Ausgabe 
24.9.1906 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

*

M Ö'

des

Handel

Frankfurter Bör*e. 24. September, 1.15 Uhr.

. . 98.70

Reichsanleihe

3% Portugiesen

III

125.00

244.00

Berliner Börse, 24.

1

145.10

V

gesunden

l

178.20

139.20

68.40

97.50

213.60

249.00

36.40

172.70

139.60

239.70

174.00

182.90

158.40

210.60

141.20

130.00

250.00

224.00

158.49

213.80

249.00

126.60

. 84 60

. 158.20

September. Anfangskurse.

Harpener Bergwerk. .

Laurahtttte ....

Lombarden E. B. . .

Nordd. Lloyd ....

Türkenlose .....

99.80

100.00

94.85

103.00

69.70

70.70

86.00

93.70

95.10

145.20

54.00

3X70 3^7»

86.55

98.75

86 50

98.30

Canada E. B. . . . Darmstädter Bank . Deutsche Bank . . Dortmunder-Union C. Dresdner Bank . .

Tendenz: lustlos.

327- 32

do.

Konsols do.

Hessen . . Oberhessen

4270 russ.Staatsanl. 1905 427a japan.1 Staatsanleihe 4 % Conv. Türken von 1903 Türkenlose......

42 Griech. Monopol-Anl.

42 äussere Argentinier .

370 Mexikaner . . . .

427o Chinesen . . . .

Aktien:

Bochum Guss.....

Buderus E. W . . . . Tendenz: ruhig.

Telefonisclhe Kursberichte

Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für und Industrie, Giessen.

Elektriz. Lahmeyer . . . Elektriz. Schnckert . . . Eschweiler Bergwerk . . Gelsenkirchen Bergwerk . Hamburg-Amerik. Paketf. Harpener Bergwerk. . . Laurahütte......

bewah

Nahrung für J

Vermischtes.

* Vo»n Vesuv und Aetna. Prof. Beuger, Direktor der Prager Sternwarte, hält einen neuen Ausbruch des Vesuv für wahrscheinlich. Er folgert dies aus dein Erscheinen neuer Sonnenflecken. Inzwischen kommen aus der Aetna- gegend auf Sizilien weitere Nachrichten über neue Erd­beben. Die Bevölkerung verläßt das Festland und begibt sich in Booten auf das Wasser. Auf der dänischen Insel Fehmarn wurden vier ziemlich starke Erdstöße verspürt. Schaden ist nicht angerichtet worden.

Hongkong, 22. Sept. Die Chinesen in San Fran­zisko haben 10 000 Dollar für die infolge des Taifuns in Not geratenen Chinesen gesandt. Auch der Norddeutsche Lloyd meldete eine ansehnliche Summe zur Unterstützung an. Es herrscht die Gefahr des Ausbruchs einer Epideinie, da die unbeerdigten sowie die im Wasser umherschwimmcnden Leichen die Luft verpesten.

*EinentsetzlichesLt)nchgericht, hervorgerufen durch Unsittlichkeits -Attentate von Negern auf weiße Frauen, fand in der Nacht auf Sonntag in Atlanta, der Haupt- stadt des nordamerikanischen Staates Georgia, statt. Die Weißen waren schon seit Monaten wegen verschiedener Attentate auf Frauen über Neger erbost. In der fraglichen Nacht kam die Erbitterung über die Schandtaten zum Ausbruch. Sobgld die Angriffe bekannt wurden, erhob sich das Geschrei:Tötet die Neger" und ein Blutbad wurde unter den Negern an­gerichtet. Wo sich ein Schwarzer blicken ließ, war er die Ziel­scheibe von Kugeln, Messern, Stöcken und Steinen. VielcNeger wurden zu Tode geprügelt. Die meisten wurden in Straßenbahnwagen angegriffen. Die Zahl der Toten wird auf etwa 30 angegeben, die der Verwundeten beträgt mindestens 100. Die meisten versteckten sich in den Kellern. Der Gouverneur Terrel beorderte 8 Kompagnien Infanterie und eine Batterie leichte Artillerie, um dem Morden Einhalt zu tun. Um Mitter­nacht waren noch 15 000 Weiße auf der Suche nach Negern.

