und des Volksliedes hervor. Fräulein Thielmann trug einen von Lehrer Daab verfaßten Prolog vor und übergab eine von den Jungfrauen gestlfiete Fahnenschleife. Ein ungenannter Gönner hatte dem Verein einen Fahnennagel ge» schenkt. Präsident Bester dankte für die prächtigen Gaben. Um y8 4 Uhr begannen die Gesangsvorträge und das Konzert unter Mitwirkung des Kammermusikers Kümmel-Darmstadt. Unterdessen hatte sich der Festplatz dicht gefüllt und eS herrschte ein lebhaftes Getriebe. Tie Züge aus Gießen und dem. Lwndatal brachten fortgesetzt zahlreiche Gäste. Doch der Festtrubel wurde jäh gestört, als gegen 5 Uhr ein heftiges Ge- witter mit heftigem Regen nicdcrging, alles flüchtete ms Dorf und in die Zelte, der ganze Festplatz stand unter Waffen das sich erst gegen Abend wieder verlief. DaS Fest wurde dadurch sehr beeinträchtigt, denn die meisten Festgäste verließen den Fcstplatz, um im Dorf Unterkunft zu suchen. Um 7 Uhr begann die Preisverteilung; eS erhielten Preise iin K l a s s c n s i n g e n:
In der 1. Stadtklasse: „Sängerlust"-Diebnrg 1. Preis mit 244 Punkten, „Eintracht'-BischofSheim 2. Preis mit 222 Punkten. In der 2. Stadtklasse: „Liedcrzweig"-Walldorf I. Preis mit 209 P. In der 3. Stadlklassc errangen 1. Preise: Heyerscher Männerchor- (ydculjcim und „Sängerlusl"- Fechenheim mit 194 P., 2. Preis „F r o h s i n n"° L o n d o r i mit 183 P., 3. Preis „Liederlust"-Enk- heirn nut 170 P., 4. Preis „H a r m v n i e"-L a n g - G Ö n s mit 173 P. In der 1. Landklasse erhielten Preise: 1. Preis „Ger- rn a n i a" - G r o ß e n - L i n d e n mit 162 P., 2. Preis „Sanger- kranz"-Jügeshenn mit 151 P. In der 2. Landklasse: 1. Preis Düdelsheim mit 172 P., 2. Preise „ G e r m a n i a " - ® r o B e n- Buseck, „L i c d c r k r a n zL e i h g e st e rn, „(S e rtn a n i a"- Krrchgöns mit 166 P., 3. Preis „Konkordia"-Nieder-Girmes und „ L i e d e rr r a n z"- H un g e n mit 153 P. In der 3. Land- klasse: 1. Preis „Polyhynmia"-Oberroden mit 176 P., 2. Preis „Germania"-Kilianstädlen mit 169 P., 3. Preis „Gcrmania"°Ober- Wöllstadt mit 168 P., 4. Preis „Harmonic"-Großen- Linden mit 147 P., 5. Preis Blitzenrod mit 140 P. — Beim Ehren-Klassensingen errangen Ehrenpreise in der Stadt- klasse : 1. „Sängerin st "-Dieburg mit 321 P., 2. „Lieder- zweig"-Walldorf mit 283 P., 3. Eckenheim mit 297 P., 4. Ober« Roden mit 234 P., in der Landklasse: 1. „Germania"- Großen- Linden mit 297 P., 2. „Liederkranz"- Leihgestern mit 276 3. „Germania"-Ober-Wöllstadt mit 261 P. Für beste Gesamt- leisiung nut 565 Punkten erhielt Dieburg einen Silberkranz, gestiftet von Pauly-Fechenheim.
Aus der Geschichte des Vereins sei kurz folgendes be« merkt: Ec wurde im Oktober 1886 gegründet, feierte 1890 sein Fahnenweihfest und wird seit 1903 von W. Gernhardt- Gießen dirigiert. Der neue Dirigent hat die gesanglichen Leistungen sehr gehoben, sodaß der Verein beim Gesangswettstreit zu Gießen 1904 eine lobende Anerkennung und in Lang-Göns 1905 einen 1. Preis errang.
Die neueste Berliner Bluttat.
