Ausgabe 
21.5.1906 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

anderen günstig Gelegenheit schaffen sollten. Was England tut, ist für uns keineswegs verpflichtend. Hat sich etwa England verpflichtet gefühlt, unserer Anregung in Bezug auf die Zurück­ziehung der fremden Truppen in China zu folge,:? Warum sollen denn gerade wir die Noblen sein, die den schönen Augen der anderen zuliebe nachgeben?

wrche tmfc SebuLe.

** Zur preußischen Schulvorlage. Auf die von der Delegiertenversammlung des hessischen Landeslchrer- vereins, die in der Osterwoche in Langen tagte, beschlossene Sv'mpathiekundgebung an die Mitglieder des Preußischen Lehrervereins inbezug auf ihre Stell­ungnahme zur preußischen VoWscknilvorlage, insbesondere zur Simultanschule, ist von den, Vorsitzenden, Reißmann-Magdcburg, nachstehende Antwort an Rektor Backes-Darmstadt eingegangen: Fair die freundlichst übermittelte Sympathiekundgebung sage ich Ihnen und dem von Ihnen geleiteten Brudervcrein namens des Preußischen Lehrervercins bester: Dank. Die von herzlich kollcgialischer Gesinnung eingegebcnen zustimmenden und ermun­ternden Worte werden in den weitesten Kreisen unseres Vereins dankbar zur Kenntnis genommen werden."

Mitgliederversammlung des Landcs- H»ferdezuchtvereins.

(Original-Artikel des Gießener Anzeigers.")

Darmstadt, 20. Mai.

Die XXIX. ordentliche Mitgliederversamm­lung des Landes-Pferdezuchtvcreins im Großherzogtum Hessen fand heute unter ziemlich zahlreicher Beteiligung der Mit­glieder aus den drei Provinzen des Landes unter dem Vor­sitze des Oekonomierats Müller-Neuhof, seines Präsidenten, statt. Dieser begrüßte den Vertreter der Negierung, Landcs- Oekonomierat Müller-Darmstadt, sowie die erschienenen Mitglieder und widmete einer ganzen Zahl von zum Teil sehr hervorragenden verstorbenen Mitgliedern einen warmen Nachruf. Die Anwesenden erhoben sich zum ehrenden An­denken der Verstorbenen von ihren Sitzen.

Der Sekretär berichtet über die Tätigkeit des Ver­eins: Den Körkommissionen sind ca. 680 Stuten vorgeführt worden, von denen 358 Stuten angekört wurden. Von diesen Stuten gehören 195 dem Arbeitsschlage an (das sind belgische Pferde-Kaltblüter) und 163 dein Wagenschlage (Warmblüter, in unserem Falle Oldenburger). Das kaltblütige Pferd bel­gischer Abstammung verbreitet sich immer mehr in Folge der erhöhten Ansprüche, die man an die Arbeitskraft der Tiere in unseren intensiven landwirtschaftlichen Betrieben stellt und nicht zuletzt, weil die Landwirte das kaltblütige belgische Pferd eher ungeschulten Arbeitern anvertrauen können, als die warm­blütigen Pferdeschläge, die sorgsamere Behandlung seitens ihrer Führer verlangen.

Von dem Berichterstatter wurde rühmend hervorgehoben, daß sich das Pferde material im Lande von Jahr zu Jahr bessere. Dank der Einsicht der Landwirte, die sich allmählich abgewöhnen, bei dec Zucht planlos zu kreuzen. Um in dieser Beziehung dauernd einzuwirken, sollen die zur Zucht ausgewählten Stuten in ein Pferde st am m buch ein­getragen werden. Die Nachkommenschaft wird gleichfalls ausgewählt und eingetragen, sodaß man die gute Abkunft der Tiere in der Folge kontrollieren kann. Von dieser Maß­nahme verspricht man sich die besten Erfolge für die Hebung der Landespferdezucht. Oberlandstallmeister v. Wil lieh befürwortet warm diese Maßnahme, die er selbst angeregt und eingeführt hat und die Mitglieder geben ihr Einver­ständnis durch warmen Beifall kund. Ein Fohlenimport aus Belgien oder Oldenburg kann in diesem Jahre nicht stattfinden, da zu wenig Bestellungen eingegangen sind. Im Lande sind eine Anzahl Fohlen weiden errichtet worden, damit die jungen Tiere wenigstens in der guten Jahreszeit sich im Freien tummeln und so ihr Knochengerüst, Sehnen und Muskeln, der ganze Organismus sich so ent­wickeln kann, wie es für ein brauchbares Pferd notwendig ist. Rühmend wird Oberhessen hervorgehoben, dos eine sehr große Fohlenweide errichtet hat und von jetzt ab regel­mäßig Fohlen auf den Jungviehweiden bei Lauterbach und in Wernings (Kreis Büdingen) aufnimmt. Für den Kreis Alsfeld ist eine Fohlenweide in Vorbereitung.