* Kleine Tages chronik. In Berlin rourbc der Kassenbote Alfred Lange von einein Soldaten beobachtet, wie er einem Mädchen mit einer Schere ben Zopf abschni11. Der Soldat veranlaßte die Festnahme des jungen Mannes. Eine in seiner Wohnung vorgenommene Haussuchung förderte 19abgeschnittene Zöpfe zutage. Der Verhaftete behauptet, einem unwiderstehlichen Drange gefolgt 31t sein. In Hamburg erhängte Frau PliSka ihre beiden Söhne iin Alter von sechs und acht Jahren unb, verletzte sich lebensgefährlich, indem sie sich nut einem Diciftcr- messer die Pulsader ausschnitt. Die Kinder wurden gerettet, sind aber bedenklich krank. Auf einer Wiese in S ch w a b i n g bei München wurde eine Frauensperson mit durchschnittenem Halse t 0 t aufgesunden. Es ist dies binnen drei Wocheii schon der dritte Mord in München. In Brom berg gab der Tischlergeselle Freyer auf ein achtzehnjähriges Mädchei,, das sein Liebeswerben unerhört ließ, einen Revolverschuß ab, der jedoch sehlging. Freyer erschoß sich darauf selbst. In Marseille stieß ein von der

ttieö Wissenschaft.

Frankfurt, 22. Sept. Professor Jrilius S t 0 ck h a »r s e n, der berühnite Säiiger wid Gesangspädagoge, ist heute mittag um halb 2 Uhr nach kurzer Krankheit im Alter von 80 Fahren und zwei Monaten g e st 0 r b e n. (Einer unserer Franks. Mitarbeiter^ widmete dem Verstorbenen zu seinem 80. Geburtstage einen Ge< denkartikel. D. Red.)

Arbeiterbewegung.

Essen, 23. Sept. Die Siebenerkommission der Ruhr berg- ( c u t e hat einstimmig beschlossen, die Lohnfrage in Verbindung mit den inländischen und ausländischen Bergarbeiterverbänden neu zu regeln. Der Beschluß beweist, daß in offen wirtschaftlichen Fragen volle Einmütigkeit zwischen den Vergarbeiterver- bänden herrscht. Die politischen Unterschiede, die einer Verschmelzung zu einer großen Bergarbeiterorganisation heute noch entgegen- stehcn, werden cs nicht verhindern fönneir, daß in einem etwaigen Lohnkampse der Christliche Gewerkverein und die Hirsch Dunkerianer mit dem alten Verbände ebenso Hand in Hand gehen werden wie bei dem großen Januarstreik des vorigen Jahres.

Leipzig, 23. Sept. Eine Versammlung der Buchdrucker- und S ch r i f t g i e ß e r g e h i l f e n sprach sich für die Unter­stützung der Prinzipale bei der B e k ä m p f u n g des unlauteren Wettbewerbes ans. Sie erwartet dafür im neuen Tarif eine Verkürzung der Arbeitszeit und mehr Einfluß auf das Lehrlingswesen.

H a m bürg, 23. Sept. Die Möbeltransportarbeiter besinden sich seit einigen Tagen in der Lohnbewegung. Ta bisher keine Einigung erzielt werden kannte, müssen zahlreiche Familien, die umziehen wollen, vergebens aus den Transport ihrer Möbel warten.

Verviers, 22. Sept. In der vergangenen Nacht wurden gegen Wohnungen von Arbeitgebern zweiDyna mitanschläge verübt. Der hierdurch verursachte Materialschaden ist erheblich.

. 36.20

. 143.90

. 145.00

zum Turmm geeignetes Lokal zur Verfügung. Die Re­novierungsarbeiten in der hiesigen Kirche sind schon ziemlich weit vorgeschritten, sodaß wohl die Einweihung am 1. Advent d. I. erfolgen kann.