In der Stacht von Freitag auf Samstag wurde in Berlin der 58 Jahre alle Hausbesitzer, frühere Hausmann Robert König in dem Schlafzimmer seiner Wohnung mit einer Schilßwunde in der rechten Schläfe tot aufgefunden. Die verwitwete Frau Martha Loop, geb. Berndt, die bei ihm seit dem 15. März wohnte, wurde verhaftet, da sie dringend verdächtig ist, König nach schweren Mißhandlungen erschossen zu haben. Sie wurde bereits überführt, sich einen Geldbeutel mit 227.50 Mk., der sich unter dem Kopfkissen des Toten befand, angeeignet zu haben.
Am Sylvesterabend lernte K. die jetzt 34 Jahre alte Witwe kennen, die damals unter sittenpolizeilicher Kontrolle stand. Die ziemlich hübsche, kräftige Person wußte den bejahrten Mann so an sich zu fesseln, daß er sie am 15. März als Wirtschafterin zu sich nahm. Alle Warnungen seiner Bekannten, die ihn auf das Vorleben der Frau Loop und ihre Neigung zum Trunk hinwicsen, fruchteten nicht. Sie hat von ihm seit dem 1. April gegen 35000 Mk. bar erhalten. Vor acht Tagen bewirkte es die Frau, daß König ihr eine Generalvollmacht über sein Vermögen, namentlich auch zum Verkauf seines Hauses ausstellte, mit der ausdrücklichen Bestimmung, daß diese Vollmacht auch nach seinem Tode giltig sein solle. Vor zwei Tagen veranlaßte sie ihn außerdem zur Ausfertigung eines neuen Testaments, in dem sie als Universalerbin eingesetzt wurde. In dem älteren Testament waren die Angehörigen des Königs, seine Schwester .und zwei Brüder, bedacht gewesen. Dem Hausarzt des König, Tr. Hirschberger fiel es wiederholt auf, daß seine Mittel, die er gegen ein Herzleiden des Mannes angeordnet hatte, nichts nützten, daß der Patient vielmehr täglich schwächer wurde und in der letzten Zeit sich mit zitternden Knieen kaum noch ein paar Schritte focttasten konnte. Eigentümlicherweise lobte König seine Wirtschafterin, die ihn immer sorgsam einreibe, trotzdem man im Hause allgemein wußte, daß die Loop sich sehr oft mit ihm zankte und ihn dabei auch prügelte.
Ain Freitag abend wurde Dr. Hirschberger von der Tischlerjrau Gutsche, die in demselben Hause wie König wohnt, gerufen. Er fand den K. tot vor und benachrichtigte sofort die Polizei. Diese fand die Leiche des König, nur mit einem Hemd bekleidet, zwischen Sofa und Bett auf dem Gesicht liegend vor. Ter Kopf lag am Fußende des Bettes, die Füße zwischen dem Kopfende deS Bettes und einem Eckspiegel. Den Revolver fand man unter dem Bette. In dem Arbeitszimmer des Toten sand man auf dem Teppich mehrere Gold- und Silbermünzen. Es konnte sogleich festgestellt werden, daß Frau Loop einen Geldbeutel, dec sich unter dem Kopfkissen des Königs befunden und 227.50 Mk. enthalten hatte, hervorgeholt und in großer Erregung im Arbeitszimmer zu sich gesteckt hatte, ivobei das Geld herausgefallen, war. Rian fand den Beutel noch in ihrer Tasche. Es konnte ferner festgestellt werden, daß Frau Loop nachmittags zwischen 4 und 5 Uhr mit ihrem früheren Zuhälter auf der Straße zusammcngetrossen und dann betrunken zu König zurückgekebrt war.
146
Zweites Blatt
156. Jahrgang
Gießener Anzeiger
General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Eietzen
3860
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Montag 25. Jmn 1906
Rotationsdruck und Verlag der örfl&nd** Universttätsdruckerei. ÖL Lange, ®teMu
Redaktion, Expedition u.Druckerei: EcbukNr.U, TeL Nr. 6L Lelegr.-Adr., Sln-eiger Ließ«.
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' etWniWene «It Ausnahme des Sonntags. —
®te „Wegener LamiUenblätter" werden dem ^.Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der Landwirt" erscheint monatlich eüimaL
§ic Härung in Rußlana.
