Erstes Blatt
156. Jahrgang
Donnerstag 23. August 1906
Die heutige Summer umfaßt 8 Seiten.
rsetzt-
-
Widerstand, ehedem der Seegeltung, sollte allen geben, daß
daß Zeit den Ab-
diese Folge unseres afrikanischen Feldzuges von den übrigen Kolonialoölkern gefürchtet wird.
Kaiser Wilhelm und König Eduard.
Die „Wiener Mlg. Korresp." erfährt aus Berlin, 6te Begegnung in Friedrichshof schon in naher rascheste Ergebnisse zutage fördern werde, da es in Jntensionen der beiden Souveräne gelegen sei, zum
Unsere Kolonisten.
Man schreibt uns:
Deutschland hat es verstanden, verhältnismäßig schnell eine der großen Vernachlässigungen wieder gut zu machen, die ihm die Geschichte seiner jahrhundertelangen Zerrissenheit oufgenötigt hatte. Dieses große Binnenland hat sich innerhalb 15 Jahren derart mit dem Seefahrergeiste erfüllen können, daß es heute eine vergleichsweise größere Marinereserve besitzt, als ältere Seestaaten. Aber für das andere Stück Zukunft, das auf oder über dem Wasser für uns liegt, für unsere Kolonialpolitik, besitzen wir diese Reserve noch nicht. Die jährliche Abstoßung eines uns erhalten bleibenden Kolonisten- Heeres ist noch keine normale Erscheinung im Budget unserer Weltmachtspolitik. Wir haben das beste Bauern- elernent auf der ganzen Erde, aber noch nicht verltanden, e§ für eigene Rechnung über See nutzbar zu machen. Der deutsche Pflug ist noch kein Jnventarstück in der Rüstkammer unserer Kolonialwirtschaft. Es ist nicht die Schuld unserer Kolonien. Große Territorien des Westens waren um kein Haar besser als unsere afrikan. Kolonien, viele unseren Besitzungen in der Südsce nicht vergleichbar. Es fehlten die Bahnen und es fehlte der Schutz. Die Karre Bauern wartet auf das rollende Rad der
schluß einer Entente zu gelangen, in der alle zwischen England und Deutschland schwebenden politischen Fragen eine entsprechende Lösung finden sollen. Wenn die darauf bezüglichen Verhandlungen fortgeschritten sein würden, dürste auch eine Begegnung des Reichskanzlers Fiirsten Bülow mit dem englischen Mini st er desAeußern stattfinden, wobei die endgiltigen Vereinbarungen getroffen werden würden.
Dazu erfährt das „B. T." aus unterrichteten Kreisen, daß es sich bei diesen Mitteilungen um freie Kombinationen handelt, aus den halbamtlichen, die Entrevue betreffenden Feststellungen war schon zu entnehmen, daß eine so gestimmte Form der politischen Beziehungen, wie es eine General-^Entente über alle schwebenben Fragen sein würde, in Friedrichsdorf nicht erörtert worden sein kann, ganz abgesehen davon, daß man von speziell schwebenden Fragen zwischen Deutschland und England überhaupt nicht sprechen kann. Es ist daher auch nur eine private Vermutung, daß man in deutschen Kreisen für nahe Zeit mit besonderen Folgen der Friedrichshoser Entrevue rechnet und daß man im Hinblick darauf eine Begegnung des Reichskanzlers mit dem englischen Minister des Aeußern vorbereitet. Man hält es für ausgeschlossen, daß aus Berlin von unterrichteter deutscher Seite eine so irrtümliche Aüs- legung der Friedrichshofer Zusammenkunft nach Wien gelangt sein kann. (
schaffen und Siedler abgeben, wird auch dieser der übrigens nicht so ausgeprägt erscheint, wie Widerstand gegen den Gedanken der deutschen einer besseren Einsicht Platz machen. Und es weiterblickenden Deutschen nicht zuletzt zu denken
Aus/Wes.
In Warschau wurde der Gendarmerieoberst Graf Steinbock-Fermor durch Rcvolverschüsse schwer verwundet.