Bleichenbach, 22. Sept. Gestern rouvbe der Gemein de-Fischteich auf der Schönau abgelassen und ausgesischt. Die eingesetzten zweisommrigen Karpfen waren zu ganz stattlichen Tieren herangewachsen. Das Erträgnis war zufriedenstellend. Obwohl die Anlagekosten, 511 denen der Staat s. Zt. einen Beitrag leistete, ganz erheblich waren, ist nun doch die Rentabilität zur Genüge erwiesen. Der Teich ist klein. Die Ausbeute beträgt nicht ganz 3 Zentner L 70 Mark. Früher trug die Fläche wenig oder nichts ein. Der Absatz der Fische war etwas schleppend.

Homburg v. d. H., 23. Sept. Der Leiter der Kolonial­abteilung Dernbnrg ist hier eingctroffen und heute vor­mittag vom Reichskanzler zum Vortrag empfangen worden.

Meteorologische Beobachtungen

der Stativ»» Gießer».

2. Internationale Hundeausaussteltung.

0 G i e ß e n, 23. September.

In der früheren Mtien-Brauerei veranstaltete gestern der VereinHundesport für Gießen und Umgegend" seine 2. Internationale Ausstellung von Hunden aller Rassen. Nachdem am Samstagabend 9 Uhr im Vereinslokal Hotel Kaiserhof" eine gesellige Zusammenkunft und Begrüßung der Preisrichter und Gäste staltgefimden hatte, wurde am Sonn­tag früh 1/29 Uhr die Ausstellung durch den Vorsi^'.'.deu, Herrn Schwan, eröffnet. Um 9 Uhr begannen die Preisrichter ihres Amtes zu walten. Das Ergebnis ihrer Tätigkeit wurde am Nach­mittag an den Ständen der Tiere angeschlagen. Die Tiere fol­gender Besitzer wurden prämiiert:

