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24.9.1906 Erstes Blatt
 
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Erstes Blatt

General-Anzeiger

156. Jahrgang

Montag 24. September 1906

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Nr. 224

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Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Gießener Familien» blätter uieniml in der

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Rotationsdruck u. Ver­lag der Arü h l'schen Univers.-Buch-u.Stem- druckeret. R. Lange. Redaktion, Erveditioa und Druckerei:

Schul st raße 7.

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Adresse für Depeschen:

Anzeiger Gießen.

Die yentige Yumrner umfaßt 8 Seiten.

Bekanntmachung.

Bctr.: Schweinerotlauf zu Gießen.

Unter dem Schweinebestand des Fr. Co st zu Gießen sst ein Fall von Notlaufseuche festgestellt worden. Gchöft- sperre ist verhängt. --.3- -

Betr.: Schwcinecotlauf zu Langsdorf.

Unter dem Schweinebestand des Hch. Pauli VIII. zu Langsdorf ist ein Fall von Rotllaufseuche festgestellt worden.

Gießen, den 21. September 1906.

GroßH. Kreisamt Gießen^

I. 23.: Dr. Merck.

Sozialdemokratischer 'Parteitag.

1.

(Unberechtigter Nachdruck verboten.)

Konferenz der sozialistischen Frauen Deutschlands.

S. u. H. SDlanntyeim, 22. Sept.

Im Festsaale der Zentralhalle nahmen heute früh die Verhandlungen des Parteitages der deutschen Sozialdemo­kratie mit der Konferenz der sozialistischen Frauen ihren Anfang. Der Saal ist mit roten Fahnen und Garirlandcn, die mit roten Papierroscn verziert sind, geschmückt. Zu Beginn der Tagung legte Frau Bader eine Reihe für die Konferenz eingelaufene Anträge vor.

Genossin Balabanoff aus Rußland erinnert an den blutigen, furchtbaren, aber erfolgreichen Kampf im Reiche des Zaren. Der Kampf ist entsetzlich, er nimmt ungeheuer viel menschliche Opfer in Anspruch, es ist ein furchtbares Ringen, aber der Sieg wird unser sein. Dann wird cs unsere Wonne, unsere Pflicht sein, Ihnen die Hand zu reichen zu gleichem Fortschreiten. (Lebhafter Beifall.)

Frau Bader richtet einen Appell an den Geldbeutel. Unsere Proletarierfrauen müssen ihre Gesundheit, ihre Kraft, ihre Mutterschaft den Unternehmern hingeben, diesen frechen Unternehmern, denen jede Bestrafung nur eine neue Er­munterung zu ungesetzlichem Tun ist. Was schert sie ein Mensch, wenn es ihrem Geldbeutel nur gut geht. (Zu­stimmung.) An jenem blutigen Tage, dem Jahrestage der russischen Revolution, an dem Tage, da der Zarismus in Iiußland gestorben war, haben wir mit unserer Arbeit eingesetzt. Alle Gesetze stellt man nur in den Dienst der herrschenden Klassen. Man ist ja so findig und entzieht dem Reichstage Gesetze, um sie in Einzellanbtagen zu be­handeln. Wir können nur weiter kommen, wenn wir unsere ganze Kraft einsetzen. Ihr Frauen, die Ihr für den Unter­nehmer ja Eure ganze Kraft hingeben müßt, laßt auch einmal den Kochtopf für unsere Sache im Stich. Im Herzen und Geist sinö wir mit den Genossen einig. Daß wir nicht einschlafen und erlahmen, dafür sorgt das bru­tale Bürgertum. (Lebhafter Beifall.) 'Das böse Gewissen der Bourgeoisie treibt sie zu allerlei Wahlrechtsbeschneid­ungen, zu einer Vogelstraußpolitik. Wir haben noch viel Arbeit zu tun. Ist nicht unsere Volksschule den Pfaffen ausgeliefert? Man läßt heute eher einen Mörder ohne Ketten, als eine an geschuldigte proletarische Frau. (Lebhaftes Sehr richtig!) Un­zählige Proletarierinnen werden gemartert und geplagt. (Pfuirufe.) Wir kämpfen weiter, wenn unsere Polizei auch immer mehr kosakisch wird. (Lebhafter Beifall.) Und ge­denken zum Schluß unserer tapfereren Genossinnen, die das Leben für unsere Sache gelassen haben, die den Schergen zum Opfer gefallen sind. (Langandauernder Beifall.)

