sind in Holland selbst so gering, daß die Regierung es unternimmt, Kreditfordcrungen für Heer und Flotte vorz übereilen in einer Höhe, wie sie nicht entfernt m Frage kamen während des russtsch-japamschen Krieges, als die Gefahr bestand, daß die Neutralität Holländisch-Jndiens durch die vorhandenen Streitkräfte nicht geschützt werden könne. An Abrüstung, für die auf der zweiten Friedenskonferenz Propaganda gemacht werden soll, denkt also nicht einmal ein politisch ' neutraler, der Kriegsmöglichkeit fernstehender Staat, wie Holland. Ganz und gar nicht darf daran denken der Herrscher, der die Anregung gab zur Einrichtung der Friedenskonferenzen und des internationalen SchiedSgerichts- hofes: der Zar. Denn seiner Regierung letzte und fast schon jetzt alleinige Stütze ist das Heer. Der Zar mag damals, als er sein Friedensmanifest der erstaunten Welt unterbreitete, nicht mit der Möglichkeit baldiger und elementarer Umwälzungen in seinem eigenen Lande gerechnet haben. Nach Lage der Dinge aber kann die zweite Friedenskonferenz kaum eine andere Bedeutung erlangen als die einer bitteren Ironie der Geschichte, einer Aufforderung an Rußland, mit dem Friedensprinzip zunächst einmal im eigenen Hause Ernst zu machen, das eigene Land von Belagerungszustand und Kriegsrecht, von Polizeiwillkür und privilegiertem Meuchelmord freizumachen. Möglicherweise, man darf wohl sagen: hoffentlich wird auf der Haager Konferenz dem Vertreter Rußlands zur Erkenntnis gebracht, wie einmütig die Kulturstaaten das Verhalten der russischen Regierung dem Volke gegenüber mißbilligen. Es wäre solche Erklärung eine internationale Errungenschaft, die der zweiten Friedenskonferenz trotz zweifelloser sonstiger Erfolglosigkeit Wert gäbe.
Die Meutereien in Südwestafrika.
Die „Nordd. Allg. Ztg." meldet heute offiziös:
„Die telegraphischen Ermittelungen, welche auf Grund der Mitteilungen des „Vorwärts" über ernste Fälle von Meuterei bei der Schutz truppe in Sud west - a f r i k a beim Kommando der Schutztruppe sofort angestellt wurden, ergaben folgendes:
1. Seit Beginn des Aufstandes sind Fälle tätlichen Vergreifens an Offizieren nicht v o r gekom m e n:
2. das für den Norden <nördlich der Linie Gobabis-Windhuk) zuständige Gericht urteilte dieses Jahr über zwei Fälle von Aufruhr, bezw. MeutereivonMonnschaften gegen Portepee Unteroffiziere ab. Im ersten Falle handelt es sich um schwere Ausschreitungen von Leuten der fünften Pro- viantlolonne der dritten Kolonnenabteilung in einer Schlägerei mit einem Mann der Stalions'besatzimg von Rapsfarm bei Windhuk, in deren Verlauf ein Reiter so schwer verletzt wurde, daß er an den Folgen der beigebrachten Verletzungen starb. Der herbeigerufene Wachtmeister der Proviantkolonne versuchte die Leute zur Vernunft zu bringen und holte dann, als die Leute seiner Aufforderung, ansein an der zu gehen, nicht nachkamen, eine Patrouille zum Tatort l>crbei. Ais die Leute auch angesichts der Patrouille dem Befehl, sicb zur Kolonne zu begeben, nicht uach- famcit, ließ der Wachtmeister die schuldigen, fünf .Leute,, abführen. An dem Wachtmeister und dem die Patrouille befehligenden Unteroffiziere vergriff sich keiner der verhafteten Leute. In diesem Falle wurden verurteilt: zwei Leute tvegen ge- fälwlicher Körperverletzung und militärischen Aufruh r s im Felde zum Tode, zwei Leute wegen militärischen Aufruhrs im Felde zu zweiJahrenGefängnis, ein Mann wegen gefährlicher Körperverletzung zu zwei Monaten Gefängnis. Der Mann, welcher die tödliche Verletzung dem verstorbenen Reiter beigebracht hatte, wurde sreigesprvchen, da er erwiesenermaßen in der Notwehr handelte. Die Todesstrafen sind noch nicht vollstreckt, weil vvn den Richtern des Kriegsgerichts von der allerhöchsten Gnade die Umwandlung der Todesstrafe in eine angemessene Fr ei hei Isst ra fe erbeten wurde. Im zweiten Falle sind nach der telegraphischen Meldung des Kommandos wegen Aufruhr und Meuterei drei Reiter zum Tode, vier zu längeren Gefängnisstrafen verurteilt worden. Einzelheiten sind eingesordert, aber noch nicht eingegangen; Offiziere sind auch hier nicht beteiligt.
