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25.6.1906 Erstes Blatt
 
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Nr. 146

Erscheint täglich außer Sonntags.

Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mir dem hessischen Landwirt die Siebener Familien- blätter viermal in der Woche beigelegt.

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Erstes Blatt

156. Jahrgang

Montag 25. Juni 1906

GiehenerAnzeiger

General-Anzeiger "

Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gießen

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Verantwortlich lür den poltt. und allgem. Teil: P. Will ko' füt .Stadt und 2anb" und Gerichtssaal": Ernst V e b ", stir den An- zergcnteil: HanS Beck.

Iie heutige Yummer umfaßt 10 Seiten.

politische Wochenschau.

PW. Gießen, 25. Juni 1906.

In der vorigen Woche tauchte wieder einmal das (Äc- Imcht auf und behauptete sich trotz energischen Dementis, daß eine Begegnung Kaiser Wilhelms mit den: Zaren bevorstehe, und zwar im Anschluß an die Rückkehr des Kaisers von seiner Nordlandsreisc Ende Juli auf deutschem Boden, entweder in einem Ostseehafen oder in Darm­stadt. In unserer Landeshauptstadt allerdings ist davon bisher noch keinerlei Notiz genommen worden. Auch von einer Zusammenkunft Miser Wilhelms mit dem Könige Eduard von England lvar neuerdings die Rede. Die Be­gegnung .soll angeblich in Verbindung mit der Reise des englischen Königs nach Marieubad geplant sein. Fest steht indes einstiveilen nur die Zusammenlunft Kaiser Wilhelms mit Kwrig Haakon, dem der deutsche Kaiser seinen auf zwei Tage berechneten Besuch für Anfang Juli in Dront- heim angesagt hat. An der Krönungsfeier des nor- lvegischen Königs hat Prinz Heinrich als Vertreter des deutschen Kaisers teilgerwmmen.

Der deutsche Redakteurbesuch in England bildet nach dem Urteil zahlreicher deutscher Journalisten das bemerkenswerteste Ereignis aus dem (Gebiete der aus­wärtigen Politik der. vergangenen Woche und wird auch noch dieser Woche in vielen deutschen Zeitungen ihr Gepräge verleihen.England steht gegenwärtig unter dem Geiste Deutschlands mehr als je zuvor", schrieb ein englisches Blatt. Die fünfzig deutschen Redakteure aller Parteirich­tungen sind in Southampton und in London feierlich empfangen worden. Auch die engt Presse äußert sich im großen ganzen sehr sympathisch über den Besuch. Ein end- giltiges Urteil über das Gelingen der Idee kann erst die Zukunft fällen, da ja auch bereits eine Gegeneinladung der englischen Journalisten nach Deutschland erfolgt ist. Es will uns scheinen, als ob die klugen Engländer die zum Teil bisher recht englandfeindliche deutsche Presse durch Liebenswürdigkeiten, ungewöhnliche Ehrungen und schmeich­lerische Worte ködern wollen, indem sie ihr heiße Freund­schaft Vorspiegeln. Jedenfalls ist heute il E. die Gefahr- vorhanden, daß der in einzelnen deutschen Blättern zutage getretene Englandhaß einer Englandbegeisterung weichen wird. Das aber wäre ebenso schädlich wie die bis­herige unkluge Hetzerei. Weise Mäßigung, fachliche Ruhe und kluge Beobachtung im Verkehr mit England sind jeden­falls heute wie vordem am Platze. Tatsächlich hat das schlaue Albion unsere völlige Isolierung zu­stande gebracht. Das dürfen wir nimmermehr vergessen. Und die deutsche Presse darf sich durch bestechende Lie­benswürdigkeiten nicht blenden iint> leiten lassen. Wir zweifeln durchaus nicht daran, daß namentlich unsere offi­ziösen Pressevertreter nach ihrer Rückkehr aus England überströmen werden von Englands Treue und Biederkeit. Vor dem Glauben an derartige -Preßäußerungen aber warnen wir schon heute. Einsames Reisen in England mit offenen Augen ohne feierliche Begrüßungen und üppige Diners in prunkvollen Lordpalästen wäre deutschen Jour­nalisten jedenfalls erheblich lehrreicher als alle diese Festi­vitäten von eitlem, trügerischem Schein. Die englischen Ein­ladungen abzulehnen, war freilich nicht angängig, wäre beleidigend gewesen. Den ganzen Veranstaltungen aber darf man keinen anderen Wert beimessen als den, daß wir daraus wieder einmal aui'die Schlauheit Eng­lands unsere Schlüsse zu ziehen haben, das auf diese überaus gerissene Weise die deutsche Presse zu seinen Gunsten umzustimmen sich eifrig an­gelegen sein läßt, um der öffentlichen Meinung in Deutschland Sand in die Augen zu streuen über seine eigentlichen, nichts weniger als selbst­losen Zwecken nd Ziele!!