Genosse K a tz e n st e i n: Wir wollen Kindergärten haben, die weder politisch noch religiös sind, aus bestimmten pädagogischen Grundsätzen. Die Kinder sollen keine reli­giösen Vorstellungen im Kinderherzen aufnehmen, die sie nicht verstehen, für die sie kein Verständnis haben. Die Grundlage ihrer Erziehung sollen Naturbeobachtung und Spiel sein. Die Kinder sollen gewöhnt werden, solidarisch zu denken und mit einander zu fühlen. Wir werden sie nicht mit dem Erfurter Programm plagen (Heiterkeit), sie sollen nur ohne unnützen Ballast erzogen werden. Die religiöse und sogenannte patriotische Beeinflussung soll dem Kinde fern bleiben.

Genossin B aum a nn-Offenb'a ch tritt dafür ein, daß neben Kindergärten auch Kinderbewahranstalten von der Kommune eingerichtet werden. Die Referentin berichtet von einer derartigen Anstalt, die in Dresden pri­vatim eingerichtet wurde. Dort wurden aber nurkirch­lich getraute" Ki n d e r aufgenommem (Heiterkeit und Hört, hört!)

Lehrer Schulz-Bremen: Ich bin dafür, daß den Gemeinden die Pflicht auferlegt wird, Kindergärten zu schaffen. In Charlottenburg hat man bei so einer Grün­dung den Namen 9! a u m a n n genannt. (Zurufe.) Naumann mag sozialpolitisch fühlen, aber er ist kein Sozialist. Wir stehen im striktesten Gegensatz zu ihm.

Bei der A b sti m m u n g wurden die Anträge betreffend Agitation in den Ostseeprovinzen, Einsetzung von Bezirks- vcrtrauenspersonen und Schaffung von Agilationskommis- sionen abgelehnt. Der Antrag auf Freigabe des Samstag­nachmittag wird für erledigt erklärt, nachdem die For­derung im Parteiprogramm enthalten ist.

Angenommen wird der Antrag auf Schaffung von Krippen und Kindergärten durch Kommunen mit dem Zusatz:erforderlichenfalls solche im Geiste moderner so­zialer Pädagogik geleitete Einrichjnngen selbst ins Leben zu rufen oder zu unterstützen."