Der deutsche Bizckonsul in Warschau, Baron v. Lerchenfeld, ist nach Lodz gereist, um die deutschen Staatsbürger, die bei der Schießerei am Mittivoch geschädigt wurden, zu vernehmen. Bacon v. Lerchenfeld soll mit allen deutschen Staatsbürgern, die geschädigt wurden, Protokolle! ausgenommen haben, damit später eine Gesamtforderung auf Entschädigung auf diplomatischem Wege eingereicht werden kann. Der englische Staatsbürger Roche in Lodz, dem eine Soldatenkugel ein Bein zerschmettert hat, ist gestorben. Seine Familie tritt mit einer Entschädigungsklage von 75 000 Rubel gegen die russische Regierung auf.
Leutnant Smirnski forderte den früheren Abg. Jakobsohu, der anläßlich der Judenhetzen in Bialistok die ganze russische Armee der Feigheit bezichtigt hatte, zum Duell.
Nr. 197
Erscheint täglich außer Sonntags.
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Anzeiger Gießen.
Bahn, seine Hacke auf das Schwert des Soldaten. Es scheint, als ob erst unsere Kolonialkämpfe berufen seien, den Weg zu einer planmäßigen und reichlichen Besiedelung unserer Kolonien zu eröffnen. Einer der tüchtigsten russischen SiedelungS- politiker, der in der Mandschurei Großartiges geleistet, äußerte sich vor kurzem, die deutscheTruppe in Südwestafrika sei das Dreifache wert, wie die 12 0 00 Weißen Rhodesiens. Deutschland verdiene keine Kolonien, wenn es nicht die Soldaten, die dort gefochten, auch ansässig mache. Aehnlich urteilt Dr. Karl Peters, dessen Erfahrung in der internationalen Kolonialpraxis auch von seinen Gegnern nicht bestritten wird. Wer das Material gesehen hat, womit Eng- land Neuseeland und Kanada besiedelt, und wer unsere Afrikaner am Werke gesehen, kann in der Tat keinen Zweifel hegen, daß jener Ruffe einen praktischen Wink gab. In unseren technisch und im kolonialen Truppendienst geschulten Kriegern haben wir nunmehr eine brauchbare kolonialpolitische Reserve. Der Gedanke einer Kolonialtruppe ist bei uns noch unpopulär, weil man nur die Ausgaben sieht. Aber wenn man erst sehen gelernt haben wird, wie Truppenkörper in unseren Kolonien das wirtschaftliche Treiben beleben, indem sie Märkte
Deutsches Reich.
Wilhelmshöhe, 22. Ang. Ter Kais er und- die Kaiferm unternahmen heute vormittag einen Spaziergang. Zur Frühstückstafel war Wirkt. Geh. Rat Prof. Dr. von Behring aus Marburg geladen. HofmarfchaN Graf v. Zeblitz-Trützschler ist hier eingetroffen.
Berlin, 22. Wug. Das Gut Köllmisch-Nausseden im Kreife Tilsit (Ostpr.) in du er Größe von 1350 Morgen, ist von dem Bevollmächtigten der v. Treßlerschen (Schreit- laugker) Erben an den Fiskus für den Preis von 175000 ML verkauft worden. Nach der „K. H. Ztg." erhält sich das Gerücht, daß der Kaiser Schreitlaugken kaufen werde ' Man glaubt in dem Verkauf des ein Vorwerk zu Schreitlaugken bildenden Gutes Köllmisch-Nausseden den ersten Schritt zur Anbahnung des Verkaufs zu erblicken.
— Zu den Geschäftspraktiken der Firma Tip p eis - kirchtu. Cie. liefert die „Lib. Korresp." folgenden Beitrag:
Bei der Postverwaltung erhalten alle Bewerber, die für den "Tropendienst als geeignet befunden sind, zugleich mit der Einberufung ein Zirkular, worin sie darauf aufmerksam gemacht werden, daß es sich für sie empschle, die für den ^ropen- dienst nötigen Requisiten sich durch die Firma Tippelskirch zu beschaffen, die hierin besonders leistungsfähig sei. Fn einem uns mitieteilten Falle hat ein .Postbeamter,, der zufästig die Be-
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politische Lagesschar».
