Ausgabe 
21.3.1906 Zweites Blatt
 
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Nr. 68

General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen

Fahrkarten.

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Frankfurt *

a.M.

tu e i b I i d) e Jugend lei anzustreben.

Potsdam, 20. März. Unter großer Beteiligung hat heute mittag der Einzug des Prinzen Eitel Fritz und seiner Gemahlin stattgefunden. Kurz vor 1 Uhr traf das Prinzenpaar aus HubertuSstock, wo es die Flitter­wochen verbrachte, ein und begab sich in die im Sanssouci- park gelegene Billa Liegnitz. Vorher war das junge Paar von der Kaiserin und der Prinzessin Viktoria Luise in

sächlich auch, um diese Verhandlungen nicht gefährden zu lasten, haben die verbündeten Negierungen Wider- spruch erhoben gegen die von der Steuerkommission deS Reichstages beschlossenen Kilometer-Zuschläge auf die

DieBerl. Korresp." meldet:

Die allgemeine Abteilung des ständigen Beirates für da s gewerbliche Unter ri dl tswelen und für Gewerbe» förderung trat am 15. und 16. März zusammen. Die Debatte wandte sich den Fortbildungsschulen für die männliche Fugend zu,

Erscheint tlgNth Ausnahme des Sonntags.

DirLietzener ZamNienblSIter'' werden dem Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der »hesstfche Laudwirf erscheint monaUtch einmal.

Beratung wird der Antrag auf Einsetzung einer Subkom­mission angenonnnen.

Es folgt die Beratung deS Gesetzentwurfes betreffend die Aenderung deS Reichsstempelgesetzes undderFracht- urkunden. Ministerialdirektor Kühn erklärt, gegen die Einführung deS Stempels für Wagen von geringer Trag- fähigkeit beständen keine Bedenken, ebenso könne die Regie­rung sich einverstanden erklären, wenn auf den Schiffsfracht­urkundenstempel in Anlehnung an den Entwurf zurückgckommen werde.

Die Stcuerkommiffion

LeS Reichstags lehnte am Dienstag einstimmig den Re- giernngsentwurf der Tabakkeuer ab. Dabei gab Staatssekretär v. Stengel die Erklärung ab, daß die Negierung, falls eS der Steucr-kominisnon nicht gelingen sollte, Ersatz für den Ausfall der Tabaksteuer zu schaffen, sich weitere Schritte ün Plenum vorbehalte.

Bei der Beratung der Z i g a r e t t c n st e u e r äußerte Abg.

Aäuöereien in Außland.

In die im Mittelpunkte der Stadt Moskau gelegene Bank Freditgesellschaft auf Gegenseitigkeit^ drangen ungefähr 20 mit Revolvern bewaffnete Leute ein und raubten, indem sie die Angestellten mit Revolvern bedrohten, ungefähr 850 000 Rubel in Gold und Kreditbilleten aus den Kasten. Der Bande gelang es, 511 entkommen. AuS dem Moskauer Polizeigebäude sind drei politische Verbrecher während des Spazierganges entflohen.

In Kalisch drangen drei Männer mit geladenen Re­volvern in daS Monopolgebäude, erzwangen von der geschäfts­führenden Dame die Herausgabe der Kastenschlüstel und plün­derten die Kaste aus. hierauf entflohen sie unerkannt.

angesetzt hatte, kann wegen Erkrankung deS Redners bis auf weiteres nicht stattfinden.

- Die Prüfung als Gerichtsschreiber-Aspi­ranten haben aus Oberhessen bestanden: Christoph Fe ick zu Lauterbach, Karl Funk aus Frischborn, zurzeit zu Herb- stein, Karl Köhler in Hungen, Hermann Meisinger zu Schotten, Wilhelm Pepp!er zu Gießen, JuliuS Post zu Butzbach, Philipp Spa ar auS Reiskirchen, zurzeit in Gießen, Ludwig Thomas zu Gießen, Otto Walther auS Rieder- Bessingen, zuletzt in Ortenberg.

* Anerkennung. Gendarmerie - Oberwachtmeister Schwarz sowie den berittenen Gendarmen Jansohn und Scharmann in Gießen wurden für besondere Tätigkeit und Verdienste um den Jagdschutz vom Allgemeinen deutschen Jagdschutzverein, Landesoerein für das Großherzogtum Hestern je ein Diplom zuerkannt.