Iann berichtete die Genossin Ziejs-Hamburg

über die Agitation unter den Landarbeiterinnen. Sie führte aus: Der Ruf:Proletarier aller Länder vereinigt Euch" ist bisher an den Landarbeitern spurlos vorübergcgangen. Der Kleinbauer, der schon längst nebenbei Gutstag­löhner war, wurde nun noch nebenbei kapitalistisch ausge­beutet, indem er in jene Fabriken ging, die spekulative Unternehmer aufs Land legten, um die billigen Grund- stückspreisc auszunützen. Er mußte ferne Arbeitskraft für niedriges Geld verkaufen. Er hatte nur Ueberarbeit und Entbehrungen. Der Landwirffchaft wurden Kräfte bald in Masse entzogen, der Landwirt zog in die Stadt, denn Stadtluft macht frei. Die Rednerin gibt dann eine ein­gehende Darlegung der Entwicklung der ländlichen Arbeits- Verhältnisse. Früher waren die Verhältnisse fast besser als heute. Würden unsere Bauern historischen Sinn besitzen, dann würden sie an die großen Raubzüge der Edlen Herren denken, Hann würden sie den Köckeritzen und Kanitzen keine Schleppträgerdienste leisten. Wenn es im B. G.-B. heißt, das Züchtigungsrecht ist aufgehoben, so wird es doch tat­sächlich heute noch ausgcübt. (>-ehr richtig!) Die Land­arbeiter, die kaum das physische Dasein haben, müssen auch geistig abstumpfen. Die Referentin schildert die ländlichen Verhältnisse in den grauesten Farben und weist besonders aus die Ausbeutung der Kinder beim Viehhüten, bei der Kartoffel- und Rübenernte hin. Die Referentin schildert dann die ungenügenden Lohn- und Wohnungsverhältnisse aus dem Lanhe. Dazu käme noch die vielfach menschen­unwürdige Behandlung des Gesindes durch Gutsherren und Beamte. Die sittlichen Verhältnisse auf dem Lande stehen viel unter denen des von Junkern und Pfaffen so viel geschmähten Sündenbabels Berlin. Man wundert sich über die Landflucht der Arbeiter, ich wuudere mich, daß sie nicht viel größer .ist. . ,, ,

Forderungen für die Landarbeiter.

Wir fordern als Minimum: Beseitigung der Gcsinde- orduung und ländlicher Ausnahmegesetze, Gleichstellung der Landarbeiter und des Gesindes mit der Jndustriearbeiier- schaft, Arbeiterschutz durch Reichsgesetz, volles und sicheres Kvalikionsrecht, Verbot der Kindererwerbsarbeit bis zum 16. Lebensjahre, obligatorische Fortbildungsschule, die Ar- beiterversichcrungsgesetze auch für die Landarbeiter, land­wirtschaftliche Gewerbegerichte, Wohnungspolizei und Aus­gestaltung der Volksschule im Sinne des sozialdemokratischen Programms. Die Agitation muß mit einer planmäßigen Aufklärung der Landarbeiter einsetzen. Alles, was wir an Schutzgesetzen usw. für die Industrie haben, wollen wir auch für die Landarbeiter haben. Für viele Landarbeiter, die jetzt lethargisch dahinleben, erwacht neuer Lebensmut durch unsere Agitation, die ihm Rettung aus dem Elend zeigt. Heut ist ost die Landarbeiterschaft noch ein Reservoir für Streikbrecher und Lohndrücker. Heiße brennende Wünsche nach Freiheit und Glück, nach mehr Menschenwürde werden von den Landarbeitern uns entgegengebracht.

Es wurde einstimmig eine längere Resolution ange­nommen, [im der die Forderungen aufgestellt werden.

Sodann sprach über die Dienstbotenbewegung die Ge­nossin Grünberg -Nürnberg unter Vorlegung einer Resolution, in der es heißt:

Die Konferenz der sozialistischen Frauen fordert:

1. Abschaffung der Gesindeordnung und Gesindedienst- bücher.

Z Unterstellung der Dienenden unter die Gewerbeord­nung, Ausdehnung aller Bersichcrungsgesetze auf sie, Gewährung eines gesetzlich gesicherten vollen Koali­tionsrechts nnd Aushebung der Verpflichtung, Haus­angehörige mit ansteckender Krankheit behaftet zu pflegen.

3. Sinngemäße Anwendung der Bestimmungen über Ar­beitszeit und Arbeitsdauer, Sonntags- und Nacht­arbeit usw. aus die Dienenden; im besonderen und zunächst als Mindestmaß an gesetzlichem Schutz Ein­führung eines gesetzlich geregelten Arbeitstages, eines vollen freien Sonntagnachmittags alle 8 Tage und alle 14 Tage einen vollen freien Tag. Für außer­gewöhnliche Arbeiten sind Hilfskräfte anzustellen.

4. Gesetzliche Vorschriften, gesunde, den hygienischen Verhültirifsen entsprechende Schlafrüume, welche von innen verschließbar sein müssen, und ständige Kon­trolle derselben durch die Behörden.