3. Bezüglich der im Süden von dem zuständigen Gericht ergangenen Urteile steht noch die Meldung der ergangenen Urteile aus. Diese kommen der amtlichen Stelle erst bei. der lieber» führung der Verurteilten in die Heimat zwecks Strafvollstreckung zur Kenntnis, da die Bestätigung aller kriegsgerichtlichen Urteile durch die Gerichtsherren im Schutzgebiete erfolgt, soweit es sich nicht um die dem Kaiser vorbehaltcne Bestätigung int Falle der Verurteilung von Offizieren, Sanitätsoffizieren und oberen Mili- tärbeamten zum Tode, Entfernung aus dem Heere oder Dienstentlassung handelt. Seit Beginn des Aufstandes sind im ganzen 57 Miltiärstrafgefangene (einschließlich 11 nrit dem nächsten Hei- mattransport migemeldeter Strafgefangener, unter denen sich wahrscheinlich auch die im zweiten oben angefülwten Falle Verurteilten befinden» nach Deutschland zur Strafvollziehung überführt worden. Diese Zahl kann bei der Stärke der Schutztruppe (jetzt 15 000,
Doch immer wieder löst du dich von meiner Hand Und irrst und fällst. Warum nur, Kind, Warum?
„Karlchen" — der unter diesem Pseudonym als lustiger Spottvogel bekannte Redakteur Karl Ettlinger von der „Jugend" — hat ein kleines Bändchen Martial'scher Epigramme in „unser geliebtes Deutsch" übertragen. (Egon Fleischel n. Co. in Berlin.) Des im 1. Jahrhundert nach Christo lebenden alten römischen Höflings witzige Pikanterien und Laszivitäten hat Ettlinger geradezu kongenial nachempfunden und meist zu kecken und koketten Vierzeilern modernisiert. Freilich nur etwa den zehnten Teil der über 15 Bücher verteilten Originale. Auch Ettlmgers Kunst besteht, wie die seines Meisters, darin, daß er die Spitzen seines SvotteS genau berechnet und für die letzte Zeile, ja mitunter für die letzten Worte aufspart, den Leser spannt und überrascht, indem Erwartung und Aufschluß in schlagender Kürze sich folgen. Man erstaunt über den Reichtum und die Schärfe seines leicht und knapp gefaßten Witzes. In der Eleganz und Anmut der Verse wetteifert Ettlinger ebenso mit Martial, wie dieser darin mit den besten Dichtern Roms wetteiferte. Ich denke mir diese Verse wie geschaffen zu würziger Nachspeise eines üppigen Herrensoupers.
Schließlich seien noch die „Gedichte eines Schutzmannes" namens August GerulliS erwähnt, betitelt „Das erste Sträußchen". (Verlag von Josef Singer in Straßburg.) Der Verfaffer ist seinem Namen nach wohl ein Zittauer, seines Amtes ein Berliner Schutzmann. Ursprüngliche, treuherzig naive $reube selbst am Kleinen und Unscheinbaren in der Natur, friedsarne Beschaulichkeit und ehrenwerte, humane Gesinnung sind' die erfreulichen und in seinem verantwortungsvollen und schweren, rauhen Berufe doppelt schätzenswerten Charalteristica seiner einfachen Verse, für die der wackere Mann in seinen Kreisen und darüber hinaus ehrliche Freunde finden möge. P. W.
im ganzen aber einschließlich der Heimgokehrten 19 000) und bei der Dauer deS Feldzuges keine hinsichtlich bet Disziplin besorgniserregende genannt werden. Die Höhe der Strafen findet ihre Erllärung in der Schwere der Kriegsgesetze.
*
Berlin, 22. Juni. Amtlich.^ Gefreiter Mathäus K o ch, geboren zu Heuchlingen, früher Württembergisches Infanterie- Regiment Nr. 120, am 18. Juni im Lazarett Windhuk an Lungenentzündung gestorben. Leutnant Paul Cleve, geboren zu Essen, früher Infanterie-Regiment Nr. 165, am 16. Juni an Bord des Danrpstnes „Gertrud Wörmann" an Typhus ge- torben. Reiter Karl Seel er, geboren zu Rohr, an Nieren- entzündung gestorben.____________________
Major v. Zander und Genossen vor den Geschworenen.