Im Laufe des Jahres 1906 findet in Oberhessen eine Provinzialschau für Fohlen in Butzbach und eine Bezirksschau in Salzhausen bei Nidda für die Kreise Gießen-Büdingen und Schotten statt.

Die Hauptversammlung des Landes-Pferdezuchtvereins für 1907 ist für Friedberg vorgesehen.

Ans Stadt nnd Land.

Gießen, den 21. Mai 1906.

Personalien. Der Militäranwärter Rich. Struth aus Niedcr-Jngelheim wurde zum Steueraufseher ernannt.

**Gine raffinierte Schwindlerin treibt seit einiger Zeit in Bayern und Hessen ihr Unwesen. Sie besucht Per­sonen, über deren verwandtschaftliche Verhältnisse sie sich genau informiert hat und stellt sich als Verwandte von Verwandten oder bekannten Leute vor, läßt sich bewirten und erzählt im Laufe der Unterhaltung, sie habe ihre Fahrkarte oder ihr Geld verloren und könne nicht weiterfahren. Sie bittet schließlich um Darlehen unter dem Versprechen baldiger Rückgabe. Sie legt sich stets einen anderen Namen bei und ist an den Orten, welche sie als ihren Wohnsitz angibt, natürlich nicht bekannt. Die Frau wird folgendermaßen beschrieben: ungefähr 3840 Jahre alt, schlanke Statur, ca. 1,70 m groß, dunkelblondes oder rötliches Haar, spitze Nase, längliches knochiges Gesicht mit Pockennarben, rotgeränderte Augen. Kleidung: Schwarzer Sammethut mit schwarzem Bond und weißer Feder, schwarzes Kleid, schwarzes Jacket. Sie spricht niederrheinischen Dialekt und hot verarbeitete, auffallend große Hände. Betrügereien in oben­erwähnter Art hot sie begangen in der Nähe von Grünstadt, Frankenthal, Alzey, Mainz, Worms, Groß-Umstadt und Büdingen. Es wird hiermit vor dieser Betrügerin gewarnt und e§ empsiehlt sich, vorkommenden Falls sie durch die Polizei festnehmen zu lassen.

** Postauswc «.starten. Vor einiger Zeit h-at die Postverwaltung für den inneren deutschen Verkehr eine Neuerung getroffen, die dazu bestimmt ist, beim Empfange von Postsendungen Weiterungen zu vermeiden, und auf die wir bei Beginn der Reisezeit besonders aufmerksam machen möchten, nämlich die Einführung besonderer Post- ausweiskarten. Die Karten dienen als vollgiltiger Ausweis an den Posts' altern, wie auch gegenüber dem Postbeste.l!^ esoual. Bei 1 Abtragung von PosUrnweisungen sowie von Wert- und ^...lschreibsendungen an einen dem

