Stadt
vvn
Frnnkfurter Börse. 21. Februar, 1.15 Uhr.
Reichsanleihe
. 101.0
Oberschles. Eisen-Industrie 129.25
113.50
Börse, 21. Februar. Anfangskurse.
165.70
. 245.50
. 128.20
Laurahutte .
Nordd. Llovd
. 24.75
. 143.50
. 133.50
. 174.00 . 149.20 . 241 90 . 182.60 . 189.30 . 165.70 . 210.70
Harpener Bergwerk Laurahütte . . Lombarden E. B. Nordd. Lloyd . . Türkenlose . . .
Elektriz. Lahmeyer . . Elektriz. Schuckert . . . Eschweiler Bergwerk .
Gelsenkirchen Bergwerk .
Hamburg - Amerik. Paketf. Harpener Bergwerk. . .
Passanten fanden den Uebersallenen uns sorgten dafür, daß er nach dem Bürgerhospital gebracht wurde.
Berliner Handelsges. . Darmstädter Bank . . Deutsche Bank .
Deutsch-Asiat. Bank Diskonto-Kommandit. . Dresdner Bank . . Kreditaktien . . . .
Baltimore- und Ohio-
Eisenbahn . . . .
Gotthardbahn . . . .
Lombard. Eisenbahn . Gestern. Staatsbahn . . Prince-Henri-Eisenbahn
do. Konsole do. Hessen . . Oberhessen
3% 3^°/b 3% 3^70 3%7n
Berliner
Canada E. B. . . . Darmstädter Bank .
Deutsche Bank
Dortmunder Union C.
Dresdner Bank . .
Tendenz: still.
oenommen werden, datz die Angeklagten den Diebstahl gemeinschaftlich ansgeführt haben. Zur Charakterisierung der Angeklagten, hatte die Staatsanwaltschaft zwei weitere Zeugen geladen und Akten des Untersuchungsrichters zu Aschaffenburg zur Stelle geschafft, wodurch festgestellt wurde, das; die Angeklagten eines Straßenraubes dringend verdächtig sind. Mit Rücksicht auf die Gerneingefährlickkeit wurde gegen W. auf 3 Jahre 6 Monate und gegen A. auf 3 Jahre Zuchthaus erkannt, ihnen die bürgerlichen Ehrenrechte auf 5 Jahre abgespvochen und beide unter Polizeiaufsicht gestellt.
245.00
131.50
verordneten-Versammlung zu Frankfurt a. M. beschloß, der Magistrat solle dahin wirken, daß die Berliner Heimarbeitausstellung nach Frankfurt u. M. komme; sollte dies aber, da die Berliner Ausstellung bereits am 28. Februar geschlossen wird, unmöglich sein, dann soll die Stadt Frankfurt sofort die nötigen Schritte tun, eine eigene sozialpolitische Ausstellung in Bälde in Frankfurt zu veranstalten und zwar unter besonderer Berücksichtigung der Heimindustrie.
* Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. In Bad-Nauheim beabsichtigt die Frankfurter Wach- und Schließgesellschaft einen Nachtmachtdienst einzurichteu.
. 245.00
. 24.90
. 128.25
. 145.60
. 89.00 . 101.25 . 89 05 . 99.90
143.50
131.75
260.00
226.50
166 00
216 00
. 149.30
. 241.75
100.90
101.50
96.15
106.50
68.80
69.50
92.10
94.60
93 30
145.40
53.70
92.00
67.50
96.70
Gerrchtsscral.
--- Lauterbach, 19. Febr. Tas hiesige Schöffe«- g c r i ch t verurteilte den 20 Jahre alten Msergesellen H. W.
hier wegen Körperverletzung zu 6 Monaten Gefängnis, 133 Mark Buße und Tragung sämtlicher Kosten. W. hatte fn der vergangenen Silvesternacht einem hier bediensteten Knechte int Streit nm ein Frauenzimmer eine gefährliche Stick)wunde am Halse beigebracht, so daß der Verletzte längere Zeit im
TeBefomsch® BCursbe^ichte
des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Giessen.
SMÖi Mttö Caitö»
Gießen, 21. Februar 1906.
L. U. Landes-Universität. Dem Assistenten am landwirtschaftlichen Institut der Landes-Universität Dr.Wilhelm Kl e berge r wurde bie venia legendi bei der philosophischen Fakultät für das Fach der Landwirtschaft erteilt. Seine Habilitationsschrift handelt über: Die Entwickelung des landwirtschaftlichen Betriebes unter deut Einflüsse der Feldbereinigung (untersucht in einigen Orten des Kreises Friedberg).
