zeS hessischen Staaisgebrcts erteilte Erlaubnis ist biß zum l. Oktober d. I. verlängert worden.
** Ein Prvbcw <Ischcn mit der WtFchmaschinr „W e 1 t- tonnber" veranstaltet die Firma Brüder Schmidt arn Freitag, dem 20. April, in ihren Gescfaiftsräuuren, ^seltersweg 83. (Näheres besagen die Anzeigen.) , n- • r
** Ein Verband der heisrtchcn Erzrehungs- vereine fait sich Mittwoch naormittag in Frankfurt a. M. gebildet. Das hessische Ministerium hat zu den Beratungen den -^bcrregierimgSrat Weber entfärbet, als Vertreter des Oberton- sistoriums war Superintendent Tr. Petersen und als Vertreter des S^eneralstaatsamoalts Preetorius Ministerialsekretär Muller cu^l Darmstadt erschienen. Der Vorsitzende begrüßte alle Erschienen«: und gab ein Bild der Entwicklung der Erziehungsvereine in Dessen. Vor dem Zwangserziehllngsgesetz erörterten solche Vereine nur in Reinheim, Zwingenberg, Erbach und mned- bcrg. Nach Inkrafttreten des Gesetzes wurden verschiedene neu gegründet, aber davon ist nur der in Schotten lebensfähig geblieben. Der erste Verein, der sich an das Gesetz anscklost, war der in Grünberg, der 1896 ins Leben trat. Bon dreiem Zeitpunkt ab haben sich die Erziehungsvereine dann rapid entwickelt, zunächst in Oberlwssen, dann in Starkenburg und zuletzt in Rhein Hessen. Deute besteht in jedem Dekanat ein Erzrehungs- verenr. Die Vereine falben sich zu Provinzinlverbänden zusammen- geschlosien. Diese sollen mm den Landesverband bilden. Oberregierungsrat Weber betonte, daß die Regierung den Wert der Erziehungsvereine sehr doch schätze und das; sie den KVeisämtern eine allmählich nickt mehr zu entbehrende Dilfe geworden seien. Der Zusammenschluß zu emcin Verband sei nur zu begrüßen. Dn Vorsitzende verlas hierauf den vorliegenden Statutenentwurf, wonach jeder Erziehungsvcrein in seinem Bezirke selbständig bleiben soll. Die Provinzialvereine sollen die Ergebnisse der vrakttschen Arbeit theoretisch durcharbeiten und der Landesverband die Vereine nach außen hin vertreten. Auf Antrag mehrerer Herren vom Provinzialverein Starkenburg wird beschlossen, daß die Vorsitzenden der Provinzialvereine fortan den Vorstand des Landesverbands bilden sollen. Dierauf erstattet der Vorsitzende ein längeres Referat über die Tätigkeit der Erziehungsvereme. Er gab interessante und wertvolle Anleitungen für die Arbeit in den einzelnen Vereinen. Dierau schloß sich eine lebhafte Diskussion, an der Vertreter der verschiedensten Vereine sich beteiligten.
” Daß viele Leute auf Aprilscherze herein- fallen, ist ganz natürlich, dazu sind sie ja auch da. Daß sich die Hereingefallencn über ihre Leichtgläubigkeit ärgern, ist menschlich, daß eß aber Leute gibt, die ihrem Aerger dann noch Luft machen und ganz bitterböse Briefe an den Urheber des Scherzes schreiben, ist zwar nicht ganz klug, kommt aber vor, wie wir au§ den „Plaudereien aus Colmar" des „Els. Tagbl." ersehen. Tie Redaktion des Blattes hatte an dem ominösen 1. April einen Aprilscherz verzapft, in dem sie aus Sigolsheim die Nachricht von einem dort zu -erbauenden Museum brachte. Ein recht zorniger Hereingefallener schreibt infolgedessen der Redaktion folgende bitterböse Epistel:
„Derr Redakteur, ich finde es für eine böswillige Schlechtigkeit, so was ins Blatt zu machen, wie das, was da aus Sigolsheim drin war. Es ist nicht schön, einen so zum Narren zu halten, und ivenn ich es auch nicht geglaubt habe, so bin ich doch am Sonntag binausgelosten, um die Altertümer zu sehen. Aber es war alles gelogen und ich habe mein Geld hinausgeworfen, denn ich habe auch meine Frau und meine zwei Aeltesten mitgenommen. Wenn Sie ein ehrlicher Mann sein wollen, müssen Sie mir das Geld ersetzen, denn es war, wie gesagt, erlogen. So Schwindel in das Blatt zu tun, ist eine Miserabilität. Daß Sies nur wissen. Und ich habe keine Achtung mehr von Ihnen. Wenn mich meine Frau nicht besänftigt hätte, so hätte ich Sie beim Gericht cmaezeigt. Da hätten Sie sehen sollen, ob man ehrliche Leute so an der Nase herurn- iühren darf. So was ist nicht qepermeüiert. Aber meine Frau sagte, Sie hätten das, was in dem Artikel stand, am Ende selbst geglaubt. Na, wissen Sie, daß Sie auch auf den Leim gekrochen sind, spricht gerade auch nicht für Ihre sogenannte Intelligenz. Das lassen Sie sich gesagt sein."