In Mteilung Deutsche Doggen: 1. Preis und Ehren­preis Frau Kommerzienrat Gail-Rodheim a. B., 1. P.rsyn-Gießen, 2. Heise-Grünberg, I. Happel-Gießen, 2. Arthur Kall-Gießen, 1. L. Hanau-Gießen, 2. Ruppcl-Bürgel a. M., R. Nagel-Gießen, lobende Anerkennung W. Seipp-Gießen; St. Bernhards- hunde: Dreslcr-Elberseld, 1. und 2. Hanstem-Hanau, zwei 1. rrnd 2. Saner-Griesheim a. M., 3. Formhals-Großen-Liuden, 1. Rechenberg-Dietz, 1. und 2. Specht-Nürnberg, 1. Hanstein- Hanau, 2. und 3. Birk-Gelnhausen, lob. Anerkennung L. Döll- Gießen und Schellenberger-Wetzlar, 1. und 3. Schwalm-Nidda, 1. Stein-Bonn a. Rh., 2. und 3. H. Henkel-Gießen; Neufund­länder: zwei 1. Sackmann-Besenfeld, 1. Jäger und Krebs- Offenbach, 1. und 2. Willmann-Bisses, 2. L. Troß-Gießen, drei 3. O. Gutmann-Gießen, 3. §. Becker-Gießen; Leonberger: zwei 1. Fr. Deumer-Oberursel, 2. Dr. Löschbrandt: Russische Windhunde: fünf 1. und sechs 2. Fußhöller-Siegburg, 1. H. Jenhen-Gießen; Glatthaarige Windhunde: zwei 1. G. Weimar-Frankfurt, 1. und zwei 2. W. Loeb-Gießen: Deutsche Schäferhunde: drei Ehrenpreis, sieben 1. Blum-Braun­schweig, Hecker-Münden, Ticsenbach-Velbert, 2. und 3. P. Hom- berger-Gießen, hochlob. Anerkenmmg Vüchscnschüh-Lich, 1. Dah- mer-Ortenberg, zwei 2. V. Homberger-Gießeu, 3. Aug. Felsing- Gießen; Schottische Schäferhunde: Ehrenpreis und drei 1. Schultz-Wandsbeck, 1. H. Wiesner-Bad-Nauheim, 2. und 3. Fohr-Hadamar, hochlob. Anerkennung L. Bauer-Gießen, Krieb- Gießen, L. Loeb-Gießen, Nenl-Wetzlar, drei 1. Marx-Goldberg- Frankfurt, zwei 2. Katsch-Lüneburg; Kurzhaarige deutsche Vorstehhunde: zwei 1. Häuser-Gießen, zwei 1. F. Brück­mann-Virlar, 3. K. Weigandt-Gießeu, 1. Voß-Krumbach, 2. G. Bergen-Heuchelheim, 2. Schmidt-Krumbach, drei hochloh. Aner­kennungen W. Hamel-Gießen; LanghaarigedeutscheVor- stehhunde; zwei 1. O. Nuhn-Lollar, 1. H. Schadeck-Lollar, 2. H. Dornberger-Gießen; Draht haarige Vorstehhunde: 2. und 3. Prof. Dr. Olt-Gießen: Vointers: 1. Kitsch-Erpolz­heim; Irish Setters: 1. Schifsnie-Gießen, 2. Rechtsanwalt Grünewald-Gießen, zwei 3. Dorn-Frankfurt-Bornheim; Pudel: zwei 1. Heß-Offenbach, zwei 1. Liebler-Franksurt, 1. Mahler- Frankfurt, 1. und 2. Kramer-Frankfurt-Sachsenhauscn, 2. Heß- Hochl>eim; Spitze: 1. W. Arnold-Grüningen, zwei 1. Müllev-- Heidesheim, zwei 1. I. Schultz-Mainz, 1. und 3. Görlach-Frank- furt, 1. K. Belz-Gießen, zwei 1. W. Klippel-Darmstadt, Ehren­preis, zwei 1. und ein 2. Schäfer-Gießen, 1. und 3. Holbach- Altenkirchen, 2. K. Volk-Gießen, 3. Riltcr-Grünberg, 3. Dönges- Rodheim a. B.; Deutsche Boxer: 1. und 3. Nissen-Berge­dorf, 2. Gönnewig-Siegen, zwei 2. Leuthold-Hanau, zwei 3. Bar­tholomäus-Bebra ; Bulldoggen: 2. B. Frankenstein-Frank­furt, 3. Vogt-Wenings, 1. und 2. L. Hamel-Gießen; Deutsche rauh haarige Pinscher: zwei 1. K. Gaul-Frankfurt, zwei 1. Brodt-Wiesbaden, zwei 2. H. Puth-Gießen, Hochlob. An­erkennung Harnickel-Gießen; Airedale-Terriers: 2. Leut­nant Ebel-Gießen, 2. und 3. B. Büttner-Gießen, Hochlob. Aner­kennung Büttner-Gießen und X Kortüm - Gießen; Fox­terriers: zwei 1. Groß-Kassel, zwei 2. und ein 3. Krauß- Vadenburg, 2. W. Hilgardt-Gießen, 2. Gießel-Fulda, Reserve­preis Frau Reg.-Rat. Buchinger-Gießen; Dachshunde: 1. und 2. H. Sälzer-Frankfurt, zwei 1. K. Asbeck-Hamm, 1. Bernhardt- Bendorf, 1. und 2. Jeltrup-Güsten, Ehrenpreis und zwei 1. I. Büttner-Frankfurt, hochlob. Anerkennung A. Klingspor-Gießen; Zwerghunde: sechs 1. und 2. G. Mohr-Wiesbaden, zwei 1. W. Karste-Offenbach, zwei 2. Horvinus-Frankfurt, 3. L. Lemme- Gießen, 3. W. Lotz-Gießen, hochlob. Anerkennung Th. Schlörb, V. Gonter und F. Klenker-Gießen; Z w e r g s chn au z er: zwei 1. Schirmer-Frankfurt, zwei 1. Riehl-Frankfurt: Zwerg- Aff e n p i n s ch e r: 1. I. Kalter-Berlin; Windspiele: 3. Hisgen-Montabaur, 1. Schäfer-Schwetzingen; Möpse: W. Reich- Kassel; Zwergspitze: Ott-Frankfurt; Andere Zwerg­hunde: 2. Schäfer-Kassel, 3. W. Hamel-Gießen.

Die Ausstellung war sehr gut arrangiert und den ganzen Tag über äußerst stark besucht. Der erste Preisrichter I. Berta-Erfurt hob dies auch in einer Ansprache nach der Preisverteilung hervor und beglückwünschte den.Gießener Verein zu dem schönen Verlauf und guten Erfolg der 2. Internationalen Ausstellung.