H. F. Breslau, 21. Jüni. (Unberechtigter Nachdruck verboten.) (Vierter Tag der Verhandlung.)
Der Offenbarnngßeid.
Der Vorsitzende bemerkt, daß eine Anzalfl sehr wertvoller Schmuckgegenstände, unter diesen verschiedene goldene Schnallen, vor Leistung des Offenbar- üngseides im Vermögensverzeichnis nicht angegeben eien. Angekl. v. Zander: Ich habe bei Aufstellung des Vermögensverzeichnisses alles aufs Genaueste durchsucht. Die Schnallen muß ich übersehen haben, vielleicht haben ie auch an einem versteckten Ort gelegen. Es kann doch richt angenommen werden, daß ich Schnallen im Werte von 7 Mk. verbergen wollte. Vors.: Nun, es sind Schnallen im Werte von 114 Mk. und darüber dabei.
Einkauf von Briefpapier.
Vors.: Frau v. Zander, wie kamen Sie dazu, für 2 5 8 Mark Briefbogen usw. zu kaufen. Sie befanden sich doch in einer sehr bedrängten Lage. Frau. v. Z an d c r: Ich wollte nicht eine Bestellung auf 14 Tage hinaus machen, zumal ich doch die Krone auf die Briefbogen drucken ließ. Bors.: Sie bestellten 2000 Briefbogen, wie lange reichten diese wohl? Angekl.: Etwa zwei Jahre.
Der Vermittlungskauf des Rittergutes Grabschen.
Vors.: Angekl. v. Zander, Sie sind im Mai 1898 als überzähliger Major und im Oktober desselben Jahres als Vataillonskommandeur des Pommerschen Infanterie-Regiments Gras Dönhoff nach Gncseu versetzt worden. In diese Zeit fällt das sog. Ekäbschener Geschäft) das nun zur Erörterung gelangen soll. Angekl. v. Zander: Ich wohnte der Beerdigung meines Freundes v. Bandel bei. Dort traf ich den (Generalkonsul Dhes aus Hildesheim, von dem mir bekannt war, daß er sehr reich war. Er forderte mich auf, ihn in Hildesheim zu besuchen. Ich leistete der Aufforderung Folge. Dyes übergab mir einen Korb Akten zur Durcharbeitung. Ich ersah daraus, daß der Ankauf des Rittergutes Grabschen bei Breslau imgemein vorteilhaft sei. Ich wußte Dyes dafür zu interessieren. Dyes wollte eine Mtien- gesellschaft gründen und ersuchte mich ihm bei dem weiteren Kauf behilflich zu fein. Eine solche Zivilanstellung konnte ich ohne Erlaubnis meiner vorgesetzten Behörde nicht annehmen. Da im Regiment sechs überzählige Stabsoffiziere waren, die nichts zu tun hatten, so gab mir der kommandierende General die Erlaubnis, die Stellung anzunehmen. Das Rittergut wurde gekauft und eine Aktiengesellschaft zum Zwecke der Parzellierung des Terrains begründet. Nachdem dies Geschäft vollzogen war, glaubte ich, Generalkonsul Dyes werde mir sagen: Nehmen Sie Ihren Abschied, ich werde Sie zum Direktor der Aktiengesellschaft ernennen. Anstatt dessen erfTärte mir Dyes: Er wolle das ganze Terrain verkaufen, ich solle aber einen großen Anteil an den: erzielten Gewinn erhalten. Das Rittergut wurde Vvn Dyes mit 1200000 Mk. gekauft und für 2 Millionen weiterverkauft.
Das Rittergut Schmocgerle aus Befehl gekauft.