5. Einführung des obligatorischen Fortbildungsschul­unterrichtes auch für die Dienenden bis zum 18. Lebensjahre.

6. Abschaffung der privaten Slellenvermittlungsbureaus und Einführung von paritätischen Stellennachweisen.

Die. Resolution gelangte zur Annahme.

' XI. Tag.

Mannheim, 23. Sept.

Heber das Frauenstimmrecht referiert Genossin Zetkin.

Mit stürmischem Beifall begrüßt nimmt dann Bebel

das Wort, nachdem man ihn vom Vorstandstische aus dazu gedrängt hatte, doch wenigstenszur Dekoration" zu sprechen. Ich glaubte, führte er aus, daß man nach den Ausführ­ungen der Referentin in eine Diskussion nicht eintreten würde. Warum ich noch sprechen soll, weiß ich wahrhaftig nicht. (Heiterkeit.) Das Bureau hat mich dazu gezwungen, trotz meines moralischen Widerstandes. (Heiterkeit.) Wir­schen, wohin wir kommen, wenn die Frauen auf allen Seiten Rechte haben. (Große Heiterkeit.) Es gibt im ganzen deutschen Reiche keine Partei, die mächtiger ist als die Sozialdemokratie. Man wird bei der steigenden Macht der Sozialdemokratie erwägen, ob man nicht in anderer Weise dem Fortschreiten der Sozialdemokratie Einhalt tun kann, indem man das Wahlrecht auf die Frauen ausdehnt, weil hier eine ungeheuere Zahl von Personen, noch der sozial­

demokratischen Agitation entfremdet sind. Dann ist für die herrschende Gesellschaft der letzte Anker gebrochen, an den; sie sich noch verzweifelt anklammert. (Stürmische Zustino« mung.j

In der Nachmittagssitzung berichtete die Genossin; Dunter-Dresden über die Fürsorge für Schwangere und Wöchnerinnen. Eine von ihr vorgeschlagene Re-i solution gelangt zur Annahme.

Mit den üblichen Formalitäten würde dann die Koni serenz gescylossen.

Die Eröffnung de3 Parteitags.

Die Verhandlungen des Parteitages würden heuttz abend mit einer Begrüßungsversammlung im Nibelungen», saale des MannheimerRosengarten" eröffnet. Eine» merkwürdigen Beschluß hat das R e i ch s p o st a m t zu Berlin gefaßt, der hier zu allerlei Kommentaren Anlaß gibt. Ebenso wie anderen großen Kongressen war dem sozialdemokratischen Parteitag eine eigene Postanstalt zu-, gesichert worden, für die alle Einrichtungen bereits voll-, endet waren, als plötzlich der Befehl aus Berlin erging, die Posfftelle wieder a u fz u h e b e n.

Tie Beteiligung an dem Parteitage ist eine bisher: noch nicht dagewesene. Fast die ganze sozialdemokr^ Reichstagssraktion ist in Mannheim vertreten. Allgemein-, stem Interesse begegnet natürlich, wieder August Bebel, der, wo er sich sehen läßt, der Gegenstand begeisterter Huldigungen der Genossen ist und fortwährend von Photo^ graphen illustrierter Blätter verfolgt wird. Neben ihm ist" wohl der populärste Mann Paul Siu g er.

Am Tisch der Presse haben auch PfarrerNaumanü und der Neichstagsabg. Helmut von Ger lach Platz ge­nommen.

Abg. D r e e s b a ch begrüßte ' die Versammlung mit einer Ansprache, in der er betonte, auch diesmal würden; scharfe Worte falten, aber auch diesmal müsse der Partei-, tag reine Lust schaffen.