Berliner Handelsges Darmstädter Bank . . Deutsche Bank . .

Deutsch-Asiat. Bank . Diskonto-Kommaudit. . Dresdner Bank . . Kreditaktien . . . .

Baltimore- und Ohio-

Eisenbahn , . a

Gotthardbahn . . . .

Lombard. Eisenbahn .

Oesterr. Staatsbahn . . Prince-Hcnri-Eisenbahn

Nordd. Lloyd

Oberschles. Eisen-Industrie 131.00

Nichts rc handelspo einigten L ber Absert brikaiitcn amts M ui vorgezogen, W ten an das ei schiverdesührer, will, loszuwer überhaupt für aus allen stui brikanten gege dem Präsident neigt, den Mi gegen d:e a m zottvelitn nichts ro ii 11 den dechcljen allerdings, ba so klug waren, Die Depu tvmn endlich besümmngen setzung war, 1 vollen front)cn amerikanische ( fad) die Vera gierungsvorlw verabschieden soll sich mit und nur um haben. Was zeigt, daß ei Deutschla Leider dürst! Sache durch deutschen , ung erleiden Die £mi. sondern auch bluffen", die bilfomatie. Un, sich jii einem ß lani) leinen 'Sajlr.ngtonee Rc beieit jein sollte, muh Tie Her Deutschland oder Ungnad Mittel eines Z 0 seiner Ausfuhr, kulieren aus selben Deut abkommens am setzten und d Zusicherung, na Zollkrieg wäre Länder, und es dntcklich genug vichresefport vo einem Zollkrieg A?ies die poli irark mtere, fiert Die deut,chcn F8 gegenüber d ,^?tsacl« hetrofi unmutig ^rhilten der Wc überhaupt der 3 Mrtritt. L

Woche MC

bruderei. & fRebalüon.^ m und Druc

Schulst^

Redaktion e

Verlag u.Expc

Adresse h«

«nzeilier«

Hauptversammlung des hessische» Landesgewcrbevereins.

(Original-Bericht des Gießener Anzeigers.)

-n. Oppenheim, 23. Sept.