Generalkonsul Dyes wollte mir zunächst eine jährliche Rente von 6000 Mk. ausfetzen. Ich machte ihm klar, daß mir mit der Aussetzung dieser jährlichen Lebensrente nicht gedient sei. Da sagte Dyes: Ich werde Ihnen 70 000 Mk. in Bar und 100000 Mk. in Aktien geben, aber nur unter der Bedingung, daß Sie das Geld in der Hauptsache zum 'Ankauf des Rittergutes Schmoegerle im Kreise Wohlau verwenden. Sie müssen Ihre Frau gewissermaßen kaltstellen. Wenn Ihre Frau auf einem Gute wohnt, von dem fie nicht leicht in eine Großstadt kommen kann, bann ändert fie sich vielleicht in ihren Neigungen. Ich will noch bemerken, daß ich mit dem Gelbe auch verschiedene Gläubiger befriedigt habe, unter anderen habe ich sämtliche Magdeburger Schulden, diese betrugen etwa 10 000 Mk., bezahlt. Bert. R.-A. Dr. Mamroth: Es war mir bisher nicht bekannt, daß das Rittergut Schmoegerle geradezu auf Befehl des Generalkonsuls Dyes gekauft worden ist. Der inzwischen verstorbene Generalkonsul a. D. Dyes, dessen Ms- sage verlesen wird, hat die Angaben des Angeklagten im Wesentlichen bestätigt.
Es gelangt darauf ein Brief des Majors v. Zander an seine Frau zur Verlesung. In diesem heißt es: „Ich hielt es im Interesse der Gesundheit unserer lieben Kinder und nicht zum mindesten im Interesse Deiner Gesundheit für notwendig, das bei dem Owäbschener Geschäft verdiente Geld zum Aükauf eines io idyllisch belegenen, von Wäldern eingeschlossenen Rittergutes zu verwenden. Wir werden, wenn wir erst eingerichtet sind, herrlich und in Freuden auf unserem Gute leben, Champagner trinken usw." Mgekt. v. Zander: Der Inhalt dieses Briefes ist keineswegs wörtlich zu nehmen. Ich war genötigt, meiner Frau das Leben auf dem Gute so rosig als möglich zu schildern, sodaß fie nicht etwa merkte, sie solle, wie sich Dyes ausdrückte, kaltgestellt iverden.
Eine Tagebuchaufzeichnung des Angekl. v. Zauder lautet: „Ich habe ein Geschäft gemacht, das ich eigentlich f ü r unanständig halte, das ich aber des lieben Gewinnes wegen machte, um mich dann hinter einer Iesuitenausrede zu verbergen."
Vernehmung de8 Untersuchungsrichters als Zeuge.
Nach Wiederaufnahme der Verhandlung toirb ber Untersuchungsrichter Landgerichtsrat Firle, als Zeuge aufgerufen. Vert. R.-A. Dr. Mamro th: Ich Beantrage, die Vernehmung des Untersuchungsrichters als zur Sache unerheblich abzulehnen.
Nach etwa halbstündiger Beratung des Gerichtshofes verkündet der Vorsitzende: Der Gerichtshof hat beschlossen, den Untersuchungsrichter als Zeugen zu vernehmen. Landgerichtsrat Firle bekundet: Ich habe einen Bries des verstorbenen Dyes gefunden, in dem dieser dem Angeklagten wegen des Gräbschener Geschäfts heftige Borwürfe machte, und durch die Tagebuchaufzeichnung des Angeklagten, wonach er das Gräbschener Geschäft, als ein unberechtigtes bezeichnet, gelangte ich zu der Auffassung: der Angeklagte habe sich bei diesem Geschäfte ber Untreue schuldig gemacht. Ich erachtete aber diese Straftat für verjährt. Bert. R.°A. Dr. Mamroth: Haben Sie für diese Ihre Vermutung nähere Unterlagen ? Zeuge: Nein. Bert.:
Haben Sie nähere Nachforschungen angestellt? Zeuge: Däzü hatte ich keine Veranlassung, da ich die Sache für verjährt hielte Vert.: Ich stelle ausdrücklich fest, daß die Tagebuchaufzeichnung, auf Grund der der Untersuchungsrichter zu der Ansicht gelangt ist, der Angeklagte hübe sich der Untreue schuldig gemacht, heute volle Aufklärung gefunden hat. Das Schlimme ist, daß sich der Untersuchungsrichter auf Grund gänzlich unbewiesener Dinge eine Meinung zum Schaden des Angeklagten bildet. Staatsanw.: Ich muß noch bemerken, daß gegen v. Zander der Gräbschener Angelegenheit wegen auch ein Verfahren wegen wissentlichen Meineids geschwebt hat. Dies Verfahren ist aber eingestellt worden. Zeuge: Die Vernehmung des i®ngefragten war, wie bei fast allen redegewandten Leuten, sehr schwierig. Er machte alle möglichen Einwendungen und suchte gewöhnlich den Kern der Vernehmung zu umgehen, er hat aber schließlich alle Protokolle genehmigt. Vert. I'.-R. Dr. Mamroth: Lnettig hat mir mitgeteilt: das mit ihm aufgenommene Protokoll wurde so schnell vorgelesen, daß er nicht folgen konnte. Zeuge: Ich kann nur erwidern, daß der Angeklagte Lnettig gegen das Protokoll keine Einwendungen gemacht hat. Der Angekl. v. Zander bezeichnet die gegen ihn in der Gräbschener ’2Bngete genbeit ein gegangene Denunziation wegen wissentlichen Meineids als chi i e d c r t r ä ch t i g e V e r I c u m b u n g"
Stendal, 20. Juni. Der Landarbeiter Käßner wurde vom hiefiqen Schwurgericht wegen „vorsätzlicher Tötung ohne U e b e r l c g it n g * zu sieben Jahren und vier Monaten Zuchthaus verurteilt, weil er sein ihm lästiges, drei Wochen altes Kino in einem Fuchsbau lebendig begraben hatte.