Der Kaiser und die Kriegervereiue.
In der „Staatsbürgertztg." finden wir folgenden seltsamen Erguß:
,^öei einer Reise, welche ich dieser Tage nach dem Rheme machte, sind mir recht unliebsame Aeußecungen und Bemerkungen über ein Vorkommnis anläßlich der Reise Sr. Majestät zur Wahner Heide zu Ohren gekommen- sie haben mein patriotisches Herz tief betrübt, weshalb ich sie aussprechen muß, vielleicht werden sie an zuständiger Stelle gehört! Es war den Kriegervereinen gestattet worden, Spalier zu bilden; die Leute machten sich frei von der Arbeit, natürlich unter Geldopfern; Die Gemeinden bauten eine Allee von Masten mit Tannengrün usw., das kostet doch auch Geld. Was wollten die Leute? Die Grenadiere wollten ihren Kaiser sehen, ein Blick aus seinem lieben Auge sollte ihnen wo hl tun; sie wollten empfinden, daß sein Auge für sie noch da ist, damit sie neuen Mut zum schweren Kampfe ums Dasein und zur Betätigung patriotischen Gefühls schöpfen! Die Stunde kam nach langem Harren; endlich! Se. Majestät kommt! — ---
Eine kleine Wolke, — ein Rrrrr —, dann einige Wagen mit Gefolge — Majestät war im Automobil vorübergesaust! Seinen Blick hatte fein Krieger gesehen! Wer da weiß, mit welchen Opfern und Mühen es heute verbunden ist, in den patriotischen Vereinen die Liebe zu Kaiser und Reich wach zu erhalten, da die Mitglieder täglich und stündlich der Gefahr ausgesetzt sind, abtrünnig gemacht zu werden, der wird ermessen, wie verheerend solch ein Vorkommnis für die Vereine ist; dreisolcherFahr- ten und es existiert kein Kricgerverei'n mehr. Wäre cs bei den Dispositionen nicht möglich gewesen, den Aufenthalt auf Billa Hügel um einige Minuten zu kürzen, um in bequemem Tempo die Fahrt zu machen und den Leuten Gelegenheit zu geben, ihren geliebten Kaiser zu sehen?"
Wir haben denn doch eine andere Meinung von unseren alten Kriegern und allen Kriegervereinsmitgliedern und glauben nicht, daß ihre Liebe zu Kaiser und Reich durch solche Vorkommnisse erheblich ins Wanken gebrach! werden könnte. In den hessischen Orten, die der Kaiser aus der Fahrt von Homburg nach Gießen am 1. Mfi d. I. durchsauste, wird ganz gewiß niemand bei den nächsten Wahlen das Reich oder das Land entgelten lassen dafür, daß der Kaiser es nicht vorzog, statt des raschen Automobils sich etwa der vorsintflutlichen Postbummelkutsche mit altem verklungenen Serenissimus-Klimbim zu bedienen. Dazu find die Hessen denn doch zu vernünftig; ihre Gefühle nnd Meinungen lassen sie sich nicht so leicht erschüttern!
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Wegen nicht bewilligter
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Pfarrer D. Naumann und der Verein Deutscher Studenten.
Herr Hofprediger Fr. Germer in Gedern, A H. des V. d. St., der den entscheidenden Verhandlungen rn Kelbra beiwohnte, hat die Güte, uns folgendes mitzuteilen:
Der Verbandstagung, zu der jeder Verein für jedes angefangene 50 seiner Mitglieder einen Vertreter abordnet, lag ein Antrag vor, der sich gegen Naumanns Verhältnis zur Sozialdemokratie aussprach und darauf cchzielte, ihm den Austritt aus dem Verband nahe zu legen. Dieser Antrag fand insofern inhaltlich allgemeine Zustimmung, als kein einziger Vertrerer Naumanns Verhalten billigte. Er wurde aber trotzdem formell abgelehnt aus dem rein formalen Bedenken heraus, daß zur Zeit bei dem zuständigen Ehrenrate, des V. D. St. Leipzig, dessen A. H. D. Naumann ist, ein Verfahren gegen diesen schwebe, dem man nicht vorgreifen wolle.