” Die Fleischpreise. Wie uns aus zuverlässiger Quelle mitgeteilt wird, behaupten sich die gegenwärtigen außerordentlich hohen Schweinepreise und zeigen eher noch eine steigende Tendenz. Auch in anderen Gegen- -dcn wird das gleiche beobachtet. So werden z. B. in Metz 92 Pfg. für das Pfund Schlachtgewicht gefordert und selbst bei diesen Preisen konnte nur ein Drittel dc§ Bedarfes beim letzten Markt gedeckt werden. Die dortigen Metzger wollen nunmehr den Versuch machen, geschlachtete Schweine aus Paris zu beziehen, da dort die Preise niedriger sind. Auch in unserer Nachbarstadt Wetzlar herrscht trotz außerordentlich hoher Preise Mangel an Schlachttieren. Ein kürzlich dort weilender höherer Beamter der Rheinprovinz erklärte, daß zwar genug Schlachtschweine vorhanden seien, aber zwecks Erzielung noch höherer Preise mit dem Angebot zurückgehalten würde. Bei dieser Sachlage sind die Metzger genötigt, sich zur Deckung ihres Bedarfs nach anderen Bezugs- quellen umzutun. So haben, wie wir kürzlich mittcilten, sich die Gießener Metzger entschlossen, zunächst versuchsweise geschlachtete Schweine aus Holland zu beziehen und die erste Sendung, ca. 40 Stück, wird am nächsten Montag hier eintreffen.
** Der Lesehalleverein hält herrte abend 8 Uhr seine diesjährige ordentliche Mitgliederversammlung im Cafe Ebel ab.
•* lieber d ie Vertilgung der überwinternden Schnaken vermittel st Ausbrennen der Keller ist von der Großh. Bürgermeisterei Gießen eine Bekanntmachung im amtlichen Teil der heutigen Nummer erlassen worden, worauf wir besonders Hinweisen.
*• Des Großherzogs Familienname. In der Stadtknabenschule ftagte der Lehrer einen 11jährigen Schüler, nachdem er von Ludwig dem Eisernen gesprochen, wie der jetzige Landesfürst heiße, worauf prompt die Antwort erfolgte: „Ernst Ludwig." »Sage einmal, Karl", so fragte der Pädagoge weiter, „hat denn der Großherzog auch einen Familiennamen?" Der Knabe schmieg. „Heißt er vielleicht Müller oder Schulze oder wie sonst mit seinem Vaternamen?rt Der Gefragte hatte darauf keine Antwort, ebenso schweigen die übrigen Buben der Klasse verlegen. Da meldet sich blitzenden Auges der Meine Fritz, der sonst sich durch große Unwiffenheit auszeichnet, und erklärt: „Der Großherzog heißt Ernst Ludwig Heil." Es ist dies die Schlußstrophe der hessischen Nationalhymne.
A Alten-Buseck, 20. Febr. Am Samstag fand beim Gastwirt Rabenau eine stark besuchte Versammlung zur Gründung eines Bürgervereins statt. Die Statuten wurden von ca. 70 Bürgern unterzeichnet. Zum Vorsitzenden wurde Wilhelm Kahl gewählt.
§ Launsbach, 20. Febr. Durch Spielen am Ofen wurden hier vier Kinder durch Brandwunden verletzt. Das eine Mädchen eilte mit brennenden Kleidern auf die Straße und wurde von einer zufällig vorübergehenden Frau mit einem Eimer Wasser übergossen. Leider war das fünfjährige Mädchen am ganzen Körper mit Brandwunden bedeckt. Lebensgefahr soll bei keinem der Kinder vorhanden sein.
Orrginal-Drahtmel-r-irgen.
Berlin, 21. Febr. Der d e utsche H a n o clst a g nahm folgende Resolution an:
"Ter ^andelc-tag erkennt die Notwendigkeit an, daß rut Orb« mmq be§ Reichsbaushalts neue Steuern einqefnbrt werden und Spricht insbesondere zur Ausbringung von Mitteln aus, durch welche un Interesse aller Kreise des Volkes die erforderliche W e h r- krait des Reiches zur See ermöglicht wird. Bei der Auswahl der weiter erforderlichen Steuern ist darauf Bedacht zu nehmen, daß sie n i ch t einzelne G e w e r b e z w e i g e Vorzugs-- ro e,11 ° be ( a si en und daß sie nach dem Grundsatz der Le ist ungs^ f a h l g r e t t erhoben werden."