Dresden, 20. Juni. Die Strafkammer verurteilte den katholischen Pfarrer Mierscis aus Wilna, der in den königlichen Skulpturensammlungen drei Statuen beschädigte, weil er an ihrer Nacktheit Anstoß nahm, zu 200 Mark G e l d st ras e.
Börsen-Wocherrbericht von Baruch Strauß, Bankgeschäft.
Die Woche begann in gedrücktester Stimmung unter bent Eindruck der furchtbaren Nachrichten aus Rußland. Die schäften Rückgänge im Russemnarkte, hervorgerusen durch große Verkäufe Frankreichs, verursachten zeitweise eine Teroute im gesamten Effektengebiete und es griff erst wieder eine gewisse Beruhigung und damit eine Befestigung Platz, als man beobachtete, daß die Deutsche Bank durch ostentative Käufe eingriff. Die Intervention dieses vorsichtigen, dem Russenkonsortium fernstehenden Weltinstitutes wirkte, weil außergewöhnlich, um so günstiger auf die Gesamthaltung ein und gab der Börse zu den verschiedensten Erwägungen und Deutungen Anlaß. Das Geschäft blieb ruhig, nur Baltimore und Ohio- und Lombardeu-Aktien setzten ihre Auswärtsbewegung bei bedeutenden Umsätzen weiter fort; erstere auf Erklärung einer Dividende von 6 Proz., letztere auf große Pariser und Berliner Käufe, ohne daß bestimmte sachliche Gründe bekannt wurden.
Banken bleiben unbeachtet.
Montan- und Hüttenwerte einige Prozente erholt, wenn auch ohne große Umsätze.
S ch i f f a h r t Z w e r t e waren beliebter und fester, da über den Geschäftsgang derselben Günstiges verlautete.
In Eisenbahnen beschränkte sich das Geschäft auf Baltimore und Lombarden; zum Schluß der Woche kamen noch C a n a d a Pacific zur dUgemeinen Beachtung, da bereit Gewinne ganz hervorragend sein sollen.
Sprelplan
des Grotzherzoglichen Kurtheaters Bad-Rauheim. Direktion Hermann Stein goetter.
Montag den 25. Juni: „Der Schlafwagenkontrolleur*. Schwank in drei Akten von Alex Biffon. Dienstag den 26. Juni: „Zum Einsiedler." Lustspiel in einem Aufzug von B. Jacobson. Hieraus: „Tas Schwert de? Damokles." Schwank in einem Akte von Gustav zu Puttlitz. Im Zwischenakt: Ballet-Einlage. Donnerstag den 28. Juni: „Komtesse Guckerl." Lustspiel in drei Akten von Fr. Schönthan und Franz Koppel-Ellseld. Freitag den 29. Juni: Unter Mitwirkung der Kurkapelle: „Der Zigeunerbaron." Operette in drei Akten von Joh. Strauß.
HandeUnöVerkehr, Volkswirtschaft.
Markte.