bestellenden Voten unbekannten Empfänger, der sich durch Vorlegung einer Postausweiskarte ausweisen kann, bedarf es daher der sonst vorgeschriebenen Bürgschaftsleistung durch den Gastwirt oder eine andere bekannte Person nicht. Die Postausweiskarten haben eine Photographie, eine kurze Personalbeschreibung und die eigenhändige Unterschrift des Inhabers zu enthalten. Für ihre Ausstellung ist eine Schreibgebühr von 50 Pfg. zu entrichten. Anträge auf Aus­stellung sind an die Postanstalt, der die Wohnung des Antragstellers zugeteilt ist, persönlich unter Vorlegung einer unaufgezogenen, nicht zu dunklen Photographie in Vifit- form zu richten. Der Postanstalt unbekannte Personen haben sich durch eine andere Person oder in sonst zuverlässiger Art auszuweisen. Postausweiskarten sind ein Jahr, vom Tage der Ausstellung ab gerechnet, giltig. Postausweis^ karten, während deren Giltigkeitsdauer im Aussehen des Inhabers solche Aenderungen eintreten, daß die Photo­graphie oder die Personalbeschreibung nicht mehr zu- tresfen, müssen schon vor Ablauf der Frist erneuert werden..

)( Watzenborn, 21. Mai. Am Donnerstag ereignete sich in der H o l z sch n e i d e r e i von Jakob Ruhl hier ein bedauerlicher Unglücks fall. Dem 24jährigen Ludwig Häuser von hier wurden von der Säge zwei Finger der linken Hand vollständig abgeschnitten. Er wurde) sofort in die Gießener Klinik verbracht.

X Große n-B"seck, 19. Mai. Der neugegründete Lahngau-Wettern u -Sängerbund wird am Sonntag nach Pfingsten hier eine Delegiertenversammlung unter dem Vorsitz des LandtagSabg. Leun - Großen-Linden abhalten, um in dem Buseckertal weitere Vereine zu gewinnen. Dem Bunde sind bereits 20 Vereine beigetreten. Der Bund ist in vier Bezirke eingeteilt: 1. Großen - Linden - Lang - Göns, 2. Lollar-Heuchelheim, 3. Großen - Buseck - Burkhardsfelden und 4. Lich - Garbenteich.

? Krofdorf, 19. Mai. Welch stattliches Pferde­material sich in den Gemeinden der Bürgermeistereien Atzbach- Launsbach vorfindet, konnte man bei den Musterungen am 15. und 16. Mai sehen. Zu Dorlar und Krofdorf wurden 170 kriegsbrauchbare Pferde vorgeführt. Dabei waren die Gemeinden Krofdorf mit 37 und Atzbach mit 32 Tieren be­teiligt. Die Besichtigungen nahm Rittmeister v. Rosenberg aus Frankfurt als Vermusterungskommissar vor.

(?) Rodheim a. d. Bieber, 18. VJlai. Hier herrscht fortgesetzt eine rege Bautätigkeit. Leider hat man es in früheren Jahren versäumt, geeignetes Bauterrain zu erwerben, resp. neue Straften vorzumerken, und so fehlt es eben vielfach an Bauplätzen. Gegenüber der Haltestelle der Biebertalbahn läßt Gastwirt Stork ein stattliches Re­staurant erbauen, welches im Rohbau vollendet ist und noch im Mchsommer in Betrieb genommen werden soll.

ch Hohensolms, 18. Mai. Dieses Jahr scheint ein Maikäferflugjahr zu sein. Massenhaft zeigen sich die schädlichen Gesellen in unscrn Waldungen. Es wäre wünschens­wert, wenn alljährlich seitens der einzelnen Gemeinden Maß­regeln zur Vernichtung dieser Baumfeinde getroffen würden.

* Laubach, 20. Mai. Mit der Konzession für die hiesige Gaszentrale ist vorn Großh. Ministerium zugleich der Bescheid ergangen, daß es zur Anteilnahme für die ein­zelnen Gemeinden fernerhin nicht mehr der Einholung einer besonderen Erlaubnis bei der vorgesetzten Behörde bedarf, sondern der Anschluß nunmehr dem eigenen Willen der be­treffenden Gemeinde unterliegt.