Im Anschluß an diesen köstlichen Zorneserguß können wir eS nicht unterlassen zu bemerken, daß unS einzelne Hundebesitzer, die unseren vorjährigen Aprilscherz nicht als solchen erkannt hatten und nach dem damals noch gar nicht ganz fertiggestellten neuen veterinärmedizinischenJnstitut mit ihren Hunden „zur Untersuchung" geeilt waren, diesen Scherz heute noch Übelnehmen. Sie sollten sich damit trösten, daß am Sonntag, dem 1. April d. I., mancher Landmann mit Kind und Kegel nach Gießen gekommen war, um die chinesische Studienkommiffion auf ihrer Fahrt durch die Stadt anzustaunen, und endlich enttäuscht ob des langen vergeblichen Wartens von bannen zog. Der 1. April ist nun einmal der herkömmliche Schalkstag, und man sollte sich in unserer bitterernsten Zeit jedes Scherzes herzlich freuen und mit gutem Humor es aufnehmen, wenn man einen Scherz mißverstand.
— In Amerika verstorbene Hessen. Zeitungs- krägcr Isaak Kirschner aus Mockstadt, 73 Jahre alt, zu Newyork. Jakob Hoffmann aus Framersheim, 61 Jahre alt, zu Newyork. Frau Kath. Schmer, geb. Schüler, aus Spangenbcrg, 73 Jahre alt, zu Alleghem), Pa. Martin Holzer aus Frankfurt, 76 Jahre alt, zu Cineinnati, O. Frau Marie Diebel, geb. Decher, verw. Kalbfleisch, aus Elbenrod, 73 Jahre alt, zu Bridgeport, Ont. Aug. Schäfer aus Lißberg, 55 Jahre alt, zu Middletown, R.-P. Frau Luise Thierolf, geb. Becker, aus Crumstadt, 52 Jahre alt, zu Cleveland, O. Ernst Do sch aus Erbach i. O., zu San Antonio, Tex.
+ Friedberg, 17. April. Den ErinnerungStag ihrer Entlastung aus dem Lehrerseminar feierten heute hier zahlreiche Lehrer des gesamten Hestenlandes. So gaben sich die 1866, 1871, 1876,' 1886, 1891 und 1896 entlassenen Lehrer hier ein Stelldichein.
x Ranstadt, 17. April. Der Schreinermeister Heinrich Herche von hier, der in seiner Werkstatt ein von einem Motor getriebenes Sägewerk besitzt, geriet heute nachmittag in da§ Riemen werk desselben. Das rechte Bein wurde ihm oberhalb des Knöchels vollständig abgebrochen. Morgen soll er in die Klinik nach Gießen verbracht werden.