Der Verkauf hessischer Stempelmarken erfolgt vom 1. April ab auch durch die Untererh e b stellen. Tie Abgabe von Stempelmarken durch die Untererhebstellen findet sowohl einzeln stückweise, als auch partienweise auf Bestellung, in allen Fällen jedoch nur zum Nennwert ohne Gewährung von Provision für den Käufer statt. Der Ver­kauf von Stempelmarken mit dem Anspruch auf Gewährung von Provision hat nach wie vor durch die Großh. Bezirks­kassen und die Großh. Steuerämtcr Gernsheim und Stockheim stattzufinden, und eS bleiben für diesen Markenverkauf die Bestimmungen der Bekanntmachung vom 18. Nov. 1901 in Geltung.

** Nus dem Landgraf-Philipp-Platz, besten Befestigung unsere Stadtverwaltung seit Monaten wohlwollend erwägt, blieb gestern nachmittag wieder einmal ein be­ladener Möbelwagen stecken. Der Wagen sank auf der einen Seite bis an die Achsen in den Boden.

* Auf der Bahnstrecke Gießen-Gelnhausen hat gestern morgen zwischen Gießen und Schiffenberg ein Dammrutsch stattgefunden. Der um 8.10 Uhr hier ab­gehende Zug konnte die Stelle erst mit etwa einer Stunde Verspätung passieren.

Die Vaterlandsliebe der Sozialdemokratie erscheint in sehr eigenartiger Illustration durch nachstehenden Satz aus einem Bericht über eine Wahlversammlung der ver­einigten Liberalen in Eberstadt bei Darmstadt:An dee Diskussion beteiligten sich vier Herren von der Sozialdemo­kratie, welche sämtlich so ehrlich waren, zuzugeben, daß sie an HerrnKorell nur seine vaterländische Gesinnung zu tadeln hätten."

"Die Anlage eines Anschlußgleise? an den Bahnhof Gießen wurde bem Bauunternehmer Heinrich Win n hier erteilt. Der Betrieb mit Lokomotiven erfolgt durch bi< Verwaltung ber Staatsbahn unb wirb nach noch zu erlassen- ben besonberen Bestimmungen geführt werben.

** Der Zweigv erein Gießen des Bundes beut* scher Militäranwärter, hielt am Sonntag im Cafs Ebel seine F-rübjahrs--Hauvtversammlung ab. Die Versammlung iwrt reckt zahlreich besucht, was dem Umstand zu verdanken sein dürste, daß als Hauptpunkt der TagesordnungAuflösung be8 Vereins" bezeichnet war. Dieser Punkt der Tagesordnung hatte auch veranlaßt, daß einige Vertreter des Landesverbandes Dessen und der 1. Vorsitzende des Ziveigvereins Mainz erschienen waren. Der Vertreter des Landesverbandes sprach sich gegen die Aus­lösung des Vereins aus und erörterte, wie notwendig gerade in unserem engeren Vaterlande der Zusammenschluß der Militär« a.nmärter sei und wie segensreich der Landesverband durch Rück­sprache mit den Ministern und durch Einreichung von Denk­schriften an die Regierung und die Volksvertretung gewirkt habe. Es sei Hoffnung vorhanden, daß auch in Hessen bei der Be­setzung von mittleren Beamtenstellen für die Folge mehr nach denGrundsätzen für die Besetzung ^der Subaltern- und Unter­beamtenstellen bei den Reicks- und Staatsbehörden mit Militär- anwärtern" verfahren werde. Tie Ausführungen des Vertreters des Landesverbandes Hessen und die des 1. Vorsitzenden des Zweig­vereins Mainz hatten zur Folge, daß die Auflösung des Ver­eins unterblieb. Kamerad Strack dankte den Herren, die sich

Deutsches Reich.

Berlin, 20. März. Das Kaiserpaar wohnte gestern einer Vorstellung be§ Moskauer Theaters bei.

Seit einiger Zeit finden im Bundesrat aussichts­reiche Verhandlungen wegen Vereinfachung des ge­samten Personen-Fahrkartenwesens statt. Haupt-

Aus S<a$t uns Luns.

Gießen, den 21. März.