Arbeiterbewegung.
, , ?i u m e , 20. Febr. Dio Arbeiter der Papier-, Tabak-, Scho- kosade-, Vetrolemn-, ReErnel- und Torpedofabriken traten heute 'n den^Ausstand. Tic Anzahl der Ausständigen beträgt 5000, sie fordern Lohnerhöhung.
Vermischtes.
Der nc u e ste E i sen b a bn u n f a l l. Bei Mockrehna sPrvv. Sachsen) fulyren zw-ei Gnterzüge aufeinander, tvobei ein Breniser getötet, 2 Maschinenführer verletzt und 10 bis 15 Wagen total zertrüntmert wurden.
* Kleine Tages chronik. Der vor einigen Tagen unter dein Verdacht, bei Ausübung seines ärztlichen Berufes an einem 15 Jabre alten Mädchen ans Mechtersheim ein vollendetes Sittlichkeitsverbrecken verübt zu haben, in Untersuchungshaft genommene praktische Arzt Dr. Tändler von Speyer wurde gegen eine Kaution von 25 000 Mark wieder auf freien Fuß gesetzt. Dr. Tändler stellt, wie verlautet, die ihm beigemessene Ltraftat entschieden in Abrede. — In Gelsenkirchen wurde ein Ehepaar verhaftet unter dem Verdachte, von seinen eit 1897 geborenen a chtKindern sieben kurz nach der 0-e- burt g et ö te t^zu haben. — Der „Obersckst. Grenzztg." zufolge wurden bei 5 ^chulknc bcn in Z a l e n z e r h a l d e im Nacken und am Halle einander aufs Haar ähnelnde Brandwunden festgestellt, die den Knaben nach ihrer Aussage von ihrem L e h r e r mit einem heißen Ofenhaken beigebracht worden sind. — Der Chef >cr EdelsteinSkommissionssirma Hermann Mayer in Wien ist eit dem 13. Februar fluchtig.
4% Öesterr. Goldrente. . 4*/5 % Oesterr. Silberreute 4%' Ungar. Goldrente . . 4% Italien. Rente . . . 3?o Portugiesen Serie I 39o Portugiesen „ TU 4%°/0 russ.Staatsanl. 1905 4%° n japan. Staatsanleihe 1 % Conv. Türken von 1903 Türkenlose......
4% Griech. Monopol-Anl. . 4% äussere Argentinier . 3°/0 Mexikaner .... 4%% Chinesen ....
Aktien:
Bochum Guss.....
Buderus E. W.....
Tendenz: schwächer.
Geheimrat Arn hold-Berlin befürwortete folgende An^ träge: „Festsetzung der Preise für einfache Fahrkarte» auf die Hälfte der jetzt in Vreußcn für gewöhn-! liche Rückfahrkarten gültigen Preise, unbeschadet der be-i stehenden besonderen Vergütigungen für den Nah- und Vor> ortverkchr, Beseitigung derZuschläge für die Benutzung der Schnellzüge, erhebliche Ermäßigung der Gepäck- frachten unter Belastung des Freigepäcks und Beibehaltung der 4. Klasse. Diese Forderungen wurden angenommen. Daraufhin wird die Vertagung des Handelstages beschlossen.
Berlin, 21. Febr. Der frühere Arbeiter Hugo Günther, denn der Abteilung der Strafgefangenen in der CharitS sntCr^rC-rLrcar' l? entwichen. Bisher ist es nicht gelungen, des Fluchtigen habhaft zu werden, jedoch ist man'ihm bereits auf der Spur.
s. 2L ^br. Der Staatsanwalt erhob gegen
die sozialdemokratische „Tribüne" 7 Anklagen Sri auf“'«ul’9 -u ®eroa(ftäti9Mcn durch
BrahlrechtSartikel,
^0. Febr. Die „Evening News" melden aus Pinn nL r^n 0"g Glichen Kasernen zu Kart um er.
1* «• ftv.«-y S
bcmi, baß eine dritte Macht, vielleicht Amerika interveniert um zu versuchen, eine Verständigung noch in letzter StundA
Gießener Strafkammer.