— Sch otten, 18. April. In den Gemeinden unseres Kreises werden im Rechnungsjahre 1906 zur Bestreitung der Kommunalbedürfnisse die folgenden Umlagen erhoben:
Altenhain Ausschlag Mk. 3300 (186,599 Zuschlag in Prozenten der doppelten Grundzahlen und des ganzen Einkommensteuerbetrags), Betzenrod 4400 (148,860), Bobeubaufen 5500 (122,626', BreungeS- hain 3500 (182,102), Burkhards 5700 (117,099), Bufenborn 3300 (140,312), Eichelsachsen 10 000 (140,443), Eichelsdorf 11 000 (139,412), Einartshausen 1800 (73,088), Eschenrod 6009 (128,224), Feldkrücken 2000 (101,338), Freieuseen 3500 (50,191), Gedern 21 000 (97,090), Glashütten 5100 (177,967), Götzen 2600 (145,324), Gonterskirchen 4000 (97,527), Groß-Eichen 7000 (92,063), HartmauuShaiu 1400 (89 308), Helpershain 4700 (172,839), Derchenhain 2600 (146,116), Höckersdors 2900 (174,952), Solms-Ilsdorf 780 (121,401), Kaulstos 2300 (171,821), Klein-Eichen 1200 (81,427), Köddingen 6000 (170,290), Kölzenhain 2100 (159,732), Lardenbach 900 (27,325), Laubach 28000 (87,566), Meiches 4700 (119,514), Michelbach 1900 (73,741),
Mttel-Seemen 2800 (87,664), Nieder-Seemen 2680 (115,338), Ober- Lais 5700 (155,746), Ober-Schmitten 6500 (139,935), Ober-Seemen 12 000 (162,013), Oder-Seibertenrod 3620 (148,452), Rainrod 8400 (152,348), Rebgeshain 2200 (145,349), Rudiiwshain 5400 (132,495), Ruppertsburg 6000 (53,130), Schmitten 29b (237,122), Schotten 28 000 (78,784), Sellnrod 4700 (147,566) Sichenhausen 2200 (162,878), Steinberg 4000 (164,386), Storniels 3000 (140,226), Stumpertenrod 9000 (171,962), Ulfa 13 500 (141,209), Ulrichstein 7000 (79,846), Unter-Seibertenrod 3150 (114,796), Volkartshain 1600 (88,810), Wetterield 4000 (72,361), Wingershausen 3700 (158,349), Wohnseld 4000 (152,195). , ~ ,
■ — Herborn seelb ach, 18. April. Der bekannte Spezial- züchter belgischer Riesen- und Silber-Kaninchen, Herr Wilhelm Göbel in Herbornfeelbacb erhielt auf der großen allgemeinen Kaninchen-Ausstellung zu D a r m ft a b t (Ostern) auf feine Tiere zwei Ehrenpreise, 2. Preis, 3. Preis und Siegerpreis für hefte ©efamtleiftung eines Einzelzüchters. Letzterer Preis ist der Ehrenpreis der Stadt Darmstadt.
X Mücke, 18. April. Des öfteren kommen mit der Bahn jetzt galizische Arbeiterfamilien hier an, die seit vorigem Jahr in der Umgegend beschäftigt werden. Da sie vielfach wieder von ihren vorjährigen Arbeitgebern angenommen werden, so scheint man mit ihnen zufrieden zu sein. Billiger wie hiesige Arbeiter sind die Galizier zwar nicht, allein sie füllen Lücken aus, die aus Mangel an heimatlichen Leuten eben nicht ausgefüllt werden können.
[] Heskem, 17. April. Im Anschluß an etuc gemeinsame Hebung von acht Feuerwehren des Ebsdorfer Grundes fand heute hier der 8. Delegierten tag des Kreis - Feuerwehr-Verbandes Marburg statt. Aus den Verhandlungen, die Landrat v. Negclein leitete, sei erwähnt, daß laut Jahresbericht von 90 Kreisfeucrwehren 84 dem Verbände angehören. Ferner besprach man den Entwurf des neuen preußischen Feuerlösch-Gesetzes und die Statuten der neu zu gründenden Versicherungskaste für verunglückte Feuer- wehrleute. Der Beitrag soll für 100 Einwohner 1 Mk. das Jahr betragen. Als Ort des nächstjährigen Verbandstages wurde Münchhausen gewählt.
R. B. DCrmstaidt, 18. April. Der 4. (Pctitions-) Ausschuß der 2. Kammer trat heute vormittag als erster nach den Festtagen zur Beratung zusammen. Er beschäftigte sich besonders mit den Anträgen, betr. Gemeinnützige Bauvereine, Obligatorische Kvankenversichetung für Dienstboten, Gestütsstation für Rheinhessen, Einführung von Schülerwagen usw. Feste Beschlüsse wurden jedoch noch nicht gefaßt. — Ter Pro vinzialtag für Starkenburg hielt heute vormittag int Rathaussaal seine Jahressitzung ab. Ter Voranschlag für 1906 beläuft sich in Einnahme und Ausgabe auf 530622 Mk. (gegen 576 200 Mk. im Vorjahr). Unter den Ausgaben befinden sich für Bau und Unterhaltung der Kreisstraßen 372996 Mk. für Kosten der Naturalverpflegungsstationen 40 000 Mk. für Errichtung einer Provinziatverpflegungsa,ustalt 86989 Mk. Die Einnahmen und Ausgaben für die Provinzialpflegeanstalt bei Eberstadt balanzieren mit 184 795 Mk. (gegen 155 000 Mk. im Vorjahr). Bei den vorgcnommcnen Wahlert wurde u. a. an Stelle des nach Mainz versetzten Oberstaatsanwalts Dr. Bufs Landgerichtsrat Lang hier gewählt.