Die in die Oefsentlichkeit gedrungene Resolution über die gegnerische Stellung des Verbandes zur Sozialdemokratie wurde gefaßt nicht von der offiziellen Vertretertagung, sondern von einer am selben Tage noch abgehaltenen Versammlung aller in Kelbra anwesenden aktiven V. D. St. und Alten Herren. Es mochten wohl gegen 400 sein. Diese Versammlung war, weil sie ja keinen sozusagen amtlichen Charakter trug, nicht wie die Vertretertagung an Rücksichten gegenüber dem Leipziger Ehrenrat gebunden. Die Veröffentlichung dieser Entschließung, die mit allen gegen rund 10 Stimmen angenommen wurde, war indessen Zunächst nicht vorgesehen; sie sollte nur für den Fall erfolgen, daß die Presse das Schweigen der Verbandstagung zu Naumanns Begünstigung der Sozialdemokratie falsch deutete. Daß namentlich die Presse der politischen Rechten das tun würde, par zu befürchten, da sie sich schon vor der Tagung mit der Frage beschäftigt hatte, ob D. Naumann im Verbände bleiben werde.
Wie es kam, daß dann die Resolution doch sogleich in den Zeitungen erschien, gehört nicht hierher.
Nach dem geschilderten Hergang ist es jedenfalls nicht zweifelhaft: der Kyffhäuserverband der Vereine Deutscher Studenten mißbilligt geschlossen, — von ganz, verschwindenden Ausnahmen abgesehen — Naumanns Zusammengehen mit der roten Inter- und ^tinationalen und erwartet, daß Naumann ehrlich und rücksichtsvoll genug sei, auch äußerlich aus einer Gemeinschaft zu s ch e i d e n, mit der ihn innerlich nichts mehr verbindet. Daß es kein Beweis von Takt ist, wenn N. sich dessen weigert, werden auch die zugeben müssen, die die Bestrebungen der Vereine deutscher Studenten mehr oder weniger mißbilligen.
Das sei noch ausdrücklich betont, daß kein Mensch in den Vereinen deutscher Studenten an Naumanns persönlicher Ehrenhaftigkeit und immensen geistigen Bedeutendheit zweifelt. Sie mußten sich von N. lossagen und sein Ausscheiden wünschen, da sie in nationalen Fragen nicht —, zum Unterschiede von den anderen großen studentischen Verbänden — „voraussetzungslos" sind, sondern durch Satzung und Geschichte in bestimmter Richtung festgelegt sind.
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Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen MW
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zugsquelle der Firma Tippelskirch in Erfahrung gebracht hatte, für dieselben Schuhwareu, wofür die Firma Tippelskirch' 35 Mk. forderte, bei der Lieferantin von Tivpelskirch 18 Mark bezahlt.
— Zu den Meldungen, daß der frühere Kolonialdirektors Stübel, als ihm und dem LandtvirtschaftSminister nach- gesagt wurde, daß sie bei Tippelskirch beteiligt feien,, gegen einzelne Blätter klagbar wurde, Herr v. Podbielski aber nicht, bemerkt die „Frtf. Ztg.":
Wir glauben, zu wissen, daß Herrn v. Podbielski damals vom Reichskanzler in irgend einer.Form, Vielleichtinder einer Anfrage ober des guten Rats nahe gelegt worden sei,, gleichzeitig Strafantrag zu stellen. Podbielski aber lehnte in seiner für gewöhnlich jovial bezeichneten, eigentlich^ aber auch anders zu charakterisierenden Art mit den Worten abn „Wo werde ich denn, Stübel ist beleidigt, weil er Einfluß auf) die Vergebungen von Lieferungen hat, ich nicht." Gleichzeitige erließ Herr v. Tippelskirch eine entsprechende Erklärung. Damit war der Versuch, damals eine Klärung der ganzen Angelegenheit: herbeizuführen, gescheitert.