Das schön gelegene Nheinstädtchen hatte zu Ehren des hessischen Handwerks und seiner Repräsentanten Flaggenschmuck angelegt. Und das freundliche Gesicht, das es den mehr als 300 Vertretern zeigte, bot auch die heutige Tagung, die mit einer Sitzung des Ausschusses des Landesgewerbevereins im Gasthaus Hilbig begann. Den Vorsitz führte Negierungsrat Noack. Auf seine Begrüßungsrede dankte der Vertreter der Negierung, Ministerialrat Dr. U sing er. Er verneinte die durch Schaffung der Handwerkskammer aufgeworfene Frage, ob nicht die Zentralstelle für die Gewerbe überflüssig ge­worden sei, ganz entschieden. Ihre Hauptaufgabe habe die Zentralstelle stets in der Förderung des gewerblichen Unter- richtswesens gesucht und in der Erfüllung dieser Aufgabe vorbildlich in Deutschland gewirkt. In dieser Bahn gelte es weiter zu arbeiten. Weitere Begrüßungsansprachen hielten Kreisrat Dr. Heeg, Bürgermeister Schmidt, Gewerberat Falk von Mainz für die Handwerkskammer Darmstadt und der Vorsitzende des Ortsgewerbevereins Oppenheim, Adam Becker. Die Tagesordnung leitet Negierungsrat Noack ein mit dem Tätigkeitsbericht des hessischen Landesgewerbe­vereins und der Zentralstelle. Er berichtet auch über die Tätigkeit als Vorort des Verbandes deutscher Gewerbevereine, namentlich Durchführung des Handwerkergesetzes. In der längeren Besprechung, die dem Bericht folgte, ergriffen Kreis­techniker Becker- Wörrstadt und PfandhauSverwalter Heiles- Offenbach das Wort. Die vorgebrachten Wünsche sollen Be­rücksichtigung finden. Zweiter Punkt der Tagesordnung war die Bestimmung des Ortes für die nächste Hauptversammlung in der Provinz Oberhessen. Da hierzu Vilbel seinen Antrag zurückgezogen hatte, wird Schlitz mit Mehrheit gewählt. Außerdem kam noch Grünberg in Frage. Der sehr inter­essante Vortrag des Lehrers Selbst-Oppenheim über Ge­werbe und Handwerk in der ehemaligen Reichs­stadt Oppenheim fand beifälligste Aufnahme. Sodann referierte Rechtsanwalt Calm an-Alzey über Sicherung der Bauforderungen. Die Fälle von Verlusten, die namentlich in Großstädten über das Handwerk herein­gebrochen ist, mache die Lösung dieser Frage stets drin­gender. Sie ist jedoch ungemein schmierig. Der Landes­gewerbeverein dürfe mit Genugtuung konstatieren, wie seine ursprünglichen Vorschläge jetzt auch vom Verband deutscher Gewerbevereine aufgegriffen worden sind. Im großen und ganzen -folgt diesen Vorschlägen auch die dein Bundesrat zu­gegangene Vorlage der Neichsregierung, wenn sie auch manche Wünsche unerfüllt läßt. Drei Nachteile erheischten jedoch unbedingt Abstellung. Einmal der § 11, der dem Nachmann de? Unternehmers die Beweislast bezüglich Insolvenz auf- erlegt, dann die niedere Fixierung der Konzessionstaxe und schließlich die Beschränkung auf die Städte und ihre Außen­bezirke. Die Vorlage müßte auch für Umbauten und bereits bebaute Baustellen im Stadtinnern gelten. Ebenso bedauerlich sei e§, daß das flache Land unberührt bleiben soll, denn auch hier hat ein ungesundes Bauspekulantentun» bereits seine Fang- arnw ausgestreckt und es bedarf gleicherweise die ländliche Bautätigkeit des Schutzes. Wenn inon nun auch mit der Unmöglichkeit des vollen Schutzes rechnen müsse, so sollte man nun doch die Kaution höher als vorgeschlagen fixieren. Das Wünschenswerteste wäre wohl eine Bemessung auf ein Drittel der Bausumme. Indessen darf man hier nicht den Bogen zu straff spannen. Hier müsse erst die Erfahrung lehren. Immerhin sollte man eine unterste Grenze etwa zwischen ein Viertel und zwei Fünftel durch Gesetz festsetzen und die Möglichkeit offen lassen durch Ver­ordnung für gewisse Umstände diesen Satz erhöhen zu können. Alles in allem hat die Vorlage zwar ihre Mängel, sie gibt aber doch eine brauchbare Unterlage für ein gutes Gesetz, das zu schaffen hoffentlich gelingt. Die auch vom Verband deutscher Gewerbevereine angeführten Leitsätze werden wider­spruchslos angenommen. Sie lauten:

Die Versammlung begrüßt die Vorlage betr. Sicherung der Bauforderungen als geeignete Grundlage zu einer Verständigung über den notwendigen Schutz des Baugewerbes. Sie hegt aber erhebliche Bedenkeu gegen die durch § 11 dem Nachrnauu des Unternehmers auferlegte schwere Beweislast und vor allem gegen die niedere Fixierung der zur Abwendltug der Hypothekareintragulig Itattyaften Hinterlegung. Im übrigen verweist die Versammlung auf me früheren in Kassel und Kaiserslautern vom Verband deutscher Gewerbevereine gefaßten Beschlüsse und hält an der Forderung

? auch die Bautätigkeit bei Umbauten, welche Neilbaiilen gleichstehen und bei Neilbaiilen außerhalb der von der Laiide^- gesehgebung bestimmten Baubezirke einen weiteren gesetzlichen Schuß rm Sinne der Kaiserslauterner Vorschläge enthält.'

Ueber den Stand des gewerblichen Unterrichts­wesens m Hessen berichtet Olewerbeschulrat Meyer aus Darmiladt. Darnach haben sich alle gewerblichen Schulen gedeihlich entwickelt. Zu beklagen sei hier und da eine gewiße Lässigkeit in der Ortsschulaufsicht, die kleinlichen Be- ' denken (Verlust von Schülern) entspringe. Es müsse unbedingt : auf pünktlicheren Besuch und nur möglichst einmalige Auf­nahme der Schüler im Jahre gesehen werden. Die'Tages- ordnung war damit erschöpft. Ein gemeinsames Mittagessen 1 in der Wictschaftshalle auf der Landskrone schloß sich an.