fc. Frankfurt a. M., 18. April. Prinz Heinrich von Preußen traf heute früh mittelst Automobil von Darmstadt ein zum Besuche des Erbprinzen nnd der Erbprinzessin von Meiningen, die im „Fürsten- bof" abgestiegen sind. — Der junge Mann, der sich am Ostermontag in der Escheitheimer Anlage erschossen hat, stammt aus Oppenheim a. Rh., war Kaufmann und 26 Jahre alt. Der Vater des Selbstmörders traf heute hier ein und agnoszierte die Leiche. — Die 28jährige Sängerin Hilda v. Schmidt, die vor einigen Dagen in ihrer Wohnung Gift genontmen — aller Wahrscheinlichkeit nach aus Unvorsichtigkeit — ist gestorben.
** Kleine Mitteil"ugcn aus Hessen nnd den Nachbarstaaten. In Naunheim wurde Bürgermeister- Jak. Kern V., der seit 11 Jahren im Amt ist, einstimmig wieder- gewählt. — In Nauheim (Kr. Großgerau) hat sich ein 60jäh- riger Einwohner namens Ackermann in seiner Pfuhlgrube ertränkt. ’
Vermrschtes.
* Mehrere Tonriftenunfällc im Alpen gebiet ereigneten sich während der Ofterfeiertage. Der 18 jährige Karl Berger aus Wien stürzte am Sonntag bei einer Kletterwur vom Peilftein ab und erlitt schwere innere Verletzungen. Sein Zu- staud ist lebensgefährlich. — Drei Realschüler in Innsbruck gaben bei der dortigen Polizei an, sie hätten im Kieuzjöchl die Leiche eines abgestürzten Touristen gesunden. — Eine Meldung ans .Hopfengarten besagt, baß im Gebiet ber hohen Salve ein Tourist vermißt ivird.
* (£tn d c utschcs S ch i f f durch chinesisckePiralcn ausgeplündert! Wie Lloyds Agentur aus Futschau gemeldet wirb, ist der deutsche Dampfer „M. Struve^, der auf Grund geraten war, durch Seeräuber ausgeplündert worden. Das Schiff werde wahrscheinlich ganz verloren gehen.
* Paris, 18. April. Zwei Automobilunfälle mit tödlichem Ausgange ereigneten sich gestern, der eine in der Nähe von Versailles, der andere in Paris. Bei dem ersteren wurden vier Personen aus dem Wagen geschleudert, von denen eine im Spital ftacb, bei dem anderen Unfälle wurde eine Frau, die ihr Kind im Arm trug, überfahren und getötet, während das Kind iintierfährt blieb.
* Ein antisemitisches Blatt erzählte von einer Morbaffäre mit rituellem Beigeschmack, bic sich in Posen zugetragen haben sollte. Angeblich hatte man in einer Kiste, bic von einem Rabbiner in Breslau an einen Rabbiner in Bromberg abressirt war, einen chloroformierten Knaben gefunben, dem ber Munb verstopft unb ein Bein gebrochen gewesen fei. Diese Behauptung hat selbst bie „Staatsb.-Ztg." stutzig gemacht. Sie wanbte sich an bie Posener Bahnhofsinspektion unb erhielt folgenbe Antwort:
Pofen, Hauptbalmhof. Ew. Hochwohlgeboren mit bem Bemerken ergebenft zurück, baß an der Sache kein wahres Wort ist. Etwas Derartiges hat sich weder hier noch auf irgend einer anderen Station zugetragen. In den hiesigen Blättern ist diese unwahre Meldung auch erschienen, und hat sich selbstverständlich die Krimmalpolizei der Angelegenheit sofort bemächtigt unb festgestellt, baß es eine Ente war. Mit ausgezeichneter Hochachtung
Prieur, Oberbahnhofsvorsteher.