Eine sonderbare Nachricht kam ferner von dem süd­westafrikanischen Expeditionskorps; derVorwärts" er­zählt von angeblichen ter eien. Eine amtliche Auf­klärung ist am Samstag erschienen; sie verzeichnete zwei Fälle von Meuterei, die zu fünf Todesurteilen führten. Die amt­lichen Mitteilungen sind indes noch nicht vollständig. Begreif­licherweise hat das deutsche Volk das größte Jntcreste daran, zu erfahren, was in Südwestchrika vor sich geht, tuicfo die Ausschreitungen und die schweren Bestrafungen erfolgt sind und ob Besserung der Zustände bewirkt wird. Auch die wiederholt laut gewordenen Klagen über den Verbleib der Liebesgaben sollten endlich einmal untersucht werden. Man sammelt hierzulande Geld und Gaben, um den deutschen Soldaten den schweren Kampf zu erleichtern, und kann ver­langen, zu erfahren, wie die Verteilung der Gaben voll­zogen wird. , _ .. . -

Starkes Befremden erregte m weiten Kreyen und ui einem großen Teile der Presse die Maßregelung des Pfarrers Korell durch das hessische Oberkonsistorlu.u Wir dagegen stimmen diesmal darin mit einer Anzahl von Blattern überein (mit denen freilich nur selten zusammen zu marschieren unsere Ueberzeugung uns gestattet), daß Pfarrer Korell das rechte Wort zur rechten Zeit zu sprechen unterlassen hat. Niemand konnte natürlich von Ihm verlangen, daß er nach der Hauptwahl osten sich oiif die Seite derer um Dr. Stein stellte, die ihn über alle Maßen heftig befehdet hatten. Aber er hatte u. E. die unbedmg c Pflicht, seine Wähler zur Wahlenthaltung auf- zufordern. Der berufene Diener Gottes darf doch unter keinen Umftiinben vor dcr O-fs-nlüchk-it Begünstige- der^Sozial- demokratie sein oder auch nur zu sein scheinen. solcher

aber mußte er in weiten Kreisen angesehen werden, als er nicht ausdrücklich sich gegen den Wahlaufruf seiner Partei erklärte. Kirche und Politik sind nun einmal schwer verein­bare Betätigungsgebiete, und wenn die katholische Geistlichkeit in Bayern sich dazu hergicbt, Arm in Arm mit der Sozial» demokratie gegen den Liberalismus aufzutreten, nur um die Macht in den Händen zu behalten, so ist das eine Gesinn­ungslosigkeit, gegen die die evangelische Geistlichkeit die Pflicht hat, durch stärkste ostentative Abwendung von der Sozial­demokratie Front zu machen.