Nach dem Rezept des Polizeideparlements, welches der Abg. Fürst Urussow zur Kenntnis der Volksvertreter gebracht hat, ist in zahlreichen Städten die Gefängnis-Administration damit beschäftigt, die gemeinen Verbrecher gegen die politischen aufzuhetzen. Durch Bestellung von Proklamationen und ähnliche Mittel wird zwischen beiden Kategorien von Gefangenen künstlich ein Antagonismus geschaffen, welcher sich in Ueberfällen gemeiner Verbrecher auf politische öäiilinae äußerte, m Prügeleien und mitunter
skauf.
chuhe «laufe bedeute»- unter ian jr.
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per fflunb 10 Pfg. [3859
Xcbtfy'wfcr.
Aer ^ollarer Kesangswettstreit.
(Original-Bericht des Gießener Anzeigers.)
e. Lollar, 24. Juni.
Ein großer nationaler Gesangswettstreit sand heute hier aus Anlaß»des 20jährigen Stiftungsfestes des Gesangvereins „Liedertafel" statt, der sehr zahlreich ans allen Teilen Hessens und den angrenzenden preußischen Gebietsteilen besucht war. Im ganzen nahmen 46 Vereine teil. Eröffnet wurde das Fest am Samstag Abend durch einen K o m-m ers auf dem geräumigen Festplatz an der Lumda. Der Präsident V esier hielt eine Ansprache, in der er den beiden Gießener Vereinen und dem Ehrenmitgliede Kammermusiker Kümmel-Darmstadt für ihr Erscheinen und ihre Mitwirkung dankte und ein Hoch auf den Gesang ausbrachte. Im Namen des Maschinenbauer-Gesangvereins Gießen übergab der Vorsitzende Gans ein Trinkhorn, namens der Bürgergesellschaft Gießen Herr Dörr einen Pokal. Präsident Bester dankte und wies auf die Freundschaft hin, die beide Vereine mit der „Liedertafel" seit Jahren pflegten. Die beiden Gießener Vereine, die Lollarer Gesangvereine und in erster Linie Kammermusiker Kümmel trugen sehr viel zur Verschönerung des Kommerses bei und ernteten lebhaften Beifall. Auch Massenchöre der Gießener und hiesigen Vereine kamen zum Vortrag.
Heute früh um 6 Uhr erfolgte Weckruf und von 81/i Uhr ob trafen die auswärtigen Gesangvereine ein. Um 9J/2 Uhr begann in den Sälen zur „Linde", „Traube" und „Germania" das Kl assen-Wett sing en, das ein zahlreiches Publikum onlockte. Hieran schloß sich um 11 Uhr im Saalbau zur „Linde" das Ehrenklassenslngen der preisgekrönten Vereine! Um 2 Uhr wurde auf der Straße nach Kirchberg der Festzug aufgestellt. Es war ein langer, stattlicher Zug, den die 46 Vereine und Korporationen bildeten. Er wurde eröffnet vom Radfahrerverein, den Festjungfrauen und dem Ehrenausfchuß, an den sich die Vereine schlossen. Um2Vr Uhr bewegte sich der Zug durch das schön geschmückte Dorf nach dem großen Festplatz an der Lumda. Hier fand die Begrüßung der Festgäste durch Bürgermeister Schmidt namens der Gemeinde und Präsident Besier namens des feftgeben- ben Vereins statt. Lehrer Daab hielt die Festrede. Er wies auf die Entstehung und Entwicklung des deutschen Männerchors und des Volksliedes hin, gedachte der Komponisten Silcher, Nägele, Abt u. a. und hob schließlich den hohen Wert des. GeianLwettstreits für die Pflege des VolksgesanLs
auch Tötung politischer Arrestanten führte. In der Hauptgefängnisverwaltung sind viele Klagen über derartige Vorkommnisse eingeldufen.