— Ein Denkmal für Eugen Richter soll inj seinem Wahlkreise Hagen-Schwelm errichtet werden.! Tas Vorkaufsrecht für einen dem Hagener Stadtpark bewacht barten Berg, soll fichergestellt sein.
Ausland.
London, 22. Aiug. Nach Meldungen aus Peking er-, hält sich dort das Gerücht, daß die Kaiserin-Mütter beabsichtige, einen Ausschuß einzusetzen, welcher beauftragt toeix den soll, eine Verfassung für China auszuarbeitem,
— Ein Korrespondent behauptet, Kaiser Wilhelms habe mit dem engl. Unter st aatssekretär des sAfuAi nxrrtigen in Friedrichshof eine längere Unterredung gehabt.
Paris, 23. 'Slug. Ein Mitarbeiter des „Temps" hatte; in Tournay mit dem Kardinal Pincenzo Vanu-i telli, der sich vom Kongreß der belgischen KathollkenI nach Essen begab, eine Unterredung, in welcher der Kar-i dinal in bezug auf die durch das Treu nun gsgesetzs geschaffene Lage unter anderen die Ueberzeuguug aussprach^ daß nur sehr vereinzelte Geistliche sich gegen die Bischifies auflehnen werden. Es sei zu befürchten, daß der Konflikt in Frankreich, wo die Mäßigung keineswegs zu einer vor-, herrschenden Eigenschaft der exttemen Parteien gehöre, zurs Konfiskation der Kirchen und zur Einsperrung ders Bischöfe und Priester führen werde. Wenn dies französische Regierung zu solchen äußersten Maßnahmenj und zu solchen Gewalttätigkeiten greifen sollte, danns würde in der öffentlichen Meinung ein plötzlicher Um-- schwang erfolgen und diese Gewalttätigkeiten würden nur# von kürzer Taner sein.
Marseille, 22. Aüg. In der Wohnung des ver°s hafteten Schuhmachers Cirillo fand gestern eine neue Hausi suchung statt, bei der weitere kompromittierende Papieres gefunden wurden. Bei dem Verhör wiederholte Cirillos daß die aufgefundene Bombe von einem jungen Manns herrühre, der ihm ein paar Schuhe zur Reparatur gebracht habe und den er nicht kenne. 1
Madrid, 22. Aug. Tie Polizei verhaftete in Zafar-i raya (Granada) einen Mann. Er versuchte ein Stück Papier zu verschlucken, auf dem sich eine chemische Formel zur Her-, stellung von Explosivstoffen befand. In seiner Handtasche^ wurden eine Bombe und zwei Revolver gefunden. Eine zweite Bombe beschlagnahmte die Polizei auf die Aussagq des Verhafteten bei einem Zimmermann.
Newy or k, 22. Äug. Unter den Deutsch^Amerikanems der Union wird eine Bewegung inszeniert, um den Be-i such des Kaisers Wilhelm in den Vereinigte ns Staaten zu veranlassen. St. Louiser Bürger wähllen eins Komitee, das dem Kaiser persönlich eine .Einladung ders amerikanischen Deutschen überbringen soll. Wahrscheinlich werden auch andere Städte Delegierte abordnen, um diesem Vorgehen größeren dtachdruck zu verleihen. Botschafter; Frhr. o. Sternburg erllärte, daß in diesem Jahre kein Mll<^ glied der kaiserlichen Familie nach Amerika kommen würde.s
Habana, 22. Aug. In der Provinz Pinar bei Rio haben sich die Aufständischen der Stadt San Luis bemäch-, ttgt, wobei eine Anzahl von Personen getötet und ver-i wundet wurden. Die Stadt San Luis wurde durch 100 Manns Landgendarmerie verteidigt, von denen sich 50 den Aufstän-^ bischen ergaben. Mit ber Einnahme von San Luis haben bie Aufstänbischen einen wichtigen Stützpunkt für bie Durch-, führung künftiger Operationen gewonnen. Ter Präfibent von Kuba, Tomas Esttaba Palma, erklärte gelegentlich eines Interviews, baß angesichts ber geringen Ausbehnung ber revolutionären Bewegung kein Grunb zur Beunruhigung« vorliege.
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