Die Schulkommission des preußischen Herren­hauses Hut die zweite Lesung des Schulunterhaltungs- geseheS beendet und einen Beschluß gefaßt, der die Frage der Lehrer- und Ncktorenberufung in völlig neuer Weise regelt. Danach soll in Städten mit mehr als 25 Schulstellen die Wahl der Lehrer und Nektoren durch die Gemeinden, in den übrigen Schulverbänden die Anstellung aller Lehrer durch die Schulaufsichtsbehörde geschehen. Weitergehende Rechte der Gemeinden sowohl hinsichtlich der Lehrer wie der Rektorcnwahl sollen in allen Schulverbünden aufrechterhalten bleiben. Der Beschluß ist eine Kombination der von den Bürgermeistern und den Konservativen in der ersten Lesung gestellten Anträge. Er wurde einstimmig gefaßt. ES fragt sich, wie der Kultusminister sich zu dem Antrag stellen wird, der im Abgeordnetenhaus bis zum Schluß auf einer differenziellen Behandlung der Lehrer und Rektoren bestand. Außerdem wurde auf Antrag Kirschner-Berlin beschlossen, daß Städte mit mehr als 27 Schulstellen nur mit ihrer Zu­stimmung einem Gesamtschulverband zugeteilt werden können. Das gesamte Gesetz wurde schließlich mit 13 gegen 2 Stimmen angenommen. DaS preußische Abgeordnetenhaus tritt am 30. Juni zusammen, um im Juli die Schulvorlage in der Fassung de§ Herrenhauses zu prüfen.

Der Hügerprozeß ging m der vergangenen Woche zu Ende. Der Oberst wurde auf Grund des § 51 des Reichsstrafgesetzbuchs freigesprochcn. Der größere Teil der Schuld in der Hügcr-Affäre liegt offensichtlich an dem System, da§ in der Stellenbesetzung bei den höheren Offizieren in der Armee zur Verwendung gelangt und nicht genug die individuelle Eigenart des Offiziers sowie die Möglichkeit, mit der zur Verfügung stehenden Kraft auf dem anbefohlenen Arbeitsgebiet ersprießlich, zu wirken, berücksichtigt. Man hätte den Obersten Hüger nicht in eine so exponierte Situation bringen dürfen. Daß er dort scheitern mußte, hätte von vornherein klar sein können. Hoffentlich werden in Zukunft die Aufgabenkreise mit der Befähigung mehr in Einklang gebracht.

Vorgänge auf kolonialem Gebiet hielten die Gemüter in lebhafter Erregung. DieFreis. Ztg." veröffentlichte einen Auszug aus dem Geheimbericht des Geh. Legationsrats Rose an den Reichskanzler, worin angeblich zur persönlichen In­formation des Fürsten Bülow eine Reihe von Gründen an­geführt war, welche die Einleitung eines Disziplinarverfahrens gegen Puttkamer als unrätlich erscheinen ließen. Die Staatsanwaltschaft veranlaßte daraufhin eine Haussuchung in den Räumen derFreis. Ztg.", die natürlich resultatlos ver­lief. Es wurde nach dem Beamten, der die Indiskretion der Uebcrmittelung des Geheimberichts an das freisinnige Blatt begangen habe, gefahndet.

Die von uns am Samstag wiedergegebene Mitteilung derRordd. Allg. Ztg." über die Kolomal-Jndiskrctionen berührte nicht, wie jetzt dieNat.-Ztg." hervorhebt, die Be­hauptung derFreis. Ztg.", daß in dem Bericht des Geheim­rats Rose auch auf eine Begünstigung der Esser'schen Gesellschaften durch den Gouverneur von Piittkanier Be­zug genommen worden sei. Hieraus sei, derNat.-Ztg." zufolge, nicht zu schließen, daß die Meinung, illegitime Be­ziehungen hätten zwischen dem Gouverneur und den ge­nannten Gesellschaften bestanden, zutreffend ist. In der Tat enthält der Bericht, wie derNat.-Ztg." mitgeteilt wird, nichts, was diese Auslegung zuläßt.