- Der Vortrag von Professor Staudinger Darmstadt über Goethe« Welt- und Lebensanschauung, der Greßener Ausschuß für Volksvorlesungen für heute

schule aussprach. Die Ginführung von obligatorischen Fortbildungsschulen für die

liebe sartikel unb franko, iieler assejl

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Grafen Cassini, den Vertreter Rußlands auf der Konferenz,, nachstehende Depesche gerietet:

Es ist durchaus falsch, daß die russische Regier­ung Frankreich geraten Irrte, die östreickischen Vor­schläge betr. die Pvlizeiorganisation anzunehmen: ebenso ist es falsch, daß die russische Regierung glaube, Frankreich könne zulassen, daß die Organisierung der Polizei m Casa­blanca einer neutralen Macht anvertraut werde. Die russische Regierung hat niemals aufgehört und wird niemals aufhören, sich Frankreich) gegenüber als treuen Bundesgenossen zu benehmen, von der Ansicht ausgehend, daß sie so am besten für den Erfolg der von ihr gewünschten ver­söhnlichen Lösung arbeitet. Im frinMkf auf bte Wichtigkeit der Frage und um alle Mißverständnisse zu zerstreuen, wird sie dieses Telegramm dem französischen Bevollmächtigten mitteilen und da­von die Vertreter der übrigen Mächte in Algeciras verständigen. Die auf der Konferenz vertretenen Regierungen werden gleich« rtlls ve'stäudiat werden.

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Guiitttl mit uangauin,

u, LcotlS on, Toma­ns»'. WH itr p rogerie üe!,

Müller-Fulda Bedenken gegen daS Banderolensystem und beantragte Verweisung der Frage ün eine Subkommission.

Geheimrat Rheinboldt führt auS, es sei richtig, daß ein Zollzuschlag auf Nohtaback ungefähr das gleiche finan- zielle Ergebnis haben wird wie die Banderole, wenn der Zuschlag auf 200 Mk. für den Doppelzentner bemesten wird. Wenn der ausländische Tabak mit einem Zollzuschlag belastet ivuuutc |lU) vcll ........................ ... ............... ........ n.

wird, kann der inländische Tabak, der zu Zigaretten verwendet wobei man sich für die obligatorische Fortbildungs wird, nicht freibleiben. Die von reinen Zigarettenbetrieben "

hergestellten sonstigen Fabrikate sollen auch mit einem Zoll- f<u,fnJ a"«**cn zuschlage belastet werden. Die geniischten Betriebe sollen eine Rückvergütung für diese Fabrikate erhalten. Nach weiterer

politische Tagesschau.

Die Gesetzentwürfe zum preußischen Landtagswahlrecht.

Von welcher Seite man auch die Vorlagen von Gesetz­entwürfen, die sich mit den Wahlen zum preußischen Land­tage beschäftigen, betrachten mag, man kann sich der Ueber­zen gung nickst verschließen, daß ihre Veröffentlichung am Tage nach dem 18. März weiten Streifen als eine Antwort erscheint, die von der Regierung auf die Wünsche nach Abschaffung des Dreiklassen-Wahlsystems gegeben wird. Es fehlt denn auch nicht an Stimmen im liberalen Lager, welche diese Gesetzentwürfe wie einen Hohn auf die als notwendig erkannten Reformvorschläge, auf das Verlangen nach Einführung des gleichen, allgemeinen, direkten und geheimen Wahlrechts empfinden. Und nur der schwache Trost bleibt, daß sie bei der Verhandlung dieser Vorlage im preußischen Abgeordnetenhanse die Reform des prenß. Wahlrechtes zur Sprache bringen wollen. Lediglich die Konservativen freuen sich der Haltung der Regierung, welche mit einigen i hr notwendig erfcheinenden Verbesserungen Ernst macht, unbekümmert um Tentonstrationsversamm- lungeu der Sozialdemokratie, unbekümmert auch um die Wünsche aller derer, die die Zeit für gekommen erachten, eine gerechtere Anteilnahme an der Gesetzgebung auch den bisher an den Wahlen so gut wie unbeteiligten Bevölker- ungsklassen zu schaffen.