? Breungeshain, 17. Mai. Der nach den: Tauf­steine führende Fahrweg soll durch eine Straße ersetzt und damit einem längst gefühlten Bedürfniffe Rechnung ge­tragen werden. Anfangs dieser Woche nahn: Geh. Obcr- forstrat Walther aus Darmstadt mit den Vertretern der be­teiligten Oberförstereien und der Gemeinde eine Besichtigung des Projektes vor. Für die Abfahrt von Holz und den Touristenverkehr bietet der Straßenneubau bedeutende Vor­teile.

s. Stornfels, 19. Mai. Gestern machte der seit einigen Jahren an Schwermut leidende Landwirt Fritz ins in einem Anfall von Geistesgestörtheit seinem Leben da­durch ein Ende, daß er sich in demWüschborn", einem mit einer .Holztüre verschließbaren Brunnen, ertränkte. Der Bedauernswerte war 55 Jahre alt und lebte in geordneten Vermögensverhältnissen, hatte aber in seinem Zustande schon öfters Selbstmordgedanken geäußert.

[] Rendel, 20. Mai. Wilhelm Gunderloch, der sich freiwillig wegen seines Brudermordes der Polizei meldete, wurde gestern Mittag, nachdem die Großh. Staatsanwaltschaft Gießen den Tatbestand aufgenommen hatte, wieder auf freien Fuß gesetzt. Die Leiche des Hch. G. wurde freigegeben und die Beerdigung fand heute Mittag um 3 Uhr statt.

f Von der Bergstraße, 20. Mai. Ein Heirats - schwindler wurde in Bensheim festgenommen. Er logierte 14 Tage lang in einem dortigen Hotel unter dem Namen Rittmeister a. D. v. Faber, Ritter des eisernen Kreuzes, und wußte durch vornehme Allüren die Dummen zu ködern.

§ Marburg, 18. Mai. Von der bei Franken berg bei dem blutigen Rekontre auseinandergesprengten Zigeuner­bande trafen heute mehrere Frauen, darunter eine Wöchnerin und 2 kleine Kinder, zu Fuß hier ein. Die Leute, welche einen kläglichen Anblick boten, wurden von einem Gendarm in den Kreis Kirchhain gebracht, sie gaben nämlich an, vielleicht im Schwalmtal ihre Namensangehörigen wieder­finden zu können.

Iie Eröffnung des Simplontunnels.

'Brig, 19. Mai. Ter König von Italien traf am Vormittag um 10 Uhr 30 Min. ein: er wurde von den Mitgliedern des Schweizerischen Bundesrats empfan­gen, dessen Präsident Forrer den König durch einen Händedruck begrüßte. Der König trug die Uniform eines Jnfanteriegenerals ohne Orden. Nach dem Abschreiten der Ehrenkompagnie und dem Empfange meyrerer italienischer Abordnungen begab sich der König mit Gefolge in den Pavillon, wo das vom Bundesrat gebotene Frühstück statt­fand.

Bei dem Dejeuner brachte zunächst Bundespräsident Forrer einen Trinkspruch aus, in welchem er den König Viktor Emanuel als das sympathische Oberhaupt eines befreundeten Nachbarstaates im Namen des ganzen Schweizervolkes auf schweizerischem Boden willkommen hieß und die Hoffnung aussprach, daß die für alle Zeiten gebaute Simplonbahn, dieses große und gemeinsame Werk, auch der Freundschaft zwischen beiden Mtionen einen eisernen Bestand verleihen möge. Der Trinkspruch des Bundespräsidenten galt dem Wohlergehen des Königs, der königlichen Familie und der Wohlfahrt des gesamten italie­nischen Volles. In seiner Erwiderung dankte der König

für den ihin bereiteten herzlichen Empfang, gab der großen Sympathie Ausdruck, die er für das arbeitsame Schweizer­volk empfinde, und zollte den Schöpfern des Simplontunnels hohe Anerkennung. Der König begrüßte sodann die Simplon­bahn als Garantie der unzerstörbaren herzlichen Freund­schaft der beiden Rationen und schloß mit einem Hoch auf den Bundespräsidenten, den Bundesrat und das Schweizervolk. Rach der Besichtigung über die zum Ehrendienst aufgebotenen schweizerischen Truppen erfolgte die Abfahrt des Königs nach Domodossola.