In Petersburg dauert der Bäck er au Ist a nd fort. Nachdem seit mehreren Tagen bereits die Herstellung von Weizenbrot eingestellt ist, hört auf die Forderung der Ausständigen auch die Herstellung von Roggenbrot auf. Einige Bäckermeister, die selbst den nötigsten Bedarf für die Kundschaft backen wollten, wurden von den Ausständigen gezwungen, den Betrieb einzustellen. Tas vorhandene Brot wurde von den Ausständigen mit Petroleum übergossen. Die Militärbehörde stellte der Stadtverwaltung die Militärbäckereien zur Verfügung, doch können diese täglich nur 2000 Pud Brot backen, also etwa 80 000 von 1 x/2 Millionen Einwohnern mit Brot versorgen. Auch der Mangel an Fleisch nimmt täglich zu, die Preise sind in raschem Steigen begriffen. Die Blätter erhalten die Nachricht von dem Vorhandensein der sibirischen Pest in dem PeterSburgerBezirk aufrecht. Wie weit die Nachricht richtig ist, entzieht sich der Beurteilung.
Die Zeitung „Duma" verzeichnet das Gerücht, daß Wjera Sassulitsch in Palla bei einer Manifestation getötet worden sein soll.
Die Dame, welche jüngst auf den General Trepow das mißglückte Attentat verübte, war die Gräfin WadbolSkaja.
In Kertsch in Taurien wurde der Gendarmerieoffizier Scheremtow. der von der Bevölkerung beschuldigt wird, die Judenhetze 1905 geleitet zu haben, vor seiner Haustür erschossen. In Petri kau wurden außer dem Polizeimeister noch ein höherer Polizeibeamter und ein berittener Polizist auf der Straße durch Revolverschüsse getötet.
In Schemacha wurde ein kurzes, wellenförmiges Erdbeben in der Richtung von Nordwesten nach Südosten verspürt.
Deutsche Journalisten in England.
London, 23. Juni. Die deutschen Pressevertreter besuchten Stratford-on-Avon. Sie wurden auf der Bahnstation von dem Bürgermeister, den Stadtverordneten und den Kuratoren der Stratforder Shakespeare - Gedächtnisstatten empfangen. Nach dem Besuch von Shakespeares Geburtshaus legten sie in der Kirche am Grabe des Dichters einen Lorbeerkranz mit einer Schleife in den deutschen Farben nieder. Friedrich Dembnrg-Berlin feierte in einer An- spräche das Gedächtnis Shakespeares. Bei dem Frühstück' im Hause des Bürgermeisters wurde in verschiedenen Sieben der Besuch der deutschen Siedakteure gewürdigt. Sidney Lee, der Vorstand des Kuratoriums der Shakespearestätten, weihte sein Glas dem Gedächtnis Shakespeares und pries in beredten Worten die Hingabe und Verehrung, die Deutschland immer dem Könige der Dichter bewies. Mehrere deutsche Gäste dankten für den in England überall bereiteten Empfang. Bei der Besichtigung der bemerkenswerten Stätten von Stratford diente der Shake- spearedarsteller Benson den Gästen als Führer. (Vgl. die „Polit. Wochenschau.")
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Auslcnrd.
Paris, 23. Juni. Dem gestern hier weilenden italien. Mlnster Tittoni zu Ehren gab Minister Bourgeois ein Frlhiiück^dem Clemenceau und der englische Botschafter Sir Beivtin bewohnten. Tittoni hatte auch eine längere Unter- rcMing mit Bourgeois. Aus diesem Anlaß taucht wieder da» Gerücht auf, eine französisch-englisch-italienische EVtente über Abessynien werde demnächst abgeschlossen werden. Tittoni ist von hier nach London abgereist.
— Der Kriegsminister hat eine Untersuchung angeordnet über di.-Mergiftiingserscheinungen, welche in der Garnison von Melun durch Genuß verdorbenem K onservenfleisch (aus Chicago? D. Red.) aufgetreten sind.
Madrid, 23. Juni. Der Minister deS Aeußeren, Herzog ■üotl Almo dovar, ist heute nachmittag gestorben.
Ancona, 23. Juni. Der König und die Königin trafen nMBegleitung des Ministerpräsidenten Giolitti hier eini — In dem benachbarten Dorfe Castelferretti beschlag» nahmte die Sicherheitsbehörde in der vergangenen Nacht in eiijm kleinen Hause drei Bomben und nahm einige Ver- haÄungen vor.
Gablonz (Böhmen), 24. Juni. Alle öffentlichen Be- zrichnungen de>. Bismarck-Platzes wurden wegen der belr flehen ben Hierherkunft des Kaisers Franz Josef entfernt.^ Bierüber herrscht in der Bevölkerung lebhafte Er» regung^Dagegen wird die vom Bürgermeister und dem BezivkshNptmann gewünschte Entfernung der schwarz-rot- goldenen Dekoration infolge persönlichen Eingreifens des Ministers Prade nicht erfolgen.