Kaiser Franz Josef begab sich zum Besuch der böhmischen Ausstellung nach Reichenbcrg, wo er mit Enthu­siasmus gefeiert wurde. In Reichenberg, wo auch die tschechischen Minister Pazak und Forscht zu einer Soiree beim Baron Liebig waren, sagte Pazak, es sei im Geiste des Pro­gramms der neuen Regierung, einen Ausgleich zwischen den beiden Nationalitäten anzustreben. Damit wäre ein großer Erfolg der nationalen Minoritäten erreicht, die stets die größten Schwierigkeiten zur Bekämpfung des nationalen Friedens gebildet haben. Pazak hielt seine Rede in sehr versöhnlichem Tone. Ebenso sprach Forscht. Wie aus tsche­chischer Quelle verlautet, soll nach der Rückkehr beS Kaisers aus Reichenberg eine allgemeine Amnestie für politische Vorgeben, die mit den Wahlrechtsdemonslrationen im Zu­sammenhang stehen, erlassen werden.

Der griechisch-rumänische Konflikt ist noch nicht beigelegt. Die9L Fr. Pr." veröffentlichte eine Unterredung eines ihrer Mitglieder mit dem rumänischen Minister des Aeußeren, General Lahovary, der auf der Durchreise aus Paris in Wien angekommen ist. Er teilte mit, er J)übe in Paris von Bourgeois die Erklärung erhalten, daß Frank­reichs Sympathlcen für Rumänien seien, und daß Frankreich bereit sei, sich einer Aktion der Mächte gegen Griechen­land anzuschließen, da Rumänien in Mazedonien die Inte­ressen der europäischen Mächte vertrete. Die Ordnung in

H

Mazedonien werde nur durch Griechenland gestört, da hinter den griechischen Banden zweifellos die griechische Regierung stecke. Europa könne dem Treiben Griechenlands in Maze­donien nicht länger ruhig zusehen.

In Rußland sind neue Militärrevoltcn, Agrarunruhen und ArbeiterauSständc an der Tagesordnung. Ein rlissischer Zollbeamter brachte zur deutschen Grenze das Gerücht, daß die Juden in Bjelostok ein Christen-Mafsakrc vor­bereiteten. Unter diesen Umständen wächst die. Furcht vov neuen dunklen Plänen in Bjelostok. Etwa 80 Arrestanten deS Gefängnisses von L'Goiv im Gouvernement KurSk ver­ließen einfach daS Gefängnis. Der Landpolizei wurde be­fohlen, auf die Ausbrecher zu schießen, die Polizisten weigerten sich aber, dem Befehle nachzukommcn. Die Arrestanten hielten vor dem Gefängnis ein Meeting ab und beschlossen, nur die strafgerichtlich Angeklagten sollten wieder ins Gefängnis zu- rückkehren. Alle anderen, 35 an der Zahl, begaben sich nach Hause und hinterließen der Polizeiveiwaltung ihre Adreffe. Eine große Menschenmenge geleitete sie mit Fahnen und unter Gesang nach Hause. Keine Amnestie, keine Aufhebung der Todesstrafe ist erfolgt. Furchtbare Grausamkeiten wurden bei der Inquisition gegen die Revolutionäre in Riga verübt, überall herrscht im Zarenreiche Haß und Erbitterung und eine neue größere radikale Flutwelle beginnt soeben einzusetzen.

potttische Lagesscharr.

Die Maßregelung des Pfarrers Korell durch daS Ober-Konsistorium sindet nicht den Beifall der Rationallib. Korrespondenz. Sie erklärt:

DaS Oberkonsistorium macht mit seinem disziplinarischen Vor­gehen, ziunal der Verweis nach der formellen Seile auf recht schivachen Füßen steht, Pfarrer Korell nur zu emerArt politischem Märtyrer mid liefert der sozialliberalen Agitation solch reichliches Wasser auf die Mühle, wie die eigenen schwachen Kräfte des Sozialliberalismus im Darmstädter Kreise es schwerlich jemals vermocht hätten.

Die alldeutschen Leipz. N. Nachr. legen das Schwer­gewicht auf die Frage, ob der Geistliche sich überhaupt politisch betätigen solle. DaS Blatt wünscht zwar freien Spielraum, damit die Behörde in der Beschränkung deS Geistlichennicht zu weit geht", ober man dürfe die Grenze für die Behördeauch nicht zu eng ziehen".