)( Gießen, 20. Febr.
In der Nackt z-nm 28. v. M. kam der Hausierer R. H. M. ans Zeitz in die Kneipe von Gewerbeakademikeru 511 F-riedberg, einen Arm m der Binde tragend. Er bot Ansicktskarten zum Verkauf an und _ erregte das Mftleid der Anwesenden durch Erzählen von Unglückssällen, die ihm in Gruben zugestoßen seien. Es wurden ihm Getränke verabfolgt, und die Gewerbeschüler beschenkten ihn mit Geldbeträgen. Dies belohnte er dadurch, daß er bei seinem Weggang einem Gaste Heberzieher und Hut, der auf dem Vorplatz hing, mitnahm. Man merkte alsbald den Diebstahl und es gelang, den Dieb kurz darauf in der Nähe von Nieder-Wöllstadt festzunehmen, wobei es sich herausstellte, daß es sich um einen vielfach vorbestraften Menschen handelte, der erst eine Woche vorher das Zuchthaus verlassen hatte. Aus Borstrafakten wurde festgestellt, daß es seine Spezialität ist, gelegentlich des Hausierens in Wirtschaften Kleider usw. rnit- zuuehmen, was ihm in Frankental den Spitznamen „Paletot- minbcr" eintrug. Wie hier, so schützte er auch in früheren Fällen sinnlose Trunkenheit vor, unter der Behauptung, es sei ihm Branntwein in das Bier geschüttet worden. Da es sich um einen Dieb handelt, bei dem von Besterung keine Rede sein kann, sah sich das Gericht im Interesse der Allgemeinheit veranlaßt, ihn möglichst lange der menschlichen Gesellschaft fernzuhalten, weshalb es ihm 3 Jahre Zuchthaus zudiktierte, ihm die bürgerlichen Ehrenrechte auf 5 Jahre aberkannte und ihn unter Polizeiaufsicht stellte. — tzlelegentlich der Revision der Standesregister, stellte die Aufsichtsbehörde fest, daß der Standesbeamte H. P. von M a s s e n h e i m im vorigen Jahre eine Eheschließung vorgenommen hat, wobei er gegen die Bestimmungen des bürgerlichen^ Gesetzbuches verstoßen hat, da der Bräutigam noch nicht volljährig war. Der mit Arbeiten überlastete Beamte, dem von sämtlichen Behörden das beste Zeugnis ausgestellt wird, gab glaubhaft an, es haben zwingende Gründe die baldige Eheschließung wünschenswert gemacht und durch das Drängen der Eltern der Brautleute, habe er die einschlägigen Bestimmungen nicht näher angesehen. Die Staatsanwaltschaft beantragte nur eine Geldstrafe von 10 Mark^ dock das Gericht erkannte mit Rücksicht auf das hohe Interesse, das der Staat an der Befolgung der Gesehesvorschriften hat, auf 25 Mark, indem es hervorhob, daß es die Pflicht des Angeklagten gewesen wäre, sich mit seiner Instruktion eingehend zu befassen. -- Wegen eines frechen, an Straßenraub grenzenden Diebstahls, hatten sich die Gelegenheitsarbeiter W. W. aus Georg-Marienhütte, wohnhaft in Bürgel, und Hermann H. A. aus Niederplanitz, ohne festen Wohnsitz, zu verantworten. Ein Fuhrmann, der regelmäßig für Händler aus Echzell und Umgegend mit Butter, Geflügel und Wild nach Frankfurt a. M. fährt, fuhr in der Nacht zum 2. Dezember v. I. mit zwei schwer beladenen Wagen genannten Weg. Er befand sich beim vorderen Wagen, während fein Schwager den hinteren lenkte. Morgens gegen 4 Uhr wurde zu Vilbel in einer Wirtschaft ausgespannt. Bei der Ankunft in Frankfurt gewahrten sic, daß ihnen fünf Körbe vvn 400—500 Mark Wert, wovon einer 145 Pfund wog, fehlten. Der Fuhrmann setzte den Wirt in Vilbel telegravhisch von dem Diebstahl in Kenntnis und dieser beobachtete nun den Tag über sämtliche nach Frankftirt ziehenden Fuhrwerke. Gegen 2 Uhr