Gießen, 23. Juni. Marktbericht. Auf heutigem Wockeumarkte kostete«: Butter pr. Pfb. 0.90—1.00 Mk., Hühnereier 1 St. 6—7Vfg., 2 Stck. 00— 00 Pfg., Gänseeier 00—00 Pfo., Enteneier 7 Pfg., Käse pr. Stck. 6—8 Pf., Käscmatte 2 Stck. 5—6 Pfg. Erbsen p. Pfund 22Pfg., Linsen p. Pfund 32 Pfg., Tauben pr. Paar 0,80—1,00 Mk., Hühner pr.St. 1,00—1,60 Mk., Hahne pr. Stück 0,80—1,80 Mk., Enten pr. Stuck 1,80—2,20 Mk., Gänse vr. Pfd. 00—00 Pfg., Ochsenfleisch pr. Pfd. 76—84 Pfg., Kuh- und Rindfleisch pr. Pfund 70—72 Pfg., Schweinefleisch pr. Pfund 80—86 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund 90 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfb. 80—84 Psg., Hammelfleisch pr. Pfund 60—80 Psg. Welsche per Pfund —.— Kartoffeln pr. 100 Kg. 6,00—0,00 Mk., Zwiebeln pr. Ztr. 6,00-8,00 Mk., Milch per Liter 20 Psg., Aepicl per Pfund 35 bis 50 Psg., in Körben 00 Psg., Nüsse 100 Stück 50-00 Big., Birnen per Psd. Mk. 0.00—0.00, Kirschen per Psd. 25—30 Pfg., Weißkraut per Stuck 00 Pfg., per Zentner Mk. 0.00-0.00. — 'Marktzeit 7—1 Uhr.
Gießen, 22. Juni. V i e h m arkt. Am 19. u. 20. d. MS. waren aufgetrieben 1451 Stück Rindvieh, 316 Schweine,. — Der nächste Markt findet am 3. und 4. Juli statt, an letzterem Tage auch Krämermarkt.
fc. Frankfurt a. M., 22. Juni. Heu- und Strohmarkt. Man notierte: Heu Mk. 3.90 bis Mk. 4.40, Stroh Mk. 3.20 bis Mk 3 60. Alles per 50 Kilo. Tendenz: Fest
Schrff-nachrrchten.
R e d S t a r L i n i e.
Der Postdampfer „Finland^ ber Red Star Linie in Antwerpen, ist laut Telegramm am 19. Juni wohlbehalten in Newyork angekommen. _______
Im Sommer ist nichts gesünder und erfrischender als frische Früchte und Mondamin-Milch-Flammeri.
Als Ersatz für schwerere Speisen sind diese Mondamin-Gerichte in der Hitze erfrischend wie wohlschmeckend, und sie bieten eine ideale Nahrung für Kinder, eine gesunde Nachspeise für Große.
„Mondamin" überall zu haben in Paketen ä 60, 30 u. 15 Ps.
Pie nach- A A n „ 4 « sind Sonntag, den 24. Juni von stehenden tkö k 1 v 12 Uhr mittags bis 12 Uhr nachts sicher anzutreffen.
Dr. Plocli, Asterweg 34. - Dr. Schliephake, Goethestr. 44.
Fr. Wagner. Westanlage 51.______________
Sonntag 4—9 Uhr 354
Nur PeBikan-Äpotheke offen.
1 Wohnung i 4 Wohnungen von 4 Wohnungen vor 1 Wohnung DOitl-d 2 Läden mit Wohn
44 Wohniuigc Die Vermiete: .-war für eine Woh' einschließlich 0,20 - dem ist für ;ede W
Für die Wo entgeltlich^_
»Htt
(Geschäfts
>-
an der Zeit fl*‘ ?‘“bt 1 j.funbcn- 1
T. mi sch 1 gnttaufen ifi:
JU Die Empfan belieben ihre Anst Gießen, £>'
MW
Gartet
Es
1 landwirlschw Cteinbruchsorbeite: Maschinenschlosser, und 1 Möbelschreii wacher, 2 Schnei 1 Weißbinder, E 5 Dienstmädchen, 2
3 Sdjmiebe, 2 (
2 Buchbinder, 2 Sä
1 Ziegeleiarbei 1 Heizer, 1 Maschin 1 Flichrau, 1 SiciV oder Reisebegleiter!
Be
Wir suchen l schöner Handschrift Zeugniffcn unter 21 beim städt. Annen.
Gießen, am Tic A
Ar!
, . Die zur Unter forderlichen Maure u$rcitafl den öffentlich vergeben
Arbeitsbeschre Stoffen. Angevc zum genannten Zei
Zuschlagslnsl ließen, 22. 3
gM:
Gegenwart ersch AHlagssrif Netzen, am
Hrotzl
' Grösstes
Inhalatorium p Werra Deutschlands.