Tas eine geht aber aus allem hervor, daß bte prenß. Regierung nach wie vor sich in allen Fragen von Wichtig­keit auf die konservative Parte: zu stützen beabsichtigt, und nach wie vor alle Wünsche, die dieser Partei nicht genehm sind, unberücksichtigt lassen will. T-as preuß. Wahlrecht bleibt nach wie vor, wie verlautet, auf unabsehbare Zeit dasselbe.

Die portugiesische Politik,

Vie sich bekanntlich in der Richtung engsten Einver­nehmens ntit England bewegt, scheint wieder einmal klingenden Erfolg gezeitigt zu haben. DerVoss. Ztg." gehen aus Lissabon interessante Mitteilungen zu, die diesen Gedanken nahelegen. Zunächst verhandelt der Pyrenäen­staat mit der englischen Werft Armstrong wegen Lieferung zweier großer Panzerkreuzer. Tann ist die längst geplante Einrichtung einer direkten Schiffsverbindung zwischen Lissa­bon und Brasilien beschlossen worden, weil der Staat sich bereit erklärt hat zur Zahlung einer sährlichen Subvention. Schließlich beabsichtigt die portugiesische Regierung den Bau einer Eisenbahn in Mozambique, die em Konkurrenzunternehmen gegen die in Aussicht genommene deutsche Bahn zum Nyassasee dar- stellen und früher vollendet werden soll als die deutsche Bahn, um der Ablenkung des .Handels im süd­lichen Seen gebiet nach Deut sch ostafrika vor- znbe ugen. Ans seinen eigenen Staatseinnahmen und den inneren Anleihen soeben gelangte eine auch in Deutschland zur Einführung kann Portugal diese be­deutenden Aufwendungen nicht bestreiten. Es ist ihm also wohl vvn England in aller Stille ein neuer Kredit eröffnet worden, in Anerkennung seiner Ergebenheit gegen­über dem englischen Freunde, die sich sogar bereit finden läßt zur Anbahnung freundschaftlicher Beziehungen zu Spanien, weil eineEntente" zwischen beiden Pyrenaen- staaten der Londoner Regierung für ihre Mittelmeerpolitik zweckdienlich erscheint. *

Eine Ente!

TieSchlesische Volksztg." will aus angeblich bester Quelle erfahren haben, der Kaiser habe dein Fürsten Bülow ein Ultimatum gestellt, falls er bte Schaffung des Reichskolonialamts nicht durchzufetzen wisse; die Gründe seien lediglich in der Person des fimftigen Staatssekretärs des Reichskolonialamts zu suchen, der event. sogar Reichskanzler werden solle; auch im Auswärtigen Amt krisele es,weil dieHolsteinfrage akut geworden set.

TerDeutschen Tagesztg." zufolge ist an der ganzen Erzählung, soweit sie den Kanzler und das angebliche Ulti­matum anlangt, kein wahres Wort. Auch dieGer­mania" schenkt derartigen Gerüchten, die im Reichstage ebenfalls verbreitet waren, keinen Glauben und nimmt an, daß dies nur verbreitet werde, um für das Kolonfalamt .Stimmung zu machen»

Die Marokko-Konferenz.

DieNordd. Allg. Ztg." schreibt:

DerTemps" will in seinem gestrigen Leitartikel zur Ma- rokkosrage die Tatsackc abstreiten, daß der Ministerlvcchsel in Frankreick auf die Konferenzarbcit in Mgeciras verzögernd ein» gewirkt hat und ereifert sich gegen die angeblichdeutsche Obstruktion". Dieser Vor Wurf ist für jeden ruhigen Be­urteiler unhaltbar. Wir möchten fcststellen, daß erst am vorigen Samstag an den deutschen Delegierten von Radowitz eine Mitteilung des Herrn Revoil gelangt ist, aus ber über den Generalinspekteur der Polizei ein den Fortgang der Konferenz­arbeit ermöglickcndes Zugeständnis Frankreichs zu entnehmen war. Auf dieser Grundlage muß weiter verhandelt werden: überstürzen läßt sich die Entscheidung nicht. Die beutfdje Presse hat den Aufschub, ber durch den französischen Ministerwechsel herbeigeführt wurde, ohne Tadel noch Unmut ausgenommen: sie ist sogar den schwierigen Umständen, unter denen Herr Bourgeois die Meitersührung der französiscken Marokko-Politik übernommen hat, in unparteiischer Weise gerecht geworden und hat damit dem Temvs" ein nachahmenswertes Bcisviel gegeben.