mittags fuhr ein leichter Wagen, der aussah, als befänden sich Körbe darauf, die genannte Richtung. Er schickte einen Arbeiter nach, der zum Schein fragen sollte, ob er mit nach Frankfurt fahren könne. Kaum hatte er sein Vorhaben vorgebracht, als ein Mensch vom Walde her kam und bemerkte, er möge machen, daß er fort komme. Diese Wahrnehmungen teilte er dem hinter ihm herkommenden Wirt mit, der mit Hilfe eines Fuhrwerks und eines radfahrenden Postbeamten das Gefährt bis nach Frankfurt verfolgte und die Polizei von der Sache verständigte. Als ein Schutzmann erschienen war, sagte der Wirt den Angeklagten inS Gesicht, daß sie die Sacken gestohlen hätten, worauf A. einen Fluchtversuch unternahm, aber sofort eingeholt wurde, während' W. behauptete, int Auftrage des A. die Sachen ^dahin gebracht zu haben, ohne zu wissen, wo sie her seien. Später kam A. mit dem Märchen, er habe unterhalb Vilbel zwei Männer beobachtet, die sich zusammen besprachen unbjnit dem Bemerken fortgingen, ernt Abend wieder an genannter Stelle zu sein. Bei näherem Nachsehen gewahrte er die mit Gänsen gefüllten Körbe. Trotzdem er annahm, daß die Gegenstände gestohlen seien, habe er sich entschlossen, sie in Frankfurt zu verwerten. Zn diesem Zweck wollte er sich zu seinem Freund W., von dem er wußte, daß er ein eigenes Fuhrwerk habe, begeben; er habe ihn in Offenbach getroffen und dieser^ habe sich bereit erklärt, um den Fuhrlohn von 15 Mark ■ die Sachen nach Frankfurt zu fahren. Der Dienstherr des W. 1 bekundete, daß dieser ihn am fragt. Tage unter her Vorspiegelung, es sei einem Bekannten das Pferd lahm geworden, zur Ueber- ; lassung seines Gefährts bewog. Nach der Sachlage muß an-
Darmstadt, 20. Febr. Das Großherzogspaar reist bereits am 2 3. d. Mts. mittags nach Berlin ab und wird am 1. März wieder zurück erwartet. (F. Z.)
R.. 8. Darmstadt, 20. Febr. Die gemeinsame Sitzung der Finanzausschüsse beider Kammern zur Beschlußfassung über den Staatsvoranschlag fand heute nachmittag 3-/, Uhr statt und nahm nur P/9 Stunden in Anspruch. Die Verhandlung drehte sich in der Hauptsache nur um.etroa ein halbes Dutzend Dissense, nämlich um die schon erwähnten Etatsabänderungen durch den Ausschuß der 2. Kammer. Der Finanzausschuß der 1. Kammer stellte sich diesen Beschlüßen gegenüber durchweg auf den Boden der Regierungsvorlage, während der Ausschuß der 2. Kammer im Allgemeinen auf seinen früheren Beschlüßen beharrte. Bezüglich der vom Ausschuß der 2. Kammer beschloßenen Zurückstellung der Forderung für das Domanialgut Rockenberg, die Gendarmenwohnhäuser und das Steuerkommissariatsgebäude zu Heppenheim wurde eine Lokalbesichttgung beschloßen, eingehend debattiert wurde auch über die vom Ausschuß der 2. Kammer gestrichene Forderung von 8000 Mark Jahresbeitrag und 3000 Mark einmalige Zahlung an die Molkcrci- schule Lauterbach. Der Ausschuß der 1. Kammer kam schließ- Uch zu dem Vermittlungsvorschlag, für dieses Jahr noch einmal den früher ausgeworfenen Betrag von 6000 Mark zu bewilligen, der vor einigen Jahren auf 8000 Mark erhöht wurde. Da auch die Regierung der Anschauung sein dürfte, daß eine plötzliche Ablehnung des ganzen bisherigen Staatszuschußes nicht anempfohlen werden lonne, wird sich voraus- fichlich auf der Basis des Vorschlags der 1. Kammer eine Verständigung mit der 2. Kammer über diesen Punkt erreichen lassen.