* V ' - -T<- \

iur Q.

lebens Vtlcbtg

^acht, ^ulosk

be-m

d?s neue rn d Karint Veh ^gehend b fofato berbrei W bcleS^ d ubertrWet bic

Ä,;

^|E 8eriialrnc ei:

4% Öesterr. Goldreute. . 4*/$ Oesterr. Silberrente 49o Ungar. Goldrente . . 4?» Italien. Rente . . .

3% Portugiesen Serie I .

Familie des Multi-Millionärs Schmidlapp aus Cilwirmti ge­mietetes Automobil mit einem Lastwagen zusammen. Hierbei erlitt die 19 jährige Tochter Schmidlapps eine schwere Verletzung, die ihren Tod herbeiführte. In Chile hat sich auf dem Vul­kan Chillon ein neuer Krater gebildet. Gelehrte glauben, daß ein vulkanischer Ausbruch bevorstehe. Meldungen aus Senegambieii zusolge sind bei den Ueberschwemmungen, über 10 0 Eingeborene u m g e k 0 m m en. Der Schaden be- läiüt sich auf 3 Millionen Francs. In München konnte am' 21. d. M. die Vorstellung im Hoftheater nicht stattfinden, da es trotz dreiviertelstündiger Bemühungen nicht gelang, den eisernen Vorhang zu heben. Am 22. Sept, wurden auf dem Haltepunkt Dedensen (Hannover) zwei Reser- vi ft en überfahren und sofort getötet. Dieselben gelang­ten bei geschlossener Schranke auf den Bahnkörper und wurden von dem aus der Richtung von Wunstorf kommenden Zuge er­faßt. In der Oelfabrik Groß-Gerau in Bremen^ brach Feuer aus, das sämtliche, dem Holzhafen gegenüberliegende Gebäude zerstörte. Die dahinter gelegenen Lagerschuppen, das Verwaltungsgebäude, die benachbarten Holzschuppen ebenso wie mehrere andere in der Nähe befindliche Schuppen konnten ge­rettet werden. Das Feuer wütet besonders in den Kellerräumen noch fort: die Feuerwehr oewonn ieboefi Gewalt darüber.

rrnZvevtzitäts-Naehrrchten.

Die Technische Hochschule zu Karlsruhe ernannte den Großhofmeister v. Brauer und den Minister Schenkel zu Jngenieurdoktorei» honoris causa.

Privatdozent Dr. r m s in Tübingen hat den Ruf nach Jena auf den Lehrstuhl für Nationalökonomie und Sozial­politik angenommen.

Höchste Temperatur anr 22.-23. September = 4- 14,80 C.

Niedrigste 22.-23. + 10,6 C.

Handel nnd Verkehr, Volkswirtschaft.

Reichsbank. Wir haben vor kurzem mitgeteilt, daß das Direktorium der Bank aus der Bankengruppe ausscheiden wolle, die sich zur Regelung des Kurses der neuen Neichsanleihe gebildet hat. Nun meldet derB. B. C.", daß ein diesbezüglicher Beschluß noch nicht gefaßt ift und in dieser Sache eine Entscheidung Wohl erst in der nächsten Sitzung der Bankengruppe am 15. Oktober kommen werde, und wenn dann der Mistritt erfolge, so geschehe dies doch erst zum Jahresschluß. Wir haben darauf aufmerk­sam zu machen, daß auch in dem damaligen Artikel mit keinem Worte gesagt wurde, daß die Reichsbank ihr Ausscheiden sofort durchführen wolle: das Geaenteil wurde angegeben.

Wrb ton einec. J ^ktoberhch L JW« Wffi

September

1906

Barometer am 0° reduziert

Temperatur der Snit

Absolute Feuchtigkeit

Relative Feuchtigkeit

Windrichtung

tc

l

Wetter

23.

2»s

753,0

14,2

11,4

95

Still

Regen

23.

9"

754.0

11,0

9,0

92

N

2

Heller Himmel

24.

^35

757,3

10,0

7,3

80

NE

2

Bew. Himmel