Demgegenüber fragt die freis. Weser-Ztg.:

Wäre dieser Verweis and) erfolgt, wenn Pfarrer Korell als konservativer oder agrarisch-antisemitischer Agitator ausgetreten wäre? Diese Frage wird in allen liberalen Kreisen verneint- Also eine Maßregelung wegen der politisd)en Gesinnung.

Tas Leipziger Sozialistenblatt benutzt, seinem extremen Standpunkt entsprechend, den Fall Korell zu einem Appell an die Arbeiter, schleunigst aus der Kirche zu treten. Ter Darmstädter Verweis bestätigte mit dankenswerter Rückhalt­losigkeit, daß Staatskirche und Sozialdemokratie zwei Dinge sind, die sich schlechterdings nicht miteinander vertragen. Die Leipz. Volksztg. fährt fort:

Offener kann kaum erklärt werden, daß die Kirche heute nichts anderes ist und aud) für nicht? anderes gehalten sein will, als für ein Machtinstrument in der Hand der herrschenden Klassen, ein Mittel zur brutalen Niederhaltung des für seine Befreiung kämpfenden Proletariats. Sache der Arbeiterklasse ist es, aus dieser Situation die erforderlichen Konsequenzen zu ziehen und auch äußerlich jede Gemeinschaft mit dieser Slaatskirche aufzugeben.

Antisemitische Kämpfe in Rinteln-Hofgeismar.

J»i Reichstagswahlkreise Hofgeismar-Rinteln ist, nachdem die Sozialdemokraten ihren früheren Kandidaten Vet­terlein wieder aufgestellt haben, die Kandidatenliste nunmehr wohl abgeschloffen. Es haben schon Zusammenstöße zwischen den Agitatoren beider antisemitischen Richtungen statt­gefunden. Besonders hat die Reformpartei ein Artikel des Liebermann v. Sonnenbergschen Organs verstimmt, in dem die Kasseler Agitatoren derFreideutschen" so nennt sich die radikale antisemitische Richtung jetzt in Kurhessen also charakterisiert werden:

Tas sind nämlich so einige Uebermenschen, die sich für aus- ersehen halten, den schmählich verratenen Antiseini- l ismus an5 dem de utfchsozialen Sumpfe herauszu­ziehen, ivozii ihiien mzivischen der offizielle Segen derReformpartei- jitteil geworden ist. Jetzt habeii wir es also aud) mit einem reformerischen Gegner zu tim. Uns kann es nur recht sein, wenn diese Herren allesamt den Freunden im Lande einmal ganz hand­greiflich zeigen, wie notwendig seinerzeit die Trennung von ihnen war, und wir fürchten and) nicht, daß solche K i nd e r st r ei ch e noch viel Unheil nnridjtcn können. Aber die eine Folge werben und sollen sie haben: Wir werben bieser Querulanten- qruppe burd) positive Arbeit zeigen, baß wir stark, und baß sie es nicht siub. Wir wollen ihnen die Neigung zu größeren D u m mheiten recht gründlich und möglichst ein für allemal austreiben/

DieHessische Rundschau", das Organ der Reformpartei, revanchiert sich für diese Angriffe durch einige boshafte Be­merkungen gegen Liebermann v. Sonnenberg.

Tie Behauptung, eigentlid) sei nicht Abg. Werner, sondern Herr von Liebermann in den Jahren 1890 und 1893 der Sieger im Wahlkreise Rinteln-Hofgeismar-Wolihagen gewesen, faiut bei allen Kennern der Verhältnisse nur Helle Heiterkeit auslösen. Wir lassen selbstverständlich einem alten Herrn, der aut seine Art ganz tapfer, wenn aud) ohne wesentliche Erfolge, im Leben gekämpft hat, gern das Vergnügen, sid) den Rest seiner Tage mit holden Illusionen unb harmlosen Renommistereien zu versüßen/ Zum Schluß beißt es:Tie verleumderische W u t derdeutsch-sozialen Blätter" wirb uns nicht baran hindern, auf dem betretenen Wege zum Siege zu jd)reiten."

DieDeutsche Hochwachl", das Organ desDeutschen VolksbundeS", der mit einem Male eine auffällige Hinneigung