• Ohne sein Wissen verheiratet. Daß man eine Frau besitzen kann, ohne bavon eine Ahnung zu haben, bas hat zu seiner Ueberrafchung ber ehrenwerte Signor Zenone Panarani in Mailanb erfahren. Er verbankt biese Ueberrafchung seinem Bcuber Robert Panarani, burch besten erfolgten Tob sie jetzt ans Licht kam. Robert Panarani war längst verheiratet unb Vater von btei Kinbern, als er sich in ein hübsches junges Mäbchen aus guter Familie, Signora Pobbighe, verliebte. Er gab sich nun einfach für feinen Bruder Zenone aus, besten Papiere er sich auf irgenb eine Weise verschafft batte, unb auf biescm Wege gelang c5 ihm, Herz unb Hand ber jungen Dame zu gewinnen. Run ist er plötzlich gestorben unb hat sie in bem Zustand, Mutter zu
werben, zurückgelasten. Natürlich ist bie in Bigamie geschlossene Ehe Roberto Panaranis ungiftig, tatsächlich aber hat ja diese Ehe überhaupt nie bestauben, vielmehr ist sein Bruber Zenone Panarani nach allen Formen rechtens mit bem ehemaligen Fräulein Pobbighe verheiratet, unb ein legaler Ausweg aus biescm Dilemma für beibc gar nicht so leicht 511 finben. Allenfalls müßten sich bic beiben Gatten, bic es in Wirklichkeit nie waren, nun richtig von cinanbcr scheiben lasten. Dann wäre übrigens Signorina Pobbighe ihre eigene Schwägerin gewesen, was jedenfalls auch ein nicht alltägliches verwanbtschastliches Kuriosum wäre. So peinlich ben Betroffenen — unb nicht zuletzt ber legitimen Frau bcs phantasicrcichcn Roberto Panarani — begreiflicherweise bic Sache ist, so entbehrt sic boch nicht einer gewißen zwingenden Komik unb könnte wohl einem Operetten-Librcttisten einen bankbaren Stoff bieten.
Arbeiterbewegung.
Aachen, 18. April. Zur Aussperrung der Weber in beit diesigen Fabriken veröffentlicht der Volisfreund eine Erklärung des Vorstandes des Zeutral-Verbandes christlicher Textilarbeiter Teutschlands. Ter Vorstand bedauert das Verhalten ber- christlich organisierten Weber, die ben Vereinbarungen des Vorstandes mit dem Arbcitgebcr-Verband nicht gefolgt und den elementarsten Grundsätzen der gewcrfscho.ftlichen Disziplin zuwider gehandelt hätten. Durch diese Handlungsweise hätten sich die Arbeiter außerhalb der Organisation gestellt. Sic würden nicht mehr als zur christlichen Organisation gehörig betrachtet und von christlicher Seite während der Aussperrung nicht unterstützt werden. Der Vorstand protestiert sodann gegen die Verhängung von Aussperrungen, die zahlreiche unschuldige Familien treffe und hätten vermieden nierden können, wenn der Arbeitgebcr-Vcrband gewollt hätte. Die Aussperrung ist heute allgemein.
Tie Hamburg-Amerika-Linie teilt mit: Die Er-? Wartung des ausständigen Seemannsverbandes _bon Hamburg, der Streik würde die fahrplanmäßige Abfahrt des -Schnelldampfers Deutschland hindern, hat sich nicht erfüllt. Die „Deutschland" hat am Mittwoch nachmittag mit der vollen Besatzung von 560 Mann Cuxhaven passiert, welche Tatsache die Aussichts- lvsigkeit des Hamburgischen Secmannsa us ft andes in schärfster Wei.sc beleuchtet.
Gerichtssaal.
Mannheim, 18. April. Redakteur Emil Maier tum ber hiesigen sozialdem. Volksstimme wurde heute wegen Beleidig' ung dcS Schöffengerichts Weinheim zn 400 Mark Geldstrafe verurteilt. Maier hatte in seinem Blatt dem Vor fitzenden des Schöffengerichts, Oberamtsrichter Schmidt, und den Schöffengericht selbst Kl a 1 f c n j u st i z zum 3Ärwurf gemacht.
Handel und Verkehr, Volkswirtschaft.
