt preise. Weizen Mk. 3 9.00—00.00, Kurhessischer Mk. 19.00—00.00, La Plata Mk. 19.50—20.50, KansaS Mk. 19.25—20.25, Roggen (hiesiger) Mk. 17.25 —17.50, Gerste (Wetterauer) Mk. 17.25—17.75, Frankeii- ielder Mk. 17.75—18.25, Hafer 17.00—18.25, MaisMk. 13.25—13.50, Weizenmehl 27.00—28.00, M. 00—00, 2. Qualität Mk. 25.00 bis Mk. 26.00, 3. Qualität Mk. 23.00-23.50, Noggeumebl 0 Alk. 24.50—25.00,1. Qualität Mk. 22.50—23.00, Weizenkleie Mk. 10.50 bis Mk. 10.75. Noggenkleie Mk. 11.25—11.50, Maiokeime Mk. 12.00 bis Mk. 12.50, Franken, Pfälzer, Ried Mk. 17.25—18.25. Alles per 100 Kg. ab hier.
fo. Frankfurt a. M., 25. Juni. (Telegr. Orig.-Bericht hes „Gieß.
Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst.
Voraussichtliche Witterung in Hessen für Dienstag, den 26. Juni 1906: Langsame Aufheiterung. Nachts kühler, am Tage wieder warmer. Trocken.
Näheres durch die Gießener Wetterkarte. L
TeBefmiische Kursberichte
des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank filr Handel und Industrie. Giessen.
Frankfurter Börse. 25. Juni. 1.15 'Uhr.
3j^°/o Reichsanleihe . . 99.70 3% do. . . 88.20 3 *4°/o Konsols .... 99.85 3»oz do. .... 8805 3^°/0 Hessen.....98.70
3%°/n Oberhessen . . . —.— 4 % Oesterr. Goldrente. . 100.40 4*/$ % Oesterr. Silberrente 100.60 4% Ungar. Goldrente . . 96.00 4% Italien. Rente . . . 105.15 3% Portugiesen Serie I . 69.80 3% Portugiesen „ TU 70.60 4X°/0 russ.Staatsanl. 1905 88.75 4%% japan. Staatsanleihe 95.00 4% Conv. Türken von 1903 95.90 Türkenlose......147.00
4% Griech. Monopol-Anl. 54.20 4 % äussere Argentinier . 90.90 3°/0 Mexikaner .... 70’40 4X°/o Chinesen .... 97.20
Aktien:
Bochum Guss..... 252.80
Buderus E. W . . . . 129.00
Tendenz: schwach.
Elektriz. Lahmeyer . . . 148.20
Elektriz. Schnckert . . . 130.75 Eschweiler Bergwerk . . 264.90 Gelsenkirchen Bergwerk . 218.50 Hamburg- Amerik. PaketL 160 30 Harpener Bergwerk. . . 215.90 Lanrahütte...... 240.50
Nordd. Lloyd.....127.00
Oberschlcs. Eisen-Industrie 127.50 Berliner Handelsges . . 170.40
Darmstädter Bank . . . 138 60 Deutsche Bank . . . 234.80
Deutsch-Asiat. Bank . . 186.35 Diskonto-Kommandit. . . 182.10 Dresdner Bank . . . 157.70 Kreditaktien..... 208.80
Baltimore- und Ohio-
Eisenbahn . . . 117.10
Gotthardbahn.....—.—
Lombard. Eisenbahn . . 34.20 Oesterr. Staatsbahn . . . 144.80 Prince-Henri-Eisenbahu . 152.00
Berliner Börse, 25. Juni. Anfangskurse.
Canada E. B. . . . Darmstädter Bank . Deutsche Bank . . Dortmunder-Union C. Dresdner Bank . .
Tendenz: träge.
. . 160.20
. . 138.60
. . 235.10
. . 82.80
. . 157.70
Harpener Bergwerk Lanrahütte . .
Lombarden E. B.
Nordd. Lloyd . .
Türkenlose .
240*40 34.00
147.20
^Brechdurchfall, SjkDarmkatarrh, gjat. Diarrhoe
an A
VerdauungsM Storung, jj*
etc.
Kindermehl
Die Kindergedeihen vorzüglich dal & leiden nicht
ILe Hervorragend bewährt* bei