Domo dos so la, 19. Mai. König Viktor Ema­nuel traf heute nachmittag um 3 Uhr 20 Min. mittels Sonderzuges durch den Siinplontunnel von Brieg, begleitet vom Ministerpräsidenten Sonnino und dem Arbeitsminister Carmine, hier ein. Kurz darauf trafen mit dem anderen Sonderzuge der schweizerische Bundespräsident Forrer und die Mitglieder des Bundesrats und anderer schweizerischen Behörden, am Bahnhof vom K'mig und den italienischen Würdenträgern empfangen, ein. lim 4 Uhr 15 Min. empfing der König die Ortsbehörden und die ein­heimischen Abordnungen und gab ihnen gegenüber seiner Befriedigung über Fd en ihm in der Schweiz bereiteten Empfang Ausdruck. Präsident Forrer und die schweize­rischen Bundesräte äußerten ihre Genugtuung über den Empfang, den sie seitens des Königs, der Behörden und der italienischen Bevölkerung gefunden hätten. Von den Vertretern der Tunnelbaugesellschast wurde dem König eine Sammlung von 18, während der Arbeiten gefundenen mine­ralogischen Merkwürdigkeiten, in einem prächtigen Gehäuse überreicht. Nach dem Empfange verblieb der König des Regens wegen im Bahnhofsgebäude im Gespräch mit den schweizerischen Gästen. Ilm 5 Uhr 30 Minuten fand in den mit Gobelins, Teppichen und Blumen reich^geschmückten Sälen des Bahnhofs ein von dem König zu Ehren des Schweizerischen Bundesrats gegebenes Festmahl statt.

Der Trinkspruch, den der König ausbrachte, hatte folgenden Wortlaut:

Es ist mir äußerst angenehm, die höchsten Beamten der kernigen Schweiz ans italienischem Boden zu begrüßen bei dieser Gelegenheit, die deshalb besonders glücklich ist, weil das Datnnr der Einweihung des Simplontunnels ewig denkivürdig in der Geschichte der kühnsten menschlichen Wagnisse bleiben wird. Ich bin glücklich, daß die Feier dieses Sieges von Wissen nnd Arbeit in ihren Anstrengungen und Zielen z-wei Völker vereint gefunden hat, zwischen benen der Wetteifer im Fortschritt ein immer kräfti­geres gegenseitiges Vertrauen tzerstellt. Wenn der Geist der Völker sich friedlichen Künsten zuwendet und Werke wie dieses hervorbringt, wird unsere Seele sicher von tröstlichen Hoff­nungen auf eine noch reichere Zukunft des Menschengeschlechts an Gesittung^ und Glück erfüllt. Ich bitte Sie, Herr Präsident und eie, meine Herren Räte mit mir auf ewige Freundschaft zwischen der Schweiz und Italien zu trinken.

Der Trinkspruch, mit dem Bundespräsident For­rer antwortete, lautete:

Im Namen des Bundesrats danke ich Ew. Majestät aus tiefem Herzen für den so herzlichen Empfang, den wir auf italienischem Boden gesunden haben. Wir Schweizer werden stets angenehme Erinnerungen an diesen schönen Tag bewahren und die Worte nicht vergessen, die Ew. Majestät je 13t die Güte hatten, an uns zu richten. Sie kommen von Herzen und gehen zu Herzen. Sie sind für uns ein kostbares Pfand der Freundschaft, die beide Nationen verbindet und der wir ewige Dauer wünschen. Mögen sie der Same einer fruchtbaren Zukunft sein und ihre Verwirk­lichung in unseren vielen Beziehungen finden namentlich hinsicht­lich des wechselseitigen Schutzes der Arbeit. Nun ist der Augen­blick, daß wir un^ trennen, gekommen. Ich bitte Ew. Majestät, mit mir und meinen Kollegen auf den Tag trinken zu wollen, der uns aufs neue vereint finden wird zu anderen Werken des Friedens, der Freundschaft und des Fortschritts.