Paris, 18. April. An der Börse herrschte Gesckäftsftille. Tie Tendenz war matt wegen des hohen Zinssatzes für Geld bei der Mcdioliguidation, ferner wegen der Nachrichten über Ausstände und wegen der ungünstigen Meldungen vvn den tremfa ländischen Börsenplätzen. Tic Prämie für die n e u c r u s s i s ck e Anleihe stellte sich auf 4,20 bis 3,85 Francs.
Märkte.
# Groß-Felda, 18. April. Unseren gestrigen Oft ernt ar ft begünstigte so herrliches Wetter wie lange nicht. Der Aiarkt war sehr stark mit Jungschweinen befahren und recht gut besucht. Waren schon im vorigen Jahre die Preise für alle Schweine- gattungeu außerordentlich hoch, so ist dieser Preisstand nicht gesunken, zeigt vielmehr noch eher eine weitere Steigerung. Trotz ber hohen Preise ging ber Hanbel flott, sodaß alles abgefetzt wurde. Für 8 Wochen alte Ferkel bezahlte man 60—65 Mark das Paar, für bessere und ältere Qualität 70—75 Mk. unb 75—80 Mk. Die fetten Schweine sind dagegen in letzterer Zeit im Preise abgeschlagen, sodaß der Preis von 60 Psg. auf 54 Pfcp das Pfrmö Lebendgewicht zurückgegangen ist. Die Fleifchpreife bei den Metzgem stehen aber noch auf der seitherigen Sticke.
Limburg a. d. £., 18. April. Frucht markt. Durchschnittspreise pro Malter. Roter Weizen 15.80 Mk., weißer Weizen 00.00 Mk., Korn Mk. 00.00, Gerste 00.00 Mk., Hafer 8.80 Mk., Erbsen 0.00 Mk.. Kartoffeln 0.00 Mk.
Die Marktpreise für Vieh und Frucht und die Gießener Fleisch- und Brotpreise am 18. April 1906.
Weizen 100 Kg. 00.00- 00,00 All. Weißbrot 2 Kg., 54 Pfg.
Roggen 100 Kg. 00.00-00.00 Mk. Schwarzbrot 2 Kg. 50 Pfg.
Höchste Schlachtvichprcise in F r a n k f u r t a. M.
Fleischpreise in Gießen
Ochsen
Kälber Schweine
50 Kg. Schlachtgewicht 78—80 Mk.
7, Kg. Schlachtgen). 90—95 Pf.
7, ,, « 76—77 ,
7, Kg. 72-82 Pfg.
7» , 70-80 , 7, „ 80-90 „
Gefreidepreise in Mannheim
Brotpreise in Gießen
Meteorologische Beobachtungen
der Station Gießen.
Höchste Temperatur am 18. April — +18,4° C.
Niedrigste „ „ 18. „ = + Cß° C.
April
1906
^Barometer aick 0" reduziert
Temperatur der Lickt
Absolute Feuchtigkeit
Relative Feuchtigkeit
Windrichtung
Windstärke
Wetter
18.
916
734,5
18,3
7,8
50
SW •
2
Bew. Hipime
18.
9”
732,8
14,1
8,8
74
NE
2
Klarer Himme
19.
725
731,6
12,4
8,9
85
NNW
2
Bcd. Himmel
WjjchknMt AellerW her TodesM in her ZtM Hießen
15. Woche. Boni 8. bis 14. April 1906.
Einwohnerzahl: angenommen zu 29 500 (iukl. 1600 Mann Militär./ Sterblichkeitsziffer: 12,33
nach Abzug von 3 Ortsfremden: 7,08 %>o.
Kinder
A n ni.: Die in Klammem gesetzten Ziffern geben an, wie vie^ der Todesfälle in der betreffenden Krankheit aick von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen. __
Es starben an: Zusammen:
Erwachsene:
im
VOM
1. Lebensjahr:
2.—15. Jahr
Altersschwäche
1
1
—
—
Lebensschwäche
1
—
1
—
Tubeckulose
2(1)
2(1)
—
—
Lungenentzündung Earvunkcl
1
1 (1)
1(1)
—
1
Krebs
1(D
1 (1)
—
— —
Summe 7 (3)
5(3)
1
1
Foulard - Seide - 95 Pf.
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DVi Gcidenfabrikt. Henneberg, Zürich