Weshalb das Auswärtige Amt in dem halbamtlichen Blatt auch heute wieder, wie gestern, diese tadelnde Notiz veröffentlicht, ist nicht recht verständlich. In Algeciras ist nach den letzten Privatdepeschen eine Verständigung bevorstehend, und Auslassungen solcher Art unmittel­bar vor einer Einigung erscheinen wenig zweckmäßig. Wenn das offiziöse Blatt sagt:Ueberstürzen läßt sich bte Entscheidung nicht", so deutet das auf eine ziemlich um­ständliche Üeberlcgung, unb die Erwartung wird wohl wiederum enttäuscht werden, daß zu Ende dieser Woche die Konferenz ihre Hauptarbeit getan habe. Gegenüber dieser langsamen Arbeit der Diplomatie können die Parla­mentarier, denen man so oft Schwerfälligkeit im Beraten zum Vorwurf macht, sich einer ungeheuren Fixigkeit rühmen! Wir glauben, daß selbst eine parlamentarische Kommission, nur ans Juristen zusammengesetzt die be­kanntlich an Gründlichkeit etwas leisten, mit der Marokko­frage in der Höfte, einem Viertel der Zeit fertig geworden wäre. Mit soviel Aufwand anStaatsknnst" hätte am Ende auch das große Problem einer internationalen Ab­rüstung oder Rüstungsbeschränkung gelöst werden können. Daß da dieNordd. Ällg. Ztg." nichts VonUeberstürzung" wissen will, entbehrt nicht des .Humors, lieber Jahr und Tag arbeitet die Diplomatie an dem bißchen Marokko herum, werden von ihr mit der größten Feierlichkeit die paar Fragen der Organisation und deroffenen Tür" be­handelt. Wenn jede neue Streitfrage zu ähnlichen Weiter­ungen Anlaß gibt, so eröffnen sich recht erbauliche Aus­sichten für die Ruhe der Völker.

DemTemps" zufolge hat Gras Lamsdorss an den

Zweites Blatt 156. Jahrgang Mittwoch 31. März 1906

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Berlin bewillkommnet worden.

Kiel, 20. März. Prinz Heinrich von Preußen hat die Reise nach Karlsruhe, Darmstadt und Frankfurt a. M. aufgegeben.

Bremen, 20. März. Der Bürgerschaft ging ein Ge­setzentwurf zur Errichtung einer Kammer für Klein­handel zu, in welcher der bremische Kleinhandel die Ver­tretung seiner Interessen finden soll. Auch Frauen als Inhaberinnen von Geschäften erhalten das passive Wahl­recht.

O l d e n 6 u r g, 20. März. Die Staatsregierung beschloß, eine Vorlage auf Einführung des allgemeinen, gleichen und direkten Wahlrechts zugehen zu lassen.

Dresden, 20. März. Ter Verband sächsischer In­dustrieller beschloß, eine Gesellschaft für Streik­entschädigung zu gründen, sobald der Verein deutscher Arbeitgeberverbände eine zentrale Nückversicherungsgefell- schast gebildet hat.

Der Krieg in SÜdwesiafriKa.

Berlin, 20. März. (Amtlich.) Hauptmann von Bentiv e g ni mit der sechsten Kompagnie deS Feldregiments 2 durchstreifte von KeetmannShoop bte kleinen KaraSberge, unb erreichte an deren Südrand am 12. März eine große frisch verlaßene Werft. Er folgte der Spur des Feindes und stieß am 13. März bei ber Wasserstelle östlich ber kleinen Karasberge auf Hottentotten, bie nach kurzem Feuer- gefecht unter Zurücklassung von Reittieren, Vieh unb Haus­gerät nach den großen Karasbergen entflohen. Dank ber energischen Verfolgung würbe der Feinb am 14. März abends in den großen KaraSbergen nochmals gestellt und verlor drei Tote. 35 gesattelte Pferde und Maultiere, 97 Stück Großvieh und 280 Stück Kleinvieh wurden erbeutet. Die Bande war etwa 50 Gewehre stark unb setzte sich zusammen aitS BonbelswartS, Veldschoenbragern unb Bethaniem.