Kurz vor 7i/4 Uhr reifte der Bundespräsident Forrer nach äußerst herzlicher Verabschiedung vom König mit den übrigen schweizerischen Vertretern nach Bern: ab. Eine halbe! Stunde später reiste der König mit dem Ministerpräsi^ deuten Sonnino und dem Arbeitsminisker Carmine nach Rom. Beide male erwies eine auf dem Bahnhöfe ausgestellte Kompagnie die militärischen Ehren.______________________

SUS den Sfötibfgßmlercgito der Sind! Gießen.

Aufgebote.

Mai: 10. Johannes Grebe, Maler und Anstreicher in Buchenau^ mit Maria Kropv dahier; Karl Schmidt, Maurer in Krofdori, mit Katharine Schnabel dahier; 12. Dr. vhck. Wilhelm Korn iiv Breslau mit Anna Gisevius dahier; Ludwig Müller, Viehtreiber dahier, mit Elisabethe Pfeiffer Hierselbst; 15/ Joseph Beer, Bild­hauer dahier, mit Ida Hochreither in Contwig; 16. Franz Bruno Krohn, Kaufmann in Lahr, mit Johanna Zimmer dahier.

Eheschließungen.

Mai: 12. Adolf Pfisterer, Bildhauer in Frankfurt a. M., mit Christiane Giegling dahier; Heinrich Schlömer, Schreiner in Corbach, mit Gertrude Müller dahier; August Weiß, Bautcch- niker in Offenbach a. M., mit Anna Müller dahier; Aloys Baur, Architekt in Mainz, mit Luise Höhnle dahier; Heinrich Marx, Glaser dahier, mit Elisabethe Hofmann Hierselbst; 16. Jo­hannes Folsing, Kanalarbeiter dahier, mit Philippine Simon geb. Pracht hierfelbst.

Geborene.

Mai: 5. dem Schlossermeister Wilhelm Ziegler ein Sohn, Christian ; 6. dem Sergeanten Johann Karl Schwarz eine Tochter; 8. dem Gärtner Wilheln: Zierlein ein Sohn, Christian Emst; 9. dem Buchhalter Ernst Burger eine Tochter, Anna Pauline Mathilde; 10. dem Kutscher Johann Gennö ein Sohn, Gustav Robert; 13. dem Bahnarbciter Karl Volz eine Tochter; 15. den: Maschinisten Heinrich Gravelius eine Tochter; 16. dem Dizefeldwebel Heinrich Jäger ein Sohn, Heinrich Wilhelm.

Gestorbene.

Mai: 12. Minna Graulich, 11 Monate alt, Tochter des Fuhr­manns Konrad Graulich dahier; 16. Josef Bühler, 49 Jahre alt, Erdarbeiter dahier.

Gegen Brechdurchfall und Darmkatarrh schützt man die Säuglinge am besten, wenn mait sie mit Kusekes Kindermehl und Milch ernährt. Beides wird im Magen gut verdaut und geht im Darm weniger leicht, wie Kuhmilch allein, zur Gährung über. Kusekes Kindermehl verleiht der Milch einen höheren Nährwert, wird voi: allen Kindern gern gcnonunei: und bildet einen rationellen Uebergang zur festen Nahrung. hv3/n

fl^cr Eisen und sonstige Kräftigungsmittel gegen Blutarmut, Bleichsucht, Schwächezustände, Nervosität und in der Rekonvaleszenz nach schwerer Krankheit usw. nötig hat, der mache einen Versuch mitBioson", dem bewährtesten, besten, billigsten und ivohlschmeckendsten aller blutbildenden Kräftigungsmittel! Erhältlich in den '(polt). :i. Drogerien, das halbe Kilo zu drei Mark. Man achte genau auf den gesetzlich geschützten NamenBioson" 1

ZmiWttt MeWrik. Deutschlands. 300 Ziminereinrichtungcll stets lieferf. vorrätig. Man verlange Preisliste und Abbildungen, [b19/^

J?Q O'iht, mir AiTlA Toiletteseife, welche alle Vor- IIUl «Hi« - Milde, Feinheit, Wohlge-

ruch, höchste Wirkung zur Erzielung rh^HnSPlf^

eines reinen Teint besitzt, die [b8/, j 1 Ilvllllöüllü*