Dteivi) orf, 23. Juni. Präsident Roosevelt beabsichtigt die Inhaftierung Rockefellers, Rogers und sonstiger Häupter des Oil-Trusts.
Zürich, 24. Juni. Unter Anklage der B omben- fabnkation und des Vergehens gegen das schweizerische Sprengmittelgesetz gestellte sechs Verhaftete sind teilweise anarchistische Terroristen. Hauptangeklagter ist Franz Blazek, ein Schneider auS Wien, em hervorragender Agitator der „Propagandisten für direkte Aktion". Ein anderer wegen anarchistischen Agitation Verhafteter Namens Müller aus Norddeutschland, ivar Präsident der hiesigen Gewerkschaft. — Das seit Jahren hier erscheinende Anarchistenorg an Weckruf hat sein E r i ch einen e i n g e it c 111.
Deutscher Reich,
। Kiel, 24. Juni. Der Kaiser nahm gestern mili- iRische Meldungen entgegen, darunter die des sranzö- siiehen Marineattaches, Contreadmiral des Jonquieres, der die sranzösische Marine-Nangliste überreichte, des Professors Dr. Helfrich, der zum Marine-Sanitätsoffi- ^Rkorps übergetreten ist und des Hauptmanns Vol- ftfpim nach seiner Rückkehr aus Südwestafrika. —Heute hielt der Kaiser Gottesdienst an Bord der „Hamburg" ab und begab sich später auf die Pacht „Meteor" zur Teil- niljme an der heutigen Wettfahrt des Norddeutschen Ne- ;att r-Vereins. An Bord des „Meteor" waren u. a. ge= aScn: die Marineattaches Frankreichs, Eng- ands, Amerikas und Japans.
Hamburg, 23. Juni. Eine Einigung der Liberalen ist nun auch in Hamburg erfolgt. Ter liberale Verein und der Verein der sreisin- nig en Volkspartei haben sich auf ein gemeinsames Programm für die hamburgische Politik geeinigt, daß jede Verkümmerung des Wahlrechtes verwirft in allen kommunalpolitifchen Fragen freiheitliche Forderungen aufftellte. — Mit dem Dampfer „Kronprinz" der Deutschen Ostafrika-Linie sind die Reichstagsabg. .V-runstermann, Kalkhof, Lehmann, v. Massow HM Schwarze nach Den tfch-Ostafeika abgereift. ,',l)nen schließe!: sich in Marseille die Abg« Dr. Arendt, v. Brockhausen und Dr. Dietrich an.
AMB erlin, 24. Juni. Zur Afsaire Puttkäm er MMrkt die „Germania", daß sie keinerlei Verbindungen stWMßamten der Kolonialabteilung habe und daß gehe 'me und andere 2ltt en stücke aus der Kolonial- ab teil urig nicht allein bei ihr nicht gefunden worden, feiern ihr auch überhaupt nicht zugegangen feien.
Gegen die Wahl des Sozialdemokraten Brey inuHannover fallen die vereinigten Ordnungsparteien PMest einzulegen beabsichtigen, weil die Wählerlisten unglaublich mangelhaft aufgestellt waren, daß in ci'izrlnen Wahlbureaus über 100 Wähler als nicht eingetragen zuMckgeschickt werden mußten. In einem einzigen Hause sind z. B. von 6 Wählern 5 nicht eingetragen gewesen. Selbst J<W> zehnte lang ansässige Bürger sind dadurch von der Wahl v :sgeschloffcn worden. Gegen diese von der Polizei besorgte Aufstellung der Wählerlisten will man Beschwerde beim Reichskanzler und beim Minister des Innern einlegen. Dazu schMibt der „Vorwärts":
Man rännte eigentlich von politischen BläNern so viel Kenntnis deSLll'ahlgesetzes verlangen, daß sie den Unsinn dieser Meldung ftwst erkennen könnten. Mangelhafte Wählerlisten sind kein Grund tun Wahlprotesl. Wer sich nicht um seine Eintragung kümmert, nicht beklagen, wenn er nachher nicht wählen bart.
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