Dann eröffnete B e b e l den Parteitag namens des Vor-, standes mit einer Rede, in der er zunächst den badischen! Nationalliberalismus und dessen Führer Basser mann wegen seiner Haltung in der Zoll- und- Schulpolitik scharf angriff. Die Sozialdemokraten hätten keinen Grund, freudig in die Zukunft zu sehen, aber sie seien auch keine Schwarz-, seh er. (Stürmische Heiterkeit.) Redner besprach dann ein-, zelne Vorgänge in der preußischen und deutschen Politik..

Zu Vorsitzenden des Kongresses wurden Singers und Dreesbach gewählt. Ein Antrag, auf die Tages-, ordnung die russische Revolution und die deutsche; Arbeiterklasse zu setzen, wurde zurückgezogen, nachdem Singer namens des ParteivorstandeS bemerkt hatte, daß der Parteitag e;s sich ohnehin nicht nehmen lassen werde, bei passender Gelegenheit der russischen Revolution bewun-, dernde Sympathie auszusprechen.

Deutsches Reich.

Groß-Nom int en, 22. Sept. Der Kaiser und die, Kaiserin sind mit der Prinzessin Viktoria Luise heute auf dem hiesigen Bahnhofe eingetroffen. Der Kaiser begab sich sofort auf die Pirsche. Nach der Pirsch im Goldaper Revier traf der Kaiser im Jagdschloß ein.

Berlin, 23. Sept. Einem Budapester Blatte zufolge, weilte ein ungarischer General kürzlich in Berlin und wurde zur Hoftafel zugezogen, an dec auch Prinz Eitel Fridrich teilnahm. Der General soll nun nicht wenig erstaunt gewesen sein, als der Kaiserliche Prinz in fließendem Ungarisch ihn anredete. Auf eine Bemerkung, in der er sein Erstaunen darüber ausdrückte, soll Kaiser Wilhelm erklärt haben, er lege Wert darauf, daß seine Sühne die Sprachen aller Kulturvöker Europas beherrschen.

Der Präsident des Neichsmilitärgerichts, General! von Massow, ist in Genehmigung seines Abschieds­gesuches mit Pension zur Disposition und ä la suite des 1. Brandenburg. Dragonerregiments Nr. 2 gestellt worden.

In dec Strafsache gegen Götz, Schneider und Genossen, die Veröffentlichungen über auffällige Vorgänge in der Kolonialverwaltung betreffend, ist gestern auch der ver» verantwortliche Redakteur für den innerpolitischen Teil dec Germania vor dem Untersuchungsrichter als Zeuge ver­nommen worden. Seine kurze Erklärung beschränkte sich da­rauf, daß er Götz und Schneider nicht kenne, sie nie ge­sprochen und auch keinerlei Mitteilungen von ihnen erhalten habe, und daß er weitere Aussagen auf Grund des § 54 der Strafprozeßordnung verweigern müsse.

Köln, 23. Sept. Zu der Aeußerung Erzbergers über diebestochenen Blätter" schreibt die K. Volksztg.": Unseres Erachtens sollte man derartige Mitteilungen nicht öffentlich verbreiten, wenn man nicht in der Lage ist, einen selbständigen Beweis dafür zu erbringen. Es hat doch sein Mißliches, wenn eine derartige Behauptung aufgestellt wird, welche auf einen größeren Kreis von Blättern ehr schiefes Licht wirft, ohne daß alsbald außer Zweifel gestellt wird, wer denn gemeint sei. Darüber können sich die Ber­liner Blätter mit Recht beklagen. Ob sich das Preßbureau des Kongostaates dazu hcrbeiläßt, in dieser Sache zu reden, erscheint sehr zweifelhaft. Darum hätte nach unserem Dafür­halten Erzberger darauf verzichten sollen, das ihm Erzählte weiter zu erzählen. Ec liefert damit seinen Gegnern nur Handhaben, seine ganze, m der Hauptsache sehr verdienstliche Tätigkeit zu verdächtigen.

Eisenach, 23. Sept. Der Verbandstag mittel­deutscher Handelskammern beschloß, der Einführung