Mainz, 20. Febr. Eine sensationelle Verhaf- tung erfolgte am Samstag Abend auf Antrag der Staats- anwaltschaft. Wegen Falschspiels wurde ein Kurzwaren- yändler aus der Gymnasiumsstraße und ein Geflügelhändler engros verhaftet. Letzterer war gerade im Begriffe, den Maskenball in der Stadthalle zu besuchen und befand sich in Lackstiefel und Frack. Unter anderem sollen dem Oberkellner eines Hotels 800 Mark im Spiel abgenommen worden sem. Auch ein hiesiger Schauspieler hat über Verluste zu klagen. (F. Z.) 0
fc. Frankfurt, 20. Febr. Ein frecher Raub- anfall wurde gestern abend nach 11 Uhr in der Taunus- anlage verübt. Der Obkrpostassistent Friedrich Koch ein Mann in den Fünfzigern, erhielt plötzlich von hinten einen Schlag auf den Kopf, daß er hinstürzte, wobei er noch das Unglück hatte, ein Bein zu brechen. Der unbekannte Täter entriß ihm die goldene Uhr mit Kette und entkam.
hiesigen K'rankenharife beh.mdelt werden mußte.
Berlin, 20. Februar. Die Strafkammer des Landgerichts I verurteilte gestern die Anarchisten Goldarbeiter 2ldolf Poßwaag und Hutmacher Fritz Müller auf Grund der §§ 110, 111 und 130 des Strafgesetzbuchs zu je sechs Monaten Gefängnis und den Tuchmacher Fraubose wegen Vergehens gegen die §§ 7 und 18 des Preß- gesetzeS zu 2 0 0 M ark Geldstrafe.
Lübeck, 20. Febr. Die Strafkammer verurteilte den Oberlehrer Kurt W rede wegen Vornahme imzüchtiger Handlungen an Knaben ;it 2 ?■ " b r e n G e f ä n a n i s.
HEdel und Verkehr, Volkswirtschaft.
Köln, 20. Febr. Hier wurde heute eine Deutsche Ge-, feilsch aft zur Verwertung ton Zuckerschnitzel (Patent Steffen) G. m. b. H. mjt einem Kapital von 1 500 000 Mk. gegründet. Der Sitz der Gesellschaft ist Köln. Gesellschafter finb' u. xiT. die Herren Gottlieb, Fritz und Dr. Hans Langen, der A. Schaafshansensche Bankverein, sowie Dr. Flecken, Direktor der Zuckerfabrik Brühl. Zweck der Gesellschaft ist die Verwertung der Karl Steffen in Wien gehörigen deutschen Patente betreffend das Brühverfahren bei der Sastgewinnung und der Futtererzeug- img in den Zuckerfabriken.
Kal is Y nd i ka t. Nack der ersten Begeisterung über die Beilegung der Differenzen hat wieder eine kühlere Beurteilung die Oberhand gewonnen, da man annimmt, daß noch eine beträchtliche Zahl von Schächten sich 5um Beitritt ins Syndikat melden wird und dadurch die ^Schwierigkeiten nur noch mehv wachsen. Bemerkt sei bei dieser Gelegenheit noch, daß dev Absatz in Kalisalzen seit Anfang Januar lebhafter wurde. Dia Syndikatswerke sind kaum mehr in der Lage, die Anforderungen zu beftiedigcn. Es ist anzunehmen, daß die Erträgnisse dep einzelnen Kaliwerke erhebliche Fortschritte zeigen werden.
Märkte.
fc. Frankfurt a. M., 20. Febr. £3 e it- und Stroh- markt. Man notierte: Heu Mk. 3.50 bis Mk. 3.70, Stroh Mk. 2.60.—2.80 Alles per 50 Kilo. Tendenz fest.
fc. Frankfurt a. SOL, 21. Febr. 'Orig.-Telegr. des „Gieß. Anz.B V i e h m a r k t. Zum Verkaufe standen 00 Kälbey 00 Schale und Hammel, 1647 Schweine; 1. Qual. 82-00 Pfg^ Lebendgewicht 64.00—00.00 Pfg., 2. Qual. 81 Pka., Lebendgewicht 63.00—00 Pfg., 3. Qual. 73—75 P?g. Kälber 1. Qual. 00—00 Ps., Lebendgewicht 00—00 Plg., 2. Qual. 00—00 Pfg., Lebendgewicht 00—00 Pfg., Schlachtgewicht 00—00 Pfg. Schale 1. Qualität Schlachtgewicht 00-00 Pfg., 2. Qualität 00—00 Pfg. Geschäft 2 Markt mittelmäßig, Neberstand unbedeutend. Aus Holland kamen, 63 geschlachtete Schweine.
w. Frankfurt a. M., 20. Febr.


